Walgesang Comments http://Neoprene.blogsport.de Sie rufen weit ins Meer, aber wer hört ihnen zu? (außer Walen) Fri, 18 Oct 2019 17:24:57 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 by: Flugi_Entwurf http://Neoprene.blogsport.de/2015/02/06/kein-frieden-mit-der-nato/#comment-126887 Thu, 17 Oct 2019 14:57:00 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2015/02/06/kein-frieden-mit-der-nato/#comment-126887 Liebe ZeitgenossInnen, allüberall finden derzeit Demos, Aktionen, Diskussionsveranstaltungen zu dem Überfall der Türkei auf Rojava ein. Warum gegen den Krieg demonstrieren, wenn doch sowieso alle dagegen sind? Ob im Fernsehen oder in der Zeitung, gegen den Krieg der Türkei in Syrien sind alle, von Amerika über die EU bis hin zu den Kurden. Einen Unterschied macht es allerdings, aus welchem Grund die verschiedenen Parteien gegen diesen Krieg sind. • Wir demonstrieren gegen den Krieg der Türkei gegen die Kurden und gegen ihren Bündnispartner Deutschland. • Wir kritisieren die Bundesregierung nicht deshalb, weil diese nur halbherzig einen Waffenboykott verkündet hat, sondern weil dieser Boykott zeigt, wie die Regierung zu diesem Krieg steht. Wenn sie der Türkei in Zukunft keine Waffen mehr liefern will, dann liefert sie die vereinbarten Waffen erst einmal weiter, weil die Türkei ein Bündnispartner in der Nato ist und auch bleiben soll. Deutschland hat die Türkei mit allen möglichen Waffen aus deutscher Produktion ausgestattet, weil für sie die Türkei im Rahmen der Nato ein strategisches Land ist in der Front gegenüber Russland, und um in Asien und dem Nahen Osten Einfluss auf die Politik der dortigen Länder ausüben zu können. Zwar rechnet aktuell niemand der Regierenden mit einem Krieg gegenüber Russland, aber im Prinzip schon und dafür hat man die Türkei mit allem notwendigen ausgestattet. Von wegen der Krieg sei kein Mittel deutscher Politik. Wie die Rüstung der Türkei zeigt, kalkuliert man ständig damit und will dafür nichts anbrennen lassen. Dass die Türkei gegen die Kurden vorgeht, auch dagegen hat man in Deutschland nichts, denn der Türkei gesteht man zu, dass sie ein berechtigtes Sicherheitsinteresse gegenüber den Kurden hat, die einen eigenen Staat anstreben und damit die Souveränität der Türkei in Frage stellen. In der Beziehung ist man mit der Türkei einig, dass jede Form derartiger Aktivitäten zu unterbinden ist, deshalb verfolgt Deutschland auch die kurdische Partei der PKK. Wenn Deutschland kritisiert, dass deutsche Waffen jetzt in Syrien zum Einsatz kommen, weil dieser Krieg die Region destabilisiere, dann kann das einen eigentlich nur verwundern. Für die Menschen in der Region ist die Situation alles andere als stabil, schließlich herrscht dort seit Jahren Krieg. Nur mit der jetzigen Kriegssituation kann Deutschland offenbar gut leben, ist es doch mit seinen Tornados dort eingemischt und kann Einfluss nehmen. Mit dem Abzug der Amerikaner ist dieser Einsatz überflüssig und Deutschland ausgemischt. Das gefällt den Regierenden gar nicht. Wenn dann auch noch die Türkei in Syrien einmarschiert und damit die syrische Regierung und die Russen mit auf den Plan ruft, dann hat Deutschland diesen Krieg nicht bestellt und kritisiert die Türkei dafür, dass sie für diesen Einsatz deutscher Waffen das Herkunftsland nicht um Erlaubnis gefragt hat. Also steht Erdogan in der Kritik für zu viel Eigenmächtigkeit, dafür hat man ihn nicht hochgerüstet. Wenn der dann auch noch hingeht, und mit der Öffnung der Grenzen für die Flüchtlinge droht, ist jedes Maß für die deutsche Regierung überschritten. Da wird Mitleid mit den Opfern geheuchelt, an denen nur eins interessiert: Dass sie möglichst nie die Grenzen zu Europa überschreiten. Denn dafür hat man die Türkei immer geschätzt: Dass sie diese Elendsfiguren daran hindert, Europa zu erreichen. W i e er das gemacht hat, dass er sie eingesperrt hat, das alles hat solange nichtinteressiert, wie die Flüchtlinge daran gehindert wurden, nach Europa zu gelangen. Dass er diesen Auftrag aufkündigen will, das ist eines 'seiner größten Vergehen', die aber das gemeinsame Bündnis nicht in Frage stellen soll. Keine deutschen Waffenlieferungen - auch nicht die bereits vertraglich vereinbarten, und noch nicht gelieferten Waffenlieferungen - an die Türkei! Aufklärung über die strategische Funktion der Türkei im Nato-Konzept und dem deutschen Interesse daran! Raus mit deutschen Tornados in der Region! Beendigung des schmutzigen Flüchtlingsdeals zwischen Deutschland und der Türkei! Hände weg von Rojava! https://www.magazin-auswege.de/data/2019/10/Hecker_Flugblatt_Warum_gegen_den_Krieg_demonstrieren.pdf Liebe ZeitgenossInnen,

allüberall finden derzeit Demos, Aktionen, Diskussionsveranstaltungen zu dem Überfall der Türkei auf Rojava ein. Warum gegen den Krieg demonstrieren, wenn doch sowieso alle dagegen sind?

Ob im Fernsehen oder in der Zeitung, gegen den Krieg der Türkei in Syrien sind alle, von Amerika über die EU bis hin zu den Kurden.

Einen Unterschied macht es allerdings, aus welchem Grund die verschiedenen Parteien gegen diesen Krieg sind.

• Wir demonstrieren gegen den Krieg der Türkei gegen die Kurden und gegen ihren Bündnispartner Deutschland.

• Wir kritisieren die Bundesregierung nicht deshalb, weil diese nur halbherzig einen Waffenboykott verkündet hat, sondern weil dieser Boykott zeigt, wie die Regierung zu diesem Krieg steht.

Wenn sie der Türkei in Zukunft keine Waffen mehr liefern will, dann liefert sie die vereinbarten Waffen erst einmal weiter, weil die Türkei ein Bündnispartner in der Nato ist und auch bleiben soll. Deutschland hat die Türkei mit allen möglichen Waffen aus deutscher Produktion ausgestattet, weil für sie die Türkei im Rahmen der Nato ein strategisches Land ist in der Front gegenüber Russland, und um in Asien und dem Nahen Osten Einfluss auf die Politik der dortigen Länder ausüben zu können.

Zwar rechnet aktuell niemand der Regierenden mit einem Krieg gegenüber Russland, aber im Prinzip schon und dafür hat man die Türkei mit allem notwendigen ausgestattet. Von wegen der Krieg sei kein Mittel deutscher Politik. Wie die Rüstung der Türkei zeigt, kalkuliert man ständig damit und will dafür nichts anbrennen lassen.

Dass die Türkei gegen die Kurden vorgeht, auch dagegen hat man in Deutschland nichts, denn der Türkei gesteht man zu, dass sie ein berechtigtes Sicherheitsinteresse gegenüber den Kurden hat, die einen eigenen Staat anstreben und damit die Souveränität der Türkei in Frage stellen. In der Beziehung ist man mit der Türkei einig, dass jede Form derartiger Aktivitäten zu unterbinden ist, deshalb verfolgt Deutschland auch die kurdische Partei der PKK. Wenn Deutschland kritisiert, dass deutsche Waffen jetzt in Syrien zum Einsatz kommen, weil dieser Krieg die Region destabilisiere, dann kann das einen eigentlich nur verwundern. Für die Menschen in der Region ist die Situation alles andere als stabil, schließlich herrscht dort seit Jahren Krieg. Nur mit der jetzigen Kriegssituation kann Deutschland offenbar gut leben, ist es doch mit seinen Tornados dort eingemischt und kann Einfluss nehmen.

Mit dem Abzug der Amerikaner ist dieser Einsatz überflüssig und Deutschland ausgemischt. Das gefällt den Regierenden gar nicht. Wenn dann auch noch die Türkei in Syrien einmarschiert und damit die syrische Regierung und die Russen mit auf den Plan ruft, dann hat Deutschland diesen Krieg nicht bestellt und kritisiert die Türkei dafür, dass sie für diesen Einsatz deutscher Waffen das Herkunftsland nicht um Erlaubnis gefragt hat.

Also steht Erdogan in der Kritik für zu viel Eigenmächtigkeit, dafür hat man ihn nicht hochgerüstet. Wenn der dann auch noch hingeht, und mit der Öffnung der Grenzen für die Flüchtlinge droht, ist jedes Maß für die deutsche Regierung überschritten. Da wird Mitleid mit den Opfern geheuchelt, an denen nur eins interessiert: Dass sie möglichst nie die Grenzen zu Europa überschreiten. Denn dafür hat man die Türkei immer geschätzt: Dass sie diese Elendsfiguren daran hindert, Europa zu erreichen.
W i e er das gemacht hat, dass er sie eingesperrt hat, das alles hat solange nichtinteressiert, wie die Flüchtlinge daran gehindert wurden, nach Europa zu gelangen. Dass er diesen Auftrag aufkündigen will, das ist eines ’seiner größten Vergehen‘, die aber das gemeinsame Bündnis nicht in Frage stellen soll.

Keine deutschen Waffenlieferungen – auch nicht die bereits vertraglich vereinbarten, und noch nicht gelieferten Waffenlieferungen – an die Türkei!

Aufklärung über die strategische Funktion der Türkei im Nato-Konzept und dem deutschen Interesse daran!

Raus mit deutschen Tornados in der Region! Beendigung des schmutzigen Flüchtlingsdeals zwischen Deutschland und der Türkei! Hände weg von Rojava!

https://www.magazin-auswege.de/data/2019/10/Hecker_Flugblatt_Warum_gegen_den_Krieg_demonstrieren.pdf

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by: Serge http://Neoprene.blogsport.de/2018/09/21/deutsche-zustaende-der-geist-der-nation/#comment-126886 Wed, 16 Oct 2019 13:28:39 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2018/09/21/deutsche-zustaende-der-geist-der-nation/#comment-126886 Schillo präzisiert in einem Kommentar seine Kritik daran, dass z.B. hierzulande Antisemitismus anscheinend ganz prinzipiell und von vornherein bereits in so was wie unser aller angeblichem 'Deutschsein' [irgendwo latent] wuchern würde ... https://www.magazin-auswege.de/2019/10/staerker-auf-die-persoenlichkeit-von-taetern-schauen/#comment-1453 Schillo präzisiert in einem Kommentar seine Kritik daran, dass z.B. hierzulande Antisemitismus anscheinend ganz prinzipiell und von vornherein bereits in so was wie unser aller angeblichem ‚Deutschsein‘ [irgendwo latent] wuchern würde …

https://www.magazin-auswege.de/2019/10/staerker-auf-die-persoenlichkeit-von-taetern-schauen/#comment-1453

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by: Gurd http://Neoprene.blogsport.de/2015/02/06/kein-frieden-mit-der-nato/#comment-126885 Tue, 15 Oct 2019 14:59:56 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2015/02/06/kein-frieden-mit-der-nato/#comment-126885 Krieg in Nordsyrien Bundesaußenminister Heiko Maas versichert, dass die Türkei auch weiterhin deutsches Kriegsgerät geliefert bekommt Ein Kommentar von Klaus Hecker Nein, das stimmt doch gar nicht. Haben nicht gerade Deutschland und zwei weitere EU Staaten dekrediert, dass Waffenlieferungen an die Türkei gestoppt werden. Genau, das haben sie. Aber bitte genau lesen. Es heißt künftige Waffenlieferungen, aber doch nicht die bereits vertraglich vereinbarten, aber noch nicht gelieferten. Zudem heißt es, dass künftig nur solche Waffen nicht geliefert werden, welche in Syrien eingesetzt werden könnten. Ironisch gesprochen wird den Waffen hier Subjektcharakter angedichtet. Die ballern nicht einfach von selbst, wenn man draufdrückt, sondern haben einen inneren Kompass: nichts auszuspucken, wenn sie ahnen, sich in Nordsyrien zu befinden... (Forts.): https://www.magazin-auswege.de/data/2019/10/Hecker_Nordsyrien.pdf Krieg in Nordsyrien
Bundesaußenminister Heiko Maas versichert, dass die Türkei auch weiterhin deutsches Kriegsgerät geliefert bekommt

Ein Kommentar von Klaus Hecker

Nein, das stimmt doch gar nicht. Haben nicht gerade Deutschland und zwei weitere EU Staaten dekrediert, dass Waffenlieferungen an die Türkei gestoppt werden. Genau, das haben sie. Aber bitte genau lesen. Es heißt künftige Waffenlieferungen, aber doch nicht die bereits vertraglich vereinbarten, aber noch nicht gelieferten. Zudem heißt es, dass künftig nur solche Waffen nicht geliefert werden, welche in Syrien eingesetzt werden könnten.
Ironisch gesprochen wird den Waffen hier Subjektcharakter angedichtet. Die ballern nicht einfach von selbst, wenn man draufdrückt, sondern haben einen inneren Kompass: nichts auszuspucken, wenn sie ahnen, sich in Nordsyrien zu befinden…
(Forts.):

https://www.magazin-auswege.de/data/2019/10/Hecker_Nordsyrien.pdf

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by: Gurd http://Neoprene.blogsport.de/2019/01/17/peter-decker-imperialismus-ist-kein-notbehelf-fuer-wachstumsunfaehiges-kapital/#comment-126884 Tue, 15 Oct 2019 12:37:34 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2019/01/17/peter-decker-imperialismus-ist-kein-notbehelf-fuer-wachstumsunfaehiges-kapital/#comment-126884 Digitalisierung und Dollar Die USA versuchen mit ihren IT-Konzernen und ihrem Geld der restlichen Welt ihren Willen aufzuherrschen. Zu einigen neueren Fortschritten in der Konkurrenz der Staaten Von Theo Wentzke Im Prinzip jedem Staat ist daran gelegen, dass die Urheber und Macher internetbasierter Dienstleistungen nicht nur an ihrem jeweiligen Standort produktiv werden, sondern vielmehr von dort ihr globales Geschäft betreiben. Tatsächlich ist dieses Anliegen von Anfang an der Grund eines zunehmend rücksichtslos geführten Kampfes der wenigen Weltwirtschaftsmächte, die die betreffenden Konzerne beheimaten, hüten und fördern. Eines Kampfes, den mit einem entscheidenden Vorsprung die USA führen, die das Internet geschaffen, zu kommerzieller allgemeiner Nutzung freigegeben und von Beginn an die Konzerne hochgezüchtet haben, die es für ihr Geschäft benutzen, darüber immer weiter wachsen und kraft ihrer Kapitalgröße und ihres technischen Vorsprungs den Weltmarkt in dieser Sphäre zu großen Teilen dominieren. Aus: junge Welt – Ausgabe vom 14.10.2019 / Seite 12 / Thema: Weltmacht und Weltmarkt https://www.jungewelt.de/artikel/364686.weltmacht-und-weltmarkt-digitalisierung-und-dollar.html vgl. https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/digitalisierung-kapitalkreislaufs Digitalisierung und Dollar

Die USA versuchen mit ihren IT-Konzernen und ihrem Geld der restlichen Welt ihren Willen aufzuherrschen. Zu einigen neueren Fortschritten in der Konkurrenz der Staaten

Von Theo Wentzke

Im Prinzip jedem Staat ist daran gelegen, dass die Urheber und Macher internetbasierter Dienstleistungen nicht nur an ihrem jeweiligen Standort produktiv werden, sondern vielmehr von dort ihr globales Geschäft betreiben. Tatsächlich ist dieses Anliegen von Anfang an der Grund eines zunehmend rücksichtslos geführten Kampfes der wenigen Weltwirtschaftsmächte, die die betreffenden Konzerne beheimaten, hüten und fördern. Eines Kampfes, den mit einem entscheidenden Vorsprung die USA führen, die das Internet geschaffen, zu kommerzieller allgemeiner Nutzung freigegeben und von Beginn an die Konzerne hochgezüchtet haben, die es für ihr Geschäft benutzen, darüber immer weiter wachsen und kraft ihrer Kapitalgröße und ihres technischen Vorsprungs den Weltmarkt in dieser Sphäre zu großen Teilen dominieren.

Aus: junge Welt – Ausgabe vom 14.10.2019 / Seite 12 / Thema: Weltmacht und Weltmarkt

https://www.jungewelt.de/artikel/364686.weltmacht-und-weltmarkt-digitalisierung-und-dollar.html

vgl.
https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/digitalisierung-kapitalkreislaufs

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by: Serge http://Neoprene.blogsport.de/2013/05/03/7-05-13-berlin-decker-zu-arbeit-und-reichtum/#comment-126882 Sat, 12 Oct 2019 06:17:27 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2013/05/03/7-05-13-berlin-decker-zu-arbeit-und-reichtum/#comment-126882 Arbeit und Reichtum in der BRD sind permanent auch Gegenstand der öffentliche Debatte. Wie im Detail die Sendung "Arm trotz Arbeit" am 17.9. funktioniert hat, das ist hier Thema: http://tages-politik.de/Hartzreform/Hartzreform-Akt.-3-Sat-Sendung_2018.html Ein grundsätzlicher Artikel und einige Überlegungen aus Marx‘ Studienheften, die unter dem Titel 'Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie' als Band 42 der MEW-Ausgabe erschienen sind, sind hier zusammengefasst und kommentiert worden: Exkurs zu „Arbeit und Reichtum“: Zum Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen im Kapitalismus https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/exkurs-zu-arbeit-reichtum Arbeit und Reichtum in der BRD sind permanent auch Gegenstand der öffentliche Debatte.
Wie im Detail die Sendung „Arm trotz Arbeit“ am 17.9. funktioniert hat, das ist hier Thema:

http://tages-politik.de/Hartzreform/Hartzreform-Akt.-3-Sat-Sendung_2018.html

Ein grundsätzlicher Artikel und einige Überlegungen aus Marx‘ Studienheften, die unter dem Titel ‚Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie‘ als Band 42 der MEW-Ausgabe erschienen sind, sind hier zusammengefasst und kommentiert worden:

Exkurs zu „Arbeit und Reichtum“:
Zum Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen im Kapitalismus

https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/exkurs-zu-arbeit-reichtum

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by: Serge http://Neoprene.blogsport.de/2018/09/21/deutsche-zustaende-der-geist-der-nation/#comment-126879 Thu, 10 Oct 2019 22:09:03 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2018/09/21/deutsche-zustaende-der-geist-der-nation/#comment-126879 Der Rassist: ein autoritärer Charakter? von Johannes Schillo Bei Rassisten, die einem staatlichen Programm folgen, aber auch bei „Einzeltätern“, die mal als Terroristen, mal als Amokläufer eingestuft werden, soll es sich bei den Tätern um Menschen mit gestörter Psyche handeln. Dass sich die Psychologie des Rassismus, die diesen aus devianten Persönlichkeitsmerkmalen ableitet, breiter Anerkennung, im Blick auf zeitgenössische Fälle, aber auch bei der Bewältigung des historischen Faschismus, erfreut, war anlässlich der Auseinandersetzung um das Mass Shooting von El Paso Thema. Dazu weitere Überlegungen anlässlich des aktuellen Anschlags in Halle am 9. Oktober 2019. https://www.magazin-auswege.de/data/2019/10/Schillo_Der_autoritaere_Charakter.pdf Der Rassist: ein autoritärer Charakter?
von Johannes Schillo

Bei Rassisten, die einem staatlichen Programm folgen, aber auch bei „Einzeltätern“, die mal als Terroristen, mal als Amokläufer eingestuft werden, soll es sich bei den Tätern um Menschen mit gestörter Psyche handeln.

Dass sich die Psychologie des Rassismus, die diesen aus devianten Persönlichkeitsmerkmalen ableitet, breiter Anerkennung, im Blick auf zeitgenössische Fälle, aber auch bei der Bewältigung des historischen Faschismus, erfreut, war anlässlich der Auseinandersetzung um das Mass Shooting von El Paso Thema.

Dazu weitere Überlegungen anlässlich des aktuellen Anschlags in Halle am 9. Oktober 2019.

https://www.magazin-auswege.de/data/2019/10/Schillo_Der_autoritaere_Charakter.pdf

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by: Moritz http://Neoprene.blogsport.de/2016/03/25/der-grabbeltisch-der-erkenntnis-untersuchung-zur-methode-des-gegenstandpunkt/#comment-126876 Tue, 08 Oct 2019 11:32:49 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2016/03/25/der-grabbeltisch-der-erkenntnis-untersuchung-zur-methode-des-gegenstandpunkt/#comment-126876 <a href="https://www.amazon.com/Julian-Bierwirths-Grabbeltisch-Erkenntnis-2016/dp/1793448973">Karla Kritikus: Zu Julian Bierwirths „Der Grabbeltisch der Erkenntnis“ 2016: Polit-moralische Diskreditierung statt sachliche Kritik (German Edition)</a> Diese als Replik angelegte Veröffentlichung bezieht sich auf eine bemerkenswerte Veröffentlichung der Gruppe Krisis, und zwar einer ihrer Autoren, Julian Bierwirth - bemerkenswert in der Hinsicht, dass man an dieser studieren kann, wie eine theoretisch anspruchsvoll sich gebende Gruppierung bzw. einer ihrer Vertreter als leitendes Motiv der Einlassungen schlicht den Vorsatz polit-moralischer Diskreditierung offenbart. Ansonsten wird gebetsmühlenhaft der verkehrte, weil zirkuläre Anwurf wiederholt, dass, wer nicht den theoretischen Ansatz „Kritik der gesellschaftlichen Formbestimmungen“ teilt, der müsse „konservativ“ und „positivistisch“ gestrickt sein - was sich eben die immanente Kritik, Nachweis von Fehlern entlang anders erklärter Sache erspart, sondern per Vergleich mit dem eigenen Theoriegebäude differierende Aussagen an diesem desavouieren will. Karla Kritikus: Zu Julian Bierwirths „Der Grabbeltisch der Erkenntnis“ 2016:
Polit-moralische Diskreditierung statt sachliche Kritik (German Edition)

Diese als Replik angelegte Veröffentlichung bezieht sich auf eine bemerkenswerte Veröffentlichung der Gruppe Krisis, und zwar einer ihrer Autoren, Julian Bierwirth – bemerkenswert in der Hinsicht, dass man an dieser studieren kann, wie eine theoretisch anspruchsvoll sich gebende Gruppierung bzw. einer ihrer Vertreter als leitendes Motiv der Einlassungen schlicht den Vorsatz polit-moralischer Diskreditierung offenbart.

Ansonsten wird gebetsmühlenhaft der verkehrte, weil zirkuläre Anwurf wiederholt, dass, wer nicht den theoretischen Ansatz „Kritik der gesellschaftlichen Formbestimmungen“ teilt, der müsse „konservativ“ und „positivistisch“ gestrickt sein – was sich eben die immanente Kritik, Nachweis von Fehlern entlang anders erklärter Sache erspart, sondern per Vergleich mit dem eigenen Theoriegebäude differierende Aussagen an diesem desavouieren will.

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by: Wohnen_Bremen http://Neoprene.blogsport.de/2017/01/16/off-topic/#comment-126875 Tue, 08 Oct 2019 06:44:13 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2017/01/16/off-topic/#comment-126875 Es wird in Bremen ein Lesekreis angeboten, der sich der Wohnungsnot in Deutschland widmet unter dem Titel Wohnungsnot im Kapitalismus: Ein unlösbares Dauerproblem Das Referat für kritische Wissenschaft lädt ein zu einem Lesekreis, der sich mit dem ökonomischen Gehalt der Reichtumsquelle Grundeigentum befasst und den modernen Entwicklungen bis hin zur finanzkapitalistischen Spekulation auf Leerstand von Wohnungen nachgeht. Bei Interesse meldet euch gerne bei kriwi@asta.uni-bremen.de, dann bekommt ihr etwas Lesestoff vorab. Ansonsten freuen wir uns auch auf spontan Interessierte: Kommt einfach am morgigen Mittwoch, den 09.10.2019 von 16 bis 18 Uhr in die AStA-Etage der Universität Bremen https://www.asta.uni-bremen.de/kritische-wissenschaft/ Es wird in Bremen ein Lesekreis angeboten, der sich der Wohnungsnot in Deutschland widmet unter dem Titel

Wohnungsnot im Kapitalismus: Ein unlösbares Dauerproblem

Das Referat für kritische Wissenschaft lädt ein zu einem Lesekreis, der sich mit dem ökonomischen Gehalt der Reichtumsquelle Grundeigentum befasst und den modernen Entwicklungen bis hin zur finanzkapitalistischen Spekulation auf Leerstand von Wohnungen nachgeht.

Bei Interesse meldet euch gerne bei kriwi@asta.uni-bremen.de, dann bekommt ihr etwas Lesestoff vorab.

Ansonsten freuen wir uns auch auf spontan Interessierte:
Kommt einfach am morgigen Mittwoch, den 09.10.2019 von 16 bis 18 Uhr in die AStA-Etage der Universität Bremen

https://www.asta.uni-bremen.de/kritische-wissenschaft/

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by: Paco http://Neoprene.blogsport.de/2013/05/03/7-05-13-berlin-decker-zu-arbeit-und-reichtum/#comment-126873 Mon, 07 Oct 2019 06:07:08 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2013/05/03/7-05-13-berlin-decker-zu-arbeit-und-reichtum/#comment-126873 Wohlhabende haben mehr, die Ärmsten verlieren real an Einkommen - das zeigt der Verteilungsbericht des gewerkschaftsnahen Instituts WSI. Die Ungleichheit in Deutschland ist seit langem ein zentrales Thema politischer Debatten. Immer wieder wird daher Umverteilung gefordert. Dem wurde in den vergangenen Jahren jedoch entgegengehalten, das Problem löse sich von allein, denn die soziale Schere schließe sich wieder. Das arbeitgebernahe Institut IW stellte 2017 eine „stabile Einkommensverteilung“ fest. Laut dem Münchener Ifo-Institut hat seit 2006 die Ungleichheit sogar „deutlich abgenommen“. Neue Berechnungen zeigen nun aber: Der Rückgang währte nur kurz. Seit 2010 hat sich die Schere wieder geöffnet. Grund ist, dass die Ränder der Verteilung auseinanderstreben – die Armut nimmt zu. (...) Starke Treiber dieser Entwicklung seien erstens die wachsenden Lohnungleichheiten. Die zunehmende Spreizung der Löhne habe bereits Ende der 1990er Jahre eingesetzt. Ein zweiter Grund sei die Tatsache, dass die Kapitaleinkommen – beispielsweise aus Unternehmen oder Finanzanlagen – stark bei den Reichen konzentriert sind. Über solche Einkommensquellen „verfügen in nennenswertem Maße ausschließlich Haushalte an der Spitze der Verteilung“, so das WSI. Und drittens verteile der Staat weniger als früher von oben nach unten um. So seien hohe Einkommen entlastet worden, während gleichzeitig geringe Einkommen durch höhere Verbrauchssteuern belastet wurden. Stephan Kufmann in der FR, 7.10.2019 https://www.fr.de/wirtschaft/kluft-waechst-13072363.html --- Generelleres zu Armut und Reichtum: https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/merkels-land http://Neoprene.blogsport.de/2013/05/03/7-05-13-berlin-decker-zu-arbeit-und-reichtum/#comment-126851 Wer die Gesetzmäßigkeiten der kapitalistischen Produktionsweise ausführlicher und gründlicher sich aneignen will, der ist zu einer mehrtägigen Veranstaltung in Bremen eingeladen! https://www.argudiss.de/content/arbeit-reichtum-im-kapitalismus-einfuehrung-kritik-politischen-oekonomie --- Dass hierzulande die Armen auch früher sterben, - das ist natürlich nichts als Zufall, bzw. vermutlich mangelndes Self-Health-Management-Optimierungs-Insourcing, nämlich: selbst schuld, oder? Nicht aber dürfen Todesfälle in der BRD daran liegen, wie der kapitalistische Staat sein Gesundheitssystem organisiert hat. Und das nicht nur bei Verschreibung, Bezahlung, Zuzahlung von Medikamenten, sondern auch bei Forschung und Entwicklung von Medikamenten: Die Weltgesundheitsorganisation und die EU-Seuchenschutzbehörde warnen vor einer Ära ohne Antibiotika. Ohne neue Wirkstoffe können Infektionen mit resistenten Keimen nicht mehr bekämpft werden. Operationen und Intensivmedizin verlieren ihren Sinn, wenn die Patienten einen Infekt bekommen und sterben. Schon aktuell rechnet man in der EU mit ca. 33.000 Toten jährlich. (…) Mit Novartis und Johnson & Johnson haben die letzten großen Pharmahersteller ihre Forschung im Bereich Antibiotika eingestellt. Nach der Verkündigung und Feier des Konzernergebnisses auf der Hauptversammlung von Novartis in Basel – das kann sich wahrlich sehen lassen – wird zum genannten Thema Stellung genommen: „Es ist richtig, dass wir ein Forschungsprogramm im Rahmen der Antibiotika-Forschung im Laufe des letzten Jahres eingestellt haben. Es war nur zum jetzigen Zeitpunkt unsere Perspektive, dass wir nicht genügend Fortschritte gemacht hätten, um ein Investment in diesem Bereich der Forschung weiter zu rechtfertigen, verglichen mit anderen Investment in anderen Forschungsbereichen, die wir machen.“ Mittel gegen Krebs z.B. sind sehr lukrativ und werden massenhaft eingesetzt und das zu hohen Preisen. Ein neues Antibiotikum dagegen sollte möglichst selten eingesetzt werden. (…) Der Staat müsse eingreifen, wird gefordert. Da ist man an der richtigen Adresse. Der Staat hat seine Wirtschaft so eingerichtet, dass jedes Bedürfnis (Ernährung, Wohnen, Gesundheit…) daran geknüpft ist, dass ein privates Profitinteresse zu seinem Recht kommt. Und entsprechend lautet die Antwort aus berufenem Mund: „Der Staat kann nicht das Geschehen des Marktes bestimmen oder außer Kraft setzen.“ Der Staat als Initiator und Lenker dieses Wirtschaftsgeschehens erklärt sich, so er mit den Schädigungen, die sich in allen Lebensbereichen zeigen, konfrontiert wird, als unzuständig, da ihm leider die Hände gebunden seien. Auch die eher von Unprofessionellen geäußerte Kritik, Gesundheit etc. darf keine Ware sein, blamiert sich an der Realität: Doch, sie ist es! (06.10.2019) https://www.magazin-auswege.de/data/2019/10/Homberg_Antibiotika-Forschung.pdf Wohlhabende haben mehr, die Ärmsten verlieren real an Einkommen – das zeigt der Verteilungsbericht des gewerkschaftsnahen Instituts WSI.

Die Ungleichheit in Deutschland ist seit langem ein zentrales Thema politischer Debatten. Immer wieder wird daher Umverteilung gefordert. Dem wurde in den vergangenen Jahren jedoch entgegengehalten, das Problem löse sich von allein, denn die soziale Schere schließe sich wieder. Das arbeitgebernahe Institut IW stellte 2017 eine „stabile Einkommensverteilung“ fest. Laut dem Münchener Ifo-Institut hat seit 2006 die Ungleichheit sogar „deutlich abgenommen“. Neue Berechnungen zeigen nun aber: Der Rückgang währte nur kurz. Seit 2010 hat sich die Schere wieder geöffnet. Grund ist, dass die Ränder der Verteilung auseinanderstreben – die Armut nimmt zu. (…)
Starke Treiber dieser Entwicklung seien erstens die wachsenden Lohnungleichheiten. Die zunehmende Spreizung der Löhne habe bereits Ende der 1990er Jahre eingesetzt. Ein zweiter Grund sei die Tatsache, dass die Kapitaleinkommen – beispielsweise aus Unternehmen oder Finanzanlagen – stark bei den Reichen konzentriert sind. Über solche Einkommensquellen „verfügen in nennenswertem Maße ausschließlich Haushalte an der Spitze der Verteilung“, so das WSI. Und drittens verteile der Staat weniger als früher von oben nach unten um. So seien hohe Einkommen entlastet worden, während gleichzeitig geringe Einkommen durch höhere Verbrauchssteuern belastet wurden.

Stephan Kufmann in der FR, 7.10.2019

https://www.fr.de/wirtschaft/kluft-waechst-13072363.html

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Generelleres zu Armut und Reichtum:

https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/merkels-land

http://Neoprene.blogsport.de/2013/05/03/7-05-13-berlin-decker-zu-arbeit-und-reichtum/#comment-126851

Wer die Gesetzmäßigkeiten der kapitalistischen Produktionsweise ausführlicher und gründlicher sich aneignen will, der ist zu einer mehrtägigen Veranstaltung in Bremen eingeladen!

https://www.argudiss.de/content/arbeit-reichtum-im-kapitalismus-einfuehrung-kritik-politischen-oekonomie

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Dass hierzulande die Armen auch früher sterben,
- das ist natürlich nichts als Zufall, bzw. vermutlich mangelndes Self-Health-Management-Optimierungs-Insourcing, nämlich: selbst schuld, oder?

Nicht aber dürfen Todesfälle in der BRD daran liegen, wie der kapitalistische Staat sein Gesundheitssystem organisiert hat.
Und das nicht nur bei Verschreibung, Bezahlung, Zuzahlung von Medikamenten, sondern auch bei Forschung und Entwicklung von Medikamenten:

Die Weltgesundheitsorganisation und die EU-Seuchenschutzbehörde warnen vor einer Ära ohne Antibiotika. Ohne neue Wirkstoffe können Infektionen mit resistenten Keimen nicht mehr bekämpft werden. Operationen und Intensivmedizin verlieren ihren Sinn, wenn die Patienten einen Infekt bekommen und sterben. Schon aktuell rechnet man in der EU mit ca. 33.000 Toten jährlich. (…)
Mit Novartis und Johnson & Johnson haben die letzten großen Pharmahersteller ihre Forschung im Bereich Antibiotika eingestellt. Nach der Verkündigung und Feier des Konzernergebnisses auf der Hauptversammlung von Novartis in Basel – das kann sich wahrlich sehen lassen – wird zum genannten Thema Stellung genommen:
„Es ist richtig, dass wir ein Forschungsprogramm im Rahmen der Antibiotika-Forschung im Laufe des letzten Jahres eingestellt haben. Es war nur zum jetzigen Zeitpunkt unsere Perspektive, dass wir nicht genügend Fortschritte gemacht hätten, um ein Investment in diesem Bereich der Forschung weiter zu rechtfertigen, verglichen mit anderen Investment in anderen Forschungsbereichen, die wir machen.“
Mittel gegen Krebs z.B. sind sehr lukrativ und werden massenhaft eingesetzt und das zu hohen Preisen. Ein neues Antibiotikum dagegen sollte möglichst selten eingesetzt werden. (…)

Der Staat müsse eingreifen, wird gefordert.
Da ist man an der richtigen Adresse. Der Staat hat seine Wirtschaft so eingerichtet, dass jedes Bedürfnis (Ernährung, Wohnen, Gesundheit…) daran geknüpft ist, dass ein privates Profitinteresse zu seinem Recht kommt. Und entsprechend lautet die Antwort aus berufenem Mund: „Der Staat kann nicht das Geschehen des Marktes bestimmen oder außer Kraft setzen.“ Der Staat als Initiator und Lenker dieses Wirtschaftsgeschehens erklärt sich, so er mit den Schädigungen, die sich in allen Lebensbereichen zeigen, konfrontiert wird, als unzuständig, da ihm leider die Hände gebunden seien.
Auch die eher von Unprofessionellen geäußerte Kritik, Gesundheit etc. darf keine Ware sein, blamiert sich an der Realität: Doch, sie ist es! (06.10.2019)

https://www.magazin-auswege.de/data/2019/10/Homberg_Antibiotika-Forschung.pdf

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by: Gurd http://Neoprene.blogsport.de/2018/09/21/deutsche-zustaende-der-geist-der-nation/#comment-126865 Tue, 01 Oct 2019 20:23:14 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2018/09/21/deutsche-zustaende-der-geist-der-nation/#comment-126865 Herr Keiner: Der Nationalismus der AfD richtet sich gegen das Bündnis namens „Europa“ Warum die Altparteien die erfolgreiche Rechtspartei nicht in ihre Kreise aufnehmen wollen Bekanntlich hat die AfD mit ihrem Vorzugsthema „Flüchtlingsfrage“ großen Erfolg bei den Wählern in Sachsen und Brandenburg gehabt. Was heißt: sie hat von der weit verbreiteten Dummheit der Bürger profitiert, die ihre deutsche Staatsangehörigkeit für ein Privileg halten, das auf Leistung und Gegenleistung beruht, ein Privileg also, das man sich als Deutscher verdient habe. Die ins Land strömenden Flüchtlinge haben nichts für dieses Land geleistet, bekommen aber trotzdem Geld vom Staat – das nehmen massenhaft Untertanen ihrer Obrigkeit übel. Und danken es der AfD, dass sie gegen diesen „Skandal“ zu Felde zieht. […] Die AfD hat mit einem eurokritischen Nationalismus bei den Wahlen im Osten Erfolg und damit ähnlich gegen die EU und deren „Arroganz und Zentralismus“ gewettert, wie das die Befürworter des Brexits in England getan haben. Die auch und entscheidend mit dem Schreckensszenario einer „unkontrollierten Einwanderung“ beim Wähler in England gepunktet haben. Dort allerdings geht das Pro und Contra in Sachen EU quer durch alle Parteien, hierzulande sind alle Parteien entschieden europa-treu, bis eben auf die AfD. […] http://www.herrkeiner.com/geschichten/der-nationalismus-der-afd-richtet-sich-gegen-das-buendnis-namens-europa/ Herr Keiner:
Der Nationalismus der AfD richtet sich gegen das Bündnis namens „Europa“

Warum die Altparteien die erfolgreiche Rechtspartei nicht in ihre Kreise aufnehmen wollen

Bekanntlich hat die AfD mit ihrem Vorzugsthema „Flüchtlingsfrage“ großen Erfolg bei den Wählern in Sachsen und Brandenburg gehabt. Was heißt: sie hat von der weit verbreiteten Dummheit der Bürger profitiert, die ihre deutsche Staatsangehörigkeit für ein Privileg halten, das auf Leistung und Gegenleistung beruht, ein Privileg also, das man sich als Deutscher verdient habe. Die ins Land strömenden Flüchtlinge haben nichts für dieses Land geleistet, bekommen aber trotzdem Geld vom Staat – das nehmen massenhaft Untertanen ihrer Obrigkeit übel. Und danken es der AfD, dass sie gegen diesen „Skandal“ zu Felde zieht. […]

Die AfD hat mit einem eurokritischen Nationalismus bei den Wahlen im Osten Erfolg und damit ähnlich gegen die EU und deren „Arroganz und Zentralismus“ gewettert, wie das die Befürworter des Brexits in England getan haben. Die auch und entscheidend mit dem Schreckensszenario einer „unkontrollierten Einwanderung“ beim Wähler in England gepunktet haben. Dort allerdings geht das Pro und Contra in Sachen EU quer durch alle Parteien, hierzulande sind alle Parteien entschieden europa-treu, bis eben auf die AfD. […]

http://www.herrkeiner.com/geschichten/der-nationalismus-der-afd-richtet-sich-gegen-das-buendnis-namens-europa/

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by: Krim http://Neoprene.blogsport.de/2013/05/03/7-05-13-berlin-decker-zu-arbeit-und-reichtum/#comment-126852 Sat, 28 Sep 2019 14:50:30 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2013/05/03/7-05-13-berlin-decker-zu-arbeit-und-reichtum/#comment-126852 Fragt sich nur warum du nicht das gesamte GegenStandpunktarchiv verlinkst. Fragt sich nur warum du nicht das gesamte GegenStandpunktarchiv verlinkst.

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by: Paco http://Neoprene.blogsport.de/2013/05/03/7-05-13-berlin-decker-zu-arbeit-und-reichtum/#comment-126851 Fri, 27 Sep 2019 15:30:37 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2013/05/03/7-05-13-berlin-decker-zu-arbeit-und-reichtum/#comment-126851 Frage: „Schaffen die Arbeiter wirklich den ganzen Reichtum?“ http://www.kapital-lesen.com/texte/schaffen-die-arbeiter-den-ganzen-reichtum/ --- Der Vortrag, den Peter Decker am 23.10.2014 in Nürnberg gehalten hat zum Thema „Was von Marx zu lernen wäre: Alles Nötige über Arbeit und Reichtum im Kapitalismus“, ist bei Youtube als Video online. https://www.youtube.com/watch?v=jVVNVwcWlic http://www.sozialistischegruppe.de/download/Zitate_Marx_2014.pdf https://www.argudiss.de/node/288 (Audio) --- Und Infos über ein ganz besonderes Arbeitsmittel: Die Karriere des Internet – vom Kommando-Instrument des US-Militärs im Atomkrieg – zum universellen Kommunikationskanal des Kapitalismus – und darüber zum fünften strategischen Kriegsschauplatz der USA und ihrer Rivalen https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/cybersecurity-cyberwar --- Wie ist das mit BIP, Volkseinkommen, Produktivität, Wachstum, Nationaleinkommen? https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/fragen-zu-bip-wachstum-arbeitszeit-produktivitaet --- P.S. Dass alteingesessene Leser dieses Blogs diese Artikel möglicherweise kennen, motiviert mich nicht dazu, sie den neuen Lesern vorzuenthalten .... :-) Frage: „Schaffen die Arbeiter wirklich den ganzen Reichtum?“

http://www.kapital-lesen.com/texte/schaffen-die-arbeiter-den-ganzen-reichtum/

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Der Vortrag, den Peter Decker am 23.10.2014 in Nürnberg gehalten hat zum Thema „Was von Marx zu lernen wäre: Alles Nötige über Arbeit und Reichtum im Kapitalismus“, ist bei Youtube als Video online.

https://www.youtube.com/watch?v=jVVNVwcWlic

http://www.sozialistischegruppe.de/download/Zitate_Marx_2014.pdf

https://www.argudiss.de/node/288 (Audio)

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Und Infos über ein ganz besonderes Arbeitsmittel:

Die Karriere des Internet

– vom Kommando-Instrument des US-Militärs im Atomkrieg
– zum universellen Kommunikationskanal des Kapitalismus
– und darüber zum fünften strategischen Kriegsschauplatz der USA und ihrer Rivalen

https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/cybersecurity-cyberwar

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Wie ist das mit BIP, Volkseinkommen, Produktivität, Wachstum, Nationaleinkommen?

https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/fragen-zu-bip-wachstum-arbeitszeit-produktivitaet

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P.S. Dass alteingesessene Leser dieses Blogs diese Artikel möglicherweise kennen, motiviert mich nicht dazu, sie den neuen Lesern vorzuenthalten ….
:-)

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by: Moritz http://Neoprene.blogsport.de/2017/01/16/off-topic/#comment-126850 Fri, 27 Sep 2019 14:45:59 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2017/01/16/off-topic/#comment-126850 <a href="https://www.jungewelt.de/artikel/363688.profipolitiker-des-tages-sonneborn-und-semsrott.html">Profipolitiker des Tages: Sonneborn und Semsrott</a> Sebastian Carlens Man hätte, inmitten des homerischen Gelächters aller inkorporierten Deutschsatiriker, schon früher misstrauisch werden müssen: Als es der »PARTEI« im Mai gelang, zwei Leute ins sogenannte EU-Parlament wählen zu lassen, konnte es einer von ihnen, Nico Semsrott, nicht eilig genug haben, der Grünen-Fraktion beizutreten. Wer also die Satiretruppe unterstützt hat, bekam diese Pointe: Schon wieder Grüne gewählt! Wenn es noch eines Beweises bedurfte, dass Berufswitzigkeit nicht mehr hergeben kann, als die gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse insgesamt gestatten, dann hat »Kapuzentrottel« Semsrott (Christian Y. Schmidt) diesen erbracht. Humor in Zeiten der großen Koalition wird per definitionem nie lustiger sein als Merkel im Sommerinterview. Nun ist auch der zweite im Bunde über einen selbst auferlegten Jokus gestolpert: Martin Sonneborn, der bekanntlich immer stur abwechselnd mit »Ja« oder »Nein« stimmt, war am 19. September gerade wieder im Affirmationsmodus, als die Resolution »Bedeutung der europäischen Vergangenheit für die Zukunft Europas« zur Abstimmung stand. Da wird behauptet, dass mit dem deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrag »die Weichen für den Zweiten Weltkrieg gestellt wurden«. Und dass es »von entscheidender Bedeutung für die Einheit Europas und seiner Bürger und für die Stärkung des Widerstands gegen Bedrohungen von außen« sei, dass »an die Opfer totalitärer und autoritärer Regime«, also zu gleichen Teilen Nazideutschlands und der UdSSR, gedacht werde. Beide »PARTEI«-Leute stimmten zu. Am Donnerstag nahm Sonneborn immerhin Stellung; die AfD habe für »eine unübersichtliche Situation« gesorgt, er habe seine Stimmabgabe »korrigiert«. Und Semsrott? Nichts Neues aus der Kapuze. Dafür, du parlamentarischer Pausenclown, gibt es keinen Zwinker-Smiley. Sondern den grimmigen, den mit der Kalaschnikow. Profipolitiker des Tages: Sonneborn und Semsrott
Sebastian Carlens

Man hätte, inmitten des homerischen Gelächters aller inkorporierten Deutschsatiriker, schon früher misstrauisch werden müssen: Als es der »PARTEI« im Mai gelang, zwei Leute ins sogenannte EU-Parlament wählen zu lassen, konnte es einer von ihnen, Nico Semsrott, nicht eilig genug haben, der Grünen-Fraktion beizutreten. Wer also die Satiretruppe unterstützt hat, bekam diese Pointe: Schon wieder Grüne gewählt! Wenn es noch eines Beweises bedurfte, dass Berufswitzigkeit nicht mehr hergeben kann, als die gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse insgesamt gestatten, dann hat »Kapuzentrottel« Semsrott (Christian Y. Schmidt) diesen erbracht. Humor in Zeiten der großen Koalition wird per definitionem nie lustiger sein als Merkel im Sommerinterview.

Nun ist auch der zweite im Bunde über einen selbst auferlegten Jokus gestolpert: Martin Sonneborn, der bekanntlich immer stur abwechselnd mit »Ja« oder »Nein« stimmt, war am 19. September gerade wieder im Affirmationsmodus, als die Resolution »Bedeutung der europäischen Vergangenheit für die Zukunft Europas« zur Abstimmung stand. Da wird behauptet, dass mit dem deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrag »die Weichen für den Zweiten Weltkrieg gestellt wurden«. Und dass es »von entscheidender Bedeutung für die Einheit Europas und seiner Bürger und für die Stärkung des Widerstands gegen Bedrohungen von außen« sei, dass »an die Opfer totalitärer und autoritärer Regime«, also zu gleichen Teilen Nazideutschlands und der UdSSR, gedacht werde.

Beide »PARTEI«-Leute stimmten zu. Am Donnerstag nahm Sonneborn immerhin Stellung; die AfD habe für »eine unübersichtliche Situation« gesorgt, er habe seine Stimmabgabe »korrigiert«. Und Semsrott? Nichts Neues aus der Kapuze. Dafür, du parlamentarischer Pausenclown, gibt es keinen Zwinker-Smiley. Sondern den grimmigen, den mit der Kalaschnikow.

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by: Paco http://Neoprene.blogsport.de/2013/05/03/7-05-13-berlin-decker-zu-arbeit-und-reichtum/#comment-126845 Thu, 26 Sep 2019 19:14:06 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2013/05/03/7-05-13-berlin-decker-zu-arbeit-und-reichtum/#comment-126845 Kurzartikel mit Basic-Infos zu Karl Marx, sowie zum kapitalistischen Verhältnis zwischen Arbeit und Reichtum - von Stephan Kaufmann https://www.fr.de/kultur/menschen-maeusen-10982609.html Ein bisschen näher am Hauptwerk von Marx 'Das Kapital' angesiedelt ist das Manuskript eines Vortrages https://www.farberot.de/text/Marx_Arbeit_Reichtum-81.pdf ---- Wer die Gesetzmäßigkeiten der kapitalistischen Produktionsweise ausführlicher und gründlicher sich aneignen will, der ist zu einer mehrtägigen Veranstaltung in Bremen eingeladen! https://www.argudiss.de/content/arbeit-reichtum-im-kapitalismus-einfuehrung-kritik-politischen-oekonomie Kurzartikel mit Basic-Infos zu Karl Marx, sowie zum kapitalistischen Verhältnis zwischen Arbeit und Reichtum – von Stephan Kaufmann

https://www.fr.de/kultur/menschen-maeusen-10982609.html

Ein bisschen näher am Hauptwerk von Marx ‚Das Kapital‘ angesiedelt ist das Manuskript eines Vortrages

https://www.farberot.de/text/Marx_Arbeit_Reichtum-81.pdf

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Wer die Gesetzmäßigkeiten der kapitalistischen Produktionsweise ausführlicher und gründlicher sich aneignen will, der ist zu einer mehrtägigen Veranstaltung in Bremen eingeladen!

https://www.argudiss.de/content/arbeit-reichtum-im-kapitalismus-einfuehrung-kritik-politischen-oekonomie

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by: Gurd http://Neoprene.blogsport.de/2018/09/21/deutsche-zustaende-der-geist-der-nation/#comment-126844 Thu, 26 Sep 2019 10:19:29 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2018/09/21/deutsche-zustaende-der-geist-der-nation/#comment-126844 Von der Vaterlandsliebe zum Rassenhass von Claudia Reuther Jüngst wurden - u.a. im 'auswege-magazin' Erklärungsversuche zum Attentat in El Paso präsentiert1, der die Tat als Ausfluss der normalen Vaterlandsliebe nehmen - und sich damit natürlich in Widerspruch zu gängigen Erklärungen setzen, die die psychologischen Defekte des Täters betonen. Zwar hat im vorliegenden Fall, den die US-Behörden als „inländischen Terrorismus“ einstuften, die Öffentlichkeit, gerade auch in Deutschland, eine gewisse Verbindung zur Gedankenwelt des amtierenden US-Präsidenten entdeckt, doch letztlich soll es sich wieder um eine typische Tat „meist junger Männer“ handeln, die „fanatisiert oder irre oder beides zusam-men“ sind (FAZ, 6.8.2019). Das ist aber genau die Frage, ob man hier die Persönlichkeits- oder Sozialpsychologie zu Rate ziehen, also die Perspektive der Psychologisierung wählen muss? https://www.magazin-auswege.de/data/2019/09/Reuther_Vaterlandsliebe.pdf Von der Vaterlandsliebe zum Rassenhass von Claudia Reuther

Jüngst wurden – u.a. im ‚auswege-magazin‘ Erklärungsversuche zum Attentat in El Paso präsentiert1, der die Tat als Ausfluss der normalen Vaterlandsliebe nehmen – und sich damit natürlich in Widerspruch zu gängigen Erklärungen setzen, die die psychologischen Defekte des Täters betonen.

Zwar hat im vorliegenden Fall, den die US-Behörden als „inländischen Terrorismus“ einstuften, die Öffentlichkeit, gerade auch in Deutschland, eine gewisse Verbindung zur Gedankenwelt des amtierenden US-Präsidenten entdeckt, doch letztlich soll es sich wieder um eine typische Tat „meist junger Männer“ handeln, die „fanatisiert oder irre oder beides zusam-men“ sind (FAZ, 6.8.2019).
Das ist aber genau die Frage, ob man hier die Persönlichkeits- oder Sozialpsychologie zu Rate ziehen, also die Perspektive der Psychologisierung wählen muss?

https://www.magazin-auswege.de/data/2019/09/Reuther_Vaterlandsliebe.pdf

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by: Moritz http://Neoprene.blogsport.de/2017/01/16/off-topic/#comment-126842 Wed, 25 Sep 2019 22:14:08 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2017/01/16/off-topic/#comment-126842 <a href="https://www.jungewelt.de/artikel/363620.ideologiekritik-verdienter-beifall.html">Verdienter Beifall</a> Die nationalistische Junge Freiheit lobt die antideutsche Bahamas: Weshalb beide zusammengehören Von Kai Köhler Verdienter Beifall
Die nationalistische Junge Freiheit lobt die antideutsche Bahamas: Weshalb beide zusammengehören
Von Kai Köhler

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by: Moritz http://Neoprene.blogsport.de/2017/01/16/off-topic/#comment-126841 Wed, 25 Sep 2019 22:11:32 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2017/01/16/off-topic/#comment-126841 <a href="https://www.jungewelt.de/artikel/363620.ideologiekritik-verdienter-beifall.html">Verdienter Beifall</a> Die nationalistische Junge Freiheit lobt die antideutsche Bahamas: Weshalb beide zusammengehören Von Kai Köhler Zwei richtige Gedanken sind schon mal nicht schlecht. Als 1989/90 der Anschluss der DDR an die BRD bevorstand, formierten sich die Antideutschen. Sie sahen einen Gesamtstaat voraus, der nach außen imperialistisch auftritt (hat sich als richtig herausgestellt) und der im Inneren faschistischen Gruppierungen immer mehr Raum gibt (ebenfalls). Doch ist der Imperialismus, wie Lenin schon wusste, ein Stadium des Kapitalismus. Auch sind Faschisten außerhalb Deutschlands leider nicht seltener als innerhalb. Wer 1990 aus guten Gründen antideutsch war, wer altersbedingt später dazustieß, musste sich also entscheiden: Wird Deutschland als kapitalistischer Staat bekämpft, mit seinen historischen Besonderheiten, wie jeder Staat sie hat? Oder geht es gegen eine besondere Form des Kapitalismus, wie sie sich nur in Deutschland findet? Nazis unterschieden zwischen »schaffendem Kapital« (Produktion; deutsch, gut) und »raffendem Kapital« (der angeblich jüdische Wucherer). Im Feindbild »Jude« schien die Ursache für alle Übel des Kapitalismus konkret fassbar. Die meisten Antideutschen hielten an der falschen Trennung von Industrie- und Handelskapital fest und verschoben nur die Anwendung. Sie sahen, mit Marx, im Kapitalismus abstrakte Wertgesetze wirken. Anders als Marx lehnten sie aber jede Kritik an realen Akteuren ab. Wo immer Linke konkrete Kapitalisten, konkrete Politiker beschuldigten, da sahen diese Antideutschen einen neuen Antisemitismus am Werk, der statt des Systems einzelne Personen bekämpfte. Das Kapital kann mit den Nazis so gut leben wie mit den Antideutschen. Erstere bieten mit dem Antisemitismus eine falsche Konkretion an, um nicht über das System zu sprechen. Die letzteren machen das System, über das sie sprechen, unangreifbar, indem sie überhaupt jede Konkretion verweigern. Aber damit begnügen sie sich nicht. Es gibt in der Politik einen Grundsatz, der sehr viele Gedanken erspart: Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Viele Opfer des deutschen Faschismus waren Juden – also unterstützen die Antideutschen den Staat Israel als den wichtigsten politischen Repräsentanten der Judenheit. Also sind sie Gegner aller Gegner Israels. Folglich werden sie zu Anhängern der US-Außenpolitik im Nahen Osten. Dazu passt, dass aus ihrer Sicht Deutschland 1945 vor allem von den USA befreit wurden – die Rote Armee interessiert sie weniger, wie auch sowjetische Opfer, soweit sie keine Juden waren. In den USA meinen sie eine fortgeschrittene, liberale Gesellschaft zu finden, im Gegensatz zum autoritär-völkischen Deutschland. Äußerste Konsequenz Natürlich merkten irgendwann sogar jene Linken, die sich zu Verfechtern des US-Kapitalismus gewandelt hatten, dass sie bei den Nahostkonflikten auch auf die Seite des nicht ganz so liberalen Saudi-Arabien geraten waren; peinlich genug. Manche Vertreter der Antideutschen zogen Folgerungen aus den Widersprüchen der Realität. Konsequent bleiben dagegen die Autoren der Zeitschrift Bahamas. Sie stellten fest, dass sich Muslime aus Ländern wie Irak oder Syrien nicht nur störrisch weigerten, das zivilisatorische Wesen der an ihnen so fürsorglich erprobten US-Waffen einzusehen, und damit ihre kulturelle Rückständigkeit bewiesen. Mehr noch: Diese nahöstlichen Fortschrittsverweigerer verließen nach nur wenigen Kriegsjahren ihre fast schon auf einen menschlichen Stand gebombten Heimatländer in Richtung Europa, um dort ihre messerschwingende Hordengesinnung zu verbreiten. So jedenfalls stellt sich die aktuelle Lage für die Bahamas-Redaktion dar. Die Titelseite des neuesten Hefts zieren ein Bild der brennenden Kathedrale Notre Dame und die Schlagzeile: »1.500 Jahre Abendland sind genug«. Das ist als sarkastische Warnung vor einem Untergang der westlichen Zivilisation gemeint – und dieser Untergang soll ausgerechnet von denen drohen, die vor den Kriegen und den Folgen des Wirtschaftsimperialismus der westlichen Staaten fliehen. Zwar finden die Bahamas-Leute auch Hoffnung: Unter dem Titel »Der neue Freiheitskampf« lobt Sören Pünjer die dänische Sozialdemokratie für ihre Wendung gegen Migration. In Deutschland dagegen sieht es mies aus. Laut Editorial besteht die Gefahr »in der ungehinderten Ausbreitung des Islam in Europa durch die politisch geförderte Masseneinwanderung bekennender Sunniten«, damit der »Herausbildung einer aggressiven Gegengesellschaft, die auf die Eroberung des öffentlichen Raumes ausgeht«. Justus Wertmüller, leitender Ideologe der Zeitschrift, wählt die Überschrift: »Der Staat schafft sich ab durch antifaschistische Staatsraison«, und da geht es um »die moralisch erpresste Abwehr der Sicherheitsorgane vom Verfassungsstaat«. Mit der Entlassung Hans-Georg Maaßens als Geheimdienstchef seien auch Seehofer und die CSU auf die Linie einer »Allianz von Staatsantifaschisten in Politik und Medien«, einer »alles beherrschenden Pressemeute«, gebracht worden. All dies könnte auch in der AfD-nahen Wochenpostille Junge Freiheit stehen. Überzogene Polemik? Tatsächlich steht es dort. Werner Olles, der selbst eine Schrumpfung vom SDS-Aktivisten zum reaktionären Schreiberling durchgemacht hat, muss in seiner Rezension des Bahamas-Sommerheftes nur aus diesem zitieren, um dem einstigen Gegner ein redlich verdientes Lob auszusprechen. Was antinational begann, endet in einem Bündnis mit Nationalisten. Interessant an dem Fall ist, dass man es nicht mit bloßem Opportunismus zu tun hat. Vielmehr sind Wertmüller und seine Gefolgschaft beim Gegenteil des ursprünglich Gemeinten angelangt, weil sie stets die äußerste Konsequenz aus ihren Gedanken gezogen haben. Haltung ohne Halt Manche der Antideutschen – ob sie sich früher um die Konkret versammelten, mit dem Freiburger »Initiative Sozialistisches Forum« und dem Ça-ira-Verlag die Frankfurter Schule fortschreiben und Wertkritik üben oder als Jungle World Einfluss zu gewinnen versuchen – würden hier mit gewissem Recht protestieren. So sehr auch die Autorenschaft genannter Blätter sich überschnitt und teils noch überschneidet: Sie alle sind nicht so heruntergekommen, dass sie mit Faschisten paktieren würden. Jahrelange Streitigkeiten, die auch Kenner der Szene nur noch schwer überblicken, erinnern an die Tendenz von Sekten, sich in noch kleinere Sekten zu spalten. Doch wurde die Spaltung zwischen Rechts- und Linksantideutschen gängig. Hier nun könnte Wertmüller protestieren, hat er sich doch bereits 2009 von dem Begriff »antideutsch« distanziert, der schon damals für ihn nie mehr als eine »Zuschreibung« gewesen sein sollte. Als neue Parole gab er statt dessen aus: »ideologiekritisch und sonst nichts«. Seinen früheren antideutschen Freunden warf er vor, was jene anderen Linken vorwarfen, nämlich einen Hass auf die positiven Errungenschaften des Westens (Freiheit, Individualismus etc.) zu pflegen. Verwirrend? Der Literaturwissenschaftler Felix Bartels hat 2017 in einem Vortrag unter dem Titel »Being a Bat«, der im Internet nachlesbar ist, Klarheit geschaffen. Bats, also Fledermäuse, so heißt es da, »müssen immer jemanden anschreien, um zu wissen, wo sie stehen«. Dieses – so immer noch Bartels – »Mittel einer Haltung, die keinen Halt hat«, macht den Ideologiekritiker vom Objekt seiner Kritik abhängig. Er ist nur da, indem er sich von etwas anderem absetzt. Für ihn ist Ideologiekritik kein Bestandteil einer politischen Praxis, sondern ersetzt diese Praxis. Dies aber lässt sich insgesamt von den Antideutschen sagen. Kommunisten sind für etwas – und haben deshalb leider ziemlich viele Hindernisse zu beseitigen. Antideutsche sind gegen etwas – und verbünden sich schließlich, à la Bahamas, mit dem Feind, weil der der Feind des Feindes ist. Beides ist klar. Antideutsche mit einer linken Überzeugung jedoch haben ein Problem und sollten die eigenen Grundlagen hinterfragen. Verdienter Beifall
Die nationalistische Junge Freiheit lobt die antideutsche Bahamas: Weshalb beide zusammengehören
Von Kai Köhler

Zwei richtige Gedanken sind schon mal nicht schlecht. Als 1989/90 der Anschluss der DDR an die BRD bevorstand, formierten sich die Antideutschen. Sie sahen einen Gesamtstaat voraus, der nach außen imperialistisch auftritt (hat sich als richtig herausgestellt) und der im Inneren faschistischen Gruppierungen immer mehr Raum gibt (ebenfalls).

Doch ist der Imperialismus, wie Lenin schon wusste, ein Stadium des Kapitalismus. Auch sind Faschisten außerhalb Deutschlands leider nicht seltener als innerhalb. Wer 1990 aus guten Gründen antideutsch war, wer altersbedingt später dazustieß, musste sich also entscheiden: Wird Deutschland als kapitalistischer Staat bekämpft, mit seinen historischen Besonderheiten, wie jeder Staat sie hat? Oder geht es gegen eine besondere Form des Kapitalismus, wie sie sich nur in Deutschland findet?

Nazis unterschieden zwischen »schaffendem Kapital« (Produktion; deutsch, gut) und »raffendem Kapital« (der angeblich jüdische Wucherer). Im Feindbild »Jude« schien die Ursache für alle Übel des Kapitalismus konkret fassbar. Die meisten Antideutschen hielten an der falschen Trennung von Industrie- und Handelskapital fest und verschoben nur die Anwendung. Sie sahen, mit Marx, im Kapitalismus abstrakte Wertgesetze wirken. Anders als Marx lehnten sie aber jede Kritik an realen Akteuren ab. Wo immer Linke konkrete Kapitalisten, konkrete Politiker beschuldigten, da sahen diese Antideutschen einen neuen Antisemitismus am Werk, der statt des Systems einzelne Personen bekämpfte.

Das Kapital kann mit den Nazis so gut leben wie mit den Antideutschen. Erstere bieten mit dem Antisemitismus eine falsche Konkretion an, um nicht über das System zu sprechen. Die letzteren machen das System, über das sie sprechen, unangreifbar, indem sie überhaupt jede Konkretion verweigern. Aber damit begnügen sie sich nicht.

Es gibt in der Politik einen Grundsatz, der sehr viele Gedanken erspart: Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Viele Opfer des deutschen Faschismus waren Juden – also unterstützen die Antideutschen den Staat Israel als den wichtigsten politischen Repräsentanten der Judenheit. Also sind sie Gegner aller Gegner Israels. Folglich werden sie zu Anhängern der US-Außenpolitik im Nahen Osten. Dazu passt, dass aus ihrer Sicht Deutschland 1945 vor allem von den USA befreit wurden – die Rote Armee interessiert sie weniger, wie auch sowjetische Opfer, soweit sie keine Juden waren. In den USA meinen sie eine fortgeschrittene, liberale Gesellschaft zu finden, im Gegensatz zum autoritär-völkischen Deutschland.

Äußerste Konsequenz

Natürlich merkten irgendwann sogar jene Linken, die sich zu Verfechtern des US-Kapitalismus gewandelt hatten, dass sie bei den Nahostkonflikten auch auf die Seite des nicht ganz so liberalen Saudi-Arabien geraten waren; peinlich genug. Manche Vertreter der Antideutschen zogen Folgerungen aus den Widersprüchen der Realität. Konsequent bleiben dagegen die Autoren der Zeitschrift Bahamas. Sie stellten fest, dass sich Muslime aus Ländern wie Irak oder Syrien nicht nur störrisch weigerten, das zivilisatorische Wesen der an ihnen so fürsorglich erprobten US-Waffen einzusehen, und damit ihre kulturelle Rückständigkeit bewiesen. Mehr noch: Diese nahöstlichen Fortschrittsverweigerer verließen nach nur wenigen Kriegsjahren ihre fast schon auf einen menschlichen Stand gebombten Heimatländer in Richtung Europa, um dort ihre messerschwingende Hordengesinnung zu verbreiten. So jedenfalls stellt sich die aktuelle Lage für die Bahamas-Redaktion dar. Die Titelseite des neuesten Hefts zieren ein Bild der brennenden Kathedrale Notre Dame und die Schlagzeile: »1.500 Jahre Abendland sind genug«.

Das ist als sarkastische Warnung vor einem Untergang der westlichen Zivilisation gemeint – und dieser Untergang soll ausgerechnet von denen drohen, die vor den Kriegen und den Folgen des Wirtschaftsimperialismus der westlichen Staaten fliehen. Zwar finden die Bahamas-Leute auch Hoffnung: Unter dem Titel »Der neue Freiheitskampf« lobt Sören Pünjer die dänische Sozialdemokratie für ihre Wendung gegen Migration. In Deutschland dagegen sieht es mies aus. Laut Editorial besteht die Gefahr »in der ungehinderten Ausbreitung des Islam in Europa durch die politisch geförderte Masseneinwanderung bekennender Sunniten«, damit der »Herausbildung einer aggressiven Gegengesellschaft, die auf die Eroberung des öffentlichen Raumes ausgeht«.

Justus Wertmüller, leitender Ideologe der Zeitschrift, wählt die Überschrift: »Der Staat schafft sich ab durch antifaschistische Staatsraison«, und da geht es um »die moralisch erpresste Abwehr der Sicherheitsorgane vom Verfassungsstaat«. Mit der Entlassung Hans-Georg Maaßens als Geheimdienstchef seien auch Seehofer und die CSU auf die Linie einer »Allianz von Staatsantifaschisten in Politik und Medien«, einer »alles beherrschenden Pressemeute«, gebracht worden. All dies könnte auch in der AfD-nahen Wochenpostille Junge Freiheit stehen.

Überzogene Polemik? Tatsächlich steht es dort. Werner Olles, der selbst eine Schrumpfung vom SDS-Aktivisten zum reaktionären Schreiberling durchgemacht hat, muss in seiner Rezension des Bahamas-Sommerheftes nur aus diesem zitieren, um dem einstigen Gegner ein redlich verdientes Lob auszusprechen. Was antinational begann, endet in einem Bündnis mit Nationalisten. Interessant an dem Fall ist, dass man es nicht mit bloßem Opportunismus zu tun hat. Vielmehr sind Wertmüller und seine Gefolgschaft beim Gegenteil des ursprünglich Gemeinten angelangt, weil sie stets die äußerste Konsequenz aus ihren Gedanken gezogen haben.

Haltung ohne Halt

Manche der Antideutschen – ob sie sich früher um die Konkret versammelten, mit dem Freiburger »Initiative Sozialistisches Forum« und dem Ça-ira-Verlag die Frankfurter Schule fortschreiben und Wertkritik üben oder als Jungle World Einfluss zu gewinnen versuchen – würden hier mit gewissem Recht protestieren. So sehr auch die Autorenschaft genannter Blätter sich überschnitt und teils noch überschneidet: Sie alle sind nicht so heruntergekommen, dass sie mit Faschisten paktieren würden. Jahrelange Streitigkeiten, die auch Kenner der Szene nur noch schwer überblicken, erinnern an die Tendenz von Sekten, sich in noch kleinere Sekten zu spalten. Doch wurde die Spaltung zwischen Rechts- und Linksantideutschen gängig.

Hier nun könnte Wertmüller protestieren, hat er sich doch bereits 2009 von dem Begriff »antideutsch« distanziert, der schon damals für ihn nie mehr als eine »Zuschreibung« gewesen sein sollte. Als neue Parole gab er statt dessen aus: »ideologiekritisch und sonst nichts«. Seinen früheren antideutschen Freunden warf er vor, was jene anderen Linken vorwarfen, nämlich einen Hass auf die positiven Errungenschaften des Westens (Freiheit, Individualismus etc.) zu pflegen.

Verwirrend? Der Literaturwissenschaftler Felix Bartels hat 2017 in einem Vortrag unter dem Titel »Being a Bat«, der im Internet nachlesbar ist, Klarheit geschaffen. Bats, also Fledermäuse, so heißt es da, »müssen immer jemanden anschreien, um zu wissen, wo sie stehen«. Dieses – so immer noch Bartels – »Mittel einer Haltung, die keinen Halt hat«, macht den Ideologiekritiker vom Objekt seiner Kritik abhängig. Er ist nur da, indem er sich von etwas anderem absetzt. Für ihn ist Ideologiekritik kein Bestandteil einer politischen Praxis, sondern ersetzt diese Praxis.

Dies aber lässt sich insgesamt von den Antideutschen sagen. Kommunisten sind für etwas – und haben deshalb leider ziemlich viele Hindernisse zu beseitigen. Antideutsche sind gegen etwas – und verbünden sich schließlich, à la Bahamas, mit dem Feind, weil der der Feind des Feindes ist. Beides ist klar. Antideutsche mit einer linken Überzeugung jedoch haben ein Problem und sollten die eigenen Grundlagen hinterfragen.

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by: Rüpel http://Neoprene.blogsport.de/2018/09/21/deutsche-zustaende-der-geist-der-nation/#comment-126839 Wed, 25 Sep 2019 18:34:59 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2018/09/21/deutsche-zustaende-der-geist-der-nation/#comment-126839 Wenig Adorno-like ein paar antifaschistische Basics gegen die linksliberale Gemeinde der AFD-VersteherInnen ... https://www.neues-deutschland.de/artikel/1126337.umgang-mit-rechts-eure-afd-versteherei-ist-klassistisch-und-nervt.html Wenig Adorno-like ein paar antifaschistische Basics
gegen die linksliberale Gemeinde der AFD-VersteherInnen …

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1126337.umgang-mit-rechts-eure-afd-versteherei-ist-klassistisch-und-nervt.html

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by: Wiesenbunt http://Neoprene.blogsport.de/2018/09/21/deutsche-zustaende-der-geist-der-nation/#comment-126838 Wed, 25 Sep 2019 17:21:36 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2018/09/21/deutsche-zustaende-der-geist-der-nation/#comment-126838 Da der Text zum neuen Rechtsradikalismus leider irgendwie futsch gegangen ist, - stattdessen ein Link: https://www.contradictio.de/blog/archives/8278 Da der Text zum neuen Rechtsradikalismus leider irgendwie futsch gegangen ist, – stattdessen ein Link:

https://www.contradictio.de/blog/archives/8278

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by: Wiesenbunt http://Neoprene.blogsport.de/2018/09/21/deutsche-zustaende-der-geist-der-nation/#comment-126837 Wed, 25 Sep 2019 15:59:48 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2018/09/21/deutsche-zustaende-der-geist-der-nation/#comment-126837 „Aspekte des neuen Rechtsradikalismus“ – oder: Wie es Adorno posthum zu einem Bestseller bringt Von Georg Schuster (neu: Teile 1 und 2!) Ein erst jetzt bei Suhrkamp verschriftlichter Vortrag von Theodor W. Adorno vom April 1967 an der Wiener Universität hat sich im Sommer 2019 mehr als hunderttausendmal verkauft, und die Rezensenten sind des Lobes voll über die aktuelle Bedeutung der beim Reden verfertigten Gedanken des Philosophen zum damals wie heute wiederauflebenden Rechtsradikalismus. Schusters Beitrag kritisiert die „Aspekte“, die Adorno anführt und die einige seiner Interpreten ergänzen. Der Abschnitt II von Schusters Aufsatz stellt dem ein paar theoretische Überlegungen zum deutschen Rechtspopulismus gegenüber. Wer knapp bemessene Lesezeit hat, soll sich dann eher den zweiten Teil vornehmen. magazin-auswege.de – 26.9.2019 Beide Teile unter: https://www.magazin-auswege.de/data/2019/09/Schuster_Adorno_Rechtspopulismus.pdf „Aspekte des neuen Rechtsradikalismus“ – oder:

Wie es Adorno posthum zu einem Bestseller bringt

Von Georg Schuster (neu: Teile 1 und 2!)

Ein erst jetzt bei Suhrkamp verschriftlichter Vortrag von Theodor W. Adorno vom April 1967 an der Wiener Universität hat sich im Sommer 2019 mehr als hunderttausendmal verkauft, und die Rezensenten sind des Lobes voll über die aktuelle Bedeutung der beim Reden verfertigten Gedanken des Philosophen zum damals wie heute wiederauflebenden Rechtsradikalismus.

Schusters Beitrag kritisiert die „Aspekte“, die Adorno anführt und die einige seiner Interpreten ergänzen. Der Abschnitt II von Schusters Aufsatz stellt dem ein paar theoretische Überlegungen zum deutschen Rechtspopulismus gegenüber.

Wer knapp bemessene Lesezeit hat, soll sich dann eher den zweiten Teil vornehmen.

magazin-auswege.de – 26.9.2019 Beide Teile unter:

https://www.magazin-auswege.de/data/2019/09/Schuster_Adorno_Rechtspopulismus.pdf

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by: Neues_Protok http://Neoprene.blogsport.de/2018/09/21/deutsche-zustaende-der-geist-der-nation/#comment-126836 Tue, 24 Sep 2019 16:39:28 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2018/09/21/deutsche-zustaende-der-geist-der-nation/#comment-126836 Protokoll zum Jour fixe vom 16.09.2019 – Zur Kritik der Geschichtswissenschaft (GS 2-19), sowie: Artikel von H. Prantl, SZ 7.9.19 (im Anhang des Protokolls) Die Geschichtswissenschaft ist nicht auf die Elfenbeintürme der Universitäten beschränkt.Man begegnet ihr nicht nur im Rahmen eines Geschichtsstudiums, im Lexikon oder aufeinem Historikertag. Historisches Denken existiert im Alltäglichen, z.B. bei der Zeitungslektüre. Prantl von der SZ hat in seinem Kommentar eine Erklärung angeboten, wiees vor allem in Sachsen und Brandenburg zu der ostdeutschen Ausländerfeindschaft,konkret: „Pegida“ (oder AfD) kommen konnte (Zitate aus diesem Kommentar, s. u.). 'Er beginnt damit, dass aus der positiv zu bewertenden, friedlichen Revolution in der DDR vor dreißig Jahren etwas Fehlgeleitetes, nämlich die Pegida geworden sei. Dasanfänglich Gute ist nicht zu dem geworden, was es eigentlich werden sollte. Er verknüpft die Themen „Ausländerhass“ und „friedliche Montagsdemonstrationen vor dreißig Jahren“ miteinander. Das hat zwar inhaltlich nichts miteinander zu tun, er behauptet aber, da hat es eine Entwicklung gegeben, die leider aus dem Ruder gelaufen ist. Das „historische Denken“, wie es im GS-Artikel bestimmt ist, findet sich bei Prantl in der Weise wieder, dass das Vorhergehende, die Montagsmärsche von 1990, das Bestimmende für das Nachfolgende, die heutige Pegida, sein soll.' .... https://de.gegenstandpunkt.com/sites/default/files/jf-protokolle/jf190916-kritik-geschichtswissenschaft.pdf Protokoll zum Jour fixe vom 16.09.2019
– Zur Kritik der Geschichtswissenschaft (GS 2-19),
sowie: Artikel von H. Prantl, SZ 7.9.19 (im Anhang des Protokolls)

Die Geschichtswissenschaft ist nicht auf die Elfenbeintürme der Universitäten beschränkt.Man begegnet ihr nicht nur im Rahmen eines Geschichtsstudiums, im Lexikon oder aufeinem Historikertag. Historisches Denken existiert im Alltäglichen, z.B. bei der Zeitungslektüre. Prantl von der SZ hat in seinem Kommentar eine Erklärung angeboten, wiees vor allem in Sachsen und Brandenburg zu der ostdeutschen Ausländerfeindschaft,konkret: „Pegida“ (oder AfD) kommen konnte (Zitate aus diesem Kommentar, s. u.).

‚Er beginnt damit, dass aus der positiv zu bewertenden, friedlichen Revolution in der DDR vor dreißig Jahren etwas Fehlgeleitetes, nämlich die Pegida geworden sei. Dasanfänglich Gute ist nicht zu dem geworden, was es eigentlich werden sollte. Er verknüpft die Themen „Ausländerhass“ und „friedliche Montagsdemonstrationen vor dreißig Jahren“ miteinander. Das hat zwar inhaltlich nichts miteinander zu tun, er behauptet aber, da hat es eine Entwicklung gegeben, die leider aus dem Ruder gelaufen ist. Das „historische Denken“, wie es im GS-Artikel bestimmt ist, findet sich bei Prantl in der Weise wieder, dass das Vorhergehende, die Montagsmärsche von 1990, das Bestimmende für das Nachfolgende, die heutige Pegida, sein soll.‘ ….

https://de.gegenstandpunkt.com/sites/default/files/jf-protokolle/jf190916-kritik-geschichtswissenschaft.pdf

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by: Krim http://Neoprene.blogsport.de/2017/01/16/off-topic/#comment-126834 Sun, 22 Sep 2019 21:49:00 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2017/01/16/off-topic/#comment-126834 Bei nestor sagte ich schon, dass ich den Artikel für sehr gut halte und wiederhole das hier gern noch einmal. Bei nestor sagte ich schon, dass ich den Artikel für sehr gut halte und wiederhole das hier gern noch einmal.

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by: Krim http://Neoprene.blogsport.de/2012/06/13/herrschaftszeiten-geschichten-von-herrn-keiner/#comment-126832 Sun, 22 Sep 2019 12:59:09 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2012/06/13/herrschaftszeiten-geschichten-von-herrn-keiner/#comment-126832 So schlecht finde ich den Artikel gar nicht. Zunächst einmal wieder nichts als purer Idealismus. Der Traum von einem Kapitalismus der "gut" ist, der mit einem guten Leben für die Bevölkerung und einer Bewahrung des Planeten in eins geht. Er zeigt zumindest was alles gemacht werden müsste, wenn es tatsächlich um Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit gehen würde. Das Macht zumindest klar, dass es darum (in der Realität) nicht geht. Schön wäre es wenn der Kapitalismus so funktionieren würde, wie gefordert und dabei wird klar, dass das mit dem realen Kapitalismus eben nicht geht. Das ist so diametral dem entgegengesetzt was tatsächlich läuft, dass eigentlich klar ist dass das im Kapitalismus nicht geht. Ich denke die Autorin weiß das auch, weil in der Überschrift steht "Die Systemfrage stellen:..." und auch am Schluss nochmal: "Auch wenn es ein paar gute Argumente für eine CO2-Steuer gibt – man sollte darauf nicht fokussieren, sondern auf die viel wichtigeren ordnungspolitischen Stellschrauben verweisen und ganz grundsätzlich die Systemfrage aufwerfen." Das ist das Gute an diesem Artikel. Das nicht so gute daran ist die Art und Weise wie diese Erkenntnis vermittelt wird. Sie folgt nämlich der orthodoxen linken Ansicht, dass man die Massen in eine Auseinandersetzung hinein manövrieren muss, damit diese dann ein richtiges revolutionäres Bewusstsein entwickeln. "Die Klimakrise birgt das Potential, viele einzelne Anliegen zu verbinden, unterschiedliche Protestbewegungen zu einer Massenbewegung zusammenzuführen und dieser eine wissenschaftlich fundierte Dringlichkeit und damit auch eine notwendige Radikalität zu geben." Hier fühlt sich die linke Avantgarde aufgerufen Protestbewegungen zu verknüpfen, damit eine Massenbewegung gegen das System entsteht. Als hätten die Leute eigentlich schon richtige Sachen im Kopf und würden nur von unterschiedlichen Seiten an das selbe Problem hergehen und als bräuchte es deshalb linke "Verknüpfer", die daraus eine Massenbewegung schmieden. Leider haben die Leute aber falsche Sachen im Kopf und haben deswegen Kritik an unterschiedlichen Sachen. Warum sagt die Autorin nicht gleich: Im Kapitalismus geht das nicht. Weder geht Klimaschutz noch geht ein vernünftiges Leben ohne die ganze Schäden, die man vom System aufgebürdet bekommt, wie verheizen der Lebenszeit, Armut, Vergiftung, Existenzangst, körperlicher und seelischer Verschleiß usw. Ein Beispiel: "Erst wenn Menschen ihre Arbeit sowie Geschäfte, Schulen, Kitas, Ämter oder Ärzte zu Fuß, mit dem Rad oder dem ÖPNV gut erreichen können, werden sie auf ihr Auto verzichten." Das heißt also, sie werden nie auf ihr Auto verzichten, denn es gibt einen freien Wohnungsmarkt und einen freien Arbeitsmarkt. Das heißt man wohnt und arbeitet dort, wo man ein Wohnung und Arbeit findet und weil das nur Ausnahmsweise beieinander liegt, müssen die Leute von der Wohnung zur Arbeit gelangen und das geht wegen der Entfernung meist nur mit dem Auto. Den Verkehr kann man bloß verringern, indem man den freien Wohnungs- und Arbeitsmarkt abschafft. Schon an dieser Stelle ist klar, dass das mit Kapitalismus nicht geht. So schlecht finde ich den Artikel gar nicht. Zunächst einmal wieder nichts als purer Idealismus. Der Traum von einem Kapitalismus der „gut“ ist, der mit einem guten Leben für die Bevölkerung und einer Bewahrung des Planeten in eins geht. Er zeigt zumindest was alles gemacht werden müsste, wenn es tatsächlich um Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit gehen würde.
Das Macht zumindest klar, dass es darum (in der Realität) nicht geht. Schön wäre es wenn der Kapitalismus so funktionieren würde, wie gefordert und dabei wird klar, dass das mit dem realen Kapitalismus eben nicht geht. Das ist so diametral dem entgegengesetzt was tatsächlich läuft, dass eigentlich klar ist dass das im Kapitalismus nicht geht.

Ich denke die Autorin weiß das auch, weil in der Überschrift steht „Die Systemfrage stellen:…“ und auch am Schluss nochmal: „Auch wenn es ein paar gute Argumente für eine CO2-Steuer gibt – man sollte darauf nicht fokussieren, sondern auf die viel wichtigeren ordnungspolitischen Stellschrauben verweisen und ganz grundsätzlich die Systemfrage aufwerfen.“
Das ist das Gute an diesem Artikel.

Das nicht so gute daran ist die Art und Weise wie diese Erkenntnis vermittelt wird. Sie folgt nämlich der orthodoxen linken Ansicht, dass man die Massen in eine Auseinandersetzung hinein manövrieren muss, damit diese dann ein richtiges revolutionäres Bewusstsein entwickeln.
„Die Klimakrise birgt das Potential, viele einzelne Anliegen zu verbinden, unterschiedliche Protestbewegungen zu einer Massenbewegung zusammenzuführen und dieser eine wissenschaftlich fundierte Dringlichkeit und damit auch eine notwendige Radikalität zu geben.“ Hier fühlt sich die linke Avantgarde aufgerufen Protestbewegungen zu verknüpfen, damit eine Massenbewegung gegen das System entsteht. Als hätten die Leute eigentlich schon richtige Sachen im Kopf und würden nur von unterschiedlichen Seiten an das selbe Problem hergehen und als bräuchte es deshalb linke „Verknüpfer“, die daraus eine Massenbewegung schmieden. Leider haben die Leute aber falsche Sachen im Kopf und haben deswegen Kritik an unterschiedlichen Sachen.

Warum sagt die Autorin nicht gleich: Im Kapitalismus geht das nicht. Weder geht Klimaschutz noch geht ein vernünftiges Leben ohne die ganze Schäden, die man vom System aufgebürdet bekommt, wie verheizen der Lebenszeit, Armut, Vergiftung, Existenzangst, körperlicher und seelischer Verschleiß usw.

Ein Beispiel: „Erst wenn Menschen ihre Arbeit sowie Geschäfte, Schulen, Kitas, Ämter oder Ärzte zu Fuß, mit dem Rad oder dem ÖPNV gut erreichen können, werden sie auf ihr Auto verzichten.“
Das heißt also, sie werden nie auf ihr Auto verzichten, denn es gibt einen freien Wohnungsmarkt und einen freien Arbeitsmarkt. Das heißt man wohnt und arbeitet dort, wo man ein Wohnung und Arbeit findet und weil das nur Ausnahmsweise beieinander liegt, müssen die Leute von der Wohnung zur Arbeit gelangen und das geht wegen der Entfernung meist nur mit dem Auto.

Den Verkehr kann man bloß verringern, indem man den freien Wohnungs- und Arbeitsmarkt abschafft. Schon an dieser Stelle ist klar, dass das mit Kapitalismus nicht geht.

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by: Juri http://Neoprene.blogsport.de/2012/06/13/herrschaftszeiten-geschichten-von-herrn-keiner/#comment-126831 Sun, 22 Sep 2019 07:50:06 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2012/06/13/herrschaftszeiten-geschichten-von-herrn-keiner/#comment-126831 Eine Gruppe um Sahra Wagenknecht in der Linkspartei will, angesichts dessen, dass 'die Herrschenden uns spalten' wollen, Proteste der französischen Gelbwesten, der FFF-Bewegung und der Linkspartei, adrett zusammenschustern: https://www.jungewelt.de/artikel/363215.radikale-klima-und-sozialpolitik-das-klima-retten-nicht-die-konzerne.html Eine Gruppe um Sahra Wagenknecht in der Linkspartei will, angesichts dessen, dass ‚die Herrschenden uns spalten‘ wollen, Proteste der französischen Gelbwesten, der FFF-Bewegung und der Linkspartei, adrett zusammenschustern:

https://www.jungewelt.de/artikel/363215.radikale-klima-und-sozialpolitik-das-klima-retten-nicht-die-konzerne.html

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by: Jorge http://Neoprene.blogsport.de/2017/01/16/off-topic/#comment-126829 Sun, 22 Sep 2019 04:58:42 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2017/01/16/off-topic/#comment-126829 Da kein Mensch meine Links liest, den ganzen Aufsatz Stephan Kaufmann: Gibt es einen Wachstumszwang im Kapitalismus? Die Klimadebatte dreht sich um CO2-Steuern, Emissionszertifikate, Aufforstung und Investitionsprogramme, also um Instrumente des Klimaschutzes. Getrennt davon läuft eine Debatte grundsätzlicherer Art: Gibt es im herrschenden Wirtschaftssystem einen Wachstumszwang, und wenn ja, ist Klimaschutz damit vereinbar? Hier stehen sich zwei Lager gegenüber. Die einen kritisieren das Wachstum und stellen die Systemfrage. Die anderen mahnen mit dem FDP-Politiker Andreas Pinkwart »Wer Klimaschutz mit Kapitalismuskritik verwechselt, begeht einen gefährlichen Fehler.« Die Meinungsverschiedenheit gründet darin, dass die Beteiligten ganz unterschiedliche Ideen davon haben, in was für einem System wir überhaupt leben. Dazu ein Vorschlag zur Klärung. Die Verteidiger und die Kritiker Die meisten Politiker und Ökonomen sehen im Klimaschutz keine Systemfrage. Ökonomie und Ökologie seien vereinbar, heißt es, »wir brauchen die Wirtschaft an unserer Seite«, so Grünen-Politiker Cem Özdemir. Mit Äußerungen wie diesen setzen sie das herrschende Wirtschaftssystem in eins mit »der Wirtschaft« schlechthin, in deren Wachstum sie keinen prinzipiellen Widerspruch zum Klimaschutz entdecken können. Folglich halten sie die Senkung des CO2-Ausstoßes lediglich für eine Frage des politischen Willens, der sich gegen Partikularinteressen - Kohleindustrie, Autobauer - durchsetzen muss. Ihnen gegenüber stehen die Wachstumskritiker. Laut ihnen stecken »wir« in einer »Wachstumsfalle«, so die »taz«. »Massenproduktion und Massenkonsum« bescherten ein »ständig steigendes Lebensniveau«, doch das »ständige Streben nach Mehr stößt seit Jahren an ökologische Grenzen«. Der Philosoph Ulrich Roos fordert daher eine »Transformation unserer Lebensweise«, weg von der »immerwährenden Steigerung des materiellen Wohlstands«. Wo der Zwang nicht herkommt Freunde wie Gegner des Wachstums leisten sich allerdings eine folgenschwere Vermischung. Unter »Wirtschaftswachstum« fassen sie alles mögliche zusammen: Autos, Energie und Computer auf der einen Seite, Umsatz, Investitionen und Gewinn auf der anderen. Sie trennen nicht die stoffliche Ebene - die produzierten Dinge - von der finanziellen Ebene, wo nur das Geld zählt. Das Streben der Unternehmen nach Profit ist für sie letztlich das gleiche wie das Streben der Menschen nach mehr Konsumgütern. Beide gelten als »materieller Wohlstand«, der wachsen muss. Folge daraus ist die Erkenntnis, »die Menschheit« lebe über ihre ökologischen Verhältnisse. Aus den Bedürfnissen der Menschen allerdings kann sich der Zwang zum Wachstum nicht ergeben. Selbst wenn man annimmt, dass diese Bedürfnisse prinzipiell grenzenlos sind, so bliebe ihre Befriedigung doch ein Akt des Willens: Jeder könnte verzichten, das Leben würde dadurch nicht enden, niemand braucht immer mehr Güter für seine Existenz. Der existierende Zwang zum Wachstum ergibt sich daher nicht aus der unersättlichen Natur des Menschen, sondern aus der Eigenart des herrschenden Wirtschaftssystems: Die Unternehmen brauchen immer mehr. Würden alle zum Wohle des Klimas verzichten, wäre eine ausgewachsene Wirtschaftskrise die Folge. »Deutsche Konjunktur lebt von der Konsumfreude«, meldet die Deutsche Bank. Wo der Zwang herkommt Ein kapitalistisches Unternehmen lebt von der Steigerung. Es investiert 1000 Euro, um 1500 Euro zurückzuerhalten. In der nächsten Runde investiert es die 1500, um 2000 Euro zurückzuerhalten. Und so weiter. »Kapital« ist keine Sache, es benennt eine Bewegung, die Verwertung einer Wertsumme. Eine Investition muss »sich rechnen«, muss »wirtschaftlich darstellbar sein«, wie es heißt. Das bedeutet, dass Produktion unter der Bedingung und damit zu dem Zweck stattfindet, Umsatz und Gewinn zu erhöhen. Das macht jene reicher, denen die Unternehmen gehören, woraus sich ihr Wille zum Wachstum ergibt, der tatsächlich grenzenlos ist. Denn es geht nur um Geld, und das ist rein quantitativ bestimmt und daher nie genug. Der Zwang zum Wachstum wiederum ergibt sich aus der Art, wie die Unternehmen ihre Überschüsse erzielen: in der Konkurrenz. Theoretisch könnte ein Konzern wie Volkswagen sich dazu entscheiden, nicht länger zu wachsen, also Umsatz und Gewinn konstant zu halten. Abgesehen von der Frage, warum es das tun sollte - um Stagnation zu erreichen, müsste es sich mit den anderen Autoherstellern absprechen, sie müssten sich den Markt aufteilen. Doch ist die Marktwirtschaft keine Planwirtschaft und die anderen Hersteller sind keine Partner, sondern Konkurrenten, die ihre Produkte verbessern, ihre Kosten senken, um sich gegen die anderen durchzusetzen. Mit immer kürzeren Innovationszyklen, immer neuen Verfahren der Rationalisierung versuchen sie, den anderen die Maßstäbe der Produktivität vorzugeben. Dafür brauchen sie immer größere Kapitalsummen - wer hier zurücksteckt, wer sich hier mit dem Erreichten zufrieden gibt, dem droht Schrumpfung, also Entwertung seines Kapitals, und damit die Pleite. In ihrer Konkurrenz zwingen sich die Unternehmen damit zu dem, was sie ohnehin wollen: Wachstum von Umsatz und Gewinn. Dass Produktion nur stattfindet, wenn sie »sich rentiert«, wenn sie also einen bilanziellen Zuwachs zeitigt, bedeutet: Der maßgebliche Wohlstand im heutigen Wirtschaftssystem besteht nicht in den produzierten Gütern, sondern im Wachstum von Kapitalsummen, die sich in Luft auflösen, wenn dieses Wachstum ausbleibt. Daher gilt schon die 0,1 Prozent Schrumpfung der Wirtschaftsleistung im 2. Quartal als eine kleine Katastrophe, der Arbeitslosigkeit und sinkende Steuereinnahmen folgen können. Geht »grünes« Wachstum? Dieser Zwang zum Wachstum wird in der Klimadebatte einerseits als Hunger »der Menschen« nach immer mehr naturalisiert, ansonsten aber stillschweigend akzeptiert. Dass Kapitalwachstum nicht notwendig identisch ist mit dem Wachstum des Stoff-, Energie- und Umweltverbrauchs, machen sich die Vertreter eines »grünen« Wachstums zu Nutze und setzen auf Entkopplung: Die Unternehmen sollen weiter verdienen und expandieren, aber mit weniger CO2-Ausstoß, durch den Verkauf »grüner« Produkte und den Einsatz »sauberer« Produktionsverfahren. Zwar basiert der existierende Reichtum auf einer gigantischen Schädigung der Natur. Technologie und Innovation aber sollen gewährleisten, dass dieser Reichtum sich weiter reproduziert und vermehrt, aber ohne die ökologischen Konsequenzen. Theoretisch kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich diese Hoffnung erfüllt. In der Praxis jedoch ergibt sich das Problem, dass Klimaschutz Kosten verursacht, und Kosten ein Konkurrenznachteil sind, sowohl für Unternehmen wie für Standorte. »Klimaschutz darf nicht der Wirtschaft schaden«, mahnt daher der zuständige Minister Peter Altmaier, der weiß, dass die Umwelt den Unternehmen als kostengünstige Rohstoffquelle und Schadstoffdeponie dient und dass Umweltschutz ihre Kalkulationen gefährdet. Zum Beispiel die der Autobauer. »Eine unbequeme Wahrheit lautet letztlich, dass die langfristigen Klimaschutzziele eigentlich nur durch deutlich weniger Verkehr erreicht werden können«, schreibt die Deutsche Bank. Ob die große »Transformation« zu einem »grünen Kapitalismus« gelingt, ist daher völlig unklar und untersteht auch nicht der Kontrolle von Politikern und Unternehmern. Technisch ist der Klimaschutz zwar kein Rätsel. Das Problem ist jedoch, wie er profitabel gemacht werden kann. Ökonomen stellen zwar kühne Berechnungen an, wie sich Klimaschutz lohnen könnte. Sie versuchen auszurechnen, wie hoch ein CO2-Preis sein müsste, der den Unternehmen Kosten beschert, sie daher zu Innovationen anregt, die den CO2-Ausstoß auf das politisch gesetzte Maß senken und gleichzeitig die Produktion rentabler machen, wodurch Deutschland zur Klimatechnologie-Exportnation wird und die Wirtschaftsleistung steigt. Doch sind dies oft die gleichen Ökonomen, die eine Wirtschaftskrise nicht einmal erkennen, wenn sie vor der Tür steht. Umso spekulativer sind Projektionen über Jahrzehnte hinweg unter der Annahme revolutionärer Technologiesprünge, die noch gar nicht stattgefunden haben. Die Realität besteht also nicht im Kampf »der Menschheit« um das Klima, sondern im Kampf der Standorte darum, wer die Kosten des Klimaschutzes zu tragen hat und wer die Früchte ernten wird. Diesem Kampf wird meist die Schuld dafür gegeben, dass es mit dem Klimaschutz kaum vorangeht. Doch spiegelt dieses politische Ringen lediglich die ökonomische Konkurrenz um Kosten und Erträge, um Anteile am Kapitalwachstum, das alle brauchen. Ob so das Klima »gerettet« wird, scheint derzeit eher unwahrscheinlich. Denn die sicheren Kosten und die unsicheren Erträge des Klimaschutzes führen stets dazu, dass bestenfalls nur das Nötigste unternommen wird - und vielleicht nicht einmal das. Der Klimawandel bleibt uns wohl erhalten. https://www.neues-deutschland.de/artikel/1126115.wachstum-und-klimaschutz-was-mehr-werden-muss.html Da kein Mensch meine Links liest, den ganzen Aufsatz

Stephan Kaufmann: Gibt es einen Wachstumszwang im Kapitalismus?

Die Klimadebatte dreht sich um CO2-Steuern, Emissionszertifikate, Aufforstung und Investitionsprogramme, also um Instrumente des Klimaschutzes. Getrennt davon läuft eine Debatte grundsätzlicherer Art: Gibt es im herrschenden Wirtschaftssystem einen Wachstumszwang, und wenn ja, ist Klimaschutz damit vereinbar? Hier stehen sich zwei Lager gegenüber. Die einen kritisieren das Wachstum und stellen die Systemfrage. Die anderen mahnen mit dem FDP-Politiker Andreas Pinkwart »Wer Klimaschutz mit Kapitalismuskritik verwechselt, begeht einen gefährlichen Fehler.« Die Meinungsverschiedenheit gründet darin, dass die Beteiligten ganz unterschiedliche Ideen davon haben, in was für einem System wir überhaupt leben. Dazu ein Vorschlag zur Klärung.

Die Verteidiger und die Kritiker

Die meisten Politiker und Ökonomen sehen im Klimaschutz keine Systemfrage. Ökonomie und Ökologie seien vereinbar, heißt es, »wir brauchen die Wirtschaft an unserer Seite«, so Grünen-Politiker Cem Özdemir. Mit Äußerungen wie diesen setzen sie das herrschende Wirtschaftssystem in eins mit »der Wirtschaft« schlechthin, in deren Wachstum sie keinen prinzipiellen Widerspruch zum Klimaschutz entdecken können. Folglich halten sie die Senkung des CO2-Ausstoßes lediglich für eine Frage des politischen Willens, der sich gegen Partikularinteressen – Kohleindustrie, Autobauer – durchsetzen muss. Ihnen gegenüber stehen die Wachstumskritiker. Laut ihnen stecken »wir« in einer »Wachstumsfalle«, so die »taz«. »Massenproduktion und Massenkonsum« bescherten ein »ständig steigendes Lebensniveau«, doch das »ständige Streben nach Mehr stößt seit Jahren an ökologische Grenzen«. Der Philosoph Ulrich Roos fordert daher eine »Transformation unserer Lebensweise«, weg von der »immerwährenden Steigerung des materiellen Wohlstands«.

Wo der Zwang nicht herkommt

Freunde wie Gegner des Wachstums leisten sich allerdings eine folgenschwere Vermischung. Unter »Wirtschaftswachstum« fassen sie alles mögliche zusammen: Autos, Energie und Computer auf der einen Seite, Umsatz, Investitionen und Gewinn auf der anderen. Sie trennen nicht die stoffliche Ebene – die produzierten Dinge – von der finanziellen Ebene, wo nur das Geld zählt. Das Streben der Unternehmen nach Profit ist für sie letztlich das gleiche wie das Streben der Menschen nach mehr Konsumgütern. Beide gelten als »materieller Wohlstand«, der wachsen muss. Folge daraus ist die Erkenntnis, »die Menschheit« lebe über ihre ökologischen Verhältnisse.

Aus den Bedürfnissen der Menschen allerdings kann sich der Zwang zum Wachstum nicht ergeben. Selbst wenn man annimmt, dass diese Bedürfnisse prinzipiell grenzenlos sind, so bliebe ihre Befriedigung doch ein Akt des Willens: Jeder könnte verzichten, das Leben würde dadurch nicht enden, niemand braucht immer mehr Güter für seine Existenz. Der existierende Zwang zum Wachstum ergibt sich daher nicht aus der unersättlichen Natur des Menschen, sondern aus der Eigenart des herrschenden Wirtschaftssystems: Die Unternehmen brauchen immer mehr. Würden alle zum Wohle des Klimas verzichten, wäre eine ausgewachsene Wirtschaftskrise die Folge. »Deutsche Konjunktur lebt von der Konsumfreude«, meldet die Deutsche Bank.

Wo der Zwang herkommt

Ein kapitalistisches Unternehmen lebt von der Steigerung. Es investiert 1000 Euro, um 1500 Euro zurückzuerhalten. In der nächsten Runde investiert es die 1500, um 2000 Euro zurückzuerhalten. Und so weiter. »Kapital« ist keine Sache, es benennt eine Bewegung, die Verwertung einer Wertsumme. Eine Investition muss »sich rechnen«, muss »wirtschaftlich darstellbar sein«, wie es heißt. Das bedeutet, dass Produktion unter der Bedingung und damit zu dem Zweck stattfindet, Umsatz und Gewinn zu erhöhen. Das macht jene reicher, denen die Unternehmen gehören, woraus sich ihr Wille zum Wachstum ergibt, der tatsächlich grenzenlos ist. Denn es geht nur um Geld, und das ist rein quantitativ bestimmt und daher nie genug.

Der Zwang zum Wachstum wiederum ergibt sich aus der Art, wie die Unternehmen ihre Überschüsse erzielen: in der Konkurrenz. Theoretisch könnte ein Konzern wie Volkswagen sich dazu entscheiden, nicht länger zu wachsen, also Umsatz und Gewinn konstant zu halten. Abgesehen von der Frage, warum es das tun sollte – um Stagnation zu erreichen, müsste es sich mit den anderen Autoherstellern absprechen, sie müssten sich den Markt aufteilen.

Doch ist die Marktwirtschaft keine Planwirtschaft und die anderen Hersteller sind keine Partner, sondern Konkurrenten, die ihre Produkte verbessern, ihre Kosten senken, um sich gegen die anderen durchzusetzen. Mit immer kürzeren Innovationszyklen, immer neuen Verfahren der Rationalisierung versuchen sie, den anderen die Maßstäbe der Produktivität vorzugeben. Dafür brauchen sie immer größere Kapitalsummen – wer hier zurücksteckt, wer sich hier mit dem Erreichten zufrieden gibt, dem droht Schrumpfung, also Entwertung seines Kapitals, und damit die Pleite. In ihrer Konkurrenz zwingen sich die Unternehmen damit zu dem, was sie ohnehin wollen: Wachstum von Umsatz und Gewinn.

Dass Produktion nur stattfindet, wenn sie »sich rentiert«, wenn sie also einen bilanziellen Zuwachs zeitigt, bedeutet: Der maßgebliche Wohlstand im heutigen Wirtschaftssystem besteht nicht in den produzierten Gütern, sondern im Wachstum von Kapitalsummen, die sich in Luft auflösen, wenn dieses Wachstum ausbleibt. Daher gilt schon die 0,1 Prozent Schrumpfung der Wirtschaftsleistung im 2. Quartal als eine kleine Katastrophe, der Arbeitslosigkeit und sinkende Steuereinnahmen folgen können.
Geht »grünes« Wachstum?

Dieser Zwang zum Wachstum wird in der Klimadebatte einerseits als Hunger »der Menschen« nach immer mehr naturalisiert, ansonsten aber stillschweigend akzeptiert. Dass Kapitalwachstum nicht notwendig identisch ist mit dem Wachstum des Stoff-, Energie- und Umweltverbrauchs, machen sich die Vertreter eines »grünen« Wachstums zu Nutze und setzen auf Entkopplung: Die Unternehmen sollen weiter verdienen und expandieren, aber mit weniger CO2-Ausstoß, durch den Verkauf »grüner« Produkte und den Einsatz »sauberer« Produktionsverfahren. Zwar basiert der existierende Reichtum auf einer gigantischen Schädigung der Natur. Technologie und Innovation aber sollen gewährleisten, dass dieser Reichtum sich weiter reproduziert und vermehrt, aber ohne die ökologischen Konsequenzen.

Theoretisch kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich diese Hoffnung erfüllt. In der Praxis jedoch ergibt sich das Problem, dass Klimaschutz Kosten verursacht, und Kosten ein Konkurrenznachteil sind, sowohl für Unternehmen wie für Standorte. »Klimaschutz darf nicht der Wirtschaft schaden«, mahnt daher der zuständige Minister Peter Altmaier, der weiß, dass die Umwelt den Unternehmen als kostengünstige Rohstoffquelle und Schadstoffdeponie dient und dass Umweltschutz ihre Kalkulationen gefährdet. Zum Beispiel die der Autobauer. »Eine unbequeme Wahrheit lautet letztlich, dass die langfristigen Klimaschutzziele eigentlich nur durch deutlich weniger Verkehr erreicht werden können«, schreibt die Deutsche Bank.

Ob die große »Transformation« zu einem »grünen Kapitalismus« gelingt, ist daher völlig unklar und untersteht auch nicht der Kontrolle von Politikern und Unternehmern. Technisch ist der Klimaschutz zwar kein Rätsel. Das Problem ist jedoch, wie er profitabel gemacht werden kann. Ökonomen stellen zwar kühne Berechnungen an, wie sich Klimaschutz lohnen könnte. Sie versuchen auszurechnen, wie hoch ein CO2-Preis sein müsste, der den Unternehmen Kosten beschert, sie daher zu Innovationen anregt, die den CO2-Ausstoß auf das politisch gesetzte Maß senken und gleichzeitig die Produktion rentabler machen, wodurch Deutschland zur Klimatechnologie-Exportnation wird und die Wirtschaftsleistung steigt. Doch sind dies oft die gleichen Ökonomen, die eine Wirtschaftskrise nicht einmal erkennen, wenn sie vor der Tür steht. Umso spekulativer sind Projektionen über Jahrzehnte hinweg unter der Annahme revolutionärer Technologiesprünge, die noch gar nicht stattgefunden haben.

Die Realität besteht also nicht im Kampf »der Menschheit« um das Klima, sondern im Kampf der Standorte darum, wer die Kosten des Klimaschutzes zu tragen hat und wer die Früchte ernten wird. Diesem Kampf wird meist die Schuld dafür gegeben, dass es mit dem Klimaschutz kaum vorangeht. Doch spiegelt dieses politische Ringen lediglich die ökonomische Konkurrenz um Kosten und Erträge, um Anteile am Kapitalwachstum, das alle brauchen. Ob so das Klima »gerettet« wird, scheint derzeit eher unwahrscheinlich. Denn die sicheren Kosten und die unsicheren Erträge des Klimaschutzes führen stets dazu, dass bestenfalls nur das Nötigste unternommen wird – und vielleicht nicht einmal das. Der Klimawandel bleibt uns wohl erhalten.

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1126115.wachstum-und-klimaschutz-was-mehr-werden-muss.html

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by: Jorge http://Neoprene.blogsport.de/2017/01/16/off-topic/#comment-126828 Sat, 21 Sep 2019 17:56:17 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2017/01/16/off-topic/#comment-126828 Sehr treffend hat Stephan Kaufmann die Sachlage in einem ganz neuen Aufsatz erläutert: https://www.neues-deutschland.de/artikel/1126115.wachstum-und-klimaschutz-was-mehr-werden-muss.html Sehr treffend hat Stephan Kaufmann die Sachlage in einem ganz neuen Aufsatz erläutert:

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1126115.wachstum-und-klimaschutz-was-mehr-werden-muss.html

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by: Jorge http://Neoprene.blogsport.de/2017/01/16/off-topic/#comment-126827 Sat, 21 Sep 2019 09:34:44 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2017/01/16/off-topic/#comment-126827 Dass der Staat das Wachstum seiner Wirtschaft registriert und bilanziert, in Form diverser volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen, mal mit dem Verkehr mit dem Ausland, oder mal steuerbereingt etc - war, solch elaboriertes Wissen zu erfahren, wirklich ricardos Anfrage? Inhaltlich passt übrigens auch dazu meine obige Ausführung. Dass das Wachstum von G zu G' hierzulande so vonstatten geht, dass der Staat dafür diverse Aufgaben übernimmt - von Infrastruktur bis zum Insolvenzrecht und zum Sozialstaat und und und - gehört so auch in das staatliche Programm "Wachstum". Dass der Staat das Wachstum seiner Wirtschaft registriert und bilanziert, in Form diverser volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen, mal mit dem Verkehr mit dem Ausland, oder mal steuerbereingt etc – war, solch elaboriertes Wissen zu erfahren, wirklich ricardos Anfrage?

Inhaltlich passt übrigens auch dazu meine obige Ausführung.

Dass das Wachstum von G zu G‘ hierzulande so vonstatten geht, dass der Staat dafür diverse Aufgaben übernimmt – von Infrastruktur bis zum Insolvenzrecht und zum Sozialstaat und und und – gehört so auch in das staatliche Programm „Wachstum“.

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by: Krim http://Neoprene.blogsport.de/2017/01/16/off-topic/#comment-126825 Fri, 20 Sep 2019 08:50:46 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2017/01/16/off-topic/#comment-126825 @ricardo: Ja stimmt. Wachstum ist sozusagen die staatliche Sicht auf die Akkumulation des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in seinem Land insgesamt. Das Wachstum kriegt dann eine Prozentziffer und damit ist klar das "die Wirtschaft" (als Ganzes) wieder 1,2 Prozent zugelegt hat. @ricardo: Ja stimmt. Wachstum ist sozusagen die staatliche Sicht auf die Akkumulation des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in seinem Land insgesamt. Das Wachstum kriegt dann eine Prozentziffer und damit ist klar das „die Wirtschaft“ (als Ganzes) wieder 1,2 Prozent zugelegt hat.

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by: Jorge http://Neoprene.blogsport.de/2017/01/16/off-topic/#comment-126824 Fri, 20 Sep 2019 07:42:27 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2017/01/16/off-topic/#comment-126824 "... im Rahmen der Konkurrenz auf Kosten der anderen Kapitale..." (ricardo) Genau! ... das Wachstum des einen Kapitals erfolgt also, obwohl es kein "allgemeines Wachstum" (was sollte das in der Krise schon sein - außer der Parole, die für a l l e gilt...) gibt. S o g i b t es das dann, - das Wachstum. Der Kapitalismus ist eben eine Konkurrenzveranstaltung von Eigentümern gegeneinander, und es ist doch die Regel, dass das Wachstum des Einen dem Anderen Marktanteile wegnimmt (oder zumindestens erhoffte Martktanteile, auf die er selber auch scharf wäre). Ohne dass ein Privateigentümer sich versprechen würde, aus G ein G' machen zu wollen, würde er doch gar nicht erst antreten. Daher lautet das Dogma: Im Kapitalismus (einer antagonistischen Gesellschaft von erbitterten Konkurrenten gegeneinander) geht es so überall um Wachstum. Dass das eingesetzte Kapital sich vermehren muss, und auch soll, ist doch die Grundbedingung jedes "Unternehmers", warum er überhaupt anfängt. Zur detaillierten Kenntnisnahme sei empfohlen, diesen Klassiker aus dem Bücherschrank herauszuholen: https://de.gegenstandpunkt.com/publikationen/buchangebot/arbeit-reichtum "Die Absurdität des Systems, der Grund seiner Schädlichkeit für die Masse seiner Insassen, liegt nicht darin, dass Arbeit nicht stattfindet, wenn sie nicht rentabel ist, sondern dass sie stattfindet, weil es um Rentabilität geht." https://de.gegenstandpunkt.com/sites/default/files/buch/werbung/arb-reich_inhalt.pdf Und zwar dort der erste Punkt - woruim geht es im Kapitalismus? Was ist Zweck der Arbeit im Kapitalismus? „… im Rahmen der Konkurrenz auf Kosten der anderen Kapitale…“ (ricardo)

Genau! … das Wachstum des einen Kapitals erfolgt also, obwohl es kein „allgemeines Wachstum“ (was sollte das in der Krise schon sein – außer der Parole, die für a l l e gilt…) gibt.

S o g i b t es das dann, – das Wachstum.

Der Kapitalismus ist eben eine Konkurrenzveranstaltung von Eigentümern gegeneinander, und es ist doch die Regel, dass das Wachstum des Einen dem Anderen Marktanteile wegnimmt (oder zumindestens erhoffte Martktanteile, auf die er selber auch scharf wäre).

Ohne dass ein Privateigentümer sich versprechen würde, aus G ein G‘ machen zu wollen, würde er doch gar nicht erst antreten.

Daher lautet das Dogma:

Im Kapitalismus (einer antagonistischen Gesellschaft von erbitterten Konkurrenten gegeneinander) geht es so überall um Wachstum.

Dass das eingesetzte Kapital sich vermehren muss, und auch soll, ist doch die Grundbedingung jedes „Unternehmers“, warum er überhaupt anfängt.

Zur detaillierten Kenntnisnahme sei empfohlen, diesen Klassiker aus dem Bücherschrank herauszuholen:

https://de.gegenstandpunkt.com/publikationen/buchangebot/arbeit-reichtum

„Die Absurdität des Systems, der Grund seiner Schädlichkeit für die Masse seiner Insassen, liegt nicht darin, dass Arbeit nicht stattfindet, wenn sie nicht rentabel ist, sondern dass sie stattfindet, weil es um Rentabilität geht.“

https://de.gegenstandpunkt.com/sites/default/files/buch/werbung/arb-reich_inhalt.pdf

Und zwar dort der erste Punkt – woruim geht es im Kapitalismus?
Was ist Zweck der Arbeit im Kapitalismus?

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by: ricardo http://Neoprene.blogsport.de/2017/01/16/off-topic/#comment-126823 Fri, 20 Sep 2019 07:14:55 +0000 http://Neoprene.blogsport.de/2017/01/16/off-topic/#comment-126823 Kann man wirklich sagen, dass es im Kapitalismus allgemein um Wachstum geht? Ich denke nicht. Der Kapitalismus kommt auch ohne allgemeine Reichtumsvermehrung aus. Aber er kommt nicht ohne Kapitalakkumulation aus. Die kann aber auch bei einer Stagnation oder einem Rückgang der allgemeinen Reichtumsvermehrung stattfinden, nämlich ceteris paribus im Rahmen der Konkurrenz auf Kosten der anderen Kapitale Kann man wirklich sagen, dass es im Kapitalismus allgemein um Wachstum geht? Ich denke nicht. Der Kapitalismus kommt auch ohne allgemeine Reichtumsvermehrung aus. Aber er kommt nicht ohne Kapitalakkumulation aus. Die kann aber auch bei einer Stagnation oder einem Rückgang der allgemeinen Reichtumsvermehrung stattfinden, nämlich ceteris paribus im Rahmen der Konkurrenz auf Kosten der anderen Kapitale

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