Archiv für Mai 2006

Programmatische Erklärung der Roten Zellen / AK

Die Programmatische Erklärung der Roten Zellen /AK aus „AK Resultate der Arbeitskonferenz, 1. Jg. Nr. 1 September 74″ kann mittlerweile hier downgeloaded werden (das war ursprünglich ein Hinweis beim geschlossenen Forum von contradictio):

hier

Dies ist eine weitgehend rein historische Dokumentation: Weder kann man die Roten Zellen und die Arbeitskonferenz mit der aus ihnen hervorgegangenen Marxistischen Gruppe (die sich schließlich 1991 selbst aufgelöst hat) so ohne weiteres gleichsetzen, noch erst recht mit dem heutigen GegenStandpunkt(-Umfeld), der ja bei aller persönlichen Kontinuität nicht nur in der Organisationsfrage mit seiner Vergangenheit gebrochen hat.

Ebenfalls muß darauf hingeweisen werden, daß selbst die MG dieses frühe Dokument nicht als ihre Bibel für alle Zeiten angesehen hat und beim späteren Reprint deshalb auch weggelassen hat und meines Wissens nach auch nirgendwo zugreifbar hält.

Zudem ist es doch stark von der Auseinandersetzung mit den vorherrschenden linksradikalen Strömungen der damaligen Zeit geprägt, die im Wesentlichen in der Zwischenzeit mit Mann und Maus untergegangen sind wie die Maoisten und das DKP-Umfeld. Man lese es also cum grano salis.

Die technische Qualität läßt ebenfalls zu wünschen übrig: Die Vorlage, das alte Heft, ist stark durchgearbeitet gewesen mit vielen An- und Unterstreichungen. Was davon bei der Umwandlung ins PDF-Format ins Dokument gekommen ist, ist im Zweifelsfall nicht den Autoren zuzurechnen. Noch mehr Mühe wollte ich mir aber angesichts des doch eher verblassenen Werts des Dokuments nicht machen.

„Archiv des Todes“ revisited III update

Ich hatte die Veranstaltungsmischnitte der Marxistischen Gruppe 1989 in Berlin zur Kritik der DDR-Ökonomie mit Peter Decker und Heinz Scholler als Referenten und Diskussionsleitern ursprünglich als zwei Gesamtdateien bei RapidShare hochgeladen.

Beim Abhören habe ich aber feststellen müssen, daß das Zusammenhauen den Daten nicht gut getan hatte: Es gibt da Lücken und Verdopplungen, das Vor- und Rückspulen geht manchmals gar nicht. Ich habe daraufhin diese beiden Dateien wieder gelöscht und biete hier jetzt die „Rohdateien“ an, so wie ich sie per emule zusammengefunden hatte:

Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6, Teil 7, Teil 8,
Teil 9, Teil 10, Teil 11, Teil 12, Teil 13 und Teil 14

„Archiv des Todes“ revisited II

Ich habe einen weiteren Veranstaltungsmitschnitt aus der Zeit der Intervention der MG in die untergehende DDR hochgeladen:

Veranstaltung in Westberlin im Mehringhof im Dezember 1989 (Referenten Peter Decker und Heinz Scholler):
Stalinismus richtig kritisiert

wie üblich bei RapidShare

GSP-Veranstaltung zu Kuba II

Ich habe letztes Jahr schon mal auf eine Veranstaltung des GegenStandpunkt zu Kuba hingewiesen, bei der Theo Wentzke (?) 1997 in Berlin das Referat gehalten hat (Verweis).
Der MP3-Mitschnitt ist jetzt auch, bzw. wieder hier bei RapidShare erhältlich.

Warum Kommunismus? — Kritik eines Textes für einen Philosophie-Schulkursus

Ein exemplarischer Dialog zum Thema, bei contradictio geführt:

steinblum
„Allein aus der Festellung, dass der Kapitalismus die Arbeiterschaft systematisch und notwendigerweise schädigt, folgt doch noch nicht direkt die Überzeugung, man müsse ’nen gescheiten Kommunismus aufbauen.“ Nein, aber es folgt daraus die Überzeugung den Kapitalismus abzuschaffen. Davor ist es einfach müßig über Alternativen zu reden. Wer am Kapitalismus nichts kritikables entdeckt, der wird auch immer kapititalistische Maßstäbe an die Alternativen anlegen, die du ihm bietest und da kannst du nur verlieren, weil der Kommunismus diesen eben nicht gehorcht.

„Die (überzeugung Kommunismus) stellt sich doch erst ein, wenn ich zusätzlich die Idee im Kopf hab, dass in einer kommunistischen Gesellschaft meine Interessen und die meiner Mitmenschen irgendwie besser wegkommen würden!“ Nein umgekehrt. Erst wenn ich begründet den Kapitalismus ablehne, suche ich nach einer Alternative dazu und denke mir aus, wie diese Alternative aussehen könnte. Dass die Leute dort besser wegkommen, ergibt sich schon aus der Kritik. Man läßt eben schon mal alles sein, was im Kapitalimus den Leuten das Leben vermiest. Damit ist zwar noch nicht alles gesagt, aber es ist auch nicht nichts gesagt. Jedenfalls bringt es überhaupt nichts Leuten, die den Kapitalismus nicht kritikabel finden, eine Alternative aufzuzeigen, die sie gar nicht wollen. Erst wenn du mit ihnen einig in der Kritik der hiesigen Zustände bist, kannst du dir Gedanken machen, wie ein Kommunismus aussehen könnte und selbst dann ist es purer Luxus, wenn man nicht gerade kurz vor einer Revolution steht.

Das Problem ist immer das selbe. Den Leuten, den du von der prima Alternative Kommunismus erzählst, die legen an deine Utopie kapitalistische Maßstäbe an und beweisen dir, dass der Kommunismus nicht funktioniert. Das heißt sie beweisen dir, dass er nicht kapitalistisch funktioniert. Das ist für sie das selbe, weil sie die bürgerlichen Kategorien, in denen sie denken für quasi natürliche halten. Da kommen dann mit 99%iger Wahrscheinlichkeit dann z.B. Einwände, die bezweifeln, dass ohne Eigentum die Leute alle faul im Sessel rumliegen und nicht arbeiten wollen, weil sie ja eh versorgt werden und nichts davon haben. Deshalb ist erstmal Ideologiekritik angesagt. Die leistest du aber nicht, wenn du Alternativen anbietest.

Deshalb musst du erstmal ihr Denken angreifen. In deinem Fall geht das, indem du z.B. die Wahrheit über den Kapitalismus erzählst. Das hast du am Anfang ja schon so gemacht, wo du betonst, dass die Schicksalsschläge, die der Kapitalismus seinen Insassen zufügt, das eben nicht sind und auch keine Fehler, Katastrophen, Fehlentwicklungen, die nicht sein müssten, sondern dass sie systemimmanent sind.

eis
Die Einwände, inklusive der Forderung nach Formulierung einer Alternative, kommen ohnehin, ganz unabhängig davon, ob ich allein Kritik am Kapitalismus leiste oder nicht.

Steinblum:
„Die Einwände, inklusive der Forderung nach Formulierung einer Alternative, kommen ohnehin, ganz unabhängig davon, ob ich allein Kritik am Kapitalismus leiste oder nicht.“
Eben. Deshalb musst du nicht auch noch selbst drauf eingehen. Es ist gar nicht nützlich, wenn du diesen Einwänden zuvorkommst, weil da ein Gegenstandswechsel vorgenommen wird, der nicht in deinem, sondern in deren Interesse geschieht. Du willst eigentlich über die immanent schädliche Konstruktion des Kapitalismus reden und das Publikum will von dir, dass du eine unschädliche Alternative zum Kapitalismus lieferst. Der Kommunsmus ist aber keine Alternative zum Kapitalismus, weil er nicht den gleichen Zweck hat. Wer aber eine Alternative verlangt, unterstellt den gleichen Zweck und trägt an dich die Forderung heran, der Kommunismus müsste den selben Kriterien gehorchen, wenn er Berechtigung haben soll. Gehorcht er den kapitalistischen Maßstäben nicht, hat er keine Berechtigung.

Du wolltest eine Kapitalismuskritik loswerden. Mit der Frage der Alternative wird die Kritikdebatte aber umgebogen in ein Tribunal gegen den Kommunimus. So erreichst du genau das Gegenteil von dem, was du wolltest. Statt ihre Ideologie zu kritisieren, haben sie ihr Denken nur bestätigt bekommen. Du entkräftest ihre Bedenken gar nicht, wenn du anfängst über den Kommunimus zu reden, und ihnen versicherst man müsste weniger Arbeiten und überhaupt sei alles viel rationeller organisiert. Sie sind nämlich gar nicht davon überzeugt, dass der Kapitalismus scheiße ist. Sie sagen doch gar nicht „Stimmt! So wie du mir das jetzt erklärt hast, führt kein Weg an der Abschaffung des Kapitalismus vorbei.“ Stattdessen wollen sie von dir eine Alternative haben. Übersetzt heißt das soviel wie: „Beweis mir erstmal, dass der Kommunismus ein besserer Kapitalismus ist.“

Statt einer Kritk deiner Ansichten, will die scheinbare Zustimmung und die Frage nach der Alternative, dass du dich an ihren Kriterien argumentativ abarbeitest. Dieses Ansinnen musst du zurückweisen. Sobald du darauf eingehst, hast du verloren. Fordere stattdessen dazu auf deine Ansichten über den Kapitalismus sachlich zu kritisieren. Streite dich über ihr Bild der Gesellschaft, in der sie leben. Bleib beim Kapitalismus, dann kannst ein Umdenken erreichen.

„Archiv des Todes“ revisited

Ich habe zwei weitere Veranstaltungen ausgegraben, mit denen die MG Ende 1989, Anfang 1990 in die untergehende DDR (in Berlin) interveniert hat:

Wie geht’s weiter in der DDR? vom Dezember 89 und
Wahlen in der DDR vom Januar 1990

Sie können jetzt bei RapidShare downgeloaded werden (anstatt sie mühsam per eMule zusammenzufischen, was natürlich auch ab und zu geht)

Geschichte als „Orchideen“-Wissenschaft oder: Post hoc, ergo propter hoc?

Auf Conctradictio wurde gepostet, daß es bei RapidShare drei ältere Vorträge von Peter Decker (damals Vertreter der Marxistichen Gruppe – MG) zum downloaden gibt:

Geschichtswissenschaft, Erlangen, Mai 1985
Geschichte als Argument Muenchen, Juli1987
Geschichtswissenschaft, Erlangen, Januar 1988

Wer rapidshare noch nicht kennt: Der Anbieter begrenzt den Download auf 30M pro Stunde. Die Identifizerung erfolgt über die IP-Adresse – also Verbindung trennen & Neuwahl hilft in aller Regel, die Sachen ausserhalb des Limits zu bekommen.

Nachtrag zum 1. Mai des DGB

MPunkt hat auf seinem Blog ein Flugblatt gepostet, daß ihm Leipziger zugemailt hatten, hier der link
Dieses Flugblatt beruht teilweise auf der Analyse des GegenStandpunkt-Verlags in Radio Lora München vom 2. Mai 2005: „Arbeiter! Heraus zum 1. Mai – Würde zeigen!“
Die bezog sich wiederum auf diesen DGB-Aufruf aus 2005 zum 1. Mai.