Archiv für September 2006

Bakunins Beichte an den Zaren

Weil es in den Kommentaren um die Spartakist-Broschüre zur Auseinandersetzung mit den heutigen Anarchisten auch um die Altvorderen geht, hier ein Zitat zu Bakunin:

Bakunins Beichte an den Zar

Die Konterrevolution, die Mitte 1849 über Mitteleuropa hinwegrollte, erwischte Bakunin im ostdeutschen Staat Sachsen. Wie Engels im Rheinland und in Baden, entschloß er sich, an einem Nach-hutgefecht gegen eine militärische Übermacht teilzunehmen – an einem Aufstand in der Stadt Dresden. Im Unterschied zu Engels entkam Bakunin nicht in die Sicherheit des Exils. Er wurde von den sächsischen Behörden gefangengenommen, die ihn an die Österreicher auslieferten, die ihn nach ein paar Jahren an die Russen auslieferten. (mehr…)

Israels Krieg im Libanon und europäische Truppen in Nahost

Der „Neusser Monat“ ein unabhängiges Magazin für Politik, Kultur und Szene, bringt jetzt eine Abschrift oder das Skript der Radio-Sendung: Israels Krieg im Libanon und europaeische Truppen in Nahost, die am 27.09.06 bei Radio Freies Stuttgart gesendet wurde.

Immer wieder Auschwitz?

Franz Schandl fragt im wertkritischen Magazin streifzüge

Immer wieder Auschwitz?
Wider die liberale Instrumentalisierung der Shoah

Wir leben in Zeiten einer doppelten Verharmlosung. Eine ist bekannt, die zweite wird hier angesprochen. Nicht nur, dass Auschwitz an anderem relativiert wird, ist ärgerlich, ebenso unerträglich ist, dass Auschwitz alles andere relativiert. Kein Konflikt wird mehr als solcher (an dem dann eben seine besonderen Bezüglichkeiten zu analysieren sind) wahrgenommen, sondern er wird irgendwie auf die Shoah projiziert und somit kleingemacht. Auschwitz selbst wird gar nicht mehr aus der historischen Entwicklung erklärt, dafür wird umgekehrt jedes aktuelle Ereignis mit Auschwitz in unmittelbaren Zusammenhang gebracht. (mehr…)

Aktualisierung meiner „Downloads“

Auf meiner Download-Seite (oben über den entsprechenden Reiter zu erreichen) habe ich fürs Erste folgende Dateien zur Verfügung gestellt:

5 Wochen Streik bei AEG: Der härteste Arbeitskampf seit Jahrzehnten – für den abgefederten Fall in die Arbeitslosigkeit — Mitschrift der Diskussionsveranstaltung des GegenStandpunkts vom 9. März 2006 in Nürnberg nach dem AEG-Streik mit Peter Decker als Referenten.

Marxismus — Anpassungslehre oder Kritik? — Abschrift von Peter Deckers Vortrag im Sommer 1990 in Berlin

ARPREKORR — Satz der Zeitung der TLD/SpAD, mit der die iST/IKL 1989/90 in die untergehende DDR interveniert hat. In ZIP-Datei ist ein PDF-Index enthalten zum Schlagwortsuchen im Adobe Reader

Programmatische Erklärung der Roten Zellen /AK aus „AK Resultate der Arbeitskonferenz“, 1. Jg. Nr. 1 September 74″

Marxismus contra Anarchismus
Die IKL hat vor zehn Jahren mal eine siebenteilige Artikelserie (auf deutsch im „Spartakist“), geschrieben von ihrem Chefhistoriker und Theoretiker Joseph Seymour, herausgegeben, in der ausführlich auf die diversen Kontroversen zwischen Marxisten und Anarchisten im Lauf der letzten 150 Jahre eingegangen wurde.

Arbeit und Reichtum
„Beschäftigung“ – „Globalisierung“ – „Standort“… /Anmerkungen zum kapitalistischen Verhältnis zwischen Arbeit und Reichtum (Ursprünglich erschienen in GEGENSTANDPUNKT – Politische Vierteljahreszeitschrift
4-96, Seiten 103 – 142 und 1-97 Seiten 3 – 21, hier als OCR-Scan)

Global Economy
Die ICL hat 1999 als „Spartacist Pamphlet“ eine 32-seitige Broschüre herausgegeben, in der sie sich mit der „Globalisierung“ als Beschreibung der Veränderungen der Weltwirtschaft und vor allem als bürgerliche Ideologie auseinandergesetzt hat, vor allem auch als Polemik gegen David North’s International Committee of the Fourth International.

Die “demographische Krise”

Eine Radio-Analyse der Redaktion Gegenargumente, Wien:

Die “demographische Krise”
DIE ALTERNDE GESELLSCHAFT
ein unwidersprechlich natürlicher Grund für die wachsende Armut von jung und alt.

GSP: ÖGB wird „gelb“

Die Wiener GSPler haben einen Artikel zum östereichischen Gewerkschaftsbund ins Netz gestellt (hier)
Unter anderem über eine der Zwischenüberschriften könnte man echt grübeln:
Das Ende der “freien” Gewerkschaft in Österreich: ÖGB wird “gelb”

Vernunft und Glauben — holländisch

Jeder sechste Pastor in Holland zweifelt an Gott

Jeder sechste Pastor protestantischer Kirchen in den Niederlanden zweifelt laut einer Studie an Gott oder leugnet sogar seine Existenz. Das erklärte der Religionssoziologe Hijme Stoffels im niederländischen Rundfunk- und Fernsehsender Ikon, der die Untersuchung in Auftrag gegeben hatte. Bei jüngeren Theologen bis etwa 35 Jahren bestanden demnach deutlich weniger Zweifel an Gott als bei Pastoren zwischen 55 und 65 Jahren. Sieben von zehn Befragten gaben an, dass sich ihre Beziehung zu Gott seit Übernahme ihres Amtes negativ verändert habe.

gefunden in der „Berliner Morgenpost“ vom 23.09.06

Wahlnachlese

Wie bestellt hat Volker Radke den Wahlausgang in Mecklenburg-Vorpommern kommentiert:

Die Auseinandersetzung mit Nazis wird auf anderen Ebenen stattfinden müssen: Zensur, Verbot, Knast. Ist das geschafft, darf die deutsche Journalistenelite es von mir aus auch mal mit Argumenten versuchen.

Da sind auch schon andere darauf gekommen, wieder einmal Freerk Huiskens Text „Warum Demokraten (Neo-)Faschisten nicht kritisieren, sondern nur verbieten können“ zu empfehlen. Tue ich auch.

„Ganz Israel ist ein „besetztes Gebiet“!“ LRP zum letzten Krieg

Die trotzkistische/staatskapitalistische LRP (League for the Revolutionary Party mit Sitz in New York, die früher in Deutschland durch Anton Holberg vertreten wurde) hat jetzt folgenden stramm pro palästinensisch/pro Hezbollah argumentierenden Artikel veröffentlicht. Schon bei deren Überschrift frage ich mich, ob ich im gleichen Film gewesen bin wie die, aber das ist ja noch das Wenigste.

Lebanon: Imperialism Beaten Back

August 25, 2006

Israel’s barbaric invasion of Lebanon — armed, funded and fully supported by the United States — has turned into a major setback for imperialism. Along with its underreported assault on Gaza, Israel’s relentless war on Lebanese civilians, buildings and infrastructure horrified people across the world. It further exposed the truly savage nature of the imperialist ruling classes, who do not hesitate to commit mass murder in their pursuit of power and profits.

Hezbollah’s success at resisting the Israeli invasion stunned the imperialists. In its last full-scale invasion of Lebanon, Israel had reached Beirut in a handful of days. This time, after over a month of fighting, it failed to control even the country’s southernmost section. Meanwhile, mass protests against the invasion took place throughout the Arab world, posing a growing challenge to the region’s pro-U.S. rulers, particularly in Egypt, Jordan and Saudi Arabia. In Iraq, hundreds of thousands demonstrated in solidarity with Hezbollah. And the longer the war lasted, the more it threatened to trigger a mass uprising against the U.S. occupation. (mehr…)

pro_komm zu Bremer jL-Gruppe zu deren Nahost-Thesen

pro_kommunismus hat im kf auf die Erwiderung von „Kritik im Bloggemenge“ (aka die Bremer Kritik im Handgemenge als Teil der jungen Linken) geantwortet. Das wurde dann von Nick Nemo auch ins Marxistische Diskussionsforum gestellt:

a. Ich wollte niemanden bei seiner kommunistischen Ehre packen sondern eine korrekte Kritik anmelden, die ich kommunistisch nenne obwohl sie objektiv ist.

Bei der geht es – abstrakt gesprochen – um zwei Dinge:

1. übrerhaupt um die Betrachtungsweise der Dinge: die sollte man objektiv sehen und dann beurteilen und sich nicht mit einer vorausgesetzten (moralischen) Parteilichkeit der Sache nähren, wie es leider die übliche Tour in dieser Welt ist;
2. ein Standpunkt ergibt sich aus der Analyse dann schon auch noch, den kann man „kommunistisch“ nennen oder es meinetwegen auch lassen.

b. Kritik im Handgemenge (KIH) will nicht parteilich sein, sondern eine Lage „beschreiben“. Das ist ein falscher Gegensatz. Es ist total vernünftig, parteilich zu sein, sofern die Parteilichkeit richtig begründet ist. Die ganz nüchterne, objektive Analyse der (Staats-)Interessen die man begutachtet, begründet sehr wohl eine Parteilichkeit, schlicht über den Vergleich mit dem eigenen Interesse: der Laden, der nicht für mich sondern gegen mich eingerichtet ist, sollte abgeschafft werden. Israel ist eine Gewalt über Land und Leute und benutzt diese für einen Zweck, der ihnen schadet. Das ist allemal ein Grund für diese Leute gegen den Staat Israel zu sein. Für die Leute, die Israel nicht benutzt sondern vertreibt und in Ghettos sperrt gilt das natürlich erst recht. Würden sich vernünftige Israelis und Palis in dem Zweck einig werden, wären sie auf dem richtigen Dampfer.

Zitat:
Die jüdische Bevölkerung Israels wird durch die Feinde Israels mit Vernichtung bedroht. Die militärische Macht, die diese Vernichtung im Moment verunmöglicht, ist der Staat Israel (…). Das ist wieder eine Beschreibung einer Situation, Parteilichkeit lässt sich daraus nicht entnehmen. Weder ist damit erklärt, dass es eine tolle Sache ist, dass der israelische Staat ein Interesse an der Benutzung seiner Bürger hat, noch ist damit gesagt, dass so ein Schutz nicht auch ohne Staat und Kapital zu machen sei. Auch ist damit übrigens nicht gesagt, dass die Feinde Israels ihren Antisemitismus nicht auch bleiben lassen könnten.

Zu sagen, was man alles damit nicht gesagt haben will, das ist ein ziemlicher Mumpitz. Und die so doll betonte „Überparteilichkeit“ ist erst recht ein methodischer Unsinn. Was soll man denn sonst aus dem Benutzungsverhältnis des Staates Israel zu seinem Volk und dem Gegensatz zu seinem Nicht-Volk für eine Schluss ziehen, als gegen diese Gewalt zu sein, halt in der Form in der man das kann, mit korrekter Kritik? Wenn ihr schon so methodisch über Partelichkeit daherredet, dann windet euch doch nicht um eine herum. Ihr könnt es aber auch lassen, denn eure Analyse ist gar nicht in einer Weise korrekt, als dass sich eine vernünftige Parteilichkeit einfach so ergeben könnte. Sprich: Eure Art der Analyse taugt nichts. Wenn man sagt, die israelische Militärmacht „verhindere“ die Vernichtung der Juden, dann ist man weit weg von dem was diese Militärmacht eigentlich positiv tut. Kein Militär ist dazu da, etwas zu „verhindern“, sondern ein Mittel, um staatliche Interessen durchzusetzen. Staatliche Gewalt als Reaktion auf andere Gewalt zu bestimmen ist überhaupt eine Tautologie. Die wird schon ihre eigenen Gewaltgründe haben bevor sie sich mit anderen Gewalten ins Gehege kommt.

In der Konsequenz staatlicher Gewaltaffären ist natürlich auch immer etwas „verhindert“ worden, aber es ist – unabhängig davon, ob man Fan der Wirkung ist oder nicht – eine blöde unwissenschaftliche Tour, nicht über den Grund und Zweck eines Militärs zu sprechen sondern über irgendeine beliebig herausgepickte „Wirkung“.
[Es gibt – nicht bei euch sondern bei den ADs – natürlich auch die Tour die „Verhinderung“ fremder Gewalt gleich als den ganzen Zweck der israelischen Gewalt zu deuten und alles von 1948-2006 darunter zu fassen. Das ist an anderer Stelle erschöpfend kritisiert worden, das schreib ich nicht nochmal alles auf.]

Auch bei folgendem analogen Zitat, das ich schon an anderer Stelle kritisiert habe, geht es nicht um nur um die „Wortwahl“ sondern ihren falschen Gehalt:

Zitat:
Im Gegensatz zu den meisten Gewaltapparaten in dieser schönen Welt konkurrierender kapitalistischer Nationalstaaten, muss er sich seit seiner Gründung 1948/49 gegen seine Wiederabschaffung wehren.

Israels Volk und Militär sind Mittel des Staates Israel bzw. seiner gewaltsamen Staatsgründung. „Wehren“, „Verteidigung“ etc. sind Kategorien, die der Sache gar nicht gerecht werden. Israel hat sich mit Gewalt in einem fremden Land mit fremdem Volk gegründet und hat dort kräftig expandiert. Diese Expansion ist noch nicht einmal abgeschlossen, bloss hat sich Israel inzwischen zur unbezwingbaren regionalen Großmacht vorgearbeitet. Deshalb führt es seinen Staatsgründungskrieg schon lange nicht mehr als Kampf um Sein oder Nichtsein, d.h. mit dem Risiko der Niederlage, sondern als asymetrischen Krieg gegen eine handvoll schwacher Schurkenstaaten und die private Gewalt von arabischen Milizen. Man muss ja KIH wegen des Topos „wehren“ nicht unbedingt Parteilichkeit mit Israel unterstellen (ich hab‘s getan, weil mir die ganze Tour mit dem „Verteidigungkrieg“ nur so erklärbar schien), in jedem Fall ist es aber unsachlich. Wehren tun sich allenfalls die Palästinenser, die sind tatsächlich mit einer äußerem Gewalt konfrontiert, die ihnen einen Krieg aufzwingt, um den sie nicht gebeten haben. Das adelt ihren Widerstand keineswegs, der wird im Namen eines falschen Zwecks Namens Pali-Staat geführt, aber der ist bei denen wenigstens sachlich korrekt mit „Verteidigung“ gefasst.

P.S. Übrigens: Jeder Staat „wehrt“ sich immer nur gegen andere. Darum heißt der Kriegsminister auch überall Verteidigungsminister. Das wisst ihr doch eigentlich, dass das von A-Z eine ideologische Betrachungsweise ist, oder nicht?

Kritik im Bloggemenge (aka Nahost-Thesen)

Die Bremer Gruppe „Kritik im Handgemenge“ hat auf die zumeist „MGige“ Kritik an ihren Nahost-Thesen nun im kf mit einerAntwort reagiert, die Nick Nemo auch im Marxistischen Diskussionsforum gepostet hat.

Dabei legt sie als P.S auf folgendes wert: „Der Text „Thesen zur neusten Runde im Nahost-Konflikt” ist der Feder der Gruppe „Kritik im Handgemenge”, Bremen, entsprungen, lasst bitte unsere Genossen vom bundesweiten Zusammenschluss Junge Linke da raus.“

Der Wahrheit unerschrocken ins Gesicht geschaut!

Eine schöne Fundstelle (wer bei Google nach „Peter Decker, Marxistische Gruppe“ sucht, bekommt nicht nur meinen Blog angeboten, sondern obendrein folgende Gemme):

Ich bin auch ein Opfer!

Vor einigen Jahren – mittlerweile sind es mehr als zwei Jahrzehnte – klingelten diese Gegenstandpunktler – damals noch „Marxistische Gruppe“ – auch an meiner Tür, wollten mir eine Tütensuppe schenken. Man bekam sie aber nur geschenkt, wenn man sich mit ihnen über den Staat unterhält. Das Ende vom Lied war, dass ich für ein lebenslanges Abonnement unterschrieb. Außerdem wurde ich gezwungen, überall in Deutschland (wirklich „überall“ natürlich erst ab 1990) zu agitieren. Um mich vom Ausstieg abzuhalten, köderten sie mich mit einem braunen Saab und Bananen.

Das Belohnungssystem dieser Sekte ist wirklich sehr ausgeklügelt: man wird irgendwann vom „Prüfer“, zum „Sympathisant“, zum „Kandidat“ und letztlich zum „Mitglied“ und wird mit 72 Miezen belohnt. Zur Zeit bin ich Kandidat und ich kann nicht mehr weiter. Mein leben liegt in Scherben. USA, hilf uns doch, GSP gibts immernoch! Scheiß Politsekte.

Weltkrieg um Wohlstand — Short Version

Im Marxistischen Diskussionsforum sind einige „Highlights“ des Spiegel-Leitartikels zusammengestückelt worden (hier). Man kann schon daran gut ablsesen, wie G. Steingart in einer Mischung aus korrekter Beschreibung kapitalistischer Logik und Brutalität, lächerlicher Konsumenten- also Arbeiterbeschimpfung schnurstracks (und immanent schlüssig) zu seinem ja offen ausgesprochenen und sicher ernstgemeintem knallhartem buchstäblichem Kampf- und Kriegsprogramm kommt.

Wie ich immer zu sagen pflege, die Nachkriegszeit ist schon eine ganze Weile vorbei, wir sind schon wieder in einer Vorkriegszeit.

Die Gelbe Gefahr!!

Das muß man dem „Spiegel“ (oder genauer dem Autor Gabor Steinbach, aus dessen Buch „Weltkrieg um Wohlstand. wie Macht und Reichtum neu verteilt werden“ der Spiegel seinen aktuellen Leitartikel entnommen hat) lassen, Tacheles redet der schon. Da wird nichts beschönigt und in wesentlichen Punkten auf den korrekten Punkt gebracht. Worum es im Kapitalismus geht, was der für alle Arbeiter weltweit bedeutet, wieso Kriege jetzt, wo der Ostblock abgeräumt wurde ganz ohne Krieg, dennoch umso mehr dazu gehört. Als wenn das Motto wäre: „Man wird doch wohl endlich mal sagen dürfen, worum es wirklich geht“. Das all das eigentlich genaugenommen alles Argumente dafür sind, warum die Menschen, die das alles ausbaden müssen, dafür sorgen sollten, daß das alles nicht mehr geht, solche Sorgen meint sich der „Spiegel“ nicht machen zu brauchen. Womit er vorerst ja leider auch Recht hat.

Zu Cockburn und dem11. September

Angesichts von Lächerlichkeiten wie folgenden „Beweisen“, geht mir dann die plausible Zuversicht von Cockburn wieder ab:

Sind die Entführer eindeutig identifiziert worden?

Bis heute sind drei der zehn Männer, die die Flugzeuge ins World Trade Center steuerten, eindeutig identifiziert. Dem FBI war es gelungen, in Mietwagen und Hotelzimmern genug Spuren zu sichern, um von allen zehn Attentätern DNA-Profile erstellen zu können.

Da das FBI diese DNA-Profile nur mit dem jeweiligen Code „K“ („knowns“) kennzeichnete, konnten die Gerichtsmediziner die Täter zwar eindeutig, jedoch nicht namentlich identifizieren.

Das FBI hat nicht bekanntgegeben, welche der zehn Entführer identifiziert wurden. Der verantwortliche Gerichtsmediziner Robert Shaler vermutet, dass es sich bei den drei Identifizierten um Terroristen handeln müsse, die sich zum Zeitpunkt des Einschlags im hinteren Teil der Flugzeuge befanden. „Ich bezweifle, dass von den Piloten irgendetwas übriggeblieben ist, das sich untersuchen ließe. Sehr wahrscheinlich sind sie wie viele ihrer unschuldigen Opfer einfach verdampft.“

Auch die neun Entführer der anderen beiden Flüge wurden identifiziert, allerdings nicht über einen DNA-Abgleich, sondern im Ausschlussverfahren: Da es für Passagiere, Besatzungsmitglieder und Pentagon-Angestellte DNA-Material gab (meist von Zahnbürsten oder Haarbürsten, die die Angehörigen zur Verfügung stellten), musste alles, was nicht diesen Vergleichsproben zuzuordnen war, den Entführern gehören.

zitiert nach „Der Spiegel

Ob hier irgendwas „mußte“, ist ja auch nach all den Jahren immer noch für viele, mich auch, eine Frage und keine Feststellung. Gerade im Spiegel fand und findet man reihenweise solche primitiv religiösen Schmonzetten zum Thema.

Cockburn on „THE 9/11 CONSPIRACY NUTS“

written by Alexander Cockburn (The Nation September 25, 2006)

You trip over one fundamental idiocy of the 9/11 conspiracy nuts in the first paragraph of the book by one of their high priests, David Ray Griffin, The New Pearl Harbor. „In many respects,“ Griffin writes, „the strongest evidence provided by critics of the official account involves the events of 9/11 itself…. In light of standard procedures for dealing with hijacked airplanes…not one of these planes should have reached its target, let alone all three of them.“

The operative word here is „should.“ One central characteristic of the nuts is that they have a devout, albeit preposterous, belief in American efficiency, and hence many of them start with the racist premise that „Arabs in caves“ weren‘t capable of the mission. They believe that military systems work the way Pentagon press flacks and aerospace salesmen say they should work. (mehr…)

Sieg im Häuserkampf (mit der MLPD?)

Die „junge Welt“ hat in ihrer Ausgabe vom 04.09.06 folgendes Schmankerl zur MLPD (leicht gekürzt, komplett hier):

„Die Polizei im Gelsenkirchener Stadtteil Horst sieht rot, seit bekannt wurde, daß sie ab dem 1. Oktober Untermieterin der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD) sein soll. Hintergrund ist ein erneuter Immobilienkauf durch die millionenschwere maoistische Partei in ihrer Ruhrgebietshochburg Gelsenkirchen. Möglich wurde das Geschäft, nachdem der Bergmann
Michael May der MLPD rund 2,5 Millionen Euro aus seinem Erbe vermacht hatte. …

MLPD-Chef Stefan Engel kann die Aufregung nicht verstehen: … »Es hat den Anschein, daß hier ein billiger Vorwand gesucht wird, gegen den Willen der Bevölkerung die Wache zu verkleinern, an einen schlechten Standort zu verlegen oder gar ganz zu schließen«, heißt es im Parteiorgan Rote Fahne. Da ist sich Engel offensichtlich einig mit dem SPD-Stadtverordneten Dworzak, für den Horst ohne Polizei »nicht denkbar« ist, und dessen CDU-Kollegen Jansen, der den Auszug der Polizei als »Katastrophe für Horst« bezeichnete. Bei Lenin könnte Engel nachlesen: »Das stehende Heer und die Polizei sind die Hauptwerkzeuge der Gewaltausübung der Staatsmacht«.“

Peter Decker: Kritik des Humanismus (1988)

Datum: 1988, Ort: Erlangen,
Referent: Dr. Peter Decker
Teil 1: Theorie des Humanismus: Vom „Mensch als Maß“ zum Rigorismus humanistischer Menschenbilder
Teil 2: Praxis des Humanismus: die Predigt des Respekts vor dem geschädigten Subjekt
Teil 3: Nachträge: der Humanismus der Wissenschaft – Menschlichkeit in der Politik – Humanisten und Kommunisten

Neuer Vortragsmitschnitt bei argudiss

Alle wollen Frieden — und darum gibt es Krieg II

MPunkt hat sich mittlerweile schon die Mühe gemacht, die Thesen von junge Linke zur neuesten Runde im Nahost-Konflikt abzuklopfen, die ich nur erstaunt zitiert hatte. Link

On Recent Spartacist League Polemics

From the website of the International Bolshevik Tendency (IBT):

Lately we’ve been getting more attention than usual from the Spartacist League (SL—leading section of the International Communist League [ICL]). We’re not sure why, but it may be connected to the leadership’s apparent desire to avoid working with us in defense of Mumia Abu-Jamal, America’s foremost political prisoner, whose case is nearing a critical juncture. (mehr…)