Walgesang Comments http://Neoprene.blogsport.de Sie rufen weit ins Meer, aber wer hört ihnen zu? (außer Walen) Sat, 25 Oct 2014 13:05:32 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 by: jaja http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-115121 Fri, 24 Oct 2014 16:31:51 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-115121 @Siggi Ok, ein kommentarloser Verweis unterstellt keinen Schulterschluss ... missverständlich ist sowas aber schon :) @Siggi

Ok, ein kommentarloser Verweis unterstellt keinen Schulterschluss … missverständlich ist sowas aber schon :)

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by: Krim http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-115046 Thu, 23 Oct 2014 18:10:24 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-115046 Danke Siggi für den Hinweis auf den Artikel bei Conne Island. Es kam mir übrigens so vor, als sei auch der Thread hier in ihre Kritik eingeflossen. Danke Siggi für den Hinweis auf den Artikel bei Conne Island.
Es kam mir übrigens so vor, als sei auch der Thread hier in ihre Kritik eingeflossen.

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by: Krim http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-115041 Thu, 23 Oct 2014 16:50:06 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-115041 <i>"Wenn Kritik ein Mittel für die eigenen Interessen sein soll, dann wäre gerade der praktische Erfolg ein relevanter Maßstab. Und wenn der immer wieder ausbleibt und die Revolution heute sehr weit entfernt scheint, wäre es nur zweckmäßig, zu versuchen sich einfach nur bestmöglich in den kapitalistischen Verhältnissen zu behaupten."</i> Da wird ja ziemlich schnell klar, woher der Wind weht. Tun wir einfach mal so, als seien die "eigenen Interessen" von Kommunisten was ganz und gar systemimmanentes z.B. mehr Geld und schon taugt Kommunimus gar nicht mehr so richtig zur Verfolgung dieses Interesses. Wenn man aber feststellt, dass kapitalistische Ausbeutung nicht zum eigenen Interesse passt, wie soll denn dann das "bestmögliche behaupten in den kapitalistischen Verhältnissen" dem Interesse dienen? Für einen Antikommunisten ist das aber saulogisch. <i>"Kommunistische Kritik ergibt heute nur noch Sinn, wenn ausgehend von eigenen Interessen und eigenem Leid Ziele hinzukommen, die über eine_n Selbst hinausgehen: der Wunsch Leiden in der Welt zu verringern und sie vernünftig und sinnvoll einzurichten. Ohne diese Motivation würde es auch keinen GSP und seine Sympathisant_innen geben. Gleichzeitig streiten sie diese aber als »gar nicht existente allgemeine Interessen, Werte und Ideale«(3) ab und verweisen auf nur eigene Bedürfnisse."</i> Das eigene Leid lässt sich dann wohl auch im Kapitalismus wunderbar abstellen, wenn bloß der Altruismus Grund für Kommunismus sein soll. Logisch ist das allerdings nur für einen bis in die Knochen bürgerlichen Konkurrenzcharakter. Dass es nicht nur mir selbst gut geht, sondern auch der Gesellschaft, in der man lebt, arbeitet, von der man als gesellschaftliches Wesen auch schon im Kapitalismus bis ins kleinste abhängt, das kann sich so ein bürgerlicher Konkurrenzidiot bloß als "Wert und Ideal" vorstellen. <i>"Gefühle seien hingegen Urteile des Verstandes, die »zur Gewohnheit geworden sind und sich in unmittelbarer Form, ohne die neuerliche Anstrengung des Gedankens betätigen«(4)</i> Schaut man im Quellenverzeichnis steht da: (4) Die Psychologie des bürgerlichen Individuums, S. 19 S.19 in diesem Buch findet sich aber das obengenannte Zitat nicht. Die Behauptung "Gefühle seien Urteile des Verstandes" wird also untergeschoben. Die eigentliche Erklärung wird unterschlagen und so verdreht und runtergebrochen, dass eine falsche Behauptung daraus wird. Ebenso ist Fußnote 6 erfunden, d.h. findet sich nicht auf S.19 des Psychologiebuches. <i>"aber es ist verkehrt anzunehmen, dass der Ausgangspunkt von jedem Gefühl ein bewusstes Urteil ist."</i> So geht es eben, wenn man nicht kapieren will, w i e das Urteil Ausgangspunkt des Gefühls ist, sondern das Urteil umstandslos als Grund des Gefühls angibt, als würde man sich ein Gefühl jedes mal <i>überlegen</i>, als sei es direkt das Resultat eines bewussten Denkprozesses. <i>"genauso wenig könnte man sich als Erwachsener einfach völlig gegen Moral und das Schämen entscheiden."</i> Doch das geht durchaus. Es dauert eben nur bis die Kritik von Moral und Scham zur inneren Bestimmtheit geworden ist. <i>"Wie der GSP erkennt, gibt es auch die Möglichkeit sich gegen einen Wunsch zu entscheiden, aber solche Entscheidungen setzen voraus, dass man den Wunsch reflektiert, und brauchen außerdem eine bestimmte Kraft, umso größer, je größer der zu unterdrückende Wunsch ist."</i> So wie das Kind ein Überraschungsei jetzt gegen zwei später abwägen soll? So ein Schmarrn. Für die Rationalisierung eines Wunsches braucht es keine Kraft, denn wenn erkannt ist, dass der Wunsch nichts taugt, dann ist es auch kein Wunsch mehr und wenn er was taugt, muss man ihn nicht unterdrücken, sondern verfolgen. <i>"Somit ist der Wille bedingt durch Wünsche und Stimmungen und als bedingter Wille nicht frei."</i> Was mit einer verstellten Vase bebildert wird, deren Platzierung auf einem Tisch wirklich scheißegal ist. Warum wird die Unfreiheit des Willens nicht daran gezeigt, dass man ihm unter Hypnose etwas einreden kann, was er nicht will? Weil das nicht geht. <i>" Den Entschluss Phobiker_in zu werden und die Gründe, die laut dem GSP zu dieser Entscheidung führen, kann hier aber niemand angeben."</i> Haha wie witzig, mir schlafen gleich die Füße ein. Wie wäre es denn, statt nach dem Entschluss Phobiker zu werden zu suchen, einfach nach dem Grund der Angst zu suchen. Vermutlich wird man da eher fündig und muss den GSP obendrein nicht als debil darstellen. <i>"Selbst die Übernahme der elterlichen Moral durch Kinder erscheint ihnen daher rückblickend schon als freier Entschluss (vgl. oben). "</i> Nein. Erstmal ist die Übernahme ein Produkt elterlicher Gewalt. "Wenn du das tust, dann kriegst du bzw. kriegst du nicht..." Fehlt diese elterliche Gewalt dann später und die Moral wird trotzdem noch geteilt, erst dann ist sie ein freier Entschluss. Was auch sonst? Natürlich saufen und Rauchen die Kids was das Zeug hält, wenn sie die Moral, dass sich das nicht gehört, abgelegt haben. Und wenn sie nicht rauchen, hat ihnen wohl eingeleuchtet, das Rauchen schädlich ist. <i>" Gewalt, die sich nicht physisch zeigt und ableiten lässt, kennen sie nicht einmal mehr in ihrer gröbsten Form: »Warum soll man denn einen anderen Menschen nicht anschreien? Da tut man ihm doch nichts.«(18)"</i> Genau. Vielleicht hängt das Vorhandensein von Gewalt mehr vom Inhalt des Gesagten ab, als von der Lautstärke. Nur so als Idee. Ist es denn auch Gewalt, wenn man einen Passanten lautstark davor warnt in ein Auto zu laufen. Uhh - böse Gewalt. <i>" Alles, was sich am Objekt der rationalen Erkenntnis entzieht, wird von ihr eingeebnet."</i> Ich dachte es entzieht sich. Einebnen geht aber merkwürdigerweise. <i>"Nichts Fremdes, was sich seinem Denken nicht einfügt, kann mehr von außen an das Subjekt herankommen. Aber in seiner gedanklichen Verfügung über sich und die Welt verarmt es. Es schrumpft zum Punkt der urteilenden Vernunft."</i> LOL. Scheiße aber auch, die blöden Kommunisten sind von außen so schlecht steuerbar. Egal - dafür sind es ganz verarmte, eingeschrumpfte Würstchen. <i>"Gerade die Erfahrung von Wahrheit, Sinn oder Glück, in der sich das Subjekt aufgibt und ans Objekt verliert, muss dem GSP also besonders verdächtig erscheinen."</i> Rofl. Jetzt wird auch klar was dem verarmten GSP-Urteil fehlt - S i n n. Ja, das braucht der Mensch natürlich, sonst hat das Leben ja keinen Sinn. <i>"Alles, was ihm fremd ist und sich ihm entzieht, versucht es sich mit Härte einzuordnen: »Mach mal ein Argument draus!«."</i> Argumente sind also Härte. Wie verschroben ist das denn? <i>"Der Wunsch nach Unmittelbarkeit, Sinn, Glück oder dem Ende des unnötigen Leids (i.S.v. Moral) fallen diesem Denken als bloß gedanklicher Unsinn zum Opfer."</i> Wo es doch geliebte Werte sind, die der Autor keinesfalls missen möchte. <i>"Von diesen Wünschen geht dabei ihre Kritik aber notwendig aus, denn um weniger zu arbeiten und mehr zu konsumieren wird auch beim GSP niemand Kommunist_in."</i> Nein, Kommunisten wollen definitiv keinen Sinn, abstraktes Glück, oder Moral und mehr Konsum bei weniger Arbeit kann es für die Massen definitiv erst im Kommunismus geben. <i>"Um dieser Tendenz entgegen zu wirken, müsste sich vernünftiges Denken auf seinen Ursprung: die ihm fremden Wünsche besinnen, ohne sie selbst an seinem eignen Prinzip zu messen. "</i> Das ist Unsinn bzw. ein Bekenntnis zur Irrationalistät. Wie soll sich denn vernünftiges Denken auf ein ihm fremdes beziehen ohne das zu tun, was vernünftiges Denken nunmal tut, nämlich vernünftig Denken. Das Denken soll vernünftig denken ohne vernünftig zu denken (,was sein eigenes Prinzip ist.) <i>"An bloß rationaler Vernunft würde sich noch jeder moralische Impuls und der Wunsch nach mehr, als dem Immergleichen – nach Glück, Sinn oder Versöhnung – als unvernünftig und leer blamieren,"</i> Genau, deshalb sollte man mal zur Kenntnis nehmen, dass es im Kommunismus nicht um "Glück, Sinn oder Versöhnung" geht. <i>"aber ohne diese Wünsche wird schließlich auch Vernunft unvernünftig und leer, weil sie sich damit ihrer Zwecke entledigt."</i> Weil sich der Autor unter den einzig vernünftigen Zwecken eben bloß "Glück, Sinn oder Versöhnung" vorstellen kann. <i>"Beim GSP werden als Wünsche nur noch die isolierten, eigenen Interessen gelten gelassen,"</i> Ne. Das hättest du bloß gerne, weil du dir unter dem Verfolgen von Interessen bloß einen bürgerlichen Konkurrenzcharakter vorstellen kannst. <i>"die dann im Kapitalismus wirklich erstmal zweckmäßiger untergebracht wären."</i> q.e.d. Stimmt! Der bürgerliche Konkurrenzcharakter ist wirklich besser im Kapitalismus untergebracht. <i>"Dieser letzten Konsequenz scheint jedoch immerhin beim GSP eine psychologische Schranke gesetzt zu sein. Diese müsste bewusst werden."</i> Damit was? Damit er reumütig in den Schoß von Mütterchen Kapitalimus zurückkehrt? Du bist echt ein ulkiger Zeitgenosse. Bloß weil dein Bedürfnis nach Sinn und Glück vom GSP kritisiert wird, soll das so eine Art Vernunftsekte sein, die sich mit harten Argumenten (Achtung Gewalt) gegenseitig den sinnverklärten Blick auf die Welt austreibt, was dann zu einer geistigen Verarmung führt, die lauter Typen produziert, die zum kalten Kapitalismus eigentlich ganz gut passen würden, wenn nicht von irgendwoher her, eine psychologische Schranke kommen würde, (wahrscheinlich ein Relikt, das sich in den Tiefenschichten der Seele der gruppeneigenen Selbstkasteiung widersetzt,) die sie daran hindert, wieder dem Eigentum zu frönen. Ja klar, sehr einleuchtend, deine Analyse, pardon dein Denkgefühl, wollte ich sagen. „Wenn Kritik ein Mittel für die eigenen Interessen sein soll, dann wäre gerade der praktische Erfolg ein relevanter Maßstab. Und wenn der immer wieder ausbleibt und die Revolution heute sehr weit entfernt scheint, wäre es nur zweckmäßig, zu versuchen sich einfach nur bestmöglich in den kapitalistischen Verhältnissen zu behaupten.“ Da wird ja ziemlich schnell klar, woher der Wind weht. Tun wir einfach mal so, als seien die „eigenen Interessen“ von Kommunisten was ganz und gar systemimmanentes z.B. mehr Geld und schon taugt Kommunimus gar nicht mehr so richtig zur Verfolgung dieses Interesses. Wenn man aber feststellt, dass kapitalistische Ausbeutung nicht zum eigenen Interesse passt, wie soll denn dann das „bestmögliche behaupten in den kapitalistischen Verhältnissen“ dem Interesse dienen? Für einen Antikommunisten ist das aber saulogisch.

„Kommunistische Kritik ergibt heute nur noch Sinn, wenn ausgehend von eigenen Interessen und eigenem Leid Ziele hinzukommen, die über eine_n Selbst hinausgehen: der Wunsch Leiden in der Welt zu verringern und sie vernünftig und sinnvoll einzurichten. Ohne diese Motivation würde es auch keinen GSP und seine Sympathisant_innen geben. Gleichzeitig streiten sie diese aber als »gar nicht existente allgemeine Interessen, Werte und Ideale«(3) ab und verweisen auf nur eigene Bedürfnisse.“ Das eigene Leid lässt sich dann wohl auch im Kapitalismus wunderbar abstellen, wenn bloß der Altruismus Grund für Kommunismus sein soll. Logisch ist das allerdings nur für einen bis in die Knochen bürgerlichen Konkurrenzcharakter. Dass es nicht nur mir selbst gut geht, sondern auch der Gesellschaft, in der man lebt, arbeitet, von der man als gesellschaftliches Wesen auch schon im Kapitalismus bis ins kleinste abhängt, das kann sich so ein bürgerlicher Konkurrenzidiot bloß als „Wert und Ideal“ vorstellen.

„Gefühle seien hingegen Urteile des Verstandes, die »zur Gewohnheit geworden sind und sich in unmittelbarer Form, ohne die neuerliche Anstrengung des Gedankens betätigen«(4) Schaut man im Quellenverzeichnis steht da: (4) Die Psychologie des bürgerlichen Individuums, S. 19

S.19 in diesem Buch findet sich aber das obengenannte Zitat nicht.
Die Behauptung „Gefühle seien Urteile des Verstandes“ wird also untergeschoben. Die eigentliche Erklärung wird unterschlagen und so verdreht und runtergebrochen, dass eine falsche Behauptung daraus wird. Ebenso ist Fußnote 6 erfunden, d.h. findet sich nicht auf S.19 des Psychologiebuches.

„aber es ist verkehrt anzunehmen, dass der Ausgangspunkt von jedem Gefühl ein bewusstes Urteil ist.“ So geht es eben, wenn man nicht kapieren will, w i e das Urteil Ausgangspunkt des Gefühls ist, sondern das Urteil umstandslos als Grund des Gefühls angibt, als würde man sich ein Gefühl jedes mal überlegen, als sei es direkt das Resultat eines bewussten Denkprozesses.

„genauso wenig könnte man sich als Erwachsener einfach völlig gegen Moral und das Schämen entscheiden.“ Doch das geht durchaus. Es dauert eben nur bis die Kritik von Moral und Scham zur inneren Bestimmtheit geworden ist.

„Wie der GSP erkennt, gibt es auch die Möglichkeit sich gegen einen Wunsch zu entscheiden, aber solche Entscheidungen setzen voraus, dass man den Wunsch reflektiert, und brauchen außerdem eine bestimmte Kraft, umso größer, je größer der zu unterdrückende Wunsch ist.“ So wie das Kind ein Überraschungsei jetzt gegen zwei später abwägen soll? So ein Schmarrn. Für die Rationalisierung eines Wunsches braucht es keine Kraft, denn wenn erkannt ist, dass der Wunsch nichts taugt, dann ist es auch kein Wunsch mehr und wenn er was taugt, muss man ihn nicht unterdrücken, sondern verfolgen.

„Somit ist der Wille bedingt durch Wünsche und Stimmungen und als bedingter Wille nicht frei.“ Was mit einer verstellten Vase bebildert wird, deren Platzierung auf einem Tisch wirklich scheißegal ist. Warum wird die Unfreiheit des Willens nicht daran gezeigt, dass man ihm unter Hypnose etwas einreden kann, was er nicht will? Weil das nicht geht.

“ Den Entschluss Phobiker_in zu werden und die Gründe, die laut dem GSP zu dieser Entscheidung führen, kann hier aber niemand angeben.“ Haha wie witzig, mir schlafen gleich die Füße ein. Wie wäre es denn, statt nach dem Entschluss Phobiker zu werden zu suchen, einfach nach dem Grund der Angst zu suchen. Vermutlich wird man da eher fündig und muss den GSP obendrein nicht als debil darstellen.

„Selbst die Übernahme der elterlichen Moral durch Kinder erscheint ihnen daher rückblickend schon als freier Entschluss (vgl. oben). „ Nein. Erstmal ist die Übernahme ein Produkt elterlicher Gewalt. „Wenn du das tust, dann kriegst du bzw. kriegst du nicht…“ Fehlt diese elterliche Gewalt dann später und die Moral wird trotzdem noch geteilt, erst dann ist sie ein freier Entschluss. Was auch sonst? Natürlich saufen und Rauchen die Kids was das Zeug hält, wenn sie die Moral, dass sich das nicht gehört, abgelegt haben. Und wenn sie nicht rauchen, hat ihnen wohl eingeleuchtet, das Rauchen schädlich ist.

“ Gewalt, die sich nicht physisch zeigt und ableiten lässt, kennen sie nicht einmal mehr in ihrer gröbsten Form: »Warum soll man denn einen anderen Menschen nicht anschreien? Da tut man ihm doch nichts.«(18)“ Genau. Vielleicht hängt das Vorhandensein von Gewalt mehr vom Inhalt des Gesagten ab, als von der Lautstärke. Nur so als Idee. Ist es denn auch Gewalt, wenn man einen Passanten lautstark davor warnt in ein Auto zu laufen. Uhh – böse Gewalt.

“ Alles, was sich am Objekt der rationalen Erkenntnis entzieht, wird von ihr eingeebnet.“ Ich dachte es entzieht sich. Einebnen geht aber merkwürdigerweise.

„Nichts Fremdes, was sich seinem Denken nicht einfügt, kann mehr von außen an das Subjekt herankommen. Aber in seiner gedanklichen Verfügung über sich und die Welt verarmt es. Es schrumpft zum Punkt der urteilenden Vernunft.“ LOL. Scheiße aber auch, die blöden Kommunisten sind von außen so schlecht steuerbar. Egal – dafür sind es ganz verarmte, eingeschrumpfte Würstchen.

„Gerade die Erfahrung von Wahrheit, Sinn oder Glück, in der sich das Subjekt aufgibt und ans Objekt verliert, muss dem GSP also besonders verdächtig erscheinen.“ Rofl. Jetzt wird auch klar was dem verarmten GSP-Urteil fehlt – S i n n. Ja, das braucht der Mensch natürlich, sonst hat das Leben ja keinen Sinn.

„Alles, was ihm fremd ist und sich ihm entzieht, versucht es sich mit Härte einzuordnen: »Mach mal ein Argument draus!«.“ Argumente sind also Härte. Wie verschroben ist das denn?

„Der Wunsch nach Unmittelbarkeit, Sinn, Glück oder dem Ende des unnötigen Leids (i.S.v. Moral) fallen diesem Denken als bloß gedanklicher Unsinn zum Opfer.“ Wo es doch geliebte Werte sind, die der Autor keinesfalls missen möchte.

„Von diesen Wünschen geht dabei ihre Kritik aber notwendig aus, denn um weniger zu arbeiten und mehr zu konsumieren wird auch beim GSP niemand Kommunist_in.“ Nein, Kommunisten wollen definitiv keinen Sinn, abstraktes Glück, oder Moral und mehr Konsum bei weniger Arbeit kann es für die Massen definitiv erst im Kommunismus geben.

„Um dieser Tendenz entgegen zu wirken, müsste sich vernünftiges Denken auf seinen Ursprung: die ihm fremden Wünsche besinnen, ohne sie selbst an seinem eignen Prinzip zu messen. „ Das ist Unsinn bzw. ein Bekenntnis zur Irrationalistät. Wie soll sich denn vernünftiges Denken auf ein ihm fremdes beziehen ohne das zu tun, was vernünftiges Denken nunmal tut, nämlich vernünftig Denken. Das Denken soll vernünftig denken ohne vernünftig zu denken (,was sein eigenes Prinzip ist.)

„An bloß rationaler Vernunft würde sich noch jeder moralische Impuls und der Wunsch nach mehr, als dem Immergleichen – nach Glück, Sinn oder Versöhnung – als unvernünftig und leer blamieren,“ Genau, deshalb sollte man mal zur Kenntnis nehmen, dass es im Kommunismus nicht um „Glück, Sinn oder Versöhnung“ geht.

„aber ohne diese Wünsche wird schließlich auch Vernunft unvernünftig und leer, weil sie sich damit ihrer Zwecke entledigt.“ Weil sich der Autor unter den einzig vernünftigen Zwecken eben bloß „Glück, Sinn oder Versöhnung“ vorstellen kann.

„Beim GSP werden als Wünsche nur noch die isolierten, eigenen Interessen gelten gelassen,“ Ne. Das hättest du bloß gerne, weil du dir unter dem Verfolgen von Interessen bloß einen bürgerlichen Konkurrenzcharakter vorstellen kannst. „die dann im Kapitalismus wirklich erstmal zweckmäßiger untergebracht wären.“ q.e.d. Stimmt! Der bürgerliche Konkurrenzcharakter ist wirklich besser im Kapitalismus untergebracht.

„Dieser letzten Konsequenz scheint jedoch immerhin beim GSP eine psychologische Schranke gesetzt zu sein. Diese müsste bewusst werden.“ Damit was? Damit er reumütig in den Schoß von Mütterchen Kapitalimus zurückkehrt? Du bist echt ein ulkiger Zeitgenosse. Bloß weil dein Bedürfnis nach Sinn und Glück vom GSP kritisiert wird, soll das so eine Art Vernunftsekte sein, die sich mit harten Argumenten (Achtung Gewalt) gegenseitig den sinnverklärten Blick auf die Welt austreibt, was dann zu einer geistigen Verarmung führt, die lauter Typen produziert, die zum kalten Kapitalismus eigentlich ganz gut passen würden, wenn nicht von irgendwoher her, eine psychologische Schranke kommen würde, (wahrscheinlich ein Relikt, das sich in den Tiefenschichten der Seele der gruppeneigenen Selbstkasteiung widersetzt,) die sie daran hindert, wieder dem Eigentum zu frönen. Ja klar, sehr einleuchtend, deine Analyse, pardon dein Denkgefühl, wollte ich sagen.

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by: Siggi http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-115040 Thu, 23 Oct 2014 16:48:18 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-115040 Zur Klarstellung: Von einem "Plädoyer für irrationale Gesetze" o.ä. kann überhaupt keine Rede sein. Der Grund für die Links ist ein ganz einfacher: Mir war aufgefallen, dass fast gleichzeitig Braunschweiger Antifas und Antideutsche aus Halle und Leipzig sich an einer Kritik des GS über die Psycho- bzw. Moral-Schiene versucht haben. Darauf sollte hingewiesen werden, das ist alles. Geteilt werden die Kritiken von mir nicht. Zur Klarstellung:

Von einem „Plädoyer für irrationale Gesetze“ o.ä. kann überhaupt keine Rede sein. Der Grund für die Links ist ein ganz einfacher: Mir war aufgefallen, dass fast gleichzeitig Braunschweiger Antifas und Antideutsche aus Halle und Leipzig sich an einer Kritik des GS über die Psycho- bzw. Moral-Schiene versucht haben. Darauf sollte hingewiesen werden, das ist alles. Geteilt werden die Kritiken von mir nicht.

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by: jaja http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-115037 Thu, 23 Oct 2014 16:03:52 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-115037 @Siggi Dein Plädoyer fur irrationale Gesetze, die mittels rationaler Argumente vorgetragen werden? Oder soll man darüber lachen, dass in der Psychologie die Gesetzmäßigkeiten der Welt als geistlose und unverstandene postuliert werden? "Wie für die Benutzung durchs Kapitals muss die Welt beim GSP auf ihre rational fassbaren Gesetzmäßigkeiten reduziert werden." (Siggi via CEEIEH #217 / Oktober 2014) Richtig kindisch: Kapital böse, also GSP böse, weil beide zu rational für Psychologengemüt ... Und um das schlechte Gefühl bei Kritik zu vermeiden, zitieren Psychos daher lieber Dummheiten statt eigener Argumentation ... @Siggi

Dein Plädoyer fur irrationale Gesetze, die mittels rationaler Argumente vorgetragen werden? Oder soll man darüber lachen, dass in der Psychologie die Gesetzmäßigkeiten der Welt als geistlose und unverstandene postuliert werden?

„Wie für die Benutzung durchs Kapitals muss die Welt beim GSP auf ihre rational fassbaren Gesetzmäßigkeiten reduziert werden.“
(Siggi via CEEIEH #217 / Oktober 2014)

Richtig kindisch: Kapital böse, also GSP böse, weil beide zu rational für Psychologengemüt … Und um das schlechte Gefühl bei Kritik zu vermeiden, zitieren Psychos daher lieber Dummheiten statt eigener Argumentation …

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by: libelle http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-115036 Thu, 23 Oct 2014 15:53:44 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-115036 @CEEIEH/Siggi - mit Einschränkung (u.a. Moralität als quasinatürliches Bedürfnis (stimme ich nicht zu) und tw. den wenigstens ergänzungsbedürftigen Einlassungen zu Interessen/Bedürfnissen am Anfang) ein wirklich gelungener Text, bravo! Edit: Neoprene verweist dann auf das Fatale an solchen Moralvorstellungen. Dagegen wäre zu sagen, dass man auf die Art vielleicht irgend eine Freiheit, aber kein angenehmes Leben "verwirklicht" bekommt. @CEEIEH/Siggi – mit Einschränkung (u.a. Moralität als quasinatürliches Bedürfnis (stimme ich nicht zu) und tw. den wenigstens ergänzungsbedürftigen Einlassungen zu Interessen/Bedürfnissen am Anfang) ein wirklich gelungener Text, bravo!

Edit: Neoprene verweist dann auf das Fatale an solchen Moralvorstellungen. Dagegen wäre zu sagen, dass man auf die Art vielleicht irgend eine Freiheit, aber kein angenehmes Leben „verwirklicht“ bekommt.

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by: Neoprene http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-115032 Thu, 23 Oct 2014 14:14:29 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-115032 So ähnlich wie Konrad Ess jetzt in dem obigen Conne Island-Artikel hat vor einigen Jahren schon die linke Philosophin Christine Zunke argumentiert: "Es gibt nur einen vernünftigen Grund, Freiheit gesellschaftlich verwirklichen zu wollen: Moral" Den <a href="http://www.rote-ruhr-uni.com/cms/IMG/mp3/Christine_Zunke_-_Moral_und_Gesellschaftskritik_-_Freiheit1.mp3">Vortrag</a>, den sie zu diesem Thema 2010 bei der Roten Ruhr Uni gehalten hat, habe ich damals <a href="http://neoprene.blogsport.de/2009/05/27/update-zu-moral-vortraegen-erfurt-online/#comment-54711">abgeschrieben</a> und in den <a href="http://neoprene.blogsport.de/2009/05/27/update-zu-moral-vortraegen-erfurt-online/">Thread zur Kritik von Rolf Röhrig am Moralismus</a> untergebracht Mittlerweile gibt es das auch in einem Buch: <a href="http://www.amazon.de/Die-Moral-Kritik-Gegenstand-Gesellschaftstheorie/dp/3826045602/ref=sr_1_fkmr0_1?ie=UTF8&qid=1414073841&sr=8-1-fkmr0&keywords=Die+Moral+in+der+Kritik%2C+Ingo+Elbe%2C+Sven+Ellmers+%28Hg.%29">Die Moral in der Kritik, Ingo Elbe, Sven Ellmers (Hg.)</a>, Könighausen Neumann, Würzburg 2011, S. 11-37 So ähnlich wie Konrad Ess jetzt in dem obigen Conne Island-Artikel hat vor einigen Jahren schon die linke Philosophin Christine Zunke argumentiert: „Es gibt nur einen vernünftigen Grund, Freiheit gesellschaftlich verwirklichen zu wollen: Moral“
Den Vortrag, den sie zu diesem Thema 2010 bei der Roten Ruhr Uni gehalten hat, habe ich damals abgeschrieben und in den Thread zur Kritik von Rolf Röhrig am Moralismus untergebracht Mittlerweile gibt es das auch in einem Buch: Die Moral in der Kritik, Ingo Elbe, Sven Ellmers (Hg.), Könighausen Neumann, Würzburg 2011, S. 11-37

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by: Siggi http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-115026 Thu, 23 Oct 2014 12:56:56 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-115026 <a href="http://www.conne-island.de/nf/217/3.html">"Kritik des GegenStandpunkts – Von Fehlern und Härten unreflektierter Rationalität"</a> (CEEIEH #217 / Oktober 2014) <blockquote>"Argumente prüfen und sich einleuchten lassen, sowie das Reden von ›Zwecken‹, ›Interessen‹, ›abstrakter Zugriffsmacht‹ und ›Tautologien‹, das am Ende immer souverän Recht behält, kennt man heute von der Nachfolgeorganisation der Marxistischen Gruppe: dem GegenStandpunkt. Dieser gibt vierteljährlich eine Zeitschrift heraus und veranstaltet Vorträge, Schulungen und Diskussionsrunden zu gefühlt allen Themen, ob Demokratie, Lohnarbeit, Dummheit, Psychoanalyse, Heidegger oder Kafka. An diesen Gegenständen wird die kapitalistische Gesellschaft und bürgerliches Denken kritisiert. Die Kritik zielt dabei immer inhaltlich darauf ab, die falschen Gedanken Anderer über den Kapitalismus zu korrigieren, indem die sich das vorgetragene Argument einleuchten lassen. Wenn man die Argumente verstanden hat, weiß man dann, woran man bei der jeweiligen Sache ist und was davon zu halten ist. Das macht die Anziehungskraft des GegenStandpunkts aus. Der vorliegende Text beschäftigt sich nicht primär mit dem Inhalt ihrer Kapitalismus- oder Staatskritik (bei der sich viel Vernünftiges lernen lässt!), sondern mit der Freiheit von Willen und Denken, die ihren Kritiken immer vorausgesetzt ist, über die aber nur selten explizit geredet wird. Hier wird gezeigt, dass sich Psychologie und auch eine kommunistische Kritik, die sich ihrer bedient, nicht konsequent an Widerspruchsfreiheit messen lassen sollte und selbst die Psychologie des GegenStandpunkts nicht ohne (unbemerkte) Widersprüche auskommt. Das Vertreten einer rationalisierten Psychologie, die keine Widersprüche gelten lässt, hat beim GegenStandpunkt Konsequenzen dafür, wie sie die kapitalistische Gesellschaft begreifen und kritisieren. Aus den theoretischen Fehlern ergeben sich Tendenzen, die ihrer Intention, die Schädigung der Individuen im Kapitalismus abzuschaffen, krass entgegenlaufen. (...)"</blockquote> „Kritik des GegenStandpunkts – Von Fehlern und Härten unreflektierter Rationalität“ (CEEIEH #217 / Oktober 2014)

„Argumente prüfen und sich einleuchten lassen, sowie das Reden von ›Zwecken‹, ›Interessen‹, ›abstrakter Zugriffsmacht‹ und ›Tautologien‹, das am Ende immer souverän Recht behält, kennt man heute von der Nachfolgeorganisation der Marxistischen Gruppe: dem GegenStandpunkt. Dieser gibt vierteljährlich eine Zeitschrift heraus und veranstaltet Vorträge, Schulungen und Diskussionsrunden zu gefühlt allen Themen, ob Demokratie, Lohnarbeit, Dummheit, Psychoanalyse, Heidegger oder Kafka. An diesen Gegenständen wird die kapitalistische Gesellschaft und bürgerliches Denken kritisiert. Die Kritik zielt dabei immer inhaltlich darauf ab, die falschen Gedanken Anderer über den Kapitalismus zu korrigieren, indem die sich das vorgetragene Argument einleuchten lassen. Wenn man die Argumente verstanden hat, weiß man dann, woran man bei der jeweiligen Sache ist und was davon zu halten ist. Das macht die Anziehungskraft des GegenStandpunkts aus.

Der vorliegende Text beschäftigt sich nicht primär mit dem Inhalt ihrer Kapitalismus- oder Staatskritik (bei der sich viel Vernünftiges lernen lässt!), sondern mit der Freiheit von Willen und Denken, die ihren Kritiken immer vorausgesetzt ist, über die aber nur selten explizit geredet wird. Hier wird gezeigt, dass sich Psychologie und auch eine kommunistische Kritik, die sich ihrer bedient, nicht konsequent an Widerspruchsfreiheit messen lassen sollte und selbst die Psychologie des GegenStandpunkts nicht ohne (unbemerkte) Widersprüche auskommt. Das Vertreten einer rationalisierten Psychologie, die keine Widersprüche gelten lässt, hat beim GegenStandpunkt Konsequenzen dafür, wie sie die kapitalistische Gesellschaft begreifen und kritisieren. Aus den theoretischen Fehlern ergeben sich Tendenzen, die ihrer Intention, die Schädigung der Individuen im Kapitalismus abzuschaffen, krass entgegenlaufen. (…)“

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by: jaja http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-115025 Thu, 23 Oct 2014 12:49:14 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-115025 „Der Verstand als solcher hat überhaupt keine Interessen. Er dient den bewussten ebenso wie den unbegriffenen Motiven und Verhaltensmustern und bestimmt dementsprechend die Art und Weise, wie Interessen formuliert und verfochten werden, das ist der Punkt.“ Ich versuch‘s noch mal konstruktiv: Es stimmt schon, dass Präferenzen, Geschmäcker oder Befindlichkeiten nicht das Ergebnis von Denkprozessen sind. Man entscheidet sich nicht für seine Vorlieben, indem man vernünftige Argumente für die Wahl von Schoko- oder Erdbeereis prüft. Aber zu einem INTERESSE wird das Plus/Minus-Gefühl doch erst, wenn ein Mensch den Wunsch nach „Angenehmen“ praktisch umsetzt. Dafür reicht das Gefühl, es möge einem gut gehen, nicht ansatzweise. Andersrum: das Interesse eines Menschen ist immer auch schon die geistige Antizipation von Zwecken und dabei möglichen Gefühlszustände - von der Begutachtung der Mittel, sich inhaltslos gute Gefühle verschaffen zu können, ganz zu schweigen. „Der Verstand als solcher hat überhaupt keine Interessen. Er dient den bewussten ebenso wie den unbegriffenen Motiven und Verhaltensmustern und bestimmt dementsprechend die Art und Weise, wie Interessen formuliert und verfochten werden, das ist der Punkt.“

Ich versuch‘s noch mal konstruktiv: Es stimmt schon, dass Präferenzen, Geschmäcker oder Befindlichkeiten nicht das Ergebnis von Denkprozessen sind. Man entscheidet sich nicht für seine Vorlieben, indem man vernünftige Argumente für die Wahl von Schoko- oder Erdbeereis prüft. Aber zu einem INTERESSE wird das Plus/Minus-Gefühl doch erst, wenn ein Mensch den Wunsch nach „Angenehmen“ praktisch umsetzt. Dafür reicht das Gefühl, es möge einem gut gehen, nicht ansatzweise. Andersrum: das Interesse eines Menschen ist immer auch schon die geistige Antizipation von Zwecken und dabei möglichen Gefühlszustände – von der Begutachtung der Mittel, sich inhaltslos gute Gefühle verschaffen zu können, ganz zu schweigen.

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by: Krim http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114910 Wed, 22 Oct 2014 00:35:32 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114910 <i>"An die vorgegebene Weise, sich am Leben zu erhalten."</i> Wenn etwas vorgegeben ist, muss es auch Leute geben, die Vorgaben machen. Bei denen ist dann passenderweise dieses Handlungsmuster nicht vorhanden, sonst müssten sie sich ja anpassen, statt vorzugeben. Seltsamerweise wirkt sich das Handlungsmuster der Anpassung nur bei denen aus, denen sowieso nicht in der Lage sind, etwas vorgeben zu können. Sehr passend wie hier, die von dir postulierte innere Beschaffenheit des Menschen auf die gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnisse passt. <i>"(Wenn sich übrigens in der Natur nur diejenigen Tiere an neue Umstände anpassen könnten, die diese Umstände bereits vorher kennen, dann – merkst du was?)"</i> Du musst mir schon sagen, was du sagen willst, sonst verstehe ich das nicht. Tiere können sich nur sehr eingeschränkt anpassen. Tiere passen sich nicht an, sondern sterben aus. Nur die Mutanten, deren Anlage zufällig besser auf die neue Umweltbedingung passt, leben weiter. <i>"Dann erklär mal, wieso dieses Bewusstsein immer wieder einen so bescheuerten Willen erzeugt."</i> Das liegt an ihrem Interesse als Eigentümer in der Welt sein Glück und Fortkommen suchen zu wollen. Das haben wir ja schon des öfteren diskutiert. Das liegt am notwendig falschen Bewusstsein - kurz gesprochen. Sie nehmen die gesellschaftlichen Gegebenheiten, wie eine Naturvoraussetzung, die zu hinterfragen nichts bringt, weil es nichts ändert. Wie sich die Naturgesetzen nicht ändern, weil man sie kennt. (Das stimmt zwar nicht, ist aber ihr Bewusstsein von der Welt.) Auf diese gesellschaftliche "Natur"voraussetzungen kann man sich "vernünftigerweise" nur einstellen. Also betätigen sie ihr Interesse in den Formen, die die Eigentumsverhältnisse ihnen vorgeben. <i>"Es sei denn, die Anpassung an das vorherrschende System, das eben nur Gewinner und Verlierer kennt, ist das bestimmende Motiv."</i> Ich sag ja auch nicht, dass in ihr Interesse kein Moment der Anpassung enthält. Aber ich bestreite, dass es sich bei der Anpassung um ein psychologisches oder sonstiges Muster handelt. Die Anpassung geht eben nicht über Muster am Willen vorbei, sondern ist ein mit Bewusstsein verfolgtes Interesse. <i>"Aber wie kommt er zu seinem „wenn“?"</i> Das ist aber ein Gegenstandswechsel bzw. eine neue Fragestellung. Erstmal ging es doch darum zu widerlegen, dass es sich um kein Handlungsmuster handelt. Wenn das klar ist, kann man sich auch fragen, wie jemand darauf kommt die Identität eines Konkurrenzgewinners pflegen zu wollen. <i>" Wieso sich der Verstand, Wille oder Geist für solche selbstschädigenden Interessen entscheidet. Keine Gewalt zwingt ihn zu seinen Überzeugungen, und reiner Zufall oder schlichter Irrtum sind diese auch nicht, oder willst du das behaupten?"</i> Dein Gedanke ist immer derselbe. Du sagst: So blöd sich selbst zu schädigen, k a n n doch gar keiner sein. Das ist bei dir kein Aufreger, oder Verzweiflungsseufzer, sondern du meinst das ernst und denkst daran weiter. Weil so blöd keiner sein kann, soll es auch schon gar nicht mehr am Denken liegen, dass die Leute so blöd sind, sondern an was anderem, nämlich an deinen psychologischen Handlungsmustern. Dabei schenkst d u dir doch die Antwort auf die Frage, wieso sich der Wille für selbstschädigende Interessen entscheidet. Die Antwort ist zunächst nämlich denkbar einfach: Weil er seine Interessen gar nicht für selbstschädigend hält. Die Schädigung kommt doch immer von anderen, die ihnen Prügel in den Weg legen, die gierig und inkompetent sind, die ihre Macht missbrauchen oder an sonstigen Unfällen, Katastrophen und Fehlern. Mit anderen Worten, die Leute leugnen erstmal die <i>Systematik</i> der Schädigung ihrer Interessen. Nicht dass man auf die Wahrheit nicht kommen könnte, aber sie denken eben immer schon an ihrem Konkurrenzinteresse um Eigentum entlang. Auf dieses Interesse kommen sie zunächst, weil es gesellschaftlich vorgegeben ist. Es ist überhaupt die einzige Weise und Möglichkeit sich zu reproduzieren. Weil es die einzige Möglichkeit ist sich zu reproduzieren, nehmen sie den Zwang zum Verkauf der Arbeitskraft aber irgendwann als Chance d.h. Sie pflegen ein Bewusstsein der Freiheit zu den Diensten, die sie verrichten müssen. Weil es die einzige Möglichkeit zur Reproduktion ist, die bleibt, beziehen sie sich darauf, wie auf ein Mittel. Und so beziehen sie sich positiv bzw. interessiert auf die Einkommensquelle Lohnarbeit, die gar nicht ihr Mittel ist, sondern sie schädigt. „An die vorgegebene Weise, sich am Leben zu erhalten.“ Wenn etwas vorgegeben ist, muss es auch Leute geben, die Vorgaben machen. Bei denen ist dann passenderweise dieses Handlungsmuster nicht vorhanden, sonst müssten sie sich ja anpassen, statt vorzugeben. Seltsamerweise wirkt sich das Handlungsmuster der Anpassung nur bei denen aus, denen sowieso nicht in der Lage sind, etwas vorgeben zu können. Sehr passend wie hier, die von dir postulierte innere Beschaffenheit des Menschen auf die gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnisse passt.

„(Wenn sich übrigens in der Natur nur diejenigen Tiere an neue Umstände anpassen könnten, die diese Umstände bereits vorher kennen, dann – merkst du was?)“ Du musst mir schon sagen, was du sagen willst, sonst verstehe ich das nicht. Tiere können sich nur sehr eingeschränkt anpassen. Tiere passen sich nicht an, sondern sterben aus. Nur die Mutanten, deren Anlage zufällig besser auf die neue Umweltbedingung passt, leben weiter.

„Dann erklär mal, wieso dieses Bewusstsein immer wieder einen so bescheuerten Willen erzeugt.“ Das liegt an ihrem Interesse als Eigentümer in der Welt sein Glück und Fortkommen suchen zu wollen. Das haben wir ja schon des öfteren diskutiert. Das liegt am notwendig falschen Bewusstsein – kurz gesprochen. Sie nehmen die gesellschaftlichen Gegebenheiten, wie eine Naturvoraussetzung, die zu hinterfragen nichts bringt, weil es nichts ändert. Wie sich die Naturgesetzen nicht ändern, weil man sie kennt. (Das stimmt zwar nicht, ist aber ihr Bewusstsein von der Welt.) Auf diese gesellschaftliche „Natur“voraussetzungen kann man sich „vernünftigerweise“ nur einstellen. Also betätigen sie ihr Interesse in den Formen, die die Eigentumsverhältnisse ihnen vorgeben.

„Es sei denn, die Anpassung an das vorherrschende System, das eben nur Gewinner und Verlierer kennt, ist das bestimmende Motiv.“ Ich sag ja auch nicht, dass in ihr Interesse kein Moment der Anpassung enthält. Aber ich bestreite, dass es sich bei der Anpassung um ein psychologisches oder sonstiges Muster handelt. Die Anpassung geht eben nicht über Muster am Willen vorbei, sondern ist ein mit Bewusstsein verfolgtes Interesse.

„Aber wie kommt er zu seinem „wenn“?“ Das ist aber ein Gegenstandswechsel bzw. eine neue Fragestellung. Erstmal ging es doch darum zu widerlegen, dass es sich um kein Handlungsmuster handelt. Wenn das klar ist, kann man sich auch fragen, wie jemand darauf kommt die Identität eines Konkurrenzgewinners pflegen zu wollen.

“ Wieso sich der Verstand, Wille oder Geist für solche selbstschädigenden Interessen entscheidet. Keine Gewalt zwingt ihn zu seinen Überzeugungen, und reiner Zufall oder schlichter Irrtum sind diese auch nicht, oder willst du das behaupten?“ Dein Gedanke ist immer derselbe. Du sagst: So blöd sich selbst zu schädigen, k a n n doch gar keiner sein. Das ist bei dir kein Aufreger, oder Verzweiflungsseufzer, sondern du meinst das ernst und denkst daran weiter. Weil so blöd keiner sein kann, soll es auch schon gar nicht mehr am Denken liegen, dass die Leute so blöd sind, sondern an was anderem, nämlich an deinen psychologischen Handlungsmustern. Dabei schenkst d u dir doch die Antwort auf die Frage, wieso sich der Wille für selbstschädigende Interessen entscheidet.

Die Antwort ist zunächst nämlich denkbar einfach: Weil er seine Interessen gar nicht für selbstschädigend hält. Die Schädigung kommt doch immer von anderen, die ihnen Prügel in den Weg legen, die gierig und inkompetent sind, die ihre Macht missbrauchen oder an sonstigen Unfällen, Katastrophen und Fehlern. Mit anderen Worten, die Leute leugnen erstmal die Systematik der Schädigung ihrer Interessen. Nicht dass man auf die Wahrheit nicht kommen könnte, aber sie denken eben immer schon an ihrem Konkurrenzinteresse um Eigentum entlang. Auf dieses Interesse kommen sie zunächst, weil es gesellschaftlich vorgegeben ist. Es ist überhaupt die einzige Weise und Möglichkeit sich zu reproduzieren. Weil es die einzige Möglichkeit ist sich zu reproduzieren, nehmen sie den Zwang zum Verkauf der Arbeitskraft aber irgendwann als Chance d.h. Sie pflegen ein Bewusstsein der Freiheit zu den Diensten, die sie verrichten müssen. Weil es die einzige Möglichkeit zur Reproduktion ist, die bleibt, beziehen sie sich darauf, wie auf ein Mittel. Und so beziehen sie sich positiv bzw. interessiert auf die Einkommensquelle Lohnarbeit, die gar nicht ihr Mittel ist, sondern sie schädigt.

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by: jaja http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114899 Tue, 21 Oct 2014 22:07:16 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114899 @M „So ein Muster ist doch keine detaillierte Vorschrift, und ist auch nicht das einzige Schema im psychologischen Spektrum des Menschen.“ Du windest dich, das alte Lied: ich bestreite die von dir als Grund angegebenen „Muster“ und dein Konter ist, dass das Muster doch nicht jeder Entscheidung etwas vorschreibe und dass es davon noch mehr gebe. Die Behauptung ist aber, dass das, was du für psychologische „Muster“ hältst, z.B. sozial anerkannter Gewinner sein wollen, in Wahrheit erlernte Stellungen zur (bürgerlichen) Konkurrenz sind. Dass die dafür notwendigen Gedanken nicht nur von Gefühlen begleitet sind, sondern dieses Seelenleben auch noch als Instanz für eine Berechtigung der eigenen Überzeugung genutzt wird, ist nicht bestritten, aber dass irgendein Gefühl (samt Muster) für die Idee verantwortlich sei, Siegerposen zu kultivieren. „Das ist eine Hürde. Dass diese Hürde genommen werden kann, widerlegt nicht, dass es sie gibt. Aber das hat nicht die Selbstverständlichkeit, mit der die übliche Anpassung praktiziert wird.“ Ok, (fundamentale) Gesellschaftskritik ist eine Hürde, da muss man ein wenig über die gesellschaftlich üblichen Erklärungen hinausdenken. Dass das so ist, belegt aber nicht, dass das Unterlassen von Kritik mit „Anpassung“ erklärt wäre, sondern dass Kritik einiges an Aufwand kostet, v.a. wenn sie grundsätzlich ist. Deine Anpassungstheorie subsumiert das Ausbleiben von (erwünschter) Kritik unter einen quasinatürlichen Vorgang (daher die obligatorischen Tiervergleiche!). Es sind aber die vielen falschen Gedanken, die bei Menschen zum Opportunismus führen - mit Evolution kannst du die nützliche Idiotie von Untertanen nicht erklären, da musst du schon das Weltbild ernst nehmen, was die sich angeeignet haben! Dass deine verkehrten Gedanken keinem geistigen Evolutionssprung entwachsen sind, dürfte jetzt auch klar sein. @M
„So ein Muster ist doch keine detaillierte Vorschrift, und ist auch nicht das einzige Schema im psychologischen Spektrum des Menschen.“

Du windest dich, das alte Lied: ich bestreite die von dir als Grund angegebenen „Muster“ und dein Konter ist, dass das Muster doch nicht jeder Entscheidung etwas vorschreibe und dass es davon noch mehr gebe. Die Behauptung ist aber, dass das, was du für psychologische „Muster“ hältst, z.B. sozial anerkannter Gewinner sein wollen, in Wahrheit erlernte Stellungen zur (bürgerlichen) Konkurrenz sind. Dass die dafür notwendigen Gedanken nicht nur von Gefühlen begleitet sind, sondern dieses Seelenleben auch noch als Instanz für eine Berechtigung der eigenen Überzeugung genutzt wird, ist nicht bestritten, aber dass irgendein Gefühl (samt Muster) für die Idee verantwortlich sei, Siegerposen zu kultivieren.

„Das ist eine Hürde. Dass diese Hürde genommen werden kann, widerlegt nicht, dass es sie gibt. Aber das hat nicht die Selbstverständlichkeit, mit der die übliche Anpassung praktiziert wird.“

Ok, (fundamentale) Gesellschaftskritik ist eine Hürde, da muss man ein wenig über die gesellschaftlich üblichen Erklärungen hinausdenken. Dass das so ist, belegt aber nicht, dass das Unterlassen von Kritik mit „Anpassung“ erklärt wäre, sondern dass Kritik einiges an Aufwand kostet, v.a. wenn sie grundsätzlich ist.

Deine Anpassungstheorie subsumiert das Ausbleiben von (erwünschter) Kritik unter einen quasinatürlichen Vorgang (daher die obligatorischen Tiervergleiche!). Es sind aber die vielen falschen Gedanken, die bei Menschen zum Opportunismus führen – mit Evolution kannst du die nützliche Idiotie von Untertanen nicht erklären, da musst du schon das Weltbild ernst nehmen, was die sich angeeignet haben! Dass deine verkehrten Gedanken keinem geistigen Evolutionssprung entwachsen sind, dürfte jetzt auch klar sein.

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by: Mattis http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114891 Tue, 21 Oct 2014 20:27:07 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114891 @Krim <blockquote>"Anpassung und Kompensation sind keine psychologischen Muster. Woher soll das Muster den wissen, an was es sich Anpassen soll."</blockquote> Na an was wohl? An die vorgegebene Weise, sich am Leben zu erhalten. Es ist eben ein Muster und kein spezielles Gen, das nur auf die Anpassung an Lohnarbeit spezifiziert ist. (Wenn sich übrigens in der Natur nur diejenigen Tiere an neue Umstände anpassen könnten, die diese Umstände bereits vorher kennen, dann - merkst du was?). <blockquote>"Wenn das Bewusstsein Programme von Anpassung konstruiert, dann deshalb weil es sich anpassen w i l l und nicht weil es einem eingeschriebenen Muster folgt."</blockquote> Dann erklär mal, wieso dieses Bewusstsein immer wieder einen so bescheuerten Willen erzeugt. Bei dir (und bei der naja-Fraktion auch) bleibt das nämlich ein komplettes Rätsel. Wenn fast alle sieben Milliarden Menschen den Fehler machen, sich an ungemütliche Umstände nicht nur anzupassen, sondern diese Umstände auch noch bis zur Begeisterung gutheißen, dann muss es einen Grund geben, der in ihnen selbst liegt. Damit ist übrigens nicht zugleich behauptet, es könne keine „entgegenwirkenden Ursachen“ geben. Man muss aber erkennen, womit man es primär zu tun hat bei dem Thema. <blockquote>"Nein, der Mensch fantasiert nicht, der fasst ein I n t e r e s s e!!! Das Interesse Gewinner und kein Verlierer sein zu wollen, weil man als Verlierer eben der Geschädigte ist."</blockquote> Vom Interesse, möglichst gut zu leben, kommt man logischerweise nicht auf den Trip, Gewinner sein zu wollen. Es sei denn, die Anpassung an das vorherrschende System, das eben nur Gewinner und Verlierer kennt, ist das bestimmende Motiv. Was du Interesse nennst, da ist doch schon alles gelaufen, da ist die Anpassung längst passiert. <blockquote>"Wenn er also sein Gewinnerimage pflegen will, dann muss er einen Verlierer produzieren ..."</blockquote> Dein Credo heißt "wenn ... dann". Aber wie kommt er zu seinem "wenn"? Warum gilt fast ausnahmslos für jedermann dieses "wenn"? Du drehst dich im Kreis. Du gibts keine Erklärung an, sondern unterstellst immer schon die Entscheidung, die du zu begründen suchst. <blockquote>"Weil hier gar nicht der freie Geist der Ausgangspunkt ist, sondern das I n t e r e s s e in der Welt aufgehoben zu sein und sich mit ihr versöhnen zu wollen. Der Trost soll ja das Leiden e r t r a g e n helfen. Der Verstand folgt also keinen Psychomustern, sondern den Interessen, die er sich selbst gesetzt hat."</blockquote> Der Verstand als solcher hat überhaupt keine Interessen. Er dient den bewussten ebenso wie den unbegriffenen Motiven und Verhaltensmustern und bestimmt dementsprechend die Art und Weise, wie Interessen formuliert und verfochten werden, das ist der Punkt. Ab da stimmen dann deine Formulierungen. Aber den Anfang, den Grund, den kriegst du nicht hin. Wieso sich der Verstand, Wille oder Geist für solche selbstschädigenden Interessen entscheidet. Keine Gewalt zwingt ihn zu seinen Überzeugungen, und reiner Zufall oder schlichter Irrtum sind diese auch nicht, oder willst du das behaupten? @naja <blockquote>"Wäre dein behauptetes „psychisches Muster“ für diese Strategie verantwortlich, könntest du nicht selbst die Alternative aufzeigen z.B. Ursachenforschung zu betreiben. Was wie warum kompensiert gehört, beurteilt nämlich jeder anders ..."</blockquote> <blockquote>"Ein „Muster“ erklärt diesen geistigen Vorgang nicht, sondern ersetzt die Erklärung durch das Dogma quasinatürlicher Automatismen ..."</blockquote> Da ist etwas nicht verstanden worden. So ein Muster ist doch keine detaillierte Vorschrift, und ist auch nicht das einzige Schema im psychologischen Spektrum des Menschen. Nur indem du das unterstellst, kannst du einen Widerspruch bei mir konstruieren. Das wäre genauso verbohrt, als würde man jedem Menschen genau dasselbe Maß an Neugier, Ängstlichkeit etc. zuschreiben und ein absolut identisches Programm für das Reagieren in bestimmten Situationen. Selbst Tiere, z.B. Hunde aus dem gleichen Wurf, zeigen innerhalb eines gewissen Spektrums von Geburt an deutliche Unterschiede in der Mentalität, ohne natürlich über diese jemals nachgedacht oder bewusst entschieden zu haben, und es gibt manchmal überraschende Besonderheiten. Nichts daran ist widersprüchlich. Das pure Klonen von Programmen war in der natürlichen Evolution nicht so erfolgreich wie Variantenreichtum und das Entwickeln relativ (!) offener Strategien, und in diesen Kontext gehört auch die Entwicklung des bewussten Verstandes. Der Verstand hebelt aber die alten Verhaltensmuster nicht einfach aus, sondern dient im allgemeinen deren besserer Erfüllung. Was den Menschen betrifft, gibt es eben etliche Varianten von Anpassung; fast jeder Verstand hält ja auf sich, irgendwie kritisch zu sein, noch die letzte Ordensschwester ist selbstverständlich "nicht unkritisch" gläubig! ... aber: es ist es eben eine besondere Leistung, den Geist nicht für Varianten der Unterwerfung zu verwenden, sondern Umstände grundsätzlich in Frage zu stellen. Das ist eine Hürde. Dass diese Hürde genommen werden kann, widerlegt nicht, dass es sie gibt. Aber das hat nicht die Selbstverständlichkeit, mit der die übliche Anpassung praktiziert wird. @Krim

„Anpassung und Kompensation sind keine psychologischen Muster. Woher soll das Muster den wissen, an was es sich Anpassen soll.“

Na an was wohl? An die vorgegebene Weise, sich am Leben zu erhalten. Es ist eben ein Muster und kein spezielles Gen, das nur auf die Anpassung an Lohnarbeit spezifiziert ist. (Wenn sich übrigens in der Natur nur diejenigen Tiere an neue Umstände anpassen könnten, die diese Umstände bereits vorher kennen, dann – merkst du was?).

„Wenn das Bewusstsein Programme von Anpassung konstruiert, dann deshalb weil es sich anpassen w i l l und nicht weil es einem eingeschriebenen Muster folgt.“

Dann erklär mal, wieso dieses Bewusstsein immer wieder einen so bescheuerten Willen erzeugt. Bei dir (und bei der naja-Fraktion auch) bleibt das nämlich ein komplettes Rätsel. Wenn fast alle sieben Milliarden Menschen den Fehler machen, sich an ungemütliche Umstände nicht nur anzupassen, sondern diese Umstände auch noch bis zur Begeisterung gutheißen, dann muss es einen Grund geben, der in ihnen selbst liegt. Damit ist übrigens nicht zugleich behauptet, es könne keine „entgegenwirkenden Ursachen“ geben. Man muss aber erkennen, womit man es primär zu tun hat bei dem Thema.

„Nein, der Mensch fantasiert nicht, der fasst ein I n t e r e s s e!!! Das Interesse Gewinner und kein Verlierer sein zu wollen, weil man als Verlierer eben der Geschädigte ist.“

Vom Interesse, möglichst gut zu leben, kommt man logischerweise nicht auf den Trip, Gewinner sein zu wollen. Es sei denn, die Anpassung an das vorherrschende System, das eben nur Gewinner und Verlierer kennt, ist das bestimmende Motiv. Was du Interesse nennst, da ist doch schon alles gelaufen, da ist die Anpassung längst passiert.

„Wenn er also sein Gewinnerimage pflegen will, dann muss er einen Verlierer produzieren …“

Dein Credo heißt „wenn … dann“. Aber wie kommt er zu seinem „wenn“? Warum gilt fast ausnahmslos für jedermann dieses „wenn“? Du drehst dich im Kreis. Du gibts keine Erklärung an, sondern unterstellst immer schon die Entscheidung, die du zu begründen suchst.

„Weil hier gar nicht der freie Geist der Ausgangspunkt ist, sondern das I n t e r e s s e in der Welt aufgehoben zu sein und sich mit ihr versöhnen zu wollen. Der Trost soll ja das Leiden e r t r a g e n helfen. Der Verstand folgt also keinen Psychomustern, sondern den Interessen, die er sich selbst gesetzt hat.“

Der Verstand als solcher hat überhaupt keine Interessen. Er dient den bewussten ebenso wie den unbegriffenen Motiven und Verhaltensmustern und bestimmt dementsprechend die Art und Weise, wie Interessen formuliert und verfochten werden, das ist der Punkt. Ab da stimmen dann deine Formulierungen. Aber den Anfang, den Grund, den kriegst du nicht hin. Wieso sich der Verstand, Wille oder Geist für solche selbstschädigenden Interessen entscheidet. Keine Gewalt zwingt ihn zu seinen Überzeugungen, und reiner Zufall oder schlichter Irrtum sind diese auch nicht, oder willst du das behaupten?

@naja

„Wäre dein behauptetes „psychisches Muster“ für diese Strategie verantwortlich, könntest du nicht selbst die Alternative aufzeigen z.B. Ursachenforschung zu betreiben. Was wie warum kompensiert gehört, beurteilt nämlich jeder anders …“

„Ein „Muster“ erklärt diesen geistigen Vorgang nicht, sondern ersetzt die Erklärung durch das Dogma quasinatürlicher Automatismen …“

Da ist etwas nicht verstanden worden. So ein Muster ist doch keine detaillierte Vorschrift, und ist auch nicht das einzige Schema im psychologischen Spektrum des Menschen. Nur indem du das unterstellst, kannst du einen Widerspruch bei mir konstruieren. Das wäre genauso verbohrt, als würde man jedem Menschen genau dasselbe Maß an Neugier, Ängstlichkeit etc. zuschreiben und ein absolut identisches Programm für das Reagieren in bestimmten Situationen. Selbst Tiere, z.B. Hunde aus dem gleichen Wurf, zeigen innerhalb eines gewissen Spektrums von Geburt an deutliche Unterschiede in der Mentalität, ohne natürlich über diese jemals nachgedacht oder bewusst entschieden zu haben, und es gibt manchmal überraschende Besonderheiten. Nichts daran ist widersprüchlich. Das pure Klonen von Programmen war in der natürlichen Evolution nicht so erfolgreich wie Variantenreichtum und das Entwickeln relativ (!) offener Strategien, und in diesen Kontext gehört auch die Entwicklung des bewussten Verstandes. Der Verstand hebelt aber die alten Verhaltensmuster nicht einfach aus, sondern dient im allgemeinen deren besserer Erfüllung.

Was den Menschen betrifft, gibt es eben etliche Varianten von Anpassung; fast jeder Verstand hält ja auf sich, irgendwie kritisch zu sein, noch die letzte Ordensschwester ist selbstverständlich „nicht unkritisch“ gläubig! … aber: es ist es eben eine besondere Leistung, den Geist nicht für Varianten der Unterwerfung zu verwenden, sondern Umstände grundsätzlich in Frage zu stellen. Das ist eine Hürde. Dass diese Hürde genommen werden kann, widerlegt nicht, dass es sie gibt. Aber das hat nicht die Selbstverständlichkeit, mit der die übliche Anpassung praktiziert wird.

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by: KoKa http://Neoprene.blogsport.de/2014/08/20/scholl-latour-wir-leben-in-einer-zeit-der-massenverbloedung/#comment-114735 Sun, 19 Oct 2014 10:44:04 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/08/20/scholl-latour-wir-leben-in-einer-zeit-der-massenverbloedung/#comment-114735 zu Scholl-Latour ist auch dieses Interview, rein informationshalber versteht sich, interessant: http://de.ria.ru/opinion/20140704/268926478.html zu Scholl-Latour ist auch dieses Interview, rein informationshalber versteht sich, interessant:
http://de.ria.ru/opinion/20140704/268926478.html

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by: KoKa http://Neoprene.blogsport.de/2014/08/06/die-fehler-von-kommunisten/#comment-114734 Sun, 19 Oct 2014 10:24:26 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/08/06/die-fehler-von-kommunisten/#comment-114734 Der hier ventilierte Gegenstand ist der Nominalismus. Verdammt noch mal, was wird alles unter die Begriffe Kommunismus, Marxismus, Sozialismus, Demokratie etc. subsumier! Neulich kam mir ein Machwerk unter mit dem Titel "Hauptströmungen des Marxismus" (3 fette Bände). Um Himmels willen! Interpretationen ohne Ende! Zu welchem Zweck und in wessen Interesse?? Schreibt man kürzere Abhandlungen empfiehlt es sich, auf bisweilen vorsätzlich oder auch willkürlich anders interpretierte Begriffe zu verzichten. Bei dem China-Buch von Renate Dillmann kann meines Erachtens ein Mißverständnis nicht aufkommen, dazu wird das Programm der KP Chinas und somit das, was Mao &#38; Mitstreiter für notwendig hielten und unter dem Begriff Kommunismus verstanden, richtig dargestellt. Es ist doch auch nicht so, daß man unter "Demokratie" etwas anderes verstehen sollte, als eben die real existierende. Oder täusche ich mich da? Daß in dieser Herrschaftsform Übergänge zur Diktatur angelegt sind, liegt in der Natur voN Herrschaft. Herrschaft kennt, in welcher Form auch immer, kein anderes schlagkräftiges Argument als eben Gewalt. - Soviel Kommunist war Mao Zedong, daß er das begriffen hat und der herrschenden, imperialistischen Gewalt (und deren Statthalter in China) sein Kontra geboten hat. Und er hat auch nicht den Fehler gemacht, sich für das in einen neuen Nationalismus transformierte Programm der Sowjetunion herzugeben. Der hier ventilierte Gegenstand ist der Nominalismus. Verdammt noch mal, was wird alles unter die Begriffe Kommunismus, Marxismus, Sozialismus, Demokratie etc. subsumier! Neulich kam mir ein Machwerk unter mit dem Titel „Hauptströmungen des Marxismus“ (3 fette Bände). Um Himmels willen! Interpretationen ohne Ende! Zu welchem Zweck und in wessen Interesse??

Schreibt man kürzere Abhandlungen empfiehlt es sich, auf bisweilen vorsätzlich oder auch willkürlich anders interpretierte Begriffe zu verzichten. Bei dem China-Buch von Renate Dillmann kann meines Erachtens ein Mißverständnis nicht aufkommen, dazu wird das Programm der KP Chinas und somit das, was Mao & Mitstreiter für notwendig hielten und unter dem Begriff Kommunismus verstanden, richtig dargestellt.

Es ist doch auch nicht so, daß man unter „Demokratie“ etwas anderes verstehen sollte, als eben die real existierende. Oder täusche ich mich da? Daß in dieser Herrschaftsform Übergänge zur Diktatur angelegt sind, liegt in der Natur voN Herrschaft. Herrschaft kennt, in welcher Form auch immer, kein anderes schlagkräftiges Argument als eben Gewalt. -

Soviel Kommunist war Mao Zedong, daß er das begriffen hat und der herrschenden, imperialistischen Gewalt (und deren Statthalter in China) sein Kontra geboten hat. Und er hat auch nicht den Fehler gemacht, sich für das in einen neuen Nationalismus transformierte Programm der Sowjetunion herzugeben.

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by: jaja http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114660 Sat, 18 Oct 2014 07:46:40 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114660 „Der Grund der von uns hier diskutierten Aggression liegt im Anliegen, eigene Erfolglosigkeit zu kompensieren (statt ihrer Ursache nachzugehen und diese abzuschaffen). Das ist ein psychisches Muster, absolut nichts Rationales.“ Das Anliegen einen Misserfolg ausgleichen zu wollen, um das unangenehme Gefühl des Versagens zu relativieren, ist keine Folge von Drüsenfunktionen sondern ein Entschluss. Wäre dein behauptetes „psychisches Muster“ für diese Strategie verantwortlich, könntest du nicht selbst die Alternative aufzeigen z.B. Ursachenforschung zu betreiben. Was wie warum kompensiert gehört, beurteilt nämlich jeder anders - je nach dessen Einschätzung von Gefühlslage, zur Verfügung stehenden Mitteln usw. Ein „Muster“ erklärt diesen geistigen Vorgang nicht, sondern ersetzt die Erklärung durch das Dogma quasinatürlicher Automatismen, die mal für einen Kompensationszwang, ein andermal für die Suche nach Gründen sorge ... „So ein Hochgefühl der Überlegenheit entsteht doch nicht durch einen Entschluss“ Dass bei Siegesfeiern Hochgefühle aufkommen, ist weder der Grund für eine bestimmte Konkurrenzstrategie noch für das angestrebte Ideal des Konkurrenzgewinners. Du unterstellst einfach immer wieder, dass die Gefühlslagen etwas bewirken würden - bloß weil es sie gibt. Dabei beweist du das Gegenteil: wobei welche Menschen warum Überlegenheitsgefühle genießen wollen, hängt an deren Verstandesoperationen und nicht an der Tatsache, dass sie Empfindungen haben. „Aus der bloßen Feststellung, dass man als Schwacher und Verlierer blöd dran ist, folgt ja nun wirklich nicht, dies erstens ganz ok zu finden und zweitens sich selber in die Siegerrolle hinein zu fantasieren“ Aha! Also muss man sich erst sehr viele (verkehrte) Gedanken machen, wenn man sich derart komplizierten Gefühlswallungen aussetzen möchte! „die Psyche ist da variabel, da gehts ums Prinzip.“ Nee, ist klar, die Psyche ist so variabel, dass sie alles erklärt - und wenn nicht, wirken „Prinzipien“ ... „Also der Papstverehrer ist begeistert, weil dieser Chef für die Religion steht, auf die man große Stücke hält. Wie aber ist man dazu gekommen? Hat man die Bibel studiert ...“ Das Verfahren wurde schon kritisiert, die von die vermisste Kritik als Köder für den Gefühlsübergang zu benutzen. Die Gedanken werden bei dir zu Begleiterscheinungen der Fernbedienung „Psyche“, gilt das auch für deine Gedanken? <strike> Der Psychologie-Verehrer ist angesichts seiner Ausführungen begeistert, weil er auf diese Weltanschauung große Stücke hält. Wie ist er dazu gekommen? Hat er Freud studiert? ... usw. </strike> „Die Anpassung ans Bestehende ist eh die Haupttendenz.“ Auf deine Theorie trifft das auch zu? Ist das womöglich die „Tendenz“ deine psychologistischen Denkens? Bist du am Ende selbst ein Gefangener deiner Instanzen, wenn du so einen Unsinn erzählst? Zusammenfassend: Ist die Psychologie deine Religion - oder bloß tendenzmäßig? „Der Grund der von uns hier diskutierten Aggression liegt im Anliegen, eigene Erfolglosigkeit zu kompensieren (statt ihrer Ursache nachzugehen und diese abzuschaffen). Das ist ein psychisches Muster, absolut nichts Rationales.“

Das Anliegen einen Misserfolg ausgleichen zu wollen, um das unangenehme Gefühl des Versagens zu relativieren, ist keine Folge von Drüsenfunktionen sondern ein Entschluss. Wäre dein behauptetes „psychisches Muster“ für diese Strategie verantwortlich, könntest du nicht selbst die Alternative aufzeigen z.B. Ursachenforschung zu betreiben. Was wie warum kompensiert gehört, beurteilt nämlich jeder anders – je nach dessen Einschätzung von Gefühlslage, zur Verfügung stehenden Mitteln usw. Ein „Muster“ erklärt diesen geistigen Vorgang nicht, sondern ersetzt die Erklärung durch das Dogma quasinatürlicher Automatismen, die mal für einen Kompensationszwang, ein andermal für die Suche nach Gründen sorge …

„So ein Hochgefühl der Überlegenheit entsteht doch nicht durch einen Entschluss“

Dass bei Siegesfeiern Hochgefühle aufkommen, ist weder der Grund für eine bestimmte Konkurrenzstrategie noch für das angestrebte Ideal des Konkurrenzgewinners. Du unterstellst einfach immer wieder, dass die Gefühlslagen etwas bewirken würden – bloß weil es sie gibt. Dabei beweist du das Gegenteil: wobei welche Menschen warum Überlegenheitsgefühle genießen wollen, hängt an deren Verstandesoperationen und nicht an der Tatsache, dass sie Empfindungen haben.

„Aus der bloßen Feststellung, dass man als Schwacher und Verlierer blöd dran ist, folgt ja nun wirklich nicht, dies erstens ganz ok zu finden und zweitens sich selber in die Siegerrolle hinein zu fantasieren“

Aha! Also muss man sich erst sehr viele (verkehrte) Gedanken machen, wenn man sich derart komplizierten Gefühlswallungen aussetzen möchte!

„die Psyche ist da variabel, da gehts ums Prinzip.“

Nee, ist klar, die Psyche ist so variabel, dass sie alles erklärt – und wenn nicht, wirken „Prinzipien“ …

„Also der Papstverehrer ist begeistert, weil dieser Chef für die Religion steht, auf die man große Stücke hält. Wie aber ist man dazu gekommen? Hat man die Bibel studiert …“

Das Verfahren wurde schon kritisiert, die von die vermisste Kritik als Köder für den Gefühlsübergang zu benutzen. Die Gedanken werden bei dir zu Begleiterscheinungen der Fernbedienung „Psyche“, gilt das auch für deine Gedanken?


Der Psychologie-Verehrer ist angesichts seiner Ausführungen begeistert, weil er auf diese Weltanschauung große Stücke hält. Wie ist er dazu gekommen? Hat er Freud studiert? … usw.

„Die Anpassung ans Bestehende ist eh die Haupttendenz.“

Auf deine Theorie trifft das auch zu? Ist das womöglich die „Tendenz“ deine psychologistischen Denkens? Bist du am Ende selbst ein Gefangener deiner Instanzen, wenn du so einen Unsinn erzählst? Zusammenfassend: Ist die Psychologie deine Religion – oder bloß tendenzmäßig?

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by: Krim http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114644 Sat, 18 Oct 2014 00:30:08 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114644 "Aus der bloßen Feststellung, dass man als Schwacher und Verlierer blöd dran ist, folgt ja nun wirklich nicht, dies erstens ganz ok zu finden und zweitens sich selber in die Siegerrolle hinein zu fantasieren." Nein, der Mensch fantasiert nicht, der fasst ein I n t e r e s s e!!! Das Interesse Gewinner und kein Verlierer sein zu wollen, weil man als Verlierer eben der Geschädigte ist. Schaden ist aber Scheiße, also will jeder gewinnen und pflegt von sich das Selbstbild des Gewinners. Das ist jetzt von mir aus Psychologie, aber Psycologie des Bürgers d.h. die Seelenverenkungen, die er sich als bürgerlicher Erfolgsmensch s e l b s t antut. Wenn er also sein Gewinnerimage pflegen will, dann muss er einen Verlierer produzieren, der ihn selbst zum Gewinner macht. Das ist aber keine natürlich eingeschriebene Seelenmechanik, sondern die rationell nachvollziehbare Verrenkung eines bürgerlichen Geistes, der das Gewinnen in der Konkurrenz zu seiner Identität gemacht hat. "Der religiöse Mensch nutzt und übergeht zugleich den Verstand, einzig um seinem Trost- und Hoffnungsbedürfnis zu entsprechen." Eben. Der w i l l bewusst seinem Interesse an Sinn entsprechen und scheisst deshalb auf Widersprüche. Der wird nicht von einem Psychomuster getrieben. "Wie könnte sich ein freier Geist derart vertun beim Urteilen über die Welt?" Weil hier gar nicht der freie Geist der Ausgangspunkt ist, sondern das I n t e r e s s e in der Welt aufgehoben zu sein und sich mit ihr versöhnen zu wollen. Der Trost soll ja das Leiden e r t r a g e n helfen. Der Verstand folgt also keinen Psychomustern, sondern den Interessen, die er sich selbst gesetzt hat. „Aus der bloßen Feststellung, dass man als Schwacher und Verlierer blöd dran ist, folgt ja nun wirklich nicht, dies erstens ganz ok zu finden und zweitens sich selber in die Siegerrolle hinein zu fantasieren.“ Nein, der Mensch fantasiert nicht, der fasst ein I n t e r e s s e!!! Das Interesse Gewinner und kein Verlierer sein zu wollen, weil man als Verlierer eben der Geschädigte ist. Schaden ist aber Scheiße, also will jeder gewinnen und pflegt von sich das Selbstbild des Gewinners. Das ist jetzt von mir aus Psychologie, aber Psycologie des Bürgers d.h. die Seelenverenkungen, die er sich als bürgerlicher Erfolgsmensch s e l b s t antut. Wenn er also sein Gewinnerimage pflegen will, dann muss er einen Verlierer produzieren, der ihn selbst zum Gewinner macht. Das ist aber keine natürlich eingeschriebene Seelenmechanik, sondern die rationell nachvollziehbare Verrenkung eines bürgerlichen Geistes, der das Gewinnen in der Konkurrenz zu seiner Identität gemacht hat.

„Der religiöse Mensch nutzt und übergeht zugleich den Verstand, einzig um seinem Trost- und Hoffnungsbedürfnis zu entsprechen.“ Eben. Der w i l l bewusst seinem Interesse an Sinn entsprechen und scheisst deshalb auf Widersprüche. Der wird nicht von einem Psychomuster getrieben.

„Wie könnte sich ein freier Geist derart vertun beim Urteilen über die Welt?“ Weil hier gar nicht der freie Geist der Ausgangspunkt ist, sondern das I n t e r e s s e in der Welt aufgehoben zu sein und sich mit ihr versöhnen zu wollen. Der Trost soll ja das Leiden e r t r a g e n helfen. Der Verstand folgt also keinen Psychomustern, sondern den Interessen, die er sich selbst gesetzt hat.

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by: Krim http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114643 Fri, 17 Oct 2014 23:53:13 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114643 <i>"und was ihm dann gefühlsmäßig und mentalitätsmäßig am besten passt, da bleibt er dann hängen."</i> Merkst du nicht, dass du hier eine "Gefühlslage" schon unterstellst? Wo soll die denn herkommen? Ist die angeboren? Du ergänzt ja selbst, dass es an "sonstigen erworbenen Einstellungen" irgendwie auch liegen soll. <i>"Das ist eben ein falscher Gegensatz"</i> Warum? Das Bewusstsein kann kein Diener einer anderen inneren Instanz sein und gleichzeitig Bewusstsein. Das Bewusstsein kann sich nur selbst zum Diener seiner Affekte machen w o l l e n. <i>"diese Muster sind in erster Linie Anpassung, Kompensation"</i> Anpassung und Kompensation sind keine psychologischen Muster. Woher soll das Muster den wissen, an was es sich Anpassen soll. Kompensation von Erfolglosigkeit unterstellt ein Konkurrenzideal des Siegers, das weder in der Natur noch in der Psyche verankert ist. <i>"Wo sind denn deine vielen „inhaltlich“ denkenden Individuen, jedenfalls weit unterhalb der 1-Prozent-Hürde."</i> Bloß weil sie nicht denken wie du es gern hättest, sind sie noch lange keine Gefühlstiere. <i>"der Verstand konstruiert in den meisten Fällen solche Programme, die nur Varianten der üblichen Muster von Anpassung sind."</i> Wenn das Bewusstsein Programme von Anpassung konstruiert, dann deshalb weil es sich anpassen w i l l und nicht weil es einem eingeschriebenen Muster folgt. „und was ihm dann gefühlsmäßig und mentalitätsmäßig am besten passt, da bleibt er dann hängen.“ Merkst du nicht, dass du hier eine „Gefühlslage“ schon unterstellst? Wo soll die denn herkommen? Ist die angeboren? Du ergänzt ja selbst, dass es an „sonstigen erworbenen Einstellungen“ irgendwie auch liegen soll.

„Das ist eben ein falscher Gegensatz“ Warum? Das Bewusstsein kann kein Diener einer anderen inneren Instanz sein und gleichzeitig Bewusstsein. Das Bewusstsein kann sich nur selbst zum Diener seiner Affekte machen w o l l e n.
„diese Muster sind in erster Linie Anpassung, Kompensation“
Anpassung und Kompensation sind keine psychologischen Muster. Woher soll das Muster den wissen, an was es sich Anpassen soll. Kompensation von Erfolglosigkeit unterstellt ein Konkurrenzideal des Siegers, das weder in der Natur noch in der Psyche verankert ist.

„Wo sind denn deine vielen „inhaltlich“ denkenden Individuen, jedenfalls weit unterhalb der 1-Prozent-Hürde.“ Bloß weil sie nicht denken wie du es gern hättest, sind sie noch lange keine Gefühlstiere.

„der Verstand konstruiert in den meisten Fällen solche Programme, die nur Varianten der üblichen Muster von Anpassung sind.“ Wenn das Bewusstsein Programme von Anpassung konstruiert, dann deshalb weil es sich anpassen w i l l und nicht weil es einem eingeschriebenen Muster folgt.

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by: Mattis http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114634 Fri, 17 Oct 2014 20:40:06 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114634 <blockquote>"Das erklär mal. Was will da wer wie kompensieren und warum? Der logische Fehler der Aggressionstheorie: das Resultat (da gehen welche aufeinander los) wird als Grund präsentiert." (naja)</blockquote> Nein, falsch verstanden. Der Grund der von uns hier diskutierten Aggression liegt im Anliegen, eigene Erfolglosigkeit zu kompensieren (statt ihrer Ursache nachzugehen und diese abzuschaffen). Das ist ein psychisches Muster, absolut nichts Rationales. Dem liegt auch kein Einschätzungsfehler zugrunde. Hier macht sich der Verstand zum Diener der Psychologie, das ist leider so. Und diese Psychologie ist evolutionär entwickelt (die kann man nicht erfinden), da kann ich doch nichts für. <blockquote>"Es scheint also mit deiner Brille ein Naturphänomen zu sein, sein Siegerideal an Schwächeren zu demonstrieren – da kann man dann halt nichts machen, weil‘s Natur ist …" (naja)</blockquote> Ob und wie man das ändern kann, ist ein ganz anderes Thema, leg mir das nicht in den Mund. Hier geht es erstmal um den Sachverhalt selber. Du meinst anscheinend, so ein aggressiver Typ denkt, vielleicht sollte er das „Siegerideal an Schwächeren demonstrieren“ - und angesichts dieses intellektuellen Entschlusses freut es ihn dann ungemein, Schwächere zu demütigen. - So läuft das doch nicht. So ein Hochgefühl der Überlegenheit entsteht doch nicht durch einen Entschluss, man kann doch Gefühle nicht per Wille einschalten, wenn das Verlangen danach nicht schon irgendwie da wäre. Dieses Verlangen ist überhaupt der Grund dafür, dass so ein Entschluss gefasst wird, der Entschluss setzt die bestehende Tendenz in die Tat um und baut sie dadurch weiter aus. Aus der bloßen Feststellung, dass man als Schwacher und Verlierer blöd dran ist, folgt ja nun wirklich nicht, dies erstens ganz ok zu finden und zweitens sich selber in die Siegerrolle hinein zu fantasieren. Auch nicht als "Fehler" - wieso sollte der Verstand so einen blöden Fehler machen - weder zwingt ihn jemand noch unterliegt er einer Sinnestäuschung oder einem Rechenfehler. Das ist eine ganz pure Psycho-Logik, keinerlei sachliche Logik. Und solche Psychologie gibts eben schon bei den höheren Tieren, auch wenn das nun dein Menschenbild ankratzt, weil du immer wieder dein Ideal gegen die Realität hältst. - Auch das ist übrigens Kompensation: an Idealen zu kleben, die nicht begründbar sind. <blockquote>"Die Natur weiß gar nichts von der nationalistischen Ausrichtung eines Individuums, soll aber dafür gesorgt haben, obwohl keinem einzigen Gefühl nationalistische Sortierungen zuzuschreiben ist!"(naja)</blockquote> So direkt funktioniert das natürlich nicht. Ob Stamm oder Fürstentum oder Nationalstaat - die Psyche ist da variabel, da gehts ums Prinzip. Aber dass die Nation gefühlsmäßig als die "eigene Horde" gefühlt wird, erklärt diese große Gefühlsduselei dabei; natürlich muss dabei die Nation als Lebenswelt beurteilt worden sein, der man in abhängiger Weise zugehört, das ist freilich ein Urteil, aber meine Rede ist, solche Urteile werden nur dann gefällt, wenn man sich a) anpasst statt nachzudenken und b) dann die Nation als eigene Horde, Stamm oder Großfamilie imaginiert. Das der Psychologie entsprechende Denkmuster ist abstrakt längst vorhanden, bevor dieses dann in die vorfindlichen Begriffe gefasst wird. Bei der Religion ist es genauso. Warum können sich Katholiken beim Papstbesuch begeistern? Nicht weil es in einer direkten Form genetisch so verankert wäre; nein, in der Psychologie geht es um Muster und Neigungen, die nach Erfüllung suchen, und dabei gibt es eine breite Variabilität. - Also der Papstverehrer ist begeistert, weil dieser Chef für die Religion steht, auf die man große Stücke hält. Wie aber ist man dazu gekommen? Hat man die Bibel studiert und dann gesagt, ok, Jungfrauengeburt ist einleuchtend, Wiederauferstehung ist auch logisch, und die Dogmen des Katholizismus sind nachvollziehbar, daher mein Entschluss, dem zuzustimmen? Beim Kauf eines Gebrauchtwagens würde keiner sagen: ok, die Bremsen funktionieren nicht, ob das Getriebe ok ist kann ich nicht beweisen, aber ich will jetzt einfach glauben und vertrauen, dass das ein ganz toller Schlitten ist? Der religiöse Mensch nutzt und übergeht zugleich den Verstand, einzig um seinem Trost- und Hoffnungsbedürfnis zu entsprechen. Angesichts vieler Ungewißheiten, Niederlagen und Leiden geht er in die Regression, sucht in einer ideellen Form danach, eine Art behütetes Kind sein zu können: geliebt, geschützt etc.: Vater unser, Mutter Gottes. Ob das nun am Ende des Tages katholisch, evangelisch oder muslimisch ausgeht, wissen die Gene nicht, woher denn auch, aber bei einem der bestehenden Dogmensysteme schnackelt es halt, meistens eh das, wo man schon Zwangsmitglied ist. Das gibt dann einen zusätzlichen Geborgenheitsfaktor ab. Die Anpassung ans Bestehende ist eh die Haupttendenz. Also meine Frage ist: aus welchem rein intellektuellen "Fehlschluss" würde sich eine Hinwendung zur Religion erklären können, wenn diesem "Fehlschluss" nicht schon die regressive Tendenz innewohnen würde? Wie könnte sich ein freier Geist derart vertun beim Urteilen über die Welt? Muss nicht das Muster, Trost zu suchen statt die Ursachen des Leidens aufzulösen, schon da sein? Wieso sollte sich der Verstand für so ein Muster entscheiden? <blockquote>"...-<i>„Das Bewusstsein ist aber in aller Regel eben nicht kritisch gegen das Gefühl“</i>- Das kommt daher, weil das Gefühl d.h. die innere Bestimmtheit als Maßstab des Gefühls durch die bewussten Urteile über die Welt geformt wird."(Krim)</blockquote> Nein Krim, der wirklich relevante Schritt geht umgekehrt, genauer gesagt ist ein stufenweiser Prozeß. Wer glauben will, beginnt sich für Religion zu interessieren, und was ihm dann gefühlsmäßig und mentalitätsmäßig am besten passt, da bleibt er dann hängen. Vorher weiß er z.B. noch nicht, dass er katholisch werden wird, aber irgendwie erscheint ihm dies als das beste der bestehenden Angebote, es "passt" für ihn. Aber dass er sich da gut "aufgehoben" fühlt, ist nicht seinen Urteilen zu verdanken, sondern er sagt dann Ja, wenn es für seine Gemütslage und sonstige erworbene Einstellungen passend erscheint. <blockquote>"Bewusstsein unterstellt Freiheit des inhaltlichen Denkens und nicht Exekution von psychologischen Programmen." (Krim)</blockquote> Das ist eben ein falscher Gegensatz - jedenfalls, wenn der Verstand zum Diener der unbegriffenen psychischen Muster gemacht wird. Und nochmal: diese Muster sind in erster Linie Anpassung, Kompensation etc. Wo sind denn deine vielen "inhaltlich" denkenden Individuen, jedenfalls weit unterhalb der 1-Prozent-Hürde. Warum "entscheiden" sich fast alle so bescheuert? Wenn du schreibst, das Bewusstsein folgt keinem festen Programm, dann sage ich dazu: der Verstand konstruiert in den meisten Fällen solche Programme, die nur Varianten der üblichen Muster von Anpassung sind. Das Bewusstsein kommt sich dabei klar und ganz frei vor.

„Das erklär mal. Was will da wer wie kompensieren und warum? Der logische Fehler der Aggressionstheorie: das Resultat (da gehen welche aufeinander los) wird als Grund präsentiert.“ (naja)

Nein, falsch verstanden. Der Grund der von uns hier diskutierten Aggression liegt im Anliegen, eigene Erfolglosigkeit zu kompensieren (statt ihrer Ursache nachzugehen und diese abzuschaffen). Das ist ein psychisches Muster, absolut nichts Rationales. Dem liegt auch kein Einschätzungsfehler zugrunde. Hier macht sich der Verstand zum Diener der Psychologie, das ist leider so. Und diese Psychologie ist evolutionär entwickelt (die kann man nicht erfinden), da kann ich doch nichts für.

„Es scheint also mit deiner Brille ein Naturphänomen zu sein, sein Siegerideal an Schwächeren zu demonstrieren – da kann man dann halt nichts machen, weil‘s Natur ist …“ (naja)

Ob und wie man das ändern kann, ist ein ganz anderes Thema, leg mir das nicht in den Mund. Hier geht es erstmal um den Sachverhalt selber.

Du meinst anscheinend, so ein aggressiver Typ denkt, vielleicht sollte er das „Siegerideal an Schwächeren demonstrieren“ – und angesichts dieses intellektuellen Entschlusses freut es ihn dann ungemein, Schwächere zu demütigen. – So läuft das doch nicht. So ein Hochgefühl der Überlegenheit entsteht doch nicht durch einen Entschluss, man kann doch Gefühle nicht per Wille einschalten, wenn das Verlangen danach nicht schon irgendwie da wäre. Dieses Verlangen ist überhaupt der Grund dafür, dass so ein Entschluss gefasst wird, der Entschluss setzt die bestehende Tendenz in die Tat um und baut sie dadurch weiter aus.

Aus der bloßen Feststellung, dass man als Schwacher und Verlierer blöd dran ist, folgt ja nun wirklich nicht, dies erstens ganz ok zu finden und zweitens sich selber in die Siegerrolle hinein zu fantasieren. Auch nicht als „Fehler“ – wieso sollte der Verstand so einen blöden Fehler machen – weder zwingt ihn jemand noch unterliegt er einer Sinnestäuschung oder einem Rechenfehler. Das ist eine ganz pure Psycho-Logik, keinerlei sachliche Logik. Und solche Psychologie gibts eben schon bei den höheren Tieren, auch wenn das nun dein Menschenbild ankratzt, weil du immer wieder dein Ideal gegen die Realität hältst. – Auch das ist übrigens Kompensation: an Idealen zu kleben, die nicht begründbar sind.

„Die Natur weiß gar nichts von der nationalistischen Ausrichtung eines Individuums, soll aber dafür gesorgt haben, obwohl keinem einzigen Gefühl nationalistische Sortierungen zuzuschreiben ist!“(naja)

So direkt funktioniert das natürlich nicht. Ob Stamm oder Fürstentum oder Nationalstaat – die Psyche ist da variabel, da gehts ums Prinzip. Aber dass die Nation gefühlsmäßig als die „eigene Horde“ gefühlt wird, erklärt diese große Gefühlsduselei dabei; natürlich muss dabei die Nation als Lebenswelt beurteilt worden sein, der man in abhängiger Weise zugehört, das ist freilich ein Urteil, aber meine Rede ist, solche Urteile werden nur dann gefällt, wenn man sich a) anpasst statt nachzudenken und b) dann die Nation als eigene Horde, Stamm oder Großfamilie imaginiert. Das der Psychologie entsprechende Denkmuster ist abstrakt längst vorhanden, bevor dieses dann in die vorfindlichen Begriffe gefasst wird.

Bei der Religion ist es genauso. Warum können sich Katholiken beim Papstbesuch begeistern? Nicht weil es in einer direkten Form genetisch so verankert wäre; nein, in der Psychologie geht es um Muster und Neigungen, die nach Erfüllung suchen, und dabei gibt es eine breite Variabilität. – Also der Papstverehrer ist begeistert, weil dieser Chef für die Religion steht, auf die man große Stücke hält. Wie aber ist man dazu gekommen? Hat man die Bibel studiert und dann gesagt, ok, Jungfrauengeburt ist einleuchtend, Wiederauferstehung ist auch logisch, und die Dogmen des Katholizismus sind nachvollziehbar, daher mein Entschluss, dem zuzustimmen? Beim Kauf eines Gebrauchtwagens würde keiner sagen: ok, die Bremsen funktionieren nicht, ob das Getriebe ok ist kann ich nicht beweisen, aber ich will jetzt einfach glauben und vertrauen, dass das ein ganz toller Schlitten ist?

Der religiöse Mensch nutzt und übergeht zugleich den Verstand, einzig um seinem Trost- und Hoffnungsbedürfnis zu entsprechen. Angesichts vieler Ungewißheiten, Niederlagen und Leiden geht er in die Regression, sucht in einer ideellen Form danach, eine Art behütetes Kind sein zu können: geliebt, geschützt etc.: Vater unser, Mutter Gottes. Ob das nun am Ende des Tages katholisch, evangelisch oder muslimisch ausgeht, wissen die Gene nicht, woher denn auch, aber bei einem der bestehenden Dogmensysteme schnackelt es halt, meistens eh das, wo man schon Zwangsmitglied ist. Das gibt dann einen zusätzlichen Geborgenheitsfaktor ab. Die Anpassung ans Bestehende ist eh die Haupttendenz.

Also meine Frage ist: aus welchem rein intellektuellen „Fehlschluss“ würde sich eine Hinwendung zur Religion erklären können, wenn diesem „Fehlschluss“ nicht schon die regressive Tendenz innewohnen würde? Wie könnte sich ein freier Geist derart vertun beim Urteilen über die Welt? Muss nicht das Muster, Trost zu suchen statt die Ursachen des Leidens aufzulösen, schon da sein? Wieso sollte sich der Verstand für so ein Muster entscheiden?

„…-„Das Bewusstsein ist aber in aller Regel eben nicht kritisch gegen das Gefühl“- Das kommt daher, weil das Gefühl d.h. die innere Bestimmtheit als Maßstab des Gefühls durch die bewussten Urteile über die Welt geformt wird.“(Krim)

Nein Krim, der wirklich relevante Schritt geht umgekehrt, genauer gesagt ist ein stufenweiser Prozeß. Wer glauben will, beginnt sich für Religion zu interessieren, und was ihm dann gefühlsmäßig und mentalitätsmäßig am besten passt, da bleibt er dann hängen. Vorher weiß er z.B. noch nicht, dass er katholisch werden wird, aber irgendwie erscheint ihm dies als das beste der bestehenden Angebote, es „passt“ für ihn. Aber dass er sich da gut „aufgehoben“ fühlt, ist nicht seinen Urteilen zu verdanken, sondern er sagt dann Ja, wenn es für seine Gemütslage und sonstige erworbene Einstellungen passend erscheint.

„Bewusstsein unterstellt Freiheit des inhaltlichen Denkens und nicht Exekution von psychologischen Programmen.“ (Krim)

Das ist eben ein falscher Gegensatz – jedenfalls, wenn der Verstand zum Diener der unbegriffenen psychischen Muster gemacht wird. Und nochmal: diese Muster sind in erster Linie Anpassung, Kompensation etc. Wo sind denn deine vielen „inhaltlich“ denkenden Individuen, jedenfalls weit unterhalb der 1-Prozent-Hürde. Warum „entscheiden“ sich fast alle so bescheuert? Wenn du schreibst, das Bewusstsein folgt keinem festen Programm, dann sage ich dazu: der Verstand konstruiert in den meisten Fällen solche Programme, die nur Varianten der üblichen Muster von Anpassung sind. Das Bewusstsein kommt sich dabei klar und ganz frei vor.

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by: jf proto http://Neoprene.blogsport.de/2014/06/26/ist-der-ml-eine-antirevolutionaere-revolutionstheorie-gewesen/#comment-114615 Fri, 17 Oct 2014 11:42:09 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/06/26/ist-der-ml-eine-antirevolutionaere-revolutionstheorie-gewesen/#comment-114615 Das neue Protokoll zum Jour fixe vom 06.10.14 liegt vor Fortsetzung: Kritik – Wie geht das? (GS 4-13) http://www.gegenstandpunkt.de/jourfixe/prt/2014/jf141006.html Zum nächsten Mal JourFixe (20.10.): Auf Nachfrage wird über den „Islamischen Staat“ diskutiert. Ansonsten Dollar-Imperialismus (GS 3-14) Das neue Protokoll zum
Jour fixe vom 06.10.14 liegt vor
Fortsetzung: Kritik – Wie geht das? (GS 4-13)

http://www.gegenstandpunkt.de/jourfixe/prt/2014/jf141006.html

Zum nächsten Mal JourFixe (20.10.): Auf Nachfrage wird über den „Islamischen Staat“ diskutiert. Ansonsten Dollar-Imperialismus (GS 3-14)

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by: Krim http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114543 Thu, 16 Oct 2014 11:35:23 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114543 <i>"Nein, in der Regel ist es eine kleine Teilmenge, um es mal mathematisch auszudrücken, "</i> Diese Teilmenge halte ich nicht für klein. Zumindest so groß, dass sie aus weltanschaulichen Urteilen entstanden ist, und nicht aus einem abstrakten Bedürfnis nach Gemeinschaft. Weil auch bei der kleinen Teilmenge weltanschaulich Urteile zugrunde liegen, sind diese auch kritisierbar und zu kritisieren und nicht damit zu entschuldigen, dass seine "Gewalt ist nur ein stummer Schrei nach Liebe, Deine Springerstiefel sehnen sich nach Zärtlichkeit. Du hast nie gelernt dich zu artikulieren Und deine Eltern hatten niemals für dich Zeit." Das Lied von den Ärzten war immer eines der ärgerlich dümmsten, wo gibt. Du behauptest jedoch es sei die Wahrheit. <i>"(Die denken übrigens auch, nur haben sie kein Bewusstsein über ihr Denken)"</i> 1. Denken unterstellt Bewusstsein, sonst ist es kein Denken. 2. Haben Menschenaffen sehr wohl ein Bewusstsein. <i>"Weil er seinen psychologischen Mustern folgt,"</i> Oh je. Der Mensch ein Psychotier. Alles kannst du dir eher vorstellen, als einen Menschen, der sich denkend auf die Welt bezieht und sein Interesse zum Leitfaden seines Denkens macht. Statt dir dieses Interesse zu erklären, hältst du ihn lieber für psychologisch programmiert. <i>"Das Bewusstsein ist aber in aller Regel eben nicht kritisch gegen das Gefühl"</i> Das kommt daher, weil das Gefühl d.h. die innere Bestimmtheit als Maßstab des Gefühls durch die bewussten Urteile über die Welt geformt wird. <i>"sondern macht sich zu dessen Sprecher."</i> Blödsinn! Nochmal: Das widerspricht unmittelbar dem Bewusstsein. Wenn das Bewusstsein bloß ein Sprachrohr ist, dann ist es ein Instrument und Instrumente haben kein Bewusstsein. Bewusstsein unterstellt Freiheit des inhaltlichen Denkens und nicht Exekution von psychologischen Programmen. <i>"Die Evolution hat das Denken nicht als freien Zweck hervorgebracht, sondern um das zu optimieren, was die höheren Tiere mit ihrem gefühlsmäßigen, nicht bewussten Denken eh schon machten."</i> Und was ist das, was die Tiere eh schon machten. Überleben. Und warum hilft Bewusstsein beim Überleben? Weil es gerade k e i n e n Programmen folgt, sondern eine neue Situation abschätzen also gedanklich vorwegnehmen kann, und daraus eine Bewältigungsstrategie eine Problemlösung entwickeln kann. Das geht nicht, wenn das Bewusstsein z.B. einem Fluchtinstinkt unterworfen ist. „Nein, in der Regel ist es eine kleine Teilmenge, um es mal mathematisch auszudrücken, „ Diese Teilmenge halte ich nicht für klein. Zumindest so groß, dass sie aus weltanschaulichen Urteilen entstanden ist, und nicht aus einem abstrakten Bedürfnis nach Gemeinschaft. Weil auch bei der kleinen Teilmenge weltanschaulich Urteile zugrunde liegen, sind diese auch kritisierbar und zu kritisieren und nicht damit zu entschuldigen, dass seine

„Gewalt ist nur ein stummer Schrei nach Liebe,
Deine Springerstiefel sehnen sich nach Zärtlichkeit.
Du hast nie gelernt dich zu artikulieren
Und deine Eltern hatten niemals für dich Zeit.“

Das Lied von den Ärzten war immer eines der ärgerlich dümmsten, wo gibt. Du behauptest jedoch es sei die Wahrheit.

„(Die denken übrigens auch, nur haben sie kein Bewusstsein über ihr Denken)“ 1. Denken unterstellt Bewusstsein, sonst ist es kein Denken. 2. Haben Menschenaffen sehr wohl ein Bewusstsein.

„Weil er seinen psychologischen Mustern folgt,“ Oh je. Der Mensch ein Psychotier. Alles kannst du dir eher vorstellen, als einen Menschen, der sich denkend auf die Welt bezieht und sein Interesse zum Leitfaden seines Denkens macht. Statt dir dieses Interesse zu erklären, hältst du ihn lieber für psychologisch programmiert.

„Das Bewusstsein ist aber in aller Regel eben nicht kritisch gegen das Gefühl“ Das kommt daher, weil das Gefühl d.h. die innere Bestimmtheit als Maßstab des Gefühls durch die bewussten Urteile über die Welt geformt wird.

„sondern macht sich zu dessen Sprecher.“ Blödsinn! Nochmal: Das widerspricht unmittelbar dem Bewusstsein. Wenn das Bewusstsein bloß ein Sprachrohr ist, dann ist es ein Instrument und Instrumente haben kein Bewusstsein. Bewusstsein unterstellt Freiheit des inhaltlichen Denkens und nicht Exekution von psychologischen Programmen.

„Die Evolution hat das Denken nicht als freien Zweck hervorgebracht, sondern um das zu optimieren, was die höheren Tiere mit ihrem gefühlsmäßigen, nicht bewussten Denken eh schon machten.“ Und was ist das, was die Tiere eh schon machten. Überleben. Und warum hilft Bewusstsein beim Überleben? Weil es gerade k e i n e n Programmen folgt, sondern eine neue Situation abschätzen also gedanklich vorwegnehmen kann, und daraus eine Bewältigungsstrategie eine Problemlösung entwickeln kann. Das geht nicht, wenn das Bewusstsein z.B. einem Fluchtinstinkt unterworfen ist.

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by: jaja http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114530 Thu, 16 Oct 2014 07:21:04 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114530 „kompensatorische Aggression“ Das erklär mal. Was will da wer wie kompensieren und warum? Der logische Fehler der Aggressionstheorie: das Resultat (da gehen welche aufeinander los) wird als Grund präsentiert. So kommen deine reichlich apodiktischen Allgemeinplätze zustande: „die gabs immer schon in jeglicher Gesellschaftsform, selbst bei den primitivsten Stämmen“ Dass es etwas immer schon gegeben hat, soll dafür stehen, dass „Aggression“ die richtige Erklärung ist. Es scheint also mit deiner Brille ein Naturphänomen zu sein, sein Siegerideal an Schwächeren zu demonstrieren - da kann man dann halt nichts machen, weil‘s Natur ist ... „Der Mensch ist ein etwas weiter entwickelter Affe“ Das ist auch lustig: hier geht es eigentlich um ganz bestimmte menschliche Absichten und Gefühle wie z.B. „Zusammengehörigkeit“ und dir fällt als erstes eine ganze Menschheitsbestimmung ein. Wieso muss man eigentlich erst den Vergleich mit Antilopen oder Affen machen, bevor man sich die Wut auf Ausländer erklärt? Soll die Nazi-Ideologie als rudimentäres Affenorgan verklärt werden, damit AntiFas als Schöpfungskrönung erscheinen? Mittelalterlich! „warum rebelliert sein ach so toller bewusster Wille nicht dagegen (keiner zwingt ihn, gerade solchen Mist zu lernen)?“ Das ist der Fehler: Du machst diesen Willen zu einem Abziehbild deiner Rebellen-Wünsche und brauchst deswegen den Rassismus, die Natur würde für Nazi-Ideologie sorgen, die wegen ihrer Unvernunft nicht dem menschlichen Geist zuzurechnen sei. Das Absurde daran: Die Natur weiß gar nichts von der nationalistischen Ausrichtung eines Individuums, soll aber dafür gesorgt haben, obwohl keinem einzigen Gefühl nationalistische Sortierungen zuzuschreiben ist! „kompensatorische Aggression“

Das erklär mal. Was will da wer wie kompensieren und warum? Der logische Fehler der Aggressionstheorie: das Resultat (da gehen welche aufeinander los) wird als Grund präsentiert. So kommen deine reichlich apodiktischen Allgemeinplätze zustande:

„die gabs immer schon in jeglicher Gesellschaftsform, selbst bei den primitivsten Stämmen“

Dass es etwas immer schon gegeben hat, soll dafür stehen, dass „Aggression“ die richtige Erklärung ist. Es scheint also mit deiner Brille ein Naturphänomen zu sein, sein Siegerideal an Schwächeren zu demonstrieren – da kann man dann halt nichts machen, weil‘s Natur ist …

„Der Mensch ist ein etwas weiter entwickelter Affe“

Das ist auch lustig: hier geht es eigentlich um ganz bestimmte menschliche Absichten und Gefühle wie z.B. „Zusammengehörigkeit“ und dir fällt als erstes eine ganze Menschheitsbestimmung ein. Wieso muss man eigentlich erst den Vergleich mit Antilopen oder Affen machen, bevor man sich die Wut auf Ausländer erklärt? Soll die Nazi-Ideologie als rudimentäres Affenorgan verklärt werden, damit AntiFas als Schöpfungskrönung erscheinen? Mittelalterlich!

„warum rebelliert sein ach so toller bewusster Wille nicht dagegen (keiner zwingt ihn, gerade solchen Mist zu lernen)?“

Das ist der Fehler: Du machst diesen Willen zu einem Abziehbild deiner Rebellen-Wünsche und brauchst deswegen den Rassismus, die Natur würde für Nazi-Ideologie sorgen, die wegen ihrer Unvernunft nicht dem menschlichen Geist zuzurechnen sei. Das Absurde daran: Die Natur weiß gar nichts von der nationalistischen Ausrichtung eines Individuums, soll aber dafür gesorgt haben, obwohl keinem einzigen Gefühl nationalistische Sortierungen zuzuschreiben ist!

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by: dazu http://Neoprene.blogsport.de/2011/09/07/6-10-11-bielefeld-podiumsdiskussion-zur-kritik-der-nation/#comment-114523 Thu, 16 Oct 2014 03:55:08 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2011/09/07/6-10-11-bielefeld-podiumsdiskussion-zur-kritik-der-nation/#comment-114523 Zu dem moralischen Standpunkt des alternativen "Wir": "Wir können doch nicht zusehen" sei auf Äußerungen von O. Lafontaine hingewiesen: http://www.tagesspiegel.de/meinung/die-linke-und-der-krieg-gegen-den-globalen-interventionismus-von-usa-und-nato/10822178.html http://www.tagesspiegel.de/politik/streit-um-militaereinsatz-gegen-is-linke-ruegt-lafontaine-fuer-friedensthesen/10825272.html Empfohlen sei auch noch dieser ältere Artikel: http://www.gegenstandpunkt.com/gs/1993/2/gs19932105h2.html Zu dem moralischen Standpunkt des alternativen „Wir“: „Wir können doch nicht zusehen“ sei auf Äußerungen von O. Lafontaine hingewiesen:
http://www.tagesspiegel.de/meinung/die-linke-und-der-krieg-gegen-den-globalen-interventionismus-von-usa-und-nato/10822178.html
http://www.tagesspiegel.de/politik/streit-um-militaereinsatz-gegen-is-linke-ruegt-lafontaine-fuer-friedensthesen/10825272.html

Empfohlen sei auch noch dieser ältere Artikel:
http://www.gegenstandpunkt.com/gs/1993/2/gs19932105h2.html

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by: Felix http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/08/ukraine-am-abgrund-mitschnitt-jetzt-online/#comment-114514 Wed, 15 Oct 2014 22:19:06 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/08/ukraine-am-abgrund-mitschnitt-jetzt-online/#comment-114514 <a href="http://www.avanti-projekt.de/news/25-jahre-avanti-ab-jetzt-sind-wir-interventionistische-linke">25 Jahre Avanti – ab jetzt sind wir Interventionistische Linke</a> Diese Erklärung ist absehbar die letzte, die wir als „Avanti – Projekt undogmatische Linke“ unterzeichnen. Sie ist dennoch kein Auflösungspapier. Wir berichten nicht von Zerwürfnissen oder Scheitern, sondern von unserem gemeinsamen Aufbruch – in und mit der Interventionistischen Linken (IL), die im Begriff ist, zu einer lokal verankerten, bundesweit handlungsfähigen und europäisch vernetzten linksradikalen Organisation zu werden. 25 Jahre Avanti – ab jetzt sind wir Interventionistische Linke

Diese Erklärung ist absehbar die letzte, die wir als „Avanti – Projekt undogmatische Linke“ unterzeichnen. Sie ist dennoch kein Auflösungspapier. Wir berichten nicht von Zerwürfnissen oder Scheitern, sondern von unserem gemeinsamen Aufbruch – in und mit der Interventionistischen Linken (IL), die im Begriff ist, zu einer lokal verankerten, bundesweit handlungsfähigen und europäisch vernetzten linksradikalen Organisation zu werden.

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by: Mattis http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114507 Wed, 15 Oct 2014 20:44:23 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114507 <blockquote> „Das nenne ich mal Verniedlichung: Schwächere demütigen soll als bewusstloses Adoleszenz-Problem gedeutet werden. Auch dir dürfte aber klar sein, was ein Jugendlicher bereits alles gelernt haben muss, um seinem Konkurrenzideal (sich als Siegertypen feiern) frönen zu können. Mit den Aggressionen von Affen ist die Opferung von Behinderten für einen nationalistischen Selbstbewusstseinskult nicht erklärbar.“ (maleben) </blockquote> Nein, kein „Adoleszenz-Problem“, sondern kompensatorische Aggression. Klar steigert das herrschende „Konkurrenzideal“ sowas, aber solche Psychologie gibts nicht nur in der bürgerlichen Gesellschaft, die gabs immer schon in jeglicher Gesellschaftsform, selbst bei den primitivsten Stämmen (auch wenn viele Linke dort eine Kultur des Friedens hineinprojizieren). Das ist keine schöne Erkenntnis, sondern da deutet sich an, wieso es vernünftige Argumente so verdammt schwer haben, und nicht immer nur wegen der bürgerlichen Gesellschaft ... wieso haben diese nachdenkenden und bewusst entscheidenden Individuen es denn überhaupt zu dieser kommen lassen, wenn sie ohne bürgerliche Strukturen so toll beieinander wären mit ihrem Willen und Bewusstsein. Und natürlich ist solche Psychologie gar nicht fern von den höheren Affenarten, was denn sonst! Hör auf mit dem idealistischen Höhenflug. Der Mensch ist ein etwas weiter entwickelter Affe, streich das doch nicht weg. Nur weil er seinen Mist mit Bewusstsein tut! Psychologie ist kein Resultat von Nachdenken, sondern oft genug sogar durch viel Einsicht und Willenskraft nur schwer zu verändern. Wenn du schreibst, was so ein aggressiver Jugendlicher „alles gelernt haben muss“, dann frage ich zurück, warum lernt er sowas mit solcher Leichtigkeit, warum rebelliert sein ach so toller bewusster Wille nicht dagegen (keiner zwingt ihn, gerade solchen Mist zu lernen)? Warum macht er gerade genau diese „gedanklichen Schritte“ (wie du es genannt hast) und keine vernünftigen. Das IST nichts anderes als Psychologie der Anpassung, der Kompensation bei Mißerfolg und der Identifikation mit einer eindrucksvollen Gewalt. In diesem Verhalten sind Urteile IMPLIZIERT, ja schon, zugegeben - beim frustrierten Affen, der sich an Schwächeren vergreift, übrigens AUCH! - aber das Verhalten ist nicht Resultat falscher Urteile. Statt zu sehen, wie derjenige seine Psychologie durch Urteile rechtfertigt, wird ein Urteilen unterstellt, das merkwürdigerweise das fernstliegende Resultat ergibt im Vergleich dazu, wenn man wirkliches Nachdenken und Beurteilen annehmen würde. Die Leute denken doch nicht irgendwie falsch und schwupps ist eine Psychologie draus geworden! Nein, weil sie ein psychologisches Repertoire exerzieren wie jedes höhere Tierchen, urteilen sie auch in der Regel DEM ENTSPRECHEND.

„Das nenne ich mal Verniedlichung: Schwächere demütigen soll als bewusstloses Adoleszenz-Problem gedeutet werden. Auch dir dürfte aber klar sein, was ein Jugendlicher bereits alles gelernt haben muss, um seinem Konkurrenzideal (sich als Siegertypen feiern) frönen zu können. Mit den Aggressionen von Affen ist die Opferung von Behinderten für einen nationalistischen Selbstbewusstseinskult nicht erklärbar.“ (maleben)

Nein, kein „Adoleszenz-Problem“, sondern kompensatorische Aggression. Klar steigert das herrschende „Konkurrenzideal“ sowas, aber solche Psychologie gibts nicht nur in der bürgerlichen Gesellschaft, die gabs immer schon in jeglicher Gesellschaftsform, selbst bei den primitivsten Stämmen (auch wenn viele Linke dort eine Kultur des Friedens hineinprojizieren).

Das ist keine schöne Erkenntnis, sondern da deutet sich an, wieso es vernünftige Argumente so verdammt schwer haben, und nicht immer nur wegen der bürgerlichen Gesellschaft … wieso haben diese nachdenkenden und bewusst entscheidenden Individuen es denn überhaupt zu dieser kommen lassen, wenn sie ohne bürgerliche Strukturen so toll beieinander wären mit ihrem Willen und Bewusstsein.

Und natürlich ist solche Psychologie gar nicht fern von den höheren Affenarten, was denn sonst! Hör auf mit dem idealistischen Höhenflug. Der Mensch ist ein etwas weiter entwickelter Affe, streich das doch nicht weg. Nur weil er seinen Mist mit Bewusstsein tut! Psychologie ist kein Resultat von Nachdenken, sondern oft genug sogar durch viel Einsicht und Willenskraft nur schwer zu verändern.

Wenn du schreibst, was so ein aggressiver Jugendlicher „alles gelernt haben muss“, dann frage ich zurück, warum lernt er sowas mit solcher Leichtigkeit, warum rebelliert sein ach so toller bewusster Wille nicht dagegen (keiner zwingt ihn, gerade solchen Mist zu lernen)? Warum macht er gerade genau diese „gedanklichen Schritte“ (wie du es genannt hast) und keine vernünftigen. Das IST nichts anderes als Psychologie der Anpassung, der Kompensation bei Mißerfolg und der Identifikation mit einer eindrucksvollen Gewalt.

In diesem Verhalten sind Urteile IMPLIZIERT, ja schon, zugegeben – beim frustrierten Affen, der sich an Schwächeren vergreift, übrigens AUCH! – aber das Verhalten ist nicht Resultat falscher Urteile. Statt zu sehen, wie derjenige seine Psychologie durch Urteile rechtfertigt, wird ein Urteilen unterstellt, das merkwürdigerweise das fernstliegende Resultat ergibt im Vergleich dazu, wenn man wirkliches Nachdenken und Beurteilen annehmen würde. Die Leute denken doch nicht irgendwie falsch und schwupps ist eine Psychologie draus geworden! Nein, weil sie ein psychologisches Repertoire exerzieren wie jedes höhere Tierchen, urteilen sie auch in der Regel DEM ENTSPRECHEND.

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by: Mattis http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114506 Wed, 15 Oct 2014 20:39:33 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114506 <blockquote> „Weil sich das heimelige Gefühl nur einstellt, wenn man sich unter Leuten befindet, die die eigenen Urteile teilen. Es muss ja etwas geben, das dem Gefühl entgegenkommt, sonst ist Unbehagen angesagt. (Krim)“ </blockquote> Der Standpunkt kann anfangs sehr abstrakt sein, und wird erst nach und nach spezifiziert. Hier machst du den gleichen Fehler wie maleben, nämlich anzunehmen, dass jemand, der z.B. zu den Faschisten geht, schon gleich einen faschistischen Standpunkt haben muss. Nein, in der Regel ist es eine kleine Teilmenge, um es mal mathematisch auszudrücken, oder eine ungefähre Richtung; dieser vergleichsweise abstrakte Anteil ist der Anfang, und dann erst beginnt die spezifische Politisierung mit dem Ergebnis der Zustimmung oder auch der Ablehnung. <blockquote> „Nationen kommen beim Affen nicht vor, beim Menschen schon. Die innere Bestimmtheit des Menschen hat also sehr wohl was damit zu tun, wie er sich die Welt zurechtdenkt.“ (Krim) </blockquote> Wieso aber, Krim, denkt der Mensch sich die Welt auch nicht viel anders zurecht als ein Affe? (Die denken übrigens auch, nur haben sie kein Bewusstsein über ihr Denken). <i>Meine Nation, meine Horde, meine Religion, meine Sekte, mein Erfolg in der Gruppe, mein Rivale, meine Feinde, meine Untertanen ... </i> Was meinst du, wieso der Mensch sich die Welt immer genau SO „zurechtdenkt“, bloss nicht irgendwie vernünftig? Weil er sich beim Nachdenken vertut? Weil eine Gewalt ihn zwingt? Weder noch. Weil er seinen psychologischen Mustern folgt, und erst wenn er diese sich mal kritisch anschaut, fängt die eigentliche Leistung des Denkens an. <blockquote>"Das Gefühl bestimmt nur dann, wenn das Bewusstsein es zulässt, also nur dann wenn sowieso keine inhaltliche Differenz zwischen Gefühl und Bewusstsein existiert. (Krim)“ </blockquote> Das Bewusstsein ist aber in aller Regel eben nicht kritisch gegen das Gefühl ,sondern macht sich zu dessen Sprecher. SO HERUM kommt es, dass dann keine "inhaltliche Differenz" mehr feststellbar ist. Die Evolution hat das Denken nicht als freien Zweck hervorgebracht, sondern um das zu optimieren, was die höheren Tiere mit ihrem gefühlsmäßigen, nicht bewussten Denken eh schon machten.

„Weil sich das heimelige Gefühl nur einstellt, wenn man sich unter Leuten befindet, die die eigenen Urteile teilen. Es muss ja etwas geben, das dem Gefühl entgegenkommt, sonst ist Unbehagen angesagt. (Krim)“

Der Standpunkt kann anfangs sehr abstrakt sein, und wird erst nach und nach spezifiziert. Hier machst du den gleichen Fehler wie maleben, nämlich anzunehmen, dass jemand, der z.B. zu den Faschisten geht, schon gleich einen faschistischen Standpunkt haben muss. Nein, in der Regel ist es eine kleine Teilmenge, um es mal mathematisch auszudrücken, oder eine ungefähre Richtung; dieser vergleichsweise abstrakte Anteil ist der Anfang, und dann erst beginnt die spezifische Politisierung mit dem Ergebnis der Zustimmung oder auch der Ablehnung.

„Nationen kommen beim Affen nicht vor, beim Menschen schon. Die innere Bestimmtheit des Menschen hat also sehr wohl was damit zu tun, wie er sich die Welt zurechtdenkt.“ (Krim)

Wieso aber, Krim, denkt der Mensch sich die Welt auch nicht viel anders zurecht als ein Affe? (Die denken übrigens auch, nur haben sie kein Bewusstsein über ihr Denken). Meine Nation, meine Horde, meine Religion, meine Sekte, mein Erfolg in der Gruppe, mein Rivale, meine Feinde, meine Untertanen … Was meinst du, wieso der Mensch sich die Welt immer genau SO „zurechtdenkt“, bloss nicht irgendwie vernünftig? Weil er sich beim Nachdenken vertut? Weil eine Gewalt ihn zwingt? Weder noch. Weil er seinen psychologischen Mustern folgt, und erst wenn er diese sich mal kritisch anschaut, fängt die eigentliche Leistung des Denkens an.

„Das Gefühl bestimmt nur dann, wenn das Bewusstsein es zulässt, also nur dann wenn sowieso keine inhaltliche Differenz zwischen Gefühl und Bewusstsein existiert. (Krim)“

Das Bewusstsein ist aber in aller Regel eben nicht kritisch gegen das Gefühl ,sondern macht sich zu dessen Sprecher. SO HERUM kommt es, dass dann keine „inhaltliche Differenz“ mehr feststellbar ist.

Die Evolution hat das Denken nicht als freien Zweck hervorgebracht, sondern um das zu optimieren, was die höheren Tiere mit ihrem gefühlsmäßigen, nicht bewussten Denken eh schon machten.

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by: Felix http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/08/ukraine-am-abgrund-mitschnitt-jetzt-online/#comment-114403 Tue, 14 Oct 2014 14:46:54 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/08/ukraine-am-abgrund-mitschnitt-jetzt-online/#comment-114403 <a href="http://lowerclassmag.com/2014/10/eine-frage-der-praxis/">„Eine Frage der Praxis“</a> Und wieder eine Antifa-Gruppe weniger. Die Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin löst sich in die Neue Antikapitalistische Organisation auf. Von betrunkenen Punkern und NVA-Generälen, über Militanz, Theorie, Praxis und alles, was sonst noch so geht. Interview mit Jonas Schießer (ARAB) und Michael Prütz (NAO). „Eine Frage der Praxis“

Und wieder eine Antifa-Gruppe weniger. Die Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin löst sich in die Neue Antikapitalistische Organisation auf. Von betrunkenen Punkern und NVA-Generälen, über Militanz, Theorie, Praxis und alles, was sonst noch so geht.
Interview mit Jonas Schießer (ARAB) und Michael Prütz (NAO).

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by: Xaver http://Neoprene.blogsport.de/2011/09/07/6-10-11-bielefeld-podiumsdiskussion-zur-kritik-der-nation/#comment-114326 Mon, 13 Oct 2014 13:10:20 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2011/09/07/6-10-11-bielefeld-podiumsdiskussion-zur-kritik-der-nation/#comment-114326 <a href="http://grow.noblogs.org/ankuendiger/">»Bullenwagen klauen und Adorno rezitieren«?</a> Veranstaltungsreihe zum Verhältnis von Theorie und Praxis, organisiert von der antinationalen Hamburger Gruppe für den organisierten Widerspruch (GROW). 23. Oktober 2014 &#166; 19 Uhr &#166; Rote Flora <a href="http://grow.noblogs.org/schroeder/">»Warum Theorie?«</a> &#166; Mit Ilka Schröder Will man politisch intervenieren, muss man sich fragen: Wo kommt das Elend her, was man bekämpfen will und gibt es einen systematischen Grund dafür? Jede Praxis, der nicht eine derartige Analyse vorausgeht, läuft dreierlei Gefahr: aus Empörung zu handeln, das Falsche zu bekämpfen und die eigene Bedeutung zu überhöhen. Aus Empörung zu handeln ist schlecht, weil nicht jede Empörung über die Zustände einen guten Grund hat, Empörung vielmehr oft genug die herrschenden Verhältnisse affirmiert. Das Falsche zu bekämpfen wäre wirklich blöd, weil man so ziemlich sicher nicht sein Ziel erreicht. Die eigene Bedeutung zu überhöhen führt im Resultat genau zu der Frustration, die Praxisfans gerne jenen vorwerfen, die einen Begriff vom kritisierten Gegenstand einfordern, bevor man sich auf die Straße oder vor das Werkstor stellt. Das Bittere an den hiesigen Verhältnissen ist vielmehr, dass der Ausgangspunkt noch für jede politische Aktivität die Einsicht in die eigene Ohnmacht sein muss – weder hat man sich die politische noch die ökonomische Position ausgesucht und daran kann man unmittelbar auch nichts ändern. Außerdem sind diverse Ideologien zur Rechtfertigung dieser Verhältnisse so unglaublich erfolgreich, dass Gesellschaftskritiker*innen anerkennen müssen, dass sie ganz schön alleine da stehen. Um das zu ändern, braucht man das Rad nicht neu erfinden. Es fehlt nicht an der einen neuen Methode, die den Durchschnittsbürger*innen Irrsinn und Brutalität von Rassismus und Sexismus endlich klar werden lässt. Es mangelt nicht an der einen kämpferischen Erfahrung, die der Arbeiterin im Callcenter die systematische Ausbeutung vor Augen führen könnte. Das, was die meisten von ein paar Einsichten abhält, ist die einfache und harte Überzeugung, dass es im Großen und Ganzen schon passt, wie es hier läuft und ein paar Reformen mit dem aufräumen könnten, an dem sich mehr oder weniger Leute stoßen. Und auch Linksradikale, die vielleicht schon mal in das Buch »Das Kapital« geschaut haben, machen diverse »praktische Vorschläge«, die direkt oder indirekt Kapital und Ware, Nation und Staat geistig umarmen. Woran man wieder merkt, dass es auf die richtige Analyse ankommt. Vernünftige Kritik einzufordern, bevor man sich in die politische Aktivität stürzt, ist übrigens alles andere als zu sagen, es gäbe politisch nichts zu tun. Ganz im Gegenteil: Aufklärung ist bitter nötig. Zum Beispiel darüber, dass nicht die Banken, die Politiker*innen und die Chef*innen zu bekämpfen sind. Weil sie lediglich Charaktermasken sind, die ihre Funktion für Kapital und Staat erfüllen – und mit ihrer Bekämpfung das Prinzip nicht ins Visier gerät. Will man etwa gegen die Zehntausenden Hungertoten etwas unternehmen, muss man die Prinzipien benennen und bekämpfen, die einerseits den Überfluss an Essen und gleichzeitig das Elend und den Mangel hervorbringen. Wie unsinnig oder vernünftig die konkrete Praxis dann sein mag – ohne die richtige Theorie ist sie jedenfalls verloren und affirmiert auch in ihrer linksradikalen Fassung nicht selten genau die Prinzipien, die sie zu bekämpfen vorgibt. »Bullenwagen klauen und Adorno rezitieren«? Veranstaltungsreihe zum Verhältnis von Theorie und Praxis, organisiert von der antinationalen Hamburger Gruppe für den organisierten Widerspruch (GROW).

23. Oktober 2014 | 19 Uhr | Rote Flora

»Warum Theorie?« | Mit Ilka Schröder

Will man politisch intervenieren, muss man sich fragen: Wo kommt das Elend her, was man bekämpfen will und gibt es einen systematischen Grund dafür? Jede Praxis, der nicht eine derartige Analyse vorausgeht, läuft dreierlei Gefahr: aus Empörung zu handeln, das Falsche zu bekämpfen und die eigene Bedeutung zu überhöhen. Aus Empörung zu handeln ist schlecht, weil nicht jede Empörung über die Zustände einen guten Grund hat, Empörung vielmehr oft genug die herrschenden Verhältnisse affirmiert. Das Falsche zu bekämpfen wäre wirklich blöd, weil man so ziemlich sicher nicht sein Ziel erreicht. Die eigene Bedeutung zu überhöhen führt im Resultat genau zu der Frustration, die Praxisfans gerne jenen vorwerfen, die einen Begriff vom kritisierten Gegenstand einfordern, bevor man sich auf die Straße oder vor das Werkstor stellt. Das Bittere an den hiesigen Verhältnissen ist vielmehr, dass der Ausgangspunkt noch für jede politische Aktivität die Einsicht in die eigene Ohnmacht sein muss – weder hat man sich die politische noch die ökonomische Position ausgesucht und daran kann man unmittelbar auch nichts ändern. Außerdem sind diverse Ideologien zur Rechtfertigung dieser Verhältnisse so unglaublich erfolgreich, dass Gesellschaftskritiker*innen anerkennen müssen, dass sie ganz schön alleine da stehen.

Um das zu ändern, braucht man das Rad nicht neu erfinden. Es fehlt nicht an der einen neuen Methode, die den Durchschnittsbürger*innen Irrsinn und Brutalität von Rassismus und Sexismus endlich klar werden lässt. Es mangelt nicht an der einen kämpferischen Erfahrung, die der Arbeiterin im Callcenter die systematische Ausbeutung vor Augen führen könnte. Das, was die meisten von ein paar Einsichten abhält, ist die einfache und harte Überzeugung, dass es im Großen und Ganzen schon passt, wie es hier läuft und ein paar Reformen mit dem aufräumen könnten, an dem sich mehr oder weniger Leute stoßen. Und auch Linksradikale, die vielleicht schon mal in das Buch »Das Kapital« geschaut haben, machen diverse »praktische Vorschläge«, die direkt oder indirekt Kapital und Ware, Nation und Staat geistig umarmen. Woran man wieder merkt, dass es auf die richtige Analyse ankommt.

Vernünftige Kritik einzufordern, bevor man sich in die politische Aktivität stürzt, ist übrigens alles andere als zu sagen, es gäbe politisch nichts zu tun. Ganz im Gegenteil: Aufklärung ist bitter nötig. Zum Beispiel darüber, dass nicht die Banken, die Politiker*innen und die Chef*innen zu bekämpfen sind. Weil sie lediglich Charaktermasken sind, die ihre Funktion für Kapital und Staat erfüllen – und mit ihrer Bekämpfung das Prinzip nicht ins Visier gerät. Will man etwa gegen die Zehntausenden Hungertoten etwas unternehmen, muss man die Prinzipien benennen und bekämpfen, die einerseits den Überfluss an Essen und gleichzeitig das Elend und den Mangel hervorbringen. Wie unsinnig oder vernünftig die konkrete Praxis dann sein mag – ohne die richtige Theorie ist sie jedenfalls verloren und affirmiert auch in ihrer linksradikalen Fassung nicht selten genau die Prinzipien, die sie zu bekämpfen vorgibt.

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by: Kim B. http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114313 Mon, 13 Oct 2014 08:07:21 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114313 stankovic: „Mir ist an deiner Kritik an libelle nicht klar, wo er gegen die von dir angeführten Bestimmungen des Denkens und Urteilens verstößt.“ Ich bin weder Philolog noch Psycholog und wüsste nicht, wo ich das Denken und Urteilen bestimmt haben sollte. Denken. Lernen, Verstehen hingegen sind Bestimmungen mit denen ich Libelles Theorie kritisiere. Sie sind nämlich Voraussetzung und einzige Möglichkeit gewaltfreier menschlicher und gesellschaftlicher Entwicklung und geistiges Mittel für die Schaffung der ökonomischen und kulturellen Bedingungen, damit diese möglich wird. Diese Bestimmungen fallen bei Libelle weg und werden durch das Kriterium des Zufalls ersetzt. Und das ist zum einen ziemlich zynisch, denn gemäß dem Zufallsprinzip sind ja die Ergebnisse, also Faschist, Kopfabschneider oder Friedensengel zu werden, durch die Wahrscheinlichkeit festgeschrieben und damit die Gewalt (und natürlich auch das Elend für die Menschenmehrheit) auf alle Zeiten festgeschrieben. Und zum andern ist es ideologisch, denn Vieles (s. Diskussion weiter oben) spricht dagegen, dass Individuen mit tumbem und leerem Kopf solange durch die Welt stiefeln, bis der Zufall sie in die eine oder andere Richtung verschlägt. stankovic: „Mir ist an deiner Kritik an libelle nicht klar, wo er gegen die von dir angeführten Bestimmungen des Denkens und Urteilens verstößt.“

Ich bin weder Philolog noch Psycholog und wüsste nicht, wo ich das Denken und Urteilen bestimmt haben sollte. Denken. Lernen, Verstehen hingegen sind Bestimmungen mit denen ich Libelles Theorie kritisiere. Sie sind nämlich Voraussetzung und einzige Möglichkeit gewaltfreier menschlicher und gesellschaftlicher Entwicklung und geistiges Mittel für die Schaffung der ökonomischen und kulturellen Bedingungen, damit diese möglich wird. Diese Bestimmungen fallen bei Libelle weg und werden durch das Kriterium des Zufalls ersetzt. Und das ist zum einen ziemlich zynisch, denn gemäß dem Zufallsprinzip sind ja die Ergebnisse, also Faschist, Kopfabschneider oder Friedensengel zu werden, durch die Wahrscheinlichkeit festgeschrieben und damit die Gewalt (und natürlich auch das Elend für die Menschenmehrheit) auf alle Zeiten festgeschrieben. Und zum andern ist es ideologisch, denn Vieles (s. Diskussion weiter oben) spricht dagegen, dass Individuen mit tumbem und leerem Kopf solange durch die Welt stiefeln, bis der Zufall sie in die eine oder andere Richtung verschlägt.

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by: jaja http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114267 Sun, 12 Oct 2014 17:38:31 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114267 "es gibt auch andere Gründe als ein Sammelsurium politischer Urteile, die sich bei einer Minderheit von rechten Typen geltend machen" Gründe wofür? Klar, auch bei Nazis macht sich Harndrang und Liebeskummer bemerkbar, aber das macht sie eben nicht zu Faschisten - der Grund für ihre politische Stellung sind faschistische Urteile. Man kann sich auch den Fall vorstellen, dass da jemand ohne faschistische Ideologie bloß kuscheln will oder als V-Mann jobbedingt Nazis infiltriert, dann liegt aber auch gar keine Nazi-Überzeugung vor, die mit Gefühlen erklärt werden könnte. „es gibt auch andere Gründe als ein Sammelsurium politischer Urteile, die sich bei einer Minderheit von rechten Typen geltend machen“

Gründe wofür? Klar, auch bei Nazis macht sich Harndrang und Liebeskummer bemerkbar, aber das macht sie eben nicht zu Faschisten – der Grund für ihre politische Stellung sind faschistische Urteile. Man kann sich auch den Fall vorstellen, dass da jemand ohne faschistische Ideologie bloß kuscheln will oder als V-Mann jobbedingt Nazis infiltriert, dann liegt aber auch gar keine Nazi-Überzeugung vor, die mit Gefühlen erklärt werden könnte.

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by: Krim http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114263 Sun, 12 Oct 2014 16:15:47 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2014/03/10/antifa-in-der-krise-kongress-in-berlin-11-13-04-2014/#comment-114263 "Wieso glaubst Du das Abstraktionen keinen Inhalt hätten?" Wo steht das? Das Argument war, dass ein abstraktes Gemeinschaftsbedürfnis nicht existiert, sondern dass das Gemeinschaftsbedürfnis immer schon einen konkreten Inhalt hat und sich deswegen die Leute sich gar nicht zufällig auf die verschiedenen Gemeinschaften sortieren. Und für dieses konkrete Gemeinschaftsbedürfnis ist schon ein ganzer Sack voll weltanschaulicher Urteile vorausgesetzt. Das ist vielleicht nicht immer fertig und bis ins letzte ausformuliert und geschult, aber kritisierbar ist so ein Weltbild allemal. Das sind halt keine unschuldigen, leeren Gemeinschaftstiere, die sich da zufällig zu den Nazis verirren, sondern auch die Klientel, die sich davon angezogen fühlt, hat schon eine ganze Reihe weltanschaulicher Schlüsse gezogen, damit eine Naziorganisation überhaupt anziehend auf sie wirken kann. "Es sind gewollte Missverständnisse:" Nein. Missverständnisse sind es ganz sicher nicht. 1. Bei Libelle nicht, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, gezielte Gegenagitation zu betreiben und alle Argumente von Kommunisten als Dogma hinzustellen. 2. Müsste man ausführen welche Gründe das sein sollen, die sich außer Urteilen noch wie geltend machen. So wie es da steht, ist es bloß eine argumentlose Relativierung. 3. Es ist nicht nur falsch wenn a l l e s aus vor- und unbewussten Kategorien abgeleitet wird, sondern auch wenn weniges aus unbewussten Kategorien abgeleitet wird. Das Gefühl bestimmt nur dann, wenn das Bewusstsein es zulässt, also nur dann wenn sowieso keine inhaltliche Differenz zwischen Gefühl und Bewusstsein existiert. „Wieso glaubst Du das Abstraktionen keinen Inhalt hätten?“ Wo steht das? Das Argument war, dass ein abstraktes Gemeinschaftsbedürfnis nicht existiert, sondern dass das Gemeinschaftsbedürfnis immer schon einen konkreten Inhalt hat und sich deswegen die Leute sich gar nicht zufällig auf die verschiedenen Gemeinschaften sortieren.

Und für dieses konkrete Gemeinschaftsbedürfnis ist schon ein ganzer Sack voll weltanschaulicher Urteile vorausgesetzt. Das ist vielleicht nicht immer fertig und bis ins letzte ausformuliert und geschult, aber kritisierbar ist so ein Weltbild allemal. Das sind halt keine unschuldigen, leeren Gemeinschaftstiere, die sich da zufällig zu den Nazis verirren, sondern auch die Klientel, die sich davon angezogen fühlt, hat schon eine ganze Reihe weltanschaulicher Schlüsse gezogen, damit eine Naziorganisation überhaupt anziehend auf sie wirken kann.

„Es sind gewollte Missverständnisse:“ Nein. Missverständnisse sind es ganz sicher nicht. 1. Bei Libelle nicht, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, gezielte Gegenagitation zu betreiben und alle Argumente von Kommunisten als Dogma hinzustellen. 2. Müsste man ausführen welche Gründe das sein sollen, die sich außer Urteilen noch wie geltend machen. So wie es da steht, ist es bloß eine argumentlose Relativierung. 3. Es ist nicht nur falsch wenn a l l e s aus vor- und unbewussten Kategorien abgeleitet wird, sondern auch wenn weniges aus unbewussten Kategorien abgeleitet wird. Das Gefühl bestimmt nur dann, wenn das Bewusstsein es zulässt, also nur dann wenn sowieso keine inhaltliche Differenz zwischen Gefühl und Bewusstsein existiert.

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