TOP Berlin: Workshop-Tag zu Scheitern und Zukunft des Kommunismus am 31.10.09

Gemeinsam mit dem Berliner Bündnis gegen die Wendefeierlichkeiten wird TOP Berlin am

Samstag, 31.10., 10 bis 22 Uhr
HU Berlin, Dorotheenstr. 24 (Hegelgebäude/1.604/1.605/1.606/1.607/HS1.101 und Hauptgebäude/HS2072)
einen Workshop unter dem Titel „Scheitern und Zukunft des Kommunismus“ machen. Sie kündigen das so an:

Geplant ist, an einem Tag mit verschiedenen antinationalen und linksradikalen Gruppen des Berliner Bündnisses gegen die Wendefeierlichkeiten das Scheitern des Realsozialismus und die Zukunft des Kommunismus zu diskutieren. Einen zweiten Schwerpunkt bildet am Nachmittag der (deutsche) Nationalismus in seinen ideologischen Formen und die anstehenden Gedenkfeierlichkeiten zu 20 Jahre Mauerfall am 9. November 2009.

Angeboten werden unter anderem folgende Workshops:

11.00-14.00 Workshop-Phase1
Realsozialismus: Scheitern und Zukunft des Kommunismus

Workshop 1:
Die schlechte Kapitalismuskritik der Realsozialist_innen (jimmy boyle)

Um zu beklagen, dass der Kapitalismus “ungerecht” sei und die Verteilung des Reichtums nicht korrekt ist, dafür muss mensch keine Marxist-Leninistin sein. Die kommunistischen Parteien diesen Schlages haben aus dieser Kritik allerdings den Schluss gezogen, dass eine Revolution fällig sei und wo sie konnten eine Ökonomie neuen Typs eingerichtet, die weder Plan noch Markt war. Auf diesem Workshop sollen diese Formen der Kapitalismuskritik diskutiert werden und gezeigt werden, wie sie die Grundlage für die eigenartige Ökonomie der Ostblockländer waren.

Workshop 2:
Wie organisiert man Kommunismus? (TOP)

Workshop 3:
War mit den Deutschen nach 1945 überhaupt noch Sozialismus zu machen, oder hätte sich die SED ein anderes Volk wählen sollen? (Internationale KommunistInnen)

Wir wollen darüber diskutieren, ob es nur an der falschen Politik der SED lag, dass der Sozialismusversuch der DDR scheiterte, oder ob es in Deutschland wenige Jahre nach der Zerschlagung des NS-Regimes durch die Alliierten überhaupt Voraussetzungen für eine sozialistische Entwicklung gab. Außerdem spielen für uns die Erfahrungen aus dem Scheitern der Oktoberrevolution in Russland und die Politik des Stalinismus eine zentrale Rolle bei der Einschätzung des Charakters der DDR und der Sozialismusvorstellungen der SED.

Workshop 4:
Die Assoziation freier Produzenten (paeris)

Das Ziel ist klar: der Verein freier Menschen, und die konkrete Ausgestaltung der Gesellschaft wird sich aus dem historischen Prozeß ergeben. Auf den Verlauf der Geschichte zu vertrauen ist riskant angesichts der Erfahrungen des real existierenden Sozialismus, fanden die holländischen Rätekommunisten 1930. Um das Umschlagen in neuerliche Herrschaft zu vermeiden, sollte man sich Gedanken machen, nach welchen Prinzipien eine befreite Gesellschaft organisiert werden kann. Ihr Vorschlag ersetzt politische Entscheidungen durch ökonomische Sachlogik und eine radikale Selbstverwaltung der Betriebe. Können politische Entscheidungen damit tatsächlich vermieden werden, und falls ja: Ist das eigentlich wünschenswert? Oder müssen nicht immer auch politische Entscheidungen getroffen werden, so dass man sich fragen muss, innerhalb welcher Strukturen solche Entscheidungsprozesse möglichst herrschaftsfrei stattfinden können?
4.15-16.00 Das Produktionsregime in der DDR und die Folgen für die Arbeiter.
Diskussion mit Renate Hürtgen (Moderation: TOP)

16.30- 19.30 Workshop-Phase 2
Nationalismus und Angriff auf die Gedenkfeierlichkeiten

Workshop 1
Der historische Materialismus – eine antirevolutionäre Revolutionstheorie (jimmy boyle)

Der historische Materialismus ist ein wesentlicher Grundzug marxistisch-leninistischer Vorstellungen. Die Kritik desselben erhellt manche Ekligkeit der realsozialistischen Praxis und ist daher Bestandteil der Antwort auf die Frage, wie der Kommunismus so auf den Hund kommen konnte.

Workshop 2
DDR im Gedenk-Nationalismus der Berliner Republik (TOP)

Die Staatsideologie der Berliner Republik entwickelt sich in Abgrenzung zum Nationalsozialismus und zum Realsozialismus. Nach anfänglichen Widerständen wurde der NS produktiv ins nationale Selbstbild integriert. Deutschland wurde Aufarbeitungsweltmeister. Die DDR wurde zwar immer wieder als “zweite deutsche Diktatur” etc. mit dem NS gleichgesetzt. Doch erst jetzt, zum 20. Jahrestag des Mauerfalls, zeichnet sich eine geschichtspolitisch vergleichbar produktive Aneignung des Realsozialismus ab: Die Mythisierung der ‘friedlichen Revolution’ macht Deutschland nachträglich zur revolutionären Demokratie. Auf Grundlage der staatlichen Anerkennung des ‘Zivilisationsbruchs’ Auschwitz wird so eine Neuaneignung der Vergangenheit als Nationalgeschichte möglich. Sie erscheint als Vorgeschichte eines nun endlich freien und geeinten Deutschland. Der Workshop zeichnet die wichtigsten Stationen und Kontroversen dieser nationalideologischen Sinnstiftung seit 1989 nach, und problematisiert sie als ideologischen Kitt einer falschen Freiheit. Gemeisam mit den Teilnehmenden sollen linksradikale Strategien zum Umgang mit dieser neuen deutschen Ideologie gesucht werden.

Workshop 3
„Die Verteidigung der Heimat ist das höchste Gut des Lebens“ – Der real
existierende Nationalismus (jimmy boyle)

Das Zitat aus der Pravda von 1934 ist keineswegs ein Ausrutscher der sowjetischen Parteipresse aus den stalinistischen 1930er Jahren, sondern die Bolschewiki kannten durchaus seit ihrer Gründung einen guten, ja gar vernünftigen Nationalismus, nämlich denjenigen, der der „Sache“ nützt. In dieser Allgemeinheit sind sie sich mit dem „bourgeoisen“ Nationalismus sehr einig, der von den Bolschewiki auch nur dafür kritisiert wird, dass er „bourgeois“ ist. In diesem Workshop sollen anhand ausgewählter Zitate von Lenin die Vorstellungen zu Nationalismus und seinen Leistungen entwickelt und kritisiert werden.

Workshop 4
“Von zehntausend Antifaschisten, die es in Nazideutschland gegeben
haben mag, lebten allein acht Millionen in der DDR.” (Jurek Becker)
Workshop zu Antisemitismus in der DDR (AK Stalin hat uns das Herz gebrochen, NFJ Berlin)

Spätestens seit der Ausstellung, mit der die Amadeu-Antonio-Stiftung im letzten Jahr den Antisemitismus in der DDR öffentlich kritisierte, kann niemand, auch nicht aus der Linken, mehr behaupten, es hätte “das” in der DDR nicht gegeben. Im Mainstream-Geschichtsdiskurs der BRD kommt das Bild der DDR als antisemitischer Staat gut an. Schließlich eignet sich das Thema hervorragend, um antikommunistische Positionen zu rechtfertigen. So können die Freund_innen der deutschen Nation auch noch bequem in totalitarismustheoretischer Manier den Nationalsozialismus relativieren und die BRD – jetzt als “wiedervereinigtes” Deutschland – abfeiern. Aber auch in Teilen der Linken, wird sich nur selten die Mühe gemacht, einen differenzierteren Blick auf die verschiedenen Erscheinungsformen des Antisemitismus in der Politik der SED, aber auch in der DDR-Bevölkerung zu wagen. Im Rahmen des Workshops wollen wir anhand von Thesen diese verschiedene Aspekte diskutieren.

Anmeldungen zum Workshoptag an mail[at]top-berlin.net


46 Antworten auf „TOP Berlin: Workshop-Tag zu Scheitern und Zukunft des Kommunismus am 31.10.09“


  1. 1 Moritz 21. Oktober 2009 um 17:00 Uhr

    Wenn man sich anhört, was die beiden TOPler in der bei crull erwähnten Radiodiskussion so erzählen und das mit deinen Berichten von zwei Berliner Veranstaltungen dieses Vereins vergleicht (die ja von anderen Teilnehmern bestätigt wurden), dann ist der Kontrast schon merkwürdig. Nach dem bei FSK Gehörten würde ich nämlich glatt davon ausgehen, dass zumindest mit diesen TOPlern eine vernünftige und fruchtbare Diskussion eigentlich ohne größere Schwierigkeiten möglich sein sollte. Es sei denn, diese Leute haben ungeachtet aller Inhalte ernsthaft Imageprobleme, wie du sie geschildert hast. Die Referenten-Liste ihres Workshoptages lässt allerdings vermuten, dass sich in dieser Hinsicht vielleicht doch was getan hat. :-)

  2. 2 Szeni 21. Oktober 2009 um 19:07 Uhr

    Nunja, Moritz, aber dass der ganze Termin rundum mit den antideutsch-affinen Berliner Gruppen wie Jimmy Boyle und Paeris stattfindet, lässt wieder eher einiges an negativen Rückschlüssen zu :-S

  3. 3 Szeni 21. Oktober 2009 um 19:13 Uhr

    Wo sind die Radiosendungen von denen crull sprach?

  4. 4 egal 21. Oktober 2009 um 19:23 Uhr

    „antideutsch-affin“? hast du noch mehr so denunziationsvokabular?

  5. 5 Neoprene 21. Oktober 2009 um 19:23 Uhr
  6. 6 Moritz 21. Oktober 2009 um 19:38 Uhr

    Oha, Jimmy Boyle ist „antideutsch-affin“? Wäre mir neu und halte ich auch für ein kolossales Missverständnis, lass mich aber gerne eines Besseren belehren.

    Ich würde mittlerweile sogar behaupten, dass die immer wieder mal kolpotierte Behauptung, bei TOP Berlin handele es sich um eine verkappte AD-Truppe nach den Texten der letzten Zeit und den Statements in der FSK-Diskussion nicht mehr zu halten ist. Vorausgesetzt natürlich, die Veröffentlichungen stammen nicht ausschließlich von zwei Leuten und der Rest von denen gehört heimlich zum Justus Wertmüller-Fanclub …

  7. 7 Szeni 21. Oktober 2009 um 19:50 Uhr

    Nur, weil es keine offiziellen Verlautbarungen zu Israel gibt von den genannten Gruppen, heißt das längst nicht, dass man mit denen nicht drüber reden kann … und da kommt der ganze Schmarrn vom Schutzstaat gg. Antisemitismus und so mancher Rechtfertigung israelischer Kampfeinsätze inkl. der Staatsgründung schon rum.
    Auch den einen oder anderen AD-wertkritischen Standpunkt hört man immer mal wieder raunen.

    Das ist kein Justus Wertmüller Zeug, so schlimm nun auch nicht. Und es mag stimmen, dass die Leute neben Israel und dem Fetischkapitel bei Marx noch einiges richtiges zu sagen haben. Das streicht ihren Quatsch halt nur nicht durch.

  8. 8 Moritz 21. Oktober 2009 um 20:19 Uhr

    Nur ganz kurz, weil das m.E.kein geeigneter Ort für Internas ist:

    Es geht schon um die Berliner Junge Linke Gruppe. Und von denen hab ich, im Unterschied z.B. zur Bremer Gruppe, noch nichts in der Richtung gelesen. Und dass die Berliner was mit Wertkritik am Hut hätten, ist mir auch noch nicht aufgefallen.

    Dass TOP andererseits genau aus der wertkritischen Ecke kommen, ist natürlich richtig und z.B. seit dem UG-Kongress in Frankfurt offenkundig. Es ist doch aber nicht zu übersehen, dass die gerade in der jüngsten Zeit sich an dieser Theorie abarbeiten – wozu vielleicht sogar die eine oder andere real life und/oder online-Diskussion, mit Sicherheit aber die Lektüre gewisser Publikationen, beigetragen haben dürfte. Letzteres wird ihnen (den UGlern) ja bereits von Kritikern aus Krankfurt vorgehalten, die sie wohl inzwischen für Nestbeschmutzer oder Renegaten halten.

  9. 9 Szeni 22. Oktober 2009 um 8:18 Uhr

    Es ging mir nicht um Internas, von denen habe ich keine Ahnung. Man muss ja nur mal auf die Veranstaltungen gehen und mal vor, während und nach dieser zuhören. Oder man schickt denen einfach mal eine Mail und fragt dazu nach. Ich könnte wetten, daß da keine oder nur eine schwammige Antwort kommt.

    P.S. Die TOPler bei der FSK-Debatte waren sympathisch und hatten echt blöde Diskutanten… :-S

  10. 10 Linker 22. Oktober 2009 um 12:34 Uhr

    Auffällig ist bei diesen Jungen Linken, dass sie bei den Links viele Antideutsche Gruppen aufzählen, während der GegenStandpunkt, der früher mal drauf war, jetzt fehlt. Eine bekanntere Gegenstandpunktgruppe gibt es auch nicht zu finden. Für eine komm. Linksammlung alles eher merkwürdig und deutet auf die These von „Szeni“ hin.

  11. 11 Heinrich 22. Oktober 2009 um 12:46 Uhr

    Zu dieser Art des Umgangs mit Linklisten hat junge linke selbst schon alles nötige gesagt: „Zu dieser Linkliste. Wir kennen auch bei uns die Praxis, bei unbekannten Gruppen erstmal auf die Linkliste zu schauen, um diese zu verorten. Wen haben die verlinkt, wen nicht etc. scheint ein schnelleren Überblick über die Inhalte der Gruppe zu geben, als sich lange ihre Texte durchzulesen. Jeder/m ist sicherlich klar: Doofe Praxis. Weil es eben nichts sagt, sondern nur ein ‚Mit wem hängen die rum‘ ist, Szenequatsch. So dass wir ne Variante einer Linkliste gewählt haben, die sowas nicht erlaubt: Zuordnung. Wenn Ihr wissen wollt, was und mit welchen Argumenten wir Sachen kritisieren, müsst Ihr Euch unsere Texte anschauen“ bzw. auf Veranstaltungen gehen.

  12. 12 Neoprene 22. Oktober 2009 um 12:50 Uhr

    „Zu dieser Art des Umgangs mit Linklisten hat junge linke selbst schon alles nötige gesagt.“

    Eben nicht: Wieso sie mittlerweile buchstäblich alles aus dem GSP-Umkreis nicht mehr auf der Seite haben mögen, dazu verlieren sie doch kein Wort.

  13. 13 Linker 22. Oktober 2009 um 12:52 Uhr

    Und findest Du das korrekt, Heinrich? Ich nicht. Dann kann man sich eine Linkliste nämlich sparen bzw. noch die SPD und Verdi verlinken…

  14. 14 Heinrich 22. Oktober 2009 um 13:04 Uhr

    zu Neoprene: Ja du hast recht, die von „Linker“ festgestellte Änderung wurde nicht kommentiert. Mehr kann man aber an dieser Stelle dazu auch nicht sagen.
    Es gibt allerdings noch Links zu folgenden Gruppen:
    gruppe 3, göttingen
    aufklärung und emanzipation an der tu braunschweig(auch wenn die wohl nicht mehr existiert)

  15. 15 l 22. Oktober 2009 um 13:04 Uhr

    bzw. auf Veranstaltungen gehen.

    zb: http://www.junge-linke.de/seminare/antisemitismus_in_der_brgerlic.html

    da wird sich wohl klären lassen, ob AD oder nicht.

  16. 16 l 22. Oktober 2009 um 13:12 Uhr

    dazu verlieren sie doch kein Wort.

    neo, du hast den GSP (gegenstandpunkt.com) nicht verlinkt. existiert irgendwo hier auf dem blog ne erklärung, wo an nachlesen kann, wieso nicht?

  17. 17 Linker 22. Oktober 2009 um 13:20 Uhr

    Heinrich, ich habe extra „bekanntere“ GegenStandpunkt-Gruppe gesagt. Dazu zählen diese eher inaktiven Gruppen nicht.

    Hinsichtlich des Seminars gab es schon mal eine Kritik von MPunkt

    http://mparchiv.wordpress.com/2009/06/24/jl-widerspruechlich/

    Den Standpunkt, dass linke Israelkritik Antisemitismus ist, kennt man letztlich nur aus AD-Zentralorganen.

  18. 18 l 22. Oktober 2009 um 14:18 Uhr

    Den Standpunkt, dass linke Israelkritik Antisemitismus ist, kennt man letztlich nur aus AD-Zentralorganen.

    ne, das wird außerhalb von ADs schon lange von wissenschafter/innen vertreten. das macht es nicht richtig (oder falsch), weil es überhaupt nicht von belang ist, wer eine aussage tätigt. auf jeden fall: das gibt’s nicht nur bei ADs (und ist auch nicht „einflussreichen ADs“ geschuldet).

    zudem: steht da wirklich genau das? steht da wortwörtlich?: „israelkritik (also jede israelkritik) ist antisemitisch“.

    es ist ja auch so: diese art der israel“kritik“ gibt es. der 08/15-deutschnationalist hat die allemal drauf. und kritik am abjubeln des palästinensischen nationalismus (überraschung: auch in der linken anzutreffen) ist nicht falsch. in den 1980ern wurde solche kritik der mg zum vorwurf gemacht (sie würden sich auf die seite des imperialistischen israel stellen BLABLA).

    ich weiß nicht, ob bei mpunkt damals JLer mitdiskutiert haben (glaube aber nicht); was die meinen und kritisieren, erfährt man wohl eher bei VAs (als hier bei neoprene in der kommentarspalte). wo man dann ja auch vorgebrachtes, was einem falsch erscheint, kritisieren kann.

    Hinsichtlich des Seminars gab es schon mal eine Kritik von MPunkt

    der ankündigungstext zur VA im dez 09 ist ein anderer. israel kommt da gar nicht vor.

  19. 19 Neoprene 22. Oktober 2009 um 14:21 Uhr

    Liebe L, ich lasse mich ja manchmal auch von dir eines Besseren belehren: Ich hoffe, du bist jetzt mit den konsequenten links zufrieden!

  20. 20 Neoprene 22. Oktober 2009 um 14:25 Uhr

    Ich meine, daß es bei MPunkt(?) auch mal eine Geschichte gegeben hat zu einem recht Israel-freundlichen Statement der Bremer jungen Linken (vor vielleicht 2 Jahren?). Wenn ich mich recht erinnere, ist damals im Anschluß nicht klar geworden, inwieweit das von den anderen Gruppen inhaltlich mitgetragen oder kritisiert wurde.

  21. 21 l 22. Oktober 2009 um 14:41 Uhr

    Liebe L, ich lasse mich ja manchmal auch von dir eines Besseren belehren: Ich hoffe, du bist jetzt mit den konsequenten links zufrieden!

    :P

    PS: Der Text „Thesen zur neusten Runde im Nahost-Konflikt” ist der Feder der Gruppe „Kritik im Handgemenge”, Bremen, entsprungen, lasst bitte unsere Genossen vom bundesweiten Zusammenschluss Junge Linke da raus.

    und nun? man kann sich ja mal die frage stellen, wie viel sinn ein „bundesdeutscher zusammenschluss“ macht, wenn es inhaltliche differenzen gibt (so lese ich zumind dieses ps).
    aber ob es sinn macht, das als nicht-JLer, zumal ohne beteiligung von JLern, in ner kommentarspalte zu debattieren – ich hab so meine zweifel!

    oder worum geht es hier?

  22. 22 l 22. Oktober 2009 um 14:45 Uhr
  23. 23 Neoprene 22. Oktober 2009 um 15:03 Uhr

    „ob es sinn macht, das als nicht-JLer, zumal ohne beteiligung von JLern, in ner kommentarspalte zu debattieren – ich hab so meine zweifel!“

    Ich nicht, schließlich haben die das, was sie damals bei mir und anderen Bloggern dazu gelesen hatten, ja auch zum Anlaß einer öffentlichen Stellungnahme genommen. Wir schreiben hier doch nicht nur für uns paar Hanseln, dafür könnten wir uns (wenigstens zum Teil) ja auch in einer Kneipe in eine ruhige Ecke setzen. Oder in irgendeinen Chatroom abtauchen.

  24. 24 Linker 22. Oktober 2009 um 15:06 Uhr

    @ lahma

    1. ist es ein Unterschied, ob man den GSP in eine Linkliste einführt oder nicht, z.B. weil man ihn vergessen hat oder ob man ihn rausschmeißt und gleichzeitig einen Haufen Antideutsche (nevergoinghome, kittkritik, Hamburger Studienbibliothek) reinnimmt. Ich halte das für ein sehr starkes Indiz.

    2.
    Es stimmt, Israel kommt im neuen Ankündiger nicht vor, aber das war ja sowohl in der vergangenen wie in der aktuellen Veranstaltung gar nicht thema. Es ging erst mal um Antisemitismus. Ob der richtig bestimmt wird, weiß ich nicht, aber der damalige Ankündiger lässt eher Zweifel aufkommen…aber du hast recht: Muss man anwesend überprüfen. Leider wohne ich hoch im Norden… :-/

    3.
    und kritik am abjubeln des palästinensischen nationalismus (überraschung: auch in der linken anzutreffen) ist nicht falsch.

    Nein, aber eben nur, wenn sie richtig ist. Und in dem Ankündiger war sie verkehrt; hat Genosse MPunkt korrekt ausgeführt. In der Debatte bist Du ja selbst noch höchst ins Schlingern gekommen, weil Du ohne den A-Vorwurf offenbar nicht ins Bett gehst! :-P

    4.
    Wegen des „PS“ bei dem Leserbrief bei KRitik im Handgemenge: Da hast du den Witz selber schon erkannt. Einerseits sind es Bremer JL-Leute und dann auch wieder nicht. Je nach Bedarf. Man sollte das mal weiterdenken: In Bremen erklärt man zum Nahostkonflikt X und woanders Y. Dabei gab es gegen den Pluralismus einen brauchbaren Text der JL. Selber wird er jedoch praktiziert…nunja, das ist aber wirklich ein anderes Thema.

    Fakt ist doch, dass der Israeltext auf der Website von JL steht, also denen zuzurechnen ist. Sonst kann man ihn rauswerfen oder auf einer eigenen Seite publizieren.

  25. 25 l 22. Oktober 2009 um 15:41 Uhr

    ich hab, da außenstehend, nicht die geringste ahnung, wer entscheidet, was da steht / verlinkt wird. ansonsten: dasselbe problem wie bei 4.

    Ob der richtig bestimmt wird, weiß ich nicht

    ja. aber vllt bewegt sich ja einer ‚eurer‘ genoss/innen mal da hin, kritisiert dort (wenns was zu kritisieren gibt) und berichtet dann. oder wohnen alle im hohen norden?

    weil Du ohne den A-Vorwurf offenbar nicht ins Bett gehst!

    ertappt! ob es sich bei JL auch so verhält, nur bei manchen oder bei allen usw. – weiß ich nicht. man kann den satz anders lesen als ich es in der debatte dort tat; vllt ist er nur saublöd formuliert, vllt wird was haarsträubendes vertreten. – lässt sich wohl alles nur bei ner VA klären. zumindest eher als hier bei neo in der kommentarspalte.

    Fakt ist doch, dass der Israeltext auf der Website von JL steht, also denen zuzurechnen ist. Sonst kann man ihn rauswerfen oder auf einer eigenen Seite publizieren

    dazu müsste man wohl die entsprechende gruppe rauswerfen. denn „die eigene seite“ ist wohl die seite des „bundesweiten zusammenschlusses“ inkl. bremer. und die bremer werden wohl nicht ihren text rausschmeissen.
    vllt gibts gute gründe, das mit dem „zusammenschluss“ so zu handhaben; k.a.

  26. 26 l 22. Oktober 2009 um 15:59 Uhr

    Ich nicht, schließlich haben die das, was sie damals bei mir und anderen Bloggern dazu gelesen hatten, ja auch zum Anlaß einer öffentlichen Stellungnahme genommen.

    ja, die bremer. aber die anderen doch nicht.

    zudem, sag mal: was wurde denn hier im thread großartiges an inhaltlicher kritik ausgeführt bis jetzt? ihr habt festgestellt: die JL ist nicht der GSP – und viel mehr kommt doch grad nicht. AD ist irgendwie pfui, israel ist auch irgendwie pfui. ja, und?

    by the way: die realsoz-VAs sind ok. – bin da mal gespannt auf neos bericht (wenn es denn einen gibt).

  27. 27 Moritz 22. Oktober 2009 um 16:24 Uhr

    1. Hinsichtlich der Aussagekraft einer Linkliste teile ich die Ansicht von l. Zumal ja neben dem GS auch die MEW nicht mehr auftauchen und dass die JL sich vom Marxismus verabschiedet hat wird ja hier wohl niemand ernsthaft behaupten wollen. Oder anderes Beispiel: Von den UG-Gruppen verlinken TOP, Redical M und FFH die JL, die ersten beiden darüber hinaus auch den GS. Bedeutet das jetzt, dass FFH und JL im Unterschied zu TOP und Redical M „antideutsch-affin“ sind? Doch wohl eher nicht. Insofern ist der JL-Hinweis, ihre Texte zu lesen und die Veranstaltungen zu besuchen völlig korrekt, deren aktuelle Linkliste allerdings tatsächlich reichlich albern, könnte also ebenso gut entsorgt werden.

    2. An der Stellung zu Antisemitismus und Israel wird deutlich, dass es sich bei diesem bundesweiten Zusammenschluss eben um keine Organisation, sondern um einen (in zumindest einigen nicht unwesentlichen Punkten) pluralistischen Haufen handelt, der selbst auch noch um seinen Fehler (Pluralismus!) weiß, aber nicht bereit ist (warum auch immer), ihn abzustellen. Deren Form der Organisation ist also ein praktizierter Widerspruch!

  28. 28 Linker 22. Oktober 2009 um 17:14 Uhr

    zu1.) Moritz, ja eben könnte wirklich entsorgt werden; wird aber nicht gemacht, sondern neu mit explizit antideutschen Gruppen aufgestellt und DAS soll dann keine Zuordnung mehr erlauben?! Na gut, vielleicht soll das dann deren GSP-Freundschaft kaschieren?! Wäre ja schick, nicht wahr? :-D

    zu 2.) Exakt.

  29. 29 Linker 22. Oktober 2009 um 17:32 Uhr

    zudem, sag mal: was wurde denn hier im thread großartiges an inhaltlicher kritik ausgeführt bis jetzt? ihr habt festgestellt: die JL ist nicht der GSP – und viel mehr kommt doch grad nicht. AD ist irgendwie pfui, israel ist auch irgendwie pfui. ja, und?

    Israel ist auf jeden Fall pfui. Ansonsten gibt es ja inhaltliche Kritik an der JL…bei MPunkt u.a. Die begründet offenbar die Skepsis von „Szeni“. Aber mehr war da tatsächlich nicht gesagt. Alles andere muss man halt vor Ort mit denen klären.

  30. 30 Prüfi 23. Oktober 2009 um 14:34 Uhr

    Mal jenseits dieses uninteressanten Szenegequatsches:

    Ich habe mir mal die TOP vs. The Antifa angehört und muss zugeben, dass ich da einiges korrekt und vor allem mutig fand.

    Der versammelten Antifa vor den Kopf zu knallen, dass sie sachfremd die hiesigen Wendefeierlichkeiten kritisieren und dass mit Auschwitz und 2 Weltkriegen kein Deut der hiesigen Zustände erwischt sind: wow. Die entsprechend empörte Reaktion der anderen Trottel von nevergoinghome, den Hamburger Mods und diesen Knalltüten von der NFJ sprachen Bände. Auch die Ansage, dass die Freiheit (in ihren Augen die falsche…naja) auf den Deutschen ein Schaden ist … uijuijui, für einen kritischen Antirassisten und White-Studies Freund ein Höllenskandal. Höhepunkt war ja:

    „Wir haben hier ein Demokratieproblem!“ (TOP)
    „Wie ist das zu verstehen“ (irgendein Antifa)

    PASST!

    Leider kam die Nationalismusdefinition verkehrt heraus. Die stehen offenbar immer noch auf dem Standpunkt, dass Nationalismus eine irre Sache der Leute ist, sich irgendwie eine Gemeinschaft zu rechtfertigen bzw. dass diese Rechtfertigung über die Konkurrenz der Nationen zustande kommt und man sich so zum Schutzsuchenden entwickelt, der sein Heil in der Nation sieht. Das verfehlt letztlich immer noch die Frage, wieso er denn dann auf die nationale Gemeinschaft kommt und nicht einfach ein Freund der Nation, die ihm bedrohlich gegenübersteht. Dann wäre ja seine Sorge erledigt…der Grund für den Nationalismus liegt schon an den Verhältnissen und deren Affirmation, die ein Staat einem eben vorlatzt und DANN muss man sich natürlich auch gg. die Gemeinschaften außerhalb aufstellen.

  31. 31 Moritz 23. Oktober 2009 um 18:01 Uhr

    @ Prüfi

    Bin auch angenehm überrascht, was neuerdings aus der Ecke kommt. Wenn es nicht relativ kurzfristig wäre, könnte man den Leuten von jimmy boyle glatt vorschlagen, die TOPler darauf anzusprechen, das Tagesseminar Ende November gemeinsam zu organisieren. Bzw. alternativ eine „große Lösung“ ins Auge zu fassen, nämlich sowas wie einen Workshoptag zur UG-Staatsbroschüre mit zusätzlichen Referenten.

    Das werden sich die UGler allerdings gut überlegen müssen, weil sie für diesen Fall in größeren Teilen des Antifa-Millieu wohl endgültig verschissen haben dürfen. Ob das allerdings wirklich so schlimm wäre … :-)

  32. 32 Prüfi 23. Oktober 2009 um 18:27 Uhr

    Ach ich denke, dass die TOPler den JB-Termin schon registriert haben werden. Wenn die nun schon hier kooperieren, dann dürften die Differenzen sicher auch mal ausgetauscht werden. Fraglich ist allein das Resultat, na mal sehen. Nett wäre ja, wenn man die Kritik von JB an der Broschüre mal nachlesen kann. Bisher wurde ja noch aus internen Gründen von einer Veröffentlichung abgesehen…nungut. Das wird sicher noch spannend.

  33. 33 Moritz 23. Oktober 2009 um 18:46 Uhr

    Ist ja nicht so, als ob die Diskussion nicht schon begonnen hätte. In Karlsruhe hatte sich z.B. ein Kapital-Lesekreis Referenten der TOP zur Vorstellung der Staatsbroschüre eingeladen und diese Veranstaltung dann nachbereitet.

  34. 34 Heinrich 24. Oktober 2009 um 0:13 Uhr

    junge linke scheint ja nicht nur eine Kritik an TOP sondern auch an Michael Heinrich zu haben:

    http://www.junge-linke.de/files/Kritik%20an%20Heinrichs%20Kapitalrezeption.pdf

  35. 35 wie wars? 01. November 2009 um 20:51 Uhr

    war denn jetzt jmd. bei der TOP-VA und kann berichten?

  36. 36 Neoprene 01. November 2009 um 21:50 Uhr

    Es fing mit den offensichtlichen organisatorischen Reibungsverlusten an: Die Einführungsrunde war für das Hauptgebäude Unter den Linden angekündigt. Dort hatten aber wieder mal Hausmeister jeglichen Hinweis gleich wieder runtergerissen. Dann hing wenigstens an Hörsaal 1072 (und nicht 2072 wie auf der Webseite angekündigt) ein Hinweis auf den tatsächlichen Ort im Gebäude Dorotheenstr. 24.

    Es mögen sich zwischen 50 und unter Hundert Leute eingefunden haben. Die erste Workshop-Runde war recht unterschiedlich besucht: Zum Workshop 1 „Die schlechte Kapitalismuskritik der Realsozialist_innen (jimmy boyle Berlin)“ kann ich nichts sagen, weil ich mir den zwar eigentlich anhören wollte, aber schon gleich hinter der Tür vom Referenten (?) zur Brust genommen wurde, der mich eindringlich warnte, „wie früher schon“ ausschweifend zu werden. Nach solch angekündigter Vorabzensur überließ ich diesen Workshop den schon anwesenden für die Berliner Ortsgruppe verantwortlichen GSPlern, mögen die über den Verlauf berichten.

    Auch zu workshop 2 „Wie organisiert man Kommunismus? Historische Diskussionen und Kritik des Modells ‘Marktsozialismus’ (TOP)“ kann ich nichts sagen, denn ich bin gleich nach Beginn schon weitergezogen. Nicht, weil ich das Thema nicht interessant gefunden hätte, aber da ich den Genossen, der Referent war, schon von früheren Veranstaltungen einigermaßen kenne, habe ich mir das gespart, zudem ich (wie er sicherlich auch) eh nie was von Marktsozialismus also insbesondere vom NÖSPL in der DDR in den 60ern (oder dem jugoslawischen Modell) gehalten habe und eine eventuelle Auseinandersetzung mit Fans davon nicht für so prickelnd eingeschätzt habe.

    Also bin ich in den Workshop 3 gegangen: „War mit den Deutschen nach 1945 überhaupt noch Sozialismus zu machen, oder hätte sich die SED ein anderes Volk wählen sollen? (Internationale KommunistInnen)“ Das hätte eigentlich interessant sein können, oder wenigstens interessieren. Es waren aber nur eine Handvoll Zuhörer/Diskutanten da, dafür hatte der Referent sich sogar die Mühe gemacht, seine paar nicht sonderlich kontroversen Sentenzen mit Beamer an die Tafelwand zu schmeißen! Leider verblieb die Diskussion in Mainstream-Antistalinismus und hat auf die ja nicht nur ironisch zu nehmende Frage des Workshops gar keine ernsthafte Antwort versucht. Als es dann schon bis zum Bedingungslosen Grundeinkommen angekommen war, bin ich geflüchtet.

    Der Workshop 4 „Die Assoziation freier Produzenten (paeris)“ war dann wahrscheinlich der beliebteste der ersten Runde: einige Dutzend Leute füllten den Seminarraum: Leider erwies die Diskussionsrunde, in die reinstolperte, daß schon der Zugang zu den doch recht begrenzten Vorstellungen der holländischen Rätekommunisten 1930 schwer war, noch schwieriger stellte sich die Kritik daran heraus. Ich muß aber zugegeben, daß ich davon genauso wenig Ahnung mitgebracht hatte wie wohl die meisten anderen Teilnehmer.

    Zur zweiten Runde am Nachmittag kann ich schon nichts mehr sagen, weil mir den Teil gespart habe.

  37. 37 wie wars? 01. November 2009 um 22:03 Uhr

    danke!

  38. 38 :-( 01. November 2009 um 23:02 Uhr

    „aber schon gleich hinter der Tür vom Referenten (?) zur Brust genommen wurde, der mich eindringlich warnte, „wie früher schon“ ausschweifend zu werden.“

    haben die das ausgeführt?

  39. 39 Neoprene 01. November 2009 um 23:43 Uhr

    Erstens waren das nicht „die“, sondern nur „er“. Sein Genosse M. vom Workshop über die NÖSPL-Politik kommt mit mir eigentlich immer recht gut zu Rande und ich mit ihm.

    Zweitens hat mir diese Vorabzensuransage schon gereicht (zudem ich das ja von Genossen des Gegenstandpunkts genauso kenne). Ich bin nicht der Typ, der unbedingt in einer Veranstaltung „Recht“ oder auch nur überlang das „Wort“ haben muß. Wenn es denn doppelt quotierte Redelisten gibt wie beim MCH-Kongreß, dann kann ich damit auch leben.

  40. 40 Moritz 02. November 2009 um 16:28 Uhr

    Die TOP hat mit ihren jüngsten Veröffentlichungen im antideutschen Millieu offenbar tatsächlich für einigen Wirbel gesorgt. Das konnte man ja bereits der o.a. Radio-Diskussion bei FSK Hamburg entnehmen. Ein weiterer Beleg ist der Text der Leipziger „Initiative gegen jeden Extremismusbegriff (INEX)“: Deutschland lieben

    „Die Nation im Sinne des Standortnationalismus zu analysieren, ist nicht falsch, aber eine Reduktion. Das Treiben des Mobs geht jenseits der Kapitalakkumulation vonstatten. Auch der Nationalsozialismus lässt sich nicht damit erklären, dass hier die in der ökonomischen Konkurrenz vereinzelten Individuen nach kollektiver Identifikation strebten. Eine Kritik des Antinationalismus.“

  41. 41 Neoprene 05. November 2009 um 20:42 Uhr

    Per EMail gekommen zur morgigen Podiumsdiskussion:

    20 Jahre nach dem Fall der Mauer feiert sich die Berliner Republik als Reich der Freiheit. Zwar sind die ideologischen Versprechen von ’89 längst abgelaufen. Der Sieg des Kapitalismus hat keinen ewigen Frieden gebracht. Statt dessen hat er weltweit neue Ohnmacht und neue Ausgrenzung produziert. Doch nach dem Zusammenbruch des Realsozialismus erscheinen die Zwänge der kapitalistischen Konkurrenz als absolut alternativlos. ‚Freiheit‘ ist hierzulande nur noch denkbar als liberale Staatsbürgertugend, als ideale Mitte zwischen endlosem Verdrängungswettbewerb und sozialstaatlichem Lastenausgleich. Gerade in der Krise bestätigen sich die beiden grundlegenden Herrschaftsinstanzen – Staat und Kapital – wechselseitig ihre Unverzichtbarkeit. Die Einheits- und Freiheitsfeiern 2009 dienen vor allem der nationale Ertüchtigung für die unausweichliche Weltmarktkonkurrenz. Sie bespiegeln die Deutschen als einiges Volk, das übermächtige Herausforderungen mutig meistert. Im Rückblick auf die miefige DDR und den euphorischen Wendeherbst soll deutlich werden, wie weit ‚wir‘ uns von einer problematischen Vergangenheit gelöst haben, wie weit ‚wir‘ fortgeschritten sind in die Zukunft deutsch-europäischer Normalisierung und Wohlstandssicherung.

    Auch die radikale Linke wurde durch den Zusammenbruch des sozialistischen Blocks nachhaltig geprägt. Ihre Kritik hat sich während der letzten 20 Jahre in doppelter Abgrenzung entwickelt: einerseits gegen den erneut globalisierten Kapitalismus („Neoliberalismus“), andererseits gegen einen zu Recht als autoritär und etatistisch verworfenen Realsozialismus. Doch Angesichts der bezwingenden Alternativlosigkeit des Kapitalismus haben sich weite Teile der radikalen Linken in ihrer Ohnmacht eingerichtet. Gleichzeitig laufen reformistische Strömungen seit 20 Jahren erfolglos dem Block der realpolitischen Mitte hinterher.

    Mit unserer Podiumsdiskussion wollen wir diese unbefriedigende Situation gründlich analysieren. Es geht um die Stellung des Politischen im Realsozialismus, und um die Niederlage in der Niederlage von 1989. Es geht aber auch um die ideologische Struktur des gegenwärtigen Gedenk- und Kulturnationalismus, und um mögliche Organisations- und Widerstandsformen. Wo gegenwärtig nur zielloser Verwertungszwang herrscht, soll aus der Erinnerung an einen künftigen Kommunismus neue politische Spannung gewonnen werden. Dazu müssen zentrale Konzepte der radikalen Linken überprüft werden: eben das „Politische“, eben „Kommunismus“, und eben „Freiheit“.

    Mit Christian Schmidt (Leipzig) diskutiert die antifa [f] (Frankfurt/M.) und TOP B3rlin.

  42. 42 Krim 07. November 2009 um 10:01 Uhr

    Ach so neo. Du wolltest mir also „bloß“ mal wieder aufs Butterbrot schmieren, dass dein blog viel erfolgreicher ist.
    Du hältst also deine Schadenfreude für eine dem Publikum mitteilenswerte Angelegenheit. Kuck dir mal die großen thread an, wer dafür meistens verantwortlich ist. Du bist das nicht. Klickzahlen sind ein Kunststück, wenn man von der Arbeit anderer schmarotzt, außerdem inhaltlich jeden Scheiß bei sich stehen haben will, um sich als Moderator der Linken aufspielen zu können.

    Ach ja: Wenn du zu meinen Kommentaren was zu sagen hat mach einen Post und schmier nicht in meinem rum. Schließlich stehen da keine Beleidigungen oder ähnliches die gelöscht werden müssten, sondern einfach eine Nachricht an apple, die ich bei dir nicht mehr posten konnte, weil du den Thread geschlossen hast.

  43. 43 Neoprene 07. November 2009 um 22:10 Uhr

    Nein, Krim, ich wollte dir – wieder mal – gar nichts auf Brot schmieren. Daß nicht mein Blog in letzter Zeit solchen Zuspruch hatte, sondern wahrscheinlich fast auschließlich ich sage jetzt mal „euer“ Streit mit den paar GSP-Verteidigern, daß habe ich selber schon auch so gesehen. Und ums „Schmarotzen“ geht es mir auch nicht, im Gegensatz zu dir ist mir der „private“ Erfolg von diesem Blog schnurzegal. Daß auch du den lächerlichen Vorwurf bringst ich sei erstens ein Moderator und zweitens auch „der Linken“ möchte ich auch zurückweisen. Zudem nützt es gar nichts, was auch immer ich hier mache, interessiert „die Linke“ doch eh nicht die Bohne, wieso auch.

    Ach ja, daß du erst jetzt den Vorwurf des Rumschmierens bringst, wo ich explizit meinen Kommentar als solchen gekennzeichnet hatte und einfach nur den Thread nicht noch weiterlaufen lassen wollte, ist schon komisch, wo ich unter anderem wegen dir den wordpress style des Blogs auf K2 umgestellt hatte, damit Schussel wie du einer bist, ihre Kommentare selber verbessern können. Aber nein, gerade dir habe ich ewig hinterher verbessern „müssen“! Seis drum. Vielleicht geht es bei dir ja doch noch weiter, es hindert ja niemand etwas daran, das dort weiterzuführen. Ich jedenfalls als Allerletzter, ich war ja immer eher für ein Forum und eigentlich gegen Blogs. Hat aber nicht sollen sein bzw. werden. So schlimm auch wieder nicht, denn wo jemand was sagt, wird im Web eh zunehmend unwichtiger, wo Google eh alles indiziert.

  44. 44 star wars 08. November 2009 um 19:20 Uhr

    So wie ich das sehe, gab es keine Mitschnitte zu den Veranstaltungen über „Scheitern und Zukunft des Kommunismus“?

  45. 45 Neoprene 08. November 2009 um 19:47 Uhr

    Glaube ich auch nicht. In den Workshops, in die ich reingeschaut habe, wurde jedenfalls nichts mitgeschnitten.

  1. 1 Das geprüfte Argument Trackback am 23. Oktober 2009 um 15:10 Uhr

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