PDF-Scan der Staatsbroschüre des „…ums-Ganze!“-Bündnis

Ich habe auf die Schnelle die gerade vom „…ums Ganze!“-Bündnis herausgebrachte Broschüre mit dem Titel „Staat, Weltmarkt und die Herrschaft der falschen Freiheit“ – Zur Kritik des kapitalistischen Normalvollzugs“ eingescannt und stelle es hier als PDF zur Verfügung. Die Herausgeber schreiben im Impressum „Nachdruck der Texte dieser Grundlagenbroschüre ist bei Angabe der Quelle gestattet“.


4 Antworten auf „PDF-Scan der Staatsbroschüre des „…ums-Ganze!“-Bündnis“


  1. 1 Hans 28. Mai 2009 um 8:47 Uhr

    „Das »…ums Ganze [«-Bündnis wurde gegründet, um linksradikale Gesellschaftskritik
    überregional zu organisieren und handlungsfähig zu machen.“

    Welche Fähigkeiten und welches Handeln von Linken erwartet werden, bleibt leider unklar. Die Worthülse „Handlungsfähigkeit“ unterstellt bereits das Resultat eines Streits, von dessen gegensätzlichen Motiven die UG-Leute wissen, sonst würden sie sich nicht als Mittler anbieten. Es ist also schon etwas gemogelt, wenn die z.B. ihre AntiFa-Kritik als Herstellung von Handlungsfähigkeit der AntiFa verkauft – da beißt sich nämlich einiges.

    „Komische Gesellschaft, deren Prinzipien Freiheit und Gleichheit heißen, und die trotzdem ständig soziale Ohnmacht und Ausbeutung produziert. Offenbar ist nicht nur an dieser Gesellschaftsordnung etwas verkehrt, sondern auch an ihren Begriffen.“

    Solange man Freiheit oder Gleichheit als anzustrebende Ideale betrachtet, muss einem deren kapitalistische Verwirklichung „komisch“ vorkommen. Wenn einem aber die kapitalistische Wertorientierung schon unangenehm aufstößt, wäre es womöglich Zeit, sich gründlich von ideologischen Begriffen zu verabschieden, die als Titel für alle möglichen Schweinereien kursieren.

    „Es geht in unserer Darstellung also wesentlich um den Systemcharakter von Herrschaft
    und Ausbeutung, die sich aus der Struktur der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft ergeben.“

    „Struktur“ ist noch so eine Kategorie, die es nur gibt, um Inhalte oder Gegensätze nicht benennen zu müssen. Welches Strukturelement wie zu welchem Zweck Ausbeutung befördert, soll in einem Ausdruck wie „Struktur“ zum Verschwinden gebracht werden (General-Fehler d. Soziologie). Die von UG entdeckten „Strukturen“ folgen in der Wirklichkeit Interessen mit Name, Anschrift und Gesicht.

    „Wir können aber versuchen, die Unvernunft der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaftsordnung gegen diese selbst auszuspielen. Zum Beispiel indem wir den Staat immer dann stören und blamieren, wenn er im Zeichen der Krise durch nationale Ideologieproduktion neue Legitimität zu schöpfen und neue Zuversicht zu verbreiten sucht.“

    Das ist eine falsche Vorstellung von Ideologieproduktion, die „Unvernunft“ als Herausforderung für ihr „Stören“ oder „Blamieren“ begreift. Als wäre ausgerechnet die Meinungsmache eines Souveräns so etwas wie seine Achillesferse. Widersprüchliche Ideologien zu widerlegen ist zwar notwendig, wenn man den Untertanen ihre Gefolgschaft ausreden will, aber die interessierte „Unvernunft“ von Bürgern kann man schon deswegen nicht „gegen sich selbst ausspielen“, weil das Präfix „Un-“ ein Negativ-Urteil einleitet, also bloß die Abweichung der UG-Leute von der herrschenden „Vernunft“ festhält.

    „Unsere Staatskritik ist auch ein Diskussionsangebot an andere Gruppen der radikalen Linken.“

    Bleibt zu hoffen, dass die Ankündigung von Streitbarkeit ernst gemeint ist.

  2. 2 Replay 28. Mai 2009 um 14:46 Uhr

    @ Hans

    Eine Diskussion zur Kritik der „falschen „Freiheit“ läuft übrigens bereits hier.

  3. 3 ismail 03. Juli 2009 um 21:32 Uhr

    In der aktuellen Ausgabe der Onlinezeitung „trend“ ist ein Beitrag über die „Ums Ganze“-Broschüre erschienen:

    http://www.trend.infopartisan.net/trd7809/t327809.html

  4. 4 Heinrich 27. Dezember 2009 um 2:16 Uhr

    Ein Vortrag von TOP Berlin zur Broschüre von Ende 2009 mit dem Schwerpunkt Nationalismus:

    http://www.archive.org/details/DeutschlandUndDieHerrschaftDerFalschenFreiheit

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