„Patria o Muerte“? Zur Rettung ihres Staates ist für die KP Kubas der Sozialismus gestorben

Nachdem der GegenStandpunkt zuletzt Veranstaltungen zur jüngsten Entwicklung in Kuba noch so angekündigt hatte: „Kubas neu­es­ter “Auf­bruch zum So­zia­lis­mus” “, klingt das jetzt schon in der Ankündigung deutlich schärfer:
„“Patria o Muerte“? Zur Rettung ihres Staates ist für die KP Kubas der Sozialismus gestorben“.
So jedenfalls wird ein Vortrag zum Thema angekündigt, den H.L. Fertl am 15. März 2012 in Wien halten will.


20 Antworten auf „„Patria o Muerte“? Zur Rettung ihres Staates ist für die KP Kubas der Sozialismus gestorben“


  1. 1 Felix 06. März 2012 um 13:09 Uhr

    Ein aktuelles Beispiel für die in der Ankündigung genannten „linken Anhänger Kubas“: DKP Freiburg

    Reformen in Kuba – was verändert sich und wohin?

    Manche hielten das Ende des sozialistischen Kubas nur noch für eine Frage der Zeit, als Anfang der 1990er Jahre mit dem Zusammenbruch der sozialistischen Staaten in Osteuropa Kubas vormals politische und wirtschaftliche Partner wegfielen.

    Und doch existiert die kubanische Revolution auch heute noch und hat trotz aller Probleme und Schwierigkeiten keinen einzigen ihrer sozialen Grundsätze aufgegeben.

    Die Wirtschaft konnte sich wieder erholen und der materielle Lebensstandard der Bevölkerung verbessert werden. Auch Kubas solidarische Hilfe in zahllosen Ländern – etwa nach der Naturkatastrophe in Haiti – bleibt eine Selbstverständlichkeit. Durch die sozialen und demokratischen Veränderungen in vielen Ländern Südamerikas ergaben sich neue Handels- und Handlungsmöglichkeiten für Kuba.

    Inzwischen wurde in Kuba ein breit angelegter Diskussionsprozess in der Bevölkerung darüber begonnen, welche Veränderungen nötig sind, um den kubanischen Sozialismus auf Dauer zukunftsfähig zu machen. 2011 folgten hieraus einige wirtschaftliche Neuerungen.

    Was bringen diese Veränderungen? Kann das angestrebte Ziel einer weiteren Verbesserung des Lebensstandards für die kubanische Bevölkerung erreicht werden? Welche Gefahren und neuen Ungerechtigkeiten könnten durch die Aktualisierung der kubanischen Politik entstehen? Wie wird damit umgegangen?

  2. 2 Neoprene 06. März 2012 um 13:15 Uhr

    „2011 folgten hieraus einige wirtschaftliche Neuerungen“.
    Dieser zynisch/verlogene Euphemismus ist in der Tat starker Tobak.

  3. 3 Felix 06. März 2012 um 13:17 Uhr

    Die Ankündigung der Wiener Veranstaltung (html bzw. pdf)

  4. 4 Felix 06. März 2012 um 13:40 Uhr

    Apropos Veranstaltungen: Es wäre sehr schön, wenn es von dem Berliner jour fixe zum Iran am 16. März einen Mitschnitt gäbe. Das Thema ist ja sozusagen „brandaktuell“, weil der Countdown bekanntlich läuft.

  5. 5 Klaus U 06. März 2012 um 13:53 Uhr

    Es wird von der Veranstaltung in Berlin keinen Mitschnitt geben. Dies ist bei Roten Freitagen (so gut wie) nie der Fall.

    Allerdings wird der Artikel zur Weltlage aus Sicht der USA in GS 1-2012 (erscheint am 22.März) das Thema Iran mit behandeln.

  6. 6 Felix 06. März 2012 um 15:01 Uhr

    Schade. Dass die jf i.d.R. nicht aufgezeichnet werden ist mir bekannt. Angesichts der Aktualität und Brisanz des Themas wäre ein Mitschnitt m.E. aber gerechtfertigt. Bei Veranstaltungen dieses Kalibers sind neben den Argumenten selbst ja auch die Diskussionen, ggf. auch der Streit von Interesse. Warum sonst wohl werden z.B. seit Jahren die jf-Protokolle aus München online gestellt? Die GS-Artikel zu diesen Themen erscheinen ja meist kurz danach.

  7. 7 Felix 07. März 2012 um 14:16 Uhr

    Interview mit Harald Neuber (Amerika21.de): Cuba im Wandel

  8. 8 Dazu 29. Juni 2014 um 9:15 Uhr

    Dies ist der einzige Thread zu einem Lateinamerika-Thema, den ich in den letzten zwoeinhalb Jahren habe bei Neoprene im Archiv entdecken können.
    Also poste ich meinen Hinweis hier hinein:

    Ein Linktipp:

    In NestorMachnos Blog
    „Der ganz normale Wahnsinn“

    gibt es zwei Threads zur Argentinien-Krise

    Aktuell ist dieser hier:

    http://NestorMachno.blogsport.de/2014/06/19/argentinien-am-scheideweg/

    Und im Februar 2014 ist dieser hier gestartet:

    http://NestorMachno.blogsport.de/2013/02/24/ein-angesichts-der-euro-krise-fast-vergessener-schuldnerstaat/

  9. 9 Neoprene 29. Juni 2014 um 21:09 Uhr
  10. 10 Gespenst 08. Juli 2014 um 13:04 Uhr

    Ausflug in die argentinisch-deutsche Vergangenheit, oder: Wie die hetzerische taz ihr Feindbild wieder ins richtige Lot bringt:
    „Elisabeth Käsemann war alles andere als eine naiv-mildtätige Studentin, die in den Armenvierteln Almosen verteilte.“
    Zwar Pastorentochter, aber keine naiv-mildtätige Studentin, sondern Militante gegen die argentinischen Militärs: – so jemand gehört nicht mehr zur taz-Gemeinde der Guten…

  11. 11 Realgespenst 14. Juli 2014 um 11:23 Uhr

    Mit Peru (und Kolumbien) ist 2012 bereits ein Freihandelsabkommen beschlossen worden, das aktuell gerade nachjustiert wird:

    https://amerika21.de/2014/07/103133/ollanta-humala-besuch-berlin
    https://amerika21.de/2014/07/103169/humala-besuch-berlin-proteste

  12. 12 Sitra 28. Juli 2014 um 20:27 Uhr

    https://amerika21.de/2014/07/103381/china-lateinamerika

    Venezuela und Cuba waren ja traditionell schon „gute Verbündete“ Chinas – vermutlich nicht aus rein geschäftlichen Gründen.

    Sind dies nun „ökonomische Schnäppchen“ weil China dort leicht Geld verdienen kann? (Ist das ein wichtiger Zweck der chinesischer Außenpolitik?)

  13. 13 Sitra 28. Juli 2014 um 21:06 Uhr

    Wenn China den argentinischen Staatshaushalt zwischenfinanziert,
    dann gibt es vermutlich von seinen Dollar-Guthaben welche ab,
    und kriegt dafür argentinische Verbindlichkeiten.

    Und wozu sind ihm diese nützlich?

  14. 14 Sitra 29. Juli 2014 um 20:23 Uhr

    http://www.tagesschau.de/wirtschaft/argentinien-126.html

    Das war den USA dann wohl doch nicht recht,
    NestorMachno berichtet, dass der Richter hat seinen Bescheid revidieren müssen. (Allerdings habe ich das bisher an anderer Stelle noch nicht gelesen.)

  15. 15 dazu 29. Juli 2014 um 21:43 Uhr
  16. 16 dazu 31. Juli 2014 um 14:09 Uhr
  17. 17 dazu 03. August 2014 um 13:51 Uhr

    https://amerika21.de/blog/2014/07/103360/entsteht-eine-neue-welt

    Dass die USA und der IWF „abgewirtschaftet“ hätten,
    na ja – deswegen wollte ich den Artikel nicht verlinken.
    Aber auffällig ist schon, dass China augenscheinlich versucht, sich einige Mittel für eine zukünftige Führungsrolle hinzubasteln.

    Dass die Chinesen dabei die Unerbittlichkeit der Gleichung, dass Geld zu mehr Geld werden müsse, außer Kraft setzen wollten, dafür ist aber kein Hinweis gegeben worden.

  18. 18 Paco 28. August 2014 um 7:03 Uhr

    Neue Banknoten für Kuba und Debatte um Währung

    In Cuba gibt es neue Debatten – einerseits um die eigene Währung, anderseits um die Wiederbelebung des Versuchs, der in Lateinamerika vorherrschenden Dollarisierung eine eigene Gemeinschaftswährung namens SUCRE entgegenzustellen.

    http://cubaheute.wordpress.com/

    Berets vor 10 Monaten berichtete die FAZ:
    Kuba schafft Parallelwährung ab
    In Kuba gibt es zwei Währungen: Den regulären Peso und den Peso Convertible, der an den Dollar gebunden ist. Vieles muss mit konvertiblen Pesos bezahlt werden. Damit soll bald Schluss sein.

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/waehrungen-kuba-schafft-parallelwaehrung-ab-12628849.html

    Bank of Ireland lehnt aus Angst vor der Blockade Geldüberweisungen nach Kuba ab

    DUBLIN- Die Iren können in Kuba lebenden Personen kein Geld überweisen, weil die seit über 50 Jahren verfolgte Politik der Vereinigten Staaten dies unterbindet, stellt die Tageszeitung The Irish Times fest.

    Obwohl weder Irland noch die Europäische Union Beschränkungen für den Handel mit Kuba auferlegt haben und trotz der zahlreichen Resolutionen der Generalversammlung der Vereinten Nationen, welche die Blockade verurteilen, hat die Bank of Ireland begonnen, aufgrund einer Geschäftsbeziehung zu einer amerikanischen Bank in den letzten Wochen sämtliche Finanztransfers an die Insel zu unterbinden.

    http://www.granma.cu/idiomas/aleman/internationales/26agosto-banco.html

    Die Bolivarianische Allianz für die Völker unseres Amerika – Handelsvertrag der Völker (spanisch Alianza Bolivariana para los Pueblos de Nuestra América – Tratado de Comercio de los Pueblos, ALBA-TCP) ist ein wirtschaftliches und politisches Bündnis von derzeit neun Staaten Lateinamerikas und der Karibik. Das Bündnis soll eine Alternative zur von den USA geplanten gesamtamerikanischen Freihandelszone ALCA darstellen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Bolivarianische_Allianz_f%C3%BCr_Amerika
    http://es.wikipedia.org/wiki/SUCRE_(moneda_del_ALBA)

    Geschäfte von mehr als 2,2 Milliarden US-Dollar zwischen ALBA-Ländern

    Der Vorsitzende des Währungsrates des lateinamerikanischen Regionalbündnisses Bolivarische Allianz für Amerika (ALBA), Eudomar Tovar, hat die Geschäfte zwischen den Mitgliedsstaaten auf umgerechnet 2,2 Milliarden US-Dollar beziffert. Die Geschäfte würden in der Buchwährung SUCRE (1,6 Milliarden SUCRE) vollzogen.
    Der Präsident der Zentralbank Boliviens erläuterte, dass die Verwendung des Sucre kein monetäres Handelsgeschäft darstelle, da dieses über ein Bankkonto des Landes abgewickelt wird, das Erzeugnisse aus einem anderen Land kauft, wobei vorher vereinbart wird, den ALBA-Vertrag anzuwenden. Der Sucre wurde 2009 von den ALBA-Ländern geschaffen, um die Zahlungen bei Handelsgeschäften zu beschleunigen und der Hegemonie des Dollars ein Ende zu bereiten.

    https://amerika21.de/2014/05/100976/geschaeftsvolumen-laba

    Uruguay schließt sich dem SUCRE an

    CARACAS — Das Einheitssystem der Regionalen Zahlungsverrechnung SUCRE, das 2008 auf Initiative der Mitglieder der ALBA eingerichtet wurde, verfügt seit dem 24. März 2014 über ein neues Mitglied, das nicht Mitglied der regionalen Organisation ist: Uruguay.

    http://www.granma.cu/idiomas/aleman/unser-amerika/25marz-Uruguay.html

    Ein kritischer Gutachter der Konrad Adenauer Stiftung kam bereits 2000 zu diesem Resultat:
    „Wenn die wichtigsten Länder Lateinamerikas, besonders die Mitglieder des MERCOSUL und der Andengemeinschaft, deren Außenhandel diversifizierter ist als der Mexikos oder Zentralamerikas, sich in Richtung einer Kombination von jenen Politiken bewegten, bestünde auch die alternative Möglichkeit einer zumindest südamerikanischen Währungsunion, ähnlich der europäischen Erfahrung, mit der Einführung einer gemeinsamen Währung.
    Den Mitgliedsländern einer solchen Währungsunion würde das gewiss größere nationale Handlungs- und Entscheidungsautonomie erhalten als die Unterwerfung unter das Diktat der US-Regierung und ihrer Zentralbank. Die wichtigsten Länder Lateinamerikas müssten freilich bewusst auf diese Alternative hinarbeiten und ihre gegenwärtigen Diskrepanzen überwinden.“

    http://www.kas.de/wf/de/33.2535/

    Der politische Wille hinter diesen Kooperationsprogrammen ist mir schon begreifbar, allerdings ist die ökonomische Bedeutung solcher regionaler Währungsverbunde mir eher unklar.
    Zu den politischen Ambitionen:
    https://amerika21.de/2013/12/95912/alba-petrocaribe-gipfel

  19. 19 Paco 04. September 2014 um 8:09 Uhr

    Währungs- und Wirtschaftsddebatten in Südamerika

    a) Der Präsident von Venezuela lehnt Freigabe der Wechselkurse ab
    Caracas. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat sich gegen Forderungen der Opposition ausgesprochen, den Devisenmarkt zu liberalisieren

    https://amerika21.de/2014/09/105495/venezuela-maduro-wechselkurse

    b) Linker Staatenbund ALBA begeht zehnjähriges Bestehen
    Guarenas, Venezuela. Die Bolivarianische Allianz für Amerika (ALBA) hat am Montag offiziell die Feierlichkeiten zu ihrem zehnjährigen Bestehen begonnen. Zugleich begann eine Reihe von rund gut zwei Dutzend Gesprächsrunden, in denen die bisherige Arbeit bilanziert werden soll.

    https://amerika21.de/2014/09/105771/alba-zehn-jahre

    Zu den inneramerikanischen Streitigkeiten
    in Lateinamerika berichtete die BBC vor einem Jahr:

    „Mercosur, however, is a different case altogether. Founded in 1991 as a free-trade bloc, it originally had just four members: Brazil, Argentina, Uruguay and Paraguay.

    In July 2006, the four began the process of admitting Venezuela as a full member. But full ratification was held up for six years, because the Paraguayan Senate dragged its heels on approving the expansion.

    In fact, it still hasn‘t. What happened in the end was that Paraguay was suspended from Mercosur after the impeachment of its president, Fernando Lugo, a move deemed undemocratic by the other three founder members, which then seized the chance to admit Venezuela properly in July last year.

    Some opposition politicians in Brazil saw Venezuela as a Trojan horse in Mercosur, maintaining that Chavez’s „21st-Century socialism“ was incompatible with the alliance’s free-trade stance.

    And so, arguably, it has proved. Brazilian businessmen are forever complaining that Mercosur is now an ideological bloc, not a trade pact – although some Brazilian companies are doing well out of infrastructure contracts in Venezuela.“

    http://www.bbc.com/news/business-23515979

  20. 20 Carlos 04. September 2014 um 16:22 Uhr

    Der Artikel „Krise & Gewalt. Zu den aktuellen Konjunkturen der imperialistischen Konkurrenz“ (GS 2-14) wurde ins Spanische übersetzt:

    Crisis e imperialismo
    Tres tesis sobre las coyunturas actuales de la competencia imperialista

    1. El negocio capitalista mundial después de seis años y medio de crisis financiera

    2. La competencia de las grandes potencias económicas mundiales por el dinero del mundo

    3. La batalla por el control de los estados soberanos del mundo
    o: novedades acerca de la amistad germano-americana

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