Wird es besser , wenn es schlechter wird?

Peter Decker ist bei seiner Nürnberger Werbe-Veranstaltung (am 8.11.2007) für ein neues Kapitallesen zum Schluß auf ein Argument aus dem Publikum eingegangen, das auch mir immer wieder entgegengehalten wird: Muß das Ganze nicht irgendwann automatisch umkippen, zwingt nicht irgendwann die Erfahrung des Elends die Leute zum Aufruhr? Dazu antwortete Peter:

„Das Lineare, wovon jetzt auch die Rede war von dir, produziert jetzt schon seit über Hundert Jahren Zumutungen für einen großen Teil der Bevölkerung, die sind enorm und nicht ganz neu, überhaupt nicht neu. Ich habe dann auch gesagt: Es gibt da eine Eskalation der Absurdität. Die Eskalation ist, dass die Armut zunimmt in dem Maße, in dem der Reichtum zunimmt. Die kapitalistische Gesellschaft, oder sagen wir noch mehr die kapitalistische Wirtschaftsweise hält das Alles prima aus! Wenn es die Arbeitslosen es aushalten, wenn es die Millionen aushalten, die heute, auf der jetzigen Stufe des materiellen Reichtums kapieren, wir müssen ärmer werden, damit es mit der Wirtschaft weiter geht. Ja und es ist ja so: Die Löhne müssen runter! Die Lokführer haben vorgerechnet, sie mussten zehn Prozent Reallohnsenkung in den letzten Jahren hinnehmen. Und andere kriegen gesagt: Wir brauchen einen Niedriglohnsektor, usw., wir müssen uns beschränken. Das bekommen sie alle gesagt, das ist ja nicht bloß bei der Eisenbahn so.

Wenn die Leute sich die Zumutungen und die wachsenden Zumutungen oder die selbe Zumutung angesichts des noch größer gewordenen Reichtums, die dadurch auch eine noch größere Zumutung geworden ist, wenn sie sich die gefallen lassen, der kapitalistischen Wirtschaft ist das wurscht. Es hängt alles davon ab, ob die Leute sich das bieten lassen. Und ob die sich das bieten lassen oder nicht, das hängt alles davon ab, wie sie sich die Härten, die sie erleben, erklären. Das ist sehr wichtig, dieser Gedanke!

Denn, wir leben heute nicht in einer Welt, wo alle rumlaufen und sagen, ich bin doch zufrieden, es ist alles bestens und ihr paar Kommunisten und Miesmacher, was wollt ihr denn eigentlich? So ist es doch nicht. Wo du hinkommst, alle sind unzufrieden. Aber wie? Die große Linie der Unzufriedenheit ist die, dass die Opfer dieser Wirtschaftsweise ihre Lasten und ihre Ärgernisse auf „Fehlverhalten“ anderer zurückführen. Wenn es Entlassungen gibt, schreit die Belegschaft: Missmanagement! Um wie viel weiter wären die, wenn sie schreien würden „Management“! Nicht: Der Unternehmer macht einen Fehler, sondern: Es ist sein Geschäft, so mit mir umzuspringen. Wenn sie das kapieren würden oder wenn sie diesen Standpunkt einnehmen würden, dann würden sie schon viel klarer sehen, wie es liegt. Jetzt schreien sie aber „Mismanagement!“, selbst wenn sie protestieren, dann äußern sie noch den tiefen Glauben, dass in dem System doch diese Unbill, denen sie ausgesetzt sind, dass die doch eigentlich in diesem System gar nicht beschlossen ist! Sie äußern ihren Glauben, dass es doch eigentlich nicht gegen sie gehen kann. Und wenn es gegen sie geht – und jetzt geht es ja gegen sie, das erleben sie – dann kann es dann nur davon kommen, dass irgendwer nicht seine Pflicht tut. Dann schimpft man auf die Ackermänner, die das Tausendfache von einem normalen Stundenlohn verdienen, und dann sagen sie, der kriegt zuviel! Und dieser Mensch will nicht einmal sagen, solche Banker bräuchte es nicht, sondern, der will sagen, täte nicht das Hundertfache meines Lohnes auch reichen? Der will ja noch nicht einmal den Lohn vom Ackermann! Der will nur sagen, das ist aber zuviel! Und dann kennt er die Politiker, die noch Nebenjobs haben und dann kennt er den Abzocker, der unversteuerte Zigaretten raucht, und und und, man kennt das doch. Man geht irgendwohin, z.B. in die Metzgerei, und stellst dich bloß hinter die Leute und hört denen eine Weile zu: Alle schimpfen sie auf Dritte. Sie sind davon überzeugt, es liegt quasi – und das ist schon ein schöner Widerspruch – eine universelle Pflichtverletzung vor. (Das ist deshalb absurd, weil es keine Pflicht ist, wenn alle sie verletzen.) Anyway, so schaut es aus. Und diese Unzufriedenheit, die mit allem, worauf die Leute stoßen, und worüber sie unzufrieden sind, immer gleich den Glauben verbinden, dass kann doch hier nicht vorgesehen gewesen sein! Diese Unzufriedenheit, wird leichter faschistisch als links. Die ruft nämlich leichter nach einen starken Staat, der endlich alle zu ihrer Pflicht zwingt. Der alle dran erinnert, dass das Gemeinwohl vor Eigennutz geht.

Was wir bräuchten ist, dass die Leute sich eine andere Frage stellen: Mache nicht ich einen Fehler in der Erfüllung meiner Pflicht. Nicht, machen die anderen Fehler, weil sie ihre Pflicht nicht erfüllen, sondern ist nicht in meiner Pflicht, in dem Programm, das meine Pflicht ausmacht, liegt darin nicht der Fehler. Gebe ich mich nicht für etwas her, was für mein Wohl gar nicht gestrickt ist? Diese Umkehrung der Fragestellung braucht man. Und das hängt nicht von der Größe der Absurdität und der Größe der Leiden der Menschen ab. Sondern von der Weise, wie sie es sich erklären. Man kann ein Volk, dafür sind die Deutschen gerade ein schönes Beispiel, unglaublich niederdrücken und es muckt nicht auf. Wenn es davon überzeugt ist, dass das halt nötig ist, um die eigenen Lebensgrundlagen zu verteidigen. (Ich meine hier Hitler und den zweiten Weltkrieg.) Und am Schluß fressen sie nur noch Dreck und haben immer noch nichts gegen den Laden. Wenn sie davon überzeugt sind, dass das gegen ihr Leben und Überleben ist. Wenn sie sich davon überzeugen würden, was das für eine miese Sache ist, für die sie sich hergeben, dann würden sie es nicht tun. Und dies nicht erst, wenn sie soweit runtergedrückt sind.

Das ist ganz wichtig: Von einem Automatismus, in zehn, fünfzehn Jahren, dann kippt alles um, kann keine Rede sein. Es ist einzig und allein abhängig von der Meinungsbildung derer, die die Lasten tragen müssen. “


7 Antworten auf „Wird es besser , wenn es schlechter wird?“


  1. 1 John Reed 18. November 2008 um 18:04 Uhr

    Hallo! War die Aussage von Peter im November 2007 oder 2008?
    Ich finde, das ist genau der richtige Standpunkt, den Peter da einnimmt: Es ist nicht das Elend, das die Leute auf die Barrikaden treibt, sondern die Erkenntnis, das politische Bewußtsein. Und dort müssen wir alle ansetzen, wenn wir uns wirklich als SozialistInnen/KommunistInnen verstehen.

  2. 2 Neoprene 18. November 2008 um 21:00 Uhr

    Ich weiß zwar nicht, wofür das jetzt wichtig wäre, wann das Obige vorgetragen wurde, ich kann aber versichern, daß es schon 2007 war. In 2008 hat er den Vortrag meiner Kenntnis nach nicht mehr gehalten (das erste Mal war wohl 2006 in Aachen).

  3. 3 Michael Hübner 05. September 2017 um 2:16 Uhr

    Vielleicht noch eine Bemerkung, nachdem Neoprene erneut auf diese Aussage hingewiesen hat:

    Hier irrt Peter Decker, wenn er sagt, daß der Kapitalismus es prima aushalten würde, wenn die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden.
    (Was wiederum zeigt, daß selbst einer wie Peter Decker vom Kapitalismus zwar viel, aber nicht alles verstanden hat.)

    Wie gut der Kapitalismus das aushält, zeigte sich spätestens ab 2007 und der seitdem andauernden und sich weiter verschärfenden Finanz- und Weltwirtschaftskrise.
    Ohne die massive Intervention vor allem der bislang führenden kapitalistischen Nationalstaaten mit insgesamt Billionen von US-Dollars, Euros, Yens usw., gäbe es schon keinen Kapitalismus mehr.

    Während sich vor allem aufgrund dieser nicht mehr enden wollenden Krise inzwischen die Konkurrenz der Staaten (allen voran die USA bzw. Trump) untereinander derart verschärft, daß das innerhalb der bestehenden Verhältnisse zwangsläufig in einem – auch atomaren – 3.Weltkrieg endet.
    Und ob es danach noch einen Kapitalismus gibt, ist nicht nur fraglich, sondern weitgehend ausgeschlossen.

    Peter Decker vertritt einen klassischen sog. Voluntarismus, der davon ausgeht, daß nur der mehrheitliche Willen der Geschädigten den Kapitalismus beenden könnte.
    Doch so (d.h., daß sich die Beteiligten ihrer Handlungen weitgehend bewußt sind – bekanntlich ist z.B. auch der Kapitalismus nicht durch eine bewußte willentliche Entscheidung entstanden, sondern hat sich historisch entwickelt und ist selbst dessen MacherInnen bis heute ein weitgehendes Rätsel geblieben) war die Welt noch nie und ist diese auch heute nicht.
    (Ansonsten hätte sich z.B. Karl Marx die Erklärung des kapitalistischen Wirtschaftssystems in seinem Lebenswerk „Das Kapital“ glatt sparen können.)

    Grüße
    Michael Hübner

    PS: Auch der damalige „Realsozialismus“ ist nicht aufgrund einer bewußten Entscheidung entstanden.
    (Schließlich hatten sich Lenin und auch einige andere ursprünglich etwas anderes vorgestellt bis hin, daß der Staat früher oder später „absterben“ würde.)
    Vielmehr wurde ‚mal dieses und jenes probiert (siehe die anfänglichen ständigen Kurswechsel bzw. späteren Reformen), während sich das meiste im Laufe der Zeit mehr oder weniger ergeben hat.

    Natürlich wäre es besser, wenn die Menschen zumindest das Wichtigste verstehen bzw. begreifen, d.h. ihr Leben „im Griff“ haben würden.
    Doch bislang sind die meisten Menschen von einem derartigen Bewußtsein weit entfernt.
    Was sich vor allem auch an den Ergebnissen zeigt, die oftmals mit den ursprünglichen Absichten nur noch wenig zu tun haben und nicht selten sogar das Gegenteil vom ursprünglich Gewollten sind.
    Hätten z.B. Lenin und die Seinen geahnt, wie ihre „Revolution“ enden würde – zuletzt in einer Re-Kapitalisierung Russlands, hätten diese sich das alles sparen können.
    (Obwohl das für einige wenige, die etwas mehr Wissen hatten, schon damals absehbar war.)
    Und dafür (d.h., daß die Ergebnisse andere waren als von den Beteiligten ursprünglich erwartet) gibt es in der bisherigen Geschichte mehr als genügend Beispiele, wenn nicht sogar beinahe die Regel.

    Nicht umsonst war Marx der Ansicht, daß die Menschen bisher ihre Geschichte nicht selbst machen, sondern von den (weitgehend unverstandenen bzw. unbegriffenen) wirtschaftlichen und politischen, d.h. gesellschaftlichen, Verhältnissen beherrscht werden.

  4. 4 Michael Hübner 05. September 2017 um 6:43 Uhr

    Noch ergänzend:
    Am diesem falschen Verständnis der Welt sind übrigens auch alle sog. K-Gruppen, die sich in den 1970er-Jahren hierzulande gebildet haben (u.a. die frühere „Marxistische Gruppe“) weitgehend gescheitert.

    Einmal abgesehen davon, daß sich die jeweiligen Machthaber nicht einfach die „Butter vom Brot“ nehmen lassen und entsprechende Versuche meist schon im Ansatz unterdrücken, meinten diese, nur genügend Leute überzeugen zu müssen, um eine Revolution zu machen.

    In Wirklichkeit werden gesellschaftliche Umstürze bzw. Revolutionen nicht gemacht, sondern ergeben sich stets aus dem weitgehenden Zusammenbruch der bisherigen wirtschaftlichen bzw. politischen Ordnung, auf dem die „Revolutionäre“ kaum einen Einfluß haben.

    Nicht anders war es z.B. auch im Februar 1917 in Russland und dem Sturz der damaligen zaristischen Regierung.
    Dessen Ursache war weniger die erfolgreiche Agitation der „Bolschewiki“, sondern vielmehr die zunehmende Not und Elend von weiten Teilen der russischen Bevölkerung vor allem aufgrund des 1.Weltkriegs.

    Zu beobachten war das zuletzt auch z.B. bei den Ereignissen in Tunesien bzw. Ägypten.
    Da kam es auch nicht deshalb zu Aufständen, da eine Gruppierung bzw. Partei die Leute erfolgreich agitiert hätte.
    (Das haben vorher die Polizei und auch Geheimdienste weitgehend verhindert.)
    Vielmehr hat sich eine allgemeine Unzufriedenheit mit den bestehenden Verhältnissen (wo es nur noch einen Auslöser brauchte) explosionsartig entladen.
    (Allerdings mit dem Unterschied zu Russland, daß es in diesen Ländern keine sozialistische bzw. kommunistische Partei gab, die in die Geschehnisse hätte eingreifen können.)

    Während die obige Aussage von Peter Decker mit dem 2.Weltkrieg „hinkt“ und wiederum den Fehler macht, alles zu einer Frage des Willens zu erklären.
    Einerseits herrschte hierzulande damals das Kriegsrecht, das jegliche derartigen Versuche unter der Androhung der Todesstrafe stellte und andererseits waren in Deutschland in den späteren Kriegsjahren vor allem die Städte laufenden Bombardierungen ausgesetzt, während nach dem 2.Weltkrieg die Besatzungsmächte – zumindest in den „westlichen“ Besatzungszonen – dafür sorgten, daß aus einer Veränderung der Verhältnisse nichts wurde.
    Unter solchen Umständen einen Aufstand zu machen, wäre wirklich blöd‘ und letztlich Selbstmord gewesen.
    (Das war im damaligen Russland anders.)

    Grüße
    Michael Hübner

    Humor am Rande:
    Der häufig vor allem bei jüngeren Menschen zu beobachtende Voluntarismus unterscheidet sich manchmal kaum von der früheren TOYOTA-Werbung „Nichts ist unmöglich!“.
    Allerdings sollten Werbung und Wirklichkeit schon auseinander gehalten werden können.

  5. 5 Krim 05. September 2017 um 11:15 Uhr

    „Wie gut der Kapitalismus das aushält, zeigte sich spätestens ab 2007 und der seitdem andauernden und sich weiter verschärfenden Finanz- und Weltwirtschaftskrise. Ohne die massive Intervention vor allem der bislang führenden kapitalistischen Nationalstaaten mit insgesamt Billionen von US-Dollars, Euros, Yens usw., gäbe es schon keinen Kapitalismus mehr.“

    Hübner, deine überhebliche Dummschwätzerei ist echt schwer erträglich. Was hat denn die staatliche Intervention mit der Frage zu tun, ob der Kapitalismus es aushält, dass die Lücke zwischen arm und reich immer größer wird. Ist der Grund der Finanzkrise etwa die aufklaffende Schere zwischen arm und reich? Hat der ideelle Gesamtkapitalist etwa eine allgemeine Anhebung der Löhne dekretiert, weil der Kapitalismus soviel relative Armut nicht aushält oder hat er die Reichen besteuert, damit auf der anderen Seite der relative Reichtum nicht so groß wird? Nein. Du willst dich mal wieder bloß wichtig machen und erzählst einen Mist, dass es der Sau graußt. Selbst ohne staatliche Intervention gäbe es den Kapitalismus noch, den gibt es nämlich so lange wie es Eigentümer gibt, die ihn wollen. Es wär bloß, das reine Chaos eine zeitlang ausgebrochen, das Reichtum en masse vernichtet hätte. Vielleicht wären weltweit ein paar hundert Millionen Leute drauf gegangen, ein Krieg wäre vielleicht ausgebrochen, die Rangliste der Staaten wäre durcheinander gewirbelt worden – aber eines wäre ganz sicher nicht passiert, nämlich dass der Kapitalismus abdankt. Der hätte einfach auf niedrigerer Stufenleiter neu losgelegt.

    „Ansonsten hätte sich z.B. Karl Marx die Erklärung des kapitalistischen Wirtschaftssystems in seinem Lebenswerk „Das Kapital“ glatt sparen können.“

    Für einen der keinen blassen Dunst hat, was da drin steht – große Worte. Es ist genau umgekehrt, wenn die Welt sich ganz unabhängig vom Willen der Leute konstituiert, wieso dann die Welt erklären, denn dann ist es völlig unerheblich, ob man das Kapital verstanden hat oder nicht, die Welt richtet sich sowieso nicht danach.

    „sondern hat sich historisch entwickelt“

    Das ist ein Argument für gar nichts. Eine historische Entwicklung gibt es immer. Egal ob der menschliche Wille eine Rolle spielt oder nicht. Also spricht „historische Entwicklung“ auch nicht gegen die bewusste Einrichtung von Verhältnissen.

    Noch ein letztes Mal: Es ist ein Unterschied, ob man gesellschaftliche Verhältnisse erklären kann, oder ob man sie bewusst willentlich einrichtet. Ersteres kann außer Kommunisten niemand, das heißt aber noch lange nicht, dass die Verhältnisse nicht bewusst, nämlich den I n t e r e s s e n der Eigentümer folgend (Interessen funktionieren nur bewusst) eingerichtet wurden. So ging das auch historisch, die Geschäftemacher haben einfach versucht ihren Interessen Geltung zu verschaffen und damit haben sie Eigentumsverhältnisse eingerichtet. Einfach mal ursprüngliche Akkumulation lesen.

    „In Wirklichkeit werden gesellschaftliche Umstürze bzw. Revolutionen nicht gemacht, sondern ergeben sich stets aus dem weitgehenden Zusammenbruch der bisherigen wirtschaftlichen bzw. politischen Ordnung, auf dem die „Revolutionäre“ kaum einen Einfluß haben.“ Meinst du die Oktoberrevolution hätte stattgefunden, wenn Lenin nicht von den Deutschen nach Russland gekarrt worden wäre. „Ergeben“ tut sich nie nix, wenn nicht jemand da ist, der dafür sorgt, dass es sich ergibt. Dein subjektloses Geschichtssubjekt ist ein Widerspruch in sich. Es ist bloß der zigste Ableger einer Geschichtsteleologie.

  6. 6 Michael Hübner 05. September 2017 um 12:02 Uhr

    Hallo Krim,
    klar hat die zunehmende „Schere zwischen arm und reich“ etwas mit der seit 2007 anhaltenden und sich seitdem weiter verschärfenden Finanz- und Weltwirtschaftskrise zu tun.

    Wären z.B. die „Häuslebauer“ in den USA nicht in zunehmende finanzielle Schwierigkeiten geraten – warum denn wohl? – und hätten ihre Raten plus Zinsen weiterhin bezahlen können, hätte es keine Immobilienkrise gegeben, die bekanntlich der Auslöser war usw. usw.

    Bekanntlich nannte bereits Marx die zunehmende „Unterkonsumation“ der lohnabhängigen Bevölkerung (im Verhältnis zu den produzierten Waren- und Dienstleistungen) als letzten Grund der Krisen.
    (Auch wenn das nur einer von mehreren Widersprüchen des kapitalistischen Wirtschaftssystems ist.)

    Ansonsten gehe ich auf Deinen weiteren Unsinn nicht mehr ein.
    Wer heute bereits über „30″ (manchmal sogar schon früher) ist und immer noch nicht verstanden bzw. begriffen hat, wie die kapitalistische bzw. bürgerliche Welt funktioniert, lernt es in der Regel nimmermehr.
    (Zudem stehen wir vor einem 3.Weltkrieg, weshalb ich wirklich Wichtigeres zu tun habe, als mich mit solchen unangenehmen Menschen wie Dir, die sich bislang noch in jedem Forum mit beinahe allen anderen zerstritten haben, auseinanderzusetzen.
    Jedesmal, wenn Du etwas von „Kommunismus“ schreibst, lacht sich bei mir „ein Huhn tot“.)

    Grüße
    Michael Hübner

    PS: Hast Du eigentlich Freunde bzw. Freundinnen?
    Oder ist für Dich Gemeinschaft (und nichts anderes heißt letztlich Kommunismus) nur eine „leere Abstraktion“.

  7. 7 Krim 05. September 2017 um 12:33 Uhr

    „die bekanntlich der Auslöser war“

    ein Auslöser und ein Grund sind verschiedene Dinge. Wenn es die reichlich mit Krediten versorgten Häuslebesitzer nicht gewesen wären, dann halt eine andere Branche. Der Grund der Krise ist nicht, dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden, sondern Armut und Reichtum selbst. In letzter Instanz ist es die beschränkte Zahlungsfähigkeit der Massen, die eine Akkumulation versilbern soll, die sich von dieser beschränkten Zahlungsfähigkeit mittels Kredit emanzipiert. Die größere relative Armut der Massen sorgt nur dafür, dass die Krise schneller kommt, weil die relative Zahlungsfähigkeit kleiner ist. Die Krise wird dadurch nicht verhindert. Also bleibt es dabei. Der Grund der Krise ist nicht die sich vergrößernde Kluft zwischen arm und reich.

    P.S.: Gemeinschaft mit dir, wäre wirklich eine „leere Abstraktion“.

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