Freerk Huisken: VSA-Buch zum Elend der Kritik am (Neo-)Faschismus jetzt erschienen

Das schon vor einer Weile angekündigte Buch von Freerk Huisken „Der demokratische Schoß ist fruchtbar…: Das Elend mit der Kritik am (Neo-)Faschismus“ ist jetzt bei VSA erschienen, aftershow hat z.B. darauf verwiesen:

232 Seiten | Januar 2012
EUR 14.80
ISBN 978-3-89965-484-4

Man kann es gleich online beim Verlag bestellen.

[online] 25.01.12 | Berlin | Decker zur Finanz/Eurokrise

Von der Veranstaltung des GegenStandpunkt zum Thema „Euro-Rettung – der Kampf der Weltmächte um ihr Geld“ (der dann aber seinen Schwerpunkt hatte im nochmaligen Aufdröseln der Hintergründe der Krise seit dem Bankencrash in 2007) mit Peter Decker als Referenten, die am 25.01.2012 in Berlin stattgefunden hat, gibt es einen Mitschnitt bei archive.org.

Vortrag von Karl Held: Marxismus und bürgerliche Wissenschaft

Beim Blogger grand hotel absturz habe ich einen Hinweis auf einen alten Vortrag von Karl Held gefunden. Er hat wohl im Frühjahr 1990 zum Thema „Marxismus und bürgerliche Wissenschaft“ gesprochen. Bei MediaFire kann man den Mitschnitt downloaden.

Licht am Ende des Tunnels?

Licht am Ende des Tunnels
gefunden bei Facebook

WV: Economics of a Workers State in Transition to Socialism

Vor kurzem (in der Nr. 989 vom 28.11.2011 in „Workers Vanguard“) wurde ein Vortrag abgedruckt, den Joseph Seymour, einer der führenden Intellektuellen der trotzkistischen IKL, vor einigen Jahren bei einer Schulung gehalten hat. In starkem Gegensatz zum GegenStandpunkt, der gerade erst wieder (am 9.1.2012 in Münster) eine Veranstaltung unter dem alten Titel „Warum wir nicht mit einem „durchdachten planwirtschaftlichen Konzept“ für den Kommunismus werben“ (aus GSP 1-04) gemacht hat, werden dort einige Grundthesen skizziert, die nicht nur der IKL gemein sind, sondern für eine breite Spanne kommunistischer Strömungen steht:

- Im Sozialismus geht es nicht in erster Linie (wie noch vor den Marxisten) um Gleichheit der Verteilung, sondern um Steigerung der Produktivkräfte

- Für eine ins Gewicht fallende längere Zeit werden wirtschaftliche Entscheidungen (vor allem im Weltmaßstab) von Mangel bestimmt sein

- Arbeit wird weiterhin Lohnarbeit sein (sogar zum Teil entfremdete Lohnarbeit)

- Zumindest Konsumgüter werden auf lange Zeit weiterhin auf Märkten mit Geld bezahlt werden (müssen)

- Es wird weiterhin Familien geben und deshalb werden Lohnarbeiter nicht beschäftigte Familienmitglieder zumeist Kinder mitversorgen müssen mit Löhnen, die dies nicht vollständig berücksichtigen

- Der politische Streit würde sich zentral um die Höhe der Investitionsquote drehen: Schnelles ansteigen des „Privat“-Komsums „jetzt“ versus höheres Niveau „später“

- Die Entscheidungen werden zentral getroffen für die gesamte Wirtschaft

- Ein weiterer Streitpunkt wären die Anteile der Produktion, die zur schnelleren Entwicklung „ärmerer“ sozialistischer Gebiete zur Verfügung gestellt werden sollen

- Wegen der differenzierten Konsumgüternachfrage werden Konsumgüter auf Märkten angeboten, aber ohne Konkurrenz unter den Produktionseinheiten, die zentral beplant werden

07.02.12 | Berlin | C. Frings stellt D. Harveys Kapitaleinführung vor

Christian Frings, der Harveys Kapitaleinführung ins Deutsche übersetzt hat, wird das Buch demnächst in Berlin vorstellen.

07.02.2012 | 19:00 Uhr
Rosa-Luxemburg-Stiftung:

Gesellschaftsanalyse und politische Bildung e. V.
Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin

Die RLS kündigt diese Veranstaltung so an:

Seit vierzig Jahren bringt der in den USA lehrende Geograf und Gesellschaftstheoretiker David Harvey jährlich in seinen Kapitalkursen den unterschiedlichsten Menschen die Kritik der politischen Ökonomie von Karl Marx näher. Aus Audio- und Videoaufnahmen seiner Kurse hat Harvey 2010 ein Buch erstellt, das letztes Jahr bei VSA auf Deutsch erschienen ist. Sein „Begleiter für Fortgeschrittene und Einsteiger“ ringt auf ganz besondere Weise mit dem Problem, einen Text zugänglich zu machen, der sich in vielfacher Weise heutigen Lesegewohnheiten und Wissenschaftsvorstellungen versperrt: den ersten Band des „Kapitals“ von Marx. In der Veranstaltung wird der Übersetzer der deutschen Ausgabe die Herangehensweise von Harvey erläutern, die zugleich mit einer bestimmten Interpretation des Marxschen Hauptwerks verbunden ist, die frei von epigonenhafter Verehrung auch auf Schwachpunkte hinweist. Mit der Entschlüsselung des Texts will Harvey zugleich zeigen, worin die Aktualität dieser fast 150 Jahre alten Kritik des Kapitalismus besteht und was sie zum Verständnis der aktuellen globalen Krise beitragen kann. Und damit weist er dieser Kritik eine ganz praktische Bedeutung für die Kämpfe der kommenden Jahre zu, die im Zentrum seines Interesses stehen – wie z.B. seine jüngsten Kommentare zu den Riots in England und der globalen Occupy-Bewegung zeigen.

David Harvey
Marx’ »Kapital« lesen

Ein Begleiter für Fortgeschrittene und Einsteiger
VSA Verlag Hamburg
416 Seiten | 2011 | 24.80 € | ISBN 978-3-89965-415-8

Raben, „Galgenvögel mit Gefühl“

Der Tagesspiegel hat am 4.1.2012 einen Artikel über „intellektuelles Federvieh“ gebracht.

GSP-Thesen zur Weltlage nach 3 Jahren Obama

Die Ausgangslage: Finanzkrise und zwei zunehmend kontraproduktive Weltordnungskriege.
Und jetzt?

1.
Die US-Regierung hat die Überakkumulation des Finanzkapitals teilweise durch Entwertung abgewickelt, vor allem aber mit viel Staatskredit und ganz vielen Zahlungsmitteln der Notenbank aufrechterhalten – also in eine Überakkumulation des auf Staatsschulden gegründeten Vermögens der Finanzwelt sowie eine Vermehrung staatlich geschöpften Kreditgelds auf Grund misslungener Kreditgeschäfte überführt. Sie nimmt damit, einstweilen erfolgreich, zur Bewältigung der Krise in Anspruch, was durch die Krise und ihren Umgang damit untergraben wird: die vorbehaltlose weltweite Anerkennung amerikanischer Staatsschuld als Finanzkapital und den Gebrauch ihres Kreditgelds als Geschäftsmittel und Repräsentant des kapitalistischen Reichtums der Welt.

2.
Durch die Finanzkrise in den Euro-Staaten und durch deren Krisenpolitik ist der Erfolg des Rettungswerks der US-Regierung doppelt gefährdet: Die Entwertung europäischer Staatsanleihen und darauf basierender Wertpapiere trifft US-Vermögen, womöglich sogar die Zahlungsfähigkeit amerikanischer Banken; und mit ihrer Schuldenpolitik treiben die Euro-Macher mitten in der Krise ihre Bemühungen um die Durchsetzung ihres Geldes als alternative Weltwährung voran, versuchen dafür sogar das Geldvermögen der VR China in Anspruch zu nehmen. Die bringt mit ihren Welthandelserfolgen und der Akkumulation amerikanischer Verbindlichkeiten ohnehin die Kräfteverhältnisse in der Konkurrenz auf den Weltmärkten durcheinander und trägt damit das Ihre zur Gefährdung des Ausnahmestatus der USA als Kreditschöpfer, Kontrolleur und Nutznießer der Weltwirtschaft sowie als Quasi-Monopolist des Weltgeldes bei.

3.
Im Kampf um die Rettung dieses Ausnahmestatus geht es für die USA „ums Ganze“ – sogar im Innern um die Funktionsfähigkeit des politischen Apparats. Nach außen bemüht sich die US-Regierung um die Funktionalisierung ihrer zwei großen Rivalen für die Bestätigung ihres unbegrenzten und bedingungslosen Kredits in der Staatenwelt:

An die Euro-Macher richtet sie das Ansinnen, mit schrankenloser Kreditgeldschöpfung die Entwertung finanzkapitalistischen Vermögens zu Lasten der US-Wirtschaft unbedingt zu vermeiden und die damit verbundenen Nachteile für den Erfolg des Euro als verlässliche Weltgeld-Alternative zum Dollar in Kauf zu nehmen.

Die VR China wird doppelt in Anspruch genommen: als finanzkräftiger Investor für die weitere Stützung des US-Kredits und -Kreditgelds – anstelle des Euro und der in Euro notierten Staatsschulden; als Welthandelsnation für die Verbesserung der US-Bilanz aus dem Weltgeschäft. Zum Zweck eines entsprechend umfassenden Zugriffs auf die Wirtschaftsmacht Chinas und seiner Nachbarn unternimmt die US-Regierung eine Neugestaltung des gesamten pazifischen Raums zur kapitalistischen Wachstumszone unter amerikanischer Regie – einer Regie, die sich auf Vorgaben für den Geschäftsverkehr keineswegs beschränkt.

Denn für die USA ist der Status des konkurrenzlosen Arrangeurs und Nutznießers der globalen kapitalistischen Konkurrenz die unentbehrliche materielle Grundlage ihrer konkurrenzlosen militärischen Macht; und umgekehrt ist ihre Fähigkeit, den souveränen Mitgliedern der Staatenwelt wesentliche Existenz- und Erfolgsbedingungen zu diktieren und ihren Status im Weltgeschehen zuzuweisen – kurz: „leadership“ –, unabdingbare Voraussetzung und unentbehrliches Instrument ihres Sonderstatus als Weltwirtschaftsmacht.

4.
Die Politik der gedeihlichen Nachbarschaft mit den maßgeblichen Staaten und politischen Kräften in allen Weltgegenden, die die Obama-Administration an die Stelle des aus ihrer Sicht komplett gescheiterten Versuches einer Weltordnung durch Krieg – den „War on Terror“ – gesetzt hat, nimmt sich als ihre „epochale“ Hauptaufgabe die strategische Einhegung der VR China vor: die beschränkende Zulassung ihrer regionalpolitischen Ambitionen sowie die Kontrolle über und eine Zulassungsbeschränkung für ihre bewaffnete Macht. Mittel dafür sind die Präsenz amerikanischen Militärs in jeder für nötig erachteten Größenordnung in der Region sowie ein Netz transpazifischer Partnerschaften, das chinesischer Bündnispolitik wirksam vorbeugt.

5.
Im Umgang mit dem anderen Hauptrivalen, der Europäischen Union, räumt die US-Regierung mit der Absage des „War on Terror“ und der Redimensionierung der tatsächlich geführten Kriege auf lokale Konflikte Ansprüche auf Gefolgschaft ab, die viele Allianzpartner zu verschiedenen Formen der Verweigerung provoziert haben. Die Inanspruchnahme der europäischen Partner für Ordnungsaufgaben im Raum zwischen Atlantik und Afghanistan enthält Angebote zur Mitwirkung an der Definition und Bereinigung allfälliger Probleme. Prinzipielle Bündnistreue ist dabei ebenso vorausgesetzt wie eine Rivalität zwischen den Europäern, die deren Zusammenschluss zu einer aktionsfähigen strategischen Macht von annähernd gleichem Rang wie die USA ausschließt.

Zu den wichtigen Aufgaben dieser Allianz gehört die Übertragung des Prinzips der konfliktfreien Nachbarschaft auf das Verhältnis der NATO zum Erben des ehemaligen Hauptfeinds: Russland wird eingeladen, sich von gleich zu gleich mit den europäischen Allianzpartnern ins Benehmen zu setzen und den Aufbau eines Raketenabwehrschirms in Osteuropa nicht auf sich zu beziehen, sondern einen Beitrag dazu zu leisten. Weil die russische Regierung darin die Zumutung erkennt, das Ende ihres Anspruchs auf Gleichrangigkeit als strategische Atommacht mit den USA und damit ihre weltpolitische Irrelevanz zu besiegeln, gibt es hier noch einiges zu tun.

Der Kriegseinsatz in Libyen wird aus amerikanischer Sicht zu einem ersten Test auf die neue Art transatlantischen Zusammenwirkens, die den Verbündeten die Definition von Kriegsgründen und Kriegszielen zugesteht, den USA militärische Lasten und politische Kosten erspart, von ihrer Rolle als letztentscheidende Instanz aber nichts wegnimmt.

6.
(Der Umgang der USA mit dem ‚Krisenbogen’ von Afghanistan über Iran und Israel bis zum Volksaufruhr in etlichen arabischen Nationen.)

7.
Die EU-Staaten respektieren die weltordnungspolitischen Vorgaben der USA – aus einer Mischung von relativem militärischem Unvermögen und Uneinigkeit über die Wünschbarkeit, ganz zu schweigen vom möglichen Inhalt einer gemeinsamen alternativen strategischen Lagedefinition. Europas militärische Führungsmächte Frankreich und Großbritannien nehmen Obamas Politik der Redimensionierung kriegerischer Konflikte als Ermächtigung zu autonomen Weltordnungsinitiativen in einem von ihnen beanspruchten Zuständigkeitsbereich und testen deren Reichweite sowie die Schlagkraft ihrer militärischen und diplomatischen Mittel mit ihrem Einsatz in Libyen aus. Deutschland verweigert die Anerkennung einer französisch-britischen Hegemonie in Kriegsfragen – und ergreift die Gelegenheit, sich in der zunehmend akuten ökonomischen und politischen Existenzfrage der Union als zivile Führungsmacht zu betätigen.

8.
Aus der Krise verfertigt die deutsche Regierung – gemeinsam mit der französischen – eine ultimative Entscheidungssituation für alle Mitglieder der Währungsunion: Durchbruch zu substanziell mehr Einheit nach den Maßgaben der dominierenden Wirtschaftsmacht, zur Überantwortung souveräner Haushaltsrechte an eine europäische Oberaufsicht, verharmlosend etikettiert als „Fiskalunion“, oder Zusammenbruch des gesamten Einigungswerks. Deutschland will Letzteres unbedingt vermeiden, ohne von Ersterem Abstriche zu machen. Mit dem „langen Weg“ der Krisenbewältigung, den die deutsche Kanzlerin immer wieder als unumgänglich beschwört, verfolgt sie das Ziel, die Eurozone zur einheitlich agierenden Weltkredit- und Weltgeldmacht auf gleichem Niveau wie die USA zu entwickeln. Ein Erfolg dabei hängt wesentlich von der Entscheidung „dritter“ Weltwirtschaftsmächte, insbesondere der VR China ab, den Euroländern und deren Währung Kredit einzuräumen. Ebenso wie die USA und in harter Konkurrenz mit ihnen unternehmen die Europäer den verwegenen Versuch, die Krise des Finanzkapitals und ihres eigenen Kredits zu einer Angelegenheit ihrer Krisenkonkurrenz mit dem großen Rivalen zu machen und auf diesem Weg zu überwinden. Und wie für die USA steht auch für sie dabei nichts Geringeres auf dem Spiel als die Weltmacht, die sie werden wollen; nämlich deren kapitalistische Basis ebenso wie die Formierung des politischen Subjekts, das sich dieser Grundlage zu bedienen weiß.

(entnommen http://www.gegenstandpunkt.de/jourfixe/Thesen-Weltlage-2012.rtf)

25.01.12 | Berlin | Mehr Schulden für die Rettung des Euro

Peter Decker, der mittlerweile verantwortliche Redakteur der Zeitschrift GegenStandpunkt, wird am Mittwoch, dem 25.01.2012 in Berlin im Festsaal Kreuzberg einen Vortrag halten zum Thema:

Mehr Schulden für die Rettung des Euro:
Ökonomischer Widerspruch und imperialistischer Sinn einer schon wieder „alternativlosen“ Ausweitung der Staatsschuld

Es wird um folgendes gehen:
- der finanzkapitalistische Grund der Staatsschuldenkrise
- die staatswirtschaftlichen Mittel ihrer Bewältigung
- der innereuropäische Imperialismus und das
- weltpolitische Kräftemessen im Kampf der Nationen um ihren Kredit.

Der Ankündiger endet mit Folgendem:.

Täglich bekommen wir zu hören: „Wir“ brauchen den Euro. „Wir“ brauchen stabile Banken. „Wir“ brauchen das Vertrauen internationaler Anleger in europäische Staatsschulden. „Wir“ brauchen den Europäischen Stabilitäts-Mechanismus. „Wir“ brauchen eine Fiskal-Union, die Defizit-Staaten die Souveränität über ihren Staatshaushalt entzieht.
Aber warum und wofür „wir“ alles das brauchen – dazu hört man nur Unsinn. Antworten darauf stehen an.

Das Buch zum Film:

Das Finanzkapital (Paket-Sonderpreis)

Die vier Nummern des GEGENSTANDPUNKT zum Finanzkapital gibt es als Paket zum Sonderpreis.

I. Die Basis des Kreditsystems: Von der Kunst des Geldverleihens (in GS 3-08)
II. Die Entfaltung der Kreditmacht des Finanzkapitals: Die Akkumulation des „fiktiven“ Kapitals (in GS 2-09)
III. Die ,systemische‘ Bedeutung des Finanzgeschäfts und die öffentliche Gewalt (in GS 1-10)
IV. Das internationale Finanzgeschäft und die Konkurrenz der Nationen (in GS 1-11)

Die Hefte 3-08, 2-09, 1-10, 1-11 kosten zusammen 30.- € (Einzelheft: 15,- €).
Porto und Versand sind bei Bestellungen direkt beim Verlag inklusive.

Gegenstandpunkt Verlag
Kirchenstr. 88
81675 München
Tel.: 089 / 2721604
Fax 089 / 2721605
E-Mail: gegenstandpunkt@t-online.de

(die Artikel I. bis III gibt es auch bei mir im Download-Bereich als OCR-PDFs)

Der Zweck der Euro-Rettung (Theo Wentzke in der jungen Welt)

In der jungen welt vom 04.01.2012. ist ein Artikel von Theo Wentzke (GegenStandpunkt-Verlag) zum Zweck der Euro-Rettung erschienen:
„Finanzpolitisches Vabanquespiel – Der Zweck der Euro-Rettung: »Den Grundstein für die stärkste Währung der Welt legen«“
Auch ich kann ihn nur empfehlen. Weiteres auch hier: (mehr…)

Projekt MSZ-Archiv-Digitalisierung

Auf dem Blog von Nestor Machno ist folgende Aufforderung erschienen:

Ich und andere wollen wollen die MSZen 1-33 von 1974 bis 1980 am Internet archivieren und damit zugänglich machen.
Wir ersuchen daher die Besitzer dieser Kleinodien, sie entweder als JPG einzuscannen und als Anhang an folgende Email-Adresse zu senden:

nestor.machno@alanier.at

oder mir zu schicken an:

Amelie Lanier
Brucker Bundesstrasse 28
5700 Zell am See

Wenn sich viele beteiligen und MSZen auf mich einströmen, werde ich regelmäßig veröffentlichen, was noch fehlt.

Mir als einem der „anderen“ wäre es am liebsten, wenn möglichst viele Zeitungen zur Verfügung gestellt oder wenigstens ausgeliehen würden, denn ich weiß aus bisherigen Digitalisierungsprojekten, daß solche alten auf schlechtem Papier gedruckten vergilbten Seiten häufig nicht gleich im ersten Anlauf so gut einzuscannen sind, daß die OCR gleich einen fast fehlerfreien Text ausspuckt. Wenn man denn überhaupt einen DIN-A3-Scanner hat, den man für das alte Zeitungsformat braucht, wenn man jede Seite auf einen Rutsch einscannen will. Es geht übrigens auch mit jedem normalen DIN-A4-Scanner, man muß dann „nur“ die Einzelscans per Software zusammenfügen. Das kann man händisch z.B. in Photoshop machen, dafür gibt es aber auch Spezialsoftware wie Arcsofts Scan-and-Stich für Windows, die das weitgehend vereinfachen.

Hermann Lueers neue Webseite zur Finanzkrise

Aus einer frischen Email von Hermann Lueer:

Bei dieser Gelegenheit kann ich zugleich auf meine neue Seite zur Finanzkrise aufmerksam machen. http://www.financial-crisis.eu/

Ich denke hier gibt es bezüglich der Betonung des Finanzkapitals weiterhin bis tief in die Linke eine große Verwirrung. Vielleicht kann man hierzu auf Deinem Blog auch noch einmal eine Diskussion anfachen. Z.B. zu den verbreiteten falschen Zahlenspielen.

Kann man immer.

ARPREKORR und SPARTAKIST Nr. 68 – 146 online

Bei archive.org sind jetzt alle Ausgaben der Zeitung Abeiterpressekorrespondenz (ARPREKORR) der Trotzkistischen Liga/Spartakist-Arbeiterpartei, der deutschen Sektion der Internationalen Kommunistischen Liga (Vierte Internationalisten), als OCR-Scan-PDFs runterzuladen. Sie sind vom 15. November 1989 bis 20. April 1990 in der DDR erschienen.

Auch die Ausgaben der (Vor- und) Nachfolgezeitung für Deutschland „Spartakist“ der SpAD aus der Zeit vom 1. März 1990 (Nr. 68) bis Anfang 2002 (Nr. 146) sind jetzt bei archive.org als PDFs verfügbar, jeweils als Jahrgangsdatei.

DGB Bildungswerk Bayern: Tageseminare 2012

Das DGB Bildungswerk Bayern hat seine Planung für Tagesseminare im nächsten Jahr vorgestellt. Da sind wieder mal eine ganze Reihe auch hier bekannterer Linker eingeladen worden:
von Ingo Elbe, Michael Heinrich, Hermann Lüer, Christian Siefkes bis hin zu Rolf Röhrig, Albert Krölls und Freerk Huisken, um nur einige zu nennen, die ich überhaupt kenne. Die jeweiligen akademischen Titel habe ich mir hier gespart.

21. Januar Geschichte der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung 1
11. Februar Bestandsaufnahme: Rechte Entwicklungen / Antifaschismus 18. Februar Nationalismus
3. März Klassentheorie – Klassen in der bürgerlichen Gesellschaft
10. März Einführung in die Volkswirtschaftslehre
31. März Geschichte der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung 2
21. April Kapitalismuskritik gut und schön – „aber was sind die Alternativen?“
5. Mai Ausbildung und Einbildung
12. Mai Kritische Sozial- und Staatsbürgerkunde
9. Juni Staatstheorie bei Marx
16. Juni Geschichte der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung 3
7. Juli Fachtagung „Ökonomie“ (mit DGB Bezirk Bayern)
21. Juli Karl Marx – Eine Einführung
22. September Das Bürgertum in (nach) der Krise
6. Oktober Antisemitismus
20. Oktober Fachtagung „Wirtschaftsdemokratie“ (mit DGB Bezirk Bayern)
10. November Rechtes Denken in der Linken
17. November Gegen Rechts argumentieren lernen
24. November Neue und alte Marx-Lektüre – Kontroversen
8. Dezember Maßt euch an! Für eine offensive Gewerkschaftspolitik

Mitschnitt des Vortrags von J. Köper zur Kritik des Nationalismus (Berlin 2.12.11)

Auf archive.org ist ein Mitschnitt des Vortrags von Jonas Köper vom GegenStandpunkt zur Kritik des Nationalismus, den er am 2. Dezember 2011 in Berlin im Haus der Demokratie gehalten hat, als Download verfügbar.

Beruf: Börsenspekulant (Marxistische Gruppe 1987)

„Lahma Cun“ hat auf ihrer Facebook-Seite auf einen alten Artikel der Marxistischen Gruppe hingewiesen:
„Beruf: Börsenspekulant“.
Dieser Artikel hört mit folgendem Absatz auf:

„Der Spekulant bekommt seinen Teil vom weltweiten Mehrwert, weil er eine nützliche Aufgabe erfüllt. Indem er in aller Welt Kurse, Zinsen, Preise und Tendenzen vergleicht, ist er die Speerspitze der Kapitalbewegung, der Pfadfinder des Sphärenwechsels. Er ist der Schwanz, der mit dem Kredit wedelt. Das ist gerecht denn wie wüßte der sonst, wo er hin muß.“

Kein Wunder, daß z.B. ein alter Hase wie Samson bei und gegen Nestor, den Freund des „neuen“ Denkens des GegenStandpunkts in Sachen Erklärung der Finanz- und Überakkumulationskrise noch auf sowas pocht, z.B. im Thread „Österreich–Ungarn 1 : 0″ über Fremdwährungskredite.

Skript zu den Vorträgen von Jonas Köper (GegenStandpunkt) zum Nationalismus

Jonas Köper vom GegenStandpunkt hat gerade in mehreren Städten (Berlin, Frankfurt und Bern) jeweils einen Vortrag zum Nationalismus gehalten unter der Überschrift „Nationalismus: für oben nützlich, für unten idiotisch“.
Das Skript kann man bei den Berliner GegenStandpunktlern als PDF runterladen. Da das aus unerfindlichen Gründen keinen linken Heftrand hat, habe ich das etwas umformatiert, es ist bei mir hier zu haben.

Zur Broschüre der RLS über die Staatsverschuldung

Folgende Anmerkungen habe ich auf Ingo Stützles Facebook-Seite zur Broschüre der Rosa Luxemburg Stiftung über die Staatsverschuldung gepostet, nachdem er dort folgenden Hinweis gebracht hatte:
“ Endlich ist die überarbeitete Fassung der Broschüre online und in lesbarer Form wieder lieferbar “:

“ Über Schulden finanzierte Ausgaben können zudem die gesellschaftliche Nachfrage stärken, so dass eine Krise schneller überwunden wird“

[und hier auch von mir umformatiert im Doc-Format zum Ausdrucken auf DIN A4]

Ja, warum machen denn dann die Staaten das nicht einfach? Weil sie eben selber wissen, daß „zu viele“ Schulden ihren Ruf ruinieren und sie dann zahlungsunfähig werden können, wie es ja manche Staaten gerade erleben mußten.

Auch der Satz:

„Eine Regierung kann also sehr wohl mehr ausgeben als sie einnimmt, weil sie mit den Ausgaben ihre Einnahmen erhöhen kann.“

ist doch nur eine Behauptung. Es müßte heißen, „solange sie …“ und nicht „Weil sie…“

Ein zentraler Punkt ist die mittlerweile wohl kaum noch zu bestreitende Tatsache:

„Die Staatsschulden mögen zwar nicht die Schulden der Bevölkerung sein. Doch haftet die Bevölkerung letztlich für die öffentlichen Schulden. Wenn Schulden abgebaut werden sollen, so muss die Bevölkerung höhere Steuern zahlen, länger auf die Rente warten, mehr arbeiten, weniger verdienen oder sich mit weniger staatlichen Leistungen begnügen. So macht der Staat aus seinen Schulden «unsere» Schulden.“

Das bedeutet, daß jetzt, wo das internationale Finanzkapital reihenweise bezweifelt, daß die kreditierten Staaten noch gut für weitere Kredite, für Kredite überhaupt sind, diese Staaten Himmel und Hölle in Bewegung setzen müssen, um ihre Bevölkerungen so drastisch zu verarmen, daß das Finanzkapital diesen verlorenen Glauben wieder gewinnt.

„Ohne Eingriffe wie Bankenrettung, Abwrackprämie oder Kurzarbeitergeld wäre die Wirtschaftsleistung in Deutschland viel stärker eingebrochen. Dennoch: Die Schuldenstandsquote stieg. Doch war dies kein Zeichen für staatliche Verschwendungssucht, sondern dafür, dass der Staat mit öffentlichen Geldern die Geschäfte der Unternehmen halbwegs am Laufen hielt.“

‎“Halbwegs“ ist hier das Codewort: Anders als bei der Nettoneuverschuldung eines Staates für im weitesten Sinne „investive“ Maßnahmen zur Wirtschaftsankurbelung ist die gigantische Zusatzverschuldung der letzten Jahre ja „nur“ das Ergebnis des Versuches, den Untergang der Bankenwelt zu verhindern, also deren aufgeblähten Werte nicht als nunmehr wertlos dastehen zu lassen sondern deren Kapitaleigenschaft zu bekräftigen. Und, Überraschung, jetzt bezweifelt das Finanzkapital, daß dieses Geld „gut“ angelegt wurde.

Wenn es heißt

„[es] wird versucht, über gesetzliche Regelungen das Lohnniveau zu senken, um den Unternehmen bessere Investitionsbedingungen zu schaffen, damit die Wirtschaftsleistung wächst und darüber die Schuldenquote sinkt.(13) In der Konsequenz bedeutet all dies, dass die Lohnabhängigen für die Krise zahlen. Aufgabe der Unternehmen und der Finanzmärkte ist es dagegen, viel Geld zu verdienen und so das Wirtschaftswachstum anzutreiben. Es ist also nicht so, dass «wir alle» sparen müssen. «Sparen» ist ein Umverteilungsprogramm.“

dann ist zu fragen, ja, was denn sonst? Soll wirklich behauptet werden, daß der Reichtum der Reichen wirklich anders vermehrt werden kann als durch die Verarmung der Massen. Diese offensichtliche Massenverarmung ist doch kein bloßer böser Spleen von durchgekanllten Marktfetischisten, die bei ernsthaftem Nachdenken und auf die Linkspartei hören auch vermieden werden könnte.

Besonders blauäugig, ja geradezu zynisch klingt für mich der folgende Passus:

„Anders als ein Unternehmen kann ein Staat im Falle einer Pleite aber nicht vom Erdboden verschwinden. Insolvenz bedeutet daher, dass eine Regierung mit ihren Gläubigern eine Erleichterung der Schuldenlast verhandelt: Schulden werden verlängert, gestrichen oder die Zinsen gesenkt. „

Diese „Erleichterungen“ gibt es doch nur, wenn der Schuldnerstaat noch seinen letzten Rentner mit den Füßen zum Fenster raushängt, wenn noch das letzte Staatssilber verscherbelt wurde und der „aufgeblasene“ Staatsapparat durch Massenentlassungen „saniert“ wurde. Mit einer bloßen „Feststellung“ ist es also wahrlich nicht getan.

‎“der Staat [ist]ein verlässlicher Schuldner, da er – im Gegensatz zu Unternehmen oder Privathaushalten – Geld einfach per Beschluss bei seiner Bevölkerung eintreiben kann.“

Wieder meine unschuldige Frage, warum hapert es denn dann an der Verläßlichkeit des einen und des anderen Staates?

Warum treiben die Problemkinder der internationalen Staatenwelt denn nicht „einfach“ die paar Milliarden bei ihren Bevölkerungen bei?

Ach, richtig, weil dann ihre nationalen Wirtschaften in den Keller fahren und die Staatseinnahmen zukünftig zusammenschnurren.

Wenn es heißt

„Selbst in normalen Zeiten bewerten Investoren die Staaten der Welt anhand eines schlichten Maßstabs: möglichst sichere und hohe Rendite. Sie behandeln Menschen, Betriebe, Länder und ganze Kontinente wie eine Maschine zur permanenten Geldvermehrung und unterwerfen sie diesem Maßstab. Das ist zwar in der Logik der Profitmaximierung rational, aber was soll daran vernünftig sein?“

dann bin ich geneigt, zu sagen, ja genau so ist es! Und unvernünftig ist es in der Tat auch! Aber, diese unerbittliche Logik gilt doch in diesem unserem System. Das ist doch die erklärte Logik, nach der sich alle richten und richten müssen. *In* diesem System geht es doch auch gar nicht anders. Denn das hinter der Frage stehende „Eigentlich müßte das Alles doch gar nicht sein, ihr braucht nur uns zu wählen und schon werden wir – natürlich mit der SPD zusammen – all das wieder zurückdrehen, was den Massen an Tort angetan wurde“, das stimmt doch gar nicht. Um das weg zu kriegen, müßte man leider erst mal den ganzen Kapitalismus wegkriegen. (und dazu muß man wahrscheinlich erst mal die Linkspartei und die SPD wegkriegen.)

‎“die EU [sehen] in den Lohnstückkosten einen wichtigen Indikator für «Wettbewerbsfähigkeit». Der Pakt sieht nun vor, dass die Lohnbildung in allen Staaten überprüft wird. Ziel sind moderate Lohnabschlüsse (vor allem im öffentlichen Sektor), steuerliche «Entlastung» des «Faktors Arbeit» und Arbeitsmarktreformen, die die Arbeit «flexibilisieren», also verbilligen sollen. Durch den Euro-Plus-Pakt wirken diese Lohnsenkungen nicht mehr wie (kritisierbare) politische Beschlüsse, sondern schlicht wie eine (zwangsläufige) Folge der Rechtslage.“

Wieder die Frage, wie anders soll den die Wettbewerbsfähigkeit, also die Profitabilität des Kapitals wieder hergestellt werden? Diese Politik ist/wäre doch nicht nur eine zwangsläufige Folge einer Rechtslage sondern zwangsläufige Folge aus dem Prinzip dieser Wirtschaften, daß es um Kapitalakkumulation gehen soll. Nur mit dem Wegräumen dieses Prinzips eröffnet sich eine „Alternative“, vorher, in diesem System nicht.

Meinung vor Gericht: Inge Viet verurteilt

Wie man unter anderem der „jungen Welt“ entnehmen kann, sind die beiden Antimilitaristen Inge Viet und Thies Gleiss vom Landgericht Berlin wegen ihrer Meinungen zur Bundeswehr und deren Kriegen verurteilt worden (hier ein weiterer Kommentar).

Georg Kreisler ist gestorben

Nachdem erst vor ein paar Tagen Franz-Joseph Degenhard gestorben ist, ist ihm mit Georg Kreisler nun ein weiterer Barde meiner linken Jugendzeit ins Grab gefolgt. Beide haben sich letztlich genauso die Zähne an der deutsch(sprachigen) politischen Landschaft ausgebissen, wie dezidiertere Gesellschaftskritiker. Andere, wie Biermann z.B., sind dafür voll und ganz in ihr angekommen. Was bei dem einen oder anderen auch schade war.



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