Der Grabbeltisch der Erkenntnis – Untersuchung zur Methode des Gegenstandpunkt

Bierwirth fängt in seiner Broschüre bezeichnenderweise nicht mit irgendeinem zentralen Fehler an, den er meint, beim GSP ausgemacht zu haben, sondern ausgerechnet mit der Kategorie „Attraktivität“:

„Über die Attraktivität einer sich als radikal verstehenden Kritik des Kapitalismus entscheidet nicht nur die Frage, ob sie ihren Gegenstand trifft und ihrem Anspruch gerecht wird, sondern ob sie in der Lage ist, die sozialpsychologischen Befindlichkeiten gesellschaftskritischer Aktivistinnen abzupassen – sie „da abzuholen, wo sie stehen“, wie es immer heißt.“

Was für Linke, deren wie auch immer gearteter „Erfolg“ das ist, was sie antreibt und leider eben auch befriedigt, halt eine enorm wichtige Sache ist.

Ein Vorwurf, der heutzutage natürlich unbedingt an den Anfang gehört:

„Allem Anspruch auf Befreiung zum Trotz reproduzieren die Gruppen im Umfeld des Gegenstandpunkts autoritäre Strukturen in erheblichem Maß. Statt im Austausch von Argumenten zu bestehen, haben ihre Veranstaltungen oft den Charakter einer Publikumsbeschimpfung.“

Ganz schön schwerwiegend, da sollte man erwarten, dass das seitenweise belegt wird, bzw. so dargestellt wird, dass man überhaupt nachvollziehen kann, was am GSP so beurteilt wird. Da kommt aber gar nichts, das reicht Bierwirth schon, dass er das mal gesagt hat.

Der nächste Vorwurf ist etwas, worüber man lange streiten könnte:

„Statt mit ArbeiterInnen gegen das Kapital zu agieren, werden im Wesentlichen Intellektuelle (oder solche, die es gerne sein möchten) agitiert.“

Das wird beim GSP schon ungefähr so sein, wie bei vielen linksradikalen Gruppen, die Mitglieder sind zumeist mänliche „deutsche“ Intellektuelle, wenige Arbeiter, wenige Frauen, kaum Migrationshintergrund. Um aus dieser offensichtlichen statistischen Tatsache ein Argument zu machen, müsste man nachweisen, dass es so kommen „musste“. Das fehlt aber wieder.

Interessant wäre es gewesen, wenn Bierwirth was dazu geschrieben hätte, was das denn ist oder wäre, wenn man „mit ArbeiterInnen gegen das Kapital“ agitiert, da kommt ja nur, dass es dem GSP mangele an „realen Bezug auf die tatsächlich geführten sozialen Kämpfe.“ Ich befürchte, dass der „reale Bezug“ eine hochtrabende Bezeichnung für ganz handfeste Anpassung an das aktuelle Massenbewußtsein der Arbeiter ist. Denn wirklich gegen das Kapital agitieren kann man mit den Arbeitern, so wie sie in überwältigender Mehrheit politisch drauf sind, ja nicht. Sonst bräuchte man ja nur Bezirksleiter der IG Metall oder von ver.di werden zu wollen. Also geht es wohl darum, die Arbeiter „da abzuholen, wo sie stehen“? Das machen ja viele linke Organisationen, ohne dass sie oder die Arbeiter viel davon gehabt hätten. Der GSP macht jedenfalls wie alle anderen linksradikalen Gruppen seine Sachen halt mit den Menschen, die er für seine Agitation gewinnen konnte.

Der zentraler Vorwurf Bierwirths lautet:

„Das Auftreten, die Inhalte und der theoretisch-philosophische Standpunkt des GSP sind in sich weitestgehend kohärent. Sie nehmen ihren Ausgangspunkt in der utilitaristischen Vorstellung, jedes gesellschaftliche Verhältnis, jede soziale Beziehung und jede menschliche Regung gehe in Interessen und Zwecken auf; daher brauche das zur Revolution bemächtigte Proletariat zur Ausführung seiner Mission lediglich noch das gesicherte Wissen über seine Interessen und die Zwecke, denen die herrschende Ordnung dient. Ausgehend davon versucht der GSP zu zeigen, dass jede Gesellschaftskritik, die diese Prämissen nicht teilt, in die Irre führen muss.“

Wie der Autor dann zu folgendem kommt, ist mir schleierhaft:

„Wo aber der Klassenkampf sich längst als immanenter Interessenkonflikt entpuppt hat, daraus aber keine theoretischen Konsequenzen gezogen werden, bleibt nur noch ein völlig irrealer verbaler Bezug auf ihn übrig.“

Wen meint er denn damit? Den GSP trifft das ja nun überhaupt nicht, bekanntlich hat der GSP schon vor vielen Jahren mit seinem Proletariat-Buch geschrieben: „Die grosse Karriere der lohnarbeitenden Klasse kommt an ihr gerechtes Ende.“ Das war als vernichtende Kritik gemeint und nicht als sozialdemokratische Bejubelung.


87 Antworten auf „Der Grabbeltisch der Erkenntnis – Untersuchung zur Methode des Gegenstandpunkt“


  1. 1 Krim 25. März 2016 um 15:04 Uhr

    HIERHER RÜBERGEZOGEN:

    Hat eigentlich schon jemand das Buch, die Schrift von Julian Bierwirth besprochen: Der Grabbeltisch der Erkenntnis – Untersuchung zur Methode des Gegenstandpunkt? Gibt es da eine Kritik? Hört sich im Vorwort nicht richtig an. Positivismus wird dem GS vorgeworfen.

    Also ich halte das zum allergrößten Teil für Quatsch, was der Mensch erzählt:

    „Zum anderen bietet er durch die Teilhabe am Wissen über den Kapitalismus und seine Funktionsweise die Illusion, damit aus dieser Ohnmacht ausbrechen zu können.“

    Da scheint sich einer ja ganz souverän von der Vorstellung einer gesellschaftlichen Umwälzung verabschiedet zu haben.

  2. 2 Gut, dass das endlich mal gesagt wird 25. März 2016 um 16:05 Uhr

    „Legitimation dafür, im kapitalistischen Alltag seine ganz individuellen Konkurrenz- und Karriere-Interessen zu verfolgen, weil es ja im Grunde völlig „unvernünftig“ wäre, auf dieser Ebene Rücksichten zu nehmen.“

  3. 3 Krim 25. März 2016 um 17:04 Uhr

    Du hast das genau richtig erkannt, der zentrale Vorwurf lautet:

    Sie[die Standpunkte de GS] nehmen ihren Ausgangspunkt in der utilitaristischen Vorstellung, jedes gesellschaftliche Verhältnis, jede soziale Beziehung und jede menschliche Regung gehe in Interessen und Zwecken auf; daher brauche das zur Revolution bemächtigte Proletariat zur Ausführung seiner Mission lediglich noch das gesicherte Wissen über seine Interessen und die Zwecke, denen die herrschende Ordnung dient.

    So würde das der GS nicht sagen. Weder stimmt, dass jede Regung in Interessen aufgeht, mündet, noch stimmt, dass das Proletariat bloß Wissen über eigene und feindliche Interessen braucht. Was aber klar wird mit der Aussage ist, dass er Interessen nicht für etwas hält, die zur Erklärung der gesellschaftlichen Zustände taugen.

    Das begründet er so. Interessen seien die Verwandlung von menschlichen Bedürfnissen in die gesellschaftliche Form des Bedürfnisses, das sich Interesse nennt. Also der Mensch hat Hunger. Im Kapitalismus gilt dieses Bedürfnis nichts, denn um es zu befriedigen braucht man Geld, also hat der Bürger das Interesse an einem Einkommen an Geld. Wenn der GS nun sagt, die gesellschaftlichen Verhältnisse schädigen das Interesse, dann wirft Bierwirth dem GS vor eine immanente Kritik zu äußern, weil er den Kapitalismus an der gesellschaftlichen Form des Interesses blamieren will, was dann natürlich nicht auf Überwindung der Gesellschaft zielt. Die Arbeiter wollen zum Beispiel einen hohen Lohn und sie wollen überhaupt einen Lohn, also relativiert sich ihr Arbeiterinteresse an dem Interesse, weiter Lohnarbeiter sein zu wollen. Merkwürdigerweise hört sich das an wie vom GS abgeschrieben. Trotzdem wirft Bierwirth dem GS vor Interesse und Bedürfnis nicht zu unterscheiden. Eigentlich wäre dann zu fragen welchen Inhalt Bedürfnis und Interesse als Synonyme beim GS haben. Denn dass der GS Arbeiter auf die systemimmanente Form des Bedürfnisses festlegen will, ist ja offensichtlicher Humbug. Würde man sich diese Frage stellen, würde man merken, dass Interesse eben oft einfach die Bedeutung von Bedürfnis hat beim GS. Damit würde sich der Vorwurf in Luft auflösen.

    Bierwirth will aber überhaupt dagegen argumentieren, dass Interessen eine Erklärung für gesellschaftliche Gegenstände sein können. Dagegen besteht er drauf, dass, wie Michel Heinrich und das ums Ganze Bündnis meint, der Mensch von einem Systemzwang getrieben ist. Dieser totalitären Verwertungsstruktur, Akkumulationsautomatismus ist jeder ausgeliefert vom Kapitalisten über den Arbeiter bis zum Arbeitslosen. Das ist quasi ein gesellschaftliches Schicksal, dem keiner entrinnt. Es ist ja richtig, dass der Kapitalismus eine Gesellschaftssystem ist, das nicht der planmäßigen Kontrolle der Gesellschaftsmitglieder unterliegt, sondern sich die Zwänge hinter dem Rücken der Subjekte durchsetzen. Das heißt aber gerade nicht, dass sie bloß Opfer sind und den Kapitalismus nicht wollen. Das heißt, dass ihre bewussten Interessen als Unternehmer und Arbeiter Konsequenz haben, die ihnen dann nicht mehr als Konsequenzen ihrer bewussten Entscheidung erscheinen, sondern als äußere Schranken, Zwänge, denen sie unterworfen sind. Daraus schließt Bierwirth nun, dass es mit Interessen, dem was die Leute wollen, nicht weit her sein kann und stattdessen alle Rädchen in der kapitalistischen Verwertungsmaschine sind.

  4. 4 Neoprene 25. März 2016 um 18:19 Uhr

    So, wie Krim das jetzt gemacht hat, ist das leider eine Dublette der Krisis-Vorwürfe gegenüber dem GSP. Wegen solchen leicht hin zu schreibenden Generalvorwürfen schon in den ersten paar Zeilen und Seiten von Bierwirths Broschüre wollte ich eigentlich gar nicht auf das Zeugs eingehen. (Zudem meine Erfahrungen mit Krisis, die ist, das mit denen nun wirklich nicht zu diskutieren ist, vielleicht tut es auch deshalb ja niemand sonst.)
    Ich hielte es für sinnvoller, näher an Texten und konkreten Thesen zu bleiben, sowohl was Krisis angeht als auch was den GSP angeht.

  5. 5 Neoprene 25. März 2016 um 20:24 Uhr

    2. Der Primat des Wissens

    Bierwirth fängt mit Kant an, den er Decker zuschreibt. Dann beschreibt er die MG/GSP-Politik, unter Verweis auf die „Programmatische Erklärung“,

    „bevor überhaupt kommunistische Po¬litik möglich wird, ist eine wissenschaftliche Bestimmung der abzuschaffenden Gesellschaft notwendig. Anders formuliert: der Ausgangspunkt ist die Annahme vom Primat des Wissens.“ „Darüber hinaus wird die Praxis kommunistischer Politik, die auf die zuvor erworbene Erkenntnis des Kapitalverhältnisses folgt, ebenfalls bestimmt: sie muss die Ablösung des Kapitalismus durch eine andere, nichtkapitalistische Ge¬sellschaft zum Ziel haben („Überwindung der kapitalistischen Gesellschaft“).
    So weit, so gut.“

    Um dann empört festzustellen:

    „Aber damit ist eine Ablehnung jeglicher Politik verbunden, die einen Ansatz innerhalb der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft findet.“

    Wenn er dann meint,

    „Dementsprechend soll kommunistische Politik ihren Ausgangspunkt auch nicht an den realen Leidenserfahrungen der Menschen nehmen, sondern an der objektiven Einsicht in die Verhältnisse.“

    Dann befürchte ich, dass er mit den „realen Leidenserfahrungen“ alles andere als objektive Sachverhalte meint, sondern die schon ideologische Sichtweise der Menschen auf ihre Situation. Schon, weil er dran hängt,

    „Jedwede „Parteilichkeit“ etwa mit sozialen Bewegungen oder Betroffenen von Ausgrenzung, Gewalt, Herrschaft, Ausbeutung und dergleichen mehr sei „nur dumm und moralisch, nicht aber revolutionär.““

    Seine Schlussfolgerung:

    „Auf diese Weise nimmt die Programmatische Er¬klärung eine Verknüpfung von „wissenschaftlicher Objektivität“ mit politischer Enthaltsamkeit vor. Die „richtigen Argumente“ sind demzufolge wichtiger als die konkreten Fragen und Widersprüche, an denen sich real-existierende Befreiungskämpfe entfachen.“

    Bezeichnend, dass für Bierwirth alles, was nicht zusammenfällt mit seiner Version von „Parteilichkeit“ denunziert wird als vorsätzliche „politische Enthaltsamkeit“. Und das, wo sich solche Reformisten ja gerade darüber immer wieder ärgern, dass all die politischen Gruppen, denen sie dies vorwerfen, ihnen in ihrer politischen Praxis andauern in die agitatorische Quere kommen, sonst wäre die Enthaltsamkeit der anderen doch ein glattes Plus für sie. Und diese Enthaltsamen stellen dann wohlmöglich wieder mal fest und verkünden, dass die „real existierenden“ Kämpfe gar keine Befeiungskämpfe sind, bloß weil Reformisten sie zu so was Hehrem hochstilisiert haben.

    Erstaunlicherweise klingt es bei Bierwirth wie ein Vorwurf, wenn er in Bezug auf die MG/den GSP schreibt,

    „Stets ist unterstellt, dass sich der Kapitalismus im Wesentlichen über den Interessengegensatz von Kapital und Lohnarbeit bestimmen lässt, wobei die herrschenden Institutionen (insbesondere der Staat) dem Zweck dienen, die Auspressung des Mehrwerts zu organisieren.“

    Zu

    „Vielmehr müssen diejenigen, welche im objektiven Gegensatz zum Kapital stehen, das Wissen um diesen Gegensatz erwerben und aus ihm ihr politisches Vorgehen bestimmen. [.] Es ist das Wissen um den Kapitalismus, in dem die Aufgabe der Intelligenz bei der Beförderung des proletarischen Klassenkampfs enthalten ist.“ (Rote Zellen, S. 8 )

    schreibt er:

    „Hier wiederholt sich die bereits vorweggeschickte Absage an politische Bünd¬nisse: nicht eine „Gemeinschaft der Interessen“ sei die Aufgabe der Intelligenz (an die sich ganz offensichtlich auch der Text richtet), „sondern die Analyse der Bewegungsgesetze der Produktionsweise, die es dem Proletariat zu vermitteln gilt“ (S. 8f.).“

    Was hingegen eine wirklich gute Frage ist,

    „Es ist keineswegs zufällig, das der GSP keinen Grund angeben kann, warum die Intellektuellen das überhaupt machen sollten. Daher bleibt im Grunde genommen einzig die moralische Anforderung, doch ein guter Mensch zu sein und sich gegen Ausbeutung zu engagieren – und das ausgerechnet bei einer Gruppe, die so vehement gegen „die Moral“ agitiert.“

    packt B. in eine Fußnote.

    „Die Programmatische Erklärung und mit ihr der heutige GSP denkt Bildung so als einseitige Weitergabe von Wissen, das sich die Massen einleuchten lassen müssen. Er reproduziert dabei das hierarchische Bildungsverständnis der Aufklärung.“

    Mal abgesehen davon, dass ich echt nicht weiß, wie die heutigen GSPler zur PE stehen, schließlich gibt es die mittlerweile nur bei mir und nicht bei denen, bin ich mir nicht sicher, ob B. mit seinem „antiautoritären“ zweiseitigen Wissensaustausch nicht doch wieder die Anpassung der revolutionären Avantgarde an das ja nun alles andere als kommunistische Massenbewußtsein bemänteln soll.

    Er wirft den MGlern/GSplern vor:

    „Als „kommunistischer Intellektueller“ brauche ich mich gar nicht erst bemühen, meine eigene Tätigkeit kritisch zu hinterfragen und mich im Rahmen ihrer Ausübung gegen bestehende Zwänge, Herrschaftsmechanismen und Diskriminierungen aufzulehnen, sondern kann genau so funktionieren, wie es der Systemlogik entspricht.“

    Nach Jahrzehnten der von all den anderen mal links angetretenen Intellektuellen Bemühungen, im „Rahmen ihrer Ausübung“ sich aufzulehnen, die bekanntlich zwar bis in Außenministerium oder ins Ministerpräsidentenamt geführt haben aber nicht zu einer politisch revolutionär gewandelten Arbeiterklasse ist das für mich kein sonderlich gewichtiger Vorwurf mehr.

    „bestimmt die Programmatische Erklärung die Inhalte bürgerlicher Wissenschaft zum zentralen Gegenstand der Auseinandersetzung. Und tatsächlich referieren VertreterInnen des GSP noch heute vornehmlich zu wissenschaftskriti¬schen Fragestellungen: zur Kritik der Soziologie, der Philosophie, der Geschichte oder ähnlichem. Auch andere gesellschaftskritische Positionen wie die Kritische Theorie sind oftmals Gegenstand agitatorischer Kritik.“

    Das stimmte ansatzweise für die Agitation der früheren MG, aber doch nicht mehr für den GegenStandpunkt, was man ja leicht an den letzten Veröffentlichungen von Veranstaltungen und vor allem am Inhalt der herausgegebenen Zeitschrift ablesen kann.

  6. 6 Meine Zusammenfassung 26. März 2016 um 0:34 Uhr

    Meine Zusammenfassung vom „Grabbeltisch der Erkenntnis“
    hochgstellte Zahlen=Seite im PDF; KT=Kritische Theorie;
    (Posting kann gern korrigiert werden):

    GSP =
    - Abwehr einer Kritik gesell. Formbestimmungen¹⁰;
    - Auflösung der Welterfahrung in bloße Zweck-Mittel-Beziehungen²⁷ (+Agenten und Einrichtungen⁴¹), „Interessensoziologie“;
    - Zirkelschluss von vorausgesetzter Wirkmächtigkeit von Zwecken/Interessen als „letzten Grund“ auf Ursache allen sozialen Seins in Zweck/Interesse²⁷; wie bei VWL: rationales, Interessen-verfolgendes Individuum (Homo oeconomicus) als selbstverständlicher statt historisch entstandener³³ Ausgangspunkt
    -“Zwecke sind die Gesetze der gesell. Phänomene“ (Decker)³²
    - GSP=2 Pfeiler: das Interesse der Individuen auf der einen Seite, der objektive Zweck der gesell. Verhältnisse auf der anderen⁴⁰; beides sei für GSP ohne Weiteres objektiv erkennbar, wenn man nur rational und logisch genug denke⁴¹
    - GSP behandle ‚Interesse‘ und jedes menschl. Bedürfnis synonym, dabei nicht identisch⁴¹: Interesse wär zum Privateigentum gehörige, kapitalist. Form des Bedürfnisses⁴²
    - GSP affirmiere Arbeiterinteressen⁴³ ⁴⁴
    - ‚Interesse‘ im Traditionsmarxismus auch zentral, aber noch auf Standpunkt des Arbeiters bezogen; beim GSP auf nackte Interessen zurückgeworfene Einzelne, nur abh. vom eigenen Willen mit Wissen als wichtigste Resource =Durchsetzung Neoliberalismus (GSP=Kinder der Pomo-Zeit)⁷²
    - GSP legitimiere Verfolgung eigener Konkurrenz- und Karriereinteressen: Rücksicht auf dieser Ebene „unvernünftig“⁷⁶

    - GSP naiver Realismus
    - Verallgemeinerungen aus Empirie (Gesetze oä.) nicht mehr nur „Hingucken“, sondern bereits Denken mit Vorannahmen etc (KT);
    - Wert u Kapital schon keine empir. Beschreibungen, sondern logische Deduktionen³⁸
    - GSP-Furcht, die Thematisierung der besonderen Form der Erkenntnis im K hintergehe konkrete Auseinandersetzung mit Gegenstand, da GSP historische Spezifik von Denkformen mit wissenschaftstheoretischen Pluralismus verwechsle³¹;
    - Verhältnis von Subjekt und Objekt als gesell. Formprinzip = für GSP Buch mit 7 Siegeln->erscheine als überflüssige Rechtfertigungsideologie³⁵
    - GSP-Kritik an KT ginge ins Leere: „Vernunft“ oder „Geist“ in der KT stets gesell. vermittelte Denkform, nicht indiv. Denkprozess mit spezif. Erkenntnisziel; ³⁵ Adorno suche in den gesell. Verhältnissen die Voraussetzungen für die Gedankenwelt der Menschen, vermag brgl. Theorien wie die vom Kant’schen Transzendentalsubjekt zu kritisieren, ohne sie zur bloßen Fehlleistung zu erklären³⁷

    - GSP „Moral ist die affirmative Stellung zu den Interessensgegensätzen dieser Gesell.“, Ableitung aus Bsp wie Fleiß, Sparsamkeit, Ehrlichkeit, Moral; relativiere eigene Interessen, indem sie auffordere, Bedürfnisse anderer in Blick zu nehmen; Zurücknahme herrschaftsstabilisierend⁴⁶;
    = übersehe andere Formen von Moral, hist-spezifisch (brgl. „Sittlichkeit“)⁴⁷

    - „brgl. Staat unterwerfe Agenten kapitalist. Produktionsweise“ als gingen sie ihm schon voraus⁵⁷, paar Zeilen später, wär er beim GSP dann Resultat des kollektiven Willens der Menschen, der zuvor noch unterworfen hätte⁵⁸

    - besserwisserischer Belehrungs-statt-Diskussions-Gestus von GSP-Adepten: Herablassung und Verachtung = Auskosten der Allmachtsphantasie (Eingeweihte ins wahre Wissen), Verdrängung der Ohnmachtserfahrung⁷⁶
    - GSP als Gegenpol zum großen Boom der Esoterik- und Wohlfühlindustrie seit den 1970er und 1980er Jahren; böte festen Halt in einer (Pomo-)Welt, in der zunehmend jede feste Basis verloren zu gehen scheint⁷⁷

  7. 7 Krim 26. März 2016 um 11:44 Uhr

    Ja, ja so hab ich das auch gelesen. Ein Sammelsurium von halbgaren Vorwürfen, die entweder falsch sind, meistens spärlich ausgeführt. Manchmal ist auch was dran. Einen roten Faden kann ich bis jetzt nicht erkennen. Klingt für mich wie ne Abrechnung bei der es mehr drauf ankommt Vorwürfe anzuhäufen, als eine Sache klar zu machen.

  8. 8 Mattis 26. März 2016 um 15:13 Uhr

    Der angebliche Fehler, dass eine antikapitalistische Gruppe nicht an den Leidenserfahrungen ansetze: Offenbar bevorzugt der Autor das Mitleiden statt der Aufklärung über die Gründe des Leidens. Aufklärung wird miesgemacht. Hört sich wie eine esoterische Kritik an: verkopft sagt man dort. Der Autor möchte wohl den Leidensweg der Massen mitgehen (grad ist Ostern, passt), statt ihn zu beenden. Wohin der Leidensweg führt, wenn er nicht durch Aufklärung gekennzeichnet ist, zeigt die Bewegung nach rechts. Da werden die Leute abgeholt, wo sie stehen, und in die Richtung weitergeführt, wohin sie ohnehin schon gucken. Das kann nur zu einem ganz tolles Ergebnis führen.

    Alles in allem ein schlichter anti-aufklärerischer Standpunkt, der die Interessen der Menschen belassen möchte, wie sie sind. Von so einer Warte aus wird Kritik an den Interessen, in welche sich die Bedürfnisse längst verformt haben, natürlich als Publikumsbeschimpfung empfunden.

  9. 9 Speedy 26. März 2016 um 22:24 Uhr

    Der Text leistet in keinster Weise sowas wie eine Erklärung von vermeintlichen oder auch wirklichen Fehlern, Blödheiten oder rüpelhaftem Auftreten des GSP und ihren Leuten. Er gibt sich uninteressiert. Der rote Faden scheint mir der empörte Blick zu sein: WAS DIE MACHEN, DAS DARF JA NICHT WAHR SEIN! Und dann wird alles Mögliche runtergespult, eigentlich reicht da nur der Fingerzeig – siehste, siehste – und vielleicht ein Stichwort, ein Hauch Erklärung, weil man ja irgendwie akademisch sein will.

  10. 10 Mattis 26. März 2016 um 22:43 Uhr

    Der Text auf Seite 3:
    „Im Kern reduziert sich die GSP-Position auf die mechanistische Vorstellung, jedes gesellschaftliche Verhältnis, jede soziale Beziehung und jede menschliche Regung gehe in Interessen und Zwecken auf und Kapitalismuskritik bestehe darin, nachzuweisen, dass bestimmte Interessen – im wesentlichen die des „Proletariats“ – systematisch geschädigt würden.“

    Ich hatte bisher durchaus diese „mechanistische“ Vorstellung, dass der Nachweis der systematischen Schädigung von Arbeiterinteressen im Kapitalismus Hauptinhalt antikapitalistischer Aufklärung sei. Allerdings nicht als methodische Vorschrift – wie hier unterstellt wird – sondern als Resultat und Konsequenz aus der unbefangenen Begutachtung von Lohnarbeit und Kapital.

    Aber was soll man schon von einer Position halten, die von Akademikern einen Berechtigungsausweis verlangt, warum diese sich der Marxschen Kritik anschließen, obwohl sie doch selber gar nicht am Fließband stehen. Wo doch umgekehrt das Arbeiterinteresse per se den Keim und die Wachstumsrichtung gen Sozialismus enthält, wenn man es nur fleißig begießt.

    Tja, Karl Marx und Friedrich Engels, wie konntet ihr nur. Hättet ihr die korrekte methodische Reflexion angewendet, wäre euch klar geworden, dass ihr eigentlich gar keine Motivation für Kapitalismus-Kritik gehabt haben dürftet.

    Gut, dass obige Broschüre hingegen direkt am Werkstor von waschechten berechtigten Proleten an waschechte berechtigte Proleten verteilt wird.

  11. 11 Krim 27. März 2016 um 0:27 Uhr

    Ja Speedy. Das liest sich wie eine Abrechnung mit all dem, was den Autor schon immer am GSP gestört hat. z.B. wird der uralte Sexismus, Rassismusvorwurf wieder rausgekramt und sich einmalmal mehr auf die „Miezen“ und „Neger“ bezogen, die irgendwo mal gestanden haben. Mpunkt kommt auch vor. Eigentlich unfair, da es seinen Blog gar nicht mehr gibt, er sich also nicht wehren kann.

    Bierwirth lanciert Vorwürfe/Kritik und dann fragt man sich, was ist daran jetzt eigentlich verkehrt. Ich suche nach dem Gegenargument, finde es aber nicht.

  12. 12 Mattis 27. März 2016 um 11:27 Uhr

    Einer der heftig vorgetragenen Vorwürfe lautet ja auf fehlende Diskussionsbereitschaft. Ob andererseits einer wie Bierwirth sich hier im Blog einfinden würde, um sich der Kritik zu stellen?

  13. 13 Short Robby 27. März 2016 um 11:41 Uhr

    @ Mattis

    Kannst ihn ja mal fragen: Emanzipation oder Barbarei

  14. 14 Neoprene 27. März 2016 um 12:25 Uhr

    Wenn er denn dort antworten sollte. Was ich eher nicht erwarte. Auf Kommentare seiner vielen Artikel bei streifzuege.org hat er jedenfalls schon mal so gut wie nie geantwortet. Wie ja überhaupt bei streifzuege.org nur wenige Leser was kommentieren und Diskussionen praktisch nicht stattfinden.

    „Julian Bierwirth, seit 1975 auf der Welt, seit 2000 in Göttingen. Hauptberuflicher Möchtegern-Weltverbesserer mit Ambitionen, sein im nebenberuflichen Studium der Sozialwissenschaften akkumuliertes Wissen zum Fortgang der emanzipatorischen Transformation zu nutzen. Nach einer theoretischen und praktischen Odyssee schließlich bei der Gruppe 180° – Für einen neuen Realismus“ gelandet. Schreibt neben anderen auch auf emanzipationoderbarbarei.blogsport.de.“

  15. 15 Mattis 27. März 2016 um 14:41 Uhr

    @Short Robby

    Also auf emanzipationoderbarbarei kam ich mit Suchbegriff Bierwirth auf einen jüngsten Eintrag aus 2011, nichts Neueres. Auf Facebook bin ich nicht, vielleicht tut sich da ja mehr dazu.

    Auf contradictio fand ich die Ankündigung einer Veranstaltung 2014 von Bierwirth über den GegegnStandpunkt.
    Bierwirth erläutert laut einem Kommentar dort diese Veranstaltung u.a. wie folgt:

    „es geht bei dem Workshop darum, diesen Mechanismus zu erklären: das es eben kein Zufall ist, das in Debatten mit Leuten, die den GSP ganz dolle dufte finden, ständig bürgerliche Konkurrenz-Subjektivität ausgelebt wird. Dass das so ist, verweist implizit auf die Fehlerhaftigkeit des vorgetragenen Inhaltes.“
    http://www.contradictio.de/blog/archives/6695

    Diese Behauptung muss man offenbar nicht begründen, denn weiter heißt es:

    „das war jetzt kein Argument, sondern eine Herleitung der Fragestellung“

    Das scheint so die Hauptmasche zu sein: nicht gegen eine Position zu argumentieren, sondern auf einem Umweg (meistens über irgendwas mit „Subjektivität“) den angegriffenen Standpunkt „implizit“ zu erledigen, und die eigenen Argumente im Ernstfall damit abzuschotten, es seien eigentlich keine oder das sei nicht die passende Ebene der Auseinandersetzung.
    Das erinnert mich an „Kritik“ der Art, am Rechtsradikalismus zu bemängeln, dass die Typen dort oft besoffen seien, oder Religionskritik durch einen Verweis auf heimliche Liebschaften von Priestern zu ersetzen.

    Theoretisch armselig, praktisch gemein.
    Wer eine Methode hat, braucht eben keine Argumente.

  16. 16 Krim 27. März 2016 um 15:42 Uhr

    Wie ich vermutet habe, läuft das was Bierwirth schreibt einfach auf üble Hetze hinaus. Ein bisschen erinnert mich der Vorwurf von Bierwirth an das manchmal lancierte GSP-Urteil im Internet seien bloß bürgerliche Selbstdarsteller unterwegs. z.B. auch hier. Man fragt sich dann, woraus das eigentlich geschlossen wird? An fehlenden Argumenten kann es nicht liegen, sonst würde man darauf ja eingehen. Offenbar meint Bierwirth ein Recht darauf zu haben, dass das Gegenüber seinen Unsinn gleichmütig und ohne Gegenargument hinnimmt. Kaum kommt Ärger auf über ein geäußertes Argument, wechselt Bierwirt den Gegenstand. Dann tut er so als ginge es statt um die Sache darum Recht zu haben (bürgerlicher Konkurrenzsubjektivismus auf linksspeak). Er merkt dass er angegriffen wird, und ein Angriff kann ja nur einen falschen bürgerliche Beweggrund haben. Logisch ist das nicht. Er identifiziert Wissenschaftlichkeit mit innerer Gleichgültigkeit gegenüber dem Gegenstand, als ob ein Argument falsch würde, wenn es leidenschaftlich vorgetragen wird.

    „Das Ziel ist es, zu erklären, wie der Gegenstandpunkt funktioniert. Es geht dezidiert nicht darum, mit dessen Vertreter*innen einen Debatte darüber zu führen, wer denn nun das bessere Argument habe. Denn das, so wird sich zeigen, ist bereits Teil des Problems.“

    Das ist schon merkwürdig, denn wenn es um eine Sache geht, m u s s es ja darum gehen, wer das bessere bzw. das richtige Argument hat. Wie soll man diesem Streit auskommen? Mit anderen Worten, Bierwirth denunziert den Streit um die Sache als Rechthaberei, als bürgerliche Konkurrenzsubjektivität. Da frag ich mich, wie er einen sachlichen Streit entscheiden will, denn mit sachlichen Argumenten, will er es ja gar nicht versuchen. Ich vermute mal, dass er einfach davon ausgeht, dass er selbst die Weisheit mit Löffeln gefressen hat. Ja, ja die anderen reproduzieren hierarchische Strukturen (böse), wahrscheinlich weil sie seinen Führungsanspruch in Frage stellen.

  17. 17 Short Robby 29. März 2016 um 11:32 Uhr

    Die Kurzfassung dieses Mülls: Zur Kritik am Gegenstandpunkt

    „Bereits vor einiger Zeit habe ich gemeinsam mit den Falken Marburg einen Workshop zur Kritik des Wald- und Wiesenmarxismus des Gegenstandpunkt durchgeführt. Bereits damals lag mein Fokus auf der Erklärung der Frage, warum sich mit den Fans des GSP nicht diskutieren lässt. Dazu muss mensch meiner Meinung nach auf die Grundlage der Theoriebildung zurückgehen und sich die erkenntnistheoretischen, gesellschaftstheoretischen und psychologischen Grundannahmen anschauen. Jenseits dessen, so meine Ausgangstheese, ist eine Kritik etwa der Staatstheorie des GSP nicht möglich.

    Sinnvoll diskutieren lassen sich allerdings auch diese Grundannahmen nicht, da sie sich auf eine Art und Weise gegenseitig stützen, die jedes Gegenargument abprallen lässt.

    Alles das habe ich nun auch noch einmal aufgeschrieben und als Krisis-Beitrag 02/2016 veröffentlicht.“

  18. 18 Speedy 29. März 2016 um 22:19 Uhr

    „Sinnvoll diskutieren lassen sich allerdings auch diese Grundannahmen nicht, da sie sich auf eine Art und Weise gegenseitig stützen, die jedes Gegenargument abprallen lässt.“

    Das ist eine Absage an einer theoretischen Befassung am GSP und vermutlich überhaupt. Er sagt ja, diese Grundannahmen sind so wasserdicht, da kann man nicht gegen argumentieren. Aber warum soll überhaupt gegenargumentiert werden? Vielleicht ist das ja eine gute Theorie.

    Und dann eine Kampfansage: Er vermisst den Anstand, die eigenen Gedanken zurckzunehmen, die sollen sich eingliedern in das Konzert von gleichgültigen Meinungen. Wer das nicht tut ist böse.

    „Pass auf, die MGler sind geschult!“ Das war kein Lob früher, sondern – bei einem gewissen Respekt – ein Vorwurf, die sind heimtückisch.

  19. 19 libelle 29. März 2016 um 22:50 Uhr

    die sollen sich eingliedern in das Konzert von gleichgültigen Meinungen.

    Nun ja – das ist eine typische GSP Argumentation, die auch dem GSP schon wiederholt als verkehrt mitgeteilt worden ist und er hat sich bis heute einen Dreck darum geschert. Es hat nirgends, obwohl führende Protagonisten dieses Unsinns, die mit dem Dreck durch die Republik gezogen sind und ihn in Büchern veröffentlicht haben, von seiner Kritik in Kenntnis gesetzt worden sind, eine Auseinandersetzung damit gegeben.

    Wofür ist das ein Beleg? Nun, ich meine dafür, dass der GSP tatsächlich keinerlei Bereitschaft besitzt, sich mit ernsthafter Kritik seiner Ideologie auseinanderzusetzen. Der Grund dafür ist im vorgherigen Satz schon genannt: Der GSP erzeugt Ideologie und die finden es schlicht und ergreifend unnütz bis hinderlich, sich mit Kritiken auseinanderzusetzen, die darauf hinweisen, dass an den „Analysen“ schlicht und ergreifend einiges nicht stimmt.

    Und hier kannst du den GSPler in dir kennenlernen:

    Warum meinst du denn, sollte sich jemand eine Meinung (also mal unverfänglich eine Ansammlung von theoretischen Aussagen über die Welt) halten, wenn er sie selbst für gleichgültig hält? Das kann, wenn es das überhaupt mal gibt, nur das Ergebnis späteren Nachdenkens über die Welt sein, das rückblickend irgendwelche Theorien und die Zwecke, die man daraus abgeleitet hat, für belanglos erklärt. Aber selbst dann waren sie es ja eigentlich nicht, weil sie beispielsweise Etappen zu dem Resultat/Urteil waren, dass frühere Prositionen für belanglos-, den Umstand die zugehörigen Auffassungen zu pflegen für gleichgültig hält etc…

    Meinst du denn, dass der Bierwirth sich seine schlechte Meinung über den GSP hält und gleichzeitig denkt, dass er damit bloß eine Stimme im gleichgültigen Konzert der Meinungen sei? Ganz sicher nicht. Auch wenn er sich vielleicht mal eine Weile aus dem Verkehr ziehen und vielleicht etwas lesen sollte, denkt er doch, dass das, was er jetzt sagt wahr sei und die Leute deshalb sich seiner Auffassung anschließen sollten.

    Die Kritik an Krölls, die ihm auch mitgeteilt worden ist steht nach wie vor hier:

    https://structureandagency.wordpress.com/2011/11/27/armer-albert-boser-staat/

    (man merke auf das Datum auf – aber da gibt es auch schon Sachen, die Jahrzehnte alt sind)
    und das Einstampfen des Blödsinns, den der GSP über die Meinsungsfreiheit denkt, steht noch aus. Insofern macht Bierwirth seinen Punkt. Er kann ihn nur nicht anständig begründen. So unaufmerksam wie GSPler ist er aber nicht. Er merkt noch auf die Dinge, die ihm erscheinen, auf.

    Dieses Verhalten des GSP ist natürlich auf seine Art erfolgreich. Man hat einfach keine Lust mehr Kritiken auszuführen, über die am Ende ohnehin nicht diskutiert wird.
    Wo man bei jedem Satz einer Erwiderung merkt: Dem Erwiderer gehts nicht um die Bestimmung des Gegenstandes, sondern um die Verteidigung des Gegenstandpunkts.

  20. 20 Gut, dass das endlich mal gesagt wird 30. März 2016 um 7:57 Uhr

    Ich finde auch wenn die liberalle extra etwas zum GSP schreibt sollte der nur schon aus purem Anstand darauf eingehen.

  21. 21 Neoprene 30. März 2016 um 8:43 Uhr

    Dieses zynisch verächtliche Herabschauen auf einen in der Tat recht isoliert dastehenden Kritiker zentraler Thesen des GSP erinnert mich an die jahrzehntelange ähnliche Geisteshaltung verstockter DKPler, die bekanntlich ja auch für eine recht lange Weile sich selber als Bannerträger des Marxismus-Leninismus gesehen haben, auch wenn ihnen das damals von einigen, ebenfalls mit Argumenten, wie jetzt von libelle dem GSP gegenüber, abgesprochen wurde. Da kann man noch nicht mal sagen, daß sich die Geschichte jetzt als Farce wiederholt, denn es sieht ja insgesamt heute genauso traurig aus wie damals. Manche ändern sich eben nie.

  22. 22 Jacko 30. März 2016 um 9:11 Uhr

    Die DKP war und ist Bannerträger des Marxismus-Leninismus.

    Treffender kann man weder den ML noch die DKP charakterisieren. Beide Seiten sehen das vermutlich nämlich genau heute auch noch so. (Beim Ostermarsch in Bremen hat ein DKPler stolz eine rote Fahne [ein Banner…] geschwenkt, die ihm dunnemals sein ehemaliger Genosse Jelzin überreicht habe, wie er strahlend dem Weserkurier berichtet hat.)
    http://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadtreport_artikel,-Ostermarschierer-prangern-Waffendeals-an-_arid,1342960.html#nfy-reload

    Dass darin eher eine Farce liege, mag ich aber ja nicht bestretien.

    (Meines Wissens nimmt der Ausdruck „Farce“ den Imhalt dahingehend zur Kenntnis, dass man ihn sowieso gar nicht teilt, und sich darüber belustigt, dass es komisch ist. Wie hier das Auseinanderfallen von hohem Anspruch – den aber ausgerechnet die Entgegennahme einer Fahne von Jelzin verbürge…
    (Dass es innerhalb des ML-Spektrums auch ‚gelehrtere Vertreter‘ geben mag, ist mir jetzt grad mal wurscht.)

    Eine Farce ist das also für mich als Leser deswegen, weil ich die „Fallhöhe“ des Anspruchs sehen kann – denn weder mit DKP. noch mit ML noch gar mit Herrn Jelzin hatte ich je etwas am Hut. Insofern ist es ja auch ein wenig billig, etwas als „Farce“ abzutun. Man sagt darin, dass man gedanklich damit abgeschlossen hat.

  23. 23 Speedy 30. März 2016 um 11:07 Uhr

    „Warum meinst du denn, sollte sich jemand eine Meinung (also mal unverfänglich eine Ansammlung von theoretischen Aussagen über die Welt) halten, wenn er sie selbst für gleichgültig hält?“

    Ich meine, Gleichgültigkeit nicht im Sinne egal, wurscht, sondern im Sinne von gültig – gleich g ü l t i g. Das ist ein Unterschied.
    Könnte mir vorstellen, dass er gar nicht meinungspluralistisch unterwegs ist, sondern mehr die linken und irgendwie sozialbewegten Menschen im Auge hat. Die haben doch alle ihre Berechtigung, leisten einen Beitrag für eine bessere Welt. Vielleicht denkt er einfach so.

  24. 24 libelle 30. März 2016 um 11:12 Uhr

    Ich finde auch wenn die liberalle extra etwas zum GSP schreibt sollte der nur schon aus purem Anstand darauf eingehen.

    Nicht aus Anstand, sondern weil der GSP den Anspruch hat, dass seine Auffassung der Meinungsfreiheit den Gegenstand erkläre. Der kritische Beitrag zu Krölls bestreitet das aber gerade. Schon das würde für eine Reaktion ausreichen.

    Der GSP will zudem mit seinen agitatorisch aufbereiteten Theorien das gesellschaftliche Bewusstsein ändern, weil er sich im Besitz von Erkenntnissen über diese Gesellschaft wähnt, deren praktische Konsequenzen widersprüche dieser Gesellschaft aufheben würden, unter denen die Leute hier leiden. Er sucht zu diesem Zweck eine gesellschaftliche Diskussion. Die Wirklichkeit dieser Diskussion ist dann tatsächlich eine Farce zu nennen, wie der oben zitierte Beitrag zeigt. Es ist nämlich keine Diskussion, die da angestrengt werden soll, sondern man ist aufgefordert zu akklamieren, was der GSP oder einer seiner Adepten absondert. Das Resultat der „Diskussion“ steht immer schon vorab fest: man soll „Einsicht“ in die Ergüsse des GSP-ZK entwickeln.

    Die „Farce“ ist also die Diskussionsbereitschaft des GSP

  25. 25 libelle 30. März 2016 um 11:15 Uhr

    Ich meine, Gleichgültigkeit nicht im Sinne egal, wurscht, sondern im Sinne von gültig – gleich g ü l t i g. Das ist ein Unterschied.

    Auch das stimmt nicht. Für ihn ist seine Auffassung gültig (im Sinn von „wahr“) und die seiner Kritiker nicht. Den Objektivitätsanspruch von Gedanken kann man nicht relativieren.

  26. 26 Speedy 30. März 2016 um 11:57 Uhr

    „In einer Gesellschaft nämlich, in der Menschen als Privateigentümer aufeinander bezogen sind, nehmen diejenigen, die darauf verwiesen sind ihr Einkommen durch Dienst an fremdem Eigentum zu erzielen – lohnabhängig Beschäftigte also – zu sich selbst den Standpunkt eines Eigentümers ein und unterscheiden sich dadurch in eine Person, d.h. einen Willen sich einem Arbeitgeber zur Verfügung zu stellen und in den Menschen, die Ansammlung der für fremdes Eigentum brauchbaren Fähigkeiten und Eigenschaften, über die die Person an diesem Menschen – also sich selbst – verfügt, d.h. an dem sie Eigentum hat. Und als diese abstrakte gesellschaftliche Entität – als Person – verfügt man dann eben auch über den Umstand, dass man Gedanken hat als Eigentum. Das macht Gedanken zu Meinungen und den Respekt davor verlangen Leute, die an sich selbst die Unterscheidung in eine Person und ihr menschliches Eigentum vorgenommen haben, wenn sie Meinungen kundtun.“

    Das schreibst Du doch und das heißt doch, dass die Meinungen relativiert sind.

  27. 27 libelle 30. März 2016 um 12:21 Uhr

    Da steht, dass Meinungen als (Gedanken-)Eigentum gelten. Jeder dieser Gedankeneigentümer weiß seine Gedanken aber als wahr (und die ihm widersprechenden als falsch). Als wahr gelten ihm also nur seine Gedanken (so er sich keines Irrtums bewusst wird und ihm seine eigenen Gedanken rückwirkend als falsch gelten).

  28. 28 Ohnmacht 30. März 2016 um 13:48 Uhr

    Bisher habe ich das Pamphlet von Bierwirth nur überflogen. Habe ich das richtig verstanden, dass er meint, die Erkenntnisfähigkeit, die Denkweisen und die Wissenschaftsmethoden seien den herrschenden Umständen und dem daraus erwachsenden Zeitgeist unterworfen? Z.B. haben „das mit der Warenform gesetzte Subjekt-Objekt-Verhältnis“ in der Naturwissenschaft die zeit- und ortsgebundene Erfahrungswerte (alles ist relativ und subjektiv bestimmt) durch allgemeingültige Gesetze (alles ist vergleichbar und objektiv bestimmbar) ersetzt?

    Das Archimedische Prinzip (die Krone in der Badewanne) und das Hebelgesetz von ihm (die Erde aus den Angeln heben) waren aber doch universelle Gesetze. Der Mann lebte gut 200 Jahre vor Christi und seine Grundsätze und Formeln sind bis heute anerkannt, ebenso wie seine Herangehensweise über Experimente und Messungen. Das Wissenschaftsprinzip, wie es heute angewandt wird, ist doch ein uraltes. Oder habe ich was missverstanden?

    Es mag ja Philosophenschulen daneben gegeben haben, die das anders sahen und sich so Fragen stellten, ob man wach ist oder träumt, oder ob ich der einzige auf der Welt bin und die anderen nur in meiner Fantasie existieren. Die Antwort lautet: „Kneif mich mal! Autsch!“ oder um mit Woody Allen zu sprechen: „Ich bin von Zweifeln geplagt. Was, wenn alles nur Illusion ist, und nichts wirklich existiert? In diesem Fall habe ich entschieden zuviel für meinen Teppich bezahlt.“

  29. 29 Mattis 30. März 2016 um 18:05 Uhr

    @libelle:

    „Das Resultat der „Diskussion“ steht immer schon vorab fest: man soll „Einsicht“ in die Ergüsse des GSP-ZK entwickeln.“

    Da sehe ich allerdings keinen großen Unterschied zu Bierwirth selbst, wo doch verschiedentlich hier festgestellt wurde, dass der hinsichtlich seiner GSP-Kritik auch nicht gerade diskussionsfreudig ist, sondern vor allem vortragsfreudig (wie der GSP) und natürlich will auch er also hauptsächlich „Einsicht“ in seine „Ergüsse“ erreichen.

    Irgendwie eitel scheint er mir schon zu sein, der Psychologe Bierwirth, dass er zwar auf eine Reaktion des GSP scharf ist, aber ansonsten sind ihm kritische Begutachter seiner eigenen Thesen anscheinend nicht sonderlich wichtig.

    Im übrigen ist schon die zitierte Klage Bierwirths über die – angeblich – wasserdichte Argumentation des GSP eines Theoretikers unwürdig. Entweder eine Position ist schlüssig, dann ist sie ok, oder sie ist nur in sich selber schlüssig, aber fehlerhaft, dann kann man die Fehler auch klar benennen und braucht nicht darüber zu jammern, dass beim GSP die Argumente sich „gegenseitig“ stützen würden. Letzteres wäre nämlich ein theoretischer Zirkel, den man aufzeigen und damit kritisieren könnte, also wiederum kein Grund zum Klagen.

    Ich schreibe das als jemand, der sogar zentrale Positionen des GSP kritisiert. Ich halte nichts von so einer aufgeblasenen und vehementen, aber in der Sache dabei so stümperhafte und voller Widersprüche steckenden GSP-Kritik, wie Bierwirth sie vorgelegt hat.

    Das geht des öfteren unter die Gürtellinie. Zum Beispiel der Vorwurf, der GSP halte nichts davon, sich an die Arbeiterschaft zu wenden. Diese Leute haben noch jahrelang, als andere längst das Handtuch geworfen hatten und zur Sozialdemokratie und den Grünen konvertiert sind, an vielen großen Unternehmen Flugblätter verteilt, in denen unter anderem ausführlich zu den stattfindenen Lohnrunden etc. geschrieben wurde. Bierwirth, wenn er es denn wollte, könnte wissen, warum das momentan nicht geschieht. Aber es interessiert ihn nicht, könnte er doch dann seinen Vorwurf, der GSP sei elitär orientiert, nicht damit untermauern. Das meine ich, wenn ich seine Art der Kritik als armselig bezeichnet habe.
    Nun kann sich der diskussionsfreudige Bierwirth ja hier mit meinem Vorwurf auseinandersetzen, mal sehen.

  30. 30 Mattis 30. März 2016 um 18:09 Uhr

    „Für ihn ist seine Auffassung gültig (im Sinn von „wahr“) und die seiner Kritiker nicht. Den Objektivitätsanspruch von Gedanken kann man nicht relativieren.“

    Gilt für beide Seiten.
    Aber Bierwirth bringt ja den Vorwurf, dass der GSP seine Position quasi hermetisch absichere. Wohingegen Bierwirth diesbezüglich natürlich ganz anders agiert?
    Dem Gegner Dinge vorzuwerfen, die man auch selber praktiziert – auch das eine dieser Bierwirthschen zweifelhaften Leistungen.

  31. 31 Ohnmacht 30. März 2016 um 18:33 Uhr

    Bierwirth kommt immerzu methodisch: Der GSP vernachlässige die historische Entwicklung zu der bestehenden Gesellschaftsform; er ignoriere die soziale Evolution; er konzentriere sich nur auf die ihm relevant erscheinenden Gesellschaftselemente und akuten Existenznöte; andererseits nehme er keine Tuchfühlung auf mit seinem Sorgenkind, dem Proletariat; er verhalte sich mit seinen gesellschaftskritischen Überzeugungen unauflösbar widersprüchlich zu seiner Aufgabe als Akademikerstand, affirmative Ideologien abliefern zu müssen; und zu guter Letzt käme er über eine Beschulung anderer Intellektueller nicht hinaus.

    Weitere Vorwürfe: Der GSP knüpfe „nicht an den realen Leidenserfahrungen der Menschen“ an; er übersehe die erkämpften Freiräume; er berücksichtige nicht die sich darin auftuenden Chancen der Selbstverwirklichung und Emanzipation; er verkenne die sich jenseits der bürgerlichen Moral verpflichtende, unverzichtbare Ethik auf dem Weg zu einem wirklichen Gemeinwesen; er verhalte sich nicht solidarisch mit sozialen Bewegungen; er enthalte sich jedem konkreten Widerstand; er zeige nicht die sich innerhalb des Systems möglichen Auswege auf; und zu allem Übel vergreift er sich – absichtlich unreflektiert und politisch inkorrekt – auch noch in der Wortwahl.

    Hier und da gesteht Bierwirth dem GSP zwar richtige Einsichten in einzelne Phänomene zu, aber er vermisst schon im Ansatz jedes Erklärungsversuchs all die Nebenschauplätze, die ihm halt wichtig sind. Bierwirth führt sich auf wie ein Kind, dass seine Eltern ärgern will, indem es jedem „warum?“ ein weiteres „warum?“ nachschiebt, ohne das bereits Erklärte wirklich zur Kenntnis nehmen zu wollen. Ähnlich entdeckt Bierwirth durchgehend lauter Versäumnisse, statt sich einmal damit abzufinden, dass die wesentlichen Eigenschaften des gerade behandelten Gegenstand abgehakt sind und zwar insoweit, als dass das analysierte Mittel für untauglich befunden wurde zu einer vielversprechenden Verfolgung der unterdrückten (nicht zum Zuge kommenden) Bedürfnisse.

    Es ist übrigens eine beliebte demokratische Übung, von politischen Randgruppierungen Zugeständnisse zu verlangen, welche diese aus mehr oder weniger guten Gründen erklärtermaßen niemals von sich aus abgeben wollen. Aussicht auf Erfolg hat diese Erpressung ja, wenn „die großen Volksparteien“ links-alternative Parteien zur Anpassung nötigen mit dem Druckmittel der Vorenthaltung des demokratischen Gütesiegels. Wunderlich mutet es aber an, wenn eine Randgruppe einer anderen derartige Daumenschrauben anlegen will.

    Gänzlich absurd und zum Scheitern verurteilt ist diese Inquisition jedoch, wenn der Gegenspieler selbstredend auf die Anerkennung als konstruktiver Mitarbeiter null Wert legt. Dann kann es sich eigentlich nur um eine reine Vorführung des GSP handeln und die ist gründlich missraten. Man kann nicht an jemanden einen Maßstab anlegen, den dieser für unbrauchbar hält, und ihn dann die Messergebnisse vor Augen führen, in der (stillen) Hoffnung, der Gegner sei blamiert. Es bleibt weiterhin Bierwirths ganz eigenwilliger Gradmesser, der ihn in eine Richtung lenkt, die ihn von den schädlichen, festgeschriebenen, objektiv unausweichlichen Zwecksetzungen einer Eigentumsordnung nicht wegführt.

    Ein jeder hier wird diesen Absatz aus der MSZ 1986/11 kennen; ich will ihn nur noch mal in Erinnerung rufen:

    Im übrigen fängt Kritik nicht damit an, daß sie an sich die kritische Frage stellt, ob sie weitergeht, praktisch und konstruktiv ist. Sie beginnt damit, daß man sich Rechenschaft ablegt darüber, woher all das kommt, was man als Belästigung und Schaden wahrnimmt. Wer auf das bißchen Ursachenforschung verzichtet, vertut sich womöglich im Engagement, sucht sich Ort, Zeit und Adressat wie Gegner seiner Bemühungen verkehrt aus. Dann vergeht seine Jugend, und er war in Mutlangen und Wackersdorf zelten, hat seine Zeit im Frauenbuchladen verplempert und Grüne gewählt, während die Klassengesellschaft funktioniert, daß es kracht.

  32. 32 Short Robby 30. März 2016 um 18:40 Uhr

    Zu den praktischen Versuchen der Betriebs- und Gewerkschaftsagitation nicht des GS, sondern der MG: Zur Geschichte und Kritik der „Marxistischen Gruppe“ (MG)

  33. 33 Neoprene 30. März 2016 um 18:58 Uhr

    „Nun kann sich der diskussionsfreudige Bierwirth ja hier mit meinem Vorwurf auseinandersetzen, mal sehen.“

    Julian Bierwirth scheint mir im Gegenteil der Inbegriff des diskussionsunwilligen Linken zu sein. Mal abgesehen davon, daß er meines Wissens nach eh noch nie mit irgendwem ernsthaft diskutiert hat. Jedenfalls habe ich von sowas keinerlei Rückstände gefunden.

  34. 34 Mattis 31. März 2016 um 12:10 Uhr

    @Ohnmacht

    Sehe ich im Prinzip genauso, Danke für das Zitat, das kannte ich so nicht.
    Für Bierwirth müsste man es nur leicht anpassen, etwa so:
    „Dann vergeht seine Jugend, und er war bei den Falken und hat linke Jugendarbeit gemacht und war gegen TTIP und für die Antifa … während die Klassengesellschaft funktioniert, dass es kracht.“

    Die Falken haben gerade erst verlautbart, dass man angesichts von AfD-Erfolgen „jetzt erst recht“ aktiv werden müsse. In der Überschrift heißt es zwar „Unsere Alternative zu Deutschland heißt Sozialismus“, enden tut der Beitrag aber dann so: „Lasst uns gemeinsam antifaschistisch kämpfen.“

    Man will nicht sehen, dass der bleibende Kapitalismus auch die bleibende Basis für die faschistische Alternative ist. Wenn nach Jahrzehnten der Antifa-Arbeit die AfD große Wahlerfolge zeitigt, dann ist das denen nicht im Geringsten ein Anlass zum Überdenken der eigenen Strategie.

    Solche Strategie wird von Leuten wie Bierwirth methodisch abgesichert. Wenn dem GSP vorgeworfen wird, die historische Entwicklung von Gesellschaftsformationen zu ignorieren, dann kommt das daher, dass man eben auf Reformen im Kapitalismus setzen will und so tut, als ergäbe sich daraus ein Stufenprozess zum Sozialismus. An diesem Dogma wird gegen alle Erfahrung eisern festgehalten. Dabei wird das Fähnchen des Sozialismus immer wortradikal hochgehalten – aber so hoch, dass keiner drankommt …

    Selbst beim Aufkommen der Rechten werden sie nicht unsicher, obwohl die Faschisten leider auf ihre barbarische Weise zeigen, wie wenig „historische Entwicklungsprozesse“ irgendetwas fördern oder behindern. Sie fördern nicht den Sozialismus, und sie bremsen auch nicht den Faschismus, wenn Volkes Wille andere Pläne hat.

    Und so werden die Falken und ähnliche Gruppierungen halt irgendwann 100-Jahre-Antifa feiern, und „erst recht“ weitermachen. Sozialismus als Tradition.

  35. 35 Ohnmacht 31. März 2016 um 16:56 Uhr

    „Sozialismus als Tradition“ (oder Denkmalspflege). Gut gebrüllt, Löwe :mrgreen:
    Die Linken sind, was dem GSP gern vorgeworfen wird, zu einer Ersatzreligion verkommen. Man muss sich nur mal die Titel der Beiträge auf Planet Blogsport ansehen. Sie veranstalten Solidaritäts-Konzerte, Solidaritäts-Komitees für die imperialistischen Opfer; sie halten Mahnwachen für den Frieden ab, wo Linke und Rechte ausnahmsweise sogar in einer Querfront aufeinander treffen (Zweckbündnisse zwischen der Partei „Die Linke“ und Pegida/AfD gibt es übrigens auch schon, muss man nur googeln). Sie halten Gedenktage für Tschernobyl, Fukushima und die Opfer des Nationalsozialismus ab. Sie besetzen Bahngleise gegen Atom-Mülltransporte und Baumhäuser in vom Abholzen bedrohten Wäldern. Und zum Feierabend ihrer moralischen Abarbeitung an der unanständigen Nation als lebende Proteststatuen zelebrieren sie den Sozialismus in Fahrrad- und Töpferwerkstätten, Schenkerkreisen und Tauschringen, Volxküchen und Müllcontainer-Tauchen. Ein zweifelhaftes Vergnügen, aber persönlich mag das manchen mehr Befriedigung verschaffen als ein Büchertisch des GSP; die Klassengesellschaft greift das allerdings weder theoretisch noch praktisch an.

  36. 36 Short Robby 01. April 2016 um 20:47 Uhr

    Einladung zur Diskussion mit dem Forum Gegenargumente / AANO

    „Ist die Konstruktion der Zukunft und das Fertigwerden für alle Zeiten nicht unsere Sache, so ist desto gewisser, was wir gegenwärtig zu vollbringen haben, ich meine die rücksichtslose Kritik alles Bestehenden, rücksichtslos sowohl in dem Sinne, dass die Kritik sich nicht vor ihren Resultaten fürchtet und ebensowenig vor dem Konflikte mit den vorhandenen Mächten.“
    (Marx an Ruge, September 1843, MEW 1, 344)

    Man kann

    - die Flüchtlingspolitik, mit der Merkel aus den Verfolgten und Ärmsten der Welt den Stoff für einen imperialistischen Großauftritt Deutschlands in und um Europa macht, als die Bewältigung eines humanitären Problems sehen

    - die TTIP-Verhandlungen, in denen die deutsche Regierung um maximale Freiheiten für europäisches Kapitals auf dem amerikanischen Markt kämpft, als die Preisgabe demokratischer Transparenz beklagen

    - die Millionengehälter deutscher Manager, die für die Steigerung des Börsenwerts der ihnen anvertrauten Aktiengesellschaften bezahlt werden, als ungeheure Ungerechtigkeit ohne jeden realistischen Bezug zu den Löhnen der Beschäftigten anprangern

    - die Armut, die das Kapital mit der immer ertragreicher organisierten Ausnutzung bezahlter Arbeit herstellt, als die schwierige Frage sehen, bei welcher staatlich verfügten Grenze sie anfängt und aufhört

    - die Ukraine, die sich die EU als ihr ausschließliches Einflussgebiet gegen alle Ansprüche Russlands zuschlagen will, als Schuldfrage sehen, mit der Recht und Unrecht verteilt wird

    - die Mietpreise, mit denen Wohnungsbesitzer gemäß marktwirtschaftlicher Regel und politischer Förderung ihr Eigentum so rentabel wie möglich vermehren, als Versagen der Regierung bei der mieterfreundlichen Regulierung des Wohnungsmarkts anklagen

    - die Ausländerfeindschaft, mit der Volksteile ihr Verständnis des großmächtigen Deutschland als angestammte Heimat darin verwurzelter Ureinwohner verteidigen und bewahren wollen, als engstirnigen Nationalismus erledigen, der nicht ins Bild eines weltoffenen Patriotismus passt

    - die AfD, die in ihrer Forderung nach klarer Zurückweisung der Flüchtlinge den unverdächtigen Patriotismus der Heimatliebe auf seine radikale Konsequenz zuspitzt, als rechtsextreme Protestpartei verorten, die in der etablierten Parteienlandschaft keinen Platz hat

    - an Griechenland, das durch eine von deutscher Unnachgiebigkeit angeführte EU auf die kompromisslose Bedienung seiner Schulden zugerichtet wird, einen Mangel europäischer Solidarität ausmachen

    - den US-Wahlkampf, in dem sich alle Versprechen der Kandidaten um die uneinholbare Machtgröße Amerikas drehen, der das Land samt dem ganzen Rest der Welt dienstbar gemacht werden muss, als unwürdiges Schauspiel demokratischer Herrschaftsbestellung abtun

    - usw.

    So oder ähnlich kann man sich die Affären aus der Welt des Kapitalismus und der politischen Macht zurechtlegen. Eine kritische Meinung hat man dann allemal. Ob damit aber die Sache getroffen ist, die da kritisch bedacht wird, wagen wir zu bezweifeln. Denn in der Regel bringen die Bedenken und Einwände nur die idealisierte Überhöhung der Maßstäbe vor, die von Politik und Marktwirtschaft als edle Beweggründe für die Ausübung ihrer Macht reklamiert werden. Und der nächste wie jeder folgende Anlass zur Kritik bieten dann den erneuten Auftakt, den zuständigen Herrschaften gleichermaßen die Verfehlung ihrer eigentlichen Aufgaben vorzurechnen – wie deren Einlösung anzumahnen…

    Wir halten es da lieber mit der oben zitierten Devise des jungen Marx: Rücksichtslosigkeit gegen die herrschenden Verhältnisse, ihre Sachzwänge und geistigen Dogmen ist „die erste Bedingung aller Kritik“.

    Gelegenheit dazu bietet sich auf unserem regelmäßigen Diskussionstermin.

  37. 37 Malafide 04. April 2016 um 5:23 Uhr

    @ short roby

    Was sind denn weitere „Bedingungen aller Kritik“? Und woher stammt das Zitat?

    Rücksichtslos erscheinen mir tatsächlich einige der GSPler, aber leider nur in dem Sinn, dass sie besonders hart mit sich und anderen umgehen wollen.

    -m

  38. 38 Nicht_Malafide 04. April 2016 um 8:57 Uhr

    „Rücksichtslos erscheint mir tatsächlich ‚malafide‘, aber leider nur in dem Sinn, dass sie besonders hart mit sich und anderen umgehen will.“

    Argumentlos etwas als moralisch schlecht einsortieren, das kann schließlich jeder.

    Denn merke: nicht nur Politik überhaupt, sondern auch Bloggen überhaupt ist ein schmutziges Geschäft…

  39. 39 2xnicht_Malafide 04. April 2016 um 12:04 Uhr

    @nicht_malafide: Leider bist du auch nicht besser. Denn, dass Bloggen überhaupt ein schmutziges Geschäft sei, steht bei dir ganz ohne Argument da. Denn der Schluss von einem Blogger, der eine moralische Sortierung vornimmt, auf die Allgemeinheit der Blogger, steht auf wackeligen empirischen Füßen.

  40. 40 Jacko 04. April 2016 um 13:01 Uhr

    Als Ironie wird ein rhetorisches Stilmittel bezeichnet, das in sämtlichen literarischen Gattungen, in der Rede sowie in der Umgangssprache verwendet wird. Die Ironie beschreibt, dass der Sprechende etwas ausdrückt, wobei er genau das Gegenteil des Ausgedrückten meint. Wesentlich ist allerdings, dass der Empfänger (Zuhörer, Leser, Zuschauer) oder zumindest ein bestimmtes Publikum erkennt, dass die Äußerung ironisch war und das Gegenteil meint…

    (aus den Weiten des www…)

    (Letzteres scheint gelegentlich nicht so gut zu funktionieren…)

  41. 41 Malafide 04. April 2016 um 13:03 Uhr

    @nicht_malafide/2x…

    Ich hab keine moralische Sortierung vorgenommen; Ich weise vielmehr auf eine (moralische oder nicht) Sortierung beim GSP hin.

    Vielleicht erklärt mal einer warum eine Bedingung für Kritik gerade Rücksichtslosigkeit ist. Mit dem ersten Zitat von Marx hat dies doch schon nichts mehr zu tun, oder?

    -m

  42. 42 Jacko 04. April 2016 um 13:34 Uhr

    Das Zitat lautete doch:

    „… die rücksichtslose Kritik alles Bestehenden, rücksichtslos sowohl in dem Sinne, dass die Kritik sich nicht vor ihren Resultaten fürchtet und ebensowenig vor dem Konflikte mit den vorhandenen Mächten.“

    Das Zitat enthält also einerseits die Botschaft, dass Kritik ‚rücksichtslos‘ zu den Wurzeln gehen will, und nicht nur an oberflächlichen Symptomen verbleiben will, sondern ‚radikal‘ darin sein will, dass sie auf fundamentalen Einsichten beharrt, z.B.:
    http://ohnmacht.blogsport.de/2016/03/28/von-den-wahren-gruenden-der-verarmung/
    … und sich nicht z.B. mit einer Wahlempfehlung für eine sozialdemokratische Partei zufrieden geben will. [Das z.B. wäre ein „Resultat“ des Nachdenkens, das vermutlich einem Juso oder Falken, der vielleicht gerade seine mögliche SPD-Parteikarriere anvisiert, nicht so ganz umstandslos in seine eigene Lebensplanung passen würde…]

    Dass Kritik sich nicht vor dem Konflikt mit den vorhandenen Mächten fürchten würde, das würde ich lieber so ausdrücken: den Konflikt mit den vorhandenen Mächten muss man immer in Rechnung stellen. „Furcht“ heißt, sich davon sein ganzes Leben diktieren lassen zu wollen. Dann würde man sicherlich auch hier nicht mehr bloggen, nicht mehr demonstrieren gehen, bei keinem Arbeitskampf sich rühren mögen; und ähnliches.
    (Aber selbst die stille Einkehr bei Goethe-Gedichten heißt ja noch nicht mal, dass die vorhandenen Mächte einen nicht erwischen; wie das nicht nur manche Todesanzeige über Frühsterbende verrät…)

    Meiner Erinnerung an die Lektüre der Marx-Stelle zufolge wollte Arnold Ruge eine Zeitschrift für diverse Linkshegelianer (in Paris und umzu: das Deutsch-Französische Jahrbuch, weil viele preußische Emigranten in Paris gestrandet waren) aufmachen, und hat daher Rundschreiben wegen seiner geplanten Sammlungsbewegung an diverseste Oppositionelle losgeschickt; Marx hat dabei auch ein paar Monate mitgemacht, und letztlich darauf aber mit diesem Bescheid negativ geantwortet.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Arnold_Ruge#Aufenthalt_in_Paris_und_Z.C3.BCrich
    Oft wird aus Marx Antwort ja auch der Satz zitiert, man wolle nicht dogmatisch [kritisch gemeint war dies z.B. gegen die Frühsozialisten Owens und Fourier] die neue Welt antizipieren; stattdessen… „Ist die Konstruktion der Zukunft und das Fertigwerden für alle Zeiten nicht unsere Sache, so ist desto gewisser, was wir gegenwärtig zu vollbringen haben, ich meine die rücksichtslose Kritik alles Bestehenden…“
    Marx an Ruge, Kreuznach, Sept. 1843:
    http://www.mlwerke.de/me/me01/me01_337.htm

  43. 43 2xnicht_Malafide 04. April 2016 um 15:56 Uhr

    @malafide: Ich habe nicht behauptet, du hättest eine moralische Sortierung vorgenommen, ich habe behauptet du schließt fälschlicherweise von einem Blogger, der eine moralische Sortierung vornimmt auf alle. (Wer das ist, der moralisch sortiert ist mir egal.) Sollte das Ironie gewesen sein, nehme ich den Einwand zurück.

    Der Inhalt von Rücksichtslosigkeit steht doch da: Das ist Kritik, die sich nicht vor den Resultaten fürchtet, also den Gegenstand zu seinem Recht kommen lässt und ihn nicht an den Vorurteilen misst, die man über ihn hat. Also eben nicht sich im Geiste so verhalten, das nicht sein kann, was nicht sein darf. Es geht also um rücksichtslose Wissenschaftlichkeit, die eben nichts anderes berücksichtigen darf als die Sache mit der sie sich beschäftigt.

    Es ist genau das gemeint was Marx im Vorwort „Zur Kritik der politischen Ökonomie“ schreibt.

    „Diese Skizze über den Gang meiner Studien im Gebiet der politischen Ökonomie soll nur beweisen, daß meine Ansichten, wie man sie immer beurteilen mag und wie wenig sie mit den interessierten Vorurteilen der herrschenden Klassen übereinstimmen, das Ergebnis gewissenhafter und langjähriger Forschung sind. Bei dem Eingang in die Wissenschaft aber, wie beim Eingang in die Hölle, muß die Forderung gestellt werden:

    Qui si convien lasciare ogni sospetto
    Ogni viltà convien che qui sia morta.

    Hier mußt du allen Zweifelmut ertöten,
    Hier ziemt sich keine Zagheit fürderhin.
    (Dante, „Göttliche Komödie“)

    London, im Januar 1859″

    „„Furcht“ heißt, sich davon sein ganzes Leben diktieren lassen zu wollen.“

    Nein. Das heißt erstmal sich von der Furcht vor Mächten nicht sein D e n k e n, also seine Urteile diktieren zu lassen. Wo, wie und wann man die dann äußert ist noch eine zweite Frage.

    „(Aber selbst die stille Einkehr bei Goethe-Gedichten heißt ja noch nicht mal, dass die vorhandenen Mächte einen nicht erwischen; wie das nicht nur manche Todesanzeige über Frühsterbende verrät…)“ Was soll das denn bedeuten? Menschenjagd auf ehemalige Kommunisten?

  44. 44 Jacko 04. April 2016 um 16:03 Uhr

    „Das heißt erstmal sich von der Furcht vor Mächten nicht sein D e n k e n, also seine Urteile diktieren zu lassen. Wo, wie und wann man die dann äußert ist noch eine zweite Frage.“

    OK

  45. 45 Malafide 04. April 2016 um 19:39 Uhr

    @2x…

    Wann fängt ein interessiertes Vorurteil eigentlich an? Und wann beschäftigt man sich mit nichts anderem als „der Sache“? Ich kriege das für mich nicht bestimmt. Da ich lebe und auch leben will beziehe ich mich positiv auf diese Welt. Ist das bereits ein Fehler? Ist Kritik dann schon nicht mehr möglich?

    -m

  46. 46 Ohnmacht 04. April 2016 um 19:46 Uhr

    Die Kommunikation in sozialen Netzwerken ist ein Spiegelbild der Konkurrenzveranstaltung da draußen, wo man sich gegenseitig mit Dreck bewirft. Die Tendenz zum schmutzigen Geschäft ist also überall zu vermuten und selbst hier naheliegend…

    Was mich mehr interessiert: Malafide blieb zum Ende hin unverbindlich, obwohl sie zuerst damit gekommen ist, der GSP ginge „hart mit sich und anderen“ um. Wie der GSP in seinen eigenen Reihen miteinander umspringt, kann uns jetzt mal egal sein. Aber wenn er hart mit einem Außenstehenden umgeht, dann sollte dieser sich an Ort und Stelle beschweren – das muss sich niemand gefallen lassen. Es wäre jedoch aufschlussreich, wenn Malafide den anlässlichen Streitgegenstand und die verteidigten Standpunkte benennen würde. Dann hätte man zumindest eine Ahnung, ob es nicht doch angemessen war, hart mit den Kontrahenten ins Gericht zu gehen.

    Marx ließ in seinem Werk „Die deutsche Ideologie“ die Bemerkung fallen: „Die Gedanken der herrschenden Klasse sind in jeder Epoche die herrschenden Gedanken, d.h. die Klasse, welche die herrschende materielle Macht der Gesellschaft ist, ist zugleich ihre herrschende geistige Macht.“ Die Rücksicht systemkonformer Kritik besteht darin, dass ein bestimmtes Ergebnis der Untersuchung vorweggenommen wird: Aussetzer und Unzulänglichkeiten in der Gestaltung des Gemeinwesens werden zugestanden, charakterliche Schwächen und schwarze Schafe unter den Verantwortlichen ausgemacht, aber die bestehende Ordnung als solche für eine allseits nützliche Einrichtung befunden (frage keiner, wozu genau).

  47. 47 Ohnmacht 04. April 2016 um 20:41 Uhr

    Malafide, habe deinen letzten Beitrag wohl überlesen. Warum sollte man diese Trennung nicht vollziehen können? Ich meine zwischen knallharter Kritik und purer Lebenslust! Das kann man zeitlich, örtlich auseinanderhalten. Also, warum nicht?

  48. 48 Jacko 04. April 2016 um 21:28 Uhr

    „Und wann beschäftigt man sich mit nichts anderem als „der Sache“? Ich kriege das für mich nicht bestimmt.
    Da ich lebe und auch leben will beziehe ich mich positiv auf diese Welt.“ (Mafilda)

    Es gibt aber meines Wissens dafür keine weitere Antwort als die, dass du das selbst bestimmst. Dass es dein eigener Wille ist, wie sehr du dich mit kommunistischer Kritik beschäftigen willst.

    Schließlich hat jedermann neben den Genüssen seines Privatlebens auch viel Zeit aufzubringen, um das bloße Funktionieren so weit hinzukriegen, dass man dafür ein Einkommen erzielt.
    Und leider bestimmt sich vom Grad des Kaputtseins durch die Maloche oft, was überhaupt anschließend noch an Lust und Kraft für anderes übrig bleibt.

    Andererseits bringt einem dies oder jenes, wofür man sich – auch – anstrengen musste, anschließend viel Energie zurück: seien das nun musische oder sonstige Genüsse [die fallen nämlich meist auch nicht vom Himmel] oder kommunistische Einsichten.

    Daher scheint mir schon deine Fragestellung nicht vernünftig zu sein: es gibt dafür keine allgemeine „Messlatte“. (Das Ideal vor sich herzutragen, man solle sich „mit nichts anderem“ (!) beschäftigen als mit kommunistischer Kritik – woher hast du solches Ideal? (Nur) Antikommunisten unterstellen den Kommunisten solche Bedrängnisse.

    Sich positiv „auf diese Welt“ zu beziehen – worin bezieht man sich denn auf die ganze Welt? „Welt“ ist a) eine Generalabstraktion von allem möglichen, und b) bezieht die einzelne menschliche Tätigkeit jedes einzelnen Subjekts sich doch gar nicht auf solch ein abstraktes Trumm wie diese o.g. „Welt“. Man kocht gerne, oder schmust gerne, oder klimpert gerne oder bastelt im Keller an irgendeinem Technikteil herum. [“Die Welt“ als diese Philosophen-Abstraktion ist das alles doch gar nicht.]

    Das oben zitierte:

    „Bei dem Eingang in die Wissenschaft aber, wie beim Eingang in die Hölle, muß die Forderung gestellt werden:
    Hier mußt du allen Zweifelmut ertöten,
    Hier ziemt sich keine Zagheit fürderhin.“

    - Das ist von Marx selber ja auch ein wenig ironisiert worden:
    es sei vergleichbar nämlich – dem Eingang in die Hölle (!) …

  49. 49 Lesetipp 04. April 2016 um 22:29 Uhr

    Aber:

    „Auch das Leben der Besserverdienenden wird vom Kampf ums Geld bestimmt; und die Kritik dieses Fetischs privater Verfügungsmacht über die Potenzen der Gesellschaft wird weder verkehrt noch überflüssig, nur weil mancher genug davon hat.“

    http://www.gegenstandpunkt.com/gs/2011/1/gs20111c07h1.html

  50. 50 Jacko 05. April 2016 um 5:36 Uhr

    „Und wann beschäftigt man sich mit nichts anderem…“

    Was „man“ so machen „sollte“, das schreibt einem ja meist der eigene Job vor (und der verfolgt einen bekanntlich auch noch in seiner Freizeit; je nach Job unterschiedlich).

    Ansonsten sollte es dem freien Individuum nicht darum gehen, irgendwelchen Idealen, was „man“ so machen sollte, oder nicht, nachzugehen.
    Das scheint mir „Moral“ zu sein, wenn „man“ sich an so was „orientieren“ will; und daher sogar andere nach solchen genauen Zeitpunkten (für einen selber!) befragt.
    („Kannst du mir genau sagen, ab wann ich Klavier spielen will“ – das würde jeder als Frage nach einem äußerlichen Sollen auffassen; und wer trotzdem so fragt, der will vermutlich gar nicht klimpern.)

    Auch Hinweise auf Autoritäten scheinen mir da gelegentlich eher schädlich zu sein, am Schluss überlegt man sich noch, was einem denn Dante mit dem Hinweis auf Himmel bzw. Hölle sagen wollte, und wie Marx das denn nun gemeint habe, wenn er Dantes Spruch ironisch in irgendeinem Vorwort abgreift. Und ausgerechnet die Kritiker der Gesellschaft kriegen dann auch noch den Rang einer moralischen „Autorität“ für einen selber verpasst – denn man selber verpasst sich den. (Ein Hinweis auf Himmel und Hölle – das passt wozu? Zu einer religiösen Haltung des Glaubens und der seelischen Unterwerfung!)

    Zurück zu Ohnmachts Frage:

    „Warum sollte man diese Trennung nicht vollziehen können? Ich meine zwischen knallharter Kritik und purer Lebenslust! Das kann man zeitlich, örtlich auseinanderhalten. Also, warum nicht?“ (Ohnmacht)

  51. 51 Malafide 05. April 2016 um 13:06 Uhr

    @jacko

    Es ging nicht darum, sich mit nichts anderem als kommunistischer Politik zu beschäftigen.

    Es geht mir um den Punkt des interessierten Voruteils. Kann ich, wenn ich mich positiv auf diese Welt beziehe, eigentlich kritisch im Sinne des GSP sein? Will ich dann nicht die Welt verändern und nicht nur rücksichtslos analysieren und meine Einsichten in gleicher Weise verbreiten?

  52. 52 2xMal 05. April 2016 um 13:46 Uhr

    “ Da ich lebe und auch leben will beziehe ich mich positiv auf diese Welt. Ist das bereits ein Fehler?“

    Nein. Du musst bloß beim Denken, dein Interesse raus halten. Was du gerne hättest, interessiert nur dich. Die Dinge sind aber im allgemeinen nicht dafür da dir als Mittel zu dienen, also ist es falsch sie nur im Verhältnis zum eigenen Interesse zu bestimmen. Du musst sie erst „rücksichtslos“ wissenschaftlich bestimmen und erst danach, wenn ihr Begriff feststeht, dann kannst du sie auch rationell ins Verhältnis zu deinem Interesse setzen. Das Leben und sich beziehen als Mensch auf die Dinge ist nicht verkehrt. Es ist auch nicht Wissenschaft, sondern Reproduktion deines Lebens. Falsch ist, wenn man beides verwechselt und das eigene Interesse an den Dingen mit den Dingen selbst verwechselt, sodass sie bloß noch sind, was man von ihnen will.

    @ohnmacht:

    „Die Tendenz zum schmutzigen Geschäft ist also überall zu vermuten und selbst hier naheliegend…“

    Ja. Die Welt ist schlecht. – Nee Eigentlich ist zu prüfen, ob wirklich eine Konkurrenzveranstaltung vorliegt.

    “ am Schluss überlegt man sich noch, was einem denn Dante mit dem Hinweis auf Himmel bzw. Hölle sagen wollte, und wie Marx das denn nun gemeint habe, wenn er Dantes Spruch ironisch in irgendeinem Vorwort abgreift.“

    Was Dante sagen wollte liest man am besten in der wikipedia nach (wenn das interessiert): https://de.wikipedia.org/wiki/Göttliche_Komödie Da „die göttliche Komödie“ als epochales Werk der Weltliteratur angesehen wird, war das zu Marxens Zeiten ein Begriff. Daher bezieht sich Marx darauf. Der Verweis auf Dante mag ironisch sein, denn dass Marx mit dem christlichen mystischen Weltbild etwas am Hut hatte darf bezweifelt werden. Der Inhalt, entledige dich des Zweifels, sei mutig im Denken und lasse dich nicht von den Mächten der Welt und deinen eigenen Vorurteilen einschüchtern, ist ernst gemeint.

    „Anknüpfend an das Genre mittelalterlicher Visionen vom Jenseits schildert die Commedia in der Ich-Form eine Reise durch die drei Reiche der jenseitigen Welt.[1] Sie führt zunächst durch die Hölle (Inferno), die als ein gewaltiger unterirdischer Trichter bis zum Mittelpunkt der kugelförmig vorgestellten, nur auf der nördlichen Halbkugel bewohnten Erde reicht und in neun Höllenkreise unterteilt ist, die Strafbezirke derer, die für ihre Sünden zur ewigen Verdammnis verurteilt sind. Als Nächstes geht es durch den Läuterungsbereich (Purgatorio, im Deutschen ‚Fegefeuer‘), vorgestellt als auf der südlichen Halbkugel am Südpol aus dem Ozean aufragender Berg, auf dem die Seelen derer, die für ihre Sünden noch Vergebung erlangen konnten, auf einem spiralförmigen Weg durch sieben Bußbezirke zum irdischen Paradies, dem Garten Eden auf dem Gipfel des Berges, pilgern. Aus dem irdischen steigt der Reisende schließlich auf in das himmlische Paradies (Paradiso) mit seinen neun Himmelssphären, über denen im Empyreum die Seelen der Geretteten im Angesicht Gottes die Freuden der ewigen Seligkeit genießen.“

  53. 53 Neoprene 05. April 2016 um 20:09 Uhr

    Ein Kommentar von Speedy heute 13:58, den mir zwar mein RSS-Reader auflistet, den ich aber hier nicht gefunden habe:

    „Libelle:

    „Meinst du denn, dass der Bierwirth sich seine schlechte Meinung über den GSP hält und gleichzeitig denkt, dass er damit bloß eine Stimme im gleichgültigen Konzert der Meinungen sei? Ganz sicher nicht. Auch wenn er sich vielleicht mal eine Weile aus dem Verkehr ziehen und vielleicht etwas lesen sollte, denkt er doch, dass das, was er jetzt sagt wahr sei und die Leute deshalb sich seiner Auffassung anschließen sollten.“

    Nein, das meinte ich nicht. Bierwirth argumentiert nicht gut. Wenn er z.B. über den GSP sagt, dass dort das kommunistische Wissen Primat vor den praktischen Kämpfen habe, er – der GSP – diese daran blamiert, dass sie das nicht tun, dann tut er so, ob ob er dafür keine Argumente habe bzw. die Argumente erscheinen als Gebote, die zurckzuweisen sind. Da machen welche was und der GSP zeigt nur Verachtung, weil da die richtigen Gedanken und der Kommunismus fehle – hallo, geht’s noch!
    Und solche Argumente finden sich bei Bierwirth zuhauf.
    Mit Gleichgültigkeit war gemeint, dass Bierwirth bei solchen Argumenten nicht die Argumente überprüft, sondern sie gleichgültig neben den Anderer stellt – und den Wahrheitsanspruch bemerkt und sozusagen als Gewalt nimmt.

  54. 54 Speedy 05. April 2016 um 20:44 Uhr

    Ich habe den Beitrag gepostet und dann gelöscht. Aber lass ihn drin, der ist okay. Naja, ein wenig verquast ausgedrückt…

    Danke!

    P.S. Wie kriege ich eigentlich diese schönen Anfühhrungsstriche hin?

  55. 55 Jacko 05. April 2016 um 21:10 Uhr

    „Kann ich, wenn ich mich positiv auf diese Welt beziehe, eigentlich kritisch im Sinne des GSP sein? Will ich dann nicht die Welt verändern und nicht nur rücksichtslos analysieren und meine Einsichten in gleicher Weise verbreiten?“

    Ist das nun eine Frage nach einem irgendwie persönlichen Ratschlag danach, wie du dich selber nun verhalten solltest?

    Oder willst du an deinen Bedürfnissen eine politische Kritik an dem, was du als „im Sinne des GSP“ formulierst, festhalten? Also sagen, diese Gruppe macht diesen oder jenen Fehler?

    Zu dem 1. Punkt:
    Die Antwort auf die erste Frage hat „2mal“ gegeben, das finde ich zutreffend, dass ein persönliches Interesse gar nicht automatisch beinhaltet, dass man sich das selber nur als Charaktermaske eines kapitalistischen Interesses zugelegt hat:

    „Du musst bloß beim Denken, dein Interesse raus halten. Was du gerne hättest, interessiert nur dich. Die Dinge sind aber im allgemeinen nicht dafür da dir als Mittel zu dienen, also ist es falsch sie nur im Verhältnis zum eigenen Interesse zu bestimmen. Du musst sie erst „rücksichtslos“ wissenschaftlich bestimmen und erst danach, wenn ihr Begriff feststeht, dann kannst du sie auch rationell ins Verhältnis zu deinem Interesse setzen. Das Leben und sich beziehen als Mensch auf die Dinge ist nicht verkehrt. Es ist auch nicht Wissenschaft, sondern Reproduktion deines Lebens. Falsch ist, wenn man beides verwechselt und das eigene Interesse an den Dingen mit den Dingen selbst verwechselt, sodass sie bloß noch sind, was man von ihnen will.“
    (Das fällt einem gelegentlich eher an anderen auf: da will jemand die Welt/einen Menschen so oder so deuten, weil er daran sein Interesse gefasst hat: also sei dann die Sache/der Mensch auch wirklich so…)
    [Das machen bekanntlich fast alle Menschen ziemlich ausgeprägt so. Auffällig ist es als geradezu Verücktheit in der heißen Anfangsphase ihrer erotischen Beziehungen.]

    Zu dem 2. Punkt:
    „Will ich dann nicht die Welt verändern und nicht nur rücksichtslos analysieren und meine Einsichten in gleicher Weise verbreiten?“

    Worin siehst du dabei den Unterschied? Ob sich deine Einsichten wirklich verbreiten, das liegt ja nicht nur in deiner eigenen Hand. (Die anderen müssen sie einsehen, und bekanntlich hapert es da.) Trotzdem ist das Sagen der Argumente erst einmal dein einziges Mittel, sie bekannt zu machen.

  56. 56 Neoprene 05. April 2016 um 21:10 Uhr

    „Wie kriege ich eigentlich diese schönen Anfühhrungsstriche hin?“

    Mit XHTML-Codes. Die verfügbaren werden über dem Entwurfskasten für die Kommentare augelistet.
    Für ein eingerücktes Zitat mit den supergroßen Anführungsstrichen muß man vor den Text, der ein Zitat werden soll, < .blockquote.> setzen (aber ohne den Punkt, den habe ich nur benutzt, damit das nicht gleich als Code verstanden wird) und zum Schluß < ./.blockquote>.

  57. 57 Ohnmacht 05. April 2016 um 21:50 Uhr

    @2xMal

    Einverstanden! Wollte damit nur sagen, dass sich die tatsächliche Konkurrenzveranstaltung, bei der die meisten alt aussehen, sich im Internet ideell reproduziert, wobei die Leute sich gut vorkommen wollen mit der wirklichkeitsfremden Absicht – jenseits des vergeblichen Abstrampelns in ihrem alltäglichen Arrangement mit dem allgegenwärtigen Interessengegensatz – für einen Moment so gut dazustehen wie ihre Vorbilder im Kino.

    @Speedy

    Neoprene hat’s schon erklärt, wobei es sich eher noch um das überholte HTML als das angesagte XHTML handelt. Kannst den Code direkt kopieren:

    <blockquote>Zitat bla bla bla…</blockquote>

    oder von dieser Seite:

    HTML auf Blogsport

    P.s.: Ich klimpere jetzt auch, habe mir ein E-Piano von Yamaha zugelegt :grin:

  58. 58 2xmal 06. April 2016 um 9:21 Uhr

    @ohnmacht: Führ das doch noch aus. Du meinst das Bloggen sei eine Kompensationsveranstaltung für das konkurrenzgeschädigte Gemüt? Weil die Leute im Beruf verlieren, wollen sie auf dem Blog gewinnen?

    Wie gesagt: Du kannst natürlich zu jedem Streit sagen, „da will einer Recht haben.“ Es hilft aber nichts das psychologisch zu deuten, denn den Nachweis kannst du nur führen, indem das Argument widerlegt wird. Die Schwäche des Vorwurfs des Psychologisierens ist doch, dass es ein unsachlicher Vorwurf ist, also vom Argument weg geht. Es ist ja nicht verwerflich Recht haben zu wollen, wenn man Recht hat. Oder soll man die Wahrheit zurücknehmen, um sich nicht dem Vorwurf auszusetzen Recht haben zu wollen?

  59. 59 Ohnmacht 06. April 2016 um 15:34 Uhr

    „Es ist ja nicht verwerflich Recht haben zu wollen, wenn man Recht hat.“

    Diesen Satz möchte ich unterstreichen. Aber ist die angewandte Psychologie des Volkes durch meine Aussage nicht zutreffend beschrieben? Bei seinen Gegenargumenten geht man doch immer vom Massenbewusstsein, vom Regelfall aus, also von dem, was man auf Facebook, Twitter, Youtube wahrnimmt. Wenn meine Beobachtung ein axiomatisches Gesetz über das Bewusstsein totalitär aufstellen würde, könnte man sich jedes sachliche Urteil, jede Korrektur sparen. Als ob ich mir ein Totschlagargument gegen Systemkritik aushecken würde – wo denkst du hin? Wo du Recht hast, hast du Recht; das ist wiederum selbstreferenziell, nicht wahr? Dass man Recht hat, wenn man alles richtig erklärt, aber nicht im Recht ist, das ist die Crux, verdammt noch mal!

    „den Nachweis kannst du nur führen, indem das Argument widerlegt wird.“

    Ich weiß nicht, wie du vorgehst; ich versuche, die Leute erstmal in der Weise zu irritieren wie Marx es formulierte: „Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigene Melodie vorsingt.“ Der Titel dieses zeitlosen Liedes lautet: „Jeder für sich, Gott für uns alle!“ Eine unheilverkündende Weise, die gleichzeitig für und gegen sich spricht. Das Argument ist die Herausstellung des Gegensatzes. Die Leute fühlen sich nämlich in der Konkurrenz zu Hause, in der Einbildung, dass sich ein Meer an Chancen vor ihnen auftut, wenn jeder gegen jeden kämpft, aber alle an einem Strang ziehen – was für ein Widersinn und Wahnwitz!

    Dass sie von Grund auf als Verlierer, als Gambit auf das Schlachtfeld geworfen werden, kommt ihnen nicht in den Sinn. Sie entgegnen, dass dein Argumente sich nicht dafür eignen, sie persönlich voran zu bringen und du ansonsten keine Alternative anzubieten hast. Das ist ja das Handicap, dass du mit deinem Einwand in der Sache durchaus mal Recht bekommst, aber deine „Bedenken“ um eines höheren Zwecks willen zurückzustecken hast. Den „Nachweis“, den du einforderst, kann jedenfalls durch authentische Beweismittel en detail nicht erbracht werden und keine nachhaltige Wirkungen zeitigen, solange sich das Volk als Ganzes und damit so ziemlich jeder einzelne sich verschrieben/abgeschrieben hat für die Abstraktion schlechthin – der Grande Nation.

    Freerk Huisken zur Flüchtlingskrise – Wir schaffen das trotzdem!

  60. 60 2xmal 06. April 2016 um 16:49 Uhr

    „Bei seinen Gegenargumenten geht man doch immer vom Massenbewusstsein, vom Regelfall aus,“

    Eigentlich geht man von einem konkreten Argument aus. Ich mache das jedenfalls so. Hier hat man es ja eher selten mit dem typischen Massenbewusstsein zu tun. Und selbst wenn, dann bringt das Psychologisieren nichts, weil es die Gründe des Bewusstseins nicht angreift. Was willst du sagen? „Du willst ja bloß gewinnen, weil du ansonsten ein Verlierer bist.“ Das kommt höchstens als Beleidigung rüber.

    „also von dem, was man auf Facebook, Twitter, Youtube wahrnimmt. „

    Da geht es nicht ums gewinnen – in einem Streit. Denn gestritten wird gar nicht, sondern geliked. Kritik (noch dazu inhaltliche) soll ja eigentlich gar nicht sein, sondern gleich Bestätigung pur – like oder dislike. Daumen hoch oder runter. Gemeinschaft hat recht, Gefolgschaft hat recht, keine Gefolgschaft hat unrecht, verliert. Das hat aber wenig mit einem politischen Blog zu tun, wo diskutiert wird.

    „Den „Nachweis““

    Ich meinte nicht „Den Nachweis“ überhaupt, der die Leute automatisch zum Kommunismus bringt. Den gibt’s nicht. Man kann aber die Fehler ihrer Gedanken nachweisen. Und dabei nützt es dir nichts, wenn du die Psychologie der bürgerlichen Konkurrenzlers angreifst ohne zu zeigen, dass sein Gedanke auch inhaltlich nichts taugt. Sein interessegeleitetes Denken kannst du bloß am konkreten Argument nachweisen und nicht dadurch, dass du sie mit ihren psychologischen Mechanismus konfrontierst.

  61. 61 Ohnmacht 06. April 2016 um 21:04 Uhr

    Jetzt sind wir an einen Punkt angelangt, wo bloß festzuhalten ist: du hast meinen Witz nicht verstanden und ich deinen nicht, aber wir haben ja Zeit ohne Ende, uns darüber auseinander zu setzen, denn der Laden der freien Meinungsäußerung ist rund um die Uhr geöffnet. Schade nur: Was ist an einem kommunistischen Blog speziell? Dass ihn kaum einer besucht!

    Und dabei nützt es dir nichts, wenn du die Psychologie der bürgerlichen Konkurrenzlers angreifst ohne zu zeigen, dass sein Gedanke auch inhaltlich nichts taugt.

    Deine Übung führt ins Leere, denn das eine bedingt das andere. Wenn Leute sich einzig und allein damit beschäftigen mögen, wie sie zurecht kommen, haben sie sich längst damit abgefunden, dass sie hier mehr oder weniger gut aufgehoben sind. „Die Psychologie des bürgerlichen Individuums“ kannst du doch nicht trennen von ihrem alltäglichen Geschäft und Gebrauch. Die Entscheidung, bei dem Ganzen mitzumachen, hat ein jeder schon vor der Abwägung getroffen, was für ihn dabei heraus kommt. Das hat mit Interessenabgleich rein gar nichts zu tun, das ist Psychologie pur – die Nation ist meine Familie und die sorgt für mich! Die Leute suchen nicht die Wahrheit über das System, sondern die Zufriedenheit mit dem System und in ihm. Sie fragen sich nicht, warum der Schuh drückt, sondern wie sie mit dem drückenden Schuh trotzdem noch laufen können.

  62. 62 2xmal 06. April 2016 um 23:42 Uhr

    „du hast meinen Witz nicht verstanden“ Was hab ich nicht verstanden, was du nicht? Willst du bloß Uneinigkeit festhalten?

    „denn der Laden der freien Meinungsäußerung ist rund um die Uhr geöffnet.“ Was soll das denn? Ist dir das Diskutieren lästig, oder was?

    „Was ist an einem kommunistischen Blog speziell?“ Zum Beispiel, dass da nicht bloß bürgerliche Konkurrenzsubjekte unterwegs sind.

    „Deine Übung führt ins Leere, denn das eine bedingt das andere.“ Was ist eine Bedingung für was? Ist inhaltliche Kritik eine Bedingung, um zu sagen dass es bloß um Kompensation geht? Oder andersrum?

    „Wenn Leute sich einzig und allein damit beschäftigen mögen, wie sie zurecht kommen, haben sie sich längst damit abgefunden, dass sie hier mehr oder weniger gut aufgehoben sind.“ Was willst du denn damit sagen? Soll man lieber die Klappe halten?

    „sondern die Zufriedenheit mit dem System und in ihm.“ Was denn? Weil sie psychologisch so gestrickt sind? („Psychologie pur“)

  63. 63 Ohnmacht 07. April 2016 um 9:19 Uhr

    Ein mühseliges Frage-und-Antwortspiel? Meinetwegen…

    Willst du bloß Uneinigkeit festhalten?

    In den Punkten, wo sie nun mal besteht.

    Ist dir das Diskutieren lästig, oder was?

    Ehrlich gesagt, ja. Aber wat mutt dat mutt.

    Zum Beispiel, dass da nicht bloß bürgerliche Konkurrenzsubjekte unterwegs sind.

    In diesem Blog sind die Subjekte unterwegs wie überall. Das ist keine Frage der Vorlieben. Von der Konkurrenzveranstaltung kriegst du auch nach Anhörung und Fürbitte keinen Freibrief oder Ablassbrief ausgestellt. Hab’s versucht. Keine Chance.

    Ist inhaltliche Kritik eine Bedingung, um zu sagen dass es bloß um Kompensation geht? Oder andersrum?

    Kannst du nochmal genauer ausführen, was du mir mutwillig unterstellen willst.

    Was willst du denn damit sagen? Soll man lieber die Klappe halten?

    Die Klappe halten die von mir beschriebenen Sachverwalter ihrer Interessen schon mal gar nicht. Sie sind Zwängen unterworfen, die sie zu selbstauserkorenen Bedingungen verklären. Nach den Dauerbeschwerdeführern, die nicht das abbekommen, was ihnen „zusteht“, muss man demzufolge nicht lange suchen.

    Weil sie psychologisch so gestrickt sind?

    Jaahaaa… leider. Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.

  64. 64 2xmaL 07. April 2016 um 9:56 Uhr

    „In den Punkten, wo sie nun mal besteht.“ Meinst du nicht, du solltest mir die „Punkte“ mitteilen und ein paar Argumente dazu sagen, bevor du „dislike“ feststellst. Zum Uneinigkeit feststellen, gehört doch mindesten, dass man sie inhaltlich geklärt hat – hast du aber nicht.

    „Ehrlich gesagt, ja.“ Dann lass es halt. Anscheinend gehörst du auch zur gehirnamputierten like-dislike Gemeinde. Ich versteh schon. Nachdenken ohne Hirn macht eben Stress.

    „Das ist keine Frage der Vorlieben.“ Das ist tatsächlich keine frage der Vorliebe, sondern eine Frage von Fakten und Fakt ist, dass sich hier vorzüglich Kommunisten rumtreiben, von denen man annehmen darf, weil sie sich entsprechend äußern, dass sie Kritiker des bürgerlichen Konkurrenzzirkus sind.

    „Von der Konkurrenzveranstaltung kriegst du auch nach Anhörung und Fürbitte keinen Freibrief oder Ablassbrief ausgestellt.“ Hä? Soll das Ironie sein? Was hat denn die Konkurrenzveranstaltung damit zu tun, dass sich ihre Teilnehmer zu Konkurrenzgeiern mausern. Dafür sind sie selbst verantwortlich.

    „Kannst du nochmal genauer ausführen, was du mir mutwillig unterstellen willst.“ Nein. Weil das eine Nachfrage war und ich schlicht nicht verstanden habe, was du sagen willst.

    „Jaahaaa… leider.“ So blöd kannst du doch gar nicht sein. Was denn? Alles Psychos, außer du? Die Leute haben keine Gründe für ihre Entscheidungen, sondern Seelenmechanismen, weswegen dann das Argumentieren nichts bringt und man ihnen lieber gleich ihren vermeintlichen seelischen Mechanismus vorwirft. Das ist ein fataler Fehler. Damit überzeugst du sicher keinen.

  65. 65 Ohnmacht 07. April 2016 um 10:22 Uhr

    Gleich unter die Gürtellinie schießen. Mein Verdacht hat sich bestätigt. Auf eine Wiederauflage dieses ins Leere laufende Hamsterrad werde ich mich gar nicht erst einlassen. „So blöd“ und „gehirnamputiert“ bin ich nicht. Dafür ist mir meine verbleibende Lebenszeit echt zu schade.

  66. 66 2xmal 07. April 2016 um 12:11 Uhr

    So diskutierst du. Statt dich inhaltlich auf das zu beziehen, was die Leute sagen, verdächtigst du die Leute. Und statt einem Argument gibt es einen „Big Dislike“. Macht man dich darauf aufmerksam, wirst du zur Mimose. Und ausgerechnet du, beschwerst dich über die über das Kompensationsbedürfnis bürgerlicher Konkurrenzler auf facebook usw. Dabei bist du ein Paradebeispiel dieser gehirnamputierten Idioten, die sich statt sich argumentativ auseinandersetzen (deinen Denkapparat in Gang zu setzen, nervt dich ja schon) lieber verpissen und woanders ihre „Likes“ sammeln.

  67. 67 Ohnmacht 07. April 2016 um 12:37 Uhr

    Stichwort „Konkurrenz“: Q. E. D.

  68. 68 NurMalSo 07. April 2016 um 13:12 Uhr

    „dass da nicht bloß bürgerliche Konkurrenzsubjekte unterwegs sind“

    „Dabei bist du ein Paradebeispiel dieser gehirnamputierten Idioten“

    Hm. Die Beschimpfung fehlenden Geistes gegen Kritiker ist nicht nur bürgerliches Konkurrenzgehabe, da soll mittels Ressentiment ein Diskussionsergebnis herbeigeführt werden: unliebsame Argumente werden abgewatscht als unwürdig mit dem Verweis auf biologische Ursachen beim Kritiker („gehirnamputiert“/Idiot“). Auch daraus kann man den Schluss ziehen, dass das Argumentieren hier nicht dem Ziel folgt, wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen oder zu verbreiten.

  69. 69 2xmal 07. April 2016 um 13:15 Uhr

    Wusst ich es doch. Jeder der dir widerspricht, ist eben ein bürgerlicher Konkurrenzgeier. q.e.d. Ob er Recht hat oder nicht spielt keine Rolle. Er streitet und das belegt, dass er einer ist. Du dagegen streitest gar nicht. Du bist ein Prediger, dem alle anderen zu applaudieren haben. Du willst gar nicht diskutieren, sondern du suchst Follower, die dich Liken.

    Ich glaube da hast du was missverstanden. Streiten ist eine linke Tugend. Du diffamierst das als bürgerliche Konkurrenz. Nichtstreiten ist die bürgerliche Kompensationsveranstaltung, Zustimmung als Kompensation zur Ablehnung in der Konkurrenz. Bürger streiten nicht, sie stimmen ab. Schade, dass du letzteres pflegst.

  70. 70 2xmal 07. April 2016 um 16:14 Uhr

    @nurmalso: Abgewatscht habe ich die Weigerung zu diskutieren, weil mich das wirklich ärgert. Erst kritisiert er bürgerliche Kompensation und dann verhält er sich 1:1 wie ein Facebookidiot. „Dislike“ ist sein „Argument“. Gehirnamputierter Idiot ist hier ausnahmsweise mal eine Bestimmung. Wenn mir einer sagt: Das Diskutieren ist mir lästig. Was tut er dann hier. Wenn mir einer sagt: Auf Blogs treiben sich bloß bürgerliche Konkurrenzgeier rum. Dann frag ich mich, was so jemand hier verloren hat. Will er sich als Konkurrenzgeier outen? Auf dieses GSP-Bot Geschwätz reagier ich ziemlich allergisch. Ja, ja. Dass sich einer überhaupt im Netz äußert, beweist schon zur Genüge, dass er ein bürgerlicher Idiot ist. Ehrlich. Die haben doch nicht mehr alle Tassen im Schrank. Das läuft auf die Behauptung raus. Wenn du dich mit mir streitest, bist du ein Rechthaber, also versuchst du im Netz zu kompensieren, was du im wirklichen Leben nicht hinkriegst. Das ist eine absurde Theorie.

    Außerdem stehen meinerseits noch genug Argumente da. Wenn du den Thread mal durchliest, wirst du feststellen, dass es mir tatsächlich schleierhaft ist, wo „ohnmacht“ einen unüberbrückbaren Gegensatz sieht. Den hat bloß geärgert, dass ich seine Psychologiesiererei nicht mitmache. Nach dem Motto: Bürger sind halt Psychos, denen braucht man gar nicht mit Argumenten kommen. Denen reibt man gleich unter die Nase, dass sie eh bloß Psychos sind. GSP-Bot at ist worst.

    „Die Beschimpfung fehlenden Geistes gegen Kritiker ist nicht nur bürgerliches Konkurrenzgehabe, da soll mittels Ressentiment ein Diskussionsergebnis herbeigeführt werden:“ Da bin ich aber froh, dass du ne Schublade gefunden hast. Einen anderen Beweggrund kannst du dir nicht vorstellen? Zum Beispiel, dass der geäußerte Inhalt bzw. nicht Inhalt sehr ärgerlich ist. Zudem stimmt es nicht, dass mit Beschimpfungen ein Diskussionergebnis hergestellt werden kann. In Wahrheit verhängst du Maulkörbe. Du sortierst meine Bemerkungen als Konkurrenzgehabe ein, womit eine inhaltliche Argumentation überflüssig gemacht werden soll. Das ist eben eine Beschimpfung in GSP-Sprech. Du könntest auch sagen: Du Bürger!

    „Auch daraus kann man den Schluss ziehen, dass das Argumentieren hier nicht dem Ziel folgt, wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen oder zu verbreiten.“ Sehr gut erkannt! Wenn mir einer sagt: ich mag nicht diskutieren, denn das Diskutieren ist mir lästig und eine Verschwendung von Lebenszeit, dann ist es mit Erkenntnis eh vorbei. Das sagt er brettelbreit daher. Da muss man keinen „Schluss“ mehr ziehen.

  71. 71 Konsumentenmacht 07. April 2016 um 16:53 Uhr

    @2xmal:

    Du verwendest das Wort brettelbreit, weißt, wie man einen Beweis abschließt,
    und argumentierst logisch sehr streng.

    Du bist doch krim, oder? :-)

  72. 72 NunMalSo 07. April 2016 um 17:03 Uhr

    „Das ist eine absurde Theorie.“

    Allerdings. Und dann ist es auch noch auf deinem Mist gewachsen.

    „Denen reibt man gleich unter die Nase, dass sie eh bloß Psychos sind.“

    Auch das liest man so nur bei dir und nicht bei anderen.

    „Zudem stimmt es nicht, dass mit Beschimpfungen ein Diskussionergebnis hergestellt werden kann.“

    Richtig, das geht gar nicht, dennoch hast du es versucht. Dein Fehler!

    „Du sortierst meine Bemerkungen als Konkurrenzgehabe ein“

    Deine Beschimpfungen sind das – auch die sind inhaltlich zu bestimmen: seinem Gegenüber mit „Gehirnamputation“ oder „GSP-Sprech“ zu kommen ist ein Kritikverbot. Dafür gibt es herabwürdigende Beschimpfungen, um die Beschimpften schlecht aussehen zu lassen. Warum und wie das Ärger über inhaltliche Differenzen kompensieren soll, kannst du ja mal selbst überlegen.

    „Verschwendung von Lebenszeit“

    Wenn jemandem seine Zeit zu schade ist, deine Beschimpfungen zu lesen, ist die Schuldfrage in Sachen Diskussionsende langweilig. Probier es doch mal sachlich, dann muss auch niemand zwischen deinen Tiraden nach brauchbaren Argumenten suchen.

  73. 73 Ohnmacht 07. April 2016 um 17:56 Uhr

    Zum Schluss noch ein kaschiertes Selbstlob, das hat noch gefehlt :roll:

    Sich zurückzuziehen ist nur zweckmäßig: Man grenzt sich formal von etwas ab, das inhaltlich keinen Sinn mehr macht. Das Q. E. F. folgt dem Q. E. D. auf dem Fuß.

  74. 74 König Taravangian 07. April 2016 um 18:08 Uhr

    Nein. Eigentlich bin ich König Taravangian und ich gebe mir nur ab und zu den Spitznamen 2xmal, wenn ich mich unters gewöhnliche Volk mische. Meistens nach 21.00 Uhr, wenn ich schon brettelbreit bin. Dass mir in diesem Zustand das logische Argumentieren nicht abhanden kommt, wundert mich selbst. Aber nicht verraten, sonst muss ich mir wieder einen neuen Nick ausdenken.

  75. 75 König Taravangian 07. April 2016 um 18:28 Uhr

    @Konsumentenmacht: Da siehst du was du angerichtet hast. :) Jetzt glaubt Ohnmacht auch noch 2xmal wäre Konsumentenmacht. Und ich als du, hätte mich selbst gelobt. Eigenlob stinkt. Ich Bürger! Pfui aber auch. Dabei habe ich es als König gar nicht nötig mich selbst zu loben.

    @ohnmacht: „Man grenzt sich formal von etwas ab, das inhaltlich keinen Sinn mehr macht.“ Du hast inhaltlich ja gar nichts gesagt, außer deinem dislike. Oder anders: Das einzig inhaltliche, war deine formale Abgrenzung.

  76. 76 Ohnmacht 07. April 2016 um 20:08 Uhr

    Das einzig inhaltliche, war deine formale Abgrenzung.

    Du hast es erfasst. Aber zum Formal-Inhaltlichen nachgefragt: Auf was soll das Komma in deinem bedeutungsschwangeren Satz hindeuten?

    Dortmund against Liverpool, läuft gerade – unser Klopp auf der anderen Seite – das ist eine Konkurrenzveranstaltung, die ich ausnahmsweise genieße.

    You‘ll never walk alone

    Das Original von Gerry & The Pacemakers

  77. 77 Mattis 07. April 2016 um 21:24 Uhr

    Unser, Klopp.
    Kommata regen zum Nachdenken an …
    *
    PS:
    Wenn schon fremdsprachig, dann bitte brettlbreit.

  78. 78 Ohnmacht 07. April 2016 um 21:40 Uhr

    Dem Klopp bin ich nicht „auf Gedeih und Verderb“ ausgeliefert, deshalb kann ich diesen Wettkampf genießen, ohne gleich einen Schnupfen davon zu bekommen – Hatschi – es steht 1:1.

  79. 79 Mattis 07. April 2016 um 21:53 Uhr

    Live-Ticker bei Neo – sakrisch!

  80. 80 Ohnmacht 07. April 2016 um 22:07 Uhr

    „Brettlbreit“, „sakrisch“, keine Ahnung, was das bedeutet, geht mir auch am Allerwertesten vorbei. Was Fremdsprachen angeht, Pidgin-English, zu mehr reicht es bei mir nicht.

  81. 81 König Taravangian 08. April 2016 um 0:39 Uhr

    Das Komma trennt „inhaltlich“ von „war“ und zielt darauf ab, die Vermutung einer Metaebene aufkeimen zu lassen, die dich verunsichern soll und die Frage provozieren soll, ob der Satz mit weiteren Bedeutungen schwanger geht. Allerdings sind diese Metabotschaften nur für den königlichen Geheimdienst bestimmt. Würde ich diese Metabotschaften ausplaudern, müsste ich alle Mitwisser zum Schweigen bringen. :)

  82. 82 Konsumentenmacht 08. April 2016 um 6:26 Uhr

    „Da siehst du was du angerichtet hast. :) Jetzt glaubt Ohnmacht auch noch 2xmal
    wäre Konsumentenmacht. Und ich als du, hätte mich selbst gelobt.“

    Hmm. Das hatte ich mir in der Tat nicht gut überlegt. :-)
    In Zukunft behalte ich meine nachrichtendienstlichen Erkenntnisse besser wieder
    für mich.

  83. 83 Gut, dass das endlich mal gesagt wird 08. April 2016 um 8:49 Uhr

    „sakrisch“ ist ein Euphemismus für arisch SK. Wahrscheinlich ein Nazi-Troll. Er lässt es an Respekt fehlen und nennt den Betreiber des Blogs beim Vornamen, sogar noch abgekürzt! Auch der Name Mattis – sehr verdächtig. Sehr verdächtig. Nichtssagend und doch prägnant. Hmmm…

  84. 84 Konsumentenmacht 08. April 2016 um 10:02 Uhr

    Was ist den Daddeln nun wieder?

    Aha:

    http://www.duden.de/rechtschreibung/daddeln

    Und sakrisch habe ich auch gefunden:

    http://www.duden.de/rechtschreibung/sakrisch

    Vielleicht sollte Neo ein Sachwortverzeichnis für die ganzen Fachtermini
    einführen? Um die Recherchearbeit nur einmal zu machen.

  85. 85 Ohnmacht 08. April 2016 um 10:24 Uhr

    Bajuwarisch halt. Die Dudendefinition für „Daddeln“ ist zu eng, einfach nur an den alten Begriff angelehnt (Spielautomaten), der wurde aber später auf PC-Games erweitert. Jacko, du meinst, das sollte man als Gimmick oder App in die Blogs einbauen – zwischendurch mal aufeinander ballern, vielleicht kühlt das die Gemüter ab. Kommie und Egoshooter klingt unvereinbar und nach PI, was eben den Reiz ausmacht :twisted: Aber wie soll das gehen? Auf WorldPress funzt ja noch nicht mal JavaScript.

    MOHAA war das einzige Multiplayer-Game, das ich gezockt habe. Die Faszination für diese taktischen Manöver in Counterstrike konnte ich nie nachvollziehen. Auf einem MOHAA-Server lief nur Stalingrad, wo die Clans ausschließlich mit der Sniper ausgerüstet wurden, das war Nervenkitzel pur – für Camper keine Überlebenschance :razz: Aber jede Map hatte ihren besonderen Reiz. Als die Plattform Gamespy 3D ihren Dienst einstellte, war erstmal Zappenduster und mein Ballaballa-Fieber auch kuriert.

  86. 86 Konsumentenmacht 08. April 2016 um 11:54 Uhr

    „Kommie und Egoshooter klingt unvereinbar“

    Warum? Ich dachte beim Kommunismus geht es darum, die materielle Reproduktion
    der gesellschaft zweckmäßig zu organisieren.

    Sollten tatsächlich Egoshooter verboten werden, bleibe ich lieber bei der
    Marktwirtschaft. Dort ist das nämlich erlaubt, genau wie die Meinungs- und
    Reisefreiheit.

    (ich spiele zwar nicht Computer, aber wer weiß was dann noch alles verboten
    würde).

  87. 87 Ohnmacht 08. April 2016 um 12:36 Uhr

    Mit der Freiheit hat es seine besondere Bewandtnis. Sie ist keine das Menschengeschlecht voranbringende Erfindung wie das Rad. Sie hängt ab von der Zubilligung oder Gewährung und enthält dadurch regelrechte Widersprüche: Die Reisefreiheit z.B. gesteht dir die Auswanderung zu, aber damit ist dir nicht die Einwanderung in ein anderes Land erlaubt.

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