Acht Stunden Kapitalismuskritik

Dünnes Eis hat folgenden Hinweis auf seinem Blog.

Vorträge zur Marxschen Kritik der politischen Ökonomie
mit Michael Heinrich

Wer sich beim Chillen am Strand nicht im Nachdenken über Sandburgen erschöpfen will; wem vernünftigerweise von vorn herein nichts am Sandburgenbau liegt, weil er lieber ganz reale Einrichtungen kapieren und kritisieren will, kann beim Entspannen einigen ausgewählten Vorträgen lauschen.

Wer die Zeit hat, sich einen Sonnenbrand zuzuziehen, kann sich per MP3-Player auch ein paar Argumente gegen solche Übel aneignen, die den Rest des Jahres bestimmen – und den Ausschlag für den Urlaub geben.

Inhalt

1 Comeback der Kapitalismuskritik 00:58:26

2 Was ist Kapitalismus? 02:10:53

3 Einführung in die Kapitalismuskritik 01:14:48

4 Der Fetischismus der bürgerlichen Verhältnisse (1) 00:37:46

5 Der Fetischismus der bürgerlichen Verhältnisse (2) 00:36:16

6 Klassen und Klassentheorie 01:44:46

7 Dauerkrise Arbeit 00:50:52

Beigaben

8 Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung (102 S.)
E-Book der zweiten Auflage des theorie.org-Bandes

9 Wie man “Das Kapital” nicht schon wieder neu lesen sollte (25 S.)
Rezension und Kritik zu Heinrichs Einführungs-Bänden,
erschienen in GegenStandpunkt 2-08

Download (208 MB)


16 Antworten auf „Acht Stunden Kapitalismuskritik“


  1. 1 Mohr 29. Juli 2008 um 17:47 Uhr

    Ein neuerer Text von Michael Heinrich: Die gegenwärtige Finanzkrise und die Zukunft des globalen Kapitalismus (in: Phase 2.28, Juni 2008, S.56-59)

  2. 2 M. Hansen 09. August 2008 um 20:09 Uhr

    Der Link funktioniert nicht.
    Kann jemand weiterhelfen.

  3. 3 Clara & Nandi 24. Oktober 2008 um 22:36 Uhr

    [Oben monierter Link funktioniert.]

    Das aktuelle Heft Nr. 10 (Oktober 2008), 35. Jahrgang, Heft Nr. 325, der Zeitschrift SOZIALISMUS

    http://www.sozialismus.de/socialist/index.html

    enthält unter der Rubrik WERT- & STAATSTHEORETISCHES u. a. nachfolgenden Beitrag:

    Guenther Sandleben
    Monetäre Werttheorie als Preistheorie
    Geld und Wert bei Michael Heinrich

    - Aus der [Pkt. 5] ZUSAMMENFASSUNG des Artikels von GUENTHER SANDLEBEN, – siehe auch dessen Veröffentlichungen auf seiner Homepage http://guenther-sandleben.de/ und zusammen mit HORST SCHULZ auf der Seite http://www.proletarische-briefe.de :

    „Heinrichs grundlegende These, dass die Grundbegriffe der Marxschen Ökonomiekritik ambivalent sind, wurde als falsch zurückgewiesen. Nicht die Marxschen Grundbegriffe enthalten eine Ambivalenz, es sind erst deren Umdeutungen, die dazu führen. Heinrich erzeugt die Ambivalenz durch Aufspaltung der Marxschen Werttheorie in einen so genannten „klassischen Teil“, von dem er sich abgrenzen will, und in einen zweiten Teil, den er für sich passend macht, um damit seine eigenen monetären Auffassungen zu legitimieren.
    Die monetär umgedeuteten Teile der Marxschen Werttheorie verwirren den Wert mit der Geldform des Werts, den spezifisch gesellschaftlichen Charakter der Arbeit mit seiner sachlichen Darstellung. Heinrich nimmt diesen gegenständlichen Schein für bare Münze; er steckt tief im Geldfetisch fest. Die Wirkungen einer bestimmten gesellschaftlichen Form der Arbeit werden dem Geld zugeschrieben.
    Wie ist Heinrichs eigene „monetäre Werttheorie“ zu beurteilen?
    Sie stellt, so das Resultat, keine Fortentwicklung oder Präzisierung der Marxschen Werttheorie dar. Vielmehr bricht sie mit der Werttheorie, wenn sie den unabhängig vom Geld existierenden Wertbegriff übersieht. Der Wert der Ware soll nur ihr Preis sein. Heinrichs monetäre Werttheorie ist nicht mehr als eine Preistheorie, die alle Aporien einer Preistheorie, die keine Werte mehr kennt, mit sich herumschleppt. Darin wird das Geld als eine Menge irgendwelcher Zeichen vorausgesetzt. Wodurch aber diese Zeichen zu „Zeichen von Wert“ (Heinrich) werden, wie sie sich in Geld verwandeln, das dann die magische Kraft besitzen soll, heterogene Arbeitsprodukte kommensurabel zu machen, bleibt sein Geheimnis. Das Rätsel des Geldes hat Heinrich im Unterschied zu Marx nicht gelöst. Heinrichs Vorstellungen vom monetären Wert beinhalten die völlige Auflösung der Marxschen Werttheorie unter dem Schein ihrer konsequenten Ausführung.“

    WEITERE BEITRÄGE in besagter Rubrik im Heft Nr. 10 (2008) sind:

    Fritz Fiehler
    Wie schafft sich das Kapital seine Voraussetzungen?
    Über die Manuskripte zum „Zweiten Buch des Kapitals“

    Heide Gerstenberger
    Staatsform und Rechtsarbeit
    Zu Andreas Fisahns kritischer Staatstheorie

  4. 4 Clara & Nandi 31. Oktober 2008 um 20:57 Uhr

    Auf der Homepage von Guenther SANDLEBEN:

    http://guenther-sandleben.de/

    ist jetzt die oben, Comment 24.10.2008, nur im Punkt Zusammenfassung zitierte Kritik von Sandleben an der Werttheorie von Heinrich, erschienen im Heft Nr. 10 (Okt. 2008), 35. Jahrgang, Heft Nr. 325, der Zeitschrift SOZIALISMUS,

    - Monetäre Werttheorie als Preistheorie. Geld und Wert bei Michael Heinrich

    in voller Länge [PDF-Datei] eingestellt:

    - http://guenther-sandleben.de/mediapool/57/574173/data/Heinrich_Kritik_2008.pdf

    Eine weitere Kritik an Michael Heinrich, verfaßt von Horst SCHULZ im Oktober d. J., nämlich:

    - Zur Schöpfungsgeschichte des Michael Heinrich

    steht seit 31.10.2008 auf der Sandleben/Schulz-Homepage:

    - http://www.proletarische-briefe.de/

  5. 5 Clara & Nandi 01. November 2008 um 2:15 Uhr

    Da auch und vor allem der Briefverkehr mit dem Proletariat keinen Stillstand verträgt, also fortgeschrieben werden muß, ist es wohl angebrachter, die Schulz-Kritik an Heinrich’s Schöpfungsgeschichte so

    http://www.proletarische-briefe.de/?p=120

    zu verlinken.

    Pardon dem Umstand!

  6. 6 Krim 01. November 2008 um 13:28 Uhr

    Die zwei verlinkten Artikel von Sandleben und Schulz sind wirklich lesenswert und jedem wärmstens ans Herz zu legen. Folgenden Absatz bei Schulz verstehe ich aber nicht:

    “ Es ist ein offenkundiger Fehler, von einer notwendig bescheuerten Bewusstseinsform auf ein notwendig bescheuertes Bewusstsein zu schließen. Solch einen Fehler macht auch keine herrschende Klasse! Die herrschenden Klassen haben daher Charaktere nötig, die den Beherrschten die richtigen Einsichten wieder austreiben. Das unaufhaltsame Wachstum ihrer ideologischen Streitkräfte ist ein ebenso sicheres Zeichen für die Grenzen des falschen Bewusstseins wie für die Klugheit der Bourgeoisie. Aber es ist auch der sichtbare Ausdruck der wachsenden Gefahr! Kraft misst man am Widerstand, und gemessen am Widerstand ist das Proletariat stark wie nie!“ 1. Soll das ungefähr heißen: Bloß weil das Bewusstsein der herrschenden Klasse notwendig falsch ist, sind die noch lange nicht bescheuert und tun alles dafür die Wahrheit zu verdunkeln und Ideologien auszustreuen. 2. Wo leistet das Proletariat denn Widerstand? Auch eine wachsende Gefahr sehe ich nicht.

  7. 7 Neoprene 01. November 2008 um 21:56 Uhr

    Nein, das Proletariat leistet offensichtlich keinen Widerstand. Das will auch Horst Schulz nicht behaupten. Er denkt nur recht um die Ecke und lügt sich (und dem Proletariat was in die Tasche), wenn er postuliert: „gemessen am Widerstand ist das Proletariat stark wie nie“. Weil die Unterdrückung/Armada der ideologischen Streitkräfte so gewaltig ist, müssen die sich wohl vor den Arbeitern fürrchten. Und dies auch noch zu Recht. Also sind die Arbeiter eigentlich stark, „nur“ eben noch von den Einseifern der Bourgeosie verführt und vom Pfad der Tugend der Erkenntnis ihrer Klasseninteressen abgebracht.
    Mir scheint das eine Variante der „eigentlichen“ Arbeiterinteressen zu sein, die nur im Gegensatz zur Sichtweise des GegenStandpunkt nicht so sehr auf die „Erzwingung“ des Willens zur Zustimmung durch die schiere Gewalt der Verhältnisse abhebt, sondern mehr die ideologischen Breitseiten als Grund für dieses eigentlich unvernünftige sich Einrichten und auf seine Existenz als Arbeiter setzen sieht.

  8. 8 Krim 02. November 2008 um 13:17 Uhr

    Ja du hast recht. Anders ist das nicht zu erklären. Merkwürdig ist das schon, wenn man sich den Widerstand der Arbeiter so interessiert erschließen muss, damit er überhaupt real erscheint.

  9. 9 Neoprene 02. November 2008 um 13:52 Uhr

    Wenn man ein Ideal vom Arbeiter hat, wie der eigentlich sein sollte bzw, ein klein wenig auch schon ist, dann geht man eben auf die interesierte Suche, was zum Teufel dieses häßliche Entlein reale Arbeiterklasse daran hindert, zur Klasse für sich zu werden. Und da sind dann Schulzens „Charaktere …, die den Beherrschten die richtigen [sic!] Einsichten wieder austreiben“ wie gerufen.

  10. 10 Clara & Nandi 02. November 2008 um 14:09 Uhr

    Unübersehbar ist doch, daß sich die Herrschenden, wo und wie und in was für einem koproduktiven Personal sie auch immer als Sozialschicht zu orten sind, eine ziemlich umfassende Armada der Produktion von Ideologien und Lügen zum vielleicht ihnen selbst nicht immer offenbaren, weil in seiner Integrität auch noch als aufrichtig geglaubten Zwecke der Einflußnahme und Bewußtseinstrübung der Beherrschten, deren anhaltend fortschreitender Einwicklung und Einseifung, zu- und angelegt haben, ein über Medien institutionalisierter finanzkräftiger und wirkungsmächtiger Meinungsapparat mit geschütztem, gehegtem und gepflegtem Kontrollmechanismus. Der nähere, genauere und PROFUNDE Zweck dieser Einrichtung ist einer der VOR-SORGE: den POTENTIELLEN Widerstand des Proletariats bereits im Keim zu erkennen, einzugrenzen und letztlich zu ersticken. Weil dem so ist, bedarf es bei Lichte besehen überhaupt keines Widerstandes, um ihn bereits der Anlage und der Form nach, also noch bar jeden Inhaltes und jedweder, auch noch so provosorischen, sei sie nicht qua Rechtsgefüge erlaubt und politisch sogar erwünscht, Äußerung, unter eigene Kuratel gestellt wissen zu wollen.

    Vielleicht ist, wiewohl wir darüber gar nicht rechten wollen, weil der Streit, ob die Beherrschten denn jemals schon richtige Einsichten gehabt haben, einer der rein spekulativen Natur in Sinne von, ob sie überhaupt welche gehabt haben hätten können, und deshalb müßig ist, die Aussage von Horst Schulz, daß es für die herrschenden Klassen der mit und neben ihnen agierenden Charaktere bedarf, die den Beherrschten die richtigen Einsichten wieder austreiben, deshalb von der Güte her zu euphemistisch und einen Gehalt antizipierend, über den man schlichtweg nichts mehr oder zu wenig resp. noch nichts wissen kann, doch möchten wir auch erinnern, daß sie nur im Zusammenhang des aufgespießten Fehlers, von einer notwendig bescheuerten FORM des Bewußtseins auf ein notwendig im INHALT bescheuertes Bewußtsein zu schließen, ihren Referenzpunkt hat. Und der Inhalt dieser Aussage, daß im bürgerlichen Bewußtein Form und Inhalt ihrer praktischen Hinsicht nach notwendig auseinandertreten, ist durchaus wert, in voller Gänze festgehalten zu werden. Denn der notwendig beschissenen Form kann ein mehr oder weniger erfreulicher Inhalt korrespondieren. Mehr beim Anwender der Kapitalmittel in der Produktion und anderswo im auf ihr aufbauenden Getriebe von Ware, Wert und Geld: das falsche Bewußtsein über Gott und die Welt im allgemeinen und die Produktion im besonderen trägt sein Scherflein bei der Erwirtschaftung von Ruhm, Ehre und Gewinn bei. Weniger beim Ausübenden seiner Kräfte im Arbeitsprozeß: das falsche Bewußtsein über seine eigene Rolle, Lage und Stellung im Kapitalverhältnis und dessen der Gesellschaft und der Individualität förderlichen Über- und Umwölbungen ist ihm ein einziges großes Hindernis, seine nicht dadurch, vielmehr schon vorgängig festgelegte Nachteilsgereichung taktisch wie strategisch, d.h. auch nur irgendwann einmal, loswerden zu können. Denn wo sich Einsicht und Wille nicht in ihrer kooperativ-konstruktiven Korrektheit einstellen, ist auch kein Weg aus dem Zustand der Unfreiheit.

    Der Generalstab des Kapitals und die ihm aus- und eingelagerte AgitProp-Armee also leisten schon im gewöhnlichen Verlauf der Dinge etwas wie einen FIKTIVEN Widerstand, sie sind in der Offensiv-Verteidigung ihrer Interessen und Ansichten permanent bestrebt, einen Zustand zu halluzinieren, den es im Wachzustand und dessen kritischem Bewußtsein gar nicht gibt. Man studiere, um sich diesen komisch anmutenden Sachverhalt vor Augen und in das Hirn zu führen, die aktuellen Hiobs-Botschaften der Mägde und Knechte der Damen und Herren des Kapitals über die Gefahren, die aus einer womöglich unbeherrschbaren Krise erwachsen. Es scheint da wirklich fast so zu sein, als ob es die Krise ist, die sich ihr ur-eigenes Bewußtsein kreiert, nur der Krisensprecher noch bedarf, da ihr selbst das entsprechende Organ noch fehlt. Die Realität ist nur wiederum eine völlig andere und von absolut verschiedenem Grunde, denn in Wirklichkeit üben die Krisendiagnositiker nur ihre Profession aus, – sie waren ja auch schon vorher und immer die Auguren der Krise, wenn sie jede jeweilige Entwicklung der Marktwirtschaft, dem statistischen Zahlenmaterial adäquat oder auch nicht, von ihrer Warte der Erfolgs- und Mißerfolgsbilanzen der Betriebe, Branchen und der Volkswirtschaft überhaupt und besonders auf dem Weltmarkt und im Vergleich der Nationen aus besichtigten und als dem Fach frauliches & männisches Urteil dem Publikum servierten. Und für genau dieses brilliante Geschäft ihrer Momentperspektiven und Zukunftsvisionen finden diese medialen Figuren eben derzeit noch mehr Zahlen-, Anschauungs- und Bebilderungsmaterial in der auch ihnen wenigstens teilweise erscheinenden, teilweise auf ihrer Basis noch zusätzlich erdichteten und erfundenen Realität vor. Wenn man so will, dann haben sich die Realitätsbildner der Polit-Ökonomie und ihre Meinungsbildner im Krisenverlauf materiell gesucht und gefunden, ein ideelles Pärchen waren sie schon vorher und immer kraft wechselseitiger Gnadengebung im Sakrament der Freiheit des Eigentums und deren Meinung gewesen.

    Aus alledem ergibt sich, daß, gemessen am Widerstand, den ihm die Armada der Bourgeoisie entgegensetzt, die Kraft des Proletariats ungeheuerlich ist. Und da der Widerstand, der das Wohlwollen des Proletariats zum Ziel hatte, zur Zeit der Abfassung des Schulz-Artikels den höchsten historischen Stand und Standard erreicht hatte, war zu genau jenem Fixpunkt die Kraft des Proletariats so ungeheuerlich wie noch nie. Da jedoch seitdem, also nach Abfassung des Schulz-Artikels, der Widerstand gegen die Fiktion einer proletarisch organisierten Kraft sich eher nochmals gesteigert hat, schließlich muß Tag um Tag von nun ab, und zwar augenscheinlich und wenigstens vorerst, immer mehr, auch die Produktionssphäre in das Schlachtfeld einbezogen werden, ist die Kraft des Proletariats bereits ins Unermeßliche, wenn nicht Unerträgliche gewachsen. Ließe man einmal außen vor, daß im Proletariat wirklich eine Kraft, die in actu alles über den Haufen zu werfen fähig ist, steckt, könnte man beinahe vermuten, daß sich die aktuelle Krise des Kapitalismus als science fiction abspielt.

    Im Proletariat steckt qua seiner kapitalistischen Bestimmung eine POTENZ, die das Kapitalverhältnis und seine Armee, nicht nur die in diesem Zusammenhang als ideologische Lügenanstalt denunzierte, realiter aufheben kann. Aber das Potential des Proletariats ist sozusagen im Wartestand, es befindet sich im, was seine aktuale gesellschaftliche Verfaßtheit angeht, Zustande einer potentiellen Energie. Wäre dieses Potential im Prozeß der aktualen Energie, wäre es dynamisch, das hieße, auf immerwährende Anwendung seiner Potenzen aus und auf die Aufhebung der Form ihrer Anwendung, der Lohnarbeit, spitz und scharf. Diese Erklärung mag zwar physikalisch nicht korrekt sein, aber was soll’s. Darum ging es uns auch gar nicht. Heute ist eh Sonntag, und alle Seelen schlafen.

    Vielleicht jedoch hatte Horst Schulz nur die schlichte[re] Auflösung im Sinn: die Kraft verhält sich umgekehrt proportional zur Masse des Widerstands. Da der Widerstand des Proletariats gen Null tendiert, ist seine aktualisierbare Kraft naturgemäß schier unerschöpflich, das Proletariat so stark wie nie, wie er eigentlich ganz zutreffend und eingängig den Wirkungsgrad der proletarischen Qualität beschreibt. Quod erat demonstrandum. Oder ist?

    POST SCRIBERE: Wir meinen demnach auch, Krim, mit dem wir gerne eine verbindliche Vereinbarung hätten, daß wir uns wechselseitig nicht mehr auf die Nerven gehen, uns nur noch schweigend zueinander verhalten, hat vom Schulz nichts, Neoprene hingegen ihn nur falsch verstanden, und wir haben ihn auch schon oft mißverstanden …

  11. 11 Krim 02. November 2008 um 18:56 Uhr

    „mit dem wir gerne eine verbindliche Vereinbarung hätten, daß wir uns wechselseitig nicht mehr auf die Nerven gehen, uns nur noch schweigend zueinander verhalten,…“ Da es nicht mein Zweck ist jemand auf die Nerven zu gehen, kann ich diesem Zweck auch nicht abschwören. Ich seh im übrigen gar nicht, warum ich eure Kugelfischreflexmanieren ignorieren soll. Und da wo ihr mal aus Versehen ein verständliches, aber nichtsdestotrotz falsches Argument formuliert, bin ich erst recht nicht still.

    „Der nähere, genauere und PROFUNDE Zweck dieser Einrichtung ist einer der VOR-SORGE: den POTENTIELLEN Widerstand des Proletariats bereits im Keim zu erkennen, einzugrenzen und letztlich zu ersticken.“ Dass die Ideologieproduktion was potentielles an sich hat, stimmt wohl. Bloß geht es nicht drum Widerstand zu ersticken, schließlich sind bürgerliche Wissenschaftler keine polizeiliche Eingreiftruppe. Es geht drum den Widerstand erst gar nicht entstehen zu lassen, indem man den Willen zum Mitmachen pflegt, durch ein umfassendes Angebot an Ideologien, die das mitmachen vernünftig erscheinen lassen. Es geht also darum, dass ein gegenserischer Wille gar nicht erst entsteht. Gibt es so einen begründeten Willen gegen die Verhältnisse nämlich einmal, ist der nicht mehr so leicht durch ideologische Einseifereien zu beeindrucken. Ein solcher Wille wird staatlicerseits dann auch vom Verfassungsschutz „betreut“.

    “ doch möchten wir auch erinnern, daß sie nur im Zusammenhang des aufgespießten Fehlers, von einer notwendig bescheuerten FORM des Bewußtseins auf ein notwendig im INHALT bescheuertes Bewußtsein zu schließen, ihren Referenzpunkt hat. „ Das zum Beispiel ist wieder so ein dialektische Angeberei. Das notwendig falsche Bewußtsein ist nämlich keineswegs bloß der Form nach (Was immer sich C&N auch darunter vorstellen.) falsch und dem Inhalt nach richtig, sondern der Wille zum Erfolg in der ökonomischen Konkurrenz produziert notwendig ein vor allem anderen inhaltlich verkehrtes Bewusstsein. Mit „bescheuert“ meint ihr beiden und Schulz etwas ganz anderes. Nämlich, dass die Bourgeoisie nicht so „bescheuert“ ist ihre Interessen nicht zu verfolgen, indem sie den Kampf um die Köpfe (die Ideologien) schleifen lässt. Mit notwedig falschem Bewusstsein hat das gar nichts zu tun. Ihr bringt das aber in eine marxistische Terminologie, weil ihr den dicken Marx-Max markieren wollt.

    „Aus alledem ergibt sich, daß, gemessen am Widerstand, den ihm die Armada der Bourgeoisie entgegensetzt, die Kraft des Proletariats ungeheuerlich ist.“ Da schwadroniert ihr einen Absatz lang darüber, dass die Berichterstatter der Finanzkrise und ihrer ideologischen Verwerter zusammenpassen und dann soll daraus folgen, dass die „Kraft des Proletariats ungeheuerlich ist.“ Das glaubt ihr wahrscheinlich auch noch. Wo kein Wille zum Widerstand, da auch kein Widerstand. Es stimmt zwar, dass das Proletariat bei entsprechendem Willen die Macht hätte die Verhältnisse über den Haufen zu werfen. Aber ohne einen Willen dazu, wird daraus nichts. Das als Potenz zu bezeichnen, macht den Wunsch, was das Proletariat gefälligst tun soll zu, zu seiner Eigenschaft. Das ist eine interessierte Zuschreibung. Das Proletariat wartet aber auf nichts, sondern ist weit davon entfernt die Systemfrage zu stellen.

  12. 12 Clara & Nandi 02. November 2008 um 19:43 Uhr

    Ein wirklich letztes Mal zu Krim:

    Wir hatten Dir einmal zum Vorwurf gemacht, daß Du wohl des Lesens nicht mächtig bist. Diese Unterstellung nehmen wir mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück. Krim kann sehr wohl lesen, er versteht nur nicht, was er liest. Ob er begreift, was er selbst schreibt, wissen wir nicht.

    Da wir für Richtigstellungen weder Zeit noch Lust haben, uns nach aller Erfahrung mit Krim es auch an Interesse daran mangelt, sie auch ihm gegenüber für vergeblich halten, was MitleserInnen angeht, b.a.w., also ohne ihre spezielle Nachfrage, für entbehrlich finden, möchten wir uns hiermit endgültig aus einer Auseinandersetzung mit Krim ausblenden.

    Für die Auflösung der Krim’schen Sophisterei – http://de.wikipedia.org/wiki/Sophistik –, gepaart mit funktionalem Analphabetismus – http://de.wikipedia.org/wiki/Analphabetismus – gegenüber jeglicher von ihm abweichender Position, fühlen wir uns zudem ebenfalls nicht zuständig.

    Aus dem Wikipedia-Analphabetismus-Link aaO:

    „Als funktionaler Analphabetismus oder Illetrismus wird die Unfähigkeit bezeichnet, die Schrift im Alltag so zu gebrauchen, wie es im sozialen Kontext als selbstverständlich angesehen wird. Funktionelle Analphabeten sind Menschen, die zwar Buchstaben erkennen und durchaus in der Lage sind, ihren Namen und ein paar Wörter zu schreiben, die jedoch den Sinn eines etwas längeren Textes entweder gar nicht verstehen oder nicht schnell und mühelos genug verstehen, um praktischen Nutzen davon zu haben. Eine feste Grenze zwischen „verstehen“ und „nicht verstehen“ existiert jedoch nicht.“

  13. 13 Neoprene 02. November 2008 um 20:55 Uhr

    Ich finde, Krim hat es grundlegend richtig beschrieben:

    „Dass die Ideologieproduktion was potentielles an sich hat, stimmt wohl. Bloß geht es nicht drum Widerstand zu ersticken, schließlich sind bürgerliche Wissenschaftler keine polizeiliche Eingreiftruppe. Es geht drum den Widerstand erst gar nicht entstehen zu lassen, indem man den Willen zum Mitmachen pflegt, durch ein umfassendes Angebot an Ideologien, die das mitmachen vernünftig erscheinen lassen. Es geht also darum, dass ein gegenserischer Wille gar nicht erst entsteht. Gibt es so einen begründeten Willen gegen die Verhältnisse nämlich einmal, ist der nicht mehr so leicht durch ideologische Einseifereien zu beeindrucken. Ein solcher Wille wird staatlicherseits dann auch vom Verfassungsschutz “betreut”.“

    Es kann mangels Existenz schon rein logisch gar nicht darum gehen, was Potentielles wie den mythischen noch nicht existierenden, weil noch gar nicht manifest und zumindest als Willen im Klassenkampf vorhandenen Widerstand zu „erkennen“ und dann zu „ersticken“. Erkennungsdienstlich behandelt wird man von den Polizeiorganen des bürgerlichen Staates. Erstickt wird der Versuch den gefaßten Willen zum Widerstand massenhaft werden zu lassen und wohlmöglich in Kämpfen auszutesten, wieviel man sich nicht mehr gefallen lassen muß, durch die dafür geschaffenen Einrichtungen, vom Arbeitskampfrecht, bis zum Verfassungsrecht und ihren jeweiligen Exekutivorganen. Manchmal hilft auch der Einsatz von ganz normalen Mitteln der Erpressung/Bedrohung von Lohnarbeitern, die auch Kommunisten bis zu ihrem endgültigen Sieg ja noch ne Weile sind.

  14. 14 Krim 02. November 2008 um 21:25 Uhr

    Ihr beiden Kugelfische seid echt drollig. Kaum dünkt euch irgendwas als Gefahr, blast ihr euch auf, um dem Freßfeind bedrohlicher zu erscheinen. Das hat leider den Nachteil, dass ihr nicht mehr richtig schwimmen könnt und ob eurer Kugelgestalt hilflos im Wasser treibt. Was anderes fällt euch nicht ein als ein paar Wikipedialinks und der total substanzlose Vorwurf, ich sei des Verstehens nicht mächtig? Schnarch.

    Ich erklär nochmal, was mir an euren Auslassungen nicht passt. Ich frage mich eben, was ihr hier wollt. Wer ein politsches Anliegen hat, irgendwelche politischen Gegenstände klären oder diskutieren will, der versucht doch vernünftigerweise sein Anliegen so klar und so einfach wie möglich zu formulieren. Und zwar nicht weil Einfacheit und Klarheit ein ästhetisches Ideal sind, sondern weil man vom Gegenüber verstanden werden will. Missverständnisse zu vermeiden ist auch mit dem Willen zu Klarheit und inhaltlicher Präzision schwer genug. Dass ihr nicht anders könnt, nehme ich euch nicht ab. Ihr wollt euch kompliziert ausdrücken und nehmt dafür einige Mühe auf euch.

    Euer ganzer Stil, ist ein einziges Leck-mich-am-Arsch gegenüber den Lesern. Aber nicht nur euer Stil auch die ganzen Literaturhinweise statt Argument, die ganze aufgeblasene Ignoranz, die ihr mit Genuss zelebriert, sind eine einzige Selbstüberhebung. Geht man auf den Inhalt der Literaturhinweise ein, macht ihr dicht und fühlt zu erhaben, um auf Kritk an euch einzugehen. Da frag ich mich halt, was ihr hier wollt, wenn ihr euch sowieso für ein Gottesgeschenk haltet und auf alle anderen herabblickt.

  15. 15 Clara & Nandi 03. November 2008 um 2:55 Uhr

    ZUM KOMMENTAR VON NEOPRENE 02.11.08 20:55:

    Daß ein Klassenkampf, der nicht existiert, nicht erstickt werden kann bzw. zu werden braucht, räumen wir gerne ein. Ein proletarischer Klassenkampf hingegen, der, WIE WIR SCHRIEBEN, durch die Ideologieproduzenten halluziniert wird, kann durchaus der ideellen Liquidation überführt werden. Diese Leistung mit der Vor-Sorge von Verrückten, die dem Proletariat offenbar etwas zutrauen, was es leider nicht tut, zu qualifizieren, halten wir nach wie vor für angemessen.

    Der Zuschnitt der Freiheits- und Bürgerrechte auf den Fall des Falles, beziehungsweise, daß er eben nicht eintritt, ist hier nicht Thema gewesen. Die Begleitmusik der Medien wie der veröffentlichten Meinung überhaupt meinten wir hingegen hinreichend angedeutet zu haben, um unsere Auslegung des Beitrages von Horst Schulz zu untermauern. Der Kommentar von Krim dazu ist nicht auf unserem Mist gewachsen.

    Da wir bald in die Arbeit müssen, bitten wir Neoprene, einfach noch einmal nachzulesen, was wir geschrieben haben, um sein Urteil dann erneut einzubringen. Zum Wochenende hin könnten wir ihm bei Bedarf dann noch einmal antworten.

    Vielleicht so viel schon vorab:

    Die intra-bourgeoise Zuspitzung der US-Präsidentschaftswahl durch John McCain und Joe den Klempner alias Samuel Worzelbacher, BARACK OBAMA = SOZIALIST, http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,585971,00.html ist nicht unsere Erfindung. Und FREIHEIT STATT SOZIALISMUS http://de.wikipedia.org/wiki/Freiheit_statt_Sozialismus ist doch auch hierzulande noch immer gültige Generallinie der Liberalen, Konservativen und übrigen Demokraten in allen Polit- und Medien-Lagern.

    Was Neoprene und seinen von ihm in diesem Punkte unterstützten Vor-Denker in ihrem Diktum, Ideologie-Verbreitung sei, so unsere ihrem ‚rübergebrachten Sinn beigelegte Wortwahl, in ihrer Eigengesetzlichkeit doch harmlos, gar nicht mehr auf- und einfällt, ist ihre eigene Verharmlosung der arbeitsteiligen Gesetzlichkeit bürgerlicher Meinungsbildung incl. deren Erlaubtheit. Denn mittels des Zwecks der Ideologie, das öffentliche Bewußtsein für die Affirmation und Stabilität der gesellschaftlichen Verhältnisse zuzurichten, wird ihre Funktion in der Vor-, Zu- und Mitarbeit bei der Unterwerfung jedes Einzelnen unter den vorgegebenen Zwangszusammenhang qua einer autoritativen Arbeitsteilung der Herrschaftseliten produktivst organisiert.

    Arbeitsteilung bedeutet hier übrigens nicht die Separation in unterschiedene Bereiche, sondern ist eine Form der Gewaltenteilung, in der durchaus ineinander übergreifende und aufeinander angewiesene Kooperation der diversen Ressorts des sozialen Kontroll- und Repressionssapparats die Ressourcen und die Effizienz der demokratischen Kollektivleistung zur Förderung der Freiheitsrechte durch Beschlußwesen der Exekutive, Legislative und Judikative optimiert.

    Daß die Zusammenarbeit sämtlicher mit dem Schutz von Demokratie und Ordnung befaßter Sicherheitsbehörden mit den zuverlässigsten Exemplaren aus Politik, Ökonomie und Medien einerseits wie auf & in vielfältigen Außen- und Innenräumen der öffentlichen und Privat-Sphäre andererseits immer mehr das bürgerliche Gesellschaftswesen durchdringt und bereits infiziert hat, von der Indienstnahme des technischen Fortschritts zum Segen des Ganzen noch ganz abgesehen, wollen wir ausnahmsweise nicht mit gemachter Erfahrung und studierter Literatur belegen.

    Vielleicht ein klärendes Wort zu unserem verhunzten Stil. Eine Kritik daran akzeptieren wir, möchten jedoch zu bedenken geben, daß ein gewisser Anspielungsreichtum ohne verfremdende Momente nicht abgeht. Dem vielleicht auch noch der Sache und dem Blick darauf Außenstehenden wird deshalb notwendig auch zunächst einmal bei der Lektüre unserer Schachtelsätze ein Fremdheitsgefühl, das der Gewöhnung bedarf, um es zu überwinden, erzeugt. Wir nehmen es in Kauf, sind jedoch ebenso sicher, daß eine Portion Selbstverarschung bei nur einiger Geneigtheit auch nicht zu übersehen ist. Außerdem schreiben wir, wie uns der Schnabel gewachsen ist, also mit all der auch in diesem Medium nicht spürbaren Differenz des real Gesagten im intendierten Gedachten in seiner verschriftlichten Form. Gott sei Dank auch haben wir keine Chance, den ganzen lieben Tag lang vor dem Computer zu hocken. Die Wohlfeilheit der Mitteilung ist eben entgegen dem immer möglichen Mißverständnis und contra dem bewußt lanzierten Vor-Urteil genau nicht unser Bier.

    Ansonsten vertreten wir die Meinung, daß die Sekundärtugenden der Präzision und Exaktheit für sich keine erstrebenswerten Werte sind, insbesondere dann, wenn sie mangels Argument und Inhalt als Primärtugenden gewürdigt oder gar angewandt werden [müssen]. Uns graut vor solcher erzwungenen Müßigwerdung und aufgeherrschten Maßregelung jetzt schon. Das Recht, dies zu denken, zu sagen und auch noch hinzuschreiben, haben wir uns schlicht und ergreifend herausgenommen. Ohne Frage!

  16. 16 Neoprene 03. November 2008 um 10:46 Uhr

    @ Clara & Nandi
    Das ist jetzt schon ein steiler Vorwurf:

    „Was Neoprene und seinen von ihm in diesem Punkte unterstützten Vor-Denker in ihrem Diktum, Ideologie-Verbreitung sei, so unsere ihrem ‘rübergebrachten Sinn beigelegte Wortwahl, in ihrer Eigengesetzlichkeit doch harmlos, gar nicht mehr auf- und einfällt, ist ihre eigene Verharmlosung der arbeitsteiligen Gesetzlichkeit bürgerlicher Meinungsbildung incl. deren Erlaubtheit.“

    Wenn ich — oder Krim oder wer hier sonst noch rumbloggt — Argumente zitiere, weiterverbreite oder selber vortrage, dann sollte das doch schon hinreichend belegen, daß ich die Barrage an prokapitalistischer Prppaganda alles andere als „harmlos“ ansehe. Denn warum wäre das denn sonst nötig?

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