Archiv der Kategorie '(2) Trotzkismus'

Dreiteiliges Video zur Geschichte der IBT

Systemcrash, selber auch aus der trotzkistischen Ecke, hat auf seinem Blog auf folgendes Youtube-Video über die International Bolshevik Tendency (die wiederum aus der iST, später ICL gekommen ist) hingewiesen:

http://www.youtube.com/watch?v=8Qo9BukxPTk (Teil 1)

http://www.youtube.com/watch?v=9h2les3Hiuo&feature=relmfu
(Teil 2)

http://www.youtube.com/watch?v=zz3gb8uDRds&feature=relmfu
(Teil 3)

Was bedeuten Waffen in „Privat“-Hand? zwei Artikel

Die amerikanischen politischen Mitstreiter des Gegenstandpunkt von Ruthless Criticism haben nach dem jüngesten Massaker in den USA am 20.07.2012 in Colorado einen kleinen Grundsatzartikel zur Bedeutung des „privaten“ Besitzes von Feuerwaffen geschrieben: „Guns as a Bourgeois Freedom“ . Daneben/Dagegen möchte ich einen alten Artikel der trotzkistischen ICL stellen, die 1989 einen längeren Grundsatzartikel hierzu geschrieben hat unter dem Titel „The Revolution and the Right to Bear Arms“, nachzulesen online bei marxist.org. Er ist im Download-Bereich als Word-Version zu haben, und als PDF

The Militant, Workers Vanguard und Spartacist Archive jetzt online

Marxist.org, die digitale Archivseite zur Geschichte der marxistischen Arbeiterbewegung, genauer ihrer Autoren und Publikationen, hat nun (darauf hat entdinglichung hingewiesen) zwei trotzkistische Zeitungen als Scans online zur Verfügung gestellt:

The Militant“ bis 1949 („The Militant was published in the United States by the Trotskyist movement originally as the US Section of the International Left Opposition, later the Fourth International“)

Workers Vanguard“, die Zeitung der Spartacist League /U.S. als führender Sektion der international Spartacist tendency, dann International Communist Leage (Fourth Internationalist) von 1971 bis 1990

und Spartacist [Published by the expelled Revolutionary Tendency of the Socialist Workers Party. Became the organ of Spartacist, later known as the Spartacist League. Became the theoretical journal after the launch of the new official Spartacist League/U.S. organ, Workers Vanguard. Became the publication of the international Spartacist tendency (“iSt”), later the International Communist League (Fourth Internationalist), published by the Central Executive Committee. Appears in four languages (English, Spanish, French, and German). The English edition began in 1964, the Spanish edition began in 1965 (as Cuadernos Marxistas), the French edition began in 1974, and the German edition began in 1974. A single Italian issue was published in 1975. [Ongoing].]

David Walters on the U.S. Left Opposition Digitization Project

David Walters has published the following post:

The Marxists Internet Archive’s USA History Publications Section as part of joint project involving the Holt Labor Library, the Encyclopedia of the Trotskyism On-Line and the Riazinov Library, the U.S. Left Opposition Digitization Project has now completed the digitization, uploading and linking of the early press of the Communist League of America (1928-1934), Workers Party of the U.S. (1935-1936), the Trotskyist tendency inside the Socialist Party of America (1936-1937) and the Socialist Workers Party (1938-1946) with the following uploads of high-resolution PDF scans of the following periodicals. These are complete runs, in some cases amounting to over 52 issues a year:

The Militant: 1928-1934
New Militant: 1934-1935
Socialist Appeal: 1936-1941
The Militant: 1941-1946

The consolidated table of contents for this is located here:
http://marx.org/history/etol/newspape/themilitant/index.htm

Additionally, and most recently, we started placing online the internal discussion bulletins of the early Trotskyist movement in the United States organized as the Communist League of America (Opposition)1928-1934 and then the Workers Party of the United States (1935-1936). These are the first of the entirety of the internal bulletins of the US Trotskyists through the early years of the Socialist Workers Party. Presented in high resolution PDFs.

Communist League of America Internal Bulletins (1930-1934)
Communist League of America International Internal Bulletins (1931-1935)
Workers Party of the United States Bulletins (1934-1935)
http://marx.org/history/etol/document/swp-us/idb/index.htm

Chinas unersättliche Gier nach … Gebrauchsgütern!

Den grundlegend anderen Zweck von Chinas Investitionen in Afrika kann man an dem Wert der von ihnen erzeugten Waren erkennen. Alle Waren – von Bergbauprodukten bis zu Fabrikwaren – verkörpern sowohl Gebrauchswerte (als begehrte Konsumobjekte) als auch Tauschwerte (was sich weitgehend in den Marktpreisen widerspiegelt). Unter dem Kapitalismus häufen die Eigentümer von Industrieanlagen und anderen Produktionsmitteln Profit dadurch an, dass sie für die Produktion von Waren Arbeitskraft zu dem Zweck anmieten, den Tauschwert zu erhöhen. Triebkraft für Chinas Auslandsinvestitionen, die von mehreren der Staatsbanken auf dem Festland finanziert werden, ist nicht der Profit, sondern das Bedürfnis nach Rohmaterialien für seine kollektivierte heimische Industrie – d. h. der Gebrauchswert.

gefunden im Artikel „Zetergeschrei über Chinas Rolle in Afrika“ in Spartakist Nr. 192 (März 2012), übersetzt aus Workers Vanguard Nr. 987, vom 30. September 2011

Aufheben: „What was the USSR? Part I: Trotsky and State Capitalism“

Auf der anarchistischen Webseite libcom.org hat die Gruppe Aufheben („Our influences included the Italian autonomia movement of 1969-77, the situationists, and others who took Marx’s work as a basic starting point and used it to develop the communist project beyond the anti-proletarian dogmatisms of Leninism (in all its varieties)“) vor einigen Jahren ein Projekt vorgelegt der

„analysis of the economic system of the Soviet Union by examining the most common theories about its nature – Trotsky’s degenerated workers state, and Tony Cliff’s state capitalism.“

Sie leiteten das so ein:

„The Russian Revolution and the subsequent establishment of the USSR as a ‚workers‘ state‘, has dominated political thinking for more than three generations.
In the past, it seemed enough for communist revolutionaries to define their radical separation with much of the ‚left‘ by denouncing the Soviet Union as state capitalist. This is no longer sufficient, if it ever was. Many Trotskyists, for example, now feel vindicated by the ‚restoration of capitalism‘ in Russia. To transform society we not only have to understand what it is, we also have to understand how past attempts to transform it failed. In this and future issues we shall explore the inadequacies of the theory of the USSR as a degenerated workers‘ state and the various versions of the theory that the USSR was a form of state capitalism.“

WV: Economics of a Workers State in Transition to Socialism

Vor kurzem (in der Nr. 989 vom 28.11.2011 in „Workers Vanguard“) wurde ein Vortrag abgedruckt, den Joseph Seymour, einer der führenden Intellektuellen der trotzkistischen IKL, vor einigen Jahren bei einer Schulung gehalten hat. In starkem Gegensatz zum GegenStandpunkt, der gerade erst wieder (am 9.1.2012 in Münster) eine Veranstaltung unter dem alten Titel „Warum wir nicht mit einem „durchdachten planwirtschaftlichen Konzept“ für den Kommunismus werben“ (aus GSP 1-04) gemacht hat, werden dort einige Grundthesen skizziert, die nicht nur der IKL gemein sind, sondern für eine breite Spanne kommunistischer Strömungen steht:

- Im Sozialismus geht es nicht in erster Linie (wie noch vor den Marxisten) um Gleichheit der Verteilung, sondern um Steigerung der Produktivkräfte

- Für eine ins Gewicht fallende längere Zeit werden wirtschaftliche Entscheidungen (vor allem im Weltmaßstab) von Mangel bestimmt sein

- Arbeit wird weiterhin Lohnarbeit sein (sogar zum Teil entfremdete Lohnarbeit)

- Zumindest Konsumgüter werden auf lange Zeit weiterhin auf Märkten mit Geld bezahlt werden (müssen)

- Es wird weiterhin Familien geben und deshalb werden Lohnarbeiter nicht beschäftigte Familienmitglieder zumeist Kinder mitversorgen müssen mit Löhnen, die dies nicht vollständig berücksichtigen

- Der politische Streit würde sich zentral um die Höhe der Investitionsquote drehen: Schnelles ansteigen des „Privat“-Komsums „jetzt“ versus höheres Niveau „später“

- Die Entscheidungen werden zentral getroffen für die gesamte Wirtschaft

- Ein weiterer Streitpunkt wären die Anteile der Produktion, die zur schnelleren Entwicklung „ärmerer“ sozialistischer Gebiete zur Verfügung gestellt werden sollen

- Wegen der differenzierten Konsumgüternachfrage werden Konsumgüter auf Märkten angeboten, aber ohne Konkurrenz unter den Produktionseinheiten, die zentral beplant werden

ARPREKORR und SPARTAKIST Nr. 68 – 146 online

Bei archive.org sind jetzt alle Ausgaben der Zeitung Abeiterpressekorrespondenz (ARPREKORR) der Trotzkistischen Liga/Spartakist-Arbeiterpartei, der deutschen Sektion der Internationalen Kommunistischen Liga (Vierte Internationalisten), als OCR-Scan-PDFs runterzuladen. Sie sind vom 15. November 1989 bis 20. April 1990 in der DDR erschienen.

Auch die Ausgaben der (Vor- und) Nachfolgezeitung für Deutschland „Spartakist“ der SpAD aus der Zeit vom 1. März 1990 (Nr. 68) bis Anfang 2002 (Nr. 146) sind jetzt bei archive.org als PDFs verfügbar, jeweils als Jahrgangsdatei.

Marx versus Keynes

Im Ankündiger für eine weitere Krisenveranstaltung „Über die empörten Kritiker der Krise und die Occupy-Bewegungen“ des GegenStandpunkts am 8.11.2011 in Wien findet sich folgender Satz:

Was in früheren Krisen durchaus einen Versuch wert war, das war der Anlauf, viel Staatskredit in die Infrastruktur zu „investieren“ und „Zukunftsindustrien“ zu fördern

Das klingt für mich fast wie eine ex-post-Ehrenrettung des Keynesianismus, den vor allem die Sozialdemokratie in früheren Jahrzehnten durchgängig auf ihre Fahnen geschrieben hatte und was selbst jetzt, nach einigen Jahrzehnten der Vorherrschaft des berüchtigten Neoliberalismus, noch oder wieder manchen Anhänger findet, auch wieder zumeist auf der Linken.

Ich bin vor ein paar Tagen auf eine gerade herausgekommene kleine Broschüre der Rosa Luxemburg Stiftung zum Thema „Ist die ganze Welt bald pleite? Staatsverschuldung: Was sie ist und wie sie funktioniert“ gestoßen (sie gibt es mittlerweile auch als HTML-Version), Autoren sind Ingo Stützle, Redakteur bei ak – analyse & kritik und Stefan Kaufmann, Wirtschaftsredakteur der «Berliner Zeitung». Etwas voreilig/vollmundig hatte ich das Ding auf Ingos facebook-Seite so kommentiert:
„Ich fand das Teil nämlich grottenschlecht in seinem verharmlosenden Linkskeynesianismus, daß ich es gleich als schlechtes Beispiel verwurstet habe“, worauf Ingo nicht ganz überraschend gleich eingewandt hat: „Über eine inhaltliche Kritik freue ich mich natürlich – als Linkskeynesianer lasse ich mich natürlich ungern schimpfen!“ Er hat dazu auch gleich folgendes nachgetragen: „Meinen Senf zu Keynes habe ich in der Prokla 157 abgegeben.“

Als jemand, der sich weder mit Marx noch mit Keynes wirklich auskennt, geschweige denn mit der marxistischen Kritik am Keynesianismus werde ich mich jetzt sicherlich schwer tun, meine „Anschuldigung“ mit Fleisch zu füllen. Mir fällt da eigentlich nur ein altes Buch ein, daß ich vor langen Jahren mal gelesen habe und mir nun nochmal vornehmen werde:
Paul Mattick: Marx und Keynes – Die Grenzen des „gemischten Wirtschaftssystems“. Europäische Verlags-Anstalt, Frankfurt a.M. 1974. schon lange vergriffen. In der englischen Version kann man es bei scribd nachlesen, auf deutsch hier als SCan und hier als OCR-PDF.
Und ein Artikel des Cheftheoretikers/historikers der trotzkistischen IKL, Joseph Seymour, der vor zwei Jahren in deren Hauptzeitung „Workers Vanguard“ veröffentlicht wurde, und bei mir im Downloadbereich zu finden ist.

Die tragische Bejubelung von Nasser und dem Militär in Ägypten

Peter Decker hat bei der Nürnberger Ägypten-Veranstaltung nebenbei darauf hingewiesen, daß eine kommunistische Partei dort schon was anderes machen würde als die jetzige Volksbewegung. Ich meine, insbesondere müßte sie sich mit den wieder aufgekommenen Hoffnungen in das Militär auseinandersetzen, von dem sich gerade jetzt wieder viele dort eine Verbesserung der Verhältnisse erwarten. Als Material zum Thema hier zwei längere Zitate aus trotzkistischer Sicht:

„Illusions in the army run deep in Egypt, where military officers led by Nasser overthrew the despised British-backed monarchy in 1952. While Nasser, with the support of the Stalinist Communist Party, would lay claim to leadership of a mythical “Arab socialism,” he aimed from the beginning to crush the combative working class. One month after coming to power, Nasser seized on a textile workers strike in Kafr Al-Dawwar near Alexandria to deliver a dramatic blow to the workers movement. Two strike leaders were hanged on the factory grounds, the Communists were banned and strikes were outlawed. Subsequently, Nasser turned on his Communist supporters with a vengeance, rounding up almost every known leftist in the country.“
Aus “Egypt: Mass Upheaval Challenges Dictatorship”, Workers Vanguard No. 973

Etwas weiter ausholend zu Nasser, dem Militär-Volkshelden und der traurigen Rolle der Kommunistischen Partei in Ägypten

„Historically the political and cultural center of the Arab world, the land of the Nile is by far the most populous of all Arab countries. Egypt was also militarily the strongest state directly confronting Zionist Israel. Consequently, Egyptian strongman Colonel Nasser was the dominant figure of Arab nationalism in the 1950s and ’60s, intervening in and influencing developments in Syria, Iraq, Yemen and elsewhere in the Near East.

Two generations ago, Nasser was widely viewed as embodying a mythical “Arab Revolution” and a non-Communist “socialist” alternative for so-called “non-aligned” countries of the Near East, Asia and Africa. He burnished his “anti-imperialist” credentials through the 1956 Suez War in which he stood up to Israel, Britain and France. Yet the fact that enthusiasm for Nasser was so widespread was in no small part due to the Stalinists themselves helping to foster illusions in Nasser’s “Arab socialism.” In reality, Nasser came to power largely with the aim of crushing the combative Egyptian working class, which was mainly under the leadership of the Communists.

The upsurge of class struggle in Egypt at the close of World War II, while not reaching the levels of Iran and Iraq, nevertheless allowed the young Communist groupings, the most prominent being the Egyptian Movement for National Liberation (EMNL) founded by Jewish intellectual Henri Curiel, to achieve a measure of mass influence. The traditional Egyptian nationalist organization, the Wafd, had been widely discredited by its corrupt and oppressive rule during the war years, when it served as undisguised flunkies for British rule. As a mass upsurge against British occupation swept the country and workers increasingly asserted their power in strikes, the Communists were able to steadily displace the Wafd as the principal leadership of the labor movement, especially in textile, the country’s main industry.

In February 1946, a police attack on student demonstrators in Cairo resulted in the deaths of a number of students. On February 21, the Communist-led National Committee of Workers and Students called a strike, completely shutting down the country, in which several more demonstrators were shot dead. As the country erupted in strikes and demonstrations, a strike on March 4 again shut down the entire country. In Alexandria, British forces in league with Egyptian cops fired on the demonstrators, killing 28. Desperate to put a stop to the upsurge, the British announced they would withdraw their troops to the Suez Canal Zone. The government then launched a wave of repression, especially targeting Communist leaders.

Following the 1948 War, the discredited regime declared a state of siege, while mobs incited by the fascistic Muslim Brotherhood pillaged Jewish businesses, burned synagogues and slaughtered dozens of Jews. In at least one case, Communists organized the defense of a Jewish-owned store against the pogromists. As the mass expulsions and emigration of Jews began, among the first targeted were Henri Curiel and other founders and leaders of Egyptian Communism.

A wave of popular agitation against the British military occupation again erupted in October 1951 when the British ignored an edict by the Wafd government to withdraw from the Canal Zone. With the Egyptian government exposed as powerless, the Communists put themselves at the head of the tide of anti-British sentiment that swept the country. As government repression proved incapable of stemming the mounting strike wave, the Communists continued to extend their influence in the Greater Cairo textile union, the Cairo transport unions and elsewhere. By late 1951, the EMNL’s successor, the Democratic Movement for National Liberation (DMNL), had become the leading political force in the Egyptian labor movement.

In January 1952, an armed clash between British and Egyptian forces in the Canal Zone touched off rioting in Cairo in which much of the downtown commercial district was burned down. With the government totally discredited and virtually paralyzed, the country was increasingly polarized between the rapidly growing Muslim Brotherhood and the Communists. Student members of the Muslim Brotherhood carried out military training at the universities, driving around campuses in military jeeps and spraying machine-gun fire in the air to intimidate their opponents.

The DMNL also had a military section, but its work consisted of providing support for Nasser’s Free Officers Movement, a heterogeneous coalition in the military including Muslim Brothers, Wafdists and the DMNL. Nasser looked to the DMNL to print the Free Officers’ leaflets and perform other tasks. Meanwhile, the Free Officers provided military support to the Muslim Brotherhood for its “liberation battalions” in the Canal Zone. Central in this was Nasser’s comrade-in-arms (and future Egyptian president) Anwar Sadat, who in a 1952 newspaper interview praised Adolf Hitler as a great patriot who worked for the good of his people.

In July 1952, the Free Officers seized power, sweeping away the despised monarchy. The DMNL supported the military coup as an expression of the “national democratic movement.” The following month, when textile workers in Kafr Al-Dawwar near Alexandria went on strike, believing their leaders’ assurances that the new regime was on their side, Nasser threw down the gauntlet to the organized workers movement. Two strike leaders were arrested, condemned to death for “a grave crime against the state” and hanged on the factory grounds. The Communists were banned, strikes were outlawed and a corporatist regime of labor control was set up in which the trade unions were placed under effective control by the military regime.

Nasser’s nationalization of the Suez Canal in 1956 and the subsequent invasion of Egypt by Britain, France and Israel was a milestone in the postwar history of the Near East. Washington’s successful strong-arming of Britain and France to withdraw their troops confirmed U.S. imperialism as the top dog in the region. The U.S. was then intent on cohering the Baghdad Pact (CENTO), a regional anti-Soviet military alliance akin to NATO in West Europe. Standing at the head of a campaign against adherence by Arab governments to the Baghdad Pact, Nasser shifted to a pro-Soviet posture, while continuing his anti-Communist repression. Less than one month before nationalization of the Suez Canal, a military tribunal sentenced 40 Communists to prison terms of hard labor.

The establishment of closer relations between the Soviet Union and Egypt led to a Soviet reappraisal of Nasser, whose July 1952 coup was now described as an “anti-imperialist revolution.” The various Communist groups in Egypt, united by their enthusiastic support for Nasser, moved to fuse their forces. In their desire to ingratiate themselves with the rising tide of Nasser’s pan-Arab nationalism, the unified Communist Party of Egypt stipulated that Jews were prohibited from playing a leadership role in the party.

With the Egyptian Communists firmly under Nasser’s thumb, the nationalists in power in Syria sought a merger with Egypt in order to stifle the growing influence of the Syrian Communist Party. As in Egypt, the Syrian Communists tied themselves politically to bourgeois nationalists who showed themselves to be the workers’ worst enemies. The fiercely anti-Communist Syrian Ba’ath Party in power had adopted a “left” stance. Resisting Western pressure to join the Baghdad Pact, it made overtures to the Soviet Union and welcomed the Communists into the ruling coalition.

The Syrian Communist Party continued to grow spectacularly, leading the three trade-union federations by 1957. While objecting to the proposed union with Egypt, the Syrian CP continued to hail Nasser as the “leader of the National Front of Arab Liberation.” But the formation of the “United Arab Republic” under Nasser’s leadership in 1958 led to the suppression of the powerful Syrian CP, then the largest in the Near East, and the arrest of its leaders and hundreds of members.

The next year, Nasser turned on his Egyptian Communist supporters with a vengeance, rounding up almost every known leftist in the country. The Communists in prison were humiliated, tortured and pressured to repudiate their political ideas. Yet even as their comrades were beaten to death or left to die for lack of medical aid, the Communists maintained their political support for Nasser.

During its diplomatic alliance with Nasser’s military bonapartist regime, the Kremlin Stalinists showered Nasser’s capitalist Egypt with more anti-aircraft missiles and other military equipment than they gave to North Vietnam as the Vietnamese workers and peasants waged a heroic—and ultimately victorious—struggle against U.S. imperialism. Not surprisingly, the bourgeois-nationalist Nasser ultimately turned against his Soviet patrons. In the 1970s, his hand-picked successor, Anwar Sadat, brought Egypt fully into the fold of American imperialism.“
Aus “Near East, 1950s – Permanent Revolution vs. Bourgeois Nationalism” Workers Vanguard Nos. 740-741

Gruppe Arbeitermacht zum BGE (Jürgen Roth Februar 2010)

Nicht nur Operaisten machen schon lange mit „Kritik am Bedingungslosen Grundeinkommen“ rum. Auch in der mehr oder weniger gewerkschaftsnahen sogenannten revolutionären Linken stößt die Propaganda hierzu zumeist auf Kritik. Gefunden habe ich folgende Zitate in einem ellenlangen Artikel „Mindestlohn, Mindesteinkommen oder bedingungsloses Grundeinkommen?“ bei der trotzkistischen Gruppe Arbeitermacht, zuerst erschien er in deren Zeitschrift Revolutionärer Marxismus 41, Februar 2010. Auch wenn der Artikel von einem Jürgen Roth gezeichnet wurde, scheint mir das Ding aus mehreren Stücken zusammenaddiert worden zu sein, kruder pseudomarxistischer Blödsinn steht z.B. neben doppelten Textpassagen, die wohl beim Zusammenstellen übersehen wurden. Wie dem auch sei, unter anderem sagen sie auch das folgende (wobei sie sich übrigens positiv auf wildcat beziehen „Die Perspektiven des Klassenkampfes liegen jenseits einer Reform des Sozialstaats“ (Wildcat-Zirkular Nr. 48/49 – März 1999 – S. 11-25) [Kein zusammenhängender Textteil, sondern von mir rausgesuchte Passagen.]

Im ganzen Land haben Arbeitslosenvereine, Organisationen oder Gliederungen der Gewerkschaften Forderungen nach dem Grundeinkommen übernommen – ob nun Existenzgeld, Bürgergeld oder BGE genannt. Dies ist Ausdruck der sozialen und finanziellen Verhältnisse der Arbeitslosen, die staatlich verordnete Armut durch die Hartz-Gesetze hat politische Spuren hinterlassen. Die Ausweglosigkeit von Ein-Euro-Arbeitszwang, Bedürftigkeitsprüfung und Zwangsumzügen nähren Illusionen und Hoffnungen in eine andere soziale Absicherung der Arbeitslosen. Alle Forderungen, die ein „Mehr“ an Mitteln und Rechten versprechen, werden daher von den Betroffenen dankend angenommen.

Besonders die Langzeitarbeitslosen haben die Hoffnung auf eine Lohnarbeit verloren, Jahre von „Qualifizierung“ und Bewerbungszwang mit gleichzeitigem sozialen Abstieg haben das politische Bewusstsein der Armen und Arbeitslosen geprägt. Rätz und Co. nutzen die Mischung aus Verzweiflung und Hoffnung auf jede nur irgend mögliche Verbesserung, so dass etliche Arbeitslose diesen Versprechungen auf den Leim gehen.

Mit Hilfe von Geld sollen Freiheit vom Arbeitszwang der Lohnarbeit, von Armut und Existenzangst, die Autonomie der Menschenwürde sowie Solidarität und Gerechtigkeit etc. erreicht werden. Geld aber setzt Warenproduktion, Lohnarbeit, Kapitalverwertung und Arbeitszwang voraus. Ein schöner archimedischer Hebel, um die Welt von Kapital und Lohnarbeit irgendwie „alternativ“ aus den Angeln zu heben!

Aber: es ist doch genug Geld zum Umverteilen nach unten da, sagen alle BefürworterInnen des BGE. Trotzdem ist die ganze Entwicklung seit Jahrzehnten mit zunehmender Tendenz in die andere Umverteilungsrichtung gegangen.

Wieder diese pfäffische „Kapitalkritik“! Geld steckt nicht im Sparstrumpf, sondern muss sich in der Hand der Reichen, der Banken, Versicherungen und Konzerne vermehren. Erst dann verwertet es sich als Kapital. Dies tut es um so schwerer, je reicher es schon ist (Tendenz zum Fall der Durchschnittsprofitrate). Akkumulation und Verelendung sind kein Widerspruch, sondern bedingen sich gegenseitig. Wer sich um Produktion nicht kümmert, muss natürlich die Verteilung(sgesetze) für das Bestimmende statt das Untergeordnete, Abgeleitete halten. Schon sprießen soziale Flickschuster„konzepte“ von Nehmen und Geben hervor, dass es einem warm ums Herz wird, weil der Kapitalismus als solcher ja friedlich verschont bleibt.

Ja, wenn nur seine Verwertungsgesetze nicht wären! Natürlich konzentriert sich immer mehr Reichtum in immer weniger Händen. Wie auch sonst? Im Gegensatz zu unseren Sozialromantikern, die kopfschüttelnd über die immer weiter klaffende Gerechtigkeitslücke jammern, erkennen MarxistInnen, dass das viele Geld eben nicht als Zahlungs- und Zirkulationsmittel fungiert, sondern als Anlage suchendes Kapital. Deshalb ist es kein Bruch in der ansonsten harmlosen kapitalistischen Logik, sondern seine Essenz, dass Kleinunternehmen zunehmend pleite gehen, dass das Monopolkapital immer dreistere Angriffe auf mühsam erkämpfte proletarische Errungenschaften startet, ja starten muss, um die sinkende Rendite (tendenzieller Fall der Profitrate) aufzufangen, insbesondere für das überschüssige Kapital in Finanzanlagen. Nicht trotzdem, sondern gerade wegen der zunehmende Zwang zur Umverteilung von unten nach oben!

Unsere sozialen „Visionäre“ meinen wirklich, mittels des BGE den Arbeitszwang aus dem Kapitalverhältnis heraus operieren zu können wie eine Geschwulst. Kreativität und Motivation würden gesteigert, das Kapital stünde profitabler als ohne Arbeitszwang da – und es brauche sich bei Rationalisierungen keine Sorgen mehr um entlassene Mitarbeiter zu machen, könne also richtig damit loslegen. Ein Bündnis mit den SachwalterInnen des Kapitals gegen Arbeitszwang ist genauso illusionär wie das für Arbeit. BGE-BefürworterInnen und Gewerkschaftsspitzen sind zwei Seiten der falschen Medaille. Der Abschaffung des Arbeitszwangs stehen nicht in erster Linie die auf Lohnarbeit fixierten Stumpfsinnigen im Weg, die keinen andern Sinn und Inhalt in ihrem Leben finden, wie der „aufgeklärte akademische Sozialtüftler“ meint, sondern das Kapitalverhältnis.

Das BGE-Modell setzt den „Entwurf“ eines sozialen Kapitals an die Stelle des wirklichen. Die Sphäre der Produktion, in der der Mehrwert erst entsteht, tritt ganz hinter die Verteilung zurück. Es reiht sich ein in die Riege von Bischöfen, Gewerkschaftsführern und Linkspartei-VorständlerInnen, die dem Kapital schon lange klarmachen möchten, dass es sich soziale Wohltaten zu seinem eigenen langfristigen Nutzen auch leisten möge – und könne. Es missbraucht die Sehnsucht nach einer Gesellschaft ohne Armut und Arbeitszwang, weil es sie auf dem Boden der Kapitalverwertung befriedigen will.

Kapitalismus? Gewiss, aber ohne seine Folgen!

Allen diesen „linken“ Illusionen liegt der Glaube an soziale Gerechtigkeit, an eine im Grunde vernünftige Produktionsweise zugrunde, deren Ursachen und Triebfedern man nicht in Frage stellen möchte, aber deren Konsequenzen einem doch zuweilen Angst und Schrecken einjagen.

Die Ignoranz des Spartakist zu Sarrazins Hetze gegen die Unterschicht

Was den Artikel im Spartakist zu Sarrazin inhaltlich so schwach macht, um es wohlwollend zu beschreiben, ist dessen komplette Ignoranz gegenüber Sarrazins massiver Hetze gegen die „undeutschen“ Deutschen der Unterschicht. Als wenn der „nur“ gegen Immigranten hetzen würde. Die zynische Verachtung, mit der Sarrazin ausgerechnet die Opfer der kapitalistischen Konkurrenz für ihre elende Lage verantwortlich macht, kommt im Spartakist überhaupt nicht vor.

Sarrazin stellt ja ohne weiteres fest, daß die Erfolge des deutschen Kapitals bei seiner dazu notwendigen Steigerung der Produktivität millionenfach frühere Arbeiter ins Heer der Arbeitslosen ausgestoßen hat, weil die nach dessen Kriterien für weitere Gewinne nicht mehr nötig oder gar unnütz sind. Sarrazin steht zwar nicht allein da, wenn er aus diesem Resultat der Profitmacherei, also etwas, was die zu verantworten haben, die sie überhaupt erst veranstalten und davon profitieren, einen Tatbestand macht, der den Opfern in die Schuhe geschoben wird: Aus der Feststellung des Kapitals, diese Millionen brauche ich nicht mehr, wird bei Sarrazin (et al.) die Behauptung, die sind nicht mehr brauch*bar*. Es wird also zu einer individuellen Eigenschaft der ins Prekariat Hinuntergestoßenen, daß sie ganz unten und nicht in der Mitte der Gesellschaft sind, wie sonst gerne beschönigend gesagt wird.

Und warum sind die Hartz-IVler unbrauchbar? Weil es ihnen an den Tugenden fehlt, die man zum Erfolg braucht. Den islamischen Immigranten spricht er, rassistischer Demokrat der er ist, gleich ganz ab, sich sowas überhaupt zu eigen machen zu können. Die gehören deshalb sowieso eigentlich rausgeschmissen/rausgeekelt. Dazu schlägt er sachgerecht vor, diesen Menschen, solange sie leider noch hier leben, ihr Leben so madig zu machen, wie es gerade noch geht. Seine zynische Kalkulation dabei ist: Wenn die Immigranten erst mal am eigenen Leib spüren, daß das Leben in „leistungslosem Wohlstand“ (man beachte, er redet hier von Hartz-IV-Geldern) genauso lausig ist wie in den Herkunftsländern, dann werden die schon „freiwillig“ wieder zurückgehen.

Bei den deutschen Armen ist er gnädiger, da meint er, mit etwas nachhelfen, könne man die, jedenfalls so viele, daß man diese Unterschicht hinreichend austrocknen kann wieder zu echten Deutschen machen. Denn was kennzeichnet die aus? All die schönen Sekundärtugenden, die schon immer deutsche Herrscher an ihrem Arbeitsvolk geschätzt haben: Fleiß, Strebsamkeit etc. Und was hat dazu geführt, daß diese eigentlich allen deutschen Menschen eigenen Tugenden bei der deutschen Unterschicht so verkümmert ist? Natürlich der Sozialstaat! Nur weil denen die Kohlsche Hängematte ermöglicht wurde, das Leben in „leistungslosem Wohlstand“ mit Hartz IV, hält es diese moralisch leider schwachen Subjekte davon ab, sich auch weiterhin zu allen Bedingungen dem Kapital anzudienen.

Deshalb ist Sarrazin ja auch ein Vertreter massivster „Förderung“ des Leistungswillens schon von klein an. Denn wenn man die Kinder von Arbeitslosen denen überläßt, dann werden aus denen ja wieder unnütze Esser, weil die eben leider grundsätzlich so „sind“. Dem kann man aber abhelfen, wenn man gleich von Anfang an gegensteuert: Zwangskasernierung aller Kinder, und damit eben auch und gerade der Unterschichtskinder in eine Ganztagesschule, wo man ihnen dann schon Mores beibringen wird (TV der Computerspiele können die dann vergessen, es soll wahrscheinlich dann dort eher so zugehen wie in einem amerikanischen Boot Camp). Und wehe, es gibt noch Eltern, die da nicht mitziehen. Denen muß rigoros zur Strafe auch noch das Harz IV-Almosen weggekürzt werden, auch unter das „Existenzminimum“. Nur als Erziehungsdiktatur kann Deutschland „deutsch“ bleiben, sonst nimmt die berüchtigte „spätrömische Dekadenz“ überhand und Deutschland geht, zudem zunehmend „überfremdet“ dem nationonalen Untergang entgegen! Und für die Erwachsenen ergänzt man das dann durch einen Arbeitsdienst, denn das diese Unterschicht für die richtige Recihtumsproduktion vom Kapital überflüssig gemacht und als überflüssig erachtet wurde, das ist ja gerade der Ausgangspunkt der „Reformvorschläge“ von Sarrazin.

Es sollte auffallen, daß ein Demokrat wie Sarrazin mit seiner Sicht aus deutsche Volk und seinen Vorschlägen, wie dem „Untergang Deutschlands“ Einhalt geboten werden könnte, so fürchterlich weit von dem, was Faschisten im Sinne haben, nicht weg ist. Schon Heinrich Himmler soll ja gesagt haben

“ Es gibt einen Weg zur Freiheit. Seine Meilensteine heißen: Gehorsam, Fleiß, Ehrlichkeit, Ordnung, Sauberkeit, Nüchternheit, Wahrhaftigkeit, Opfersinn und Liebe zum Vaterland!“

(wobei recht unmißverständlich war, „frei“ in diesem Sinne ist jemand nur, wenn er ein durch und durch opferbereiter nationalsozialistischer Deutscher ist.) Jedenfalls war an manchem Konzentrationslager die Kurzform dieser Einschätzung zu finden: „Arbeit macht frei“. Diese geistige Nähe ist ja selbst selber eingefleischten anderen deutschen Nationalisten geläufig, am berühmtesten wurde da sicherlich Oskar Lafontaine:

„Helmut Schmidt spricht weiter von Pflichtgefühl, Berechenbarkeit, Machbarkeit, Standhaftigkeit. […] Das sind Sekundärtugenden. Ganz präzis gesagt: Damit kann man auch ein KZ betreiben.“

– 15. Juli 1982 im STERN zur Diskussion um den NATO-Doppelbeschluss (hier: gekürztes BILD-Zitat) (zitiert nach wikipedia)

Spartakist zu Sarrazin

Eigentlich stimmt mein Titel schon mal gar nicht: Der Leitartikel zu Sarrazin in der neuesten, erst recht spät herausgekommenen Herbstausgabe des „Spartakist“ (diesmal erst Oktober 2010, in den Vorjahren schon im September) wahrscheinlich gerade wegen den Schwierigkeiten, die die Trotzkisten der SpAD mit dem Thema hatten, hält sich erst gar nicht damit auf, was Thilo Sarrazin überhaupt so sagt, sondern kommt gleich auf den Punkt: „Nieder mit „Sparpaket“ und antimuslimischer Hetze!“. So lautet jedenfalls die Überschrift des Artikels.

Als wenn sie die Stalinisten von früher in ihrer Diffamierung der Trotzkisten noch übertreffen wollten, schreiben die Spartakisten einen Artikel, der als DIN A4-Ausdruck bei mir immerhin satte fünf Seiten lang ist, ohne auch nur ein einziges Zitat aus seinem Buch als seinem „Hauptwerk“ zu bringen. Als einziges Zitat von Sarrazin kommt überhaupt nur seine Hetze gegen muslimische Einwanderer vor, die „ständig neue, kleine Kopftuchmädchen produzier[en]“ (Lettre International, September 2009). Ansonsten reicht es den Spartakisten, von “ demagogischer Hetze“ zu reden, von einem „üblen Machwerk“, in dem Muslime zu „Sündenböcken“ abgestempelt werden, sein Zeugs ist „Müll“ oder „Dreck“. In den Mund nehmen darf man als Spartakist offensichtlich nur die linken demokratischen Konkurrenten von Sarrazin, so erinnert der Spartakist immerhin „an Lafontaines berüchtigte Chemnitz-Rede im Sommer 2005, wo er chauvinistisch über Arbeiter aus Polen und anderen osteuropäischen Ländern herzog, dass „Familienväter und Frauen arbeitslos werden, weil Fremdarbeiter ihnen zu Billiglöhnen die Arbeitsplätze wegnehmen““. Und richtig ausführlich kommen nur linke Kontrahenten im engeren Umkreis weg, so die Ex-Linkruckler von Marx21.

Erst nach Zweidritteln des Artikels kommt eine recht richtige und wichtige Passage zur aktuellen Sozialpolitik Deutschlands:

„Hartz IV bringt nicht nur die mörderische Verachtung der Bourgeoisie und ihrer politischen Handlanger denjenigen gegenüber zum Ausdruck, die ihr keine Profite bringen und die sie daher als „überflüssig“ ansieht, als „Kostenverursacher“, die die Profite schmälern. Vielmehr soll die Lage der Hartz-IV-Verelendeten noch unerträglicher gemacht werden. Einerseits als Abschreckung für diejenigen, die noch Arbeit haben, damit sie den Bossen dankbar sind und Lohnkürzungen und die Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen hinnehmen; und um andererseits die Hartz-IV-Empfänger selber dazu zu treiben, auch die miesesten Jobs anzunehmen. Als eine Form faktischer Zwangsarbeit droht die Zusammenstreichung selbst der Hungerbezüge, wenn ein Hartz-IV-Empfänger einen Job ablehnt, den das Jobcenter für „zumutbar“ hält. Jedes Jahr werden über 700 000 Menschen durch Ein-Euro-Jobs geschleust und so reguläre Arbeitsplätze zerstört und die Löhne nach unten getrieben.“

Letztlich drückt dies eine Desinteressiertheit an dem Programm von Sarrazin und Co. aus, die geradezu selbstmörderisch ist in ihren Konsequenzen. Denn daß Sarrazin sehr wohl anschlußfähig ist bei ganz normalen Demokraten dieser Republik, das sehen ja selbst sie:

„Laut einer Umfrage des Berliner info-Instituts unter 1024 Wahlberechtigten Anfang September gaben 36 Prozent der befragten SPD- und 43 Prozent der befragten Linksparteiwähler Sarrazin mehr oder weniger recht (47 Prozent der SPD- und 34 Prozent der Linksparteiwähler lehnten ihn ab).“

Erklären, geschweige denn widerlegen können sie da praktisch nichts, wie man aus ihrer hilflosen Pseudoerklärung ablesen kann:

„Diese Unterstützung entspringt der Logik des sozialdemokratischen Reformismus, der den Arzt am Krankenbett des Kapitalismus spielt. Das bedeutet, Schiedsrichter im Kampf der verschiedenen Gruppen von Bedürftigen um die immer armseliger werdenden Krumen vom Tisch der kapitalistischen Herrscher zu sein, bei dem einer gegen den anderen ausgespielt wird: „Ossis“ gegen „Wessis“, türkische Einwanderer gegen Ostdeutsche und gegen Aussiedler aus der Ex-Sowjetunion, Männer gegen Frauen usw. Damit werden zwangsläufig Nationalismus und Rassismus geschürt.

Solche Fragen wie die folgenden fallen jedenfalls den Spartakisten weder ein, noch wollen sie sie beantworten, wenn sie es denn überhaupt könnten:

• Türkische und deutsche Hartz IV-Empfänger sind dasselbe, Opfer einer betrieblichen Kündigung und Objekt sozialstaatlicher Elendsverwaltung. Aber nur erstere gelten als nicht integriert. Warum?

• Auch muslimische Bürger müssen Einkauf, Miete und Steuer in Euro begleichen, bei Rot an der Ampel halten und deutsche Gesetze beachten. Nicht integriert sein, geht das überhaupt?

• Bankiers und betuchte Bürger sammeln sich in Villen-Vierteln, Studenten in Studenten-Vierteln und Yuppies in Szene-Vierteln. Aber nur die Türken im Türken-Viertel heißen „Parallelgesellschaft“. Warum?

• Warum stirbt auch im demokratischen Rechtsstaat der Rassismus nicht aus? Was hat überhaupt die Biologie, eine Naturwissenschaft, damit zu tun?

Aus der Serie „Traurig aber wahr“: Sabine Nuss zum Eigentum

Auf dem Blog von Straßen aus Zucker wird auf ein kleines YouTube-Videoschnipsel von leftvision hingewiesen:

Sabine Nuss zum Begriff des Eigentums [Diskurskombinat]

Natürlich kommt zum Schluß (also schon nach 4:17 Minuten, es ist wie gesagt nur ein Schnipsel) die obligatorische Frage nach der „Alternative zum Eigentum“. Sabine Nuß antwortet darauf:

„Ha, das ist eine große Frage. … Alles für alle oder Commons, Gemeineigentum, das klingt immer ganz schön. Aber ich fände es nach wie vor besser zu überlegen, …vor ein paar monaten ein paar Jahren hat da in der Region eine Fabrik zugemacht, die ist jetzt dicht, die Leute sind entlassen, da stehen aber immer noch die Maschinen, man könnte morgen aufmachen und was produzieren, laßt uns doch dahin gehen und die Fabrik aneignen und gucken, das wir da was herstellen zu den Bedingungen, wie wir uns das wünschen.

Das hat mich mich an einen Tiefpunkt meiner früheren trotzkistischen Propagandabemühungen erinnert, was ich schon mal irgendwo beschrieben habe:

Die Frage, was man in einer solchen typisch üblen Situation überhaupt anbieten kann, ist ja eine ganz alte und wichtige. Die klassische reformistische Antwort ist immer die Verstaatlichung gewesen. Auf deren Kritik will ich hier nicht eingehen. Aber was dann? Wenn man nicht sagen will, da geht eben nichts unterhalb eines Arbeiterstaates, der die Internationale des Kapitals wenigstens für einige Zeit vom Hals halten könnte, kommt man manchmal richtig auf Blödsinn: Die amerikanische Sektion der internationalen Spartacist Tendency hat während der Chryslerkrise vor 25 Jahren wie folgt argumentiert:

„Wenn Chrysler bankrott geht, dann sollten die Arbeiter die Fabriken besetzen und verteidigen. Nicht Piraterei sondern Meuterei.“

„Eine Arbeiterauktion?

Wenn Chrysler pleite ist, entweder weil sie schlecht investiert haben oder weil sie von ausländischer Konkurrenz geschlagen wurden, dann soll der Laden eben untergehen statt diesen riesigen Verlustmacher weiter zu subventionieren. Warum sollten die Steuerzahler die Zeche bezahlen? All das Gerede der Sozialdemokraten reden von einer Verstaatlichung von Firmen, die Verluste einfahren ist nur die Verschleierung der Forderung nach staatlichen Subventionen.

Der einzige Weg, bei dem Arbeiter auch nur eine Hoffnung auf eine Lösung der Situation einer untergegangenen Firma haben, ist die Betriebsbesetzung. Nicht Piraterei sondern Meuterei. Entweder Chrysler ist pleite oder es ist es nicht. Wenn Chrysler pleite ist sollten die Arbeiter demokratisch einen ausschuss wählen, der Chrysler liquidiert. Aber keinen Cent an die Wall Street Aktionäre von Chrysler! Sollen doch die Aktien, anleihen und Bankschulden den Bach runter gehen! Alles Geld, was bei den Versteigerungen der Vermögensgegenstände reibkommt, sollte an die Chryslerarbeiter gehen, einschliesslich der Immigranten. Wenn man den gegenwärtigen Marktwert nimmt, dann sind das rund $ 55.000 pro Beschäftigtem.

Nemmt es, es gehört euch!

Die reformistische Praxis der Nationalisierungen und zwar nur der am uneffektivsten kapitalistischen Unternehmen ist in gewisser Weise das exakte Gegenteil einer sozialistischen Enteignung. Sozialistische Wirtschaftsplanung basiert gerade auf der Enteignung der fortschrittlichsten Produktionsmittel.

Arbeitslosigkeit, infaltion und die Verwüstungen der Krise werden die Arbeiter plagen solange der Kapitalismus bestehen bleibt. Unsere Antwort heisst deshalb: eine Arbeiterregierung, die die grossen Ölkonzerne, General Motors, Ford und die den Rest der produktiven Resourcen an sich reisst und sie im Interesse der Arbeitenden organisiert, damit endlich alle einen Arbeitsplatz und einen anständigen Lebensstandard kriegen können“.

Das klingt doch ziemlich wüst, jedenfalls völlig irre in seiner pseudokonkreten Schimäre eines Arbeiterparadieses auf dem Betriebsgelände eines Schrottladens. Wurde übrigens auch nichts draus, weder aus der Chryslerbesetzung und Verscherbelei noch aus der iST. Daß eine Redakteurin der „Prokla“ (deren Chefredakteur Michael Heinrich ist), die schon lange nicht mehr „Probleme des Klassenkampfes“ mehr heißen mag (so habe ich sie vor vielen Jahren gekannt) so punktgenau auf die gleichen „Lösungen“ kommen wie Trotzkisten, die sich viel auf ihre revolutionäre Stringenz einbilden, das hat mich dann doch verwundert.

Hier ein Beitrag mit längeren Zitaten aus den damaligen Artikeln im Workers Vanguard

IKL zu China: Immer noch deformierter Arbeiterstaat (WV 964)

Die trotzkistische IKL (ihre deutsche Sektion ist die SpAD) hat jetzt den ersten Teil eines größeren China-Artikels veröffentlicht. In Workers Vanguard No. 964 vom 10. September 2010 ist er unter dem Titel „China: Labor Struggles in the “Socialist Market Economy” — Defend the Chinese Deformed Workers State Against Imperialism, Capitalist Counterrevolution! For Proletarian Political Revolution! — Part One“ erschienen.

Ihr einziger im Interner aktiver Unterstützer, John Holmes, stellte den Artikel in der Trotzki-Usenet-Gruppe so vor:

„Naturally I am pleased that it emphasizes the point I have repeatedly made here on APST, that the rise in the productive forces in China is strong empirical evidence that firstly, China isn‘t capitalist, and secondly and even more importantly, that breaking from capitalism is the only way forward for the world economy and the human race.

The widespread illusion that China is a capitalist country, so prevalent on the Left, is now being dissipated in bourgeois public opinion, freaked out by Chinese economic successes and American failures. See for example a thoroughly bourgeois article in the current New York Review of Books, which is more or less the spokesman
for the more intelligent and cultured sector of the American bourgeoisie.

Presumably this illusion will now begin to dissipate on the Left as well, given the dependence of so much of the left on bourgeois opinion. „

Zumindest seine letzten Hoffnungen werden sich wohl nicht erfüllen.

Schwierig, schwierig, Teil II

On Quacks and Their Defenders

Einleitung des Artikels in Workers Vanguard (Zeitung der trotzkistischen Spartacist League/U.S.) No. 962 vom 30. Juli 2010:

Rarely has a subject elicited such a vehement reaction from our readership as our articles “Medical Science vs. Homeopathy” (WV No. 947, 20 November 2009), “Capitalist Reaction and Anti-Vaccine Hysteria” (WV No. 948, 4 December 2009) and “Defend Simon Singh! Defend Scientific Medicine!” (WV No. 949, 1 January). WV was deluged by so many letters that we could not possibly publish all of them. With the exception of one letter (printed at right), all took issue with our blanket denunciation of medical quackery—homeopathy, acupuncture, chiropractic, “New Age” spiritualism, herbal remedies, naturopathy—and our intransigent defense of science-based medicine and its accomplishments, such as vaccinations.

As we noted in WV No. 947 in regard to snake-oil “medicine”: “While some of these treatments may be relatively harmless and may sometimes have a placebo effect, more often they are dangerous both in themselves and because they divert patients from needed medical treatment.” Of the letters that defended quackery outright, one grotesquely claimed that AIDS is spreading because of a lack of selenium in the soils of southern Africa and defended homeopathy as “hard science” and chiropractic as “a great American invention.”

A few writers tried to put defense of their chosen snake oil in a more rationalist light. A letter by B.B. in Atlanta correctly noted that “all attempts should be made to protect the scientific community from anti-science hysteria” but also condemned attempts to vaccinate the population against the H1N1 virus, which he called a “hoax.” T.S. wrote that we should support the “methods of science” while also favorably quoting New Age health guru Gary Null, an HIV-denialist who promotes chiropractic and homeopathy and pushes “nutritional” methods to treat AIDS in place of antiretroviral drugs. When South Africa’s former president Thabo Mbeki carried out a similar policy, it resulted in the needless deaths of an estimated 300,000 people.

As a Marxist organization, we do not purport to have particular expertise in medical science. But the issue at hand goes to the defense of science itself, and of Marxism’s dialectical materialist worldview, against religious obscurantism, mysticism and all anti-scientific outlooks.

While scientists must test their theories to ensure that they are rooted in material reality, quacks by definition resist rigorous testing because their practices are based at bottom on religious or other mystical dogmas (subluxation for chiropractors, qi for acupuncturists, etc.). This is not to say that medical science still does not have a great deal to learn and a long way to go in the treatment of diseases. The marriage of the art of medicine and science is historically recent and incomplete. We fight to expand scientific understanding against the quacks who exploit gaps in that understanding to peddle their wares. Science-based medicine cannot perform miracles. But it must be defended against the alternatives.

Spartacist (1964-1980) Journal of the Trotskyist international Spartacist tendency now online

The IBT – International Bolshewik Tendency has put up online OCR-Versions of „Spartacist“, journal of the international Spartacist tendency (now the International Communist League ( Fourth Internationalist)), the trotskyist organisation the IBT founders had been members of for years themselves. Available are the issues 1 to 30 spanning the years 1964 till 1980.

Thanks for the information to Entdinglichung, who pointed to this first.

Arbeiterrevolution (für Tante-Emma-Läden)!!

Da muß man erst mal drauf kommen:

Statt die Schulden der Banken zu übernehmen, ist es notwendig, die Banken zu verstaatlichen und eine Staatsbank mit einem staatlichen Kreditsystem zu schaffen, das günstige Kredite an kleine Händler und Handwerker vergibt.

So jedenfalls sieht das der „Spartakist“ in seinem Artikel zur Griechenland/Euro-Krise in Nummer 183.

Haiti-Erdbeben erschüttert nun auch die IKL

In ungewöhnlich scharf formulierten Erklärungen in den Hauptsprachen der trotzkistischen Internationalen Kommunistischen Liga (Vierte Internationalisten) hat die IKL eine „Zurückweisung unserer Position zum Erdbeben in Haiti - Eine Kapitulation vor dem US-Imperialismus“ veröffentlicht, z.B. auf deutsch.

Dem sind einige Monate hitziger Auseinandersetzungen vor allem mit den beiden historischen Abspaltungen von der IKL, der Internationalist Group League for the Fourth International des ehemaligen Chefredakteurs von „Workers Vanguard“, der Zeitung der US-amerikanischen Hauptsektion der IKL, und von der International Bolchevik Tendency unter Bill Logan, den die IKL vor Jahrzehnten rausgeschmissen hatte, vorausgegangen. Der letzte IG-Artikel vom 9.4.2010 hatte den Titel „Trying to Justify Support for U.S. Invasion -SL Twists and Turns on Haiti“, die IBT hatte zuletzt am 22.03.2010 einen Artikel „ICL Backpeddles on Support for U.S. Troops in Haiti“ zu diesem Thema.

Toussaint and the Haitian Revolution

Angeregt durch Nestors kurzem Abriß über die Geschichte Haitis „Eine Geschichte von Sklaverei und Schuldknechtschaft“ und den ausführlichen dortigen Verweis von Kohleofen auf die revolutionäre Geschichte dieses Landes (mit einem schönen knappen Che-Geschichtlein inbegriffen) habe ich mich an ein mehr als 20 Jahre altes Spartacist Pamphlet erinnert, die Ausgabe No. 6 der Reihe „Black History and the Class Struggle“, in der die Titelgeschichte war „Toussaint L‘Ouverture and the Haitian Revolution“. Ich habe sie jetzt schnell eingescannt und als PDF im Download-Bereich zur Verfügung gestellt.