Revolutionäre Praxis und Karl Held

Wenn man bei Google nach „Revolutionäre Praxis Karl Held“ sucht, kann man zwar schnell auf meinem Blog landen (und ich finde es dann in den Referern), aber den alten Kämpen bringt man nicht so leicht mit dieser Sorte Praxis zusammen, jedenfalls bei Google. Als ich daraufhin weitergesucht habe, auch wieder bei Google, bin ich auf folgendes nur noch antiquarisch erhältliche Buch gestoßen:
GAJO PETROVIC (HG.) Revolutionäre Praxis. Jugoslawischer Marxismus der Gegenwart.
Freiburg: Rombach, 1969, 1. Aufl., 286 S., OLn.-Band (ohne Schutzumschlag) (Sammlung Rombach NF, Bd. 3) Ins Deutsche übertragen von Karl Held.

Ist das der Karl Held gewesen, denn wir jetzt immer noch im Impressum des GegenStandpunkts finden können?


5 Antworten auf „Revolutionäre Praxis und Karl Held“


  1. 1 Blauer 06. Mai 2007 um 13:10 Uhr

    Siehe auch hier.
    Die Antwort kenne ich aber nicht.

  2. 2 On Rampage 09. Mai 2007 um 15:47 Uhr

    find ich ja spassig! ich stand vor ner woche oder so vor derselben frage. kann aber leider kein licht in die sache bringen. wenn du irgendwas rausbekommst, wärs super wenn du das verlautbaren würdest (so rein neugierdehalber).

  3. 3 kurzauskunft 10. Mai 2007 um 13:10 Uhr

    Karl Held ist von Haus her Slavist und hat sich damals auch ein wenig Geld durch Übersetzen verdient.
    Seine Einleitung sowie die Fußnoten zu Rosa Luxemburgs „Nationalökonomie“ stellen vor allem klar, welche Fehler Luxemburg bei ihrer Marx-Wiedergabe macht und liefert die zutreffenden Marx’schen Ausführungen

  4. 4 Neoprene 10. Mai 2007 um 13:38 Uhr

    Ist der Titel:

    Bd.[21]: Luxemburg, Rosa: Einführung in die Nationalökonomie. Hrsg.: Karl Held. 1972. 199 S. (PN 32, RK 268) aus der Reihe
    Texte des Sozialismus und Anarchismus
    Untertitel: Philosophie der Neuzeit – Politik und Gesellschaft [Abk. hier: PN, mit fortl. Bandzählung]. Rowohlts Klassiker der Literatur und der Wissenschaft. Hrsg.: Ernesto Grassi unt. Mitarb. von Walter Hess [Abk.: RK, mit Taschenbuchnummer]

    irgendwo online verfügbar? Oder wenigstens die angesprochenen Fußnoten?

  5. 5 Langauskunft 11. Mai 2007 um 14:56 Uhr

    Rosa Luxemburg: Einführung in die Nationalökonomie (Hamburg 1972)
    Herausgegeben und eingeleitet von Karl Held

    EINLEITUNG DES HERAUSGEBERS
    I
    Die Bewegungsgesetze der kapitalistischen Produktionsweise setzen
    sich hinter dem Rücken der Produzenten durch: An die Stelle be-
    wußter Gestaltung des gesellschaftlichen Produktionsprozesses tre-
    ten die verselbständigten Bewegungen der Waren und des Kapitals,
    das Wertgesetz. Die Bildung des gesellschaftlichen Bewußtseins der
    Menschen vollzieht sich an den Erscheinungsformen, die ihnen in
    ihrer alltäglichen Praxis gegenübertreten: Sie handeln unter den
    Zwangsgesetzen der Konkurrenz und erliegen – zunächst – deren
    Schein.
    Die historische Entwicklung des Kapitalismus erzeugt auf Grund
    der Formbestimmungen der kapitalistischen Produktion jene Teilung
    der körperlichen von der geistigen Arbeit, die dazu führt, daß die
    «geistigen Potenzen des materiellen Produktionsprozesses» den Ar-
    beitern «als fremdes Eigentum und sie beherrschende Macht» gegen-
    übertreten. Diese Trennung der geistigen von der materiellen Pro-
    duktion wirkt sich auch auf die sozialistische Bewegung aus: Das
    Kapital erzeugt im materiellen Produktionsprozeß das Proletariat
    als seine eigene Negation, bildet es zur Klasse heran, die in der
    Lage ist, das Kapitalverhältnis aufzuheben. Im Bereich der geistigen
    Produktion erzeugt es seine theoretische Negation: Die widersprüch-
    liche Entwicklung der bürgerlichen Philosophie und Wissenschaft
    konnte durch die Arbeit der Klassiker in die theoretische Analyse
    der kapitalistischen Gesellschaft umschlagen und den wissenschaft-
    lichen Sozialismus hervorbringen. Die Existenz der revolutionären
    Klasse ermöglichte die Ausarbeitung der revolutionären Theorie.
    Das Verhältnis von Arbeiterbewegung und wissenschaftlichem
    Sozialismus bildet seitdem einen zentralen Gegenstand der Aus-
    einandersetzung in allen Organisationen, die sich die Zerschlagung
    des Kapitalismus zur Aufgabe gemacht haben.
    Es gibt kaum eine Diskussion innerhalb von revolutionären Be-
    wegungen, in der nicht die eine Seite der anderen den Vorwurf der
    falschen Behandlung des Verhältnisses von Theorie und Praxis ge-
    macht hätte. Zitate finden sich in hinreichendem Maße für den
    der Theorie wie der Praxis; sie wurden ausgekramt und
    der Gegenseite an den Kopf geschleudert. Meist münden sie in Aus-
    sagen über die Potenz des Proletariats ein: Das LENINsche
    Diktum vom Proletariat, das aus seiner eigenen Erfahrung der Wider-
    sprüche des kapitalistischen Produktionsprozesses nur ein trade-
    unionistisches Bewußtsein entwickeln könne, wird je nach Bedarf

    8 EINLEITUNG DES HERAUSGEBERS
    aufgegriffen oder fallengelassen. Will man die Relevanz der sozia-
    listischen Intellektuellen und ihre Tätigkeit für den Kampf der
    Arbeiterklasse hervorheben, hält man fest an der These, daß das
    sozialistische Bewußtsein von außen in das Proletariat getragen wer-
    den müsse. Glaubt man einen „Seminarmarxisten“ zu entdecken,
    wirft man ihm vor, die „revolutionäre Praxis“ bedürfe seiner in-
    tensiven Beschäftigung mit MARX nicht, der Praxis nämlich gebühre
    die Priorität.
    Nun beruht das Handeln der Menschen im Kapitalismus, wie
    eingangs angedeutet, gerade auf der Bewußtlosigkeit bezüglich der
    gesellschaftlichen Prozesse, die ihm zugrunde liegen. Revolutionäre
    Praxis als Praxis, die die Aufhebung des Kapitalismus zum Ziel
    hat, muß aber dessen Bewegungsgesetze zum Ausgangspunkt neh-
    men, darf nicht bloß Reaktion auf die unmittelbare Erfahrung sein.
    Die Überlegung, was denn nun der Grund für die erfahrenen Wider-
    sprüche sei, muß also, will man revolutionär handeln, der Aktion
    vorausgehen: Revolutionäre Theorie ist konstitutiv für revolutio-
    näre Praxis. Die Analyse des Bestehenden liefert die Strategie für
    den Kampf. Hierin liegt die Berechtigung für LENINS vielzitier-
    ten Satz: «Ohne revolutionäre Theorie kann es keine revolutionäre
    Praxis geben.»

    II
    Die Orientierung des Handelns der revolutionären Klasse an den
    strategischen Einsichten, die sich aus der wissenschaftlichen Analyse
    der gesellschaftlichen Bewegungen ergeben, wird in zweierlei Hin-
    sicht zum praktischen Problem sozialistischer Organisationen: Einer-
    seits beruht die Agitation in Betrieben und anderen gesellschaftlichen
    Bereichen auf der Herstellung des Zusammenhangs von unmittel-
    baren Erfahrungen der Adressaten mit dem kapitalistischen System,
    andererseits müssen die bereits organisierten Arbeiter in der Orga-
    nisation ausgebildet werden: Als bewußteste Vorkämpfer ihrer
    Klasse fällt ihnen in den Tageskämpfen die Aufgabe zu, ihren
    Klassenbrüdern den richtigen Weg des Kampfes klarzumachen. Die
    Schulung von organisierten Arbeitern bereitete in den kommunisti-
    schen Parteien stets besondere Schwierigkeiten: Die größeren Arbei-
    ten von MARX und ENGELS sind für die Arbeiter, die der Kapitalis-
    mus fast aller Bildungsmöglichkeiten beraubt, kaum verständlich.
    Dennoch ist es der Inhalt dieser Werke, an dem sich die Arbeiter
    orientieren müssen, wo sie sich Klarheit über praktische Ziele ihrer
    Klasse verschaffen können. So empfand man es schon früh als
    dringendes Bedürfnis, die grundlegenden Zusammenhänge des wis-

    EINLEITUNG DES HERAUSGEBERS 9
    senschaftlichen Sozialismus für Arbeiter gemeinverständlich darstel-
    len zu können. Diesem Zweck dienten auch die Vorträge, die Rosa
    Luxemburg an der sozialdemokratischen Parteischule hielt und die
    1925 von PAUL LEVI herausgegeben wurden. Die Beurteilung der
    Schrift und ihrer Nützlichkeit, die sie auch heute noch für Schulun-
    gen haben kann, muß dies in Rechnung stellen. Wir werden uns
    fragen müssen, inwiefern der Versuch der Popularisierung MARX-
    scher Gedankengänge deren Gehalt klar herausstellt bzw. verfälscht.
    III
    Rosa Luxemburg hat eine erste Entscheidung damit gefallt, daß sie
    an die Stelle der begrifflichen Ableitung die historische Darstellung
    treten läßt. Nach einer kritischen Behandlung von Stilblüten der
    bürgerlichen Ökonomie im ersten Kapitel* läßt sie eine ausführ-
    liche Analyse von Gesellschaftsformationen folgen, die der kapita-
    listischen vorhergehen bzw. neben ihr existierten. Der Sinn dieses
    Vorgehens liegt offenbar darin, die falsche ‚Naturgesetzlichkeit‘
    kapitalistischer Warenproduktion aufzudecken. Doch geht mit dieser
    Vorgehensweise auch ein Nachteil Hand in Hand: Die Kategorien,
    mit denen frühere Gesellschaftsformen analysiert werden, sind nicht
    entwickelt; sie werden eingeführt, ohne erklärt zu werden. So an-
    schaulich Rosa Luxemburg auch die Gestaltung der gesellschaftlichen
    Produktion in primitiven Gemeinwesen vorzuführen vermag — die
    Klarstellung der wesentlichen Unterschiede zur kapitalistischen Ge-
    sellschaft bleibt dem Rückblick in die Geschichte vorbehalten, der
    die logischen Vorformen des Kapitals in ihrer historischen Gestalt
    aufspürt. Bei Verwendung dieser Kapitel in Schulungen und Arbeits-
    kreisen wäre zumindest denen, die die Vorbereitung übernehmen,
    die gründliche Lektüre jenes Passus in den zu em-
    pfehlen, der von den «Epochen ökonomischer Gesellschaftsformation»
    handelt. **
    Ob die ausführliche Behandlung der wirtschaftsgeschichtlichen
    Teile in Arbeiterschulungen überhaupt angezeigt ist, wäre zu fra-
    gen. Auf alle Fälle werden aus den ersten beiden Kapiteln viele
    Beispiele zu entnehmen sein, die – auch in einer am Aufbau des
    orientierten Schulung – zur Veranschaulichung herange-
    zogen werden können.

    *In der vorliegenden Ausgabe nicht enthalten.
    ** MARX, , S. 375-415.

    1O EINLEITUNG DES HERAUSGEBERS
    IV
    Problematischer ist schon das Kapitel ‚Warenproduktion» einzu-
    schätzen. Auch hier versucht Rosa Luxemburg historisch vorzugehen:
    Sie leitet die Charakteristika des Warentausches aus der Arbeits-
    teilung ab. Deren Entwicklung setzt sie voraus, allerdings unter
    Verhältnissen einer Gesellschaft mit «planmäßiger Organisation der
    Arbeit». Anschließend stellt sie sich eine gesellschaftliche Verände-
    rung vor, die diese planmäßige Organisation zum Verschwinden
    bringt, um an ihre Stelle den Austausch von Arbeitsprodukten als
    Waren treten zu lassen. Wenn sie nach Abschluß dieses Gedanken-
    spiels schreibt:
    «Unsere bisherigen Untersuchungen darüber, wie sich die Verhältnisse in
    der kommunistischen Gemeinde nach dem plötzlichen Zusammenbruch des
    gemeinschaftlichen Eigentums und des gemeinschaftlichen Arbeitsplans ge-
    stalten würden, ist Ihnen als ein rein theoretisches Spintisieren und ein
    Mit-der-Stange-im-Nebel-Herumfahren vorgekommen. In Wirklichkeit war
    das nichts anderes als eine abgekürzte und vereinfachte Darstellung der
    geschichtlichen Entstehung der Warenwirtschaft, die in ihren Grundzügen
    streng der historischen Wahrheit entspricht.»,
    so ist sie sich auch darüber im klaren, daß dies nicht voll zutrifft,
    und laßt einige Korrekturen folgen. Doch können auch diese Korrek-
    turen die anfängliche Schwäche der Darstellung nicht beheben, die
    durch die – auch historisch – inkonsequente Analyse der Waren-
    produktion entstand: Rosa Luxemburg beginnt die Analyse der
    warenproduzierenden Gesellschaft mit dem Vergleich mit einer vor-
    gestellten rational organisierten Gesellschaft:
    «Um dem Bau des kapitalistischen Babelturms auf die Spur zu kommen,
    stellen wir uns erst für einen Augenblick wieder eine Gesellschaft mit
    planmäßiger Organisation der Arbeit vor.»
    Hiermit verstößt sie gegen ein entscheidendes Moment der MARX-
    schen Methode: Nicht ein Ideal und der Wunsch nach dessen Ver-
    wirklichung liegt den Kämpfen der Kommunisten zugrunde, sondern
    die widersprüchliche, über ihre Schranken hinausweisende Realität
    des Kapitalismus:
    «Der Kommunismus ist für uns nicht ein Zustand, der hergestellt werden
    soll, ein Ideal, wonach die Wirklichkeit sich zu richten haben wird. Wir
    nennen Kommunismus die wirkliche Bewegung, welche den jetzigen Zu-
    stand aufhebt. Die Bedingungen dieser Bewegung ergeben sich aus der
    jetzt bestehenden Voraussetzung.»*

    * MARX, dann erweisen, wenn die Ware als «Elementar-
    form» der kapitalistischen Ökonomie eingeführt ist.

    V
    Die Kategorie des Lohnes gewinnt im Klassenkampf eine zentrale
    Bedeutung: Unter der Form des Arbeitslohnes erfährt der Arbeiter
    den Austausch seiner Arbeitskraft mit dem Kapital. Seine Vorstel-
    lungen über das Verhältnis seiner Klasse zum Kapital gründen weit-
    gehend auf den Veränderungen, die sich an der Form und Größe
    des Arbeitslohnes vollziehen.
    Aus diesem Grunde hat R. L. auch den Arbeitslohn so ausführlich
    behandelt. Doch sind hier einige kritische Anmerkungen nötig, ohne
    die die Lektüre des Kapitels über das Lohngesetz eher Verwirrung
    als Klärung schaffen kann.
    Bei R. L. tauchen unter der Überschrift vier von-
    einander zu trennende Teile der MARXschen Theorie auf:
    - der Begriff des Mehrwerts wird eingeführt
    - das Problem der Verwandlung von Wert bzw. Preis der Arbeits-
    kraft in Arbeitslohn wird erörtert
    - zugleich werden bereits Momente der Konkurrenz zwischen den
    Arbeitern als Folge der Konkurrenz der Kapitale behandelt
    - schließlich wird auch noch die sog. «ursprüngliche Akkumulation»
    diskutiert ***.
    PAUL LEVI hat bereits in seinem Vorwort zur Ausgabe von
    1925 darauf hingewiesen, daß viele wichtige Teile des MARX-
    schen Systems nicht in Betracht gezogen werden, was wahrschein-
    lich auf die Unvollständigkeit des Manuskripts zurückzuführen ist.

    * So in «Kapital* I, MEW 23, S. 92 f.
    ** Ein Beispiel für denselben Mangel bietet die großangelegte von E. MANDEL
    *** Das Anschneiden dieses Punktes geht wohl auf den Charakter des
    mündlichen Vortrages zurück. An sich gehört diese historische Fragestel-
    lung in keiner Weise zur Behandlung des Arbeitslohnes.

    12 EINLEITUNG DES HERAUSGEBERS
    In Bezug auf das Kapitel wäre jedoch eher das Gegen-
    teil festzustellen: R. L. hat hier, ohne die Abhängigkeit der behan-
    delten Kategorien voneinander klar darzulegen, zuviel ausführen
    wollen.*
    Zum besseren Verständnis der Kategorie in der
    MARXSchen Kritik der Politischen Ökonomie sollten deshalb – vor
    der Lektüre des Kapitels über das Lohngesetz – der Sechste Abschnitt
    in , Band I, sowie die Schrift über den Arbeitslohn (aus dem
    handschriftlichen Nachlaß) konsultiert werden.**
    Als allgemeinverständliche Einführung in den Problemkreis der
    Politischen Ökonomie kann R. L.s Schrift auch heute noch gute Dien-
    ste tun: Die Fragen, die sie aufwirft, erfahren allerdings ihre syste-
    matische Behandlung nur im . Wenn die Lektüre der die Beschäftigung mit der MAEXschen Theorie – zu der ein
    unmittelbarer Zugang kaum zu finden ist – bewirkt, hat die Schrift
    ihren Zweck erfüllt.***
    Karl Held

    * Dies hat H. GROSSMANN (, S. 580) zu einer scharfen Kritik
    veranlaßt, der wir in dieser Form nicht zustimmen können.
    ** MEW 6, S. 535-556.
    „** Die auf den bruchstückhaften Charakter der zurück-
    gehenden Mängel wurden durch die mangelhafte editorische Arbeit von
    PAUL LEVI noch verstärkt. Der Kritik an LEVI, wie sie in der Rezension in
    der Internationalen Presse-Korrespondenz für Politik, Wirtschaft und Arbei-
    terbewegung (Wochenausgabe), 5. Jg., Nr. 30 (25. Juli 1925), S. 862 f,
    geübt wird, ist grundsätzlich zuzustimmen. [K. H.]

    ANMERKUNGEN DES HERAUSGEBERS

    WIRTSCHAFTSGESCHICHTLICHES I/II

    1 Das erste Kapitel der Originalausgabe von 1925 (, Werke, Bd. 3.
    4 Die Arbeit von MORGAN erschien 1877 bei MACMILLAN and Co. unter
    dem Titel . Die wesentlichen
    Ergebnisse dieser Studie hat ENGELS in nicht unmittelbar aus der ein-
    fachen Warenzirkulation, sondern aus der Zirkulation G – W – G‘ ab-
    geleitet, in der das Geld Ausgangspunkt und Endpunkt der Bewegung
    darstellt und die Vermehrung des in die Zirkulation eingehenden Wer-
    tes nicht aus dem Austausch von Äquivalenten erklärt werden kann;
    vgl. I, 4. Kap. (: «l. auf der einen
    Seite das Vorhandensein des lebendigen Arbeitsvermögens als bloß
    subjektiver Existenz, getrennt von den Momenten seiner objektiven
    Wirklichkeit; getrennt daher ebensosehr von den Bedingungen der le-
    bendigen Arbeit wie von den Existenzmitteln, Lebensmitteln, Seibst-
    erhaltungsmitteln des lebendigen Arbeitsvermögens; die lebendige
    Möglichkeit der Arbeit auf der einen Seite in dieser völligen Abstrak-
    tion; 2. der auf der anderen Seite befindliche Wert oder vergegenständ-
    lichte Arbeit muß eine Akkumulation von Gebrauchswerten sein, hin-
    reichend groß, um die gegenständlichen Bedingungen zu liefern nicht
    bloß zur Produktion der Produkte oder Werte, nötig um das lebendige
    Arbeitsvermögen zu reproduzieren oder zu erhalten, sondern um
    Surplusarbeit zu absorbieren – das objektive Material für sie herzuge-
    ben; 3. freies Austauschverhältnis – Geldzirkulation – zwischen beiden
    Seiten; auf den Tauschwerten begründete – nicht auf Herrschafts- und
    Knechtschaftsverhältnis gegründete – Beziehungen zwischen den Extre-
    men; d. h. also Produktion, die nicht unmittelbar dem Produzenten die
    Lebensmittel liefert, sondern durch den Austausch vermittelt ist und
    sich ebensowenig unmittelbar der fremden Arbeit bemächtigen kann,
    sondern sie vom Arbeiter selbst kaufen muß, eintauschen muß;.endlich
    4. muß die eine Seite – die die gegenständlichen Bedingungen der
    Arbeit in Form von selbständigen, für sich seienden Werten darstellt -
    als Wert auftreten und Wertsetzung, Selbstverwertung, Geldschaffen als
    letzten Zweck betrachten, – nicht unmittelbaren Genuß oder Schaffen
    von Gebrauchswert.» (MARX, zum «politischen» Kampf, die häufig einander un-
    vermittelt gegenübergestellt werden. Heute äußert sich dieser Kampf in
    Forderungen, die sich nicht nur auf die Höhe des Lohnes beziehen,
    sondern sich gegen die kapitalistischen Formen der Arbeitsproduktivität
    richten.
    9 Leider geht R. L. auf die Gründe, die die bürgerlichen Ökonomen un-
    fähig machen, das zu erkennen, nicht ein. Die Form des
    Arbeitslohnes setzt den Agenten in der kapitalistischen Produktions-
    weise spezifische Hindernisse für die Entschlüsselung entgegen: «Auf
    dieser Erscheinungsform, die das wirkliche Verhältnis unsichtbar macht
    und grade sein Gegenteil zeigt, beruhn alle Rechtsvorstellungen des
    Arbeiters wie des Kapitalisten, alle Mystifikationen der kapitalisti-
    schen Produktionsweise, alle ihre Freiheitsillusionen, alle apologetischen
    Flausen der Vulgärökonomie.» («Kapital* I, 562) Auf diesem Versäum-
    nis scheinen überhaupt die Mängel ihrer Darstellung zu beruhen. Vgl.
    dazu unsere Ausführungen in «Einleitung des Herausgebers>.
    10 Hierzu sind vor allem zu konsultieren: «Kapital* I, Kap. 24: III, Kap. 20: «Geschichtliches über
    das Kaufmannskapital>; «Grundrisse der Kritik der Politischen Ökono-
    mie*, 3.363-374.
    DIE TENDENZEN DER KAPITALISTISCHEN WIRTSCHAFT
    11 Hier erliegt R. L. dem gleichen Mißverständnis über den Gegensatz von
    Produktion und Markt im Kapitalismus, das auch für ihre Imperialis-
    mustheorie bestimmend geworden ist. Vgl. dazu die Ausführungen bei
    R. ROSDOLSKY, H, GROSSMANN und T. KOWALIK.
    199
    BIBLIOGRAPHIE
    Eine vorzügliche Bibliographie zu R. Luxemburg findet sich in der Biogra-
    phie von PETER NETTL: Rosa Luxemburg, Köln-Berlin 1967.
    In dem bereits in der vorliegenden Reihe erschienenen Band von Schrif-
    ten R. Luxemburgs hat SUSANNE HILLMANN eine Auswahlbibliographie
    zusammengestellt.
    An dieser Stelle seien lediglich einige Schriften genannt, die auf die
    ökonomische Theorie von R. Luxemburg kritisch eingehen:

    GROSSMANN, H., Das Akkumulations- und Zusammenbruchsgesetz des
    Kapitalistischen Systems. Frankfurt 1970
    -, Aufsätze zur Krisentheorie. Frankfurt 1971
    KOWALIK, T., Die ökonomische Theorie R. Luxemburgs (poln.). Warszawa
    1963
    LUKACS, G., Geschichte und Klassenbewußtsein. Berlin 1923
    OELSSNER, F., Rosa Luxemburg. Eine kritische biographische Skizze. Berlin
    1951,^1952
    ROSDOLSKY, R., Zur Entstehungsgeschichte des Marxschen . Frank-
    furt 1968 (insbesondere Kap. 30)
    THALHEIMER, A., Die theoretische Arbeit Rosa Luxemburgs. In: Die Inter-
    nationale, Jg. 2, Heft 19/20, Febr. 1920

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