Walgesang Comments http://Neoprene.blogsport.de Sie rufen weit ins Meer, aber wer hört ihnen zu? (außer Walen) Thu, 23 Oct 2014 08:46:32 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 by: Krim http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114910 Wed, 22 Oct 2014 00:35:32 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114910 <i>"An die vorgegebene Weise, sich am Leben zu erhalten."</i> Wenn etwas vorgegeben ist, muss es auch Leute geben, die Vorgaben machen. Bei denen ist dann passenderweise dieses Handlungsmuster nicht vorhanden, sonst müssten sie sich ja anpassen, statt vorzugeben. Seltsamerweise wirkt sich das Handlungsmuster der Anpassung nur bei denen aus, denen sowieso nicht in der Lage sind, etwas vorgeben zu können. Sehr passend wie hier, die von dir postulierte innere Beschaffenheit des Menschen auf die gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnisse passt. <i>"(Wenn sich übrigens in der Natur nur diejenigen Tiere an neue Umstände anpassen könnten, die diese Umstände bereits vorher kennen, dann – merkst du was?)"</i> Du musst mir schon sagen, was du sagen willst, sonst verstehe ich das nicht. Tiere können sich nur sehr eingeschränkt anpassen. Tiere passen sich nicht an, sondern sterben aus. Nur die Mutanten, deren Anlage zufällig besser auf die neue Umweltbedingung passt, leben weiter. <i>"Dann erklär mal, wieso dieses Bewusstsein immer wieder einen so bescheuerten Willen erzeugt."</i> Das liegt an ihrem Interesse als Eigentümer in der Welt sein Glück und Fortkommen suchen zu wollen. Das haben wir ja schon des öfteren diskutiert. Das liegt am notwendig falschen Bewusstsein - kurz gesprochen. Sie nehmen die gesellschaftlichen Gegebenheiten, wie eine Naturvoraussetzung, die zu hinterfragen nichts bringt, weil es nichts ändert. Wie sich die Naturgesetzen nicht ändern, weil man sie kennt. (Das stimmt zwar nicht, ist aber ihr Bewusstsein von der Welt.) Auf diese gesellschaftliche "Natur"voraussetzungen kann man sich "vernünftigerweise" nur einstellen. Also betätigen sie ihr Interesse in den Formen, die die Eigentumsverhältnisse ihnen vorgeben. <i>"Es sei denn, die Anpassung an das vorherrschende System, das eben nur Gewinner und Verlierer kennt, ist das bestimmende Motiv."</i> Ich sag ja auch nicht, dass in ihr Interesse kein Moment der Anpassung enthält. Aber ich bestreite, dass es sich bei der Anpassung um ein psychologisches oder sonstiges Muster handelt. Die Anpassung geht eben nicht über Muster am Willen vorbei, sondern ist ein mit Bewusstsein verfolgtes Interesse. <i>"Aber wie kommt er zu seinem „wenn“?"</i> Das ist aber ein Gegenstandswechsel bzw. eine neue Fragestellung. Erstmal ging es doch darum zu widerlegen, dass es sich um kein Handlungsmuster handelt. Wenn das klar ist, kann man sich auch fragen, wie jemand darauf kommt die Identität eines Konkurrenzgewinners pflegen zu wollen. <i>" Wieso sich der Verstand, Wille oder Geist für solche selbstschädigenden Interessen entscheidet. Keine Gewalt zwingt ihn zu seinen Überzeugungen, und reiner Zufall oder schlichter Irrtum sind diese auch nicht, oder willst du das behaupten?"</i> Dein Gedanke ist immer derselbe. Du sagst: So blöd sich selbst zu schädigen, k a n n doch gar keiner sein. Das ist bei dir kein Aufreger, oder Verzweiflungsseufzer, sondern du meinst das ernst und denkst daran weiter. Weil so blöd keiner sein kann, soll es auch schon gar nicht mehr am Denken liegen, dass die Leute so blöd sind, sondern an was anderem, nämlich an deinen psychologischen Handlungsmustern. Dabei schenkst d u dir doch die Antwort auf die Frage, wieso sich der Wille für selbstschädigende Interessen entscheidet. Die Antwort ist zunächst nämlich denkbar einfach: Weil er seine Interessen gar nicht für selbstschädigend hält. Die Schädigung kommt doch immer von anderen, die ihnen Prügel in den Weg legen, die gierig und inkompetent sind, die ihre Macht missbrauchen oder an sonstigen Unfällen, Katastrophen und Fehlern. Mit anderen Worten, die Leute leugnen erstmal die <i>Systematik</i> der Schädigung ihrer Interessen. Nicht dass man auf die Wahrheit nicht kommen könnte, aber sie denken eben immer schon an ihrem Konkurrenzinteresse um Eigentum entlang. Auf dieses Interesse kommen sie zunächst, weil es gesellschaftlich vorgegeben ist. Es ist überhaupt die einzige Weise und Möglichkeit sich zu reproduzieren. Weil es die einzige Möglichkeit ist sich zu reproduzieren, nehmen sie den Zwang zum Verkauf der Arbeitskraft aber irgendwann als Chance d.h. Sie pflegen ein Bewusstsein der Freiheit zu den Diensten, die sie verrichten müssen. Weil es die einzige Möglichkeit zur Reproduktion ist, die bleibt, beziehen sie sich darauf, wie auf ein Mittel. Und so beziehen sie sich positiv bzw. interessiert auf die Einkommensquelle Lohnarbeit, die gar nicht ihr Mittel ist, sondern sie schädigt. „An die vorgegebene Weise, sich am Leben zu erhalten.“ Wenn etwas vorgegeben ist, muss es auch Leute geben, die Vorgaben machen. Bei denen ist dann passenderweise dieses Handlungsmuster nicht vorhanden, sonst müssten sie sich ja anpassen, statt vorzugeben. Seltsamerweise wirkt sich das Handlungsmuster der Anpassung nur bei denen aus, denen sowieso nicht in der Lage sind, etwas vorgeben zu können. Sehr passend wie hier, die von dir postulierte innere Beschaffenheit des Menschen auf die gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnisse passt.

„(Wenn sich übrigens in der Natur nur diejenigen Tiere an neue Umstände anpassen könnten, die diese Umstände bereits vorher kennen, dann – merkst du was?)“ Du musst mir schon sagen, was du sagen willst, sonst verstehe ich das nicht. Tiere können sich nur sehr eingeschränkt anpassen. Tiere passen sich nicht an, sondern sterben aus. Nur die Mutanten, deren Anlage zufällig besser auf die neue Umweltbedingung passt, leben weiter.

„Dann erklär mal, wieso dieses Bewusstsein immer wieder einen so bescheuerten Willen erzeugt.“ Das liegt an ihrem Interesse als Eigentümer in der Welt sein Glück und Fortkommen suchen zu wollen. Das haben wir ja schon des öfteren diskutiert. Das liegt am notwendig falschen Bewusstsein – kurz gesprochen. Sie nehmen die gesellschaftlichen Gegebenheiten, wie eine Naturvoraussetzung, die zu hinterfragen nichts bringt, weil es nichts ändert. Wie sich die Naturgesetzen nicht ändern, weil man sie kennt. (Das stimmt zwar nicht, ist aber ihr Bewusstsein von der Welt.) Auf diese gesellschaftliche „Natur“voraussetzungen kann man sich „vernünftigerweise“ nur einstellen. Also betätigen sie ihr Interesse in den Formen, die die Eigentumsverhältnisse ihnen vorgeben.

„Es sei denn, die Anpassung an das vorherrschende System, das eben nur Gewinner und Verlierer kennt, ist das bestimmende Motiv.“ Ich sag ja auch nicht, dass in ihr Interesse kein Moment der Anpassung enthält. Aber ich bestreite, dass es sich bei der Anpassung um ein psychologisches oder sonstiges Muster handelt. Die Anpassung geht eben nicht über Muster am Willen vorbei, sondern ist ein mit Bewusstsein verfolgtes Interesse.

„Aber wie kommt er zu seinem „wenn“?“ Das ist aber ein Gegenstandswechsel bzw. eine neue Fragestellung. Erstmal ging es doch darum zu widerlegen, dass es sich um kein Handlungsmuster handelt. Wenn das klar ist, kann man sich auch fragen, wie jemand darauf kommt die Identität eines Konkurrenzgewinners pflegen zu wollen.

“ Wieso sich der Verstand, Wille oder Geist für solche selbstschädigenden Interessen entscheidet. Keine Gewalt zwingt ihn zu seinen Überzeugungen, und reiner Zufall oder schlichter Irrtum sind diese auch nicht, oder willst du das behaupten?“ Dein Gedanke ist immer derselbe. Du sagst: So blöd sich selbst zu schädigen, k a n n doch gar keiner sein. Das ist bei dir kein Aufreger, oder Verzweiflungsseufzer, sondern du meinst das ernst und denkst daran weiter. Weil so blöd keiner sein kann, soll es auch schon gar nicht mehr am Denken liegen, dass die Leute so blöd sind, sondern an was anderem, nämlich an deinen psychologischen Handlungsmustern. Dabei schenkst d u dir doch die Antwort auf die Frage, wieso sich der Wille für selbstschädigende Interessen entscheidet.

Die Antwort ist zunächst nämlich denkbar einfach: Weil er seine Interessen gar nicht für selbstschädigend hält. Die Schädigung kommt doch immer von anderen, die ihnen Prügel in den Weg legen, die gierig und inkompetent sind, die ihre Macht missbrauchen oder an sonstigen Unfällen, Katastrophen und Fehlern. Mit anderen Worten, die Leute leugnen erstmal die Systematik der Schädigung ihrer Interessen. Nicht dass man auf die Wahrheit nicht kommen könnte, aber sie denken eben immer schon an ihrem Konkurrenzinteresse um Eigentum entlang. Auf dieses Interesse kommen sie zunächst, weil es gesellschaftlich vorgegeben ist. Es ist überhaupt die einzige Weise und Möglichkeit sich zu reproduzieren. Weil es die einzige Möglichkeit ist sich zu reproduzieren, nehmen sie den Zwang zum Verkauf der Arbeitskraft aber irgendwann als Chance d.h. Sie pflegen ein Bewusstsein der Freiheit zu den Diensten, die sie verrichten müssen. Weil es die einzige Möglichkeit zur Reproduktion ist, die bleibt, beziehen sie sich darauf, wie auf ein Mittel. Und so beziehen sie sich positiv bzw. interessiert auf die Einkommensquelle Lohnarbeit, die gar nicht ihr Mittel ist, sondern sie schädigt.

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by: jaja http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114899 Tue, 21 Oct 2014 22:07:16 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114899 @M „So ein Muster ist doch keine detaillierte Vorschrift, und ist auch nicht das einzige Schema im psychologischen Spektrum des Menschen.“ Du windest dich, das alte Lied: ich bestreite die von dir als Grund angegebenen „Muster“ und dein Konter ist, dass das Muster doch nicht jeder Entscheidung etwas vorschreibe und dass es davon noch mehr gebe. Die Behauptung ist aber, dass das, was du für psychologische „Muster“ hältst, z.B. sozial anerkannter Gewinner sein wollen, in Wahrheit erlernte Stellungen zur (bürgerlichen) Konkurrenz sind. Dass die dafür notwendigen Gedanken nicht nur von Gefühlen begleitet sind, sondern dieses Seelenleben auch noch als Instanz für eine Berechtigung der eigenen Überzeugung genutzt wird, ist nicht bestritten, aber dass irgendein Gefühl (samt Muster) für die Idee verantwortlich sei, Siegerposen zu kultivieren. „Das ist eine Hürde. Dass diese Hürde genommen werden kann, widerlegt nicht, dass es sie gibt. Aber das hat nicht die Selbstverständlichkeit, mit der die übliche Anpassung praktiziert wird.“ Ok, (fundamentale) Gesellschaftskritik ist eine Hürde, da muss man ein wenig über die gesellschaftlich üblichen Erklärungen hinausdenken. Dass das so ist, belegt aber nicht, dass das Unterlassen von Kritik mit „Anpassung“ erklärt wäre, sondern dass Kritik einiges an Aufwand kostet, v.a. wenn sie grundsätzlich ist. Deine Anpassungstheorie subsumiert das Ausbleiben von (erwünschter) Kritik unter einen quasinatürlichen Vorgang (daher die obligatorischen Tiervergleiche!). Es sind aber die vielen falschen Gedanken, die bei Menschen zum Opportunismus führen - mit Evolution kannst du die nützliche Idiotie von Untertanen nicht erklären, da musst du schon das Weltbild ernst nehmen, was die sich angeeignet haben! Dass deine verkehrten Gedanken keinem geistigen Evolutionssprung entwachsen sind, dürfte jetzt auch klar sein. @M
„So ein Muster ist doch keine detaillierte Vorschrift, und ist auch nicht das einzige Schema im psychologischen Spektrum des Menschen.“

Du windest dich, das alte Lied: ich bestreite die von dir als Grund angegebenen „Muster“ und dein Konter ist, dass das Muster doch nicht jeder Entscheidung etwas vorschreibe und dass es davon noch mehr gebe. Die Behauptung ist aber, dass das, was du für psychologische „Muster“ hältst, z.B. sozial anerkannter Gewinner sein wollen, in Wahrheit erlernte Stellungen zur (bürgerlichen) Konkurrenz sind. Dass die dafür notwendigen Gedanken nicht nur von Gefühlen begleitet sind, sondern dieses Seelenleben auch noch als Instanz für eine Berechtigung der eigenen Überzeugung genutzt wird, ist nicht bestritten, aber dass irgendein Gefühl (samt Muster) für die Idee verantwortlich sei, Siegerposen zu kultivieren.

„Das ist eine Hürde. Dass diese Hürde genommen werden kann, widerlegt nicht, dass es sie gibt. Aber das hat nicht die Selbstverständlichkeit, mit der die übliche Anpassung praktiziert wird.“

Ok, (fundamentale) Gesellschaftskritik ist eine Hürde, da muss man ein wenig über die gesellschaftlich üblichen Erklärungen hinausdenken. Dass das so ist, belegt aber nicht, dass das Unterlassen von Kritik mit „Anpassung“ erklärt wäre, sondern dass Kritik einiges an Aufwand kostet, v.a. wenn sie grundsätzlich ist.

Deine Anpassungstheorie subsumiert das Ausbleiben von (erwünschter) Kritik unter einen quasinatürlichen Vorgang (daher die obligatorischen Tiervergleiche!). Es sind aber die vielen falschen Gedanken, die bei Menschen zum Opportunismus führen – mit Evolution kannst du die nützliche Idiotie von Untertanen nicht erklären, da musst du schon das Weltbild ernst nehmen, was die sich angeeignet haben! Dass deine verkehrten Gedanken keinem geistigen Evolutionssprung entwachsen sind, dürfte jetzt auch klar sein.

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by: Mattis http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114891 Tue, 21 Oct 2014 20:27:07 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114891 @Krim <blockquote>"Anpassung und Kompensation sind keine psychologischen Muster. Woher soll das Muster den wissen, an was es sich Anpassen soll."</blockquote> Na an was wohl? An die vorgegebene Weise, sich am Leben zu erhalten. Es ist eben ein Muster und kein spezielles Gen, das nur auf die Anpassung an Lohnarbeit spezifiziert ist. (Wenn sich übrigens in der Natur nur diejenigen Tiere an neue Umstände anpassen könnten, die diese Umstände bereits vorher kennen, dann - merkst du was?). <blockquote>"Wenn das Bewusstsein Programme von Anpassung konstruiert, dann deshalb weil es sich anpassen w i l l und nicht weil es einem eingeschriebenen Muster folgt."</blockquote> Dann erklär mal, wieso dieses Bewusstsein immer wieder einen so bescheuerten Willen erzeugt. Bei dir (und bei der naja-Fraktion auch) bleibt das nämlich ein komplettes Rätsel. Wenn fast alle sieben Milliarden Menschen den Fehler machen, sich an ungemütliche Umstände nicht nur anzupassen, sondern diese Umstände auch noch bis zur Begeisterung gutheißen, dann muss es einen Grund geben, der in ihnen selbst liegt. Damit ist übrigens nicht zugleich behauptet, es könne keine „entgegenwirkenden Ursachen“ geben. Man muss aber erkennen, womit man es primär zu tun hat bei dem Thema. <blockquote>"Nein, der Mensch fantasiert nicht, der fasst ein I n t e r e s s e!!! Das Interesse Gewinner und kein Verlierer sein zu wollen, weil man als Verlierer eben der Geschädigte ist."</blockquote> Vom Interesse, möglichst gut zu leben, kommt man logischerweise nicht auf den Trip, Gewinner sein zu wollen. Es sei denn, die Anpassung an das vorherrschende System, das eben nur Gewinner und Verlierer kennt, ist das bestimmende Motiv. Was du Interesse nennst, da ist doch schon alles gelaufen, da ist die Anpassung längst passiert. <blockquote>"Wenn er also sein Gewinnerimage pflegen will, dann muss er einen Verlierer produzieren ..."</blockquote> Dein Credo heißt "wenn ... dann". Aber wie kommt er zu seinem "wenn"? Warum gilt fast ausnahmslos für jedermann dieses "wenn"? Du drehst dich im Kreis. Du gibts keine Erklärung an, sondern unterstellst immer schon die Entscheidung, die du zu begründen suchst. <blockquote>"Weil hier gar nicht der freie Geist der Ausgangspunkt ist, sondern das I n t e r e s s e in der Welt aufgehoben zu sein und sich mit ihr versöhnen zu wollen. Der Trost soll ja das Leiden e r t r a g e n helfen. Der Verstand folgt also keinen Psychomustern, sondern den Interessen, die er sich selbst gesetzt hat."</blockquote> Der Verstand als solcher hat überhaupt keine Interessen. Er dient den bewussten ebenso wie den unbegriffenen Motiven und Verhaltensmustern und bestimmt dementsprechend die Art und Weise, wie Interessen formuliert und verfochten werden, das ist der Punkt. Ab da stimmen dann deine Formulierungen. Aber den Anfang, den Grund, den kriegst du nicht hin. Wieso sich der Verstand, Wille oder Geist für solche selbstschädigenden Interessen entscheidet. Keine Gewalt zwingt ihn zu seinen Überzeugungen, und reiner Zufall oder schlichter Irrtum sind diese auch nicht, oder willst du das behaupten? @naja <blockquote>"Wäre dein behauptetes „psychisches Muster“ für diese Strategie verantwortlich, könntest du nicht selbst die Alternative aufzeigen z.B. Ursachenforschung zu betreiben. Was wie warum kompensiert gehört, beurteilt nämlich jeder anders ..."</blockquote> <blockquote>"Ein „Muster“ erklärt diesen geistigen Vorgang nicht, sondern ersetzt die Erklärung durch das Dogma quasinatürlicher Automatismen ..."</blockquote> Da ist etwas nicht verstanden worden. So ein Muster ist doch keine detaillierte Vorschrift, und ist auch nicht das einzige Schema im psychologischen Spektrum des Menschen. Nur indem du das unterstellst, kannst du einen Widerspruch bei mir konstruieren. Das wäre genauso verbohrt, als würde man jedem Menschen genau dasselbe Maß an Neugier, Ängstlichkeit etc. zuschreiben und ein absolut identisches Programm für das Reagieren in bestimmten Situationen. Selbst Tiere, z.B. Hunde aus dem gleichen Wurf, zeigen innerhalb eines gewissen Spektrums von Geburt an deutliche Unterschiede in der Mentalität, ohne natürlich über diese jemals nachgedacht oder bewusst entschieden zu haben, und es gibt manchmal überraschende Besonderheiten. Nichts daran ist widersprüchlich. Das pure Klonen von Programmen war in der natürlichen Evolution nicht so erfolgreich wie Variantenreichtum und das Entwickeln relativ (!) offener Strategien, und in diesen Kontext gehört auch die Entwicklung des bewussten Verstandes. Der Verstand hebelt aber die alten Verhaltensmuster nicht einfach aus, sondern dient im allgemeinen deren besserer Erfüllung. Was den Menschen betrifft, gibt es eben etliche Varianten von Anpassung; fast jeder Verstand hält ja auf sich, irgendwie kritisch zu sein, noch die letzte Ordensschwester ist selbstverständlich "nicht unkritisch" gläubig! ... aber: es ist es eben eine besondere Leistung, den Geist nicht für Varianten der Unterwerfung zu verwenden, sondern Umstände grundsätzlich in Frage zu stellen. Das ist eine Hürde. Dass diese Hürde genommen werden kann, widerlegt nicht, dass es sie gibt. Aber das hat nicht die Selbstverständlichkeit, mit der die übliche Anpassung praktiziert wird. @Krim

„Anpassung und Kompensation sind keine psychologischen Muster. Woher soll das Muster den wissen, an was es sich Anpassen soll.“

Na an was wohl? An die vorgegebene Weise, sich am Leben zu erhalten. Es ist eben ein Muster und kein spezielles Gen, das nur auf die Anpassung an Lohnarbeit spezifiziert ist. (Wenn sich übrigens in der Natur nur diejenigen Tiere an neue Umstände anpassen könnten, die diese Umstände bereits vorher kennen, dann – merkst du was?).

„Wenn das Bewusstsein Programme von Anpassung konstruiert, dann deshalb weil es sich anpassen w i l l und nicht weil es einem eingeschriebenen Muster folgt.“

Dann erklär mal, wieso dieses Bewusstsein immer wieder einen so bescheuerten Willen erzeugt. Bei dir (und bei der naja-Fraktion auch) bleibt das nämlich ein komplettes Rätsel. Wenn fast alle sieben Milliarden Menschen den Fehler machen, sich an ungemütliche Umstände nicht nur anzupassen, sondern diese Umstände auch noch bis zur Begeisterung gutheißen, dann muss es einen Grund geben, der in ihnen selbst liegt. Damit ist übrigens nicht zugleich behauptet, es könne keine „entgegenwirkenden Ursachen“ geben. Man muss aber erkennen, womit man es primär zu tun hat bei dem Thema.

„Nein, der Mensch fantasiert nicht, der fasst ein I n t e r e s s e!!! Das Interesse Gewinner und kein Verlierer sein zu wollen, weil man als Verlierer eben der Geschädigte ist.“

Vom Interesse, möglichst gut zu leben, kommt man logischerweise nicht auf den Trip, Gewinner sein zu wollen. Es sei denn, die Anpassung an das vorherrschende System, das eben nur Gewinner und Verlierer kennt, ist das bestimmende Motiv. Was du Interesse nennst, da ist doch schon alles gelaufen, da ist die Anpassung längst passiert.

„Wenn er also sein Gewinnerimage pflegen will, dann muss er einen Verlierer produzieren …“

Dein Credo heißt „wenn … dann“. Aber wie kommt er zu seinem „wenn“? Warum gilt fast ausnahmslos für jedermann dieses „wenn“? Du drehst dich im Kreis. Du gibts keine Erklärung an, sondern unterstellst immer schon die Entscheidung, die du zu begründen suchst.

„Weil hier gar nicht der freie Geist der Ausgangspunkt ist, sondern das I n t e r e s s e in der Welt aufgehoben zu sein und sich mit ihr versöhnen zu wollen. Der Trost soll ja das Leiden e r t r a g e n helfen. Der Verstand folgt also keinen Psychomustern, sondern den Interessen, die er sich selbst gesetzt hat.“

Der Verstand als solcher hat überhaupt keine Interessen. Er dient den bewussten ebenso wie den unbegriffenen Motiven und Verhaltensmustern und bestimmt dementsprechend die Art und Weise, wie Interessen formuliert und verfochten werden, das ist der Punkt. Ab da stimmen dann deine Formulierungen. Aber den Anfang, den Grund, den kriegst du nicht hin. Wieso sich der Verstand, Wille oder Geist für solche selbstschädigenden Interessen entscheidet. Keine Gewalt zwingt ihn zu seinen Überzeugungen, und reiner Zufall oder schlichter Irrtum sind diese auch nicht, oder willst du das behaupten?

@naja

„Wäre dein behauptetes „psychisches Muster“ für diese Strategie verantwortlich, könntest du nicht selbst die Alternative aufzeigen z.B. Ursachenforschung zu betreiben. Was wie warum kompensiert gehört, beurteilt nämlich jeder anders …“

„Ein „Muster“ erklärt diesen geistigen Vorgang nicht, sondern ersetzt die Erklärung durch das Dogma quasinatürlicher Automatismen …“

Da ist etwas nicht verstanden worden. So ein Muster ist doch keine detaillierte Vorschrift, und ist auch nicht das einzige Schema im psychologischen Spektrum des Menschen. Nur indem du das unterstellst, kannst du einen Widerspruch bei mir konstruieren. Das wäre genauso verbohrt, als würde man jedem Menschen genau dasselbe Maß an Neugier, Ängstlichkeit etc. zuschreiben und ein absolut identisches Programm für das Reagieren in bestimmten Situationen. Selbst Tiere, z.B. Hunde aus dem gleichen Wurf, zeigen innerhalb eines gewissen Spektrums von Geburt an deutliche Unterschiede in der Mentalität, ohne natürlich über diese jemals nachgedacht oder bewusst entschieden zu haben, und es gibt manchmal überraschende Besonderheiten. Nichts daran ist widersprüchlich. Das pure Klonen von Programmen war in der natürlichen Evolution nicht so erfolgreich wie Variantenreichtum und das Entwickeln relativ (!) offener Strategien, und in diesen Kontext gehört auch die Entwicklung des bewussten Verstandes. Der Verstand hebelt aber die alten Verhaltensmuster nicht einfach aus, sondern dient im allgemeinen deren besserer Erfüllung.

Was den Menschen betrifft, gibt es eben etliche Varianten von Anpassung; fast jeder Verstand hält ja auf sich, irgendwie kritisch zu sein, noch die letzte Ordensschwester ist selbstverständlich „nicht unkritisch“ gläubig! … aber: es ist es eben eine besondere Leistung, den Geist nicht für Varianten der Unterwerfung zu verwenden, sondern Umstände grundsätzlich in Frage zu stellen. Das ist eine Hürde. Dass diese Hürde genommen werden kann, widerlegt nicht, dass es sie gibt. Aber das hat nicht die Selbstverständlichkeit, mit der die übliche Anpassung praktiziert wird.

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by: KoKa http://Neoprene.blogsport.de/2014/08/20/scholl-latour-wir-leben-in-einer-zeit-der-massenverbloedung/#comment-114735 Sun, 19 Oct 2014 10:44:04 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/08/20/scholl-latour-wir-leben-in-einer-zeit-der-massenverbloedung/#comment-114735 zu Scholl-Latour ist auch dieses Interview, rein informationshalber versteht sich, interessant: http://de.ria.ru/opinion/20140704/268926478.html zu Scholl-Latour ist auch dieses Interview, rein informationshalber versteht sich, interessant:
http://de.ria.ru/opinion/20140704/268926478.html

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by: KoKa http://Neoprene.blogsport.de/2014/08/06/die-fehler-von-kommunisten/#comment-114734 Sun, 19 Oct 2014 10:24:26 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/08/06/die-fehler-von-kommunisten/#comment-114734 Der hier ventilierte Gegenstand ist der Nominalismus. Verdammt noch mal, was wird alles unter die Begriffe Kommunismus, Marxismus, Sozialismus, Demokratie etc. subsumier! Neulich kam mir ein Machwerk unter mit dem Titel "Hauptströmungen des Marxismus" (3 fette Bände). Um Himmels willen! Interpretationen ohne Ende! Zu welchem Zweck und in wessen Interesse?? Schreibt man kürzere Abhandlungen empfiehlt es sich, auf bisweilen vorsätzlich oder auch willkürlich anders interpretierte Begriffe zu verzichten. Bei dem China-Buch von Renate Dillmann kann meines Erachtens ein Mißverständnis nicht aufkommen, dazu wird das Programm der KP Chinas und somit das, was Mao &#38; Mitstreiter für notwendig hielten und unter dem Begriff Kommunismus verstanden, richtig dargestellt. Es ist doch auch nicht so, daß man unter "Demokratie" etwas anderes verstehen sollte, als eben die real existierende. Oder täusche ich mich da? Daß in dieser Herrschaftsform Übergänge zur Diktatur angelegt sind, liegt in der Natur voN Herrschaft. Herrschaft kennt, in welcher Form auch immer, kein anderes schlagkräftiges Argument als eben Gewalt. - Soviel Kommunist war Mao Zedong, daß er das begriffen hat und der herrschenden, imperialistischen Gewalt (und deren Statthalter in China) sein Kontra geboten hat. Und er hat auch nicht den Fehler gemacht, sich für das in einen neuen Nationalismus transformierte Programm der Sowjetunion herzugeben. Der hier ventilierte Gegenstand ist der Nominalismus. Verdammt noch mal, was wird alles unter die Begriffe Kommunismus, Marxismus, Sozialismus, Demokratie etc. subsumier! Neulich kam mir ein Machwerk unter mit dem Titel „Hauptströmungen des Marxismus“ (3 fette Bände). Um Himmels willen! Interpretationen ohne Ende! Zu welchem Zweck und in wessen Interesse??

Schreibt man kürzere Abhandlungen empfiehlt es sich, auf bisweilen vorsätzlich oder auch willkürlich anders interpretierte Begriffe zu verzichten. Bei dem China-Buch von Renate Dillmann kann meines Erachtens ein Mißverständnis nicht aufkommen, dazu wird das Programm der KP Chinas und somit das, was Mao & Mitstreiter für notwendig hielten und unter dem Begriff Kommunismus verstanden, richtig dargestellt.

Es ist doch auch nicht so, daß man unter „Demokratie“ etwas anderes verstehen sollte, als eben die real existierende. Oder täusche ich mich da? Daß in dieser Herrschaftsform Übergänge zur Diktatur angelegt sind, liegt in der Natur voN Herrschaft. Herrschaft kennt, in welcher Form auch immer, kein anderes schlagkräftiges Argument als eben Gewalt. -

Soviel Kommunist war Mao Zedong, daß er das begriffen hat und der herrschenden, imperialistischen Gewalt (und deren Statthalter in China) sein Kontra geboten hat. Und er hat auch nicht den Fehler gemacht, sich für das in einen neuen Nationalismus transformierte Programm der Sowjetunion herzugeben.

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by: jaja http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114660 Sat, 18 Oct 2014 07:46:40 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114660 „Der Grund der von uns hier diskutierten Aggression liegt im Anliegen, eigene Erfolglosigkeit zu kompensieren (statt ihrer Ursache nachzugehen und diese abzuschaffen). Das ist ein psychisches Muster, absolut nichts Rationales.“ Das Anliegen einen Misserfolg ausgleichen zu wollen, um das unangenehme Gefühl des Versagens zu relativieren, ist keine Folge von Drüsenfunktionen sondern ein Entschluss. Wäre dein behauptetes „psychisches Muster“ für diese Strategie verantwortlich, könntest du nicht selbst die Alternative aufzeigen z.B. Ursachenforschung zu betreiben. Was wie warum kompensiert gehört, beurteilt nämlich jeder anders - je nach dessen Einschätzung von Gefühlslage, zur Verfügung stehenden Mitteln usw. Ein „Muster“ erklärt diesen geistigen Vorgang nicht, sondern ersetzt die Erklärung durch das Dogma quasinatürlicher Automatismen, die mal für einen Kompensationszwang, ein andermal für die Suche nach Gründen sorge ... „So ein Hochgefühl der Überlegenheit entsteht doch nicht durch einen Entschluss“ Dass bei Siegesfeiern Hochgefühle aufkommen, ist weder der Grund für eine bestimmte Konkurrenzstrategie noch für das angestrebte Ideal des Konkurrenzgewinners. Du unterstellst einfach immer wieder, dass die Gefühlslagen etwas bewirken würden - bloß weil es sie gibt. Dabei beweist du das Gegenteil: wobei welche Menschen warum Überlegenheitsgefühle genießen wollen, hängt an deren Verstandesoperationen und nicht an der Tatsache, dass sie Empfindungen haben. „Aus der bloßen Feststellung, dass man als Schwacher und Verlierer blöd dran ist, folgt ja nun wirklich nicht, dies erstens ganz ok zu finden und zweitens sich selber in die Siegerrolle hinein zu fantasieren“ Aha! Also muss man sich erst sehr viele (verkehrte) Gedanken machen, wenn man sich derart komplizierten Gefühlswallungen aussetzen möchte! „die Psyche ist da variabel, da gehts ums Prinzip.“ Nee, ist klar, die Psyche ist so variabel, dass sie alles erklärt - und wenn nicht, wirken „Prinzipien“ ... „Also der Papstverehrer ist begeistert, weil dieser Chef für die Religion steht, auf die man große Stücke hält. Wie aber ist man dazu gekommen? Hat man die Bibel studiert ...“ Das Verfahren wurde schon kritisiert, die von die vermisste Kritik als Köder für den Gefühlsübergang zu benutzen. Die Gedanken werden bei dir zu Begleiterscheinungen der Fernbedienung „Psyche“, gilt das auch für deine Gedanken? <strike> Der Psychologie-Verehrer ist angesichts seiner Ausführungen begeistert, weil er auf diese Weltanschauung große Stücke hält. Wie ist er dazu gekommen? Hat er Freud studiert? ... usw. </strike> „Die Anpassung ans Bestehende ist eh die Haupttendenz.“ Auf deine Theorie trifft das auch zu? Ist das womöglich die „Tendenz“ deine psychologistischen Denkens? Bist du am Ende selbst ein Gefangener deiner Instanzen, wenn du so einen Unsinn erzählst? Zusammenfassend: Ist die Psychologie deine Religion - oder bloß tendenzmäßig? „Der Grund der von uns hier diskutierten Aggression liegt im Anliegen, eigene Erfolglosigkeit zu kompensieren (statt ihrer Ursache nachzugehen und diese abzuschaffen). Das ist ein psychisches Muster, absolut nichts Rationales.“

Das Anliegen einen Misserfolg ausgleichen zu wollen, um das unangenehme Gefühl des Versagens zu relativieren, ist keine Folge von Drüsenfunktionen sondern ein Entschluss. Wäre dein behauptetes „psychisches Muster“ für diese Strategie verantwortlich, könntest du nicht selbst die Alternative aufzeigen z.B. Ursachenforschung zu betreiben. Was wie warum kompensiert gehört, beurteilt nämlich jeder anders – je nach dessen Einschätzung von Gefühlslage, zur Verfügung stehenden Mitteln usw. Ein „Muster“ erklärt diesen geistigen Vorgang nicht, sondern ersetzt die Erklärung durch das Dogma quasinatürlicher Automatismen, die mal für einen Kompensationszwang, ein andermal für die Suche nach Gründen sorge …

„So ein Hochgefühl der Überlegenheit entsteht doch nicht durch einen Entschluss“

Dass bei Siegesfeiern Hochgefühle aufkommen, ist weder der Grund für eine bestimmte Konkurrenzstrategie noch für das angestrebte Ideal des Konkurrenzgewinners. Du unterstellst einfach immer wieder, dass die Gefühlslagen etwas bewirken würden – bloß weil es sie gibt. Dabei beweist du das Gegenteil: wobei welche Menschen warum Überlegenheitsgefühle genießen wollen, hängt an deren Verstandesoperationen und nicht an der Tatsache, dass sie Empfindungen haben.

„Aus der bloßen Feststellung, dass man als Schwacher und Verlierer blöd dran ist, folgt ja nun wirklich nicht, dies erstens ganz ok zu finden und zweitens sich selber in die Siegerrolle hinein zu fantasieren“

Aha! Also muss man sich erst sehr viele (verkehrte) Gedanken machen, wenn man sich derart komplizierten Gefühlswallungen aussetzen möchte!

„die Psyche ist da variabel, da gehts ums Prinzip.“

Nee, ist klar, die Psyche ist so variabel, dass sie alles erklärt – und wenn nicht, wirken „Prinzipien“ …

„Also der Papstverehrer ist begeistert, weil dieser Chef für die Religion steht, auf die man große Stücke hält. Wie aber ist man dazu gekommen? Hat man die Bibel studiert …“

Das Verfahren wurde schon kritisiert, die von die vermisste Kritik als Köder für den Gefühlsübergang zu benutzen. Die Gedanken werden bei dir zu Begleiterscheinungen der Fernbedienung „Psyche“, gilt das auch für deine Gedanken?


Der Psychologie-Verehrer ist angesichts seiner Ausführungen begeistert, weil er auf diese Weltanschauung große Stücke hält. Wie ist er dazu gekommen? Hat er Freud studiert? … usw.

„Die Anpassung ans Bestehende ist eh die Haupttendenz.“

Auf deine Theorie trifft das auch zu? Ist das womöglich die „Tendenz“ deine psychologistischen Denkens? Bist du am Ende selbst ein Gefangener deiner Instanzen, wenn du so einen Unsinn erzählst? Zusammenfassend: Ist die Psychologie deine Religion – oder bloß tendenzmäßig?

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by: Krim http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114644 Sat, 18 Oct 2014 00:30:08 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114644 "Aus der bloßen Feststellung, dass man als Schwacher und Verlierer blöd dran ist, folgt ja nun wirklich nicht, dies erstens ganz ok zu finden und zweitens sich selber in die Siegerrolle hinein zu fantasieren." Nein, der Mensch fantasiert nicht, der fasst ein I n t e r e s s e!!! Das Interesse Gewinner und kein Verlierer sein zu wollen, weil man als Verlierer eben der Geschädigte ist. Schaden ist aber Scheiße, also will jeder gewinnen und pflegt von sich das Selbstbild des Gewinners. Das ist jetzt von mir aus Psychologie, aber Psycologie des Bürgers d.h. die Seelenverenkungen, die er sich als bürgerlicher Erfolgsmensch s e l b s t antut. Wenn er also sein Gewinnerimage pflegen will, dann muss er einen Verlierer produzieren, der ihn selbst zum Gewinner macht. Das ist aber keine natürlich eingeschriebene Seelenmechanik, sondern die rationell nachvollziehbare Verrenkung eines bürgerlichen Geistes, der das Gewinnen in der Konkurrenz zu seiner Identität gemacht hat. "Der religiöse Mensch nutzt und übergeht zugleich den Verstand, einzig um seinem Trost- und Hoffnungsbedürfnis zu entsprechen." Eben. Der w i l l bewusst seinem Interesse an Sinn entsprechen und scheisst deshalb auf Widersprüche. Der wird nicht von einem Psychomuster getrieben. "Wie könnte sich ein freier Geist derart vertun beim Urteilen über die Welt?" Weil hier gar nicht der freie Geist der Ausgangspunkt ist, sondern das I n t e r e s s e in der Welt aufgehoben zu sein und sich mit ihr versöhnen zu wollen. Der Trost soll ja das Leiden e r t r a g e n helfen. Der Verstand folgt also keinen Psychomustern, sondern den Interessen, die er sich selbst gesetzt hat. „Aus der bloßen Feststellung, dass man als Schwacher und Verlierer blöd dran ist, folgt ja nun wirklich nicht, dies erstens ganz ok zu finden und zweitens sich selber in die Siegerrolle hinein zu fantasieren.“ Nein, der Mensch fantasiert nicht, der fasst ein I n t e r e s s e!!! Das Interesse Gewinner und kein Verlierer sein zu wollen, weil man als Verlierer eben der Geschädigte ist. Schaden ist aber Scheiße, also will jeder gewinnen und pflegt von sich das Selbstbild des Gewinners. Das ist jetzt von mir aus Psychologie, aber Psycologie des Bürgers d.h. die Seelenverenkungen, die er sich als bürgerlicher Erfolgsmensch s e l b s t antut. Wenn er also sein Gewinnerimage pflegen will, dann muss er einen Verlierer produzieren, der ihn selbst zum Gewinner macht. Das ist aber keine natürlich eingeschriebene Seelenmechanik, sondern die rationell nachvollziehbare Verrenkung eines bürgerlichen Geistes, der das Gewinnen in der Konkurrenz zu seiner Identität gemacht hat.

„Der religiöse Mensch nutzt und übergeht zugleich den Verstand, einzig um seinem Trost- und Hoffnungsbedürfnis zu entsprechen.“ Eben. Der w i l l bewusst seinem Interesse an Sinn entsprechen und scheisst deshalb auf Widersprüche. Der wird nicht von einem Psychomuster getrieben.

„Wie könnte sich ein freier Geist derart vertun beim Urteilen über die Welt?“ Weil hier gar nicht der freie Geist der Ausgangspunkt ist, sondern das I n t e r e s s e in der Welt aufgehoben zu sein und sich mit ihr versöhnen zu wollen. Der Trost soll ja das Leiden e r t r a g e n helfen. Der Verstand folgt also keinen Psychomustern, sondern den Interessen, die er sich selbst gesetzt hat.

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by: Krim http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114643 Fri, 17 Oct 2014 23:53:13 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114643 <i>"und was ihm dann gefühlsmäßig und mentalitätsmäßig am besten passt, da bleibt er dann hängen."</i> Merkst du nicht, dass du hier eine "Gefühlslage" schon unterstellst? Wo soll die denn herkommen? Ist die angeboren? Du ergänzt ja selbst, dass es an "sonstigen erworbenen Einstellungen" irgendwie auch liegen soll. <i>"Das ist eben ein falscher Gegensatz"</i> Warum? Das Bewusstsein kann kein Diener einer anderen inneren Instanz sein und gleichzeitig Bewusstsein. Das Bewusstsein kann sich nur selbst zum Diener seiner Affekte machen w o l l e n. <i>"diese Muster sind in erster Linie Anpassung, Kompensation"</i> Anpassung und Kompensation sind keine psychologischen Muster. Woher soll das Muster den wissen, an was es sich Anpassen soll. Kompensation von Erfolglosigkeit unterstellt ein Konkurrenzideal des Siegers, das weder in der Natur noch in der Psyche verankert ist. <i>"Wo sind denn deine vielen „inhaltlich“ denkenden Individuen, jedenfalls weit unterhalb der 1-Prozent-Hürde."</i> Bloß weil sie nicht denken wie du es gern hättest, sind sie noch lange keine Gefühlstiere. <i>"der Verstand konstruiert in den meisten Fällen solche Programme, die nur Varianten der üblichen Muster von Anpassung sind."</i> Wenn das Bewusstsein Programme von Anpassung konstruiert, dann deshalb weil es sich anpassen w i l l und nicht weil es einem eingeschriebenen Muster folgt. „und was ihm dann gefühlsmäßig und mentalitätsmäßig am besten passt, da bleibt er dann hängen.“ Merkst du nicht, dass du hier eine „Gefühlslage“ schon unterstellst? Wo soll die denn herkommen? Ist die angeboren? Du ergänzt ja selbst, dass es an „sonstigen erworbenen Einstellungen“ irgendwie auch liegen soll.

„Das ist eben ein falscher Gegensatz“ Warum? Das Bewusstsein kann kein Diener einer anderen inneren Instanz sein und gleichzeitig Bewusstsein. Das Bewusstsein kann sich nur selbst zum Diener seiner Affekte machen w o l l e n.
„diese Muster sind in erster Linie Anpassung, Kompensation“
Anpassung und Kompensation sind keine psychologischen Muster. Woher soll das Muster den wissen, an was es sich Anpassen soll. Kompensation von Erfolglosigkeit unterstellt ein Konkurrenzideal des Siegers, das weder in der Natur noch in der Psyche verankert ist.

„Wo sind denn deine vielen „inhaltlich“ denkenden Individuen, jedenfalls weit unterhalb der 1-Prozent-Hürde.“ Bloß weil sie nicht denken wie du es gern hättest, sind sie noch lange keine Gefühlstiere.

„der Verstand konstruiert in den meisten Fällen solche Programme, die nur Varianten der üblichen Muster von Anpassung sind.“ Wenn das Bewusstsein Programme von Anpassung konstruiert, dann deshalb weil es sich anpassen w i l l und nicht weil es einem eingeschriebenen Muster folgt.

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by: Mattis http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114634 Fri, 17 Oct 2014 20:40:06 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114634 <blockquote>"Das erklär mal. Was will da wer wie kompensieren und warum? Der logische Fehler der Aggressionstheorie: das Resultat (da gehen welche aufeinander los) wird als Grund präsentiert." (naja)</blockquote> Nein, falsch verstanden. Der Grund der von uns hier diskutierten Aggression liegt im Anliegen, eigene Erfolglosigkeit zu kompensieren (statt ihrer Ursache nachzugehen und diese abzuschaffen). Das ist ein psychisches Muster, absolut nichts Rationales. Dem liegt auch kein Einschätzungsfehler zugrunde. Hier macht sich der Verstand zum Diener der Psychologie, das ist leider so. Und diese Psychologie ist evolutionär entwickelt (die kann man nicht erfinden), da kann ich doch nichts für. <blockquote>"Es scheint also mit deiner Brille ein Naturphänomen zu sein, sein Siegerideal an Schwächeren zu demonstrieren – da kann man dann halt nichts machen, weil‘s Natur ist …" (naja)</blockquote> Ob und wie man das ändern kann, ist ein ganz anderes Thema, leg mir das nicht in den Mund. Hier geht es erstmal um den Sachverhalt selber. Du meinst anscheinend, so ein aggressiver Typ denkt, vielleicht sollte er das „Siegerideal an Schwächeren demonstrieren“ - und angesichts dieses intellektuellen Entschlusses freut es ihn dann ungemein, Schwächere zu demütigen. - So läuft das doch nicht. So ein Hochgefühl der Überlegenheit entsteht doch nicht durch einen Entschluss, man kann doch Gefühle nicht per Wille einschalten, wenn das Verlangen danach nicht schon irgendwie da wäre. Dieses Verlangen ist überhaupt der Grund dafür, dass so ein Entschluss gefasst wird, der Entschluss setzt die bestehende Tendenz in die Tat um und baut sie dadurch weiter aus. Aus der bloßen Feststellung, dass man als Schwacher und Verlierer blöd dran ist, folgt ja nun wirklich nicht, dies erstens ganz ok zu finden und zweitens sich selber in die Siegerrolle hinein zu fantasieren. Auch nicht als "Fehler" - wieso sollte der Verstand so einen blöden Fehler machen - weder zwingt ihn jemand noch unterliegt er einer Sinnestäuschung oder einem Rechenfehler. Das ist eine ganz pure Psycho-Logik, keinerlei sachliche Logik. Und solche Psychologie gibts eben schon bei den höheren Tieren, auch wenn das nun dein Menschenbild ankratzt, weil du immer wieder dein Ideal gegen die Realität hältst. - Auch das ist übrigens Kompensation: an Idealen zu kleben, die nicht begründbar sind. <blockquote>"Die Natur weiß gar nichts von der nationalistischen Ausrichtung eines Individuums, soll aber dafür gesorgt haben, obwohl keinem einzigen Gefühl nationalistische Sortierungen zuzuschreiben ist!"(naja)</blockquote> So direkt funktioniert das natürlich nicht. Ob Stamm oder Fürstentum oder Nationalstaat - die Psyche ist da variabel, da gehts ums Prinzip. Aber dass die Nation gefühlsmäßig als die "eigene Horde" gefühlt wird, erklärt diese große Gefühlsduselei dabei; natürlich muss dabei die Nation als Lebenswelt beurteilt worden sein, der man in abhängiger Weise zugehört, das ist freilich ein Urteil, aber meine Rede ist, solche Urteile werden nur dann gefällt, wenn man sich a) anpasst statt nachzudenken und b) dann die Nation als eigene Horde, Stamm oder Großfamilie imaginiert. Das der Psychologie entsprechende Denkmuster ist abstrakt längst vorhanden, bevor dieses dann in die vorfindlichen Begriffe gefasst wird. Bei der Religion ist es genauso. Warum können sich Katholiken beim Papstbesuch begeistern? Nicht weil es in einer direkten Form genetisch so verankert wäre; nein, in der Psychologie geht es um Muster und Neigungen, die nach Erfüllung suchen, und dabei gibt es eine breite Variabilität. - Also der Papstverehrer ist begeistert, weil dieser Chef für die Religion steht, auf die man große Stücke hält. Wie aber ist man dazu gekommen? Hat man die Bibel studiert und dann gesagt, ok, Jungfrauengeburt ist einleuchtend, Wiederauferstehung ist auch logisch, und die Dogmen des Katholizismus sind nachvollziehbar, daher mein Entschluss, dem zuzustimmen? Beim Kauf eines Gebrauchtwagens würde keiner sagen: ok, die Bremsen funktionieren nicht, ob das Getriebe ok ist kann ich nicht beweisen, aber ich will jetzt einfach glauben und vertrauen, dass das ein ganz toller Schlitten ist? Der religiöse Mensch nutzt und übergeht zugleich den Verstand, einzig um seinem Trost- und Hoffnungsbedürfnis zu entsprechen. Angesichts vieler Ungewißheiten, Niederlagen und Leiden geht er in die Regression, sucht in einer ideellen Form danach, eine Art behütetes Kind sein zu können: geliebt, geschützt etc.: Vater unser, Mutter Gottes. Ob das nun am Ende des Tages katholisch, evangelisch oder muslimisch ausgeht, wissen die Gene nicht, woher denn auch, aber bei einem der bestehenden Dogmensysteme schnackelt es halt, meistens eh das, wo man schon Zwangsmitglied ist. Das gibt dann einen zusätzlichen Geborgenheitsfaktor ab. Die Anpassung ans Bestehende ist eh die Haupttendenz. Also meine Frage ist: aus welchem rein intellektuellen "Fehlschluss" würde sich eine Hinwendung zur Religion erklären können, wenn diesem "Fehlschluss" nicht schon die regressive Tendenz innewohnen würde? Wie könnte sich ein freier Geist derart vertun beim Urteilen über die Welt? Muss nicht das Muster, Trost zu suchen statt die Ursachen des Leidens aufzulösen, schon da sein? Wieso sollte sich der Verstand für so ein Muster entscheiden? <blockquote>"...-<i>„Das Bewusstsein ist aber in aller Regel eben nicht kritisch gegen das Gefühl“</i>- Das kommt daher, weil das Gefühl d.h. die innere Bestimmtheit als Maßstab des Gefühls durch die bewussten Urteile über die Welt geformt wird."(Krim)</blockquote> Nein Krim, der wirklich relevante Schritt geht umgekehrt, genauer gesagt ist ein stufenweiser Prozeß. Wer glauben will, beginnt sich für Religion zu interessieren, und was ihm dann gefühlsmäßig und mentalitätsmäßig am besten passt, da bleibt er dann hängen. Vorher weiß er z.B. noch nicht, dass er katholisch werden wird, aber irgendwie erscheint ihm dies als das beste der bestehenden Angebote, es "passt" für ihn. Aber dass er sich da gut "aufgehoben" fühlt, ist nicht seinen Urteilen zu verdanken, sondern er sagt dann Ja, wenn es für seine Gemütslage und sonstige erworbene Einstellungen passend erscheint. <blockquote>"Bewusstsein unterstellt Freiheit des inhaltlichen Denkens und nicht Exekution von psychologischen Programmen." (Krim)</blockquote> Das ist eben ein falscher Gegensatz - jedenfalls, wenn der Verstand zum Diener der unbegriffenen psychischen Muster gemacht wird. Und nochmal: diese Muster sind in erster Linie Anpassung, Kompensation etc. Wo sind denn deine vielen "inhaltlich" denkenden Individuen, jedenfalls weit unterhalb der 1-Prozent-Hürde. Warum "entscheiden" sich fast alle so bescheuert? Wenn du schreibst, das Bewusstsein folgt keinem festen Programm, dann sage ich dazu: der Verstand konstruiert in den meisten Fällen solche Programme, die nur Varianten der üblichen Muster von Anpassung sind. Das Bewusstsein kommt sich dabei klar und ganz frei vor.

„Das erklär mal. Was will da wer wie kompensieren und warum? Der logische Fehler der Aggressionstheorie: das Resultat (da gehen welche aufeinander los) wird als Grund präsentiert.“ (naja)

Nein, falsch verstanden. Der Grund der von uns hier diskutierten Aggression liegt im Anliegen, eigene Erfolglosigkeit zu kompensieren (statt ihrer Ursache nachzugehen und diese abzuschaffen). Das ist ein psychisches Muster, absolut nichts Rationales. Dem liegt auch kein Einschätzungsfehler zugrunde. Hier macht sich der Verstand zum Diener der Psychologie, das ist leider so. Und diese Psychologie ist evolutionär entwickelt (die kann man nicht erfinden), da kann ich doch nichts für.

„Es scheint also mit deiner Brille ein Naturphänomen zu sein, sein Siegerideal an Schwächeren zu demonstrieren – da kann man dann halt nichts machen, weil‘s Natur ist …“ (naja)

Ob und wie man das ändern kann, ist ein ganz anderes Thema, leg mir das nicht in den Mund. Hier geht es erstmal um den Sachverhalt selber.

Du meinst anscheinend, so ein aggressiver Typ denkt, vielleicht sollte er das „Siegerideal an Schwächeren demonstrieren“ – und angesichts dieses intellektuellen Entschlusses freut es ihn dann ungemein, Schwächere zu demütigen. – So läuft das doch nicht. So ein Hochgefühl der Überlegenheit entsteht doch nicht durch einen Entschluss, man kann doch Gefühle nicht per Wille einschalten, wenn das Verlangen danach nicht schon irgendwie da wäre. Dieses Verlangen ist überhaupt der Grund dafür, dass so ein Entschluss gefasst wird, der Entschluss setzt die bestehende Tendenz in die Tat um und baut sie dadurch weiter aus.

Aus der bloßen Feststellung, dass man als Schwacher und Verlierer blöd dran ist, folgt ja nun wirklich nicht, dies erstens ganz ok zu finden und zweitens sich selber in die Siegerrolle hinein zu fantasieren. Auch nicht als „Fehler“ – wieso sollte der Verstand so einen blöden Fehler machen – weder zwingt ihn jemand noch unterliegt er einer Sinnestäuschung oder einem Rechenfehler. Das ist eine ganz pure Psycho-Logik, keinerlei sachliche Logik. Und solche Psychologie gibts eben schon bei den höheren Tieren, auch wenn das nun dein Menschenbild ankratzt, weil du immer wieder dein Ideal gegen die Realität hältst. – Auch das ist übrigens Kompensation: an Idealen zu kleben, die nicht begründbar sind.

„Die Natur weiß gar nichts von der nationalistischen Ausrichtung eines Individuums, soll aber dafür gesorgt haben, obwohl keinem einzigen Gefühl nationalistische Sortierungen zuzuschreiben ist!“(naja)

So direkt funktioniert das natürlich nicht. Ob Stamm oder Fürstentum oder Nationalstaat – die Psyche ist da variabel, da gehts ums Prinzip. Aber dass die Nation gefühlsmäßig als die „eigene Horde“ gefühlt wird, erklärt diese große Gefühlsduselei dabei; natürlich muss dabei die Nation als Lebenswelt beurteilt worden sein, der man in abhängiger Weise zugehört, das ist freilich ein Urteil, aber meine Rede ist, solche Urteile werden nur dann gefällt, wenn man sich a) anpasst statt nachzudenken und b) dann die Nation als eigene Horde, Stamm oder Großfamilie imaginiert. Das der Psychologie entsprechende Denkmuster ist abstrakt längst vorhanden, bevor dieses dann in die vorfindlichen Begriffe gefasst wird.

Bei der Religion ist es genauso. Warum können sich Katholiken beim Papstbesuch begeistern? Nicht weil es in einer direkten Form genetisch so verankert wäre; nein, in der Psychologie geht es um Muster und Neigungen, die nach Erfüllung suchen, und dabei gibt es eine breite Variabilität. – Also der Papstverehrer ist begeistert, weil dieser Chef für die Religion steht, auf die man große Stücke hält. Wie aber ist man dazu gekommen? Hat man die Bibel studiert und dann gesagt, ok, Jungfrauengeburt ist einleuchtend, Wiederauferstehung ist auch logisch, und die Dogmen des Katholizismus sind nachvollziehbar, daher mein Entschluss, dem zuzustimmen? Beim Kauf eines Gebrauchtwagens würde keiner sagen: ok, die Bremsen funktionieren nicht, ob das Getriebe ok ist kann ich nicht beweisen, aber ich will jetzt einfach glauben und vertrauen, dass das ein ganz toller Schlitten ist?

Der religiöse Mensch nutzt und übergeht zugleich den Verstand, einzig um seinem Trost- und Hoffnungsbedürfnis zu entsprechen. Angesichts vieler Ungewißheiten, Niederlagen und Leiden geht er in die Regression, sucht in einer ideellen Form danach, eine Art behütetes Kind sein zu können: geliebt, geschützt etc.: Vater unser, Mutter Gottes. Ob das nun am Ende des Tages katholisch, evangelisch oder muslimisch ausgeht, wissen die Gene nicht, woher denn auch, aber bei einem der bestehenden Dogmensysteme schnackelt es halt, meistens eh das, wo man schon Zwangsmitglied ist. Das gibt dann einen zusätzlichen Geborgenheitsfaktor ab. Die Anpassung ans Bestehende ist eh die Haupttendenz.

Also meine Frage ist: aus welchem rein intellektuellen „Fehlschluss“ würde sich eine Hinwendung zur Religion erklären können, wenn diesem „Fehlschluss“ nicht schon die regressive Tendenz innewohnen würde? Wie könnte sich ein freier Geist derart vertun beim Urteilen über die Welt? Muss nicht das Muster, Trost zu suchen statt die Ursachen des Leidens aufzulösen, schon da sein? Wieso sollte sich der Verstand für so ein Muster entscheiden?

„…-„Das Bewusstsein ist aber in aller Regel eben nicht kritisch gegen das Gefühl“- Das kommt daher, weil das Gefühl d.h. die innere Bestimmtheit als Maßstab des Gefühls durch die bewussten Urteile über die Welt geformt wird.“(Krim)

Nein Krim, der wirklich relevante Schritt geht umgekehrt, genauer gesagt ist ein stufenweiser Prozeß. Wer glauben will, beginnt sich für Religion zu interessieren, und was ihm dann gefühlsmäßig und mentalitätsmäßig am besten passt, da bleibt er dann hängen. Vorher weiß er z.B. noch nicht, dass er katholisch werden wird, aber irgendwie erscheint ihm dies als das beste der bestehenden Angebote, es „passt“ für ihn. Aber dass er sich da gut „aufgehoben“ fühlt, ist nicht seinen Urteilen zu verdanken, sondern er sagt dann Ja, wenn es für seine Gemütslage und sonstige erworbene Einstellungen passend erscheint.

„Bewusstsein unterstellt Freiheit des inhaltlichen Denkens und nicht Exekution von psychologischen Programmen.“ (Krim)

Das ist eben ein falscher Gegensatz – jedenfalls, wenn der Verstand zum Diener der unbegriffenen psychischen Muster gemacht wird. Und nochmal: diese Muster sind in erster Linie Anpassung, Kompensation etc. Wo sind denn deine vielen „inhaltlich“ denkenden Individuen, jedenfalls weit unterhalb der 1-Prozent-Hürde. Warum „entscheiden“ sich fast alle so bescheuert? Wenn du schreibst, das Bewusstsein folgt keinem festen Programm, dann sage ich dazu: der Verstand konstruiert in den meisten Fällen solche Programme, die nur Varianten der üblichen Muster von Anpassung sind. Das Bewusstsein kommt sich dabei klar und ganz frei vor.

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by: jf proto http://Neoprene.blogsport.de/2014/06/26/ist-der-ml-eine-antirevolutionaere-revolutionstheorie-gewesen/#comment-114615 Fri, 17 Oct 2014 11:42:09 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/06/26/ist-der-ml-eine-antirevolutionaere-revolutionstheorie-gewesen/#comment-114615 Das neue Protokoll zum Jour fixe vom 06.10.14 liegt vor Fortsetzung: Kritik – Wie geht das? (GS 4-13) http://www.gegenstandpunkt.de/jourfixe/prt/2014/jf141006.html Zum nächsten Mal JourFixe (20.10.): Auf Nachfrage wird über den „Islamischen Staat“ diskutiert. Ansonsten Dollar-Imperialismus (GS 3-14) Das neue Protokoll zum
Jour fixe vom 06.10.14 liegt vor
Fortsetzung: Kritik – Wie geht das? (GS 4-13)

http://www.gegenstandpunkt.de/jourfixe/prt/2014/jf141006.html

Zum nächsten Mal JourFixe (20.10.): Auf Nachfrage wird über den „Islamischen Staat“ diskutiert. Ansonsten Dollar-Imperialismus (GS 3-14)

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by: Krim http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114543 Thu, 16 Oct 2014 11:35:23 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114543 <i>"Nein, in der Regel ist es eine kleine Teilmenge, um es mal mathematisch auszudrücken, "</i> Diese Teilmenge halte ich nicht für klein. Zumindest so groß, dass sie aus weltanschaulichen Urteilen entstanden ist, und nicht aus einem abstrakten Bedürfnis nach Gemeinschaft. Weil auch bei der kleinen Teilmenge weltanschaulich Urteile zugrunde liegen, sind diese auch kritisierbar und zu kritisieren und nicht damit zu entschuldigen, dass seine "Gewalt ist nur ein stummer Schrei nach Liebe, Deine Springerstiefel sehnen sich nach Zärtlichkeit. Du hast nie gelernt dich zu artikulieren Und deine Eltern hatten niemals für dich Zeit." Das Lied von den Ärzten war immer eines der ärgerlich dümmsten, wo gibt. Du behauptest jedoch es sei die Wahrheit. <i>"(Die denken übrigens auch, nur haben sie kein Bewusstsein über ihr Denken)"</i> 1. Denken unterstellt Bewusstsein, sonst ist es kein Denken. 2. Haben Menschenaffen sehr wohl ein Bewusstsein. <i>"Weil er seinen psychologischen Mustern folgt,"</i> Oh je. Der Mensch ein Psychotier. Alles kannst du dir eher vorstellen, als einen Menschen, der sich denkend auf die Welt bezieht und sein Interesse zum Leitfaden seines Denkens macht. Statt dir dieses Interesse zu erklären, hältst du ihn lieber für psychologisch programmiert. <i>"Das Bewusstsein ist aber in aller Regel eben nicht kritisch gegen das Gefühl"</i> Das kommt daher, weil das Gefühl d.h. die innere Bestimmtheit als Maßstab des Gefühls durch die bewussten Urteile über die Welt geformt wird. <i>"sondern macht sich zu dessen Sprecher."</i> Blödsinn! Nochmal: Das widerspricht unmittelbar dem Bewusstsein. Wenn das Bewusstsein bloß ein Sprachrohr ist, dann ist es ein Instrument und Instrumente haben kein Bewusstsein. Bewusstsein unterstellt Freiheit des inhaltlichen Denkens und nicht Exekution von psychologischen Programmen. <i>"Die Evolution hat das Denken nicht als freien Zweck hervorgebracht, sondern um das zu optimieren, was die höheren Tiere mit ihrem gefühlsmäßigen, nicht bewussten Denken eh schon machten."</i> Und was ist das, was die Tiere eh schon machten. Überleben. Und warum hilft Bewusstsein beim Überleben? Weil es gerade k e i n e n Programmen folgt, sondern eine neue Situation abschätzen also gedanklich vorwegnehmen kann, und daraus eine Bewältigungsstrategie eine Problemlösung entwickeln kann. Das geht nicht, wenn das Bewusstsein z.B. einem Fluchtinstinkt unterworfen ist. „Nein, in der Regel ist es eine kleine Teilmenge, um es mal mathematisch auszudrücken, „ Diese Teilmenge halte ich nicht für klein. Zumindest so groß, dass sie aus weltanschaulichen Urteilen entstanden ist, und nicht aus einem abstrakten Bedürfnis nach Gemeinschaft. Weil auch bei der kleinen Teilmenge weltanschaulich Urteile zugrunde liegen, sind diese auch kritisierbar und zu kritisieren und nicht damit zu entschuldigen, dass seine

„Gewalt ist nur ein stummer Schrei nach Liebe,
Deine Springerstiefel sehnen sich nach Zärtlichkeit.
Du hast nie gelernt dich zu artikulieren
Und deine Eltern hatten niemals für dich Zeit.“

Das Lied von den Ärzten war immer eines der ärgerlich dümmsten, wo gibt. Du behauptest jedoch es sei die Wahrheit.

„(Die denken übrigens auch, nur haben sie kein Bewusstsein über ihr Denken)“ 1. Denken unterstellt Bewusstsein, sonst ist es kein Denken. 2. Haben Menschenaffen sehr wohl ein Bewusstsein.

„Weil er seinen psychologischen Mustern folgt,“ Oh je. Der Mensch ein Psychotier. Alles kannst du dir eher vorstellen, als einen Menschen, der sich denkend auf die Welt bezieht und sein Interesse zum Leitfaden seines Denkens macht. Statt dir dieses Interesse zu erklären, hältst du ihn lieber für psychologisch programmiert.

„Das Bewusstsein ist aber in aller Regel eben nicht kritisch gegen das Gefühl“ Das kommt daher, weil das Gefühl d.h. die innere Bestimmtheit als Maßstab des Gefühls durch die bewussten Urteile über die Welt geformt wird.

„sondern macht sich zu dessen Sprecher.“ Blödsinn! Nochmal: Das widerspricht unmittelbar dem Bewusstsein. Wenn das Bewusstsein bloß ein Sprachrohr ist, dann ist es ein Instrument und Instrumente haben kein Bewusstsein. Bewusstsein unterstellt Freiheit des inhaltlichen Denkens und nicht Exekution von psychologischen Programmen.

„Die Evolution hat das Denken nicht als freien Zweck hervorgebracht, sondern um das zu optimieren, was die höheren Tiere mit ihrem gefühlsmäßigen, nicht bewussten Denken eh schon machten.“ Und was ist das, was die Tiere eh schon machten. Überleben. Und warum hilft Bewusstsein beim Überleben? Weil es gerade k e i n e n Programmen folgt, sondern eine neue Situation abschätzen also gedanklich vorwegnehmen kann, und daraus eine Bewältigungsstrategie eine Problemlösung entwickeln kann. Das geht nicht, wenn das Bewusstsein z.B. einem Fluchtinstinkt unterworfen ist.

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by: jaja http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114530 Thu, 16 Oct 2014 07:21:04 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114530 „kompensatorische Aggression“ Das erklär mal. Was will da wer wie kompensieren und warum? Der logische Fehler der Aggressionstheorie: das Resultat (da gehen welche aufeinander los) wird als Grund präsentiert. So kommen deine reichlich apodiktischen Allgemeinplätze zustande: „die gabs immer schon in jeglicher Gesellschaftsform, selbst bei den primitivsten Stämmen“ Dass es etwas immer schon gegeben hat, soll dafür stehen, dass „Aggression“ die richtige Erklärung ist. Es scheint also mit deiner Brille ein Naturphänomen zu sein, sein Siegerideal an Schwächeren zu demonstrieren - da kann man dann halt nichts machen, weil‘s Natur ist ... „Der Mensch ist ein etwas weiter entwickelter Affe“ Das ist auch lustig: hier geht es eigentlich um ganz bestimmte menschliche Absichten und Gefühle wie z.B. „Zusammengehörigkeit“ und dir fällt als erstes eine ganze Menschheitsbestimmung ein. Wieso muss man eigentlich erst den Vergleich mit Antilopen oder Affen machen, bevor man sich die Wut auf Ausländer erklärt? Soll die Nazi-Ideologie als rudimentäres Affenorgan verklärt werden, damit AntiFas als Schöpfungskrönung erscheinen? Mittelalterlich! „warum rebelliert sein ach so toller bewusster Wille nicht dagegen (keiner zwingt ihn, gerade solchen Mist zu lernen)?“ Das ist der Fehler: Du machst diesen Willen zu einem Abziehbild deiner Rebellen-Wünsche und brauchst deswegen den Rassismus, die Natur würde für Nazi-Ideologie sorgen, die wegen ihrer Unvernunft nicht dem menschlichen Geist zuzurechnen sei. Das Absurde daran: Die Natur weiß gar nichts von der nationalistischen Ausrichtung eines Individuums, soll aber dafür gesorgt haben, obwohl keinem einzigen Gefühl nationalistische Sortierungen zuzuschreiben ist! „kompensatorische Aggression“

Das erklär mal. Was will da wer wie kompensieren und warum? Der logische Fehler der Aggressionstheorie: das Resultat (da gehen welche aufeinander los) wird als Grund präsentiert. So kommen deine reichlich apodiktischen Allgemeinplätze zustande:

„die gabs immer schon in jeglicher Gesellschaftsform, selbst bei den primitivsten Stämmen“

Dass es etwas immer schon gegeben hat, soll dafür stehen, dass „Aggression“ die richtige Erklärung ist. Es scheint also mit deiner Brille ein Naturphänomen zu sein, sein Siegerideal an Schwächeren zu demonstrieren – da kann man dann halt nichts machen, weil‘s Natur ist …

„Der Mensch ist ein etwas weiter entwickelter Affe“

Das ist auch lustig: hier geht es eigentlich um ganz bestimmte menschliche Absichten und Gefühle wie z.B. „Zusammengehörigkeit“ und dir fällt als erstes eine ganze Menschheitsbestimmung ein. Wieso muss man eigentlich erst den Vergleich mit Antilopen oder Affen machen, bevor man sich die Wut auf Ausländer erklärt? Soll die Nazi-Ideologie als rudimentäres Affenorgan verklärt werden, damit AntiFas als Schöpfungskrönung erscheinen? Mittelalterlich!

„warum rebelliert sein ach so toller bewusster Wille nicht dagegen (keiner zwingt ihn, gerade solchen Mist zu lernen)?“

Das ist der Fehler: Du machst diesen Willen zu einem Abziehbild deiner Rebellen-Wünsche und brauchst deswegen den Rassismus, die Natur würde für Nazi-Ideologie sorgen, die wegen ihrer Unvernunft nicht dem menschlichen Geist zuzurechnen sei. Das Absurde daran: Die Natur weiß gar nichts von der nationalistischen Ausrichtung eines Individuums, soll aber dafür gesorgt haben, obwohl keinem einzigen Gefühl nationalistische Sortierungen zuzuschreiben ist!

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by: dazu http://Neoprene.blogsport.de/2011/09/07/6-10-11-bielefeld-podiumsdiskussion-zur-kritik-der-nation/#comment-114523 Thu, 16 Oct 2014 03:55:08 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2011/09/07/6-10-11-bielefeld-podiumsdiskussion-zur-kritik-der-nation/#comment-114523 Zu dem moralischen Standpunkt des alternativen "Wir": "Wir können doch nicht zusehen" sei auf Äußerungen von O. Lafontaine hingewiesen: http://www.tagesspiegel.de/meinung/die-linke-und-der-krieg-gegen-den-globalen-interventionismus-von-usa-und-nato/10822178.html http://www.tagesspiegel.de/politik/streit-um-militaereinsatz-gegen-is-linke-ruegt-lafontaine-fuer-friedensthesen/10825272.html Empfohlen sei auch noch dieser ältere Artikel: http://www.gegenstandpunkt.com/gs/1993/2/gs19932105h2.html Zu dem moralischen Standpunkt des alternativen „Wir“: „Wir können doch nicht zusehen“ sei auf Äußerungen von O. Lafontaine hingewiesen:
http://www.tagesspiegel.de/meinung/die-linke-und-der-krieg-gegen-den-globalen-interventionismus-von-usa-und-nato/10822178.html
http://www.tagesspiegel.de/politik/streit-um-militaereinsatz-gegen-is-linke-ruegt-lafontaine-fuer-friedensthesen/10825272.html

Empfohlen sei auch noch dieser ältere Artikel:
http://www.gegenstandpunkt.com/gs/1993/2/gs19932105h2.html

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by: Felix http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/08/ukraine-am-abgrund-mitschnitt-jetzt-online/#comment-114514 Wed, 15 Oct 2014 22:19:06 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/08/ukraine-am-abgrund-mitschnitt-jetzt-online/#comment-114514 <a href="http://www.avanti-projekt.de/news/25-jahre-avanti-ab-jetzt-sind-wir-interventionistische-linke">25 Jahre Avanti – ab jetzt sind wir Interventionistische Linke</a> Diese Erklärung ist absehbar die letzte, die wir als „Avanti – Projekt undogmatische Linke“ unterzeichnen. Sie ist dennoch kein Auflösungspapier. Wir berichten nicht von Zerwürfnissen oder Scheitern, sondern von unserem gemeinsamen Aufbruch – in und mit der Interventionistischen Linken (IL), die im Begriff ist, zu einer lokal verankerten, bundesweit handlungsfähigen und europäisch vernetzten linksradikalen Organisation zu werden. 25 Jahre Avanti – ab jetzt sind wir Interventionistische Linke

Diese Erklärung ist absehbar die letzte, die wir als „Avanti – Projekt undogmatische Linke“ unterzeichnen. Sie ist dennoch kein Auflösungspapier. Wir berichten nicht von Zerwürfnissen oder Scheitern, sondern von unserem gemeinsamen Aufbruch – in und mit der Interventionistischen Linken (IL), die im Begriff ist, zu einer lokal verankerten, bundesweit handlungsfähigen und europäisch vernetzten linksradikalen Organisation zu werden.

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by: Mattis http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114507 Wed, 15 Oct 2014 20:44:23 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114507 <blockquote> „Das nenne ich mal Verniedlichung: Schwächere demütigen soll als bewusstloses Adoleszenz-Problem gedeutet werden. Auch dir dürfte aber klar sein, was ein Jugendlicher bereits alles gelernt haben muss, um seinem Konkurrenzideal (sich als Siegertypen feiern) frönen zu können. Mit den Aggressionen von Affen ist die Opferung von Behinderten für einen nationalistischen Selbstbewusstseinskult nicht erklärbar.“ (maleben) </blockquote> Nein, kein „Adoleszenz-Problem“, sondern kompensatorische Aggression. Klar steigert das herrschende „Konkurrenzideal“ sowas, aber solche Psychologie gibts nicht nur in der bürgerlichen Gesellschaft, die gabs immer schon in jeglicher Gesellschaftsform, selbst bei den primitivsten Stämmen (auch wenn viele Linke dort eine Kultur des Friedens hineinprojizieren). Das ist keine schöne Erkenntnis, sondern da deutet sich an, wieso es vernünftige Argumente so verdammt schwer haben, und nicht immer nur wegen der bürgerlichen Gesellschaft ... wieso haben diese nachdenkenden und bewusst entscheidenden Individuen es denn überhaupt zu dieser kommen lassen, wenn sie ohne bürgerliche Strukturen so toll beieinander wären mit ihrem Willen und Bewusstsein. Und natürlich ist solche Psychologie gar nicht fern von den höheren Affenarten, was denn sonst! Hör auf mit dem idealistischen Höhenflug. Der Mensch ist ein etwas weiter entwickelter Affe, streich das doch nicht weg. Nur weil er seinen Mist mit Bewusstsein tut! Psychologie ist kein Resultat von Nachdenken, sondern oft genug sogar durch viel Einsicht und Willenskraft nur schwer zu verändern. Wenn du schreibst, was so ein aggressiver Jugendlicher „alles gelernt haben muss“, dann frage ich zurück, warum lernt er sowas mit solcher Leichtigkeit, warum rebelliert sein ach so toller bewusster Wille nicht dagegen (keiner zwingt ihn, gerade solchen Mist zu lernen)? Warum macht er gerade genau diese „gedanklichen Schritte“ (wie du es genannt hast) und keine vernünftigen. Das IST nichts anderes als Psychologie der Anpassung, der Kompensation bei Mißerfolg und der Identifikation mit einer eindrucksvollen Gewalt. In diesem Verhalten sind Urteile IMPLIZIERT, ja schon, zugegeben - beim frustrierten Affen, der sich an Schwächeren vergreift, übrigens AUCH! - aber das Verhalten ist nicht Resultat falscher Urteile. Statt zu sehen, wie derjenige seine Psychologie durch Urteile rechtfertigt, wird ein Urteilen unterstellt, das merkwürdigerweise das fernstliegende Resultat ergibt im Vergleich dazu, wenn man wirkliches Nachdenken und Beurteilen annehmen würde. Die Leute denken doch nicht irgendwie falsch und schwupps ist eine Psychologie draus geworden! Nein, weil sie ein psychologisches Repertoire exerzieren wie jedes höhere Tierchen, urteilen sie auch in der Regel DEM ENTSPRECHEND.

„Das nenne ich mal Verniedlichung: Schwächere demütigen soll als bewusstloses Adoleszenz-Problem gedeutet werden. Auch dir dürfte aber klar sein, was ein Jugendlicher bereits alles gelernt haben muss, um seinem Konkurrenzideal (sich als Siegertypen feiern) frönen zu können. Mit den Aggressionen von Affen ist die Opferung von Behinderten für einen nationalistischen Selbstbewusstseinskult nicht erklärbar.“ (maleben)

Nein, kein „Adoleszenz-Problem“, sondern kompensatorische Aggression. Klar steigert das herrschende „Konkurrenzideal“ sowas, aber solche Psychologie gibts nicht nur in der bürgerlichen Gesellschaft, die gabs immer schon in jeglicher Gesellschaftsform, selbst bei den primitivsten Stämmen (auch wenn viele Linke dort eine Kultur des Friedens hineinprojizieren).

Das ist keine schöne Erkenntnis, sondern da deutet sich an, wieso es vernünftige Argumente so verdammt schwer haben, und nicht immer nur wegen der bürgerlichen Gesellschaft … wieso haben diese nachdenkenden und bewusst entscheidenden Individuen es denn überhaupt zu dieser kommen lassen, wenn sie ohne bürgerliche Strukturen so toll beieinander wären mit ihrem Willen und Bewusstsein.

Und natürlich ist solche Psychologie gar nicht fern von den höheren Affenarten, was denn sonst! Hör auf mit dem idealistischen Höhenflug. Der Mensch ist ein etwas weiter entwickelter Affe, streich das doch nicht weg. Nur weil er seinen Mist mit Bewusstsein tut! Psychologie ist kein Resultat von Nachdenken, sondern oft genug sogar durch viel Einsicht und Willenskraft nur schwer zu verändern.

Wenn du schreibst, was so ein aggressiver Jugendlicher „alles gelernt haben muss“, dann frage ich zurück, warum lernt er sowas mit solcher Leichtigkeit, warum rebelliert sein ach so toller bewusster Wille nicht dagegen (keiner zwingt ihn, gerade solchen Mist zu lernen)? Warum macht er gerade genau diese „gedanklichen Schritte“ (wie du es genannt hast) und keine vernünftigen. Das IST nichts anderes als Psychologie der Anpassung, der Kompensation bei Mißerfolg und der Identifikation mit einer eindrucksvollen Gewalt.

In diesem Verhalten sind Urteile IMPLIZIERT, ja schon, zugegeben – beim frustrierten Affen, der sich an Schwächeren vergreift, übrigens AUCH! – aber das Verhalten ist nicht Resultat falscher Urteile. Statt zu sehen, wie derjenige seine Psychologie durch Urteile rechtfertigt, wird ein Urteilen unterstellt, das merkwürdigerweise das fernstliegende Resultat ergibt im Vergleich dazu, wenn man wirkliches Nachdenken und Beurteilen annehmen würde. Die Leute denken doch nicht irgendwie falsch und schwupps ist eine Psychologie draus geworden! Nein, weil sie ein psychologisches Repertoire exerzieren wie jedes höhere Tierchen, urteilen sie auch in der Regel DEM ENTSPRECHEND.

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by: Mattis http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114506 Wed, 15 Oct 2014 20:39:33 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114506 <blockquote> „Weil sich das heimelige Gefühl nur einstellt, wenn man sich unter Leuten befindet, die die eigenen Urteile teilen. Es muss ja etwas geben, das dem Gefühl entgegenkommt, sonst ist Unbehagen angesagt. (Krim)“ </blockquote> Der Standpunkt kann anfangs sehr abstrakt sein, und wird erst nach und nach spezifiziert. Hier machst du den gleichen Fehler wie maleben, nämlich anzunehmen, dass jemand, der z.B. zu den Faschisten geht, schon gleich einen faschistischen Standpunkt haben muss. Nein, in der Regel ist es eine kleine Teilmenge, um es mal mathematisch auszudrücken, oder eine ungefähre Richtung; dieser vergleichsweise abstrakte Anteil ist der Anfang, und dann erst beginnt die spezifische Politisierung mit dem Ergebnis der Zustimmung oder auch der Ablehnung. <blockquote> „Nationen kommen beim Affen nicht vor, beim Menschen schon. Die innere Bestimmtheit des Menschen hat also sehr wohl was damit zu tun, wie er sich die Welt zurechtdenkt.“ (Krim) </blockquote> Wieso aber, Krim, denkt der Mensch sich die Welt auch nicht viel anders zurecht als ein Affe? (Die denken übrigens auch, nur haben sie kein Bewusstsein über ihr Denken). <i>Meine Nation, meine Horde, meine Religion, meine Sekte, mein Erfolg in der Gruppe, mein Rivale, meine Feinde, meine Untertanen ... </i> Was meinst du, wieso der Mensch sich die Welt immer genau SO „zurechtdenkt“, bloss nicht irgendwie vernünftig? Weil er sich beim Nachdenken vertut? Weil eine Gewalt ihn zwingt? Weder noch. Weil er seinen psychologischen Mustern folgt, und erst wenn er diese sich mal kritisch anschaut, fängt die eigentliche Leistung des Denkens an. <blockquote>"Das Gefühl bestimmt nur dann, wenn das Bewusstsein es zulässt, also nur dann wenn sowieso keine inhaltliche Differenz zwischen Gefühl und Bewusstsein existiert. (Krim)“ </blockquote> Das Bewusstsein ist aber in aller Regel eben nicht kritisch gegen das Gefühl ,sondern macht sich zu dessen Sprecher. SO HERUM kommt es, dass dann keine "inhaltliche Differenz" mehr feststellbar ist. Die Evolution hat das Denken nicht als freien Zweck hervorgebracht, sondern um das zu optimieren, was die höheren Tiere mit ihrem gefühlsmäßigen, nicht bewussten Denken eh schon machten.

„Weil sich das heimelige Gefühl nur einstellt, wenn man sich unter Leuten befindet, die die eigenen Urteile teilen. Es muss ja etwas geben, das dem Gefühl entgegenkommt, sonst ist Unbehagen angesagt. (Krim)“

Der Standpunkt kann anfangs sehr abstrakt sein, und wird erst nach und nach spezifiziert. Hier machst du den gleichen Fehler wie maleben, nämlich anzunehmen, dass jemand, der z.B. zu den Faschisten geht, schon gleich einen faschistischen Standpunkt haben muss. Nein, in der Regel ist es eine kleine Teilmenge, um es mal mathematisch auszudrücken, oder eine ungefähre Richtung; dieser vergleichsweise abstrakte Anteil ist der Anfang, und dann erst beginnt die spezifische Politisierung mit dem Ergebnis der Zustimmung oder auch der Ablehnung.

„Nationen kommen beim Affen nicht vor, beim Menschen schon. Die innere Bestimmtheit des Menschen hat also sehr wohl was damit zu tun, wie er sich die Welt zurechtdenkt.“ (Krim)

Wieso aber, Krim, denkt der Mensch sich die Welt auch nicht viel anders zurecht als ein Affe? (Die denken übrigens auch, nur haben sie kein Bewusstsein über ihr Denken). Meine Nation, meine Horde, meine Religion, meine Sekte, mein Erfolg in der Gruppe, mein Rivale, meine Feinde, meine Untertanen … Was meinst du, wieso der Mensch sich die Welt immer genau SO „zurechtdenkt“, bloss nicht irgendwie vernünftig? Weil er sich beim Nachdenken vertut? Weil eine Gewalt ihn zwingt? Weder noch. Weil er seinen psychologischen Mustern folgt, und erst wenn er diese sich mal kritisch anschaut, fängt die eigentliche Leistung des Denkens an.

„Das Gefühl bestimmt nur dann, wenn das Bewusstsein es zulässt, also nur dann wenn sowieso keine inhaltliche Differenz zwischen Gefühl und Bewusstsein existiert. (Krim)“

Das Bewusstsein ist aber in aller Regel eben nicht kritisch gegen das Gefühl ,sondern macht sich zu dessen Sprecher. SO HERUM kommt es, dass dann keine „inhaltliche Differenz“ mehr feststellbar ist.

Die Evolution hat das Denken nicht als freien Zweck hervorgebracht, sondern um das zu optimieren, was die höheren Tiere mit ihrem gefühlsmäßigen, nicht bewussten Denken eh schon machten.

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by: Felix http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/08/ukraine-am-abgrund-mitschnitt-jetzt-online/#comment-114403 Tue, 14 Oct 2014 14:46:54 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/08/ukraine-am-abgrund-mitschnitt-jetzt-online/#comment-114403 <a href="http://lowerclassmag.com/2014/10/eine-frage-der-praxis/">„Eine Frage der Praxis“</a> Und wieder eine Antifa-Gruppe weniger. Die Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin löst sich in die Neue Antikapitalistische Organisation auf. Von betrunkenen Punkern und NVA-Generälen, über Militanz, Theorie, Praxis und alles, was sonst noch so geht. Interview mit Jonas Schießer (ARAB) und Michael Prütz (NAO). „Eine Frage der Praxis“

Und wieder eine Antifa-Gruppe weniger. Die Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin löst sich in die Neue Antikapitalistische Organisation auf. Von betrunkenen Punkern und NVA-Generälen, über Militanz, Theorie, Praxis und alles, was sonst noch so geht.
Interview mit Jonas Schießer (ARAB) und Michael Prütz (NAO).

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by: Xaver http://Neoprene.blogsport.de/2011/09/07/6-10-11-bielefeld-podiumsdiskussion-zur-kritik-der-nation/#comment-114326 Mon, 13 Oct 2014 13:10:20 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2011/09/07/6-10-11-bielefeld-podiumsdiskussion-zur-kritik-der-nation/#comment-114326 <a href="http://grow.noblogs.org/ankuendiger/">»Bullenwagen klauen und Adorno rezitieren«?</a> Veranstaltungsreihe zum Verhältnis von Theorie und Praxis, organisiert von der antinationalen Hamburger Gruppe für den organisierten Widerspruch (GROW). 23. Oktober 2014 &#166; 19 Uhr &#166; Rote Flora <a href="http://grow.noblogs.org/schroeder/">»Warum Theorie?«</a> &#166; Mit Ilka Schröder Will man politisch intervenieren, muss man sich fragen: Wo kommt das Elend her, was man bekämpfen will und gibt es einen systematischen Grund dafür? Jede Praxis, der nicht eine derartige Analyse vorausgeht, läuft dreierlei Gefahr: aus Empörung zu handeln, das Falsche zu bekämpfen und die eigene Bedeutung zu überhöhen. Aus Empörung zu handeln ist schlecht, weil nicht jede Empörung über die Zustände einen guten Grund hat, Empörung vielmehr oft genug die herrschenden Verhältnisse affirmiert. Das Falsche zu bekämpfen wäre wirklich blöd, weil man so ziemlich sicher nicht sein Ziel erreicht. Die eigene Bedeutung zu überhöhen führt im Resultat genau zu der Frustration, die Praxisfans gerne jenen vorwerfen, die einen Begriff vom kritisierten Gegenstand einfordern, bevor man sich auf die Straße oder vor das Werkstor stellt. Das Bittere an den hiesigen Verhältnissen ist vielmehr, dass der Ausgangspunkt noch für jede politische Aktivität die Einsicht in die eigene Ohnmacht sein muss – weder hat man sich die politische noch die ökonomische Position ausgesucht und daran kann man unmittelbar auch nichts ändern. Außerdem sind diverse Ideologien zur Rechtfertigung dieser Verhältnisse so unglaublich erfolgreich, dass Gesellschaftskritiker*innen anerkennen müssen, dass sie ganz schön alleine da stehen. Um das zu ändern, braucht man das Rad nicht neu erfinden. Es fehlt nicht an der einen neuen Methode, die den Durchschnittsbürger*innen Irrsinn und Brutalität von Rassismus und Sexismus endlich klar werden lässt. Es mangelt nicht an der einen kämpferischen Erfahrung, die der Arbeiterin im Callcenter die systematische Ausbeutung vor Augen führen könnte. Das, was die meisten von ein paar Einsichten abhält, ist die einfache und harte Überzeugung, dass es im Großen und Ganzen schon passt, wie es hier läuft und ein paar Reformen mit dem aufräumen könnten, an dem sich mehr oder weniger Leute stoßen. Und auch Linksradikale, die vielleicht schon mal in das Buch »Das Kapital« geschaut haben, machen diverse »praktische Vorschläge«, die direkt oder indirekt Kapital und Ware, Nation und Staat geistig umarmen. Woran man wieder merkt, dass es auf die richtige Analyse ankommt. Vernünftige Kritik einzufordern, bevor man sich in die politische Aktivität stürzt, ist übrigens alles andere als zu sagen, es gäbe politisch nichts zu tun. Ganz im Gegenteil: Aufklärung ist bitter nötig. Zum Beispiel darüber, dass nicht die Banken, die Politiker*innen und die Chef*innen zu bekämpfen sind. Weil sie lediglich Charaktermasken sind, die ihre Funktion für Kapital und Staat erfüllen – und mit ihrer Bekämpfung das Prinzip nicht ins Visier gerät. Will man etwa gegen die Zehntausenden Hungertoten etwas unternehmen, muss man die Prinzipien benennen und bekämpfen, die einerseits den Überfluss an Essen und gleichzeitig das Elend und den Mangel hervorbringen. Wie unsinnig oder vernünftig die konkrete Praxis dann sein mag – ohne die richtige Theorie ist sie jedenfalls verloren und affirmiert auch in ihrer linksradikalen Fassung nicht selten genau die Prinzipien, die sie zu bekämpfen vorgibt. »Bullenwagen klauen und Adorno rezitieren«? Veranstaltungsreihe zum Verhältnis von Theorie und Praxis, organisiert von der antinationalen Hamburger Gruppe für den organisierten Widerspruch (GROW).

23. Oktober 2014 | 19 Uhr | Rote Flora

»Warum Theorie?« | Mit Ilka Schröder

Will man politisch intervenieren, muss man sich fragen: Wo kommt das Elend her, was man bekämpfen will und gibt es einen systematischen Grund dafür? Jede Praxis, der nicht eine derartige Analyse vorausgeht, läuft dreierlei Gefahr: aus Empörung zu handeln, das Falsche zu bekämpfen und die eigene Bedeutung zu überhöhen. Aus Empörung zu handeln ist schlecht, weil nicht jede Empörung über die Zustände einen guten Grund hat, Empörung vielmehr oft genug die herrschenden Verhältnisse affirmiert. Das Falsche zu bekämpfen wäre wirklich blöd, weil man so ziemlich sicher nicht sein Ziel erreicht. Die eigene Bedeutung zu überhöhen führt im Resultat genau zu der Frustration, die Praxisfans gerne jenen vorwerfen, die einen Begriff vom kritisierten Gegenstand einfordern, bevor man sich auf die Straße oder vor das Werkstor stellt. Das Bittere an den hiesigen Verhältnissen ist vielmehr, dass der Ausgangspunkt noch für jede politische Aktivität die Einsicht in die eigene Ohnmacht sein muss – weder hat man sich die politische noch die ökonomische Position ausgesucht und daran kann man unmittelbar auch nichts ändern. Außerdem sind diverse Ideologien zur Rechtfertigung dieser Verhältnisse so unglaublich erfolgreich, dass Gesellschaftskritiker*innen anerkennen müssen, dass sie ganz schön alleine da stehen.

Um das zu ändern, braucht man das Rad nicht neu erfinden. Es fehlt nicht an der einen neuen Methode, die den Durchschnittsbürger*innen Irrsinn und Brutalität von Rassismus und Sexismus endlich klar werden lässt. Es mangelt nicht an der einen kämpferischen Erfahrung, die der Arbeiterin im Callcenter die systematische Ausbeutung vor Augen führen könnte. Das, was die meisten von ein paar Einsichten abhält, ist die einfache und harte Überzeugung, dass es im Großen und Ganzen schon passt, wie es hier läuft und ein paar Reformen mit dem aufräumen könnten, an dem sich mehr oder weniger Leute stoßen. Und auch Linksradikale, die vielleicht schon mal in das Buch »Das Kapital« geschaut haben, machen diverse »praktische Vorschläge«, die direkt oder indirekt Kapital und Ware, Nation und Staat geistig umarmen. Woran man wieder merkt, dass es auf die richtige Analyse ankommt.

Vernünftige Kritik einzufordern, bevor man sich in die politische Aktivität stürzt, ist übrigens alles andere als zu sagen, es gäbe politisch nichts zu tun. Ganz im Gegenteil: Aufklärung ist bitter nötig. Zum Beispiel darüber, dass nicht die Banken, die Politiker*innen und die Chef*innen zu bekämpfen sind. Weil sie lediglich Charaktermasken sind, die ihre Funktion für Kapital und Staat erfüllen – und mit ihrer Bekämpfung das Prinzip nicht ins Visier gerät. Will man etwa gegen die Zehntausenden Hungertoten etwas unternehmen, muss man die Prinzipien benennen und bekämpfen, die einerseits den Überfluss an Essen und gleichzeitig das Elend und den Mangel hervorbringen. Wie unsinnig oder vernünftig die konkrete Praxis dann sein mag – ohne die richtige Theorie ist sie jedenfalls verloren und affirmiert auch in ihrer linksradikalen Fassung nicht selten genau die Prinzipien, die sie zu bekämpfen vorgibt.

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by: Kim B. http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114313 Mon, 13 Oct 2014 08:07:21 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114313 stankovic: „Mir ist an deiner Kritik an libelle nicht klar, wo er gegen die von dir angeführten Bestimmungen des Denkens und Urteilens verstößt.“ Ich bin weder Philolog noch Psycholog und wüsste nicht, wo ich das Denken und Urteilen bestimmt haben sollte. Denken. Lernen, Verstehen hingegen sind Bestimmungen mit denen ich Libelles Theorie kritisiere. Sie sind nämlich Voraussetzung und einzige Möglichkeit gewaltfreier menschlicher und gesellschaftlicher Entwicklung und geistiges Mittel für die Schaffung der ökonomischen und kulturellen Bedingungen, damit diese möglich wird. Diese Bestimmungen fallen bei Libelle weg und werden durch das Kriterium des Zufalls ersetzt. Und das ist zum einen ziemlich zynisch, denn gemäß dem Zufallsprinzip sind ja die Ergebnisse, also Faschist, Kopfabschneider oder Friedensengel zu werden, durch die Wahrscheinlichkeit festgeschrieben und damit die Gewalt (und natürlich auch das Elend für die Menschenmehrheit) auf alle Zeiten festgeschrieben. Und zum andern ist es ideologisch, denn Vieles (s. Diskussion weiter oben) spricht dagegen, dass Individuen mit tumbem und leerem Kopf solange durch die Welt stiefeln, bis der Zufall sie in die eine oder andere Richtung verschlägt. stankovic: „Mir ist an deiner Kritik an libelle nicht klar, wo er gegen die von dir angeführten Bestimmungen des Denkens und Urteilens verstößt.“

Ich bin weder Philolog noch Psycholog und wüsste nicht, wo ich das Denken und Urteilen bestimmt haben sollte. Denken. Lernen, Verstehen hingegen sind Bestimmungen mit denen ich Libelles Theorie kritisiere. Sie sind nämlich Voraussetzung und einzige Möglichkeit gewaltfreier menschlicher und gesellschaftlicher Entwicklung und geistiges Mittel für die Schaffung der ökonomischen und kulturellen Bedingungen, damit diese möglich wird. Diese Bestimmungen fallen bei Libelle weg und werden durch das Kriterium des Zufalls ersetzt. Und das ist zum einen ziemlich zynisch, denn gemäß dem Zufallsprinzip sind ja die Ergebnisse, also Faschist, Kopfabschneider oder Friedensengel zu werden, durch die Wahrscheinlichkeit festgeschrieben und damit die Gewalt (und natürlich auch das Elend für die Menschenmehrheit) auf alle Zeiten festgeschrieben. Und zum andern ist es ideologisch, denn Vieles (s. Diskussion weiter oben) spricht dagegen, dass Individuen mit tumbem und leerem Kopf solange durch die Welt stiefeln, bis der Zufall sie in die eine oder andere Richtung verschlägt.

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by: jaja http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114267 Sun, 12 Oct 2014 17:38:31 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114267 "es gibt auch andere Gründe als ein Sammelsurium politischer Urteile, die sich bei einer Minderheit von rechten Typen geltend machen" Gründe wofür? Klar, auch bei Nazis macht sich Harndrang und Liebeskummer bemerkbar, aber das macht sie eben nicht zu Faschisten - der Grund für ihre politische Stellung sind faschistische Urteile. Man kann sich auch den Fall vorstellen, dass da jemand ohne faschistische Ideologie bloß kuscheln will oder als V-Mann jobbedingt Nazis infiltriert, dann liegt aber auch gar keine Nazi-Überzeugung vor, die mit Gefühlen erklärt werden könnte. „es gibt auch andere Gründe als ein Sammelsurium politischer Urteile, die sich bei einer Minderheit von rechten Typen geltend machen“

Gründe wofür? Klar, auch bei Nazis macht sich Harndrang und Liebeskummer bemerkbar, aber das macht sie eben nicht zu Faschisten – der Grund für ihre politische Stellung sind faschistische Urteile. Man kann sich auch den Fall vorstellen, dass da jemand ohne faschistische Ideologie bloß kuscheln will oder als V-Mann jobbedingt Nazis infiltriert, dann liegt aber auch gar keine Nazi-Überzeugung vor, die mit Gefühlen erklärt werden könnte.

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by: Krim http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114263 Sun, 12 Oct 2014 16:15:47 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114263 "Wieso glaubst Du das Abstraktionen keinen Inhalt hätten?" Wo steht das? Das Argument war, dass ein abstraktes Gemeinschaftsbedürfnis nicht existiert, sondern dass das Gemeinschaftsbedürfnis immer schon einen konkreten Inhalt hat und sich deswegen die Leute sich gar nicht zufällig auf die verschiedenen Gemeinschaften sortieren. Und für dieses konkrete Gemeinschaftsbedürfnis ist schon ein ganzer Sack voll weltanschaulicher Urteile vorausgesetzt. Das ist vielleicht nicht immer fertig und bis ins letzte ausformuliert und geschult, aber kritisierbar ist so ein Weltbild allemal. Das sind halt keine unschuldigen, leeren Gemeinschaftstiere, die sich da zufällig zu den Nazis verirren, sondern auch die Klientel, die sich davon angezogen fühlt, hat schon eine ganze Reihe weltanschaulicher Schlüsse gezogen, damit eine Naziorganisation überhaupt anziehend auf sie wirken kann. "Es sind gewollte Missverständnisse:" Nein. Missverständnisse sind es ganz sicher nicht. 1. Bei Libelle nicht, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, gezielte Gegenagitation zu betreiben und alle Argumente von Kommunisten als Dogma hinzustellen. 2. Müsste man ausführen welche Gründe das sein sollen, die sich außer Urteilen noch wie geltend machen. So wie es da steht, ist es bloß eine argumentlose Relativierung. 3. Es ist nicht nur falsch wenn a l l e s aus vor- und unbewussten Kategorien abgeleitet wird, sondern auch wenn weniges aus unbewussten Kategorien abgeleitet wird. Das Gefühl bestimmt nur dann, wenn das Bewusstsein es zulässt, also nur dann wenn sowieso keine inhaltliche Differenz zwischen Gefühl und Bewusstsein existiert. „Wieso glaubst Du das Abstraktionen keinen Inhalt hätten?“ Wo steht das? Das Argument war, dass ein abstraktes Gemeinschaftsbedürfnis nicht existiert, sondern dass das Gemeinschaftsbedürfnis immer schon einen konkreten Inhalt hat und sich deswegen die Leute sich gar nicht zufällig auf die verschiedenen Gemeinschaften sortieren.

Und für dieses konkrete Gemeinschaftsbedürfnis ist schon ein ganzer Sack voll weltanschaulicher Urteile vorausgesetzt. Das ist vielleicht nicht immer fertig und bis ins letzte ausformuliert und geschult, aber kritisierbar ist so ein Weltbild allemal. Das sind halt keine unschuldigen, leeren Gemeinschaftstiere, die sich da zufällig zu den Nazis verirren, sondern auch die Klientel, die sich davon angezogen fühlt, hat schon eine ganze Reihe weltanschaulicher Schlüsse gezogen, damit eine Naziorganisation überhaupt anziehend auf sie wirken kann.

„Es sind gewollte Missverständnisse:“ Nein. Missverständnisse sind es ganz sicher nicht. 1. Bei Libelle nicht, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, gezielte Gegenagitation zu betreiben und alle Argumente von Kommunisten als Dogma hinzustellen. 2. Müsste man ausführen welche Gründe das sein sollen, die sich außer Urteilen noch wie geltend machen. So wie es da steht, ist es bloß eine argumentlose Relativierung. 3. Es ist nicht nur falsch wenn a l l e s aus vor- und unbewussten Kategorien abgeleitet wird, sondern auch wenn weniges aus unbewussten Kategorien abgeleitet wird. Das Gefühl bestimmt nur dann, wenn das Bewusstsein es zulässt, also nur dann wenn sowieso keine inhaltliche Differenz zwischen Gefühl und Bewusstsein existiert.

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by: stankovic http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114252 Sun, 12 Oct 2014 12:19:49 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114252 Das Argument sei dir geschenkt: natürlich kuscheln Antifas anders miteinander als Esoteriker oder Nazis. Niemand sagt, ein abstraktes Bedürfnis ließe sich beliebig konkrestisieren - bei der Konkrestisierung darf das Abstrakte nämlich nicht zukurzkommen, was wunder es muss zu ihm passen! Wieso glaubst Du das Abstraktionen keinen Inhalt hätten? Wer sich bei den Nazis nach einem umherscheifenden Lotterleben umschaut, wird nicht fündig, bei Esoterikern werden wissenschaftliche Typen eher enttäuscht, vor der Antifa werden letztendlch diejenigen fliehen, die keine Lust auf schlechte Laune haben. Wer in einer rechten Gemeinschaft eine bestimmte Sorte Geborgenheit findet, nach der er auch gesucht hat, wird sicherlich einiges an Urteilen in seiner Schatzkiste angehäuft haben. Der Fehler eines Kim B liegt darin, nichts anderes als eine fertige politische Weltanschauung zu benennen. Diese kommt natürlich später dazu, ohne dass sie in Widerspruch zum Menschlichen unter den Nazis geraten müssen. Lass der NPD doch auch ihre Psychos, mit denen sie klar kommen muss. Es sind gewollte Missverständnisse: Sagt wer, es gibt auch andere Gründe als ein Sammelsurium politischer Urteile, die sich bei einer Minderheit von rechten Typen geltend machen, kommt der andere daher und tönt rum, da wolle jemand alles aus Instanzen ableiten, die hinter dem Verstand sitzend und wütend ihr Unwesen treiben und den Kopf kapern. Das Argument sei dir geschenkt: natürlich kuscheln Antifas anders miteinander als Esoteriker oder Nazis. Niemand sagt, ein abstraktes Bedürfnis ließe sich beliebig konkrestisieren – bei der Konkrestisierung darf das Abstrakte nämlich nicht zukurzkommen, was wunder es muss zu ihm passen! Wieso glaubst Du das Abstraktionen keinen Inhalt hätten? Wer sich bei den Nazis nach einem umherscheifenden Lotterleben umschaut, wird nicht fündig, bei Esoterikern werden wissenschaftliche Typen eher enttäuscht, vor der Antifa werden letztendlch diejenigen fliehen, die keine Lust auf schlechte Laune haben.

Wer in einer rechten Gemeinschaft eine bestimmte Sorte Geborgenheit findet, nach der er auch gesucht hat, wird sicherlich einiges an Urteilen in seiner Schatzkiste angehäuft haben. Der Fehler eines Kim B liegt darin, nichts anderes als eine fertige politische Weltanschauung zu benennen. Diese kommt natürlich später dazu, ohne dass sie in Widerspruch zum Menschlichen unter den Nazis geraten müssen. Lass der NPD doch auch ihre Psychos, mit denen sie klar kommen muss.

Es sind gewollte Missverständnisse: Sagt wer, es gibt auch andere Gründe als ein Sammelsurium politischer Urteile, die sich bei einer Minderheit von rechten Typen geltend machen, kommt der andere daher und tönt rum, da wolle jemand alles aus Instanzen ableiten, die hinter dem Verstand sitzend und wütend ihr Unwesen treiben und den Kopf kapern.

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by: Krim http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114250 Sun, 12 Oct 2014 11:44:43 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114250 "Wenn’s so ist, dass jemand das kuschelige Gefühl unter Nazis zum Anlass nimmt, sich ihnen anzuschließen, dann ist es nun mal so und nicht anders," Doch es ist anders, weil verschwiegen wird, dass auch das kuschelige Gefühl einen Inhalt hat. Es wird aber so getan als sei das Gefühl in der Kirche, den Nazis, im Sportverein und bei Kommunisten, dasselbe Gefühl. Wieso würde ich mich unter Nazis eigentlich nicht gemütlich kuschelig fühlen. Weil sich das heimelige Gefühl nur einstellt, wenn man sich unter Leuten befindet, die die eigenen Urteile teilen. Es muss ja etwas geben, das dem Gefühl entgegenkommt, sonst ist Unbehagen angesagt. Ergo: Stellt sich ein kuscheliges Gefühl unter Nazis ein, dann ist schon eine ganze Weltanschaung inklusive aller dazu nötigen Urteile v o r a u s g e s e t z t. Anders ist dieses Gefühl nicht zu haben. Es ist eben eine gemeine Lüge, wenn man behauptet, die Menschen würde mit einem leeren, abstrakten Bedürfnis nach Gemeinschaft durch die Welt laufen und dann per Zufall (Originalton Libelle) bei den Philatelisten, in der Kirche, bei der CDU oder den Nazis landen. Eine ganz böse verharmlosende Ideologie ist das, die man sich tunlichst nicht zu eigen machen sollte. „Wenn’s so ist, dass jemand das kuschelige Gefühl unter Nazis zum Anlass nimmt, sich ihnen anzuschließen, dann ist es nun mal so und nicht anders,“ Doch es ist anders, weil verschwiegen wird, dass auch das kuschelige Gefühl einen Inhalt hat. Es wird aber so getan als sei das Gefühl in der Kirche, den Nazis, im Sportverein und bei Kommunisten, dasselbe Gefühl. Wieso würde ich mich unter Nazis eigentlich nicht gemütlich kuschelig fühlen. Weil sich das heimelige Gefühl nur einstellt, wenn man sich unter Leuten befindet, die die eigenen Urteile teilen. Es muss ja etwas geben, das dem Gefühl entgegenkommt, sonst ist Unbehagen angesagt.

Ergo: Stellt sich ein kuscheliges Gefühl unter Nazis ein, dann ist schon eine ganze Weltanschaung inklusive aller dazu nötigen Urteile v o r a u s g e s e t z t. Anders ist dieses Gefühl nicht zu haben. Es ist eben eine gemeine Lüge, wenn man behauptet, die Menschen würde mit einem leeren, abstrakten Bedürfnis nach Gemeinschaft durch die Welt laufen und dann per Zufall (Originalton Libelle) bei den Philatelisten, in der Kirche, bei der CDU oder den Nazis landen. Eine ganz böse verharmlosende Ideologie ist das, die man sich tunlichst nicht zu eigen machen sollte.

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by: stankovic http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114245 Sun, 12 Oct 2014 10:00:15 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114245 @Kim B. Mir ist an deiner Kritik an libelle nicht klar, wo er gegen die von dir angeführten Bestimmungen des Denkens und Urteilens verstößt. Soweit ich ihn richtig verstehe, haben die Urteile einen eigenen Inhalt, wenn jemand seine bestimmten Gründe dafür hat, sich einer faschistischen Gruppe anzuschließen. Ob er jedoch diese Gründe hat oder aber auch andere, ist doch nie und nimmer eine Frage der Theorie, sondern der Empirie: Wenn's so ist, dass jemand das kuschelige Gefühl unter Nazis zum Anlass nimmt, sich ihnen anzuschließen, dann ist es nun mal so und nicht anders, gehört also erklärt und nicht verleugnet - dass wiederum Andere handfeste politische Urteile über Deutschland zum Ausgangspunkt ihrer Zugehörigkeit machen, bleibt davon gänzlich unberührt. Ist es jetzt so, dass ein Stück Wirklichkeit geleugnet werden muss, weil sie zur Theorie eines anderen Stückes Realität nicht mehr passt? Ich werde die Diskussion mir erst einmal gründlich durchlesen müssen, aber eines kann ich festhalten: ohne libelle rechtgeben zu müssen, muss man sagen, dass in der Kritik an ihm, sich das von ihm Gesagte nicht wiederfindet. @Kim B.

Mir ist an deiner Kritik an libelle nicht klar, wo er gegen die von dir angeführten Bestimmungen des Denkens und Urteilens verstößt. Soweit ich ihn richtig verstehe, haben die Urteile einen eigenen Inhalt, wenn jemand seine bestimmten Gründe dafür hat, sich einer faschistischen Gruppe anzuschließen. Ob er jedoch diese Gründe hat oder aber auch andere, ist doch nie und nimmer eine Frage der Theorie, sondern der Empirie: Wenn’s so ist, dass jemand das kuschelige Gefühl unter Nazis zum Anlass nimmt, sich ihnen anzuschließen, dann ist es nun mal so und nicht anders, gehört also erklärt und nicht verleugnet – dass wiederum Andere handfeste politische Urteile über Deutschland zum Ausgangspunkt ihrer Zugehörigkeit machen, bleibt davon gänzlich unberührt.

Ist es jetzt so, dass ein Stück Wirklichkeit geleugnet werden muss, weil sie zur Theorie eines anderen Stückes Realität nicht mehr passt?

Ich werde die Diskussion mir erst einmal gründlich durchlesen müssen, aber eines kann ich festhalten: ohne libelle rechtgeben zu müssen, muss man sagen, dass in der Kritik an ihm, sich das von ihm Gesagte nicht wiederfindet.

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by: Krim http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114192 Sat, 11 Oct 2014 10:50:29 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114192 Eigentlich schreibt er seinen Widerspruch explizit hin. Das Denken also das bewusste sich Gedanken machen, soll Ausdruck des Unbewussten sein. Das widerspricht dem Denken unmittelbar. Denn was bleibt vom bewussten Denken übrig, wenn sein Inhalt gar nicht Resultat der Gedanken, sondern Resultat eines Vorgangs sein soll, der unbewusst außerhalb des Denkens vor sich geht? Das leugnet sowohl das Denken als auch das Bewusstsein, das man mit dieser Argumentation ja gerade betätigt. Soll denn auch für diesen Gedanken gelten, dass er bloßer Ausdruck unbewusster Ängste ist? Dann braucht man ihn ja nicht ernst zu nehmen. Zum 2. Zitat: Die Psychologen sparen sich den Beweis eines Zusammenhangs zwischen unbewussten Ängsten und Denken, indem sie eine ausgedachte Kritik an ihm zurückweisen. Als Analogie: Wenn der GSP behauptet, der Mond sei ein großer runder Käse, so wird ausgeblendet, dass er leuchtet. Was ganz klar beweist, dass es sich um eine fliegende Taschenlampe handelt. Eigentlich schreibt er seinen Widerspruch explizit hin. Das Denken also das bewusste sich Gedanken machen, soll Ausdruck des Unbewussten sein. Das widerspricht dem Denken unmittelbar. Denn was bleibt vom bewussten Denken übrig, wenn sein Inhalt gar nicht Resultat der Gedanken, sondern Resultat eines Vorgangs sein soll, der unbewusst außerhalb des Denkens vor sich geht? Das leugnet sowohl das Denken als auch das Bewusstsein, das man mit dieser Argumentation ja gerade betätigt. Soll denn auch für diesen Gedanken gelten, dass er bloßer Ausdruck unbewusster Ängste ist? Dann braucht man ihn ja nicht ernst zu nehmen.

Zum 2. Zitat: Die Psychologen sparen sich den Beweis eines Zusammenhangs zwischen unbewussten Ängsten und Denken, indem sie eine ausgedachte Kritik an ihm zurückweisen. Als Analogie: Wenn der GSP behauptet, der Mond sei ein großer runder Käse, so wird ausgeblendet, dass er leuchtet. Was ganz klar beweist, dass es sich um eine fliegende Taschenlampe handelt.

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by: Kim B. http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114191 Sat, 11 Oct 2014 10:42:27 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114191 Libelle: "Da Kim B mich des Rassismus zeiht,... Und wenn ein Mensch das nicht tut, dann bildet er sein Bewusstsein auf der Grundlage weiter, dass er der Befriedigung der durch die Gefühle induzierten Bedürfnisse hinterherlebt und -denkt. D.h. der fühlt sich z.B. mit anderen in Gemeinschaft wohl, kommt in eine Stadt, trifft auf den örtlichen Naziverein bei seiner Gemeinschaftssuche und eignet sich die faschistischen Urteile über die Welt an, weil er sein Bedürfnis nach Gemeinschaft befriedigen will und der Naziverein ihm das bietet." Wenn du, Libelle, nun das Zufallsprinzip in deine Kette (politischer) menschlicher Entwicklung einführst, ist die biologistische Verlaufsform natürlich unterbrochen und der rassistische Inhalt entfällt. Allerdings wird deine Theorie damit nicht besser, sondern blödsinnig. Blödsinnig nicht deshalb, weil ich dich als Blödmann beleidigen möchte, sondern deshalb, weil du den Blödmann in deine Theorie einführst. Den nämlich setzt das Zufallsprinzip voraus, Einen also der, um sein Bedürfnis zu befriedigen, ohne Wissen und Verstand, ohne zu vergleichen, abzuwägen und zu urteilen, also völlig blöde, auf eines von mehreren Ereignissen (Faschismus, Antifa, Kirche usw.) trifft, die der Bedürfnisbefriedigung entsprechen und dann nach Eintreten des zufälligen Ergebnisses (Eintreffen eines der Ereignisse), erst anfängt zu denken und seine Interessen zu vertreten. Libelle: „Da Kim B mich des Rassismus zeiht,…

Und wenn ein Mensch das nicht tut, dann bildet er sein Bewusstsein auf der Grundlage weiter, dass er der Befriedigung der durch die Gefühle induzierten Bedürfnisse hinterherlebt und -denkt. D.h. der fühlt sich z.B. mit anderen in Gemeinschaft wohl, kommt in eine Stadt, trifft auf den örtlichen Naziverein bei seiner Gemeinschaftssuche und eignet sich die faschistischen Urteile über die Welt an, weil er sein Bedürfnis nach Gemeinschaft befriedigen will und der Naziverein ihm das bietet.“

Wenn du, Libelle, nun das Zufallsprinzip in deine Kette (politischer) menschlicher Entwicklung einführst, ist die biologistische Verlaufsform natürlich unterbrochen und der rassistische Inhalt entfällt. Allerdings wird deine Theorie damit nicht besser, sondern blödsinnig. Blödsinnig nicht deshalb, weil ich dich als Blödmann beleidigen möchte, sondern deshalb, weil du den Blödmann in deine Theorie einführst. Den nämlich setzt das Zufallsprinzip voraus, Einen also der, um sein Bedürfnis zu befriedigen, ohne Wissen und Verstand, ohne zu vergleichen, abzuwägen und zu urteilen, also völlig blöde, auf eines von mehreren Ereignissen (Faschismus, Antifa, Kirche usw.) trifft, die der Bedürfnisbefriedigung entsprechen und dann nach Eintreten des zufälligen Ergebnisses (Eintreffen eines der Ereignisse), erst anfängt zu denken und seine Interessen zu vertreten.

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by: jaja http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114160 Fri, 10 Oct 2014 18:53:40 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114160 <blockquote>„Trotzdem ist das, was Menschen denken, auch Ausdruck von vorbewussten und unbewussten Wünschen und Ängsten und bleibt immer auf Wünsche bezogen. Wille und Denken sind in ihrem Verhältnis zu Wünschen weder völlig frei, noch unfrei.“</blockquote> Amen. Ein Widerspruch der Theorie vom Vor- und Unbewussten: Es wird eine Ebene, eine Instanz oder ein Faktor postuliert, die sich dem Bewusstsein entziehen würden - gleichzeitig soll aber mit bewussten Kategorien das erkannt worden sein, was diese Welt der verborgenen Zwänge mit den Gedanken (auch mit denen über die eigene Befindlichkeit) alles anstellt, die zu solchen Thesen führen. Das inhaltlich Widersprüchliche am Zitat: Erst denkt sich der Autor ein von Wünschen und Ängsten befreiten Willen, um sich so die Determinanten der Gefühlswelt zu bestätigen. Das Verhältnis des Verstandes zu seinen körperlichen und gefühlsmäßigen Voraussetzungen ist aber keines von Freiheit und Unfreiheit, sondern der geistige Bezug auf die eigene Befindlichkeit. (Es ist übrigens auch ganz schön kindisch, sich über die Anwesenheit des Körpers zu freuen, bloß weil man sich den auch wegfantasieren kann!) <blockquote>„Statt diesen Widerspruch zur Kenntnis zu nehmen wird auf der Freiheit beharrt und die andere Seite ausgeblendet. Das hat zur Folge, dass die Theorie nicht mehr fassen kann, dass Wünsche und auch Gesellschaft jenseits der bewussten Verarbeitung in die Form und den Inhalt von Denken und Willen hineinwirken.“ </blockquote> Dass „Wünsche und Gesellschaft“ etwas bewirken, lässt sich schon wegen der Allgemeinheit der Aussage nicht bestreiten. Die Zurückweisung eines konstruierten Nicht-Zusammenhangs „xy wirkt nicht“, soll aber untermauern, dass das von Psychologen gewusste „Unbewusste“ wirkt.

„Trotzdem ist das, was Menschen denken, auch Ausdruck von vorbewussten und unbewussten Wünschen und Ängsten und bleibt immer auf Wünsche bezogen. Wille und Denken sind in ihrem Verhältnis zu Wünschen weder völlig frei, noch unfrei.“

Amen. Ein Widerspruch der Theorie vom Vor- und Unbewussten: Es wird eine Ebene, eine Instanz oder ein Faktor postuliert, die sich dem Bewusstsein entziehen würden – gleichzeitig soll aber mit bewussten Kategorien das erkannt worden sein, was diese Welt der verborgenen Zwänge mit den Gedanken (auch mit denen über die eigene Befindlichkeit) alles anstellt, die zu solchen Thesen führen.

Das inhaltlich Widersprüchliche am Zitat: Erst denkt sich der Autor ein von Wünschen und Ängsten befreiten Willen, um sich so die Determinanten der Gefühlswelt zu bestätigen. Das Verhältnis des Verstandes zu seinen körperlichen und gefühlsmäßigen Voraussetzungen ist aber keines von Freiheit und Unfreiheit, sondern der geistige Bezug auf die eigene Befindlichkeit. (Es ist übrigens auch ganz schön kindisch, sich über die Anwesenheit des Körpers zu freuen, bloß weil man sich den auch wegfantasieren kann!)

„Statt diesen Widerspruch zur Kenntnis zu nehmen wird auf der Freiheit beharrt und die andere Seite ausgeblendet. Das hat zur Folge, dass die Theorie nicht mehr fassen kann, dass Wünsche und auch Gesellschaft jenseits der bewussten Verarbeitung in die Form und den Inhalt von Denken und Willen hineinwirken.“

Dass „Wünsche und Gesellschaft“ etwas bewirken, lässt sich schon wegen der Allgemeinheit der Aussage nicht bestreiten. Die Zurückweisung eines konstruierten Nicht-Zusammenhangs „xy wirkt nicht“, soll aber untermauern, dass das von Psychologen gewusste „Unbewusste“ wirkt.

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by: Moritz http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/26/berlin-29-04-14-wem-gehoert-die-ukraine/#comment-114143 Fri, 10 Oct 2014 14:42:48 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/26/berlin-29-04-14-wem-gehoert-die-ukraine/#comment-114143 Der obige Text als Flugblatt der GegenArgumente München anlässlich des europaweiten, dezentralen Aktionstags gegen TTIP, CETA, TiSA und die Freihandelsagenda am 11.10.2014: <a href="http://lora924.de/wp-content/uploads/2014/10/GA-TTIP-Flyer-11.10.14.pdf">TTIP: Ein Kampfprogramm zur Neuordnung des Weltmarkts für Dollar- und Eurokapitalisten</a> (PDF) Der obige Text als Flugblatt der GegenArgumente München anlässlich des europaweiten, dezentralen Aktionstags gegen TTIP, CETA, TiSA und die Freihandelsagenda am 11.10.2014: TTIP: Ein Kampfprogramm zur Neuordnung des Weltmarkts für Dollar- und Eurokapitalisten (PDF)

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by: Siggi http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114093 Thu, 09 Oct 2014 18:58:01 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114093 Ebenfalls zur Psychologie-Kritik des GegenStandpunkt ... Eine Veranstaltung des AK Kritische Intervention des Alternativen Vorlesungsverzeichnis des Stura der Uni Halle am Mi. 22. Oktober 2014 I 19.30 I Radio Corax, Unterberg 11, Halle: <a href="http://kritischeintervention.wordpress.com/2014/09/20/kritik-des-gegenstandpunkts-anhand-seiner-psychologischen-theorien/">Kritik des GegenStandpunkts anhand seiner psychologischen Theorien</a> "In Halle, Leipzig und anderen Orten erfährt derzeit eine politische Gruppe Zulauf, die vierteljährlich eine Zeitschrift heraus gibt, Vorträge, Schulungen und Diskussionsrunden zu gefühlt allen Themen – ob Demokratie, Lohnarbeit, Dummheit, Psychoanalyse, Heidegger oder Kafka – veranstaltet und dabei die kapitalistische Gesellschaft und das bürgerliche Denken kritisiert: Der GegenStandpunkt. Zu den besprochenen Themen zählt auch die ‘bürgerliche’ Psychologie. Ein Kritikpunkt lautet, dass sie das Denken und Handeln der Menschen zirkulär mit dahinter liegenden Kräften oder Faktoren begründet. Der Grund für das, was Menschen tun und wollen, liege laut GegenStandpunkt aber einzig in den Gedanken, denen sie dabei anhängen, und den Zwecken, die sie sich in Bezug auf eine kapitalistische Realität setzen und nicht irgendwo dahinter im Verborgenen. Folglich widmen sie sich dem Inhalt von Gedanken und kritisieren ihn, wenn sie Fehler entdecken. Das wird von psychologischen Erklärungen wirklich ausgeblendet, wo sie Urteile und Intentionen – gleichgültig gegen den Inhalt – nur als Ausdruck von etwas anderem deuten. Trotzdem ist das, was Menschen denken, auch Ausdruck von vorbewussten und unbewussten Wünschen und Ängsten und bleibt immer auf Wünsche bezogen. Wille und Denken sind in ihrem Verhältnis zu Wünschen weder völlig frei, noch unfrei. Statt diesen Widerspruch zur Kenntnis zu nehmen wird auf der Freiheit beharrt und die andere Seite ausgeblendet. Das hat zur Folge, dass die Theorie nicht mehr fassen kann, dass Wünsche und auch Gesellschaft jenseits der bewussten Verarbeitung in die Form und den Inhalt von Denken und Willen hineinwirken. Der GSP nimmt dadurch die Rationalität der kapitalistischen Gesellschaft als natürlich hin und reproduziert sie dadurch in seiner Theorie. Das ist ein Widerspruch zur Intention des GegenStandpunkts: die Gesellschaft so zu organisieren, dass es um Bedürfnisbefriedigung geht." Die Antifaschistische Gruppe Braunschweig zur Veranstaltung „Nationalismus und die Sozialpsychologie vom autoritären Charakter“ der Gruppen gegen Kapital und Nation im Rahmen des Antinationalen Kongresses am 4. Oktober 2014 in Hannover: <a href="http://agb.blogsport.de/2014/10/07/6-kritikpunkte-an-der-veranstaltung-nationalismus-und-die-sozialpsychologie-vom-autoritaeren-charakter/">6 Kritikpunkte an der Veranstaltung „Nationalismus und die Sozialpsychologie vom autoritären Charakter“</a> "Eine Kritik dieser Veranstaltung der Gruppen gegen Kapital und Nation impliziert eine Kritik des GegenStandpunktes (GSP). Deswegen wird hier beides gemeinsam erledigt, ohne jedoch auf Belege aus dem Veranstaltungstext verzichten zu müssen. (...) Fazit Eine Kritik einzelner psychologischer Disziplinen oder etwa der gesamten Psychologie als Wissenschaft ist ein nobles Unterfangen. Die Marx-Lektüre des GegenStandpunktes ist hier jedoch keine gute Ratgeberin. Nicht nur wird sich einem ganzen Erkenntnisfeld verschlossen, sondern auch die Ökonomiekritik selber leidet unter der Borniertheit. Eine Hinwendung des Marxismus zur psychologischen Erklärung bedeutet keine Abkehr von einer Ökonomiekritik. Marxsche Begriffe wie die der zweiten Natur, des Fetischs oder der Charaktermaske können durch eine psychologische Vermittlung sogar an Substanz gewinnen. Wir glauben dementsprechend, dass gerade die Psychoanalyse in manchen Fragen nicht nur notwendiges Medium von Erkenntnis, sondern auch von Kritik ist." Ebenfalls zur Psychologie-Kritik des GegenStandpunkt …

Eine Veranstaltung des AK Kritische Intervention des Alternativen Vorlesungsverzeichnis des Stura der Uni Halle
am Mi. 22. Oktober 2014 I 19.30 I Radio Corax, Unterberg 11, Halle:

Kritik des GegenStandpunkts anhand seiner psychologischen Theorien

„In Halle, Leipzig und anderen Orten erfährt derzeit eine politische Gruppe Zulauf, die vierteljährlich eine Zeitschrift heraus gibt, Vorträge, Schulungen und Diskussionsrunden zu gefühlt allen Themen – ob Demokratie, Lohnarbeit, Dummheit, Psychoanalyse, Heidegger oder Kafka – veranstaltet und dabei die kapitalistische Gesellschaft und das bürgerliche Denken kritisiert: Der GegenStandpunkt.

Zu den besprochenen Themen zählt auch die ‘bürgerliche’ Psychologie. Ein Kritikpunkt lautet, dass sie das Denken und Handeln der Menschen zirkulär mit dahinter liegenden Kräften oder Faktoren begründet. Der Grund für das, was Menschen tun und wollen, liege laut GegenStandpunkt aber einzig in den Gedanken, denen sie dabei anhängen, und den Zwecken, die sie sich in Bezug auf eine kapitalistische Realität setzen und nicht irgendwo dahinter im Verborgenen. Folglich widmen sie sich dem Inhalt von Gedanken und kritisieren ihn, wenn sie Fehler entdecken. Das wird von psychologischen Erklärungen wirklich ausgeblendet, wo sie Urteile und Intentionen – gleichgültig gegen den Inhalt – nur als Ausdruck von etwas anderem deuten. Trotzdem ist das, was Menschen denken, auch Ausdruck von vorbewussten und unbewussten Wünschen und Ängsten und bleibt immer auf Wünsche bezogen. Wille und Denken sind in ihrem Verhältnis zu Wünschen weder völlig frei, noch unfrei.

Statt diesen Widerspruch zur Kenntnis zu nehmen wird auf der Freiheit beharrt und die andere Seite ausgeblendet. Das hat zur Folge, dass die Theorie nicht mehr fassen kann, dass Wünsche und auch Gesellschaft jenseits der bewussten Verarbeitung in die Form und den Inhalt von Denken und Willen hineinwirken. Der GSP nimmt dadurch die Rationalität der kapitalistischen Gesellschaft als natürlich hin und reproduziert sie dadurch in seiner Theorie. Das ist ein Widerspruch zur Intention des GegenStandpunkts: die Gesellschaft so zu organisieren, dass es um Bedürfnisbefriedigung geht.“

Die Antifaschistische Gruppe Braunschweig zur Veranstaltung „Nationalismus und die Sozialpsychologie vom autoritären Charakter“ der Gruppen gegen Kapital und Nation im Rahmen des Antinationalen Kongresses am 4. Oktober 2014 in Hannover:

6 Kritikpunkte an der Veranstaltung „Nationalismus und die Sozialpsychologie vom autoritären Charakter“

„Eine Kritik dieser Veranstaltung der Gruppen gegen Kapital und Nation impliziert eine Kritik des GegenStandpunktes (GSP). Deswegen wird hier beides gemeinsam erledigt, ohne jedoch auf Belege aus dem Veranstaltungstext verzichten zu müssen. (…)

Fazit
Eine Kritik einzelner psychologischer Disziplinen oder etwa der gesamten Psychologie als Wissenschaft ist ein nobles Unterfangen. Die Marx-Lektüre des GegenStandpunktes ist hier jedoch keine gute Ratgeberin. Nicht nur wird sich einem ganzen Erkenntnisfeld verschlossen, sondern auch die Ökonomiekritik selber leidet unter der Borniertheit.

Eine Hinwendung des Marxismus zur psychologischen Erklärung bedeutet keine Abkehr von einer Ökonomiekritik. Marxsche Begriffe wie die der zweiten Natur, des Fetischs oder der Charaktermaske können durch eine psychologische Vermittlung sogar an Substanz gewinnen. Wir glauben dementsprechend, dass gerade die Psychoanalyse in manchen Fragen nicht nur notwendiges Medium von Erkenntnis, sondern auch von Kritik ist.“

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by: Moritz http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/26/berlin-29-04-14-wem-gehoert-die-ukraine/#comment-114022 Wed, 08 Oct 2014 15:38:28 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/26/berlin-29-04-14-wem-gehoert-die-ukraine/#comment-114022 <a href="http://www.gegenstandpunkt.com/gs/2014/3/gsa_ttip.html">TTIP: Ein Kampfprogramm zur Neuordnung des Weltmarkts für Dollar- und Eurokapitalisten</a> „TTIP bringt mehr Wachstum!“ versprechen die verantwortlichen Wirtschaftspolitiker. Wem versprechen sie damit eigentlich was? Dass Löhne und Gehälter wachsen, ist jedenfalls nicht versprochen. Dass die Lebensverhältnisse für normale Menschen leichter, angenehmer, sauberer, gesünder werden, ist auch nicht im Programm. Wachsen soll „die Wirtschaft“, nämlich was die an Erfolgszahlen produziert. Was sie da hinkriegt, ist natürlich nach wie vor und mehr denn je eine Frage der Konkurrenz – zwischen den Firmen, und zwischen den Staaten, die für die Bilanzen der Wirtschaft ihres Landes alle Rücksichten fallen lassen. Was also auf alle Fälle wächst und wachsen soll, das sind Reichweite und Schärfe eben dieser Konkurrenz, für die die Firmen in Europa, in Nordamerika und überhaupt weltweit ihr Personal auf wachsende Leistung trimmen und für die die zuständigen Politiker ihren Völkern einen gut durchorganisierten wachsenden Leistungsdruck bescheren. „Reformen“ ist das niedliche Stichwort dafür. Für Leute, die sich nicht alles gefallen lassen wollen, was Staat und Wirtschaft mit ihnen anstellen, eine gute Gelegenheit, sich darüber Rechenschaft abzulegen – nein, nicht bloß, ob sie allen Ernstes noch mehr von dieser Konkurrenz haben wollen, sondern ob überhaupt diese Art von Leben. Denn warum soll man als normaler Mensch für eine Ökonomie des Konkurrenzkampfs der Firmen ums Geld der Welt sein? Ach so, wegen des großen Segens, der damit verbunden und gleichfalls versprochen ist: „TTIP schafft Arbeitsplätze!“ - zigtausende, heißt es. Und kaum versprochen, fangen kritische Experten das Nachrechnen an und kommen zu „mageren“ bis „enttäuschenden“ bzw. „gefälschten“ Ergebnissen. Aber was ist das überhaupt für ein Versprechen? Für einen normalen Zeitgenossen, der einen Arbeitgeber finden muss, damit er sich überhaupt einen Lebensunterhalt verdienen kann, enthält die schöne Verheißung eher eine Drohung, oder genau genommen sogar zwei: Nr. 1: Wie dein „Arbeitsplatz“ aussieht, was du dort zu tun hast, was du dort verdienst, das liegt überhaupt nicht in deiner Hand. Das entscheidet sich im internationalen Konkurrenzkampf der Firmen, für den eine Handvoll demokratisch gewählte Machthaber die Richtlinien erlassen. Nr. 2: Auf einen solchen Arbeitsplatz bist du angewiesen, aber der Arbeitsplatz nicht auf dich. Ob es den überhaupt gibt, das entscheiden die Firmen im Zuge und im Interesse ihres grenzüberschreitenden Konkurrenzkampfes, für den demokratisch gewählte Politiker sich immer griffigere Richtlinien ausdenken. Eine schöne Ansage also: Du, lieber TTIP-Bürger, hast die Not, an eine Verdienstquelle zu kommen – wir, die Verantwortlichen, schaffen und verwalten sie. Und ausgerechnet das soll ein unanfechtbar guter Grund sein, dafür zu sein – für das Funktionieren eines Ladens, in dem der normale Mensch die ehrenvolle Rolle der abhängigen Nullnummer spielen darf! Naja, immerhin ist auch versprochen: „TTIP spart Kosten!“ Nämlich erstens den Unternehmern; zweitens die Kosten für die Einhaltung von Vorschriften, die besorgte Politiker irgendwann einmal für nötig gehalten haben – was natürlich schon zwei gute Gründe für TTIP sind. Der beste Grund heißt aber drittens: Diese Vorschriften sind, nach den amtlichen Feststellungen der Unterhändler, eigentlich gar nicht für die Angelegenheiten gut, die sie regeln – irgendwelche Gesundheitsrücksichten, Schonung der Natur oder so – , sondern vor allem dazu da, ausländische Konkurrenten zu diskriminieren. Letzteres ist mal ein ehrliches Wort. Und sollte all denen zu denken geben, die ihre eigene Obrigkeit schon allein deswegen für vergleichsweise nicht schlecht halten, weil sie die amerikanische Art der Salmonellenbekämpfung in Hühnerkadavern für den menschlichen Verzehr bislang nicht zugelassen hat. Am Ende ist es nämlich wirklich so, dass alle politische Volksfürsorge, von gewissen Vorschriften zur Unfallverhütung bis zur Buchpreisbindung, schon seit jeher unter dem einen großen Vorbehalt steht oder jedenfalls mittlerweile nur im Sinne der einen großen Staatsaufgabe in die Tat umgesetzt wird: Das nationale Geschäft muss sich lohnen. Oder genauer: Alle Geschäftemacherei muss sich nicht nur überhaupt für die lohnen, die es machen, sondern auch für die Staatsgewalt, die darauf aufpasst. Deswegen passt die auch darauf auf, dass die weltweite Geschäftemacherei sich vor allem für die lohnt, die mit ihrer Bereicherung ihrer Staatsgewalt nützen. Wenn das nicht auch für alle, die von den lohnenden Geschäften gar nichts haben, ein guter Grund ist, dafür zu sein! Womit wir bei der letzten und ehrlichsten aller Versprechungen wären: „TTIP setzt Geschäftsbedingungen für den Rest der Welt!“ Für die Chinesen vor allem, und zwar bevor die Volksrepublik, die kommunistische, zusammen mit Russland, Indien, Brasilien, Südafrika... – uns die Bedingungen serviert, nach denen kapitalistische Unternehmer auf dem Weltmarkt Geld verdienen können. Welche Bedingungen das dann sein könnten, wen sie wie treffen würden, spielt da gar keine Rolle – und schon gar nicht der Gesichtspunkt, dass der normale Mensch in dem ökonomischen Welttheater, um dessen Geschäftsordnung da so erbittert gerechtet wird, allemal nur als Versatzstück in kapitalistischen Konkurrenzerfolgskalkulationen vorkommt. Genau diesen normalen Menschen soll ganz spontan einleuchten, dass es auch für sie ganz furchtbar entscheidend ist, in welchen Hauptstädten über die Vorschriften entschieden wird, nach denen das weltweit agierende Kapital sein Wachstum betreibt – mit ihnen als lohnabhängigem Menschenmaterial unter staatlich organisiertem Leistungsdruck oder auch ohne sie, wenn es gerade keine lohnende Verwendung für sie hat. Ein herrlicher Grund, dafür zu sein, den die Politiker ihrem wahlberechtigten Volk da anbieten: Unsere schöne Welt ist imperialistisch; und deswegen wollen und müssen wir – zusammen mit unseren europäischen und transatlantischen 'Partnern' – die führenden, maßgeblichen Imperialisten bleiben. Auf immer und ewig! * Traurig genug: Genau an dem Versprechen macht sich die härteste Kritik fest, die in Sachen TTIP in Deutschland zu vernehmen ist: Die privaten „Schiedsgerichte“ sind der große Stein des Anstoßes. Denn da droht ein Sieg des ökonomischen Eigennutzes über demokratisch beschlossene Regelungen. Das darf nicht passieren – da sind sich die schärfsten Kritiker von unten mit dem dicksten TTIP-Anwalt der Regierung auf einmal einig! Und das ist leider gar nicht verwunderlich. Denn was darf nach deren gemeinsamer Auffassung auf keinen Fall passieren? Erfolgreicher unternehmerischer Eigennutz? – Um dessen Förderung geht es doch erklärtermaßen in dem ganzen Unternehmen. Ein Verstoß gegen die Demokratie? – Da bezeichnet das Etikett „demokratisch beschlossen“ doch nichts weiter als den Punkt, an dem die Macht- und Freiheitsillusionen wahlberechtigter Regierter mit dem Souveränitätsanspruch der gewählten Regierenden zusammenfallen. Und den einen Inhalt hat dieser „Punkt“: National muss die Geschäftsordnung sein, der wir alle gehorchen. National muss die Herrschaft agieren, keiner auswärtigen Macht hörig: Dann gehorchen wir ihr gern! Aber auch nur dann; sonst nur ganz, ganz ungern – das ist die mannhafte Drohung der TTIP-Kritik von unten. So verpasst man gründlich, worum es bei TTIP wirklich geht... * Wer es wissen will, ... <a href="http://www.gegenstandpunkt.com/gs/2014/3/gs20143103h1.html">Mit TTIP zur Wirtschafts-NATO. Dollar-Imperialismus und Euro-Binnenmarkt – gemeinsam unüberwindlich</a> (GS 3-14) TTIP: Ein Kampfprogramm zur Neuordnung des Weltmarkts für Dollar- und Eurokapitalisten

„TTIP bringt mehr Wachstum!“ versprechen die verantwortlichen Wirtschaftspolitiker. Wem versprechen sie damit eigentlich was? Dass Löhne und Gehälter wachsen, ist jedenfalls nicht versprochen. Dass die Lebensverhältnisse für normale Menschen leichter, angenehmer, sauberer, gesünder werden, ist auch nicht im Programm. Wachsen soll „die Wirtschaft“, nämlich was die an Erfolgszahlen produziert. Was sie da hinkriegt, ist natürlich nach wie vor und mehr denn je eine Frage der Konkurrenz – zwischen den Firmen, und zwischen den Staaten, die für die Bilanzen der Wirtschaft ihres Landes alle Rücksichten fallen lassen. Was also auf alle Fälle wächst und wachsen soll, das sind Reichweite und Schärfe eben dieser Konkurrenz, für die die Firmen in Europa, in Nordamerika und überhaupt weltweit ihr Personal auf wachsende Leistung trimmen und für die die zuständigen Politiker ihren Völkern einen gut durchorganisierten wachsenden Leistungsdruck bescheren. „Reformen“ ist das niedliche Stichwort dafür.

Für Leute, die sich nicht alles gefallen lassen wollen, was Staat und Wirtschaft mit ihnen anstellen, eine gute Gelegenheit, sich darüber Rechenschaft abzulegen – nein, nicht bloß, ob sie allen Ernstes noch mehr von dieser Konkurrenz haben wollen, sondern ob überhaupt diese Art von Leben. Denn warum soll man als normaler Mensch für eine Ökonomie des Konkurrenzkampfs der Firmen ums Geld der Welt sein?

Ach so, wegen des großen Segens, der damit verbunden und gleichfalls versprochen ist:

„TTIP schafft Arbeitsplätze!“ – zigtausende, heißt es. Und kaum versprochen, fangen kritische Experten das Nachrechnen an und kommen zu „mageren“ bis „enttäuschenden“ bzw. „gefälschten“ Ergebnissen. Aber was ist das überhaupt für ein Versprechen? Für einen normalen Zeitgenossen, der einen Arbeitgeber finden muss, damit er sich überhaupt einen Lebensunterhalt verdienen kann, enthält die schöne Verheißung eher eine Drohung, oder genau genommen sogar zwei:

Nr. 1: Wie dein „Arbeitsplatz“ aussieht, was du dort zu tun hast, was du dort verdienst, das liegt überhaupt nicht in deiner Hand. Das entscheidet sich im internationalen Konkurrenzkampf der Firmen, für den eine Handvoll demokratisch gewählte Machthaber die Richtlinien erlassen.

Nr. 2: Auf einen solchen Arbeitsplatz bist du angewiesen, aber der Arbeitsplatz nicht auf dich. Ob es den überhaupt gibt, das entscheiden die Firmen im Zuge und im Interesse ihres grenzüberschreitenden Konkurrenzkampfes, für den demokratisch gewählte Politiker sich immer griffigere Richtlinien ausdenken.

Eine schöne Ansage also: Du, lieber TTIP-Bürger, hast die Not, an eine Verdienstquelle zu kommen – wir, die Verantwortlichen, schaffen und verwalten sie. Und ausgerechnet das soll ein unanfechtbar guter Grund sein, dafür zu sein – für das Funktionieren eines Ladens, in dem der normale Mensch die ehrenvolle Rolle der abhängigen Nullnummer spielen darf!

Naja, immerhin ist auch versprochen:

„TTIP spart Kosten!“ Nämlich erstens den Unternehmern; zweitens die Kosten für die Einhaltung von Vorschriften, die besorgte Politiker irgendwann einmal für nötig gehalten haben – was natürlich schon zwei gute Gründe für TTIP sind. Der beste Grund heißt aber drittens: Diese Vorschriften sind, nach den amtlichen Feststellungen der Unterhändler, eigentlich gar nicht für die Angelegenheiten gut, die sie regeln – irgendwelche Gesundheitsrücksichten, Schonung der Natur oder so – , sondern vor allem dazu da, ausländische Konkurrenten zu diskriminieren.

Letzteres ist mal ein ehrliches Wort. Und sollte all denen zu denken geben, die ihre eigene Obrigkeit schon allein deswegen für vergleichsweise nicht schlecht halten, weil sie die amerikanische Art der Salmonellenbekämpfung in Hühnerkadavern für den menschlichen Verzehr bislang nicht zugelassen hat. Am Ende ist es nämlich wirklich so, dass alle politische Volksfürsorge, von gewissen Vorschriften zur Unfallverhütung bis zur Buchpreisbindung, schon seit jeher unter dem einen großen Vorbehalt steht oder jedenfalls mittlerweile nur im Sinne der einen großen Staatsaufgabe in die Tat umgesetzt wird: Das nationale Geschäft muss sich lohnen. Oder genauer: Alle Geschäftemacherei muss sich nicht nur überhaupt für die lohnen, die es machen, sondern auch für die Staatsgewalt, die darauf aufpasst. Deswegen passt die auch darauf auf, dass die weltweite Geschäftemacherei sich vor allem für die lohnt, die mit ihrer Bereicherung ihrer Staatsgewalt nützen.

Wenn das nicht auch für alle, die von den lohnenden Geschäften gar nichts haben, ein guter Grund ist, dafür zu sein!

Womit wir bei der letzten und ehrlichsten aller Versprechungen wären:

„TTIP setzt Geschäftsbedingungen für den Rest der Welt!“ Für die Chinesen vor allem, und zwar bevor die Volksrepublik, die kommunistische, zusammen mit Russland, Indien, Brasilien, Südafrika… – uns die Bedingungen serviert, nach denen kapitalistische Unternehmer auf dem Weltmarkt Geld verdienen können. Welche Bedingungen das dann sein könnten, wen sie wie treffen würden, spielt da gar keine Rolle – und schon gar nicht der Gesichtspunkt, dass der normale Mensch in dem ökonomischen Welttheater, um dessen Geschäftsordnung da so erbittert gerechtet wird, allemal nur als Versatzstück in kapitalistischen Konkurrenzerfolgskalkulationen vorkommt. Genau diesen normalen Menschen soll ganz spontan einleuchten, dass es auch für sie ganz furchtbar entscheidend ist, in welchen Hauptstädten über die Vorschriften entschieden wird, nach denen das weltweit agierende Kapital sein Wachstum betreibt – mit ihnen als lohnabhängigem Menschenmaterial unter staatlich organisiertem Leistungsdruck oder auch ohne sie, wenn es gerade keine lohnende Verwendung für sie hat. Ein herrlicher Grund, dafür zu sein, den die Politiker ihrem wahlberechtigten Volk da anbieten: Unsere schöne Welt ist imperialistisch; und deswegen wollen und müssen wir – zusammen mit unseren europäischen und transatlantischen ‚Partnern‘ – die führenden, maßgeblichen Imperialisten bleiben. Auf immer und ewig!

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Traurig genug: Genau an dem Versprechen macht sich die härteste Kritik fest, die in Sachen TTIP in Deutschland zu vernehmen ist: Die privaten „Schiedsgerichte“ sind der große Stein des Anstoßes. Denn da droht ein Sieg des ökonomischen Eigennutzes über demokratisch beschlossene Regelungen. Das darf nicht passieren – da sind sich die schärfsten Kritiker von unten mit dem dicksten TTIP-Anwalt der Regierung auf einmal einig!

Und das ist leider gar nicht verwunderlich. Denn was darf nach deren gemeinsamer Auffassung auf keinen Fall passieren? Erfolgreicher unternehmerischer Eigennutz? – Um dessen Förderung geht es doch erklärtermaßen in dem ganzen Unternehmen. Ein Verstoß gegen die Demokratie? – Da bezeichnet das Etikett „demokratisch beschlossen“ doch nichts weiter als den Punkt, an dem die Macht- und Freiheitsillusionen wahlberechtigter Regierter mit dem Souveränitätsanspruch der gewählten Regierenden zusammenfallen. Und den einen Inhalt hat dieser „Punkt“: National muss die Geschäftsordnung sein, der wir alle gehorchen. National muss die Herrschaft agieren, keiner auswärtigen Macht hörig: Dann gehorchen wir ihr gern! Aber auch nur dann; sonst nur ganz, ganz ungern – das ist die mannhafte Drohung der TTIP-Kritik von unten.

So verpasst man gründlich, worum es bei TTIP wirklich geht…

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Wer es wissen will, …

Mit TTIP zur Wirtschafts-NATO. Dollar-Imperialismus und Euro-Binnenmarkt – gemeinsam unüberwindlich (GS 3-14)

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