GSP und Frauenfrage

Der Haus-GSPler hier hat einen Kommentar beliebig reingepappt, weil hier halt nur ich Artikel bringen kann. Das ist aber ein eigenes Thema, das ich hiermit separat aufmache:

„Wenn erst Wagenburgen auch als eingetragene Lebensgemeinschaft anerkannt sind, dann kommen noch die alternativsten Lebensentwürfe in den Genuss, vom Staat benutzt zu werden. Dann wird vor der Auszahlung von Hartz IV erstmal die alternative Wohngemeinschaft in Haftung genommen, bei Krankenhausaufenthalten das polyamoröse Netzwerk zur Kasse gebeten und für die Kinder dürfen dann drei Väter aufkommen…“

So fasst http://keinort.de/?p=979″>Peter Schadt von „Kein Ort“ seine Kritik an der Politik der Modernisierung der Geschlechterbeziehungen (‚Genderpolitik‘ statt / plus „Familienpolitik“) zusammen.

Etwas kämpferischer kommt ein kommunistischer Aufruf zum Weltfrauentag 2016 daher …
http://aufbaubremen.blogsport.de/2016/03/02/heraus-zum-frauenkampftag/

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Dazu ein Vortrag von 1989:
https://zhenles.wordpress.com/2012/07/11/peter-decker-zur-frauenfrage/

Aktuelleren Datums ist dieses Vortragsmanuskript von Peter Decker:
Die bürgerliche Familie
- Ort des Glücks, des Psychoterrors und des Amoklaufs

Nürnberg, 16.12.2010
Zum Anhören

Margret Wirth zur Frauenfrage in Wien 2014

Marginalien zum ‚demographischen Faktor‘

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(Die eingangs gelobte Debatte mit A. Krölls habe ich leider nicht mehr gefunden. Versus scheint nur Vorträge ab 2010 aktuell zu archivieren.)

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Von Seiten Antideutscher aus Leipzig bzw. dortiger Falken wurde die Kritik geäußert, dass die Moralkritik des GSP lediglich das bürgerliche Interesse reproduziere.
In einem anderen Thread hier gab es darüber eine Kritik von Krim

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Kontroverse Debatten gab es schon 2013 über den Text:
„Fickt das System!?“

Eher old-school-mäßig kommt im März 2016 erwartungsgemäß daher
https://www.freitag.de/autoren/hans-springstein/was-frauen-und-maenner-unterschiedet


30 Antworten auf „GSP und Frauenfrage“


  1. 1 Neoprene 05. März 2016 um 15:53 Uhr

    Den Mitschnitt der Psychologie-Debatte mit Krölls aus 2008 habe ich auch nicht mehr gefunden, es gibt aber einen anderen Mitschnitt aus 2009, auch in Tübingen (gefunden im alten Archiv der Versus-Macher):

    „Kritik der Psychologie – das moderne Opium des Volkes

    Der Vortrag untersucht die systematischen Fehler der Theoriebildung, den legitimatorischen Gehalt psychologischer Theorien und ihre Nützlichkeit für eine Gesellschaft, die es den allermeisten ihrer Mitglieder versagt, an die Mittel zu gelangen, mit denen sie sich ein schönes Leben machen könnten. (Kompletter Ankündigungstext hier)

    06.05.2009, Tübingen, Referent: Prof. Dr. Albert Krölls“
    http://www.versus-tuebingen.de/files/vortraege/090506_kritik_d_psychologie_tue/090506_kritik_d_psychologie_tue_01.mp3
    http://www.versus-tuebingen.de/files/vortraege/090506_kritik_d_psychologie_tue/090506_kritik_d_psychologie_tue_02.mp3
    http://www.versus-tuebingen.de/files/vortraege/090506_kritik_d_psychologie_tue/090506_kritik_d_psychologie_tue_03.mp3
    http://www.versus-tuebingen.de/files/vortraege/090506_kritik_d_psychologie_tue/090506_kritik_d_psychologie_tue_04.mp3
    http://www.versus-tuebingen.de/files/vortraege/090506_kritik_d_psychologie_tue/090506_kritik_d_psychologie_tue_05.mp3
    http://www.versus-tuebingen.de/files/vortraege/090506_kritik_d_psychologie_tue/090506_kritik_d_psychologie_tue_06.mp3
    http://www.versus-tuebingen.de/files/vortraege/090506_kritik_d_psychologie_tue/090506_kritik_d_psychologie_tue_07.mp3
    http://www.versus-tuebingen.de/files/vortraege/090506_kritik_d_psychologie_tue/090506_kritik_d_psychologie_tue_08.mp3

  2. 2 Jacko 05. März 2016 um 17:41 Uhr

    Das Innenleben von Ehehöllen
    (wo sich mit Ansprüchen an das Liebesleben wechselseitig traktiert wird,
    dass es nur so kracht…)
    wird m.E. ganz schön seziert in diesen beiden US-Filmen:

    http://www.zeit.de/kultur/film/2014-10/gone-girl-film-david-fincher-ben-affleck/komplettansicht

    http://www.dieterwunderlich.de/Mendes-zeiten-aufruhrs.htm#handlung

    Sowohl die von Pegida und den Katholiken (vor allem in Frankreich) skandalisierten modernen „Gender-Themen“ als auch das von Seiten der traditionellen Frauenbewegung anlässlich von Köln skandalisierte Thema der Gewalt gegen Frauen lassen gelegentlich die kapitalistisch-normale Form des hergebrachten Geschlechterverhältnisses, die moderne Familie, als angebliche Idylle des Füreinander-Daseins [als Verkörperung des Liebes-Ideals] wieder aufblühen, und sei es in solch Wiedererweckungsversuchen wie „Bachelor“ und „Bauer sucht Frau“ – als Unterhaltungsserie. (Herr und Frau Plasberg zeigen fürs Mittelschicht-Publikum, wie chic und kreuzworträtseltauglich moderne Familie 2016 geht…)

    Das Sezieren von Ehehöllen ist im deutschen Spielfilm absolute Mangelware. Stattdessen gibt es in Deutschland Comedy.
    Ehe ist nämlich ja so was von lustig…

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    Ansonsten wird Frau und Familie hierzulande gehörig modernisiert und dem Arbeitsmarkt dadurch neu zur Verfügung gestellt.
    http://www.versus-politik.de/?p=1099

  3. 3 Bruder Guido 05. März 2016 um 18:00 Uhr

    http://aufbaubremen.blogsport.de/2016/03/02/heraus-zum-frauenkampftag/

    Diese Kreuzung aus GSP und Autonomottos ist trollig.
    Nach der Lektüre solcher kämpferischer Aufrufe bin ich immer wieder erstaunt und frage mich, ob ich eigentlich der einzige bin, der sich an der maßlos übertriebenen Darstellung der Lebensrealität der Leute hier irgendwie stört.

    Dass Überspitzungen dienliche Mittel in der Agitation sind, sehe ich ein. Wenn die propagandistische Darstellung der Lebensrealität von Lohnabhängigen/Frauen aber schlicht zum Schauermärchen mutiert, sabotiert man die eigene Agitation.

    Linke leben in einer Parallelwelt:
    - Jedes Jahr intensiviert sich die Ausbeutung und wächst die Armut (das Stichwort „relative“ lässt man lieber weg)
    - Die Arbeitswelt ist wirklich ausnahmslos eine einzige Schikane
    - Alle Lohnabhängigen sind mit 30 körperlich schon am Ende (und die Lebenserwartung steigt weiter und weiter)
    - Frauen werden üüüübelst unterdrückt und ausgebeutet, mindestens doppelt so schlimm wie die männlichen Kollegen
    - 14h Hausarbeit nach 10h Schicht
    - Überall rape culture, für die jeder Grapscher der Beleg ist

    Grotesk ist es dann, wenn solche Linke auf gewöhnliche Leute treffen und ihnen erstmal erklären müssen, wie schlecht es ihnen wirklich geht.

  4. 4 Jacko 05. März 2016 um 20:04 Uhr

    Der Standpunkt von RAB scheint zu sein, dass nicht die Normalität des Kapitalismus der Skandal ist. Sondern das, was RAB als seine „Auswüchse“ und „Übertreibungen“ [als allgemein so angesehene Skandale] ansieht. Agitatorischer „Vorteil“ ist dann nämlich, man kann so tun, als sei Revolution damit eigentlich Allgemeinzweck, als könne man an das Missbehagen über Skandale revolutionär anknüpfen.
    Darum vermutlich die Übertreibungen!
    (Damit schießt man sich allerdings bekanntlich selbst ins Bein, die Adressaten lassen Übertreibungen nämlich als Argumente sich eher von Seiten der BLÖD-Zeitung einleuchten. Der BLÖD nehmen sie nämlich ab, dass sie mit ihren Übertreibungen was Gutes tue: den Finger dorthin legen, wo „wir alle viel aufmerksamer“ mit unser aller Moralaufpasserei sein sollten!)

    (Auffällig ist übrigens auch, dass RAB – wie auch die Autonomen – eher über Nazis [und deren eingebildetes Großdeutschland] reden, als z.B. über die reale deutsche Bundesregierung und deren Europa [-Pläne]…}

  5. 5 Jacko 06. März 2016 um 1:00 Uhr

    Dass der Standpunkt, im Reich des Privatvergnügens und der Liebe solle es endlich mal um das Subjekt so ganz und gar und total gehen, und nicht immerzu nur als Mittel für sonstwas anderes, denn in der Liebe sei jemand ganz und gar (nur) für einen da, dann bei den Menschen den (fast schon rechtsförmigen) Anspruch produziert, dass der Partner dann auch ganz und gar mit seiner gesamten Person dafür herhalten muss [obendrein muss er das bei Krankheit, Kinderversorgung etc. aus Sicht des Staates ja auch wirklich!] wobei das Scheitern solcherlei gigantomanischen Liebesprogramme darin fast schon automatisch eingebaut ist, was dann die Liebe zum allerbesten Grund für die erlesensten privaten Unerfreulichkeiten des Aushaltens, der Grausamkeiten und der Verbrechen, die überhaupt in dieser Gesellschaft auf der privaten Ebene massenweise vorkommen, produktiv fortentwickelt,
    d a s kömmt mir auch wie eine „Übertreibung“ vor.
    (Aber eine mit System.)
    (Denn dass reale Armut des Prekariats oder privater Geldreichtum bei den oberen Zehntausend die meisten dieser privaten Affären entweder zu existenziellen Katastrophen [und Scheißalternativen] fortentwickeln, oder sowieso finanziell auch gar nicht erst ins Gewicht fallen, ist bekanntlich – und sehr old school gemäß – vor allem eine Klassenfrage.)

  6. 6 Jacko 06. März 2016 um 9:45 Uhr

    Das merkwürdige Verhältnis von eigenen Liebesidealen (die sich zunehmend auch in solche der ‚realistischen‘ Berechnung und Ausnutzung auflösen) und der Praxis des Staates, diese privaten Ideale und Nutzenerwägungen in seine Anforderungen einzuspannen, wird hübsch erläutert in einer Herr-Keiner-Geschichte …

    http://www.herrkeiner.com/geschichten/herr-keiner-zum-weihnachtsfest/

    … und noch eine weitere Geschichte …

    http://www.herrkeiner.com/geschichten/die-frauen-von-koeln-und-die-regensburger-domspatzen/

  7. 7 Grete 07. März 2016 um 6:48 Uhr

    Das Ankündigungsflugblatt zur Veranstaltung des GSP in Wien 2014
    formuliert zwei Thesen gegen die Behauptung einer immer noch fehlenden „echten Gleichberechtigung“ und einer „Diskriminierung der Frau“ (zum Weltfrauentag wird kämpferischer von „Unterdrückung“ geredet…):

    „1. Die Forderung nach Gleichberechtigung geht an den Gründen für die Schlechterstellung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt ebenso vorbei wie an den Gründen für die unschönen Formen, die das Leben zu zweit gelegentlich annimmt. Dass die rechtliche Gleichstellung die Lage der meisten Frauen nur unwesentlich verbessert, liegt daran, dass die rechtliche Ungleichheit gar nicht der Grund für diese Lage ist.

    2. Es geht auch die Auffassung an der Sache vorbei, die „Diskriminierung der Frau“ läge am Weiterbestehen eigentlich längst überholter „Verhaltensmuster“ bei Personalchefs und oder Männern überhaupt.

    Solche „Vorurteile“ sind vielmehr die zur kapitalistischen Konkurrenz genau passende Geisteshaltung, mit der Mann wie Frau den Leistungsansprüchen von Kapital und Staat unterworfen werden.“

  8. 8 Grete 07. März 2016 um 7:17 Uhr

    Diese Geisteshaltung weiblicher Anpassung, mit solch miesen Bedingungen in Beruf und Privatsphäre zurecht kommen zu wollen, wird nicht dadurch erschüttert, dass sie zum Weltfrauentag ‚kämpferisch‘ als „Unterdrückung“ gebrandmarkt wird.

    Wie Kapital, Staat und Gewerkschaft berechnend auf diese Geisteshaltung setzen, das wird an dem schäbigen Verlauf und Ausgang des Kita-Streiks 2015 deutlich.

  9. 9 Krim 10. März 2016 um 15:45 Uhr

    „– Jedes Jahr intensiviert sich die Ausbeutung und wächst die Armut (das Stichwort „relative“ lässt man lieber weg)
    - Die Arbeitswelt ist wirklich ausnahmslos eine einzige Schikane“

    1. Jedes Jahr „intensiviert sich die Ausbeutung und wächst die Armut“ auch absolut. Wenn das bei dir nicht so ist und du nicht in solchen Kreisen verkehrst, dann scheint es mir, dass du in der Parallelwelt lebst. Überhaupt habe ich die Beobachtung gemacht dass je besser es den Leuten geht, je eher halten sie kapitalistische Ausbeutung für ein Märchen. Je besser es ihnen geht desto habgieriger werden sie. Je weiter oben, desto Affirmation, denn man verdient ja was man verdient und der Rest sind sowieso bloß Loser. Die Armut und das Elend wächst nicht nur hier absolut, sondern Weltweit! Und wieder bestätigt sich, dass solche Leute von i h r e r Welt auf d i e Welt schließen.

    2. Die Arbeitswelt i s t eine einzige Schikane, weil der Zweck ein Scheißzweck ist. Stell dir einfach mal vor in 100 Jahren gibt es einen Kommunismus und in 200 Jahren wird dann der heutige Kapitalismus beurteilt. Was hat meinst du hat Bestand, was hat der Kapitalismus von heute hervorgebracht, was auch noch in 200 Jahren positiv beurteilt wird? Ich denke so gut wie nichts.

    Ach ja und zu den Frauenrechtlern. Das sind bürgerliche Konkurrenzgeier und sonst gar nichts. Denen geht es nicht drum, dass jemand besser verdient, weil ein mieser Lohn ein hartes Leben macht, sondern den geht es drum soviel wie Männer zu kriegen. Was für eine dumme affirmative Forderung. Man merkt das auch daran, dass es ihnen im Prinzip scheißegal ist, ob es um Frauen im Niedriglohnsektor geht oder um Frauen in Führungspositionen. Allen Ernstes fordern die, dass es zu wenige Managerinnen, Politikerinnen usw. gibt. Als würde es einen Unterschied machen, ob Männer und Frauen von einer Frau oder einem Mann entlassen werden.

  10. 10 Max_Hoelz 19. März 2016 um 6:39 Uhr

    @Bruder Guido

    Dir würde es helfen, Deine Privilegierung zu reflektieren, statt hier den engagierten Text von berechtigterweise kämpferischen Genossinnen als „trollig“ zu denunzieren.

    Du bekommst es nicht mal hin, ein einziges Argument der Genossinnen zu widerlegen, statt dessen greifst Du Strohpuppen an. Setzt Dich mit den Punkten auseinander, welche die Genossinnen machen, das ist für Dich und alle hilfreicher als das Kläffen des getroffenen Hundes.

  11. 11 Jacko 22. März 2016 um 13:07 Uhr

    Die auch oben angekündigte Veranstaltung schlägt im feministisch gesonnenen Umfeld anscheinend vorher schon hohe Wellen…

    http://endofroad.blogsport.de/2016/03/20/va-das-geschlechterverhaeltnis-im-kapitalismus/

  12. 12 Krim 22. März 2016 um 14:29 Uhr

    @max_Hoelz: Und wer seine Privilegierung reflektieren soll, legt wer nochmal fest und wer berechtigterweise kämpft, legt wer fest?
    Irgendwie scheint es euch mehr auf die Rechtmäßigkeit des Kampfes anzukommen als auf ihren Inhalt.

    „Als Frauen wurden wir historisch immer hinter die Haustür verbannt.“ Ich bin ein Opfer, weil ein Mensch mit dem selben Geschlechtsteil vor Hundert Jahren Opfer war. Ich gehöre also zur Gemeinschaft der Opfer. Ganz ehrlich, wer da mit der Historie anfangen muss und sie dann unscharf mit der Gegenwart verschwimmen zu lassen, um sich als Opfer darzustellen, den plagen im hier und heute wohl recht wenige Sorgen.

    „Politik, Arbeit und das öffentliche Leben gingen uns nichts an, wurde uns über Jahrhunderte eingetrichtert.“ „Uns über Jahrhunderte“ wahrscheinlich in das kollektive Geschlechtsgedächtnis, das man sich mal eben herbei fantasiert.

    „Unsere Geschicke sollten wir in die Hände unserer Männer legen.“ Ich und meine Geschlechtsgenossin vor 100 Jahren.

    „Denn sie wären von Natur aus eben die Macher, welche sich für die Bosse krumm machen dürfen.“ Während sich die Frauen einfach nicht für die Bosse krumm machen durften – die Armen. Denn sich krumm machen dürfen ist ein einziges Vergnügen, wenn Männer es tun und ein Riesenskandal, wenn Frauen es nicht tun dürfen. Wenn sie es dann tun dürfen ist natürlich schlecht, weil die Bosse männlich sind, wären sie Frauen, wäre alles in Butter.

  13. 13 Krim 22. März 2016 um 18:57 Uhr

    „Weil wir als Frauen nicht als welche ernstgenommen werden, deren Willen zählt, ist es an der Zeit unseren Willen auf körperliche Unversehrtheit und sexuelle Selbstbestimmung mit dem deutlichsten Mittel durchzusetzen, das es gibt: Mit Gewalt.
    Vergewaltiger: Wir kriegen euch alle! Nehmt euch in Acht vor uns.“

    Da geht es ja nicht um Selbstverteidigung vor sexuellen Übergriffen, sondern darum selbst Justiz zu üben. „Wir kriegen euch alle!“ Sich mit Gewalt an Gewalttätern zu rächen als wäre Gewalt ein Argument. Da haben sich die Feministen vom bürgerlichen Staat ja einiges abgeguckt. Bravo.

    „Männliches Rechtsanspruchdenken beginnt nicht mit dem Vergewaltigen von Frauen.“ Wie weibliches Rechtsanspruchsdenken geht, habt ihr hier ja zur Genüge vorgeführt. Gefällt mir überhaupt nicht.

  14. 14 Jacko 23. März 2016 um 8:43 Uhr

    @ Max_Hoelz

    „… deine Privilegierung zu reflektieren…“

    Privilegien sind ja so etwas wie „Sondervorrechte“, die eben nicht alle haben. Das mag beim Professor die freie Zeiteinteilung sein, beim Manager die Höhe des erzielten Einkommens, beim Erben ja sowieso genau dasselbe.

    [Anmerkung: Falls es hier um Fragen des Kommunismus gehen würde, wäre es doch günstig, wenn Leute, die andere vom Kommunismus überzeugen wollen, das nicht erst nach einem stressigen 8-Stunden-Job mit wenig Knete hinkriegen könnten, sondern wenn ihnen dafür ein Goldesel, der ihnen dafür die Bedingungen hinscheißt, zur Verfügung stünde (ein Kindermärchen).]

    Auch pur vom Standpunkt der Möglichkeiten des Genusses des schönen Lebens her wäre es supergünstig, man müsste nicht ewig organisieren, wie man eine erträumte Zweitwohnung am Meer, den Besuch des tollen Konzerts im Nachbarland, oder den Workshop zur Malerei in der Toskana mit seinem knappen Geldbeutel hinorganisieren könnte.

    Solche Möglichkeiten freier Verfügung über Geld und über Zeit werden im Regelfall als „Privilegien“ bezeichnet.

    Ich habe also deinen Denkauftrag reflektiert und fordere daher:
    mehr materielle Mittel und mehr freie Lebenszeit für alle!

    Und daher will mir die etwas neidische Anpinselei davon, dass manche hierzulande mehr von diesem oder jenem haben, nicht einleuchten.

    Oder willst du ernsthaft die Botschaft verkünden, wenn diejenigen, die solcherlei angebliche oder wirkliche „Sondervorrechte“ haben, davon welche abgeben müssten, dass das dann dir (oder ‚den Frauen‘) zugute käme?

    Ist es nicht eher die umgekehrte Botschaft: ich habe nichts vom Leben, dann sollen andere aber auch nichts von ihrem haben?

    (Das genau ist übrigens der schäbige Standpunkt, mit dem die BLÖD das Neidbedürfnis der Armen nicht kritisiert, sondern geradezu anfeuert.
    Die BLÖD weiß nämlich, dass das ja nur ein Aufruf zu mehr Bescheidenheit und zu mehr Anstand ist. Und dass es darin antikritisch ist.

    Und deshalb geißelt die BLÖD auch gerne exzessiv die Jachten der Reichen vor Nizza – zum Beispiel auch die von Alice und Hillary …

    arte hingegen feiert übrigens, dass selbstverständlich auch Frauen zu den Reichen und Mächtigen gehören.
    http://www.arte.tv/guide/de/062943-000-A/the-power-of-women

    Diese reichen und mächtigen Frauen werden übrigens pur und nur deswegen, weil sie Frauen sind, noch einmal extra wertgeschätzt als weibliche und darin bessere Darstellerinnen der Charaktermasken von so ekelhaften Organisationen wie dem IWF (oder der deutschen Bundesregierung).

    Merkwürdigerweise hat Freerk Huisken gestern oder heute
    einen Text über „Muße“ – auch ein Privileg! – veröffentlicht.
    (Vielleicht macht Neoprene ja einen neuen Thread daraus?)

    http://www.fhuisken.de/Musse.odt

  15. 15 Krim 23. März 2016 um 13:42 Uhr

    „Solche Möglichkeiten freier Verfügung über Geld und über Zeit werden im Regelfall als „Privilegien“ bezeichnet.“

    Nein. Eigentlich sind Privilegien Rechte. Verfügung über Geld und Zeit ist Verfügung über Geld und Zeit. Wer in dessen Genuss kommt, der wird vielleicht als Privilegiert angesehen oder zu einer privilegierten Klasse gehörig betrachtet. FrauenFrauen meinen aber was anderes. Die meinen das Patriarchat, die Herrschaft des Mannes über die Frau. Die meinen Männervorrechte gegenüber Frauen. Steht ja alles in diesem üblen sich radikal gebenden Aufruf „Heraus zum Frauenkampftag.“ Mit „revolutionär“ und dem Titel „Ausbeutung“ klauen sie sich bloß linke Attitüde.

  16. 16 Konsumentenmacht 27. März 2016 um 20:27 Uhr

    krim: „Die Armut und das Elend wächst nicht nur hier absolut, sondern Weltweit!“

    Verständnisfrage: Das die absolute Armut wächst, ist notwendig, weil fürs Gewinn machen eines der drei Mittel die Produktivitätssteigerung ist.
    Und Produktivität steigern heißt notwendig, Arbeiter auszustellen. (Die anderen beiden Mittel zum steigern der Profitrate sind Arbeiter länger
    arbeiten lassen und Lohn senken).

    Hab ich das so richtig verstanden?

  17. 17 Krim 27. März 2016 um 20:59 Uhr

    Ja. Intensivierung der Arbeiter wirkt genauso, wie Arbeiter länger arbeiten zu lassen. Ich würde außer ökonomischen auch imperialistische Gründe sehen. Globalisierung heißt auch Vergleich der Löhne weltweit, Ausnutzung der Konkurrenz der Arbeitskräfte weltweit. Verlagerung der Produktion ins Ausland. Gestern kam ein Spielfilm über die Gebrüder Dassler. Da wurde ganz unter ferner liefen erwähnt, dass die Produktion von den Söhnen nach Fernost verlagert wurde, während in Herzogenaurach die Konzernzentrale steht. Armut ist ja nicht bloß keine Arbeit zu haben, sondern Arbeit zu haben und unter erbärmlichen Bedingungen sein Leben fristen zu müssen.

  18. 18 Neoprene 27. März 2016 um 21:25 Uhr

    Nein, daß die absolute Armut der Arbeiter wächst, ist weder für eine einzelne Firma noch für eine Nation notwendig. Wenn die Firmen/Nationen erfolgreich sind, sich also Gewinne einstellen, dann kann bei der wachsenden Produktion sogar ein absolutes Steigen der Löhne passieren, wenn die Arbeiter sich das erkämpfen. Fürs Gewinnemachen ist nicht die Verarmung der Arbeiter das beste Mittel (auch wenn das natürlich immer dann, wenn es sich durchsetzen laäßt, gerne gemacht wird), sondern in der Tat die Produktivitätssteigerung der angewandten Arbeit. Also die Steigerung des relativen Mehrwerts, in der Industrie zumeist durch neue bessere Maschinen. Ob die Firma dann Arbeiter rausschmeißt oder sogar einstellt, hängt von ihrem Erfolg in der Konkurrenz ab. Wenn sie es schafft, ihren Konkurrenzvorteil durch die eigenen Produktivitätsvorteile gegen die Konkurrenz zu halten, dann macht sie Extraprofite, kann tendenziell die Konkurrenz zurückdrängen bis kaputtmachen und selber noch größer werden. Mit mehr Arbeitern und meinetwegen sogar höheren Löhnen.
    Längere Arbeitszeiten sind jedenfalls in unseren Zeitenund Breiten nur ein nachrangiges Mittel zur Steigerung der Gewinne genauso wie absolute Lohnsenkungen. Der große Reibach wird schon lange mit der Produktivitätssteigerung gemacht.

  19. 19 Konsumentenmacht 27. März 2016 um 21:53 Uhr

    krim: „Armut ist ja nicht bloß keine Arbeit zu haben, sondern Arbeit zu haben
    und unter erbärmlichen Bedingungen sein Leben fristen zu müssen.“

    Wobei die aus letzterer Kategorie stammenden sich häufig ihre Armut
    wegvergleichen mit „Aber im Vergleich zu … bin ich doch nicht Arm“.

    Aber auch die Lohnarbeiter, die nicht direkt unter erbärmlichen Bedingungen
    leben, die „Mittelklasse“, sind ja an dem, was an materiellem Reichtum
    existiert, arm.

    Mein Argument ist da immer, wie lange ihr Erspartes reichen würde, wenn sie
    nicht lohnarbeiten gehen würden. Selbst bei Leuten mit 50000 Euro Jahresgehalt
    ist da nach relativ kurzer Zeit Schluss.
    Sogar unabhängig davon, ob sie sich beim Staat arbeitslos melden oder nicht.
    Dank Harz IV gilt ja das Leistungsprinzip.
    Wer vorher mehr „geleistet“ hat, darf hinterher auch erst mal mehr von seiner
    eigenen „Leistung“ profitieren. (Ironie in Gänsefüßen)

    Ich verstehe schon, selbst als Lohnarbeiter kann man bei genügend hohen Lohn
    einen Teil des Geldes als Kapital verwenden.
    Aber sobald das in lebenserhaltenden Ausmaß möglich ist, ist derjenige ja kein
    Arbeiter mehr, sondern Kapitalist. :-)
    Und zum anderen ist dieses vom Tellerwäscher zum Leistungsträger (Kapitalisten)
    für die meisten keine Option.

  20. 20 Krim 28. März 2016 um 0:44 Uhr

    „Aber auch die Lohnarbeiter, die nicht direkt unter erbärmlichen Bedingungen leben, die „Mittelklasse“, sind ja an dem, was an materiellem Reichtum existiert, arm.“

    Ja, nur hast du nach der absoluten Armut gefragt.

    „50000 Euro Jahresgehalt“

    Es gehn ja noch Steuern ab.Dann habe viele eine Familie. Und dann kommt es drauf an, wie viele Jahre man dieses Gehalt bezieht. Wenn einer 30-40 Jahre so ein Gehalt hat, dann ist das schon was. Bloß wer hat das schon.

    „dann kann bei der wachsenden Produktion sogar ein absolutes Steigen der Löhne passieren, wenn die Arbeiter sich das erkämpfen.“

    Ein „kann“ ein „wenn“. Wenn zwei Bedingung erfüllt sein müssen, ist das nicht gerade positiv ein Steigen des Lohns. Die Notwendigkeit der absoluten Verarmung ist der Ersatz lebendiger Arbeit durch Maschinerie, Produktionskraftsteigerung. Das Kapital sieht das aber gar nicht als Alternative zur Verarmung, Lohnsenkung, Intensivierung der Arbeitskraft, Verlängerung des Arbeitstags, sondern macht alles wenn sie es kann. Niedrige Löhne in Kombination mit hoher Produktivkraft und langer intensiver Arbeit.

    „Ob die Firma dann Arbeiter rausschmeißt oder sogar einstellt, hängt von ihrem Erfolg in der Konkurrenz ab.“

    Na, wenn die eine Firma Erfolg hat, heißt das gleichzeitig, dass die andere keinen Erfolg hat. Wenn die erfolgreiche Leute einstellt, muss die nicht erfolgreiche sie entlassen. Das gleiche übrigens beim Erkämpfen von Arbeitslohn. Steigen die Löhne ist das bei gleicher Produktivität ein Konkurrenznachteil.

    “ dann macht sie Extraprofite, kann tendenziell die Konkurrenz zurückdrängen bis kaputtmachen und selber noch größer werden. Mit mehr Arbeitern und meinetwegen sogar höheren Löhnen.“

    Das kaputtmachen der Konkurrenz unterstellt doch schon mehr Verarmung auf Seiten der Verlierer.

    „Längere Arbeitszeiten sind jedenfalls in unseren Zeiten und Breiten nur ein nachrangiges Mittel zur Steigerung der Gewinne genauso wie absolute Lohnsenkungen. „

    Natürlich sind Überstunden ein Mittel für den Gewinn. Die Zulagen schmelzen ja immer mehr dahin. Und wenn man die Belegschaft mehr arbeiten lässt, braucht man niemanden einstellen. Der Unternehmer dreht eben an allen Schrauben.

  21. 21 Konsumentenmacht 28. März 2016 um 16:33 Uhr

    krim: „Ja, nur hast du nach der absoluten Armut gefragt.“

    Das stimmt.

    Meine Ungenauigkeit bzw. Themenwechsel liegt daran, dass ich das mit den
    Facetten der Armut bisher nicht so wichtig fand.

    Gedacht hatte ich mir das bisher so:
    Armut generell schlecht, existiert wegen Abhängigkeit zur Lohnarbeit und
    Ausschluss von Produktionsmitteln. Wegen extrem hoher Produktivität gibt es
    keine natürlichen Gründe für Armut mehr.
    Also her mit den Produktionsmitteln. Dann ist das mit der Armut auch erledigt.

    Nach genaueren nachdenken kam ich auf das:

    Unterschiede zwischen absoluter versus relativer Armut gibt es im Ausmaß von
    ausgeschlossen sein von gesellschaftlichen Reichtum. Die absolut Armen haben
    nichts, die relativ Armen haben im Vergleich zu dem, was gesellschaftlich da
    ist, wenig bis nichts.
    Die absolut Armen sind die absolut überflüssigen, die relativ Armen u.a. die
    gerade nicht gebrauchten und all die, die trotz Benutzung erbärmlich leben.

    Ist das komplett windschief?

  22. 22 Ohnmacht 28. März 2016 um 16:51 Uhr

    Warum neue „Maschinen“ nur befristete Anheizer, „Lohnsenkungen“ nicht rundum zweckdienlich sind und wodurch Verarmung sich auszeichnet, habe ich auf meinem Blog ausgeführt, weil es am Ausgangsthema hier vorbeigeht und daher den Rahmen dieses Threads sprengen würde.

  23. 23 Krim 28. März 2016 um 17:07 Uhr

    „Nichts“ und „wenig bis nichts“ ist halt keine besonders begrifflich Darstellung. Da gefällt mir so ein Satz schon besser. „Unterschiede zwischen absoluter versus relativer Armut gibt es im Ausmaß von ausgeschlossen sein von gesellschaftlichen Reichtum.“ Wer total überflüssig ist, ist eben von der staatlichen Armutsverwaltung abhängig. Wer seine Arbeitskraft verkaufen muss, von den Kalkulationen des Kapitals sie anzuwenden und das schließt einen Gegensatz ein, denn der Mehrwert entsteht aus der Differenz dessen was die Arbeitskraft kostet und was die Anwendung der Arbeitskraft an Neuwert erschafft.

  24. 24 Jacko 29. März 2016 um 9:50 Uhr

    Wie der Staat die ‚relativ Armen‘ der Arbeiterklasse mittels seiner Sozialpolitik dazu nötigt, die Wechselfälle ihres Lebens so bewältigen zu können, dass nicht aus jeder Krankheit oder Arbeitslosigkeit gleich der totale Absturz in ihre absolute Armut erfolgt, wird hier in 4 Minuten kurz erklärt:

    http://www.argudiss.de/sites/default/files/doku/teilaufnahmen%28mp3%29/ProletInterv_1.mp3

    Der Staat hat dabei weniger das Auskommen des einzelnen im Visier, als vielmehr die Brauchbarkeit der ganzen Klasse. (Dementsprechend, – bei derart vielen, vom Standpunkt des Systems her betrachtet, „Überflüssigen“ [weil für die Schaffung und Vermehrung kapitalistischen Reichtums gar nicht mehr notwendigen Arbeitskräften] – wird heutzutage an diversen Ecken des Sozialsystems gekürzt – was ja auch eine systembedingte Verarmung des Arbeiters ist, wenn „seine Kassen“ nicht mehr alle Krankheitskosten aufbringen. (Insofern wird nicht nur der ‚absolut Arme‘ von der staatlichen Armutsverwaltung betroffen gemacht.)
    Sinnfällig wird unsereinem das ja spätestens danm, wenn mal wieder der aktuelle Bescheid der Rentenversicherung einem jetzt schon vorab verkündet, mit welch mickriger Rentenhöhe man zukünftig abgespeist werden wird…

  25. 25 Jacko 30. März 2016 um 8:22 Uhr

    Eine Grundform des bürgerlichen Durchhaltewillens hat Roger Cicero treffend kurz vor seinem Tode noch besungen „The best is yet to come“.

    Er selber hat den Spruch vermutlich eher nicht brutal-religiös, sondern so geglaubt, wie ihn die meisten seiner deutschen Landsleute (Tag für Tag eigentlich fleißig für die eigene Zukunft, aktuell leider grad eher fürs Kapital unterwegs, sich sorgfältig daher alle Genüsse einteilen müssend) praktizieren – und darin auf faule Griechen, dolce vita in Italien und stundenlange Kochkünste in Frankreich mitleidig-neidisch herabschauen.

    (Und dass dann die Griechen schuld seien, wenn „The best“ [nicht erst durch einen Hirnschlag] auf den Sankt-Nimmerleinstag verschoben wird, das zumindestens lassen die Volksgenossen sich ja mehrheitlich geradezu abrufbar einleuchten…)

  26. 26 Ohnmacht 31. März 2016 um 16:50 Uhr

    Jacko, ich habe deinen Hinweis auf den GSP-Artikel über den Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung aus dem Jahr 2013 in meine Textsammlung aufgenommen:

    Armut in Deutschland – nachgezählt, problematisiert und für gut befunden

    Genosse Lupo fand die Analyse gelungen

    Bin immer dankbar für solche Verweise auf pointierte Kritiken; gern auch auf bürgerliche Ergüsse von Journalisten und Gelehrten, die grenzenloses Wachstum und einen durchsetzungsfähigen Staat genauso wertschätzen wie dessen Bedingungen Genügsamkeit und Anpassung – da ich selber kaum noch die Geduld aufbringe, in den Medien zu stöbern. Aber für einen Verriss besonders salbungsvoller Absolutionen der Kapitalverwertung würde ich mir die Zeit nehmen. „Fight the ideologies and principles!“

  27. 27 Jacko 18. April 2016 um 7:32 Uhr

    Die Wünsche von AFD und Front National zur Frauenfrage
    zielen vermutlich auf so was, wie derzeit schon (noch) in Chile…

    https://monde-diplomatique.de/artikel/!5281639

  28. 28 Jacko 02. Dezember 2016 um 13:29 Uhr

    Die AFD hat übrigens ja damit gepunktet, dass die hiesigen Parteien diverse Themen um das Gebiet von Familie und Frauen zu sehr ‚genderisieren‘ würden. Notwendig sei stattdessen eher eine Rückkehr zu den Traditionen der 50er Jahre mit der klaren Rolleneinteilung zwischen Mann und Frau.

    Etwas ausführlicher ist diese AFD-Anpisserei an die gängigen Ideologien von gender-mainstreaming hier kritisiert:
    http://ohnmacht.blogsport.de/2016/03/15/die-afd-ist-die-neue-fdp-mit-pickelhaube/#comment-77

    [Die extreme Variante der Behauptung, Geschlecht sei nichts als eine soziale Konstruktion, stammt meines Wissens von Judith Butler; aus deren theoretischem Umfeld stammt wohl auch die inzwischen weitverbreitete und alternativ gängige Formulierung, es gäbe nicht zwei, oder drei, oder vier, sondern Hunderttausende möglicher Geschlechter. Qua sozialer Konstruktion – plus Selbstentwurf in meinen eigenen Entwurf von Geschlecht…
    Mhm.]

    Die Erklärung, wie der Staat die Liebe zweier Staatsbürger so benutzt, dass er denen die Sorge um das Gelingen des staatlichen Nachwuchses und des sozialen Zusammenhaltes seiner Konkurrenzgesellschaft per Fürsorgeauftrag, Elternrecht etc. aufhalst, ist übrigens m.E. eine ganz andere Frage.
    Denn dafür kann er auch Schwule und Leute mit noch andererer sexueller Selbstdefinition einsetzen. Denn meiner Beobachtung zufolge verhalten die mir bekannten Schwulen sich – meist – wie stinknormale sonstige heterosexuelle Eheleute. [Das Ensemble ihres Gefühlslebens inclusive – vom Ausschließlichlichkeitsprinzip des Füreinander-Daseins der zwei einander treu Verschworenen, über die Gewöhnlichkeiten der Eifersucht und Liebeskontrolle bis hin zur geschmackvollen Zelebrierung ihrer schwer individuellen Höhepunkte.]

  29. 29 Jacko 03. Dezember 2016 um 0:34 Uhr

    Dass die Konstruktion via Selbst- und Fremddefinitivität von „Geschlecht“ bei Judith Butler ein Zirkelschluss sei, der über Mechanismen von Anerkennung und ‚Performativität‘ funktioniere, das behauptet u.a. dieser Kritikversuch an ihr – der schon über 10 Jahre alt ist…

    http://www.trend.infopartisan.net/trd0909/t6690909.html

    (Wen es interessiert: Einen ersten Einblick in Judith Butlers Gendertheorie ermöglichte eine arte-Reportage, die zumindestens vor 3 Jahren noch im Netz auffindbar war. Interessant wurde sie aber für die hiesige Öffentlichkeit erst, als sie von Antideutschen wegen ihrer Israel-Kritik angegriffen wurde, anlässlich der Verleihung eines Adorno-Preises der Stadt Frankfurt. Ansonsten erinnere ich mich noch daran, dass sie wie ein Wackelpudding immerzu alles mit allem relativiert hat, und den Leser darin eher etwas ratlos zurücklässt…)

  30. 30 Hinweis 05. Dezember 2016 um 22:46 Uhr

    Der „revolutionäre Aufbau“ macht bundesweit Veranstaltungen zu den Themen Familie, Patriarchat, Frauenunterdrückung – und stößt erwartungsgemäß auf ein postmodern gesonnenes Publikum, mit dessen Reaktionen sich ihr Text auseinandersetzt:

    http://www.trend.infopartisan.net/trd1216/t071216.html

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