Der GSP soll mundtot gemacht werden — und ADs finden es begründet

Es ist eine Sache, wenn mir jemand aus dem Kreis der Freunde des GegenStandpunkt anempfiehlt, den Leserbrief von Peter Decker doch noch Korrektur zu lesen. Sowas nenne ich solidarische Kritik (Ich wundere mich nur, warum ich der erste bin, der den Brief überhaupt veröffentlicht hat.)

Es ist aber eine andere, recht schäbige Sache, unter Verweis auf Stellen im Text de facto die Hetze gegen den GegenStandpunkt und dessen Positionen zu billigen und damit selber auch noch dafür zu trommeln. Das machen the usual suspects aus der antideutschen Ecke. Das geprüfte Argument hat darauf ja schon hingewiesen.

Und anderen ist es schon so egal, daß sie noch nicht mal was dazu sagen. Was auch in Richtung Billigung der Mundtotmachung geht.

Ein bitteres Lob der „Wehrhaften Demokratie“: Sie ist wirklich verdammt effektiv!


16 Antworten auf „Der GSP soll mundtot gemacht werden — und ADs finden es begründet“


  1. 1 lahmacun 26. Februar 2009 um 15:22 Uhr

    ich weiß nicht, was du sagen willst? billigung der beschneidung des rechts auf freie meinungsäußerung? schock!

  2. 2 Neoprene 26. Februar 2009 um 15:47 Uhr

    Es ist schon länger her, da waren Parolen weitverbreitet wie „Ein Angriff auf einen ist ein Angriff auf alle!“ Da haben auch schon mal Kommunisten Anarchisten gegen den bürgerlichen Staat verteidigt. Sacco und Vanzetti sind da sicher der berühmteste Fall. Jetzt trifft es zugegebnermaßen erst mal „nur“ im Kleinen den Gegenstandpunkt „nur“ in Nürnberg und man hört und sieht so gut wie gar nichts in der obigen Art und Weise (irritierenderweise ja nicht mal von den Genossen dort). Das meinte ich mit meinen bitteren Lob auf die wehrhafte Demokratie.

  3. 3 lahmacun 26. Februar 2009 um 16:02 Uhr

    nunja, der punkt ist wohl, dass ADs den GSP nicht unter „uns“ fassen. und umgekehrt? ich habe meine zweifel, dass GSP-leser aufstehen würden, käme die bahamas mal wegen volksverhetzung dran. oder gibt es ein recht auf die verbreitung falscher haltungen? – das lehnen wohl beide seiten ab … oder?

  4. 4 lahmacun 26. Februar 2009 um 16:05 Uhr

    falsch aus der sicht des gegners, jeweils.

  5. 5 Neoprene 26. Februar 2009 um 16:14 Uhr

    Wenn ich mich wundere, daß „niemand“ dem GSP zur Seite springt, dann meine ich in der Tat nicht die ADs. Ob ich die noch zur Linken im weitesten Sinne zählen soll, weiß ich nicht so recht und mache das immer konkret fest, ganz so homogen ist deren Umfeld ja gottseidank auch nicht.

  6. 6 Kermit 26. Februar 2009 um 16:41 Uhr

    @ Neoprene

    Viel erstaunlicher als die Häme einiger Israelfreunde finde ich eigentlich deine offenbar ernst gemeinte Verwunderung angesichts der (vermutlich gar nicht so) „klammheimlichen Freude“ bzw. ausbleibender „Solidaritätsbekundungen“ (Sacco und Vanzetti) seitens der antideutschen Szene. Etwas anderes zu erwarten ist doch reichlich naiv. Auch du solltest eigentlich mitbekommen haben, dass es mit diesen Figuren keine Gemeinsamkeit gibt. Die politische Gegnerschaft zu denen hat schließlich eine andere Qualität als z.B. im Verhältnis zu Linken, Antifas etc. ADs halten einen für (verkappte) Antisemiten, also für Repräsentanten des Bösen schlechthin. Entsprechend gibt es mit denen auch nichts mehr zu diskutieren. Die Argumente sind seit Jahren bekannt und ausgetauscht. Der politische Streit mit anderen „Strömungen“ ist da doch sehr viel sinnvoller und erfolgversprechender.

    P.S. Die öffentlichen Mutmaßungen über das aktuelle und zukünftige Verhalten der Redaktion sind unangebracht.

  7. 7 Neoprene 26. Februar 2009 um 17:05 Uhr

    Nochmal: Daß ADler die Hetze und eventuelle Sanktionen gegen den GSP mittragen/toll finden/vielleicht sogar selber fordern, sowas wundert mich nicht. Da werde ich eher zum Saalschützer gegen die als daß ich mir von denen was Positives erwarte. Ich möchte aber dein pauschaliertes „gibt es mit denen auch nichts mehr zu diskutieren“ aber doch zurückweisen. Sicherlich lohnt es sich nicht oder wenigstens nicht mehr mit jedem oder jeder Organisation zu diskutieren, aber so außerhalb des normalen bürgerlichen politischen Bewußtsseinsspektrum liegen diese Leute ja doch nicht, daß man die aus dem Rest derer, die man ja immer noch für zugänglich hält ausgrenzen sollte. Meiner Kenntnis nach sieht das übrigens auch der GSP so, bzw. hat es früher so gesehen. Etwas bekannter sind da Peter Deckers Fetzerei mit ADs in Göttingen vor vielen Jahren, ich glaube zum zweiten Irak-Krieg, und Freerk Huiskens Auseinandersetzung mit ADs über Israel an der Bremer Uni 2005.
    Wieso kommst du zu so einer Nicheinmischung-in-fremde-Angelegenheiten-Position „Die öffentlichen Mutmaßungen über das aktuelle und zukünftige Verhalten der Redaktion sind unangebracht“. Es geht hier doch nicht um deren Vorlieben für Redaktionspartywein oder wen die in die Redaktion aufnehmen sollten, wenn sie mich fragen würden.
    Es ist mir persönlich jedenfalls nicht egal, was die tun oder nicht tun, denn es wirkt doch gar nicht nur auf sie sondern auch auf „uns alle“. (Worauf hast du dich da überhaupt bezogen, das war ja recht kryptisch?)

  8. 8 Kermit 26. Februar 2009 um 18:05 Uhr

    1. Doch, daran halte ich schon fest: Die antideutsche Szene hat ihren Existenzgrund und ihr (mittlerweile) einziges Interesse in der Frage „Wie stehst du zu Israel?“ (Bei den Revis war es noch die Stellung zur SU als dem „Vaterland der Werktätigen“, du erinnerst dich bestimmt :-) ) Die Antwort auf diese Frage ist den entsprechenden Artikeln und Vorträgen unschwer zu entnehmen. Ebenso, dass diese Stellungen unverträglich miteinander sind. Insofern ist die politische Feindschaft auch sachgerecht und durch eine Fortsetzung der Diskussion auch kaum aus der Welt zu schaffen (Dass es Beispiele dafür gibt, dass sich ADs haben überzeugen lassen ist mir bekannt, aber kein Gegenargument). Wenn du ein Beispiel dafür möchtest, dass „das der GSP auch so sieht“, dann hör dir noch mal den Nürnberger Vortrag aus 2006 zum Libanon-Krieg an. Peter Decker bringt die fällige Konsequenz nach dem Disput mit den anwesenden ADs so auf den Punkt, dass nach dem Austausch der Argumente eine Entscheidung ansteht: Moral oder Kritik. Dass sich an dieser grundsätzlichen Haltung was geändert hätte, ist mir nicht bekannt. Warum auch, ich kann daran keinen Fehler entdecken.

    2. Der Hinweis zur Unangemessenheit von Mutmassungen ist doch kein Ausdruck von Desinteresse oder Gleichgültigkeit. Ich halte es allerdings politisch für äusserst unklug, sich in aller Öffentlichkeit den Kopf der Redaktion zu zerbrechen. Geh einfach mal davon aus, dass die den Ernst der Lage begriffen haben und sich was überlegen. So völlig unbekannt sind solche Vorkommnisse ja nun wirklich nicht. Genau so „kryptisch“ möchte ich es dann auch belassen …

  9. 9 Vollhorst 26. Februar 2009 um 20:18 Uhr

    Dass aus der AD-Szene nur Häme und Zustimmung zu Hausverboten für den GSP kommt ist klar. Aber von der Rest-Linken ist leider außer Desinteresse ebenfalls nichts zu erwarten. Das hat allerdings nicht nur mit dem beschränkten Horizont der deutschen Linken zu tun, sondern auch mit dem des GSP. Es geht auch niemand davon aus, der GSP würde jemals Solidarität mit irgendwelchen von Repression betroffenen Linken zeigen. Hat er noch nie und wird er in absehbahrer Zeit auch nicht. Dementsprechend siehts anders herum genauso aus.

  10. 10 Kermit 26. Februar 2009 um 20:50 Uhr

    Nachtrag @ Neoprene

    Lies dir als Beispiel doch mal diese aktuelle Diskussion durch. Denkst du wirklich, dass diese Vollidioten von noch so treffenden Argumenten zu überzeugen sind? Die führen sich doch geradezu auf wie Bebilderungen meiner o.a. These. Geradezu prototypisch die Moralwachtel carlos:

    „es ist für mich eine frage des anstands staatskritik in deutschland, dem kernland des eliminatorischen Antisemitismus im 20.Jh, garNICHT am beispiel israels zu üben. auch wenn ALLE nationen der welt vorher kritisiert wurden.“

    Die sagen also ganz offenherzig heraus, dass die geheuchelte Frage „Warum gerade Israel?“ in ihrer scheinbaren Ignoranz eigentlich für nichts anderes als ein Kritikverbot steht: „Israel gerade nicht!“

    Statt seine Zeit und Kraft mit solchen Deppen zu verschwenden, die ich für durchaus repräsentativ halte, kann ich nur empfehlen, sein Augenmerk lieber auf das „real life“ zu richten. Da gibt es mehr als genug zu tun. Und produktiver ist es allemal.

  11. 11 Neoprene 26. Februar 2009 um 20:57 Uhr

    Ja ja Vollhorst, so gut kenne ich mitterweile sowohl den GSP als auch die „Rest-Linke“, daß ich deiner Beschreibung des traurigen Ist-Zustands nicht widersprechen kann. Ich finde es halt nur kurzsichtig und sektiererisch, die Verteidigung von anderen Linken gegen Repressionen des bürgerlichen Staates davon abhängig zu machen, daß die umgekehrt das mit einem auch machen. Das ist die durch und durch verinnerlichte Krämermoral, nichts „umsonst“ herzuschenken und noch bei jeder eigentlich selbstverständlichen Selbstverständlichkeit auf den „Gegenwert“ zu schielen. Ich habe früher sogar Mielke und Honecker gegen die BRD-Justiz verteidigt (Die sind von der falschen Klasse für die falschen Verbrechen gerichtet worden) oder die RAFler, von beiden war nie viel politische Symphatie zu erwarten gewesen. Aber auch das ist jetzt schon lange her.

  12. 12 Neoprene 26. Februar 2009 um 21:05 Uhr

    An sich würde ich kermit ja gerne zustimmen wollen, wenn der sagt:

    „Statt seine Zeit und Kraft mit solchen Deppen zu verschwenden, die ich für durchaus repräsentativ halte, kann ich nur empfehlen, sein Augenmerk lieber auf das “real life” zu richten. Da gibt es mehr als genug zu tun. Und produktiver ist es allemal.“

    Nur ist hier eh nicht das real life, was ich ja auch immer wieder betone, und wenn wir schon mal „hier“ sind, kermit ja auch, dann halte ich es nicht völlig für vergebene Liebesmühe, in diesem Streit einzugreifen. Nicht mal unbedingt, um einen Volltrottel und bescheuerten Provokateur wie carlos von irgendwas Vernünftigem zu überzeugen, aber um am Abziehbild des Nationalisten vielleicht Mitlesern was klar zu machen. Für wen argumentiert man denn hier sonst? Daß das hier zunehmend unernsthafter geworden ist und gerade auf blogsport sich immer seltener um wichtige Sachen dreht, das sehe ich auch (ich habe das ja völlig fruchtlos auch jahrelang bejammert).

  13. 13 Kermit 26. Februar 2009 um 22:04 Uhr

    Naja, „schon mal hier zu sein“ ist aber doch der Punkt. Es ist ja wohl kein Zufall, dass in der letzten Zeit immer mehr Blogs geschlossen wurden oder nur noch sehr sporadisch aktualisiert werden. Ich vermute mal, dass da neben der üblichen Zeitknappheit vor allem auch die Erfahrung eine Rolle spielt, dass die ernsthafte Diskussion verwickelterer Themen, die entsprechend zeitaufwendig sind, online nicht zu bewerkstelligen ist. So zumindest mein Eindruck. Was ich da über die Jahre beim Reinschnuppern immer mal wieder mitbekommen habe war einfach nur abschreckend.

    Sofern die persönlichen Umstände es zulassen ist deshalb jeder wirkliche Diskussionszusammenhang dem Web vorzuziehen. Nur als ein Beispiel von vielen möglichen: Was sich allein im Zuge der Auflösung und Neusortierung der Antifa-Szene tut (IL und ums Ganze), verdient doch eigentlich verschärfte Aufmerksamkeit und Befassung. Schaut man sich dagegen Diskussionen bei blogsport an (zumindest die Mehrzahl dessen was ich so kenne), dann kann einem bei so viel selbstzufriedener Dummheit gepaart mit hämischer Brutalität eigentlich nur noch das Kotzen kommen.

  14. 14 Neoprene 26. Februar 2009 um 22:20 Uhr

    Ich vermute mal, dass neben der üblichen Zeitknappheit (die ja eh in großem Maße nur ein vorgeschobenes Argument ist) vor allem auch die Erfahrung eine Rolle spielt, dass die ernsthafte Diskussion verwickelterer Themen, die entsprechend zeitaufwendig sind, offline auch nicht zu bewerkstelligen ist. So zumindest mein Eindruck.

  15. 15 Das geprüfte Argument 01. März 2009 um 14:45 Uhr

    @ Kermit:

    Ich würde das nicht so gegeneinander halten. Klar ist eine real-life Debatte ganz gut, weil man schneller Missverständnisse ausräumen kann, als z.B. hier in Foren und Blogs. Andererseits ist die Anonymität vielleicht auch ganz gut, um eine gewisse Aufregung beim Streiten zu vermeiden.

    Der Punkt ist doch: Ein korrektes Argument zu verbreiten ist nie verkehrt. Und aus Erfahrung weiß ich, dass Leute das Angebot Internet gerne zur politischen Bildung benutzen und dann mal auf nen Termin kamen. Insofern soll jeder halt sehen, was er wo leisten will, solange es eben nicht total untauglich ist.

  16. 16 Neoprene 01. März 2009 um 23:18 Uhr

    Ernsthafte Auseinandersetzungen um wichtige und vor allem kompliziertere Themen sind in der Geschichte des Marxismus praktisch immer schriftlich geführt worden, nur so können auch „Mißverständnisse“ wirklich ausgeräumt werden. Nicht umsonst hat Karl Marx einen Großteil seines Lebens mit der Produktion von Schriften verbracht, die das sehr sorgsam ausgearbeitet enthalten haben, was er sich erarbeitet hatte und was er zu sagen hatte.

    Das ist dann die nächsten 150 Jahre nicht anders gewesen. Kommunisten haben immer auf Publikationen großen Wert gelegt, sei es ihre Zeitschriften, die Broschüren und Bücher, die geschrieben wurden, sei es der hohe Stellenwert, den die Redaktionen innerhalb der kommunistischen Organisationen hatten. Demgegenüber waren die Genossen, die verbal von Angesicht zu Angesicht zu überzeugen wußten, immer im Hintertreffen.

    Diese Haltung hat sich in den letzen 150 Jahren auch nicht so grundlegend geändert, durch das Internet ist nur eine Mischform hinzugekommen, die es möglich macht, fast interaktiv wie beim Gespräch die Ernsthaftigkeit und Dokumentierung der schriftlichen Auseinandersetzung aufrecht zu erhalten. Und die den enormen Zugewinn mit sich brachte, daß auch Teilnehmer, die sich bei einem Gesprächsabend überhaupt nicht an einen Tisch setzen könnten, weil sie an den unterschiedlichsten Orten leben, ja selbst auf einem anderen Kontinent, oder die dafür gerade keine Zeit übrig haben, sich an einer gemeinsamen Diskussion beteiligen können.

    Eine gute Diskussion, die schriftlich und sei es auch nur auf einem Blog oder Forum geführt wird, verfliegt auch nicht so wie ein Gespräch. Regelmäßig kann man sowas auch später noch wieder ausgraben und nochmal oder erst dann zum ersten Mal nachlesen, wenn man von irgendwo anders her, darauf gestoßen wird. Nicht umsonst halten kommunistische Organisationen, die es Ernst meinen, ihre Publikationen auch recht lange verfügbar, denn richtige Erkenntnisse, überzeugende Darlegungen, wichtige Auseinandersetzungen sollten nicht verloren gehen, wie es dem undokumentierten Gespräch doch regelmäßig ergeht.

    Der Gegenstandpunkt versucht dieses Manko des mündlichen Vortrags und der persönlichen Diskussionen ja auch dadurch zu konterkarieren, daß er seine Veranstaltungen wenigstens (zumeist) aufnimmt und unter anderem im Internet (aber auch auf CD-ROMs) nachhörbar macht. Andererseits wundere ich mich gerade beim GegenStandpunkt, wie in den Wind geschrieben so viele Artikel zu sein scheinen. Selbst zu großen Grundsatzartikeln gibt es erstaunlich wenig Veranstaltungen, die die von Angesicht zu Angesicht wieder aufnehmen und zum Beispiel eher Auseinandersetzungen damit herauslocken, als wenn die Redaktion nur auf Leserbriefe warten würde, was sie ja auch gerne sieht.

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