Wagenknecht: „Ich nenne es Sozialismus“

Sahra Wagenknecht spricht über das Weltfinanzsystem und seinen Zusammenbruch und erweist sich, wo sie Forderungen stellt, ganz und gar als Politikerin (»in der Tradition von Marx und Luxemburg« gar). Wer’ erträgt, kann es sich bei FRN anhören.

Diesen Hinweis habe ich bei audioarchiv gefunden.
Unter anderem auf Wagenknecht geht der Artikel „Die deutsche Linke sieht sich bestätigt: Der neoliberale Turbo-Kapitalismus ist gescheitert!Machen wir’s besser!“ aus Heft 1-09 des GegenStandpunkt ein. Hier die HTML-Version, und hier als PDF.


7 Antworten auf „Wagenknecht: „Ich nenne es Sozialismus““


  1. 1 fit 19. Mai 2009 um 15:14 Uhr

    Kannst du mal die den GSP Artikel betreffende Stelle zitieren oder den Zeitpunkt ansagen?
    Ich hab keinen Nerv die Stunde durchzuhören.

  2. 2 Neoprene 19. Mai 2009 um 16:36 Uhr

    Da hast du was mißverstanden: Sahra Wagenknecht geht *nicht* auf den GegenStandpunkt ein, jedenfalls nicht daß ich wüßte, sondern der angeführte Artikel des GSP nimmt sich (unter anderem) Argumente von Wagenknecht vor, weil sie die wohl bekannteste der linken Krisenkritiker ist, die den Anspruch haben „Systemgegner“ zu sein, die – zu Recht – sagen „Schuld an der Krise ist das System!“, um dann recht bald doch nur wieder Arzt am Krankenbett dieses Systems werden zu wollen.

  3. 3 der Klassensprecher von 1984 20. Mai 2009 um 19:26 Uhr

    Schade, dass dieses Streitgespräch (um 19:15) nicht online ist:
    http://www.dradio.de/dlf/vorschau/20090218/

    Ein übles Feuerwerk des Sozialdemokratismus, was Wagenknecht damals abgeliefert hat.

    Na, ich hör mir den andren Kram morgen an, wenn ich in der Sonne liege. ;)

  4. 4 Pirx 24. Mai 2009 um 2:01 Uhr

    Mein Beitrag ist etwas ausführlicher, ist daher auch als eigener Blog gepostet:

    Habe die GSP Kritik an Wagenknecht und Konsorten zur Kenntniss genommen und bin trotzdem geschockt über dass, was eine als dafür angefeindete Wortführerin einer „Kommunistischen Plattform“ im Interview zum Besten gibt. Ihre ganze, an Detailkenntnissen reiche Kritik an der Bereicherungsweise des Finanzkapitals läuft nicht nur implizit, sondern auch ausdrücklich auf eine Reinwaschung des „Realkapitals“ als dem Allgemeinwohl (hier als das tatsächliche Wohl aller verstanden) dienliche Reichtumsquelle heraus. Konkurrenz und „Regulierung durch den Markt“ müssen schon sein, sonst sind Unternehmen nicht innovativ und dass Planung nicht geht, hat der Realsozialismus ja gezeigt. Das dem abhängig Beschäftigtem dann mit ihrem Vorschlag, den Dienst den das Finanzkapital am Realkapital zu leisten hätte durch ein staatliches Finanzregime zu gewährleisten, dann doch nicht geholfen wäre, tut sich ihr als Nebenaspekt dann schon noch auf. Dann macht sie sich mit dem Verbesserungsvorschlag lächerlich, die Managergehälter an die Lohnentwicklung der Beschäftigten zu koppeln. Damit wäre dann endgültig alles in Butter! Und was, wenn die Konkurrenzfähigkeit Lohnsenkungen erfordert? Soll der Manager dann zwischen zwei Übeln wählen? Was, wenn der Kapitalist sein eigener Manager ist? Was darf er dann? Und ein Eigentum, welches nicht nach eigenen Kriterien bewirtschaftet werden darf: Ist das überhaupt verfassungskonform? (Wagenknecht selbst argumentiert gerne mit Verfassungskonformität gegen das Finanzkapital).
    Die Frage, warum die Politik sich eigentlich die Entfesselung des Finanzkapitals, die auch noch selbstschädigend gewesen sein soll, geleistet hat, stellt sie sich NICHT. Das waren alles halt „politische Entscheidungen“, die die ausschließliche Wohlfahrt der oberen zehntausend zum Ziel hatte. Unschwer ist die Nähe zu Verschwörungstheorien erkennbar. Warum agiert die Regierung, agiert Steinbrück gegen das Wohl der Allermeisten? Warum nicht nur hier, sondern in allen Industrieländern? Weil sie bestochen werden? Haben die irgendwas davon? Oder hat das doch einen tieferen Grund als bloß den, den Millionären einen Gefallen tun zu wollen?
    Ich weis nicht ob es die Sache wert ist, das Interview mal auseinander zu nehmen. Ohne starke Schwerpunktsetzung müsste ein Buch daraus werden, weil die Ablehnung finanzkapitalistischer Praktiken der einzige erkennbare Unterschied zur Sichtweise bürgerlicher Ökonomen ist. Hinzu kommt, dass die wenigstens nicht immer den gnadenlosen Idealismus durchhalten, die kapitalistische Wirtschaft wäre für das Wohlergehen der Menschen da. Sprüche von Leuten wie Hans-Werner Sinn (Ich zitier mal aus dem Kopf: „Für das Wirtschaftswachstum sind sinkende Reallöhne notwendig“) sind um einiges aufschlussreicher als die affirmative, sich an seinen eigenen Verbesserungsvorschlägen blamierende Strategie Wagenknechts, den Kapitalismus als verbesserungswürdiges und wohltätiges Potential bergendes Wirtschaftssystem zu verkaufen. Das dieser Staat sich Luxusprobleme wie diese Frau leistet: Der weis wohl wirklich nicht, wer seine Freunde sind.

  5. 5 DWR 14. Mai 2012 um 19:02 Uhr

    Enttäuschend, welche Entwicklung diese Frau zurückgelegt hat. Dabei gibt es wirklich hervorragende Bücher von ihr zur Finanzkrise – zumindest als Faktensammlungen betrachtet hervorragende. Sie würde sich wohl selbst nicht mehr als Kommunistin bezeichnen. Die Linke ist damit noch in Gestalt ihrer letzten ‚Radikalen‘ den Weg aller Parlamentarier gegangen: zur Mitte, zur Dummheit!

  6. 6 Wolfgang 16. Mai 2012 um 18:20 Uhr

    @DWR

    Hervorragende Bücher zur Finanzkrise? Von Sahra Wagenknecht???
    Faktensammlungen? Aus denen keine, schon gleich keine richtigen Erkenntnisse folgen???

    Der Weg von Sahra Wagenknecht ist doch ebenso typisch wie konsequent daneben.

    siehe zB www.koka-augsburg.com vom 18.12.2011: Kritik ihres Buches »Wahnsinn mit Methode – Finanzcrash und Weltwirtschaft«

  7. 7 DWR 17. Mai 2012 um 10:10 Uhr

    @Wolfgang: Ja, als Faktensammlungen sind ihre bisherigen Bücher aus meiner Sicht hervorragend. Über die Folgerungen habe ich kein Wort verloren.

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